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		<title>Magazin | Musikdorf Ernen</title>
		<link>https://www.musikdorf.ch/?id=101</link>
		<description></description>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2026 08:26:38 +0200</pubDate>
		<category>Musikdorf Ernen</category>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/ueber-den-tellerrand-hinausschauen-347</link>
			<title>Über den Tellerrand hinausschauen</title>
			<description>&lt;p&gt;Der österreichische Cellist und Dirigent Nikolaus Harnoncourt war eine wichtige Figur in der Alte-Musik-Bewegung, die ganz neue Blicke auf die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts ermöglichte, indem sie diese auf historischen Instrumenten und mit den stilistischen Prinzipien der Entstehungszeit aufführte. Neben seiner praktischen Arbeit schrieb Harnoncourt auch Bücher, eines davon heisst «Musik als Klangrede». Das 1983 veröffentlichte Buch wirkt bis heute nach.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Die gemeinsame Lektüre dieses Buches war ein Grundpfeiler unserer musikalischen Entwicklung, sowohl für uns individuell als auch für unser Ensemble.» Das sagt Miguel Fernández, der nicht etwa Mitglied eines Streichquartetts ist, sondern eines Saxophon-Trios! Das erstaunt auf den ersten Blick. Die Überraschung verschwindet, wenn man weiss, dass María, Álvaro und Miguel – alle gebürtig aus Spanien – sich an der Musik-Akademie Basel zum A-Delta Trio formiert haben, einer Hochschule, die für den erstklassigen Kammermusik-Unterricht bekannt ist. Unterricht, der die angehenden Künstler*innen dazu herausfordert, über den Tellerrand hinauszublicken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Prägende Begegnungen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Unsere ersten Lektionen als Trio in Basel hatten wir mit Sergio Azzolini.» Der Fagottist und Barockspezialist habe mit ihnen am gemeinsamen Atem und an der Resonanz gearbeitet, sagt Fernández, der im Trio das Bariton-Saxophon spielt. Dieser Unterricht mit Azzolini habe sie auch zu ihrem Namen geführt. Sie probten ein Trio von Carl Philipp Emanuel Bach, wo es lange, fliessende Harmonie-Sequenzen gab, und dabei stellten sie sich «die sanfte, gleitende Bewegung eines Deltaseglers im Flug vor» – auf Spanisch: «Ala delta», woraus der Name «A-Delta Trio» wurde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Bild ist geblieben, der Name wurde zum Omen: Seither erlebt das Ensemble einen musikalischen Höhenflug. Jüngst gewann das A-Delta Trio die Orpheus Swiss Chamber Music Competition, was wichtige Engagements in der Schweiz mit sich bringt sowie die Möglichkeit, einen Werkauftrag zu vergeben. Letzteres ist besonders wertvoll, denn das Repertoire für Saxophon-Trio sei sehr limitiert, sagt Fernández. Ihr Ziel sei es, dazu beizutragen, das Repertoire zu vergrössern. Bald stehen grosse Uraufführungen an, etwa eines Werkes des renommierten französischen Komponisten Benjamin Attahir. Und beim Debüt in Ernen erklingt das Werk «Funken», geschrieben für das A-Delta Trio von der jungen Spanierin Guiomar Ortiz (*1999).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Repertoire erweitern&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Musikdorf zeigt das Saxophon-Trio, dass es auch bei der Programm-Konzeption über den Tellerrand hinausblickt: Viele Stücke hat das Ensemble für die eigene Besetzung adaptiert, etwa das Streichtrio des legendären ungarischen Kammermusik-Lehrers Leó Weiner (1885–1960). Das passt wunderbar, denn Fernández sagt: «Der Unterricht mit Pianisten war ein radikaler Wendepunkt für uns. Diese forderten von uns, musikalische Ideen umzusetzen, ohne die instrumentalen Grenzen des Saxophons zu berücksichtigen, was uns zwang uns, neue Herangehensweisen zu suchen und unkonventionelle Lösungen zu finden.» Dieser rein musikalische Unterricht – auch mit Leila Schayegh und Anna Gebert, die ihnen die Welt der Streichinstrumente näherbrachten – habe sie sehr geprägt, sagt Fernández.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tradition und Neues&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viele der Newcomers, die nach Ernen kommen, haben die Kammermusik-Schmiede in Basel durchlaufen und garantieren so für das durchwegs hochstehende Niveau des Festivalausklangs im September. Zum ersten Mal beginnt das intensive Musikwochenende schon am Donnerstagabend mit dem Helix Trio, das nach seinem Debüt im Herbst 2023 zurückkehren darf – inklusive 10-tägiger Ensemble-Residenz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alle Konzertprogramme zeigen, dass die Newcomers über den Tellerrand hinausblicken: Das Trio E.&amp;nbsp; T.&amp;nbsp; A. spielt neben Haydn und Schubert auch ein eigens uraufgeführtes Werk von Isabel Mundry; der aufstrebende Geiger aus Sion, Achille Vocat, hat zwei Werke von &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt; im Gepäck; die junge Pianistin Manoush Toth präsentiert ein selten gehörtes Werk von Francis Poulenc; und für den Abschluss kehrt das Trio Basilea nach Ernen zurück und spielt unter anderem das faszinierende Stück «Renouée des oiseaux» von &lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber&lt;/a&gt;, Composer in Residence 2025/26.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Newcomers | 5. und 10.–13. September 2026&lt;br /&gt;
5 Kammerkonzerte, ein Klavierrezital und ein Extra-Konzert&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Flow der Newcomers mittragen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/newcomers?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=15&amp;quot;&gt;Abo kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=43&amp;quot;&gt;Programme entdecken und Einzeltickets kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch nicht ganz sicher?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://open.spotify.com/playlist/6y98z7rakPPhXQ2eoZ4jW6?si=5c60e5c9e93e4811&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;In die Musik reinhören: Playlist ‘Newcomers 2026’ auf Spotify&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im Dezember 2025, von Jonathan Inniger&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/tiefseetaucher-und-astronaut-394</link>
			<title>Tiefseetaucher und Astronaut</title>
			<description>&lt;p&gt;Unter dem Titel «Clavierübung» veröffentlichte Johann Sebastian Bach 1731 seine sechs Partiten. Clavierübung? Mitnichten! Die Suiten mit ihren je sechs oder sieben Sätzen sind vielmehr eine mentale Grenzerfahrung. Bach verarbeitet darin alle klavieristischen Errungenschaften seiner Zeit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sir András Schiff hat sich der Partiten im Laufe seiner Karriere immer wieder angenommen (auch mehrmals auf Tonträger). Mit Wiederholungen haben seine Deutungen aber nichts zu tun: Schiff agiert vielmehr als Tiefseetaucher, der aus bekannten Meeresgründen immer wieder neue überraschende Schätze holt. Und als Astronaut, der den Menschen mittels perlender Läufe und in allumfassendem&amp;nbsp;Flow&amp;nbsp;das Leuchten der Sterne näherbringt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen wird er Bachs monumentales Wunderwerk auf einem Steinway von 1915 präsentieren, und zwar in zwei Teilen – im ersten und im letzten seiner fünf Rezitale in der Kirche Ernen (Freitag, 20 Uhr, und Sonntag, 14.30 Uhr). Als intimes Präludium spielt Sir András Schiff am Donnerstagabend im Tellenhaus Schuberts Impromptus auf einem historischen Hammerflügel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In den weiteren Rezitalen ermöglicht er dem Publikum im Musikdorf aussergewöhnliche Begegnungen mit Werken von Beethoven und Haydn. Und mit Schuberts vierhändiger Klaviermusik – zusammen mit Chloe Jiyeong Mun (Rezital 4). Die 1995 geborene Südkoreanerin wurde von Schiff gefördert als Studentin sowie in seinem Mentoring-Programm «Building Bridges». 2025 gab sie ihr beeindruckendes Musikdorf-Debüt, bei dem sie unter anderem ihre profunde Sicht auf Schubert demonstrierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;27. August ausgebucht.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Klavier kompakt | 27.–30. August 2026&amp;nbsp;| 6&amp;nbsp;Rezitale mit Sir András Schiff&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seien Sie dabei, wenn Sir András Schiff so richtig in Flow kommt!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/klavier/klavier-kompakt?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=6&amp;quot;&gt;Abo kaufen (28.–30. August)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=46&amp;quot;&gt;Programme entdecken und Einzeltickets kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch nicht ganz sicher? Lesen Sie mehr über Sir András Schiffs vergangene Auftritte in Ernen:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/und-immer-wieder-bach-367&amp;quot;&gt;«Und immer wieder Bach. Die Klangwelten des Sir András Schiff», von Engelbert Reul, August 2024&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/auf-fuenf-fluegeln-%E2%80%A6-205&amp;quot;&gt;«Auf fünf Flügeln. Zu Sternstunden in der Musik», von Engelbert Reul, August 2022&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/les-adieux-oder-die-kunst-der-zugabe-183&amp;quot;&gt;«&amp;apos;Les Adieux&amp;apos; oder &amp;apos;Die Kunst der Zugabe&amp;apos;», von Engelbert Reul, August 2020&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://open.spotify.com/playlist/0VjkqvAu5HM76LlzoumpY7?si=249a8cb699264a13&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;In die Musik reinhören: Playlist &amp;apos;Klavier kompakt 2026&amp;apos; auf Spotify&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im Dezember 2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/konzertserie-mit-unverwechselbarem-flair-543</link>
			<title>Konzertserie mit unverwechselbarem Flair</title>
			<description>&lt;p&gt;«Kammermusik plus»? Nicht mehr. Ab Sommer 2026 heisst die beliebte Kammermusikreihe «Kammermusikfest». Denn das Programm mit sechs Festkonzerten, einem Jazz-, zwei Extra- und zwei Orchesterkonzerten ist genau dies: ein musikalischer Festrausch. Seit 2019 wird die Reihe vom schottischen Pianisten Alasdair Beatson verantwortet. Beatsons Kreativität in der Programmgestaltung ist längst legendär, ebenso sein Händchen für die ideale Zusammensetzung der Ensembles. Ein Geheimrezept für den Erfolg habe er nicht, sagt Beatson. Aber die Frage sei berechtigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Mischung muss stimmen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Ein Programm zusammenzustellen ist vergleichbar mit der Kunst eines Kochs. Es gilt, qualitativ hochstehende Ingredienzen auszuwählen und im richtigen Verhältnis zusammenzubringen.» Im Laufe der Jahre sei es ihm gelungen, einen Kern aus fantastischen Musikerinnen und Musikern aufzubauen, die hervorragend zusammenpassen. Auch das Thema, das er sich jedes Jahr zusammen mit dem Intendanten ausdenke, sei ein Faktor für das Gelingen. «Es gibt einen sinnstiftenden Rahmen für die Programme und hilft, dass sich der inhaltliche Fokus stets ändert. Das unverwechselbare Flair der Konzerte ist mir wichtig.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Innovative Programme&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Thema «Im Flow» hat er sich Konzertprogramme mit treffenden Namen wie «Luftstrom», «Vom Quell zum Meer», «Zeitfluss», «Kaskade», oder «Träume» ausgedacht, die mit alter und neuer Musik aufwarten und gefeierte Solistinnen und Solisten mit jungen Talenten zusammenbringen. Dieses Jahr hat ihn das Thema neben den allseits beliebten Meistern Mozart, Schubert, Mendelssohn, Brahms und Dvořák auch zu vielen französischen Werken geführt, etwa von den Romantikern Camille Saint-Saëns und Ernest Chausson, den Impressionisten Maurice Ravel, Claude Debussy oder den gemässigten Modernisten Francis Poulenc, Jean Françaix.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auffallend ist auch, dass in den Programmen zahlreiche Bearbeitungen von bekannten Werken zu finden gibt. Warum? Die Kunst des Arrangierens sei sehr alt, sagt Beatson. Nicht nur Bach, Mozart oder Brahms hätten die Kunst des Bearbeitens beherrscht, sondern auch Debussy, Schönberg und andere. «Sie schufen Arrangements von Stücken, die sie besonders interessierten.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Emotionen verstehen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Für uns ist es eine Freude, wenn wir etwas, das wir zu kennen glauben, in einem neuen Licht zeigen können.» Zum Beispiel John Cages Klavierwerk «Dream», das in Ernen von fünf Bratschen und ohne Klavier aufgeführt wird. Auch Orchesterstücke wie «La Mer» von Debussy, Mendelssohns «Hebriden-Ouvertüre» oder Smetanas «Moldau» wird es in Kammermusikfassungen zu entdecken geben. Die Reaktionen auf seine Programme würden ihn sehr interessieren, sagt Beatson. «Ich möchte sie miterleben und verstehen.» Deshalb setze er sich gerne ins Publikum, wenn er selber nicht spiele.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Bass, der schweigt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das dürfte auch im Extrakonzert «Meditation» der Fall sein. Neben Werken von Arvo Pärt, Morton Feldman und einer Improvisation des schwedischen Kontrabassisten Jordi Carrasco Hjelm wird da John Cages «4’33’’» zu erleben sein, ein Solostück für Klavier aus dem Jahr 1952, das Geschichte geschrieben hat. Während der Aufführungsdauer von 4 Minuten 33 Sekunden erklingt kein einziger Ton. Stattdessen werden Geräusche und Umgebungslaute zum integralen Bestandteil der Komposition. Kann man das heute noch aufführen, wo der Überraschungseffekt längst verpufft ist? Aber ja! Umso mehr, als es hier als zentrales Werk eines meditativen Konzerts auftaucht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Fun fact: Es wird nicht das Klavier sein, das schweigt, sondern ein Kontrabass. Cage hätte die «Umbesetzung» wohl gefallen. Das sei das Wunderbare an Musik, dass sie für Menschen zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Bedeutungen haben könne. «Es ist wichtig, den historischen Kontext eines Stücks zu verstehen. Ein Stück existiert aber auch unabhängig davon und kann daraus sogar befreit werden!»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«4’33’’» sei einst überraschend gewesen, heute aber je nach Kontext lustig, bewegend, fröhlich oder traurig. «Wir Musiker nehmen die Stimmungen des Publikums wahr und erkennen, ob eine Stille gebannt oder gleichgültig ist», so Beatson. Auch deswegen sei ihm das Musikdorf ans Herz gewachsen, weil er hier ein Publikum vorfinde, «das zuhört, mitfühlt und unmittelbar und aufrichtig reagiert.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kammermusikfest | 2– 14. August 2026&lt;br /&gt;
6 Festkonzerte, 2 Orchesterkonzerte, 1 Jazzkonzert, 2&amp;nbsp;Extra-Konzerte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kommen Sie in den Flow mit dem gesamten Kammermusikfest!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusikfest?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=12&amp;quot;&gt;Abo kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=40&amp;quot;&gt;Programme entdecken und Einzeltickets kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch nicht ganz sicher?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/kammermusikfest-2026-337&amp;quot;&gt;Lesen Sie mehr über die Musikerinnen und Musiker&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://open.spotify.com/playlist/6A2G1OjHefMxCyTiiNXf6T?si=ac1bfd048cec4859&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;In die Musik reinhören: Playlist ‘Kammermusik plus 2026’ auf Spotify&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im Dezember 2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/literatur-queerlesen-538</link>
			<title>Literatur: Queerlesen</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Angela Steidele: «Ins Dunkel»&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Zentrum von Angela Steideles neuem Roman «Im Dunkel» stehen drei prominente Frauenfiguren: die deutsche Stil-Ikone Marlene Dietrich (1901–1992), die schwedische Leinwandlegende Greta Garbo (1905–1990)&amp;nbsp;sowie Erika Mann (1905-1969), die Schauspielerin, Schriftstellerin und Tochter des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann. Steidele folgt den Spuren der Frauen von der goldenen Ära des Kinofilms durch die Abgründe des deutschen Faschismus bis ins Schweizer Exil. Dabei gelingt es ihr, Recherche und Fiktion geschickt zu verknüpfen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Neben Dietrich, Garbo und Mann tauchen weitere Künstlerinnen und Künstler auf, die an der Schwelle des Stummfilms zum Tonfilm wirkten. Sie markieren einen Umschwung des Zeitgeists und stehen für den Aufbruch der intellektuellen Künstlerschicht ins Exil nach Hollywood. Steidele thematisiert auch den queeren Aspekt der Figuren und der Filmindustrie. Und sie schreibt sich selbst hinein und führt imaginierte Dialoge mit den Figuren. Ein Buch mit fantastischem Charakter, das sich stellenweise wie ein Drehbuch liest.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Moritz Weber: «Chopins Männer»&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Kulturpublizist und Pianist Moritz Weber hat während des Lockdowns 2020 damit begonnen, sich intensiv mit den Briefen und Notizbüchern des Komponisten Frédéric Chopin (1810–1849) zu beschäftigen. Chopin war schwul, doch die Öffentlichkeit durfte das nicht wissen. So führte er ein (Doppel-)Leben in einer homophoben Zeit. Weber fand heraus, dass einige von Chopins Briefen an Tytus Woyciechowski, seinen Schulfreund, auf wundersame Weise verschwunden oder falsch übersetzt worden sind, einige Stellen in den Briefen wurden ausradiert. Geschah das mit Absicht?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Chopin ist in Polen fast ein Nationalheiligtum, da durfte es nicht sein, dass er schwul war. Doch es gab auch Frauen in Chopins Leben. Eine war die Sopranistin Konstancja Gładkowska, eine andere die junge Maria Wodzińska. Doch Weber fand in den Briefen keinen einzigen Hinweis, dass Chopin für eine der Frauen – oder überhaupt eine weibliche Person – romantische Gefühle gehegt hat. Was ist die Wahrheit? Was kann Webers Recherche belegen? Im Juli 2026, wenn «Chopins Männer» erscheint, werden wir mehr Klarheit haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kristof Magnusson: «Die Reise ans Ende der Geschichte»&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der deutsch-isländische Schriftsteller und Übersetzer Kristof Magnusson passt als ausgebildeter Kirchenmusiker wunderbar ins Musikdorf. Nach seinem Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig schrieb der Autor zahlreiche Theaterkomödien und Romane und engagierte sich für Literatur in Einfacher Sprache. 2022 wurde seine Weltuntergangskomödie «Apokalypse Miau» am Volkstheater Wien uraufgeführt. In Ernen sind seine immer unterhaltsamen Lesungen sehr beliebt, in den letzten Jahren präsentierte er unter anderem «Ein Mann der Kunst» (2020) und «Kristof Magnusson über die Pet Shop Boys».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diesen Sommer wird Magnusson seinen neuesten Roman, «Die Reise ans Ende der Geschichte», vorstellen. Es handelt sich dabei um einen turbulenten, auch mal tragikomischen Spionageroman, der in einer Zeit historischer Umbrüche spielt. Er erzählt von einem Doppelagenten, der in Kasachstan ein letztes grosses Ding drehen will. Mehr sei noch nicht verraten. Die Geschichte über Sehnsüchte, Täuschungen und das Scheitern im Moment der vermeintlichen Freiheit erscheint im Frühling 2026.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Literatur | 25. und 26. Juli 2026&amp;nbsp;|&amp;nbsp;Lesungen mit Moritz Weber, Angela Steidele und Kristof Magnusson, moderiert von Bettina Böttinger.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kommen Sie zum&amp;nbsp;Queerlesen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/literatur/queerlesen?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=10&amp;quot;&gt;Abo kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=51&amp;quot;&gt;Hier geht es zu den einzelnen Veranstaltungen von Queerlesen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im November 2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/bewegungsfluesse-fuer-alle-sinne-539</link>
			<title>Bewegungsflüsse für alle Sinne</title>
			<description>&lt;p&gt;Beim Wort Barockmusik denken Sie vielleicht an rauschhafte Klanglandschaften, überraschende Hell-Dunkel-Kontraste oder einen kontinuierlichen rhythmischen Bewegungsfluss, der ähnlich dem Blutstrom in den menschlichen Organen, den Orchesterkörper und die Sinne belebt. Oder denken Sie an prominente Namen wie Bach, Händel, Vivaldi, Sammartini, Telemann? Oder an «Aernen Barock» – ein Synonym für höchste barocke Musizierkunst. Ernens dynamisches Barockensemble hat im Sommer 2026 all die genannten Barockmeister im Angebot&amp;nbsp;sowie Werke von barocken Zeitgenossen, deren Namen weniger geläufig sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Viel zu entdecken&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ada Pesch (Violine) und Deirdre Dowling (Viola), die künstlerischen Leiterinnen der Barockwochen, haben einmal mehr weder Aufwand noch Mühe gescheut, um selten gespielte, qualitativ hochstehende Stücke aufzuspüren und in die Programme einzuflechten. Nicht nur das Publikum dürfte sich über die Entdeckungen freuen, sondern auch die Ensemblemitglieder von Aernen Barock, die in Bläser- und Streichersoli prominent zum Zuge kommen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vom Niederländer Pieter Hellendaal, der als 16-Jähriger auf eine abenteuerliche Studienreise nach Italien aufbrach (und erst nach sechs Jahren zurückkehrte), erklingt ein Werk mit virtuosem Solo-Cello. Auch der Komponist Johan Helmich Roman wurde einst vom Reisefieber gepackt. Den Schweden zog es nach England, wo er Händel begegnete. Dass Roman 23 Sinfonien hinterlassen hat und ausserdem ein Werk mit 45 Sätzen, das 1728 zur Krönungsfeier des russischen Zaren aufgeführt wurde, spricht für seine kreative Schaffenskraft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und wer kennt nicht Bachs Goldbergvariationen! Dass der mit 29 Jahren verstorbene Johann Gottlieb Goldberg, nach dem das pianistische Meisterwerk benannt ist, selber auch komponierte, ist dagegen weitgehend unbekannt. In Ernen wird man nicht nur diese Wissenslücke lustvoll schliessen können, sondern sich auch von faszinierenden Werken aus der Feder von Giuseppe Brescianello, Evaristo Felice Dall’Abaco oder Christoph Schaffrath betören lassen: die virtuosen Bläsersoli, die Josep Domènech, Xenia Löffler (Oboen) und Javier Zafra (Fagott) beisteuern, haben Suchtpotenzial.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Goldene Stimme: Beth Taylor&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch die Aufführung von Vivaldis «Stabat Mater» mit der schottischen Mezzosopranistin Beth Taylor (*1993) dürfte direkt zu Herzen gehen. Der emotionale Ausdruck, die klangmalerische Dramatik und die Tiefgründigkeit dieser ikonischen Komposition erinnern zuweilen an Opernarien. Das Stück ist aber auch ein hervorragendes Beispiel dafür, dass der für sein stürmisches Temperament bekannte «Prete rosso» auch eine nachdenkliche Seite hatte. Taylor, die als preisgekrönte Sängerin die Opernbühne ebenso kennt&amp;nbsp;wie den Konzertsaal, gilt als Barockexpertin par excellence. Neben Vivaldi wird die Sängerin mit dem samtigen Klanggold in der Stimme auch Solokantaten von Johann Sebastian Bach mit nach Ernen bringen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tiefer Bass: Nahuel Di Pierro&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Etwa siebzehn Flugstunden entfernt von Beth Taylors Geburtsstadt Glasgow ist im Jahr 1984 Nahuel Di Pierro geboren worden. Sein Weg führte ihn von seiner Heimatstadt Buenos Aires später nach Paris. Der Bass, dessen beeindruckendes Repertoire von der Barockmusik bis zum romantischen Belcanto reicht, tritt wie Beth Taylor erstmals im Musikdorf auf. Im musikalischen Gepäck hat er unter anderem Arien von Händel, Vivaldi sowie eine Kantate von Bach.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie wollen den gesamten Barock-Flow erleben?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/barock?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=9&amp;quot;&gt;Abo kaufen (verschiedene Abo-Varianten möglich)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=47&amp;quot;&gt;Programme entdecken und Einzeltickets kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch nicht ganz sicher?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/playlist?list=PLJ8L9lXSkoHPagMTOuM_Cy4a_BHM1uiAn&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Konzertvideos von Aernen Barock&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://open.spotify.com/playlist/2iCqZfNyQQ6xnXE2lsu8Ia?si=e5cb434310af4ee0&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;In die Musik reinhören: Playlist ‘Barock 2026’ auf Spotify&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im Dezember 2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/keith-jarretts-koeln-concert--540</link>
			<title>Keith Jarretts «Köln Concert» </title>
			<description>&lt;p&gt;Vielleicht wird sich die japanische Pianistin Maki Namekawa etwas tiefer über die Tasten beugen als üblich, so wie einst Keith Jarrett, als er seine später weltberühmt gewordene Tonfolge G-D-C-G-A in die Welt schickte. Erinnern Sie sich? Mit diesem einfachen Motiv beginnt Jarretts «Köln Concert». Es handelt sich dabei um ein Solokonzert, eine ikonisch gewordene, gut einstündige Improvisation, die mit seinem unwiderstehlichen Groove, seinen nachdenklich-lyrischen und gospelartigen Teilen auch heute, ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung, in den Bann zieht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Winternacht im Jahr 1975&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Geschichte des Stücks ist legendär. Es war der 24. Januar 1975, nachmittags in der Kölner Oper. Der grosse Saal, den die erst 18-jährige Konzertveranstalterin Vera Brandes gebucht hatte, war ausverkauft. Doch sie war der Verzweiflung nahe. Sie erwartete Keith Jarrett, den aussergewöhnlichen US-amerikanischen Pianisten, der sowohl Jazz als auch Klassik beherrschte. Doch es war der falsche Flügel geliefert worden. Auf der Bühne stand ein altes Probeinstrument, kaum spielbar, verstimmt und mit klemmenden Tasten. Ein Fiasko!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Konzert schien zu scheitern, bevor es begonnen hatte. Der Klavierstimmer tat sein Bestes, um den Flügel zurechtzumachen. Kurz vor Mitternacht war der Flügel bereit. Der ausverkaufte Saal brodelte, und Keith Jarrett war trotz allen Unannehmlichkeiten bereit&amp;nbsp;zu spielen. Der Pianist sei plötzlich gar in euphorischer Spiellaune gewesen, erinnert sich Manfred Eicher. Der Geschäftsführer von ECM Records hatte den Pianisten auf dem Beifahrersitz seines Renaults 4 von der Schweiz nach Köln gefahren und entschied, die Mikrofone laufen zu lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das meistverkaufte Jazz-Album&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Abend wurde zur Sensation. Der Mitschnitt wurde als «The Köln Concert» zum meistverkauften Jazz- und Klavier-Soloalbum aller Zeiten. Das Cover mit dem schlichten Schwarz-Weiss-Foto, auf dem Jarrett tief über die Tasten gebeugt zu sehen ist, hat sich als ikonisches Foto im Gedächtnis eingebrannt. 2025 feierte der Pianist, der nach einem Schlaganfall keine Konzerte mehr gibt, seinen 80. Geburtstag. Sein «Köln Concert» ging um die Welt, auch als Soundtrack für Ballett und Film. In den 1990er-Jahren erschien eine von Jarrett autorisierte Transkription des Werks, seither kann das einst aus dem Stegreif entstandene Werk Note für Note nachgespielt werden. Bei Maki Namekawa, die mit Jarrett persönlich befreundet ist, und die in Ernen schon mehrfach zu hören war, ist Jarretts Musik in den besten Händen. Ihre Hommage an eine Sternstunde der neueren Musikgeschichte, sollte man nicht verpassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Neue und vertraute Gesichter&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht fehlen dürfen bei den sommerlichen Jazzkonzerten die Auftritte des Pianisten Charl du Plessis. Dieses Mal bringt er Levy Sekgapane nach Ernen mit. Der international gefragte, junge Belcanto-Tenor kommt wie du Plessis aus Südafrika und war unter anderem bei den Salzburger Festspielen und am Opernhaus Zürich an der Seite von Cecilia Bartoli zu erleben. Man darf gespannt sein, mit welchen Tricks ihn Charl du Plessis in die Welt des Jazz entführen wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Charl du Plessis gibt noch zwei weitere Konzerte: Sein Trio, das seit 20 Jahren im Musikdorf zu hören ist, präsentiert eine vielfältige Auswahl an Stücken aus der ganzen Musikgeschichte, immer mit einem überraschenden, jazzigen Twist. Und von du Plessis’ sensationellem Aufeinandertreffen mit dem Klarinettisten Matthew Hunt im Sommer 2025 gibt es auch 2026 eine Neuauflage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie wollen keines der Jazzkonzerte verpassen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/jazz?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=14&amp;quot;&gt;Abo kaufen Jazzkonzerte (11., 25., 26. Juli, 5. August)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/klavier/klavier?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=11&amp;quot;&gt;Abo kaufen Klavierwoche (11.–17. Juli)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=49&amp;quot;&gt;Programme entdecken und Einzeltickets kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im November 2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/gipfelsturm-in-sechs-etappen-536</link>
			<title>Gipfelsturm in sechs Etappen</title>
			<description>&lt;p&gt;Eine Violine, ein Cello und ein Klavier – mehr Ausrüstung brauchen Jonian Ilias Kadesha, Vashti Hunter und Nicholas Rimmer nicht, um zu musikalischen Höhenflügen aufzubrechen. Nach dem Auftritt in Ernen vor zwei Jahren, als das Trio Gaspard erfolgreich gegen Blitz und Donner&amp;nbsp;eines Sommergewitters&amp;nbsp;anspielte, kehrt es zurück, um bei Kammermusik kompakt einen Gipfelsturm in sechs Etappen zu präsentieren: Sechs Konzerte in drei Tagen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch wenn der neue Intendant Jonathan Inniger das Format um ein Konzert reduziert und so den Konzerten etwas mehr Luft gegeben hat, ist das ein streng getakteter Konzertmarathon. Kaum ist ein Konzert verklungen, wartet bereits das nächste. «Es ist kein Nachteil, sechs Konzerte in kurzer Zeit zu spielen, um in den richtigen Flow zu kommen», sagt Vashti Hunter, die Cellistin. Im Gegenteil: Es sei sogar «extrem hilfreich», weil kein Raum für Nervosität oder Selbstzweifel bleibe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Freiheit des Erzählens&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie würden stets versuchen, dem Publikum eine überzeugende Geschichte zu erzählen, sagt Hunter. «Wenn uns das gelingt, sind wir glücklich.» Vashti Hunter, die mit dem Geiger Jonian Ilias Kadesha ein Paar bildet, ist überzeugt, dass auch die gegenseitige Verbundenheit ein Faktor für den Erfolg des Trios ist. «Wir drei haben viel Vertrauen, Respekt und Verständnis füreinander aufgebaut, dass wir heute spielen können, ohne uns Gedanken darüber machen zu müssen, wie wir spielen. Wir geniessen es, uns gegenseitig herauszufordern und die Musik lebendig und spontan klingen zu lassen.» Dabei gelte es, stets neugierig zu bleiben und nie aufzuhören, neue Facetten in der Musik zu erforschen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Grosse Auswahl&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Repertoire des preisgekrönten Trios ist äusserst vielfältig. Das wird man auch in Ernen erleben. Neben den Klaviertrio-Klassikern wie Beethoven, Schubert, Robert und Clara Schumann, Dvořák und Fauré gibt es eine starke Pariser Fraktion: Camille Saint-Saëns, Claude Debussy, Joaquín Turina, Bohuslav Martinů, Lili Boulanger und Mel Bonis – die als Erner «Composer to Discover» mit ihrem Gesamtwerk für Klaviertrio vertreten ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht verpassen sollte man auch Arno Babadschanjan und Erich Wolfgang Korngold. Zudem Musik aus unserer unmittelbaren Gegenwart, von der Britin Sally Beamish und dem italienischen Cellisten und Komponisten Giovanni Sollima, dessen Werk &lt;em&gt;Hide in Trio&lt;/em&gt; in Ernen uraufgeführt wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Haydn der Gründervater&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Fast überrascht es, dass Haydn «nur» mit zwei Werken vertreten ist. Das Trio Gaspard hat sich in den letzten Jahren schwerpunktmässig mit Haydn auseinandergesetzt. «Wir haben uns vorgenommen, alle seine 46 Klaviertrios einzuspielen», sagt Hunter. «Haydn war innovativ», sagt Hunter. «Er wagte es, über den Tellerrand hinauszuschauen, und liebte es zu experimentieren.» Bei seinen ersten Trios sei das Klavier im Mittelpunkt gestanden. Bald aber habe Haydn der Violine und dem Cello individuelle Stimmen für den Dialog mit dem Klavier gegeben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Den Witz in der Musik teilen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Haydns Klaviertrios seien zwar ursprünglich für die Aufführung in Salons geschrieben worden, aber sie dürften keinesfalls als «Salonmusik» im abschätzigen Sinne des Wortes verstanden werden, sagt Vashti Hunter. «Für uns sind es Meisterwerke, die es verdienen, in den wichtigsten Konzertsälen gespielt zu werden.» Allerdings passe Haydn tatsächlich auch bestens in Hauskonzerte – oder nach Ernen: «Es ist ein tolles Gefühl, das Publikum&amp;nbsp;so nah wie möglich bei sich zu haben, um den Witz in der Musik mit ihm zu teilen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was hätte die Cellistin denn für eine Frage an Haydn, wenn sie ihm in Ernen plötzlich begegnen würde? Vashti Hunter lacht. «Ich würde ihn bitten, mit uns Kammermusik zu spielen. Das wäre die beste Möglichkeit, ihn noch besser kennenzulernen.»&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kammermusik kompakt | 3.–5. Juli 2026&amp;nbsp;| Sechs Konzerte in drei Tagen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bereit für den ultimativen Kammermusik-Flow mit dem Trio Gaspard?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-kompakt?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=4&amp;quot;&gt;Abo kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=39&amp;quot;&gt;Programme entdecken und einzelne Karten kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch nicht ganz sicher?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://open.spotify.com/playlist/3ndL3f3fu0uOfFmM8ZTans?si=f7cd939b01f64bd5&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;In die Musik reinhören: Playlist ‘Kammermusik kompakt 2026’ auf Spotify&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im November 2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/musik-war-immer-teil-meines-lebens-341</link>
			<title>«Musik war immer Teil meines Lebens»</title>
			<description>&lt;p&gt;In der Klavierwoche 2026 zeigen sich viele neue Gesichter. Nur Maki Namekawa (Jazzkonzert) und Schaghajegh Nosrati haben bereits mehrmals im Musikdorf gespielt. Daneben präsentiert der neue Intendant Jonathan Inniger vier höchst interessante junge Debütant*innen: Der in Berlin lebende Ungare Mihály Berecz, die in Genf lebende Japanerin Shio Okui, die Niederländerin Gile Bae&amp;nbsp;sowie Sir András Schiffs Meisterschülerin Tähe-Lee Liiv. Letztere haben wir zum Interview getroffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Tähe-Lee, erinnern Sie sich an Ihre erste musikalische Erfahrung?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich bin in Estland auf einer kleinen Halbinsel namens Viimsi aufgewachsen, die mit Tallinn verbunden ist. Mein Zuhause liegt nur fünf Minuten vom Meer und dem Wald entfernt, so dass die Natur schon immer eine ruhige Konstante in meinem Leben war. Aber aufgrund meines Musikstudiums bin ich oft umgezogen. Reisen und Veränderungen sind mir von klein auf vertraut. Meine Mutter und meine Grossmutter sind beide Pianistinnen. Ich erinnere mich, dass ich morgens aufwachte und meine Mutter Strawinski&amp;nbsp;oder Arvo Pärt übte. Musik war immer Teil meines Lebens.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wann wussten Sie, dass Sie Pianistin werden möchten?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als ich etwa zwölf Jahre alt war und begann, zu Meisterkursen ins Ausland zu reisen, da wurde mir klar, dass ich mich ganz dem Klavier widmen wollte. Ich sah andere in meinem Alter, die unglaublich komplexe Werke spielten. Das motivierte mich. Als ich nach Estland zurückkehrte, sagte ich meiner Lehrerin, dass ich Chopins dritte Ballade spielen wolle. Sie hielt mich dazu für&amp;nbsp;noch nicht bereit. Aber ich bewies ihr das Gegenteil. Ein paar Jahre später spielte ich Tschaikowskys Klavierkonzert, und von da an begann sich alles zu entwickeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Sie gelten als Pärt-Spezialistin, seit Sie mit 19 eine CD mit seinen Werken aufgenommen haben. Arvo Pärts Musik steht für Einfachheit, Spiritualität und innere Ruhe. Sind das typisch estnische Charaktereigenschaften?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das beschreibt die Esten recht gut. Der innere Frieden, den&amp;nbsp;Pärt durch seine Musik schafft, ist etwas, wonach wir uns alle sehnen. Meine Grossmutter studierte etwa zur gleichen Zeit wie Arvo Pärt und dessen Frau Nora am Konservatorium in Tallinn, und meine Mutter unterrichtete seine Enkel zehn Jahre lang. Ich hatte die Gelegenheit, für ihn zu spielen und seine Kommentare zu hören. Die Sorgfalt, die er jeder einzelnen Note in seinen späteren Kompositionen widmet, und die klare, fast mathematische Präzision seiner früheren Werke haben mich stark beeinflusst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;In Ernen werden Sie auch Etüden von Einojuhani Rautavaara sowie Werke von Mel Bonis, Mozart, Debussy und Grieg spielen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich liebe es, weniger bekanntes Repertoire zu erkunden. So wie Rautavaaras Etüden oder Griegs Ballade. Die nordische Klangwelt mit ihrer nachdenklichen Distanziertheit und stillen Kraft liegt mir sehr nahe. Für mein Konzert in Ernen habe ich Debussy mit Mel Bonis kombiniert, eine für mich wunderbare Entdeckung! Da ich wusste, dass sie Debussys Klassenkameradin war, erschien mir diese Kombination sehr natürlich. Und Mozart zu spielen ist für mich immer eine Freude.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Was gibt Ihnen die Meisterklasse bei Sir András Schiff?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Unterricht bei ihm ist ein Privileg. Sein Klang, sein Anschlag, seine Einsichten sind aussergewöhnlich. Er spricht mit grosser Weisheit und Fantasie über Musik, oft anhand von Analogien, die das Verständnis einer Phrase völlig verändern. Er erwartet stets, dass wir gut vorbereitet sind, damit wir uns ganz auf die Interpretation und das musikalische Denken konzentrieren können. Seine Anleitung ist anspruchsvoll und zutiefst inspirierend. Die Gruppenarbeit in den Meisterkursen – vier Stunden am Tag, in denen wir einander zuhören und voneinander lernen – ist eine besondere Erfahrung. Pianisten arbeiten normalerweise alleine, daher ist es unglaublich bereichernd, den Prozess und die Fortschritte der anderen mitzuerleben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Kennen Sie die Schweiz und das Musikdorf Ernen?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich war noch nie in Ernen, durfte aber mehrere Sommer in Gstaad verbringen, wo ich an Sir Schiffs Meisterkursen teilgenommen habe. Er spricht mit solcher Zuneigung von Ernen! Es muss ein ganz besonderer Ort sein.&lt;/p&gt;

&lt;h5&gt;Öffentlicher Meisterkurs Sir András Schiff&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;Nach dem idealen Kursverlauf im letzten Jahr schlug Sir András Schiff vor, auch 2026 wieder einen Meisterkurs in Ernen zu veranstalten. Seien Sie hautnah dabei, wenn er seine Studierenden in musikalischen Feinheiten schult. Lauschen Sie seinen Bemerkungen und Analysen und spitzen Sie die Ohren, um zu hören, wie die Pianist*innen seine Anregungen an den Tasten umsetzen. Der Meisterkurs ist öffentlich (voraussichtliche Kurszeiten 11–13 Uhr / 14.30–17.30 Uhr, Eintritt frei, das Rein- und Rausgehen ist nur in den Pausen möglich). Für Konzerte kehrt Sir András Schiff dann Ende August ins Musikdorf zurück.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Klavier |&amp;nbsp;11.–17. Juli 2026&amp;nbsp;| Persönlichkeit&amp;nbsp;an den Tasten&lt;br /&gt;
5 Klavierrezitals und ein Jazzkonzert&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
12.–17. Juli 2026&amp;nbsp;| Öffentlicher Meisterkurs&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie bleiben für die ganze&amp;nbsp;Klavierwoche?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/klavier/klavier?mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=11&amp;quot;&gt;Abo kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=45&amp;quot;&gt;Programme entdecken und Einzeltickets kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch nicht ganz sicher?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://open.spotify.com/playlist/2BF71PXX2ZOionf9FukHt1?si=e6daf166825f4e99&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;In die Musik reinhören: Playlist ‘Klavierwoche 2026’ auf Spotify&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im Dezember 2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/editorial-des-intendanten-im-flow-542</link>
			<title>Editorial des Intendanten | Im Flow</title>
			<description>&lt;p&gt;Liebes Publikum&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welch&amp;nbsp;wunderbare Freude, Ihnen als neuer Intendant meine erste Musikdorf-Saison vorstellen zu dürfen! Das Thema «Im Flow» steht sinnbildlich dafür, dass mir Kontinuität wichtig ist. So habe ich ja schon die vorherigen zwei Saisons als Co-Intendant mitgestaltet und viele der schönen Entwicklungen der letzten Jahre mitgetragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Inhaltlich folgen wir musikalischen Assoziationen des Fliessens und legen das Augenmerk auch auf das Musizieren selbst: Wenn die Hände auf den Tasten Unvorstellbares vollbringen und der Kopf scheinbar den Muskeln folgt, wenn Ensembles ihre Bewegungsenergie bündeln, wenn wir beim Zuhören ganz in die Musik eintauchen – dann sind wir im Flow. Dann identifizieren wir uns mit den in Musik gebannten Emotionen und Zuständen – wir &lt;em&gt;spielen &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;hören &lt;/em&gt;sie nicht, sondern wir &lt;em&gt;fühlen &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;erleben &lt;/em&gt;sie. Im Musikdorf Ernen wollen wir uns eine Saison lang auf diesen Kern unserer geliebten Tätigkeit konzentrieren – auf das intensive, bewegende und bereichernde Erlebnis Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dafür steht eine vielfältige und hochkarätige Auswahl an Konzerten und weiteren Veranstaltungen bereit: Im Zeichen der Kontinuität freue ich mich auf bekannte Gesichter, etwa das Trio Gaspard bei Kammermusik kompakt, Maki Namekawa und Schaghajegh Nosrati in der Klavierwoche und natürlich das Charl du Plessis Trio, Aernen Barock und die einzigartige Kammermusik-Familie des Kammermusikfestes im August. Gleich zweimal reist Sir András Schiff nach Ernen, für den Meisterkurs während der Klavierwoche wie für das viertägige Klavier kompakt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Natürlich stehen auch viele herausragende Debüts an. Erstmals ins Musikdorf kommen Beth Taylor, Levy Sekgapane und Nahuel Di Pierro, zudem einige der vielversprechendsten jungen Instrumentalist*innen. Und mit Mel Bonis (1858–1937) präsentieren wir über das ganze Festival verteilt zum ersten Mal eine Composer to Discover, analog zur Composer in Residence, die dieses Jahr Claire-Mélanie Sinnhuber heisst – beides wunderbare Komponistinnen, auf deren Werke Sie gespannt sein dürfen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seien auch Sie mit dabei – ich freue&amp;nbsp;mich darauf, Sie im Musikdorf Ernen willkommen zu heissen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Herzlichst,&lt;br /&gt;
Jonathan Inniger&lt;br /&gt;
Intendant&amp;nbsp;Musikdorf Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=34&amp;quot;&gt;Entdecken Sie das vielfältige Saisonprogramm!&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;&lt;strong&gt;Mehr zum Festivalthema 2026&lt;/strong&gt;&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Flow&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bitte nicht stören, da ist gerade jemand im Flow! Wie ein Kind beim Spielen kommen wir bei manchen Aktivitäten in einen Zustand, in dem wir alles rundherum vergessen. Wir gehen ganz auf in einer Tätigkeit – wir werden mit ihr identisch –, können uns dabei in den kleinsten Details verlieren und extreme Herausforderungen meistern. Wir erleben eine immense Leichtigkeit im Geist und führen Handlungen scheinbar widerstandslos aus. Wir sind im Flow.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch beim Musizieren oder Musikhören können wir in den Flow kommen. Wem es gelingt, erlebt höchste Glücksgefühle. Wir identifizieren uns mit den in Musik gebannten Emotionen und Zuständen – dann &lt;em&gt;spielen &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;hören &lt;/em&gt;wir sie nicht, sondern wir &lt;em&gt;fühlen &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;erleben &lt;/em&gt;sie. Wenn die Hände auf den Tasten Unvorstellbares vollbringen und der Kopf scheinbar den Muskeln folgt, wenn Musikgruppen ihre Bewegungsenergie bündeln, wenn wir beim Zuhören ganz in ein Werk eintauchen – dann sind wir im Flow.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach dem letztjährigen Festivalthema «Rituale» ist «Im Flow» ein konsequenter nächster Schritt, denn: Das Ritualisieren ermöglicht den Flow-Zustand. Rituale sind Handlungen unter strenger Kontrolle. Flow ist die freigeistige Kehrseite des Rituals und bedeutet, diese Kontrolle loszulassen. Im Musikdorf Ernen wollen wir uns eine Saison lang auf diesen Kern unserer geliebten Tätigkeit konzentrieren – auf das intensive, bewegende und bereichernde Erlebnis Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zudem entdecken wir in der 53. Konzertsaison Musik, die verbunden ist mit vielem, was fliesst: Natürlich Wasser, Luft, Energie und die Zeit, aber auch Geld, Gedanken oder Getränke.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/mel-bonis-1858–1937-544</link>
			<title>Mel Bonis (1858–1937)</title>
			<description>&lt;p&gt;Lange Zeit war es die gängige Meinung, Komponieren sei Männersache, und ernstzunehmende Komponistinnen habe es höchstens in Ausnahmefällen gegeben. Doch längst ist klar, dass die Musikgeschichte, wie sie gelehrt und in Konzertprogrammen gehört wird, wichtige Lücken aufweist: Spätestens ab dem 19. Jahrhundert gab es immer mehr Frauen, die sich nicht nur mit Fleiss und Talent, sondern mit der nötigen fundierten Ausbildung, der Kunst des Komponierens widmeten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine von ihnen hiess Mel Bonis. Ihre Werke tauchen in diesem Sommer immer wieder auf in den Konzertprogrammen, denn: Abseits von Quoten oder vereinzelten Anstrengungen will das Musikdorf gezielt und möglichst umfassend eine Komponistin aus der Vergangenheit in den Fokus rücken und zeigen: Es gibt sie schon länger, die Komponistinnen, die ein breites und hochwertiges Gesamtwerk hinterlassen haben, das es endlich auch im Konzertsaal zu entdecken gilt!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Turbulente Biografie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eigentlich hiess sie Mélanie Bonis. Nach der erzwungenen Heirat mit einem zweifach verwitweten Industriellen stieg sie in das gehobene Bürgertum auf, wo sie als Madame Albert Domange einen Grosshaushalt mit fünf Stiefsöhnen und drei eigenen Kindern führte. Ihre Biografie bietet Stoff für gleich mehrere Filme oder Opern – sie führte zeitweise ein regelrechtes Doppelleben. Mélanie Domange war Familienoberhaupt und Industriellengattin, die Gäste empfing, Angestellte instruierte und mit auf Reisen ging (bis nach Ägypten). Als Mel Bonis war sie Musikerin, komponierte Lieder, Kammermusik, Chor-, Orgel- und Klaviermusik, trat auf als Pianistin und Dirigentin, bemühte sich um die Publikation und Aufführung ihrer Werke und nahm – auch als Jurymitglied – an Wettbewerben teil.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und: Mit ihrer Jugendliebe, Amédée-Louis Hettich, arbeitete sie an einer Anthologie klassischer Arien. Den Sänger, Dichter, Musikkritiker und späteren Gesangspädagogen hatte sie als 20-Jährige am Konservatorium kennengelernt und komponierte auch Lieder auf Hettichs Gedichte. Doch nachdem er um ihre Hand angehalten hatte, beendeten Mélanies Eltern die Studienzeit ihrer Tochter abrupt. Bonis und Hettich verloren sich aus den Augen, doch als sie sich zehn Jahre später im Pariser Verlagshaus Leduc wieder trafen – beide nun verheiratet –, nahm nicht nur ihre musikalische Zusammenarbeit erneut Fahrt auf, sondern auch ihre Liebe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Musik als Spiegel der Zerrissenheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Regelmässig ging Mélanie Bonis zur Beichte und sprach über ihre ausserehelichen Gefühle – ein Ausdruck ihrer streng katholischen Moralvorstellungen, aufgrund derer sie sich den einen ‘Fehltritt’ nie verzeihen konnte: Sie wurde schwanger und gebar 1899 heimlich, nach einigen Monaten im Ausland, die uneheliche Tochter Madeleine und trennte sich sogleich von ihr. Ein Wendepunkt in ihrem Schaffen: Hatte sie sich bis dahin auf Lieder und der Mode entsprechende&amp;nbsp;leichtere Kammer- und Klaviermusik beschränkt, komponierte sie nun sinnliche, leidenschaftliche Musik, die ihrer emotionalen Zerrissenheit Ausdruck verlieh.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch damit ist die bewegende Lebensgeschichte noch nicht zu Ende: Nach dem Tod ihres Ehemannes 1918 konnte Mélanie mehr Zeit mit der unehelichen Tochter verbringen. Als sich aber Madeleine in ihren Halbbruder Edouard verliebte, war die Mutter gezwungen, ihnen die Wahrheit zu enthüllen. Mel Bonis – die ihr Geschlecht seit den ersten Publikationen aus der Studienzeit durch die Kurzform von Mélanie verschleierte – zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und schrieb vor allem geistliche Werke und Orgelmusik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Musikdorf werden von Mel Bonis prägnante Klavierstücke zu literarischen Frauenfiguren, impressionistische Charakterstücke und grosse, spätromantische Kammermusik in der Tradition ihres Mentors César Franck zu hören sein. Und zwar nicht in isolierten Spezialkonzerten, sondern in den grossen Kammermusik-Abenden und Klavierrezitalen. Genau dort, wo sie hingehören.&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Folgende Werke von Mel Bonis werden 2026&amp;nbsp;am Festival Musikdorf Ernen aufgeführt:&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-40988&amp;quot;&gt;Samstag, 20. Juni, 17 Uhr | Wendel Quartet&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Klavierquartett Nr. 2 D-Dur op. 124&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-40978&amp;quot;&gt;Samstag, 4. Juli, 14 Uhr | Trio Gaspard&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Suite orientale&lt;/em&gt; für Klaviertrio op. 48&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-40979&amp;quot;&gt;Samstag, 4. Juli, 20 Uhr | Trio Gaspard&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Soir – Matin&lt;/em&gt; für Klaviertrio op. 76&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-40980&amp;quot;&gt;Sonntag, 5. Juli, 11 Uhr | Trio Gaspard&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Soir &lt;/em&gt;für Klaviertrio op. 192&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-41056&amp;quot;&gt;Dienstag, 14. Juli, 20 Uhr | Klavierrezital Shio Okui&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Phœbé &lt;/em&gt;op. 30&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Salomé &lt;/em&gt;op. 100 Nr. 1&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-41062&amp;quot;&gt;Donnerstag, 16. Juli, 20 Uhr | Klavierrezital Tähe-Lee Liiv&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Mélisande &lt;/em&gt;op. 109&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Desdémona &lt;/em&gt;op. 101&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Ophélie &lt;/em&gt;op. 165 Nr. 1&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-41174&amp;quot;&gt;Samstag, 8. August, 18 Uhr |&amp;nbsp;Festkonzert «Zeitfluss»&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Suite dans le style ancien&lt;/em&gt; für Flöte, Violine, Viola und Klavier op. 127&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-41180&amp;quot;&gt;Mittwoch, 12. August, 20 Uhr | Festkonzert&amp;nbsp;«Träume»&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Klavierquartett Nr. 2 D-Dur op. 124&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-41212&amp;quot;&gt;Samstag, 5. September, 20 Uhr | Trio Clara&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Soir – Matin &lt;/em&gt;für Klaviertrio op. 76&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/saisonprogramm/date/event_id-41214&amp;quot;&gt;Samstag, 12. September, 17 Uhr | Achille Vocat, Violine und Martin Jollet, Klavier&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Suite für Violine und Klavier op. 114&lt;br /&gt;
Drei Stücke für Violine und Klavier op. 78, 84 und 83&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/die-realitaet-spielt-in-meiner-musik-mit-348</link>
			<title>«Die Realität spielt in meiner Musik mit»</title>
			<description>&lt;p&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber (*1973) ist eine atemberaubende Gesprächspartnerin. Beim gemeinsamen Nachdenken über Musik regt sie zu Überlegungen an, die über die Musik hinausgehen. Und es genügt eine Frage, ein Gedankenanstoss, um bei der vielseitig gebildeten Musikerin und Komponistin ein Feuerwerk an Assoziationen, Klängen, Erinnerungen, Bildern, Farben und literarischen Verweisen auszulösen – und neue spannende Fragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit mehr als einem Monat ist sie in Ernen, wo sie im Auftrag des Musikdorfs ein Stück erarbeitet. Sie fühle sich sehr wohl hier, sagt sie. Da sie auf ihre Umgebung, auf Raum, Licht oder Lärm sehr sensibel reagiere, spiele es eine Rolle, wo sie komponiere. Schon als Kind habe sie auf Töne, Klänge und Geräusche körperlich reagiert. In Ernen erlebe sie, wie sie sich öffne und alles aufsauge wie ein Schwamm. «Die Klanglandschaft ist neu, ungewohnt und daher sehr anregend für mich.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Concertino entsteht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie arbeitet im Musikdorf an einem Concertino für Klavier, Querflöte, Klarinette, Perkussion und fünf Streichinstrumente. Warum wird das Klavier im Zentrum stehen und nicht die Querflöte, jenes Instrument, das sie konzertreif beherrscht? Das Klavier fasziniere sie, und schon lange habe sie davon geträumt, für dieses Instrument ein Konzertstück zu schreiben. Dazu kam, dass sie im Sommer 2025 die Musikerinnen und Musiker des Kammermusikfestes in Ernen traf und den Pianisten Alasdair Beatson spielen hörte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Ich war überwältigt von seiner Kunst und wusste augenblicklich, dass ich ein Konzertstück schreiben würde mit ihm als Solisten!» An was für ein Stück denkt sie? «Musik lässt sich nicht in Worte fassen», sagt Sinnhuber. Um darüber sprechen zu können, müsste man Metaphern zu Hilfe nehmen. «Da ist Vorsicht geboten, umso mehr bei einem Werk, das noch in Arbeit ist.» Deshalb rede sie lieber von Transparenz, Klarheit, Tempo und Zeitdauer. Oder aber von den Glockenklängen, dem Geräusch der Kieselsteine oder den Tierstimmen. Das seien plastische Begriffe, die Klänge visualisierten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Tonalität von Ernen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Komponistin arbeitet mit «Etüden», musikalischen Gedankenzellen, die zwischen zehn Sekunden und maximal eine&amp;nbsp;Minute dauern. Manchmal steche eine heraus, die sie besonders interessant finde, die nehme sie dann wieder auf. Dann komme es vor, dass sie innehalte, sich zurücklehne und das Notierte überdenke. Das sei auch hier der Fall gewesen. «Erstaunt stellte ich fest, dass ich viele &lt;em&gt;Fis&lt;/em&gt;-Klänge komponiert habe. Warum? Das musste doch einen Grund haben!» Wie Schuppen sei es ihr von den Augen gefallen: Diese &lt;em&gt;Fis&lt;/em&gt;-Klänge stammten aus dem Geläut der Kirchenglocken. «Ist das nicht verrückt? Ich habe mich unbewusst der Tonalität von Ernen angepasst! Solche Zufälle bewegen mich zutiefst und lassen mich erschaudern.» Diese Gefühle seien für sie ein Zeichen. «Dann weiss ich, warum ich Komponistin bin! Ich musste etwas daraus machen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gleiches ist nie gleich&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor etwa fünfzehn Jahren ist Claire-Mélanie Sinnhuber für einen Schreibaufenthalt in die Villa Kujoyama in Kyoto gereist, um sich mit den Gemeinsamkeiten zwischen ihrer Musik und der traditionellen japanischen Musik auseinanderzusetzen. «Dass im japanischen Klangverständnis Geräusch und Ton zusammengehören hat mich fasziniert.» Und richtiggehend elektrisiert sei sie&amp;nbsp; gewesen von der Tatsache, dass es in der traditionellen japanischen Musik kein Unisono gibt. «Die Intervalle sind stets leicht verschoben, wenn die Musiker dasselbe spielen, da der Einzelne nie seine Individualität verliert.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Will heissen: Man spielt aus einer gemeinsamen Geste das Gleiche, aber mit persönlich gefärbten Abweichungen. Sie sei fast etwas erschrocken, so Sinnhuber, als sie festgestellt habe, dass das Fremdartige der japanischen Musik ihr total vertraut sei: Auch in ihrer ästhetischen Erfahrungswelt sind Geräusche und Töne keine Antipoden, sondern gleichwertige Teile eines harmonischen Ganzen. Das sei genauso wie im Gesang des Schwarzkehlchens, dem ersten Vogel, den sie in Ernen gehört hat: «In seinem Gesang vermischt er Töne und Geräusche.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Geheimnis der Polyrhythmen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gerne komponiert sie in Polyrhythmen, das heisst&amp;nbsp;in verschiedenen übereinandergelagerten Geschwindigkeiten. Sie erinnert sich an eine faszinierende Stelle in Prousts Roman «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit». Der Erzähler sitzt in einer Kutsche und sieht auf seiner Fahrt die zwei Glockentürme von Martinville vor dem Fenster verschwinden und wieder auftauchen. Es gehe da um ein optisches Phänomen, sagt Sinnhuber, aber es sei vergleichbar mit den Kirchenglocken. «Jede hat ihren eigenen Takt. Und so entsteht ein Polyrhythmus.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Tatsache, dass die Realität in ihre Etüden hereinplatzt, ohne dass sie sich dessen bewusst ist, gefällt ihr. «Es sind Fundstücke. Wunderbar in diesem Fall ist, dass die Glockentöne nicht temperiert sind. Das A entspricht nicht genau 440 Hz. So findet man in den untemperierten Klängen auch die Schafe und Ziegen, die zu Ernen gehören wie das Plätschern des Brunnens auf dem Dorfplatz. Geräusch und Klang sind Teile eines Ganzen. C’est magnifique!» Sinnhuber beabsichtigt, die gemässigte Klanglandschaft des Klaviers zu erweitern, indem sie einige Töne&amp;nbsp; des Klaviers mit Hilfe von Patafix, einer Art Klebepads, die sie auf bestimmte Saiten klebt, verändert. «So kann ich nach Belieben einen Glockenton erzeugen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Suche nach dem Titel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sinnhuber möchte mit ihren Kompositionen keine Geschichten erzählen. «Auch wenn meine Stücke literarische, botanische oder andere Titel tragen, ist meine Musik nicht illustrativ.» Sie präzisiert, indem sie auf «Correspondances» von Charles Baudelaire verweist. In seinem berühmten Gedichtband erzähle der Autor davon, wie sich uns die Welt durch geheimnisvolle Zeichen und Symbole offenbart. «Dem kann ich nur beipflichten!» Sie erzählt von einem besonderen Erlebnis in Paris.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf der Suche nach einem Stücktitel sei sie gedankenverloren durch den Jardin des Plantes spaziert, nachdem sie ihren Sohn in die Schule gebracht hatte. Plötzlich habe sie in der Handfläche etwas Luftig-Leichtes gespürt: die Samen einer Springkraut-Pflanze, die auch als Rühr-mich-nicht-an bekannt ist. «Ich kannte die Pflanze aus meiner Kindheit in den Vogesen. Oft gingen wir mit den Eltern spazieren und amüsierten uns, die Halme zu berühren und die Samen spicken zu lassen.» Im Französischen heisst die Pflanze «L’impatiente de Balfour». «Das war der Name, den ich gesucht hatte. Balfour! Nach dem Botaniker, der die Pflanze entdeckt hatte.»&amp;nbsp; Ihre Hand, die beim Gehen die Blumen gestreichelt hatte, pflückte die Erinnerung mit der Pflanze aus der Vergangenheit. «Meine nonchalante Hand entsprach meiner Kreation: alte Empfindungen aufleben zu lassen, um daraus ein Werk von heute zu machen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Komponieren, ein ewiges Kontinuum&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn sie in einen Kompositionsprozess eintauche, sei es für sie jedes Mal ein Mysterium und schier unglaublich, dass das Stück einmal ein Ende findet. Dabei wisse sie intuitiv, welchen Weg sie einschlage – «er führt durch den Nebel in die Klarheit, ins Licht.» Komponieren sei für sie ein ewiges Kontinuum. «Wenn ich eine Idee, einen Traum oder Wunsch in einem Stück noch nicht realisieren konnte, dann arbeite ich daran in einer neuen Komposition weiter.» Im Fluidum ihrer vielschichtigen Klang- und Geräuschwelten ist so alles mit allem verbunden. Auch mit dem Concertino dürfte das so bleiben: Es wird nach der Uraufführung ein Stück Ernen in die weite Welt hinaustragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusikfest/kammermusik-plus/date/event_id-41174&amp;quot;&gt;Hier können Sie eine Karte für die Uraufführung am 8. August kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/ueber-uns/composer-in-residence/claire-melanie-sinnhuber-525&amp;quot;&gt;Hier finden Sie alle Konzerte mit Musik von Claire-Mélanie Sinnhuber&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im November&amp;nbsp;2025, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/biografie-werkstatt-545</link>
			<title>Biografie-Werkstatt</title>
			<description>&lt;p&gt;«Auf den Flügeln der Worte unterwegs im Leben»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leben fasziniert mit seiner Fülle von Geschichten und Erfahrungen. Sie werden in vertraulichen Begegnungen erzählt, manchmal als Anekdoten herumgereicht, oder sie ruhen unentdeckt in unserem Gedächtnis und suchen nach Wegen, sich zu zeigen. Zum Beispiel im Schreiben von Texten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Biografikerin Lisbeth Herger lädt ein, Fragmente des Lebens mit Schreiben und Gestalten biografischer Texte einzufangen und sie beim Zuhören und im Gespräch neu zu entdecken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Kurs mit Lisbeth Herger dauert von Samstag, 11. bis und mit Freitag, 17. Juli (Abreisetag: Samstag, 18. Juli 2026). Am Samstag beginnt das Seminar um 18 Uhr mit dem Willkommens-Apéro&amp;nbsp;– ab Sonntag jeweils vormittags von 9 bis ca. 12.30 Uhr.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Morgens vor Kursbeginn können Einzelgespräche vereinbart werden. Die Nachmittage sind frei, aber es besteht die Möglichkeit, sich individuell oder in kleinen Gruppen weiter mit den eigenen biografischen Themen und Projekten&amp;nbsp;des Vormittags zu beschäftigen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein attraktives Rahmenprogramm mit viel Klaviermusik, geselligem Beisammensein und kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region rundet die Biografie-Werkstatt ab. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 12&amp;nbsp;Personen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/immer-wieder-anders,-immer-wieder-neu--175&amp;quot;&gt;Lesen Sie unseren Blog zum Seminar 2020&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Seminargebühren&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Die Kursgebühr beträgt 715&amp;nbsp;Schweizer Franken, darin sind die&amp;nbsp;Karten für die sechs Konzerte (Jazzkonzert + 5&amp;nbsp;Klavierrezitale) sowie für den öffentlichen Meisterkurs Klavier mit Sir András Schiff&amp;nbsp;inbegriffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Organisator behält sich vor, bei zu geringer Teilnehmerzahl den Kurs 12 Wochen vor Kursbeginn zu annullieren. Bereits geleistete Kursgebühren werden zurückerstattet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Kurs ist ausgebucht&amp;nbsp;–&amp;nbsp;Interessierte können sich auf die Warteliste eintragen lassen&amp;nbsp;(und Liste Interessierte für den Kurs&amp;nbsp;2027).&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=27&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Hier eintragen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Lisbeth Herger&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Die Kursleiterin Lisbeth Herger arbeitet seit fünfzehn Jahren als Biografikerin. Dabei begleitet sie Menschen im Einzelcoaching oder in biografischen Schreibgruppen auf ihrer Spurensuche. Zuvor war sie lange Jahre im Kulturjournalismus (Radio- und Printmedien) tätig. Man kennt sie aber auch als Moderatorin von Erzählcafés oder von früheren Lehrtätigkeiten an Fachhochulen und an der Paulus-Akademie in Zürich. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie in Zürich und Berlin, bildete sich später im Journalismus (MAZ) und am Fritz Perls Institut FPI in Poesie- und Bibliotherapie weiter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie ist Autorin mehrerer Biografien von Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen, u.&amp;nbsp;a. &lt;em&gt;«Moralisch defekt», Pauline Schwarz zwischen Psychiatrie und Gefängnis&lt;/em&gt;, Hier und Jetzt Verlag, Zürich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mehr Informationen über die Kursleiterin finden Sie &lt;a href=&amp;quot;https://www.lisbethherger.ch/&amp;quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Fri, 23 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/im-flow-in-die-zukunft-die-53-konzertsaison-2026-541</link>
			<title>Im Flow in die Zukunft | Die 53. Konzertsaison 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Jonathan Inniger ist voller Tatendrang, Ideen und Optimismus. Der 31-Jährige leitet neu die Geschicke des Festivals im Musikdorf. Seine Wohnung in Ernen hat der gebürtige Berner längst bezogen. «Ich bin angekommen», sagt er und strahlt mit der Sonne um die Wette. Er ist ein Glücksfall für das traditionsreiche Klassikfestival. Inniger ist sowohl ausgebildeter Musiker als auch Kulturmanager. Das sind beste Voraussetzungen für die Weiterführung des Festivals in eine erfolgreiche Zukunft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Strukturen im Musikdorf seien übersichtlich. Deshalb würden die Aufgaben nicht wie anderswo aufgeteilt. «Der künstlerische Leiter ist auch Geschäftsführer. Das bedeutet: Ich kümmere mich um alles.» Fast alles. Abgesehen davon, dass ihn der Vereinspräsident und Ex-Intendant Francesco Walter weiterhin tatkräftig unterstützt, stellt Inniger auch nicht die Werke für einzelnen Konzerte zusammen. Das überlässt er den geladenen Musikerinnen und Musikern. «Wenn sie spielen dürfen, was sie am liebsten spielen, dann stehen sie mit ihrem Herzblut hinter den Programmen.» Er gebe das Festivalthema vor und signalisiere grosse Offenheit für weniger bekanntes Repertoire oder spannende, unbekannte Komponistinnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vermitteln und sichtbar machen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie Mel Bonis (1858–1937), deren erstklassiges Werk selbst vielen eingefleischten Klassik-Fans noch unbekannt ist. Inniger wird mit ihr das neu geschaffene Programmgefäss «Composer to Discover» eröffnen. Danach sollen jährlich weitere herausragende Komponistinnen der Vergangenheit vorgestellt werden. Es gehe ihm dabei nicht um Quoten. «Mich interessiert die Qualität», sagt der Intendant. Das strukturelle historische Ungleichgewicht der Geschlechter in der Musik sei eine Tatsache.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Intendant habe er das Privileg, eine Konzertsaison über mehrere Monate gestalten zu dürfen. Deshalb sei es für ihn ein persönliches Anliegen, eine gute Balance zu finden. Zum Beispiel so: «Während Klavier kompakt steht mit András Schiff ein grosser arrivierter Künstler im Fokus von sechs Rezitals. In der Klavierwoche präsentieren wir dann schwerpunktmässig herausragende junge Pianistinnen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vielfältige Nachwuchsförderung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Inniger sieht Ernen als eine Nische. «Beim Wettbewerb unter den Klassikfestivals – grösser, höher, spektakulärer – machen wir nicht mit.» Es gebe genug Menschen, die Konzerterlebnisse schätzen, in denen allein die Musik zählt. Für die Musikerinnen und Musiker, die in Ernen auftreten, möchte er professionelle Rahmenbedingungen, faire Gagen und eine wertschätzende Kommunikation sicherstellen. Zudem sei ihm eine nachhaltige Förderung wichtig. «Wir begleiten junge Musikerinnen und Musiker auf ihrem Weg über eine längere Zeit. Gerne laden wir sie mehrmals ein, vielleicht sogar in verschiedenen Formaten. Das ist auch ein Mehrwert für das Publikum.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Er selber liebe über alle Epochen hinweg ganz unterschiedliche Musik. «Jede Musik, die mich berührt, fasziniert oder überrascht, kann eine Lieblingsmusik sein.» Er werde in Ernen Wert auf beides legen, auf traditionelle und gemischte Programme mit neuen Werken. «Nicht alle lieben das Gleiche. Aber den Vorgang, Musik für sich zu entdecken, kann ich unserem Publikum nicht abnehmen. Das ist ein individueller Prozess, der zuerst einmal viel Vertrauen voraussetzt.» Inniger will aber dafür sorgen, dass das Publikum seine Offenheit nicht bereut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Energien synchronisieren&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Thema seiner ersten Festivalausgabe lautet «Im Flow» und spiegelt sich in der Jahresfarbe, einem leuchtenden Grünblau, mit dem Wasser als erste Assoziation. Für Inniger bedeutet es aber mehr. «Der Aspekt des Fliessens ist für mich die Kontinuität. Ich möchte kommunizieren, dass es unter dem neuen Intendanten weitergeht in Ernen.» Natürlich könne «Im Flow» auch mit musikalischen Aspekten in Verbindung gebracht werden. «Wenn der Flow-Zustand beim Musizieren oder Musikhören eintritt, dann werden Energien synchronisiert. Es bedeutet höchste Konzentration und hundertprozentiges Eintauchen in eine Aktivität. Für mich sind Flow-Momente die Glücksmomente in der Musik.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=34&amp;quot;&gt;Entdecken Sie das vielfältige Saisonprogramm!&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was ist so besonders am Musikdorf Ernen? Wir haben einige Menschen gefragt...&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 07 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/magazin/die-inspiration-nutzen-375</link>
			<title>Die Inspiration nutzen</title>
			<description>&lt;p&gt;Wer meint, das Musikdorf stehe vom Herbst bis Ende Juni still, täuscht sich gewaltig. Schon seit einigen Jahren gib es Konzerte im Rahmen des Projekts &lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;«Composer in Residence»&lt;/a&gt; – auch im Oktober 2026 wieder mit der Oberwalliser Nachwuchs-Pianistin Vivien Heinzmann und Studierenden der HEMU Valais-Wallis (Sion).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In die zweite Runde geht das Projekt &lt;a href=&amp;quot;?id=109&amp;quot;&gt;«Ensembles in Residence»&lt;/a&gt;. Dabei dürfen junge Kammermusikensembles ausserhalb der Festivalzeit den Inspirationsort Ernen nutzen, um sich als Gruppe weiterzuentwickeln. Nicht nur die schönen Proberäumlichkeiten, die atemberaubende Naturkulisse und die heimelige Dorfatmosphäre schaffen ideale Bedingungen für die gemeinsame Arbeit, die jungen Musikerinnen und Musiker dürfen auch jemanden als Mentorin oder Mentor einladen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So stärkt das Musikdorf seine vielfältigen Nachwuchsförderung, die es im Geiste des Festivalgründers György Sebők betreibt und konsequent weiterdenkt. Eines der Ensembles in Residence ist das in Basel ansässige Wendel Quartet. Das Klavierquartett wurde nach seinem beeindruckenden Debüt bei den Newcomers 2025 für die Residenz eingeladen und tritt diese im Juni 2026 an. Dabei spielt es anlässlich der Generalversammlung des &lt;a href=&amp;quot;?id=56&amp;quot;&gt;Vereins Musikdorf Ernen&lt;/a&gt; am &lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/weiteres/extra-konzerte/extra%E2%80%93konzert/date/event_id-40988&amp;quot;&gt;20. Juni&lt;/a&gt; auch ein grosses Konzert in der Kirche Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weitere Ensembles in Residence geben Konzerte Ende März (Dora Piano Trio) sowie im September im erweiterten Rahmen der Reihe &lt;a href=&amp;quot;?id=43&amp;quot;&gt;Newcomers &lt;/a&gt;(Trio Clara, Helix Trio).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/weiteres/extra-konzerte&amp;quot;&gt;Alle Extra-Konzerte&amp;nbsp;entdecken&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
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