<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0">
	<channel>
		<title>Archiv Programmhefttexte | Musikdorf Ernen</title>
		<link>https://www.musikdorf.ch/?id=113</link>
		<description></description>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 18:27:31 +0200</pubDate>
		<category>Musikdorf Ernen</category>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/trio-basilea-newcomers-2026-555</link>
			<title>Trio Basilea | Newcomers 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Sonntag, 13. September 2026, um 14 Uhr, Tellenhaus Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Abschlusskonzert mit dem Trio Basilea&amp;nbsp;stehen zwei äusserst klassische Klaviertrios einem zeitgenössischen Werk gegenüber. Haydns Trio A-Dur entstand 1795 in London und ist merklich inspiriert von den englischen Hammerflügeln, die grösser und klangvoller waren als ihre Wiener Pendants. Als ob Haydn den Klang erst mal testen wollte, beginnt das Trio mit drei satten Akkorden, bevor sich das liedhafte Hauptthema anschliesst, kontrastiert von einer neckisch punktierten Überleitung, die dann in der Durchführung zur Geltung kommen wird. Das melancholisch wiegende Andante in a-Moll erinnert an Mozarts Rondo in der gleichen Tonart (KV 511, komponiert 1787, gehört im Rezital von Schaghajegh Nosrati am 15. Juli 2026), das Finale ist eine Polonaise à la hongroise.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mendelssohns Trio d-Moll (1839) ist das vielleicht klassischste aller romantischen Klaviertrios, mit dem mustergültigen Kopfsatz – dessen Anfang mit dem Zitat des Schubert-Lieds «Fahrt zum Hades» sofort eine semantisch aufgeladene, episch erhabene Stimmung kreiert – mit zwei kontrastierenden Themen; dem ausführlichen Lied ohne Worte im Andante; dem Elfenreigen-Scherzo und dem an Beethoven erinnernden Finale.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;Claire-Mélanie Sinnhubers&lt;/a&gt; &lt;em&gt;Renouée des oiseaux&lt;/em&gt; (der Vogelknöterich) «hat seinen Namen von Unkraut – wildem, frei wachsendem Gras –, das dort wächst, wo es nicht erwünscht ist, sehr zur Freude der Vögel, die sich an seinen Samen laben», so die Komponistin. In eng verschlungenen Kanons tauchen repetierte Motive – wie das unerwünschte Kraut? – ständig überall auf. Daraus entstehen oszillierende Klangflächen voll Farbe und Energie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joseph Haydn 1732–1809&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio A-Dur Hob. XV:18&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber *1973&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Renouée des oiseaux&lt;/em&gt; (2023)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Schweizer Erstaufführung&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Felix Mendelssohn Bartholdy 1809–1847&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Molto allegro agitato&lt;br /&gt;
Andante con moto tranquillo&lt;br /&gt;
Scherzo. Leggiero e vivace&lt;br /&gt;
Finale. Allegro assai appassionato&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio Basilea:&lt;br /&gt;
Laurentiu Stoian, Violine&lt;br /&gt;
Marina Martins, Violoncello&lt;br /&gt;
Zofia Grzelak, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/manoush-toth-newcomers-2026-556</link>
			<title>Manoush Toth | Newcomers 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Sonntag, 13. September 2026, um 11 Uhr, Tellenhaus Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Rezital von Manoush Toth verbindet drei Werke voller Esprit, Witz und Leichtigkeit. Francis Poulencs&lt;em&gt; Soirées de Nazelles&lt;/em&gt; entstanden ab 1930 an gemütlichen Abenden in der Touraine im Landhaus der als «Tante» bezeichneten Freundin Virginie Liénard (1845–1935), deren geistvoller Charakter in der Variation 8 zum Ausdruck kommt. Die Variationen sind musikalische Porträts, «irgendwo zwischen Improvisation und fertigem Werk» (Poulenc). Es sind keine Variationen im klassischen Sinne, sondern musikalische Charakterstücke im Geiste von Couperins &lt;em&gt;Folies françaises&lt;/em&gt; – Poulenc zog auch den Titel Carnaval de Nazelles in Betracht und rückt die Musik damit in die Nähe von Robert Schumanns &lt;em&gt;Carnaval &lt;/em&gt;op. 9 oder dem &lt;em&gt;Faschingsschwank &lt;/em&gt;aus Wien, der 1839 im Nachgang seines erfolglosen Wien-Aufenthalts entstanden ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schumann scheiterte in Wien auch an den reaktionären Zensurbestimmungen bezüglich der Herausgabe seiner Neuen Zeitschrift für Musik, so zeigt sich das Zitat der zu dieser Zeit in Wien wohl verbotenen Marseillaise – die gegen Ende des ersten Satzes im Fortissimo gedonnert wird – als Akt des künstlerischen Protests. Der &lt;em&gt;Faschingsschwank &lt;/em&gt;ist aber insgesamt ein heiteres Werk mit temperamentvollem Kopfsatz, sentimentaler Romanze, farbenfrohem Scherzino, drängend-leidenschaftlichem Intermezzo und feurigem Finale.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In ähnlich leichtem Charakter zeigt sich Beethovens 1798/99 entstandene Sonate G-Dur mit dem unbeschwert singenden Kopfsatz, dem Andante mit seinen Variationen über einen Marsch, in dem eher Spielfiguren als echte Soldaten verkörpert sind, sowie dem rhythmisch verspielten Scherzo-Finale.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Francis Poulenc 1899–1963&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Les soirées de Nazelles FP 84&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Préambule. Extrêmement animé et décidé&lt;br /&gt;
Var. 1. Le comble de la distinction. Vif et gai&lt;br /&gt;
Var. 2. Le coeur sur la main. Modéré&lt;br /&gt;
Var. 3. La désinvolture et la discrétion. Presto&lt;br /&gt;
Var. 4. La suite dans les idées. Très large et pompeux&lt;br /&gt;
Var. 5. Le charme enjôleur. Très allant&lt;br /&gt;
Var. 6. Le contentement de soi. Très vite et très sec&lt;br /&gt;
Var. 7. Le goût du malheur. Lent et mélancolique&lt;br /&gt;
Var. 8. L’alerte vieillesse. Très rapide et bien sec&lt;br /&gt;
Cadence. Très large et très librement&lt;br /&gt;
Final. Follement vite, mais très précis&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ludwig van Beethoven 1770–1827&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviersonate G-Dur op. 31 Nr. 1&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro vivace&lt;br /&gt;
Adagio grazioso&lt;br /&gt;
Rondo. Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumann 1810–1856&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Faschingsschwank aus Wien op. 26&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro. Sehr lebhaft&lt;br /&gt;
Romanze. Ziemlich langsam&lt;br /&gt;
Scherzino&lt;br /&gt;
Intermezzo. Mit grösster Energie&lt;br /&gt;
Finale. Höchst lebhaft&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Manoush Toth, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/a-delta-trio-newcomers-2026-557</link>
			<title>A-Delta Trio | Newcomers 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Samstag, 12. September 2026, um 20 Uhr, Mehrzweckhalle Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eingeleitet von dreistimmigen Inventionen Johann Sebastian Bachs – und kurz unterbrochen durch das 2025 vom A-Delta Trio uraufgeführte Werk &lt;em&gt;Funken &lt;/em&gt;der jungen Spanierin Guiomar Ortiz, die musikalisch den Moment einfängt, in dem sich ein Funke entzündet – zeigt das Programm die musikalische Vielfalt des frühen 20. Jahrhunderts:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Ungare Leó Weiner wurde (wie Bartók) von Hans Koessler in der deutschen Instrumentalmusik-Tradition ausgebildet, und seine ersten Werke waren höchst erfolgreich. Erst als die Musikgeschichte durch Strawinski, Bartók und Schönberg ihren Lauf nahm, geriet Weiner, der an der romantischen Tradition festhielt, ins Abseits – wobei er als Kammermusikdozent Generationen ungarischer Spitzenmusiker*innen prägte. Sein Trio ist geprägt von formaler Klarheit im feinsinnigen Kopfsatz, dem volkstümlich fröhlichen Vivace, dem gesanglichen Variationssatz (Andante) und dem energievollen Allegro con fuoco.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ähnliche musikalische Klarheit fand der in Polen geborene Wahl-Pariser Alexandre Tansman, dessen Holzbläser-Trio vier kurze, prägnante Sätze aneinanderreiht. Noch knapper sind die drei ursprünglich für Soloklavier komponierten Preludes von George Gershwin, sie bilden zum Schluss eine Hommage an den Jazz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Sebastian Bach 1685–1750&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Dreistimmige Inventionen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Saxophon-Trio vom A-Delta Trio&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leó Weiner 1885–1960&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Streichtrio g-Moll op. 6&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Saxophon-Trio vom A-Delta Trio&lt;br /&gt;
Allegro con brio – Vivace – Andantino – Allegro con fuoco&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kurze Pause&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Guiomar Ortiz *1999&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Funken &lt;/em&gt;für Saxophon-Trio (2025)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alexandre Tansman 1897–1986&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Suite für Oboe, Klarinette und Fagott (1949)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Saxophon-Trio vom A-Delta Trio&lt;br /&gt;
Dialogue – Scherzino – Aria – Finale&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;George Gershwin 1898–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Three Preludes für Klavier (1926)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Saxophon-Trio vom A-Delta Trio&lt;br /&gt;
Allegro ben ritmato e deciso – Andante con moto – Agitato&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;A-Delta Trio:&lt;br /&gt;
María del Carmen Chamizo Martín, Sopran-Saxophon&lt;br /&gt;
Álvaro Rodríguez Cabezas, Alt-Saxophon&lt;br /&gt;
Miguel Rodrigo Fernández de la Fuente, Bariton-Saxophon&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/achille-vocat,-martin-jollet-newcomers-2026-558</link>
			<title>Achille Vocat, Martin Jollet | Newcomers 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Sonntag, 13. September 2026, um 14 Uhr, Tellenhaus Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Duo-Programm gibt einen spannenden Einblick in das französische Repertoire für Violine und Klavier, angefangen mit der 1926 vollendeten Suite von &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt;. In dieser Zeit lebte Bonis zwar noch in Paris, verbrachte aber viel Zeit auf dem ländlichen Anwesen in Sarcelles, wo sich die Grossfamilie versammelte – hier entstand ein interessantes Foto: Die grauhaarige Bonis sitzt an einem Klavier, das auf einen Wagen montiert wurde, umgeben von etwa zehn Personen (vermutlich Kinder und Enkelkinder) mit verschiedenen Instrumenten und mit exotischen Accessoires – ein Ausdruck der Années folles, der auch im brillanten «Jour de fête» und im rustikalen «Cortège champêtre» zu hören ist. «Sous la ramée» («Unter dem Laubdach») hingegen zeichnet eine pastorale Idylle, die im Verlauf des Stücks in entrückte Klangwelten entschwebt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die drei Stücke opp. 78, 84 und 83 stammen aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg, einer Zeit, in der Mel Bonis ihre persönliche Musiksprache und immer tieferen Ausdruck fand. In strenger Selbstkritik schrieb sie über das Largo «mauvais!», obschon der Satz mit seiner wiegenden Bewegung in quasi-religiöser Stimmung eine wunderschöne Miniatur darstellt, genauso wie das Andante religioso, das Bonis für Violine mit Klavier oder Orgel schrieb – letzteres ein Instrument, das Bonis sehr liebte und oft spielte. Dass sie eine hervorragende Pianistin war, zeigen andererseits die perlenden Akkordwellen im Allegretto non troppo.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Violinsonate A-Dur (1877) war der erste grosse Erfolg Gabriel Faurés, und den verdankte er zwei aktiven Förderern – seinem Lehrer und Mentor Camille Saint-Saëns und dem befreundeten Industriellen Camille Clerc. Ersterer hatte in der neu gegründeten Société nationale de musique das kammermusikalische Schaffen junger französischer Komponisten wesentlich angeregt und Faurés Werk in höchsten Tönen angepriesen. Letzterer hatte seine Beziehungen zu Breitkopf &amp;amp; Härtel in Leipzig für die Veröffentlichung genutzt, somit kam Fauré schon früh zur «Ehre, im ruhmreichsten aller Kataloge verzeichnet zu sein». Und auch die Ausnahmegeigerin Marie Tayau hatte grosses Verdienst, ihr Spiel bei der Uraufführung bezeichnete Fauré als «perfekt». Die Musik hat schon alle Elemente, die auch Faurés spätere Werke so beliebt machen, vom leidenschaftlichen, aber fein ausbalancierten Kopfsatz über die traurig wiegende Barcarolle im Andante, das flinke Allegro vivo und das innerlich äusserst bewegte Finale mit vereinzelt heftigen Emotionsausbrüchen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wirklich brachial beginnt Francis Poulencs 1943 im besetzten Paris geschriebene Violinsonate, gewidmet dem spanischen Autor Federico García Lorca (1898–1936), der von den spanischen Faschisten ermordet worden war (und der wie Poulenc mit der gesellschaftlichen Ächtung seiner Homosexualität haderte). Dieses Stück in der Salle Gaveau aufzuführen, nur 800 m von der Propagandastaffel der Nationalsozialisten an der Avenue des Champs-Elysées, zeigt die politische Seite des Komponisten, dessen so disparates Gesamtwerk unmöglich in eine Schublade gesteckt werden kann – Darius Milhaud bezeichnete Poulenc als «Musiker ohne Etikette». Die Sonate zitiert in jedem Satz den Jazz-Standard «Tea For Two» (Vincent Youmans), auch das wohl ein Fingerzeig (oder eine verächtliche Grimasse) in Richtung der Besatzer. Der Kopfsatz reiht in abrupten Wechseln Furor, Melancholie, Gewaltausbrüche und Salonmusik aneinander, während das Intermezzo eine sanfte Elegie ist. Nach dem tragischen Flugzeugabsturz der bedeutenden Geigerin Ginette Neveu (1919–1949), mit der Poulenc die Uraufführung gespielt hatte, ersetzte er das ursprüngliche Finale durch das Presto tragico, dessen wildes Spiel nach zwei Dritteln abrupt abbricht, um einer tief empfundenen Klagemusik Platz zu machen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Suite für Violine und Klavier op. 114&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Jour de fête. Modéré&lt;br /&gt;
Sous la ramée. Poco lento&lt;br /&gt;
Cortège champêtre. Allegro non troppo&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gabriel Fauré 1845–1924&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate Nr. 1 A-Dur für Violine und Klavier op. 13&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro molto&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Scherzo. Allegro vivo&lt;br /&gt;
Finale. Allegro quasi presto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Drei Stücke für Violine und Klavier opp. 78, 84 und 83&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Andante religioso&lt;br /&gt;
Allegretto non troppo&lt;br /&gt;
Largo&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Francis Poulenc 1899–1963&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate für Violine und Klavier FP 119&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro con fuoco&lt;br /&gt;
Intermezzo&lt;br /&gt;
Presto tragico&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Achille Vocat, Violine&lt;br /&gt;
Martin Jollet, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/trio-e-t-a-newcomers-2026-559</link>
			<title>Trio E. T. A. | Newcomers 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Freitag, 11. September 2026, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man brauche kein Hintergrundwissen, um ihr Klaviertrio &lt;em&gt;Tous les mondes&lt;/em&gt; zu hören, sagt Isabel Mundry. Es habe natürlich eine gewisse Komplexität, denn sie schreibe aus der Liebe zur Musik. Die Liebe sei schliesslich auch etwas Komplexes und brauche Zeit, um verschiedene Facetten zu entdecken. Der Titel des Werks, das im Auftrag des Trios E. T. A. entstanden ist, sei in doppelter Hinsicht realisiert. Einerseits war es Mundrys Idee, einen dichten Kern zu Anfang des Werks zu präsentieren und dann verschiedene Elemente dieses Kerns im weiteren Verlauf sich entfalten zu lassen. Doch dieser Kern habe schnell selbst ein Innenleben erhalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das führte sie – in Anlehnung an den französischen Schriftsteller Francis Ponge (1899–1988), dessen detaillierte Beschreibungen von ganz alltäglichen Objekten (etwa Türklinken, Regenrinnen oder Kerzen) Mundry faszinieren – zur zweiten Bedeutung von &lt;em&gt;Tous les mondes&lt;/em&gt;. Die Objekte würden in Ponges Beschreibungen zu einer eigenen, ganzen Welt, was genauso für Mundrys facettenreich ausgebreiteten Klänge und Gesten gilt. Das ca. 10-minütige Werk fängt immer wieder auch den Moment der äussersten Spannung kurz vor neuen Klängen und Gesten ein, und erschafft ein feines Geflecht aus Bewegungen, fragilen Energien und Klangwelten, die zwischen den Instrumenten entstehen und vergehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weniger komplex, aber ebenso verspielt ist Joseph Haydns Klaviertrio C-Dur, das dieser 1795 in London für die herausragende Pianistin und Clementi-Schülerin Therese Bartolozzi, geb. Jansen (1770–1843) schrieb. Es vereint kecke Virtuosität mit Überraschungen sowie liedhaften und tänzerischen Momenten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schuberts Trio Es-Dur ist mit seinen über 45 Minuten ein beredter Beweis, dass Schubert in seinem letzten Lebensjahr noch so viel zu sagen hatte. Die Themen kehren immer wieder in neuem Licht zurück, und alle Sätze berühren Ausdrucksextreme, die das Trio zu einem Gipfelwerk der Gattung und bei jedem Hören zu einer emotionalen Zerreissprobe machen. Das schwedische Lied «Se solen sjunker» («Sieh’ die Sonne untergehen»), Hauptthema des 2. Satzes mit seiner Rückkehr im Finale, ist als Zeichen der inneren Einsamkeit nur einer der existenziellen Abgründe, die Schubert hier in Töne gefasst hat, oft durch harte Brüche getrennt neben heiter gelösten Episoden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Isabel Mundry *1962&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Tous les mondes&lt;/em&gt; für Klaviertrio (2025)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Schweizer Erstaufführung&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joseph Haydn 1732–1809&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio C-Dur Hob. XV:27&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Presto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur D 929&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
Andante con moto&lt;br /&gt;
Scherzando. Allegro moderato&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio E. T. A.:&lt;br /&gt;
Elene Meipariani, Violine&lt;br /&gt;
Nadia Reich, Violoncello&lt;br /&gt;
Till Hoffmann, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/helix-trio-newcomers-2026-560</link>
			<title>Helix Trio | Newcomers 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Donerstag, 10. September 2026, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumanns erstes Klaviertrio d-Moll entstand 1847. Es hätte ursprünglich ein Gegenstück zu den 1842 als erstes Werk für Klaviertrio entstandenen Phantasiestücken werden sollen, doch übersteigt es diese in Sachen Kohärenz und Ausdruckstiefe bei weitem. Der erste Satz ist noch von einer durchgehenden Unruhe geprägt, während das Finale sich zuversichtlich emporschwingt, so dass Clara Schumann darüber sagte: «Es klingt wie von einem, von dem noch viel zu erwarten steht, so jugendfrisch und kräftig, und doch in der Ausführung so meisterhaft.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ganz anders – und anders, als der Titel suggeriert – beinhaltet &lt;em&gt;Les roses heroïques&lt;/em&gt; von &lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber&lt;/a&gt; keine heroischen Klänge. Es sind träumerische Klänge, raffinierte Texturen und sanft (wie Mondlicht) leuchtende Harmonien. Den Titel entlehnt die Komponistin einem Werk Paul Klees – «wegen seines sanften Klangs, der Silbenwiederholung, der Assoziation mit einer Blume, aber vor allem wegen des darin enthaltenen Paradoxons». Das Stück entfalte sich aus «exquisiten Klängen (steinige Klänge des Klaviers, streichelnde Saiten)» und habe zum Ziel, «die Glut der Sanftheit hörbar zu machen».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu Sinnhubers transparenten Klängen passt Maurice Ravels Klaviertrio wunderbar. Abgesehen von der mystisch in sich gekehrten «Passacaille» habe sich darin «baskische Farbe» eingemischt, bemerkte Ravel, der das Werk 1914 an der französisch-baskischen Küste komponiert hatte. Vor allem im ersten Satz mit seinem schwebenden Rhythmus und im Finale, das im Fünfvierteltakt steht, liess er sich von baskischen Liedern und Tänzen inspirieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumann 1810–1856&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio d-Moll op. 63&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Mit Energie und Leidenschaft&lt;br /&gt;
Lebhaft, doch nicht zu rasch&lt;br /&gt;
Langsam, mit inniger Empfindung&lt;br /&gt;
Mit Feuer&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber *1973&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Les roses héroïques&lt;/em&gt; für Klaviertrio (2021)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Maurice Ravel 1875–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio a-Moll (1914)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Modéré&lt;br /&gt;
Pantoum. Assez vif&lt;br /&gt;
Passacaille. Très large&lt;br /&gt;
Final. Animé&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Helix Trio:&lt;br /&gt;
Jaume Angelès Fité, Violine&lt;br /&gt;
Iago Dominguez Eiras, Violoncello&lt;br /&gt;
Paula Belzunegui Moreno, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/clara-trio-newcomers-2026-561</link>
			<title>Clara Trio | Newcomers 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Samstag, 5. September 2026, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Reigen der Newcomers 2026 eröffnet das Clara Trio, dessen Programm einen Bogen über das lange 19.&amp;nbsp;Jahrhundert schlägt: In Beethovens Instrumentalmusik hörten die Romantiker einen idealen Ausdruck ihres Kunstideals, das oft eine historische und literarische Dimension hatte. So beschrieb der Beethoven-Schüler Carl Czerny den zweiten Satz des (in seinen Rahmensätzen zupackend heiteren) Klaviertrios D-Dur aus dem Jahr 1808 wie folgt: «Der Charakter des langsamen zweiten Satzes ist geisterhaft schauerlich, gleich einer Erscheinung aus der Unterwelt. Nicht unpassend könnte man sich dabei die erste Erscheinung des Geist’s im Hamlet denken.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ganz am Ende des romantischen Musikzeitalters steht die Musik der Französin &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt;. Ihr Diptychon &lt;em&gt;Soir – Matin&lt;/em&gt; entstand 1907 und schlägt die Brücke von den (an Bonis’ Mentor César Franck erinnernden) grossen romantischen Melodiebögen in «Soir» zur zauberhaft schillernden Morgenstimmung in «Matin», letzteres steht zumindest mit einem Bein schon im Impressionismus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ziemlich genau zwischen Beethoven und Bonis steht Bedřich Smetana. Dessen umfangreiches Werk wird oftmals auf die im Geiste der tschechischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts stehenden Stücke, insbesondere &lt;em&gt;Má vlast&lt;/em&gt; (Mein Vaterland), reduziert. Das Klaviertrio g-Moll (1855) ist dem Andenken an seine 4-jährig verstorbene Tochter Bedřiška gewidmet und geprägt von chromatisch absteigenden Linien. Das Werk beinhaltet als emotionalen Höhepunkt des dritten Satzes einen kurzen Trauermarsch, aus dem jedoch ein leidenschaftlich hoffnungsvolles Ende hervorbricht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ludwig van Beethoven 1770–1827&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio d-Moll op. 70 Nr. 1 («Geistertrio»)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro vivace e con brio&lt;br /&gt;
Largo assai ed espressivo&lt;br /&gt;
Presto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Soir – Matin &lt;/em&gt;op. 76&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bedřich Smetana 1824–1884&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio g-Moll op. 15&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Moderato assai&lt;br /&gt;
Allegro, ma non agitato&lt;br /&gt;
Presto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Clara Trio:&lt;br /&gt;
Sarah Jégou-Sageman, Violine&lt;br /&gt;
Anouchka Hack, Violoncello&lt;br /&gt;
Martina Consonni, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 10 Sep 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/sir-andras-schiff-klavier-kompakt-2026-562</link>
			<title>Sir András Schiff | Klavier kompakt 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Waren bei András Schiffs Klavier-kompakt-Wochenende 2024 gleich drei der sechs Rezitals Johann Sebastian Bach gewidmet, stehen in diesem Jahr dem Bach-Schwerpunkt mit den sechs Partiten auch zwei Abende mit Musik von Franz Schubert gegenüber sowie je ein Rezital mit Musik von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erneut beginnt das Wochenende im intimen Rahmen des Tellensaals auf einem historischen Instrument – einem Wiener Hammerflügel aus dem Jahr 1820. Im Kontext seiner Schubert-Aufnahmen schrieb András Schiff über das Instrument:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Der Flügel ist – meiner Meinung nach – eminent geeignet für Schubert. In seinem Timbre gibt es etwas typisch Wienerisches, eine sanfte, melancholische Gesanglichkeit. Schubert wurde in der Zeit des Biedermeier (und auch danach) oft sentimentalisiert, verharmlost. Man hat kaum geahnt, welch dunkle Kräfte, tiefe Klüfte in seiner Musik verborgen sind. Atemberaubend sind die dramatischen Steigerungen, die schmetternden Höhepunkte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es sind aber die leisen und leisesten Töne, mit denen Schubert – wie kein anderer Komponist – unsere Herzen berührt. &lt;em&gt;Piano &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;Pianissimo &lt;/em&gt;sind die häufigsten dynamischen Angaben in seinen Partituren, sogar das dreifache &lt;em&gt;Piano &lt;/em&gt;(ppp) ist keine Rarität. Auf dem Hammerflügel von Brodmann kann man diese enorme Differenziertheit der Dynamik fabelhaft realisieren. Das Piano ist seine Grundstimme, sein sprechender Ton. Für &lt;em&gt;Pianissimi &lt;/em&gt;verwendet man die Verschiebung (das una corda-Pedal, bei Wiener Instrumenten due corde), damit wird der Ton schlanker. Schliesslich gibt es noch die «Geheimwaffe», den Moderator, mit dem man die leisesten, die ppp-Passagen ideal verwirklichen kann. Überdies sind die Tasten des Instruments schmaler, die Mechanik funktioniert wesentlich leichter als bei modernen Flügeln. Schuberts gefürchtete Akkord-Repetitionen (wie im Finale der G-Dur-Sonate) sind auf dem Brodmann-Flügel leicht zu spielen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es kommt ausserdem sehr auf den Raum an, in dem das Fortepiano gespielt wird. Der Saal darf nicht zu gross sein: Akustik, Proportionen und Atmosphäre müssen ideal zusammenpassen.» – Die Erfahrung des Clavichord-Rezitals im Erner Tellensaal hat András Schiff wohl dazu angeregt, hier nun Musik von Franz Schubert auf dem Brodmann-Hammerflügel aufzuführen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da Schubert für seine grösseren Instrumentalwerke keine Abnehmer fand, wandte er sich 1827 wieder kleineren Formen zu, schrieb die &lt;em&gt;Winterreise&lt;/em&gt;, die &lt;em&gt;Moments musicaux &lt;/em&gt;D 780 und in der zweiten Jahreshälfte die insgesamt acht lyrischen Stücke, von denen die ersten vier (D 899) vom Verleger Tobias Haslinger als &lt;em&gt;Impromptus &lt;/em&gt;(op. 90, 1827) veröffentlicht wurden. Schubert übernahm für die zweiten vier Stücke (D 935) den Begriff «Impromptu» und bot diese dem Verleger Schott in Mainz an.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Während sich D 899 aufgrund der fortschreitenden Tonarten (c-Moll, Es-, Ges- und As-Dur) der Interpretation als versteckte Sonate entzieht, sah bereits Robert Schumann zumindest in den ersten beiden Sätzen des 1839 publizierten D 935 Teile einer Sonate, wobei beim vierten &lt;em&gt;Impromptu &lt;/em&gt;von D 935 nur die Rückkehrt zur Tonart des Anfangsstücks (f-Moll) dafür spreche, die «Flüchtigkeit der ganzen Anlage» jedoch dagegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Nachwelt konnte darüber streiten, wie sehr die zwei vierteiligen Zyklen als imaginierte Sonaten verstanden werden sollten – sicher ist, beide Zyklen beginnen mit gewichtigen Sätzen, die jedoch nicht in Sonatensatzform stehen, worauf ein Scherzo- bzw. Menuett-artiger Satz sowie ein langsamer Gesangssatz folgen. Letztere beginnen beide mit dem für Schubert typischen, daktylischen Wander-Rhythmus, D 899/3 ist ein Lied ohne Worte und D 935/3 ein Variationssatz über eine veränderte Form des Themas aus der Schauspielmusik zu &lt;em&gt;Rosamunde&lt;/em&gt;, das Schubert auch im langsamen Satz des Streichquartetts a-Moll D 804 verwendete. Die Schlussstücke sind in ihrer jeweils klaren A–B–A-Form keineswegs typisch für Sonaten-Finalsätze – die Zyklen werden mit poetischer, sanft perlender (D 899) und zupackend virtuoser – zuweilen den Klang des Cimbaloms imitierender – Musik (D 935) abgeschlossen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schubert unternahm die emotionale Gratwanderung zwischen mitreissender Vitalität und abgrundtiefer Melancholie nicht nur in den Gattungen für Klavier solo, sondern auch in der vierhändigen Klaviermusik. Die enormen klanglichen Möglichkeiten des mit vier Händen erzeugten Klavierklangs hatte er bereits als 13-Jähriger erprobt: Das erste im Deutsch-Verzeichnis aufgeführte Werk ist die Fantasie für Klavier vierhändig D 1 aus dem Jahr 1810. Und so schuf er auch für diese eigentlich der Hausmusik zugeordneten Besetzung eine Reihe von Meisterwerken. Die beiden grossen Moll-Kompositionen des letzten Lebensjahres – die dramatischen «Lebensstürme» in a-Moll und das kontrapunktische Wunderwerk der Fantasie f-Moll – sowie das Rondo in A-Dur und die Variationen in As-Dur.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie zwei Säulen tragen die zwei Rezitals mit den sechs Partiten von Johann Sebstian Bach die insgesamt fünf Auftritte Sir András Schiffs in der Kirche Ernen – passend zum gewissermassen religiösen Stellenwert, den Bachs Musik für Schiffs Musikverständnis hat. Zu Bachs Lebzeiten wurden nur ganz wenige seiner Werke gedruckt, die mit einer Ausnahme sämtlich der Klavier- und Orgelmusik angehören. Bach fasste sie in vier, zwischen 1731 und 1741 erschienenen «Klavierübungen» zusammen: sechs Partiten, das Duo der Ouvertüre h-Moll mit dem &lt;em&gt;Italienischen Konzert&lt;/em&gt;, die monumentale Orgelmesse und als krönenden Abschluss die &lt;em&gt;Goldberg-Variationen&lt;/em&gt;. Bemerkenswert an den zwischen 1825 und 1830 entstandenen Partiten ist, wie Bach Gemeinsamkeiten und Unterschiede gewichtet. Je drei von ihnen stehen in Dur (B-Dur, D-Dur und G-Dur) und Moll (c-Moll, a-Moll, e-Moll).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die einzelnen Satzfolgen sind immer unterschiedlich: So sind die Anfangssätze als Präludium, Sinfonia, Fantasia, Ouvertüre, Praeambulum und Toccata bezeichnet, denen die Kern-Sätze der vier Tänze Allemande, Courante (bzw. die schnellere italienische Corrente), Sarabande und Gigue folgen, erweitert durch unterschiedliche Stücke: Menuet in der Partita Nr. 1 B-Dur, Rondeaux und Capriccio in der Partita Nr. 2 c-Moll (wobei das Capriccio die sonst immer am Schluss stehende Gigue ersetzt); Burlesca, Scherzo (3), Aria, Menuet (4), Tempo di minuetto, Passepied (5), Air, Tempo di gavotta (6).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Aufführungsdauer einer Partita mit den von Sir András Schiff als obligatorisch verstandenen Wiederholungen liegt zwischen ca. 17 (Nr. 1, B-Dur und Nr. 3, a-Moll) und 30 Minuten (Nr. 4, D-Dur und Nr. 6, e-Moll). Jede Partita bleibt streng in der einmal gewählten Tonart. So muss der Kontrast auf andere Weise erzeugt werden, vor allem durch die verschiedenen Tanzcharaktere und die mit ihnen verbundenen Taktarten und rhythmischen Muster, aber auch über die Anzahl der Stimmen und den Wechsel zwischen (den überwiegenden) kontrapunktischen und einigen akkordischen Satzarten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In den Anforderungen an die Unabhängigkeit der Hände als Voraussetzung der Hörbarmachung der polyphonen Grundlage des Klaviersatzes wie in der unerschöpflichen Fantasie Bachs bei der Erfindung von Spielfiguren bilden die Partiten einen geschlossenen Kosmos, dem die Pianisten seit je mit ebenso grosser Liebe wie Ehrfurcht begegnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger / Wolfgang Rathert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/im-festrausch-kammermusikfest-2026-563</link>
			<title>Im Festrausch | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Orchesterkonzert 2 |&amp;nbsp;Freitag, 14. August 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Drei zumindest teilweise wienerische Werke, geschrieben von jungen Komponisten noch vor ihrem 20. Geburtstag, machen das finale Orchesterkonzert zu einem musikalischen Festrausch, in dem die Energie nur so überströmt. In dem Programm kommen viele Aspekte der davorliegenden zwei Wochen zusammen, angefangen mit der Violine als Soloinstrument (Orchesterkonzert 1), die nun von Franz Schubert in Szene gesetzt wird. In seinem Rondo A-Dur folgen einer eleganten Introduktion ein wienerisch kapriziöses Thema, ein einfacheres Tanzthema und ein rauschendes Orchestertutti, die zwischen virtuosen Solo-Passagen immer wieder auftauchen. Das Werk entstand im Sommer 1816 – gewissermassen Schuberts «Mozartjahr», in dem er Mozarts Kammermusik für sich entdeckte, vor allem das Streichquintett g-Moll, dessen Finale auch ein Rondo mit langsamer Einleitung ist. Am 13. Juni schrieb er in sein Tagebuch: &lt;em&gt;«Ein heller, lichter, schöner Tag wird dieser durch mein ganzes Leben bleiben. […] So bleiben uns diese schönen Abdrücke in der Seele, […] die wohltätig auf unser Dasein wirken. Sie zeigen uns in den Finsternissen dieses Lebens eine lichte, helle, schöne Ferne, worauf wir mit Zuversicht hoffen. O Mozart, unsterblicher Mozart, wie viele, o wie unendlich viele solche wohltätige Abdrücke eines lichteren, besseren Lebens hast du in unsere Seelen geprägt!»&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war die ungenügende Bezahlung (– Cash-Flow, ein Flow, der bisher kaum zur Sprache kam! –), die Wolfgang Amadeus Mozart 1781 dazu veranlasste, Salzburg zu verlassen und sich in Wien selbständig zu machen. Guten Mutes schrieb er an seinen Vater in Salzburg, sein Fach (das Klavierspiel) sei doch zu beliebt, als dass er hier seinen Lebensunterhalt damit nicht bestreiten könnte, denn Wien sei ja «das Klavierland». Ein Standbein sollte der Notenverkauf von Klavierkonzerten sein. Das 1784 vollendete Konzert Es-Dur ist das letzte dieser Reihe von Konzerten mit Bläserstimmen ad libitum, die ebenso vom Orchester wie &lt;em&gt;à quattro&lt;/em&gt; (mit Streichquartett) begleitet werden können. Der majestätisch einsetzende erste Satz besticht in seiner Ambiguität von Dur und Moll, während die exquisite Schönheit des zweiten Satzes in der für Mozart typischen Mischung aus subtiler Melancholie und himmlischer Gelöstheit liegt. Der kontrapunktische Finalsatz verweist auf Mozarts Studium der Werke Bachs und Händels beim Baron van Swieten in diesen Jahren, woraus auch die Streichtrio-Transkriptionen (Festkonzert 3) resultierten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit George Enescus Oktett steht erneut ein zum Streichorchester erweitertes Pariser Kammermusikwerk der Zeit um 1900 auf dem Programm – nach Ravels Streichquartett (Orchesterkonzert 1) ist es nun ein doppeltes Streichquartett, in dem Enescu die Lehren André Gedalges anwandte, dessen Kontrapunkt-Kurse Enescu gemeinsam mit Ravel besuchte. Zuvor hatte sich Enescu in Wien zum virtuosen Geiger ausgebildet, in unmittelbarer Nähe zu Mahler, Zemlinsky, Korngold und Schönberg, bevor er als 14-Jähriger nach Paris weiterzog. Enescu sagte von sich, er sei «von Natur aus ein Polyphonist, kein Advokat hübscher Akkordfolgen. Es graust mich vor allem, was stagniert.» Diesen Flow der musikalischen Linien verwirklicht Enescu in seinem Oktett – einem Werk, das im Grunde gänzlich aus der elegant elegischen Anfangsmelodie entwickelt ist und dessen vier Sätze übergeordnet als grosser Sonatensatz konstruiert sind: Nach der Exposition von drei Themenkomplexen (1. Satz) folgen ein explosives Fugato (Très fougueux) und eine Art Nocturne (Lentement) als Durchführung, bevor die Reprise als wilder Walzer (Mouvement de valse bien rythmé) alles bisher Gehörte in kühnster Kontrapunktik zusammenbringt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Introduktion und Rondo A-Dur für Violine und Streichorchester D 438&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Chiara Sannicandro, Violine&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Konzert Es-Dur für Klavier und Streichorchester KV 449&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro vivace&lt;br /&gt;
Andantino&lt;br /&gt;
Allegro ma non troppo&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Alasdair Beatson, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pause&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;George Enescu 1881–1955&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Oktett C-Dur für Streicher op. 7&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Bearbeitung für Streichorchester&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Très modéré&lt;br /&gt;
Très fougeux&lt;br /&gt;
Lentement&lt;br /&gt;
Mouvement de valse bien rythmée&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Festivalorchester&lt;br /&gt;
Konzertmeister: Daniel Bard&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/traeume-kammermusikfest-2026-564</link>
			<title>Träume | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Festkonzert 6 |&amp;nbsp;Mittwoch, 12. August 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Zeichen der Nacht und Träume vereint dieses Programm ein weites Spektrum an romantischen Werken – einzig die &lt;em&gt;Roses heroïques&lt;/em&gt; von &lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber&lt;/a&gt; stammen aus unserer Zeit. Doch deren Musik passt wunderbar ins Bild des ruhig dahingleitenden Traumes, mit raffinierten Texturen und sanft (wie Mondlicht) leuchtenden Harmonien. Den Titel entlehnt die Komponistin einem Werk Paul Klees – «wegen seines sanften Klangs, der Silbenwiederholung, der Assoziation mit einer Blume, aber vor allem wegen des darin enthaltenen Paradoxons». Das Stück entfalte sich aus «exquisiten Klängen (steinige Klänge des Klaviers, streichelnde Saiten)» und habe zum Ziel, «die Glut der Sanftheit hörbar zu machen».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Teil eines nicht veröffentlichten Streichquartetts komponierte Antonín Dvořák im Jahr 1870 unter dem Titel «Andante religioso» die Musik des &lt;em&gt;Notturno&lt;/em&gt;, das 1883 als Einzelsatz den Weg an die Öffentlichkeit fand. Es ist einer der schönsten Sätze Dvořáks, der nach einer langsamen Einleitung der tiefen Instrumente bis zur Mitte des Satzes über einem fis-Orgelpunkt schwebt, bevor die Musik leidenschaftlicher und bewegter wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die religiöse Stimmung prägt auch den Anfang von &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt;’ Klavierquartett, das die damals 69-Jährige als ihr musikalisches Testament bezeichnete. Das Werk wurde am 26. Februar 1927 im Konzertsaal des Pariser Conservatoire vom Quartett der Brüder Léon und Alfred Zighera uraufgeführt – gewidmet dem Komponisten Gabriel Pierné, den Bonis in der Orgelklasse César Francks kennenlernte und mit dem sie freundschaftlich verbunden war. Zu diesem Zeitpunkt verbrachte die chronisch depressive Komponistin den Tag im Liegen, schlief und ass kaum, leidend unter Schmerzen, die heute wohl als psychosomatisch bezeichnet würden. In unglaublichem Gegensatz steht ihre Musik, die voller Vitalität, Feuer und Sinnlichkeit ist. Der Kopfsatz beginnt als tief empfundener Choral, der auch im elegant singenden Poco più vivo präsent ist und im kontemplativ hymnischen Schluss zurückkehrt. Es folgen ein zart ansetzendes Allegretto voller Überraschungen, in dem sich Jazzwalzer und ländliche Impressionen kreuzen; dann der langsame Satz mit seinen immensen, träumerischen Melodielinien und subtilen Dialogen der Instrumente, der in sphärischer Ruhe endet – ganz im Sinne von Bonis Aussage, die Musik sei «der ewige Kampf der Sehnsucht um das Glück», das «Streben nach einer Sache, die uns gleichzeitig zulächelt und sich uns entzieht». Das Werk endet mit dem in aufgeregtem h-Moll einsetzenden Finale in strahlendem H-Dur.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert schrieb 1823 das Lied «Nacht und Träume», mit dem Text von Matthäus von Collin, einem Vetter von Schuberts engem Freund Joseph von Spaun: &lt;em&gt;Heil’ge Nacht, du sinkest nieder / nieder wallen auch die Träume / wie dein Mondlicht durch die Räume / durch der Menschen stille Brust. / Die belauschen sie mit Lust / rufen, wenn der Tag erwacht: / kehre wieder holde Nacht / holde Träume kehret wieder.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das zweite grosse Klavierquartett des Abends schrieb Camille Saint-Saëns 1875, wenige Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg, dessen Folge auch das neue musikalische Nationalbewusstsein Frankreichs war. Doch das Werk ist keine Kampfansage, vielmehr eine traumhafte Vision der Versöhnung, geprägt von Saint-Saëns’ Sympathie für Bach und Schumann. Es beginnt luftig leicht mit Arabesken, hymnischem Forte und schumanneskem Dialog der Streicher. Der zweite Satz ist eine Hommage an Bach mit mächtigen punktierten Akkorden, Choral und Fuge. Der dritte Satz ist eine Gespenstermusik à la Mendelssohn, an dessen Kammermusik auch das leidenschaftliche Finale erinnert, das in der grossen Schlussapotheose alle Themen aufgreift.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Antonín Dvořák 1841–1904&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Notturno &lt;/em&gt;H-Dur für Streichquintett&amp;nbsp;op. 40&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Daniel Bard, Violine&lt;br /&gt;
Maja Horvat, Violine&lt;br /&gt;
Lilli Maijala, Viola&lt;br /&gt;
Samuel Niederhauser, Violoncello&lt;br /&gt;
Jordi Carrasco Hjelm, Kontrabass&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber *1973&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Les roses héroïques &lt;/em&gt;für Klaviertrio&amp;nbsp;(2021)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Schweizer Erstaufführung&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Matteo Cimatti, Violine&lt;br /&gt;
Francesco Dillon, Violoncello&lt;br /&gt;
Joonas Ahonen, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klavierquartett Nr. 2 D-Dur op. 124&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Moderato – Più vivo&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;br /&gt;
Lent&lt;br /&gt;
Final. Allegro&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maria Włoszczowska, Violine&lt;br /&gt;
Alessandro D’Amico, Viola&lt;br /&gt;
Chiara Samatanga, Violoncello&lt;br /&gt;
Francesco Granata, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pause&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;«Nacht und Träume» D 827&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Version für Violoncello und Klavier&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Samuel Niederhauser, Violoncello&lt;br /&gt;
Alasdair Beatson, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Camille Saint-Saëns 1835–1921&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klavierquartett B-Dur op. 41&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;br /&gt;
Andante maestoso ma con moto&lt;br /&gt;
Poco allegro più tosto moderato&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Chiara Sannicandro, Violine&lt;br /&gt;
Alinka Rowe, Viola&lt;br /&gt;
Miquel Garcia Ramon, Violoncello&lt;br /&gt;
Alasdair Beatson, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/meditation-kammermusikfest-2026-565</link>
			<title>Meditation | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Extra-Konzert |&amp;nbsp;Dienstag, 11. August 2026, um 20 Uhr, Mehrzweckhalle Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieses Konzert kann als musikalisches Konzertprogramm über das Meditieren und den Flow-Zustand gehört werden oder als Meditations-Veranstaltung, an der wir durch die Musik das Bewusstsein befreien und einen Flow-Zustand erleben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alle Werke dieses symmetrisch aufgebauten Programms haben eine besondere Ruhe, begonnen und abgerundet mit dem weiten Ozean an a-Moll-Klängen in Arvo Pärts &lt;em&gt;Cantus in Memoriam Benjamin Britten&lt;/em&gt;, in dem die Stimmen in unterschiedlichen Tempi die Tonleiter hinabsteigen, wobei nach Erreichen eines neuen Tons stets wieder zum Ausgangston zurückgekehrt wird (&lt;em&gt;a, a–g, a–g–f, a–g–f–e&lt;/em&gt;, usw.). Daraus ergibt sich eine flirrend schöne Trauermusik für Britten, von dessen Tod Pärt im Dezember 1976 im Radio erfahren hat und dessen Musik er erst kurz zuvor für sich entdeckt hatte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die zweitäusserste Klammer bilden zwei Werke für Flöte solo von Tōru Takemitsu – dem ersten japanischen Komponisten, der im Westen Erfolg hatte – und Claude Debussy, dessen Werk &lt;em&gt;Syrinx &lt;/em&gt;die Initialzündung für die Gattung des Flötensolos im 20. Jahrhundert war. Mit Syrinx wird die Flöte zum Instrument der mythischen Natur, zur Trägerin von Debussys Ästhetik der «geheimnisvollen Korrespondenz zwischen Natur und Einbildungskraft» – eine Vorstellung, über die sich lange meditieren liesse! Aus den Rohren der zu Schilf gewordenen Nymphe setzt der in Syrinx verliebte Gott Pan seine Flöte zusammen und beginnt, ein Trauerlied zu blasen. Diesen Augenblick von Ovids Geschichte hat Debussy eingefangen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Titel von Takemitsus &lt;em&gt;Air &lt;/em&gt;bedeutet gleichzeitig «Melodie» und «Luft». Kern des Stücks ist ein zu Beginn vorgestelltes sechstöniges Motiv, das sich (genau wie Debussys &lt;em&gt;Syrinx&lt;/em&gt;) um den Zentralton a dreht und das in der Folge in verschiedenen Abwandlungen wiederkehrt. Das Fehlen einer echten Entwicklung reflektiert Takemitsus Akzeptanz seines kurz bevorstehenden Todes, er litt an Krebs. Die vielen bewusst gesetzten Pausen zwischen den Phrasen sind Ausdruck des japanischen Konzepts «Ma» (der leere Raum zwischen Objekten), im Zeichen dessen Takemitsu die Stille zwischen den gespielten Tönen als essenziellen Teil der Komposition zeigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit der Aufwertung der Stille sind wir schon bei John Cage, dessen Jahrhundertwerk &lt;em&gt;4’33’’&lt;/em&gt; den Kern des Programms mit absoluter Stille füllt. Cages bahnbrechende Ästhetik wirkte auf Takemitsu ebenso wie auf Morton Feldman und den dänischen Avantgardisten Per Nørgård, deren zwei Werke mit Perkussion die dritte Klammer des Programms bilden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Feldmans durchweg sehr leise zu spielende &lt;em&gt;Durations IV&lt;/em&gt; überlässt mit der Unbestimmtheit der Rhythmen einen der zentralen kompositorischen Parameter den Interpret*innen und erfordert daher deren höchste Sensibilität für einen gemeinsamen Flow. Nørgårds «The gentle, the penetrating» ist eines von vier Stücken, die jeweils von einem der 64 Hexagrammen des chinesischen Orakelbuchs &lt;em&gt;I Ching&lt;/em&gt; inspiriert sind. Es nutzt die vom amerikanischen Minimalisten Steve Reich geprägte Technik der Phasenverschiebung, um mit den gewählten Instrumenten – afrikanische Kalimba (Daumenklavier), Klangschalen und Schellen – eine gelöste Atmosphäre zu erschaffen, passend zum Konzept «Sun» (aus &lt;em&gt;I Ching&lt;/em&gt;), das im menschlichen Dasein verstanden wird als Urteilsvermögen, das alle finsteren Hintergedanken zerstört.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine ebenso verträumte Musik schrieb John Cage in seinem Klavierstück &lt;em&gt;Dreams&lt;/em&gt;, das wenige Jahre vor &lt;em&gt;4’33’’&lt;/em&gt; bereits eine ähnliche innere Ruhe zum Ziel hat wie das berühmte Stück der bewussten Abwesenheit absichtlich erzeugter Klänge, aus dem in unserem Konzert mit der im Moment entstehenden, freien Improvisation von Jordi Carrasco Hjelm ein spontaner musikalischer Bewusstseinsstrom aufsteigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Arvo Pärt *1935&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Cantus in Memoriam Benjamin&amp;nbsp;Britten&lt;/em&gt; für Streichorchester und&amp;nbsp;Glocke (1977)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Festivalorchester&lt;br /&gt;
Konzertmeister: Daniel Bard&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tōru Takemitsu 1930–1996&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Air &lt;/em&gt;für Querflöte solo (1995)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Morton Feldman 1926–1987&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Durations 4&lt;/em&gt; für Vibraphon, Violine&amp;nbsp;und Violoncello (1961)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maja Horvat, Violine&lt;br /&gt;
Miquel Garcia Ramon, Violoncello&lt;br /&gt;
Santiago Villar Martín, Vibraphon&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;John Cage 1912–1992&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Dream &lt;/em&gt;für Klavier (1948)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Viola solo und vier&amp;nbsp;Violen von Karen Phillips (*1942)&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Lilli Maijala, Viola solo&lt;br /&gt;
Daniel Bard, Alessandro D’Amico,&lt;br /&gt;
Maja Horvat, Alinka Rowe, Violen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;4’33’’&lt;/em&gt; für Kontrabass solo (1952)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Jordi Carrasco Hjelm, Kontrabass&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jordi Carrasco Hjelm *1993&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Improvisation für Kontrabass solo&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Per Nørgård 1932–2025&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;«The gentle, the penetrating (hexagram&amp;nbsp;no. 57)» für Perkussion solo&amp;nbsp;aus &lt;em&gt;I Ching (The Book of Changes)&amp;nbsp;&lt;/em&gt;(1982)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Santiago Villar Martín, Perkussion&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claude Debussy 1862–1918&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Syrinx &lt;/em&gt;für Querflöte solo L. 129&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Arvo Pärt&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Cantus in Memoriam Benjamin&amp;nbsp;Britten&lt;/em&gt; für Streichorchester und&amp;nbsp;Glocke (1977)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Festivalorchester&lt;br /&gt;
Konzertmeister: Daniel Bard&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/sanfte-taenze-kammermusikfest-2026-566</link>
			<title>Sanfte Tänze | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Festkonzert 5 |&amp;nbsp;Montag, 10. August 2026, um 20 Uhr, Rittersaal im Stockalperschloss Brig&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Programm für den Rittersaal ist nach dem gleichnamigen Werk für Violine und Violoncello von &lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber&lt;/a&gt; benannt. Die Komponistin geht darin von der barocken Tradition der Tanz-Suite aus sowie von der Sanftheit («douceur») und der Obsession der Doppelung («double»). Wie ein fächer, der sich nach und nach über einem Gesicht öffnet, entfaltet sich die Komposition im physischen Raum der Instrumente. Während der erste Tanz nur auf eine Saite fokussiert, kommen in den weiteren Tänzen je eine Saite zum Spiel hinzu. Es ist bewusst repetitive Musik, in der das metrische Gleichgewicht jederzeit aus dem Lot geraten kann – traumwandlerisch, poetisch, subtil und reich an klanglichen Einfällen – im vierten Satz etwa das Violoncello-Arpeggio hinter dem Steg, dessen je nach Instrument variable Tonhöhen von der Violine gedoppelt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Traumwandlerisch, poetisch und subtil ist auch die Musik von Georgi Catoire. Der 1861 in Moskau geborene Sohn einer aus dem französischen Lothringen stammenden, wohlhabenden Handelsfamilie zeigte zwar früh Talent und Begeisterung für Musik, studierte jedoch erst Mathematik, bevor er sich auf Anraten Tschaikowskis ganz der Musik zuwandte. Die Faszination für die Musik Richard Wagners ist in dem kleinen OEuvre Catoires (36 publizierte Werke) jederzeit hörbar, aber auch Einflüsse des französischen Impressionismus – eine weitere Parallele zu Sinnhuber. Das vielleicht Bemerkenswerteste sind die fliessenden Tonartenwechsel – sie machen Catoires Musik elastisch und zugleich zerbrechlich. Das Klavierquartett a-Moll entstand 1916 als letztes grossformatiges Kammermusikwerk. Besonders virtuos ist darin das komplexe rhythmische Zusammenspiel zwischen den Instrumenten. Hier ist alles fliessend. Im Kopfsatz führt die mystische Einleitung fast unmerklich von b-Moll nach a-Moll und in den Hauptteil, der treffend als «gemässigt schnell aber immer leicht aufgeregt» überschrieben ist – eine Musik von hoher emotionaler Spannung unter einem sanften, elegischen Schleier. Das Einleitungsthema wendet Catoire im träumerischen Andante nach Des-Dur, während das Finale einen äusserst sanften, subtil tänzerischen Charakter hat – Musik, die einen impressionistischen, französischen Duft atmet. Das Werk fusst in der spätromantischen Leidenschaftlichkeit und ist das meisterhafte Produkt eines sensiblen Individualisten im Fin de Siècle, mit Glanz und Noblesse, aber auch mit hoher Fragilität.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schuberts Streichquartett a-Moll teilt mit Catoires Klavierquartett die Tonart und die feine, elegische Grundstimmung. Der dritte Satz ist ein als Menuett bezeichneter, sanfter Tanz mit Walzer- und Ländler-Anklängen. Darin hat Schubert sein Goethe-Lied «Götter Griechenlands» zu einem ruhelosen, sehnsuchtsvollen Tanz umgedeutet. Das Lied mit seiner melancholisch gebrochenen Weltsicht («Schöne Welt, wo bist du?») kann verstanden werden als Motto des ganzen Quartetts, in dem die Gegensätze Moll/Dur und Lied/Kontrapunkt in allen Sätzen prägend sind. Bereits das sehnsuchtsvoll dahingleitende Hauptthema des Kopfsatzes macht den Weg von a-Moll nach A-Dur und zurück. Die Idylle des zweiten Satzes – entlehnt aus der Schauspielmusik zum Märchenspiel &lt;em&gt;Rosamunde, Königin von Zypern&lt;/em&gt; – wird von einer abrupt hereinbrechenden dramatischen Episode aufgerissen. Der in C-Dur beginnende dritte Satz führt über As-Dur plötzlich nach cis-Moll, um in a-Moll zu enden, während das Trio eine ländliche Idylle in A-Dur voller Nostalgie beschwört. Auch im tänzerischen Finale wird der Schein des Volkstümlichen in Frage gestellt von Generalpausen, schmerzlich empfundenen Sehnsuchtsmomenten und den für Schubert typischen, plötzlichen Tonartwechseln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Streichquartett a-Moll D 804&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro ma non troppo&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Menuetto. Allegretto – Trio&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maja Horvat, Violine&lt;br /&gt;
Matteo Cimatti, Violine&lt;br /&gt;
Alessandro D’Amico, Viola&lt;br /&gt;
Francesco Dillon, Violoncello&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber *1973&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Danses douces &lt;/em&gt;für Violine und Violoncello (2021)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Schweizer Erstaufführung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Joueur&lt;br /&gt;
Librement&lt;br /&gt;
Fluide&lt;br /&gt;
Mystérieux&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Chiara Sannicandro, Violine&lt;br /&gt;
Chiara Samatanga, Violoncello&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Georgi Catoire 1861–1926&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klavierquartett a-Moll op. 31&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Moderato – Allegro moderato ma sempre poco agitato&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Molto allegro&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maria Włoszczowska, Violine&lt;br /&gt;
Lilli Maijala, Viola&lt;br /&gt;
Samuel Niederhauser, Violoncello&lt;br /&gt;
Joonas Ahonen, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/kaskade-kammermusikfest-2026-567</link>
			<title>Kaskade | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Festkonzert 4 |&amp;nbsp;Sonntag, 9. August 2026, um 18 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kaskaden (ein- oder mehrstufige Wasserfälle) gibt es als Kulturbauten seit der Antike in Anlehnung an ihre natürlichen und manchmal wilden Originale, von denen Felix Mendelssohn Bartholdy auf seiner Reise durch Schottland im Sommer 1829 einige sah. Schottland war zu dieser Zeit aufgrund der (längst als Fälschung entlarvten) Gesänge von Ossian der Inbegriff des romantischen Ortes, den Mendelssohn unbedingt besuchen wollte. Seine Reise führte ihn auch auf die Hebriden, zu den Königsgräbern der Iona Abbey und natürlich auf die Insel Staffa zu einer zentralen Touristen-Attraktion: Die nach dem ossianischen Held benannte Höhle «Fingal’s Cave», eine mit Meerwasser gefüllte Grotte, 10 m breit, doppelt so hoch und 60 m tief, gesäumt von Basaltsäulen, die einer riesigen Pfeifenorgel ähneln. Der Komponist war vom mystischen Ort höchst beeindruckt, noch am selben Abend skizzierte er die wellenförmigen Anfangstakte seiner &lt;em&gt;Hebriden-Ouvertüre&lt;/em&gt;. Wenige Meilen südlich hätte er in der Strasse von Corryvreckan auch einen der weltweit grössten Wasserstrudel – und damit eine gigantische, kreisförmige Kaskade – besuchen können, doch waren die Überfahrten auf der rauen See schon wild genug, um den 20-Jährigen seekrank zu machen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die drei anderen Werke des Programms bieten mit ihrer unaufhaltsamen Energie regelrechte Tonkaskaden. Die heute 87-jährige Amerikanerin Joan Tower schrieb &lt;em&gt;Noon Dance&lt;/em&gt; (Mittags-Tanz) für das Bostoner Neue-Musik-Ensemble «Collage». Der Titel verweist auf die für dasselbe Ensemble geschriebenen &lt;em&gt;Breakfast Rhythms&lt;/em&gt; (1974), doch ist &lt;em&gt;Noon Dance&lt;/em&gt; nicht wirklich tänzerisch. Tower schreibt: «Der eigentliche Anstoss kommt von meiner Vorstellung, wie sehr das Spielen von Kammermusik dem Tanzen ähnelt: Wie die Musiker sich miteinander bewegen, manchmal folgen oder führen – insgesamt lernen sie die Choreografie des Stücks.» &lt;em&gt;Noon Dance &lt;/em&gt;erschafft faszinierende, strudel- und wellenförmige Klangflächen, unterteilt durch drei längere Solo-Passagen des Cellos, der Perkussion und des Klaviers.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Tremolo am Beginn von Franz Schuberts &lt;em&gt;Quartettsatz &lt;/em&gt;zieht uns ein starker Sog hinein in diesen dramatischen Anfangssatz eines unvollendeten Streichquartetts aus dem Jahr 1820, einem Scheitelpunkt in Schuberts Quartettschaffen. Das Werk zeigt Schuberts Versuch, sich durch kreative Auseinandersetzung mit Beethovens Werken in neue stilistische Sphären zu arbeiten. Schubert stellt zwei Klangideen unvermittelt nebeneinander: die kreisende Tremolo-Bewegung in Moll und das idyllische Liedthema in Dur. Zunächst scharfe Gegensätze, beginnen sie sich in der Durchführung allmählich zu verbinden. Die Reprise bringt sie in umgekehrter Reihenfolge, so dass am Ende der c-Moll-Strudel die Oberhand behält.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kaum ein Komponist schaffte den Ausgleich zwischen romantisch leidenschaftlichen Tonkaskaden und klassischer Form so gut wie Felix Mendelssohn Bartholdy. Seine Frühreife beruhte auf Talent sowie auf hervorragender Ausbildung und strenger Disziplin, so stand er als Kind jeden Morgen um 5 Uhr auf, um das immense Pensum an Fächern bewältigen zu können. Erst im Teenager-Alter kristallisierte sich die Berufung zum Musiker völlig heraus, und die drei Klavierquartette waren die ersten Werke, die von ihm und seinen Lehrern als zur Publikation geeignet angesehen wurden. Das dritte, vollendet kurz vor seinem 16. Geburtstag, beeindruckt mit dem (an Mendelssohns ausserordentlichen pianistischen Fähigkeiten orientierten) brillanten Klavierpart in den schnellen Sätzen – dem dramatischen Kopfsatz, dem elfenhaft flirrenden Scherzo und dem rauschenden Finale mit virtuosen pianistischen Klangeffekten –, nur unterbrochen vom sehnsüchtigen, liedhaften Andante.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Felix Mendelssohn Bartholdy 1809–1847&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Die Hebriden&lt;/em&gt; Ouvertüre für Orchester op. 26&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Klavier zu vier Händen von Felix Mendelssohn Bartholdy&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Francesco Granata, Klavier&lt;br /&gt;
Alasdair Beatson, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joan Tower *1938&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Noon Dance&lt;/em&gt; für Querflöte, Klarinette, Violine, Violoncello,&amp;nbsp;Perkussion und Klavier (1982)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;br /&gt;
Matthew Hunt, Klarinette&lt;br /&gt;
Maja Horvat, Violine&lt;br /&gt;
Francesco Dillon, Violoncello&lt;br /&gt;
Joonas Ahonen, Klavier&lt;br /&gt;
Santiago Villar Martín, Perkussion&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Quartettsatz &lt;/em&gt;c-Moll D 703&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maria Włoszczowska, Violine&lt;br /&gt;
Chiara Sannicandro, Violine&lt;br /&gt;
Alinka Rowe, Viola&lt;br /&gt;
Miquel Garcia Ramon, Violoncello&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pause&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Felix Mendelssohn Bartholdy&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klavierquartett h-Moll op. 3&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro molto – Andante – Allegro molto – Allegro vivace&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Daniel Bard, Violine&lt;br /&gt;
Alessandro D’Amico, Viola&lt;br /&gt;
Chiara Samatanga, Violoncello&lt;br /&gt;
Francesco Granata, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 09 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/zeitfluss-kammermusikfest-2026-568</link>
			<title>Zeitfluss | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Festkonzert 3 |&amp;nbsp;Samstag, 8. August 2026,&amp;nbsp;um 18 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach den zuvor porträtierten Elementen Luft und Wasser nehmen wir etwas in den Blick, das auch zu fliessen scheint: die Zeit. Ohne diese ist Musik undenkbar. Musik hat Rhythmus, Metrum, Tempo; Töne sind zeitlich geordnete Schwingung der Luft. Zeit ist die Bedingung für Musik, aber auch der Grund, weshalb sie nicht festgehalten werden kann: Kaum erklungen, schon vorbei. Doch spannt sich über die Jahrhunderte der Musikgeschichte ein dichtes Netz an Verbindungen. Wolfgang Amadeus Mozart ging im Frühjahr 1782 jeden Sonntag nach der Messe zum Baron van Swieten, um dort mit Gleichgesinnten die Fugenkünste Bachs und Händels zu studieren. Daraus entstanden die Fugenbearbeitungen KV 404a, von denen die Nr. 6 aus einem neu komponierten Adagio und der Streichtrio-Bearbeitung einer Orgelfuge Wilhelm Friedemann Bachs (F.31 Nr. 8) mit chromatisch absteigendem Thema besteht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht auf ein konkretes Werk, sondern auf stilistische Eigenheiten der Barockzeit bezieht sich &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt; in ihrer &lt;em&gt;Suite dans le style ancien&lt;/em&gt;. Sie entstand 1928 zeitgleich in einer Version für Bläserseptett und einer für unsere Quartettbesetzung, die dem Organisten und Komponisten Ermend Bonnal gewidmet ist, einem damals anerkannten Komponisten und Direktor des Konservatoriums in Bayonne im französischen Baskenland, mit dem Bonis freundschaftlich verbunden war – wie Bonnal komponierte Bonis in den 1920er-Jahren weitgehend unbeirrt von der musikalischen Avant-Garde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bonis war seit der Kindheit von der Orgel fasziniert und spielte das Instrument oft in ihren Sommer-Residenzen Sarcelles und Étretat, an ihrem letzten Wohnort in Sarcelles hatte sie sogar eine kleine Orgel im Salon. Ihre Liebe zu alten Gattungen teilten viele Zeitgenossen – etwa schrieben Vincent D’Indy, Edvard Grieg oder George Enescu auch Suiten im alten Stil. Bonis’ Prélude mit seiner improvisationsartigen Anfangsmelodie und impressionistischen Klängen sowie die lebhafte Fuguette entstanden bereits 1913/14 für Orgel, und auch der Choral – bestehend aus Thema und vier Variationen – existiert in einer Orgelversion, die 1933 in der Zeitschrift &lt;em&gt;La Musique Sacrée&lt;/em&gt; (Toulouse) veröffentlicht wurde. Das finale, verspielte Divertissement ist in der Septettversion nach einem provenzalischen Volkstanz, der «Farandole», benannt, die im 18. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde und auch in Georges Bizets Bühnenmusik &lt;em&gt;L’Arlésienne &lt;/em&gt;(1872) auftaucht – die Musik mit der bewusst einfachen Melodik und dem etwas bizarren Humor nimmt die Grundstimmung der 1920er-Jahre mit der in Paris vorherrschenden &lt;em&gt;Groupe des Six&lt;/em&gt; auf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In nochmals anderer Verbindung stehen Brahms’ Ballade op. 10 Nr. 4 (1854) und das &lt;em&gt;Nebenstück &lt;/em&gt;von Gérard Pesson, der schreibt: «Diese Ballade verfolgte mich jahrelang mit ihrer seltsamen Form, dem Fehlen hoher Töne, der Schönheit des eröffnenden Barcarolle-Satzes und dem zentralen Cantando, in dem die Melodie von einer schimmernden Textur übertönt und von einer Art Choral unterbrochen wird.» Pessons &lt;em&gt;Nebenstück &lt;/em&gt;ist das Resultat einer «Filtration» durch die Erinnerung – wie durch eine Wand erklingt darin die ganze Ballade, gedämpft, geräuschhaft, flüsternd und hauchend – mit mystisch zauberhaftem Effekt!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Schluss steht die Uraufführung von &lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;Claire-Mélanie Sinnhubers&lt;/a&gt; neuem Werk auf dem Programm – ein Werk, das die Komponistin als eine Art Concertino für Solo-Klavier und klanglich vielfältiges Ensemble aus Perkussion sowie Streich- und Blasinstrumenten beschreibt. Immer wieder bezieht sich die Komponistin in ihrem Schaffen auf barocke (und klassische) Formen und Stiltypen, die sie in ihre ganz eigene Klangsprache integriert – eine Klangsprache voller Transparenz, faszinierenden Lichtes und flirrender Klänge.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Adagio und Fuge f-Moll für Streichtrio KV 404a Nr. 6&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Fuge nach Wilhelm Friedemann Bach (1710–1784)&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maria Włoszczowska, Violine&lt;br /&gt;
Lilli Maijala, Viola&lt;br /&gt;
Francesco Dillon, Violoncello&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Suite dans le style ancien &lt;/em&gt;für Querflöte, Violine, Viola und Klavier op. 127&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Prélude – Fuguette – Choral – Divertissement&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;br /&gt;
Matteo Cimatti, Violine&lt;br /&gt;
Alinka Rowe, Viola&lt;br /&gt;
Francesco Granata, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johannes Brahms 1833–1897&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ballade H-Dur op. 10 Nr. 4&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Francesco Granata, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gérard Pesson *1958&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Nebenstück &lt;/em&gt;für Klarinette und Streichquartett (1998)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Matthew Hunt, Klarinette&lt;br /&gt;
Matteo Cimatti, Violine&lt;br /&gt;
Maja Horvat, Violine&lt;br /&gt;
Alessandro D’Amico, Viola&lt;br /&gt;
Samuel Niederhauser, Violoncello&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber *1973&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Neues Werk für Klavier solo, Querflöte, Klarinette, Perkussion&amp;nbsp;und Streichquintett (2026)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Uraufführung – Auftragswerk Festival Musikdorf Ernen&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Alasdair Beatson, Klavier&lt;br /&gt;
Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;br /&gt;
Matthew Hunt, Klarinette&lt;br /&gt;
Daniel Bard, Violine&lt;br /&gt;
Chiara Sannicandro, Violine&lt;br /&gt;
Lilli Maijala, Viola&lt;br /&gt;
Miquel Garcia Ramon, Violoncello&lt;br /&gt;
Jordi Carrasco Hjelm, Kontrabass&lt;br /&gt;
Santiago Villar Martín, Perkussion&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Fortsetzung um 20.45 Uhr auf dem Dorfplatz Ernen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Divertimento F-Dur für Streicher KV 138&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Andante – Presto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leó Weiner 1885–1960&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Divertimento Nr. 1 für Streicher op. 20&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Tempo di Csárdás – Róka-Tanc (Fuchstanz) – Marosszéker Rundtanz –&amp;nbsp;Verbunkos – Csürdöngölő (Bauerntanz)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/poeme-kammermusikfest-2026-569</link>
			<title>Poème | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Orchesterkonzert 1 | Freitag, 7. August 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viele Aspekte verbinden die vier Werke dieses Programms, nicht zuletzt der Bezug zum Genfersee: Während Ernest Bloch und Frank Martin beide aus Genf stammten, vollendete Ernest Chausson sein &lt;em&gt;Poème &lt;/em&gt;in Glion (Montreux) am östlichen Ende des Genfersees, während Maurice Ravels Vater aus Versoix am anderen Ende des Sees kam. Bloch, in Genf als Sohn jüdischer Eltern geboren, studierte unter anderem in Brüssel bei Eugène Ysaÿe, dem Widmungsträger von Chaussons &lt;em&gt;Poème&lt;/em&gt;. Bloch wurde hauptsächlich bekannt für seine jüdisch inspirierten Werke, doch schrieb er auch Musik im Geist des Neobarock, wie das Concertino mit seinem pastoral tänzerischen Allegro, dem archaisierend kontrapunktischen Andante und dem finalen Allegro, das als orchestrale Fuge beginnt, bis plötzlich eine ausgelassene Polka durchbricht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Frank Martins 1920 komponierte &lt;em&gt;Pavane couleur du temps &lt;/em&gt;verweist mit dem feierlichen Schreittanz Pavane auf seine Faszination für das 17. Jahrhundert – der Zeit der ersten Verschriftlichung des Märchens &lt;em&gt;Peau d’âne &lt;/em&gt;(Eselshaut). Darin will ein verwitweter König seine Tochter heiraten, weil sie die einzige Frau ist, die noch schöner sei als seine verstorbene Gattin. Die Prinzessin stellt als Bedingung die unmögliche Forderung nach einem Kleid «couleur du temps». Doch der König bringt ihr ein in schönstem Azur leuchtendes Kleid, woraufhin die Prinzessin in einer Eselshaut flieht und so der Heirat entgeht. Inspiriert davon schrieb Martin eine schwebende, delikate Musik in märchenhaftem Ton.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von Ivan Turgenews Kurzgeschichte &lt;em&gt;Das Lied der triumphierenden Liebe &lt;/em&gt;(1881) ist Ernest Chaussons &lt;em&gt;Poème &lt;/em&gt;inspiriert. Die Geschichte spielt im Italien des 16. Jahrhunderts und ist eine Mischung aus psychologischem Drama und Schauernovelle: Der Künstler Fabio erobert das Herz der schönen Valeria und heiratet sie. Verzweifelt verlässt sein Konkurrent, der Musiker Muzio, Ferrara. Einige Jahre später kehrt dieser mit einer Zaubergeige und einem malaiischen Diener zurück. Eines Nachts gibt der Diener heimlich einen rätselhaften Trunk in Valerias Becher, und Muzio spielt sein Liebeslied auf der Geige. Während der folgenden Nächte träumt Valeria, diese Musik zu hören, und wie in Trance sucht sie nach Muzio. Fabio folgt ihr und tötet Muzio. Dessen malaiischer Diener beginnt ein seltsames Wiederbelebungsritual, und am nächsten Morgen verlässt er mit dem (vielleicht noch lebenden, vielleicht leblosen) Körper Muzios die Stadt – es herrscht wieder Frieden in der Villa. Doch die Geschichte endet mit einer beunruhigenden Note: Als Valeria Monate später Orgel spielt, gleiten ihre Finger unbewusst in die Melodie des «Liedes der triumphierenden Liebe». In diesem Moment spürt sie eine Regung neuen Lebens in sich – was die dunkle Frage offenlässt, ob das Kind von Fabio oder durch Muzios okkulten Einfluss empfangen wurde. Weshalb Chausson im Verlauf des Kompositionsprozesses den literarischen Bezug eliminierte, ist unklar. Das &lt;em&gt;Poème &lt;/em&gt;erlangte durch die häufigen Aufführungen des Jahrhundertgeigers Eugène Ysaÿe grosse Beliebtheit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In eine ganz andere, geläuterte Welt führt Maurice Ravels 1904 uraufgeführtes Streichquartett. Die opulente, romantische Klangwelt Chaussons wird von jugendlich frischen Klängen abgelöst. Ravel ist in diesem impressionistischen Meisterwerk zurückhaltend mit subjektivem Ausdruck; leidenschaftliche Episoden treten umso wirkungsvoller hervor, als sie kurz und selten sind. Nur der letzte Satz ist fiebrig erregt. Der mit «sehr sanft» charakterisierte Kopfsatz ist von unbeschwerter Eleganz, ebenso der zweite Satz. Der langsame Satz gleitet ruhig dahin und zeigt, wie das ganze Werk, mehr Interesse an der Schönheit einzelner Klänge und melodischen Formen als an einem narrativen Konzept.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernest Bloch 1880–1959&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Concertino für Querflöte, Klarinette und Streichorchester (1950)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro comodo&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;br /&gt;
Matthew Hunt, Klarinette&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Frank Martin 1890–1974&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Pavane couleur du temps &lt;/em&gt;für Streichorchester (1920)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernest Chausson 1855–1899&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Poème &lt;/em&gt;für Violine und Streichorchester op. 25&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maria Włoszczowska, Violine&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pause&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Maurice Ravel 1875–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Petite symphonie à cordes&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Streichorchesterfassung des Streichquartetts F-Dur op. 35&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato. Très doux&lt;br /&gt;
Assez vif. Très rythmé&lt;br /&gt;
Très lent&lt;br /&gt;
Vif et agité&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Festivalorchester&lt;br /&gt;
Konzertmeister: Daniel Bard&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/vom-quell-zum-meer-kammermusikfest-2026-570</link>
			<title>Vom Quell&amp;apos; zum Meer | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Festkonzert 2 | Dienstag, 4. August 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nachdem das Fliessen der Luft im Zentrum des Eröffnungskonzerts gestanden hat, nehmen wir nun das paradigmatisch Flüssige in den Blick: das Wasser. Es ist wohl das Element mit den meisten und vielfältigsten musikalischen Ausdrucksformen. Wie jeder noch so mächtige Fluss beginnt unser Programm an einer filigranen Quelle, von der Franz Liszts Klavierstück «Au bord d’une source» inspiriert ist. Es war die Reise über den Furkapass – nahe an vier Quellen grosser Flüsse (Reuss, Rhein, Ticino, Rhone) –, die den damals 23-jährigen Klaviervirtuosen zu diesem Werk inspirierte und die Liszt am 28. Juni 1835 auch durch Ernen führte. Das Stück lässt in hohen Lagen des Klaviers das Plätschern des Wassers mit kräuselnden Bewegungen erscheinen und wurde gleich nach der Ankunft in Genf niedergeschrieben und als Teil von Liszts Album d’un voyager (1841), später auch im Zyklus Années de pélérinage I (1858), veröffentlicht. 1878 bearbeitete es der ungarische Violinist Edmund (Ödön) Singer, den Liszt als Hofkonzertmeister in Weimar kennenlernte, für drei Violinen – eine künstlerische Freundschaftsgeste, die Liszt verdankte mit den Worten: «Ihre reizende, geniale Illustration meiner kleinen Quelle erfreut mich auf’s neue. Die 3 Violinen fliessen, plätschern, sprudeln, singen – und klingen wie regenbogenfarbig.» Von der majestätischen Moldau liess sich Bedřich Smetana zu seinem berühmtesten Werk inspirieren. In diesem 1874 komponierten Orchesterstück, das gewissermassen zur inoffiziellen tschechischen Nationalhymne wurde, zeichnet er den Weg nach von den beiden leise rieselnden Quellen, die sich bald vereinen, durch von Jagdhörnern symbolisierte Wälder, vorbei an ländlichen Hochzeiten und Nymphenreigen im Mondschein, durch die (heute aufgrund eines Stausees nicht mehr existierenden) St.-Johann-Stromschnellen zum breiten Strom, der schliesslich in voller Kraft unter dem Festungsberg Vyšehrad durch Prag fliesst. Wir hören Smetanas eigene Bearbeitung für Klavier vierhändig, die dieser noch vor der Orchesterfassung publizierte. Als Charakterstück für Klavierquartett schrieb Camille Saint-Saëns 1897 seine Barcarolle im Geist der romantischen Schifferlied-Vorstellung, die zuvor schon Mendelssohn, Chopin und Fauré anregte. Ursprünglich mit Harmonium (statt Bratsche), schrieb Saint-Saëns 1908 die finale Version, weil doch das 1842 erfundene Harmonium schon wieder an Popularität eingebüsst hatte. Die Musik führt vom ruhig wiegenden Wasser mit verspieltem Kräuseln in wildere, leidenschaftlichere Gefilde, bevor sie uns wieder in den ruhigen Hafen zurückbringt. Von viel abstrakterem Wasser und von sich überlagernden rhythmischen Wellen ist Per Nørgårds letztes der vier Solowerke für Perkussion aus I Ching inspiriert. Wenn er auch einer der führenden dänischen Avantgarde-Komponisten des 20. Jahrhunderts war, so war es immer Nørgårds Anspruch, dass die Zuhörenden den musikalischen Verlauf hörend nachvollziehen können. Sein von den antiken chinesischen Orakelsymbolen Feuer und Wasser ausgehendes Stück besteht aus langsam an- und wieder abschwellenden Klangwellen als Symbole der ewigen Veränderung in der Welt. Nicht das Feuer, sondern der Wind im Dialog mit dem Wasser bildet den Abschluss der drei sinfonischen Meer-Skizzen von Claude Debussy. Hier bilden sich grosse Flutwellen, genau wie auf der von Debussy geliebten Grossen Welle vor Kanagawa von Katsushika Hokusai, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa populär wurde. Davor erkundet Debussy im Eröffnungssatz «Von der Morgendämmerung bis zum Mittag auf dem Meer» die subtilen Lichtveränderungen auf dem Wasser im Morgengrauen, gefolgt von der Schönheit der unberechenbaren Bewegung im «Wellenspiel».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Liszt 1811–1886&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;«Au bord d’une source»&amp;nbsp;aus &lt;em&gt;Années de pèlerinage – Première année: Suisse&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für drei Violinen von Edmund Singer (1831–1912)&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Chiara Sannicandro, Violine | Matteo Cimatti, Violine | Daniel Bard, Violine&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bedřich Smetana 1824–1884&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;«Vltava» («Die Moldau»)&amp;nbsp;aus &lt;em&gt;Má vlast (Mein Vaterland)&lt;/em&gt; JB 1:112&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Klavier zu vier Händen von Bedřich Smetana&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Joonas Ahonen, Klavier | Alasdair Beatson, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Camille Saint-Saëns 1835–1921&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Barcarolle für Violine, Viola, Violoncello und Klavier op. 108&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maria Włoszczowska, Violine | Alessandro D’Amico, Viola |&amp;nbsp;Miquel Garcia Ramon, Violoncello | Joonas Ahonen, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Per Nørgård 1932–2025&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;«Towards Completion: Fire over Water (hexagram no. 64)» für Perkussion solo&amp;nbsp;aus &lt;em&gt;I Ching (The Book of Changes)&lt;/em&gt; (1982)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Santiago Villar Martín, Perkussion&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claude Debussy 1862–1918&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;La Mer. Trois esquisses symphoniques pour orchestre&lt;/em&gt; L. 109&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Bearbeitung für Klaviertrio von Sally Beamish *1956&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
De l&amp;apos;aube à midi sur la mer&lt;br /&gt;
Jeux des vagues&lt;br /&gt;
Dialogue du vent et de la mer&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maja Horvat, Violine | Samuel Niederhauser, Violoncello |&amp;nbsp;Alasdair Beatson, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/luftstrom-kammermusikfest-2026-571</link>
			<title>Luftstrom | Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Festkonzert 1&amp;nbsp;| Sonntag, 2. August 2026, um 18 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klänge wandern durch den Raum, weil die Luft in Schwingung gebracht wird. Offensichtlich ist der Luftstrom als Grundlage der Musik bei Blasinstrumenten, die im Fokus dieses Programms stehen. Dabei ist Frankreich das Zentrum, obwohl die Querflöte und die Klarinette im 18. und 19. Jahrhundert massgeblich von deutschen Instrumentenbauern entwickelt worden sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wolfgang Amadeus Mozart war 21-jährig, als er mit seiner Mutter auf eine längere Reise ging, um an den Adelszentren von München, Mannheim und Paris eine Anstellung zu suchen. In Mannheim beauftragte ihn der Amateurflötist Ferdinand de Jean mit der Komposition von Flötenquartetten und -konzerten, von denen Mozart jedoch nur je ein Werk neu schrieb, vielleicht auch weil er seine erste grosse Liebe, Aloysia Weber, kennenlernte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Weihnachtstag 1777 vollendete er das Flötenquartett, das mit dem konzertanten und eleganten Kopfsatz, dem serenadenhaften Adagio und dem spielerischen Rondo-Finale zum Standardwerk der Gattung wurde. Am Silvestertag 1777 verstarb in München der bayerische Kurfürst, woraufhin der in Mannheim residierende Kurfürst die Reiche vereinte und nach München zog – schlagartig verlor Mannheim seine Rolle als Regierungssitz und bedeutendes europäisches Kulturzentrum, was auch Mozart veranlasste, weiterzureisen nach Paris.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Paris verbrachte Camille Saint-Saëns den grössten Teil seines Lebens, obwohl er auch viele ausführliche Reisen machte und mit fortschreitendem Alter seine Winter gerne im milderen Klima von Algier verbrachte. Hier begann er in seinem letzten Lebensjahr 1921 die Arbeit an mehreren Sonaten für Blasinstrumente mit Klavierbegleitung, von denen er je eine für Klarinette, Oboe und Fagott vollenden konnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der intim singende Anfang der Sonate – er erinnert an die späten Klarinettenwerke von Brahms – ist der Auftakt zu einem Spätwerk des 85-Jährigen, das mit dem gelösten Scherzo, dem feierlich traurigen Lento und dem virtuosen Finale an dem für Saint-Saëns typischen Klassizismus festhält und sich mit der abschliessenden Rückkehr der Anfangsmusik an die zyklische Idee der Sonaten von César Franck anlehnt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Letzteres gilt auch für die dreisätzige Flötensonate von Francis Poulenc, deren melancholisches Anfangsthema am Ende des rasanten Presto giocoso zurückkehrt und dem Werk eine Abgeschlossenheit verleiht. Die Sonate ist durchzogen von Poulencs typischer Mischung aus bittersüsser Eleganz, ironischem Witz und einem sentimentalen Grundgefühl, das besonders in den langen Melodiebögen des zweiten Satzes eine seiner schönsten Ausprägungen findet. Diese neoklassizistische Sonate entstand 1957 als Auftragswerk der Coolidge Foundation, die das langjährige Mäzenatentum in der Kammermusik der amerikanischen Pianistin Elizabeth Sprague Coolidge weiterführte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gleich wie Poulenc wurde Jean Françaix oft abwertend als gehobener Unterhaltungskomponist bezeichnet, was ihm überhaupt nichts ausmachte – er bekannte sich zeitlebens zu einer «musique pour faire plaisir». Das Trio für Klarinette, Bratsche und Klavier ist eine neoklassizistische Suite, bei der jeder Satz mit demjenigen Ton oder Akkord beginnt, mit dem der vorherige aufgehört hatte. Das Prélude ist intim und gesanglich, danach folgen ein burlesk virtuoses Allegrissimo, ein rhythmisch vertracktes Scherzo, ein mystisch singendes Largo und ein ausgelassen verspieltes Presto.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Quartett D-Dur für Querflöte, Violine, Viola und Violoncello KV 285&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Adagio – Rondeau. Allegro&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;br /&gt;
Daniel Bard, Violine&lt;br /&gt;
Alinka Rowe, Viola&lt;br /&gt;
Chiara Samatanga, Violoncello&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Camille Saint-Saëns 1835–1921&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate Es-Dur für Klarinette und Klavier op. 167&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegretto – Allegro animato – Lento – Molto allegro&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Matthew Hunt, Klarinette&lt;br /&gt;
Alasdair Beatson, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Francis Poulenc 1899–1963&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate für Querflöte und Klavier FP 164&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro malinconico – Cantilena. Assez lent – Presto giocoso&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Manuel Astudillo Quintero, Querflöte&lt;br /&gt;
Francesco Granata, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jean Françaix 1912–1997&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Trio für Klarinette, Viola und Klavier (1992)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Prélude – Allegrissimo – Scherzando – Largo – Presto&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Matthew Hunt, Klarinette&lt;br /&gt;
Lilli Maijala, Viola&lt;br /&gt;
Joonas Ahonen, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/vivaldis-stabat-mater-barock-2026-572</link>
			<title>Vivaldis «Stabat mater» | Barock 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Barockkonzert 5&amp;nbsp;| Donnerstag, 30. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Während Vivaldis Instrumentalmusik europaweit geschätzt wurde, wissen wir wenig über den Einfluss seiner Kirchenmusik auf die Zeitgenossen. Sicher wurde sie von vielen Besucher*innen der Lagunenstadt gehört. Die meisten von Vivaldis geistlichen Werken wurden für das Ospedale della Pietà komponiert. Das «Stabat mater» bildet hier eine Ausnahme, es wurde 1712 für die Chiesa Santa Maria della Pace in Brescia geschrieben, wo Vivaldi und sein Vater im Jahr davor als Gastmusiker das Orchester verstärkten. Ungewöhnlich ist, dass Vivaldi von den ursprünglich 20 Strophen des Gedichts nur die ersten 10 vertonte und die Strophen 1–4 dieselbe Musik enthalten wie die Strophen 5–8. Die Musik der Strophen 1 und 5 ist ein typisches Lamento mit auffälliger Kreuzmotivik. Die Strophen 2 und 6 sind als Arioso gestaltet und betonen durch ein langes Schlussmelisma das Schwert («gladius») bzw. den Schmerz («dolentem»). Die in jeweils einem Satz verbundenen Strophen 3–4 und 7–8 setzen die Trauer in den Mittelpunkt und klingen tröstlich, ja fast versöhnlich. «Eja mater» (9) bezaubert mit dem pulsierenden Herzschlag der Violinen über der fundamentlosen Begleitung der Bratsche, während «Fac ut ardet» (10) fast beschwörend an das Lodern einer Flamme erinnert und das finale «Amen» sich entsprechend des Inhalts des Gesamtwerks mit Virtuosität zurückhält.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bachs Kantate «Widerstehe doch der Sünde» stammt vermutlich aus der Weimarer Zeit und zeigt hauptsächlich in der Klangsinnlichkeit der ersten Arie italienische Einflüsse. Die überraschende Dissonanz, mit der das Stück anfängt, wird gerne als die Veranschaulichung der Sünde angesehen, wobei die interessantere Interpretation dieser spannungsvollen Musik lautet, dass zwischen den wunderschönen (und höchst modernen!) Reizen der Oberstimmen und dem langen Orgelpunkt im Bass die Widerständigkeit ausgedrückt wird, die der Mensch an den Tag legen soll. Im Rezitativ fallen neben dem äusserlichen «Gold» der Sünde, dem leeren «Schatten» und dem tiefdunklen «Grab», besonders das «Schwert» auf, das durch eine Bassfiguration ausgedrückt wird. Ebenso aussergewöhnlich wie die Anfangsmusik ist der strenge, bis zu vierstimmig fugierte Satz der zweiten Arie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Melchior Molters Sinfonia zeigt ebenso wie Johan Helmich Romans Triosonate den immensen italienischen Einfluss auf die Musik der Zeit. Beide Komponisten schrieben die Werke nach (oder auf) ausführlichen Reisen, bei denen sie die italienische Musik besser kennenlernten. Mit Molter, dessen zweijähriger Italienaufenthalt (1719–1721) vom Markgrafen Carl Wilhelm von Baden-Durlach finanziert wurde, schliesst sich der Kreis zum Barockkonzert 1, arbeitete Molter doch als Kapellmeister in Karlsruhe eng mit seinem Konzertmeister Sebastian Bodinus zusammen. Die Sinfonia ist fünfsätzig, mit einem fröhlichen Kopfsatz, einem zarten Andante, einer melancholisch wiegenden Siciliana, einem aufgeregten «Alla schiavaglia» (der musikalischen Referenz auf die fleissigen Dienstmädchen und Landarbeiter) und einer ausgelassenen Furlana, dem ursprünglich aus dem Friaul stammenden Volkstanz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Stockholmer Musiker Roman italianisierte die schwedische Hofmusik und gilt aufgrund seiner vielseitigen Aktivitäten als Vater der schwedischen Musik überhaupt. Auch Arcangelo Califano, Cellist in der Sächsischen Hofkapelle, und seine wenigen überlieferten Werke gehören zum italienischen Musikexport, ebenso wie Tommaso Albinonis Sonaten op. 2, die nicht nur in Venedig (1700), sondern auch in Amsterdam (1702) gedruckt wurden und die mit ihrer reichhaltigen Harmonik und hoher Expressivität die zeitlose Schönheit und Wirkmächtigkeit dieser Musik eindrücklich unter Beweis stellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Melchior Molter 1696–1765&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sinfonia C-Dur für zwei Oboen, Streicher und B. c. MWV 7.13&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Andante e sempre piano – Alla siciliana – Alla schiavaglia – Furlana&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Sebastian Bach 1685–1750&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kantate «Widerstehe doch der Sünde» für Alt, Streicher und B. c. BWV 54&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Arie «Widerstehe doch der Sünde»&lt;br /&gt;
Rezitativ «Die Art verruchter Sünden»&lt;br /&gt;
Arie «Wer Sünde tut, der ist vom Teufel»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johan Helmich Roman 1694–1758&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate g-Moll für zwei Oboen und B. c. BeRI 101&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Adagio – Allegro – Andante – Presto assai&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tomaso Albinoni 1671–1751&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonata à 5 A-Dur für Streicher und B. c. op. 2 Nr. 5&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Grave – Allegro – Adagio – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Arcangelo Califano ca. 1700 – nach 1756&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Triosonate a-Moll für zwei Oboen, Fagott und B. c.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Adagio – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Antonio Vivaldi 1678–1741&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;«Stabat mater» für Alt, Streicher und B. c. RV 621&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Stabat mater dolorosa&lt;br /&gt;
Cujus animam gementem&lt;br /&gt;
O quam tristis et&amp;nbsp;afflicta&lt;br /&gt;
Quis est homo&lt;br /&gt;
Quis non posset contristari&lt;br /&gt;
Pro peccatis suae&amp;nbsp;gentis&lt;br /&gt;
Eja mater, fons amoris&lt;br /&gt;
Fac ut ardeat cor meum&lt;br /&gt;
Amen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Beth Taylor, Mezzosopran&lt;br /&gt;
Aernen Barock, Leitung Ada Pesch und Deirdre Dowling&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 30 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/zwischen-himmel-und-hoelle-barock-2026-573</link>
			<title>Zwischen Himmel und Hölle | Barock 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Barockkonzert 4&amp;nbsp;|&amp;nbsp;Dienstag, 28. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ob in Vivaldis katholischem Venedig, das eifrig als Sündenpfuhl und damit als veritable Hölle auf Erden bezeichnet wurde, oder im ungleich strengeren, lutherischen Leipzig Bachs – die Vorstellung der Hölle als ewiger Ort für Ungläubige war im frühen 18. Jahrhundert weit verbreitet. Das Versprechen auf den ewigen Frieden im Himmel galt nur für diejenigen, die daran glaubten, Jesus sei für die Sünden der Menschheit gestorben und danach auferstanden. Und das Versprechen galt auch nur denjenigen, die dem rechten Glauben entsprechend lebten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Antonio Vivaldis für die Karwoche komponierten Introduktion zu einem nicht erhaltenen Miserere werden daher die Mädchen des Ospedale della Pietà und die Gläubigen gleich zu Beginn im Accompagnato-Rezitativ dazu aufgerufen, den Schmerz des gekreuzigten Jesu mitzufühlen; jedoch nicht um ihn zu trauern, sondern um uns Menschen. Die ruhige Arie «Sileant zephyri» zeichnet in f-Moll eine spröde und dunkle Welt angesichts des Todes Jesu, bevor das abschliessende Rezitativ in starken Wortausdeutungen eine bedrohliche Stimmung kreiert und fragt, weshalb unser Herz angesichts des Todes Jesu nicht selbst auch bricht, schliessend in der Bitte, Jesus möge sich erbarmen, unser aller, die nicht genug trauern können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Motette wurde vermutlich für die Signora Geltruda komponiert, die wohl ihr ganzes Leben im Ospedale della Pietà verbrachte. Sie spielte unter anderem die Violetta (Bratsche) und Theorbe, wurde aber hauptsächlich für ihre «sehr zarte» Altstimme geschätzt, die nicht für virtuose Passagen, sondern für getragene, ausdrucksstarke Melodien ideal war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Leipziger Gottesdienst am 28. Juli 1726 handelte davon, dass Jesus in der Bergpredigt zum Gebot «Du sollst nicht töten» sagte, wer «mit seinem Bruder zürne», ihn als «Nichtsnutz» oder «Narr» bezeichne, sei auf bestem Wege in die Hölle. Der Gottesdienst stand also unter der Frage, wie wir miteinander umgehen, und Johann Sebastian Bachs Kantate reflektiert dies ausdrucksstark.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu Beginn wird eine elysische Idylle gezeichnet mit einer wunderschön wiegenden, sehnsüchtigen Pastorale als Ausdruck der «vergnügten Ruh» und der «Seelenlust», die nur bei «Himmelseintracht» und nicht bei den erwähnten «Höllensünden» gefunden wird. Das Rezitativ kontrastiert die Himmelsmusik und zeigt die Welt als «Sündenhaus», schliessend mit dem Seufzer, dass diese menschliche Schuld «schwerlich zu verbeten» sei – also kaum durch Beten abgetragen werden könne.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die zweite Arie klagt im Stil eines italienischen Opern-Lamentos über die «verkehrten Herzen» und drückt im Part der konzertanten Orgel virtuos die Freude am Bösen und das Verlachen der Gebote aus. Das Rezitativ fragt, wer auf so einer Welt zu leben wünschen könne – denn die Tugend gebietet es, auch Gottes Feinde zu lieben. Und die Schluss-Arie wünscht das ewige, himmlische Leben, Bezug nehmend auf den im Gottesdienst ebenfalls gelesenen 6. Römerbrief, wo bekräftigt wird, dass die Gläubigen dank des erlösenden Todes Jesu (– mitgefühlt bei Vivaldi! –) darauf hoffen dürfen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ergänzt werden die Vokalwerke durch ein 1752 gedrucktes Oboenkonzert Giuseppe Sammartinis, das in Form einer italienischen Opernarie (A–B–A) die ernste und klagende Stimmung vorbereitet für die Motette Vivaldis; dessen spielfreudiges und als Frühwerk vermutetes Cellokonzert D-Dur; eine Quadrosonate in d-Moll von J. F. Fasch mit besonders für das Fagott virtuosen Passagen in den stürmischen Allegro-Sätzen; sowie einer galanten, als «Duetto» bezeichneten Sonate für Fagott und Basso continuo des in Berlin für die musikliebende Prinzessin Anna Amalia tätigen Komponisten Christoph Schaffrath mit der zum Entstehungszeitpunkt um 1760 populären Satzfolge langsam-schnell-schnell.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Giuseppe Sammartini 1695–1750&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Konzert g-Moll für Oboe, Streicher und B. c. op. 8 Nr. 5&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Andante sostenuto – Allegro assai – Andante sostenuto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Antonio Vivaldi 1678–1741&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Motette «Filiae maestae Jerusalem» für Alt, Streicher und B. c. RV 638&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Rezitativ «Filiae maestae Jerusalem»&lt;br /&gt;
Arie «Sileant zephyri»&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Rezitativ «Sed tenebris diffusis»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Konzert D-Dur für Violoncello, Streicher und B. c. RV 404&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Affettuoso – Vivace&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Friedrich Fasch 1688–1758&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate d-Moll für zwei Oboen, Fagott und B. c. FaWV N:d2&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Andante – Allegro – Cantabile – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Christoph Schaffrath 1709–1763&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Duetto g-Moll für Fagott und B. c. CSWV F:23&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Andante – Allegro assai – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Sebastian Bach 1685–1750&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kantate «Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust» für Alt, Oboe d’amore,&amp;nbsp;Streicher und B. c. BWV 170&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Arie «Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust»&lt;br /&gt;
Rezitativ «Die Welt, das Sündenhaus»&lt;br /&gt;
Arie «Wie jammern mich doch die verkehrten Herzen»&lt;br /&gt;
Rezitativ «Wer sollte sich demnach wohl hier zu leben wünschen»&lt;br /&gt;
Arie «Mir ekelt mehr zu leben»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Beth Taylor, Mezzosopran&lt;br /&gt;
Aernen Barock, Leitung Ada Pesch und Deirdre Dowling&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/affetti-italiani-barock-2026-574</link>
			<title>Affetti italiani | Barock 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Barockkonzert 3&amp;nbsp;| Freitag, 24. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für dieses Programm hat Nahuel Di Pierro zweimal drei Arien aus unterschiedlichen Werken von Antonio Vivaldi bzw. Georg Friedrich Händel zusammengestellt, die sich trotz diverser Stoffherkunft gut aufeinander beziehen lassen. Neben Vivaldis Oboenkonzert mit dem stürmischen Finale, Dall’Abacos Streicherkonzert voll dramatischer Anspielungen sowie Händels typischer Triosonate (da Chiesa) ergänzt die eröffnende grosse Ouverture-Suite von Brescianello das Programm. Der Italiener war ab 1715 kurzzeitig Kollege Dall’Abacos in der bayerischen Hofkapelle, bevor er weiterzog nach Stuttgart, wo er bis zum Lebensende blieb. Er zeigt in diesem Werk die souveräne Beherrschung der französischen Orchestersprache.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der erste Teil mit Arien Vivaldis beginnt mit Titos Arie «Se il cor guerriero» aus &lt;em&gt;Tito Manlio&lt;/em&gt;. Darin ermahnt der strenge Vater seinen Sohn, keinen Kampf anzuzetteln, wenn der Römer das Lager der befeindeten Latiner auskundschaften geht. Nur der Senat habe die Autorität, über Leben und Tod zu entscheiden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Genau diese Autorität nimmt in der Oper &lt;em&gt;Farnace &lt;/em&gt;die Titelfigur für sich in Anspruch: Der Sohn des pontischen Königs Mitridate befiehlt unter dem Druck seiner Niederlage gegen die Römer seiner Frau Tamiri, sich selbst und den gemeinsamen Sohn zu töten. Diese verweigert dies und versteckt den Sohn, so dass Farnace, gepackt von Vatergefühlen und in falschem Glauben, sein Sohn sei tot, in der Arie «Gelido in ogni vena» dem Schmerz über seine Gefühlskälte Ausdruck verleiht. Vivaldi zitiert zur Veranschaulichung der Kälte die Musik aus dem «Winter» seiner Vier Jahreszeiten. Die Handlung ist durchzogen von vielfachem Verrat, der auch Ausgangspunkt der Arie «Terribile è lo scempio» aus dem Pastoral-Drama &lt;em&gt;La Silvia&lt;/em&gt; (Mailand, 1721) ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Musik der Oper ist nur unvollständig überliefert. So sind von dieser Arie nur die Verse überliefert, die Musik ist eine Adaption der textlich fast gleichen Arie «Orribile lo scempio» aus &lt;em&gt;Tito Manlio&lt;/em&gt; (Mantua, 1719). In «Terribile è lo scempio» rügt der Hirte Faustulo die Nymphe Nerina, die aus Eifersucht (aufgrund eines Missverständnisses) ihren Geliebten Egisto und dessen Schwester Silvia an die Hohepriesterin verraten hat – Egisto und Silvia hätten als Kinder des entmachteten ehemaligen Herrschers schon längst getötet bzw. eingesperrt worden sein sollen. Das anstehende Menschenopfer (Egisto und Silvia) wird aber dadurch verhindert, dass Egistos Freund Tirsi im Tempel als Inkarnation des Mars erscheint und gegenüber Silvia prophezeit, sie werde zwei Helden gebären – gemäss der Legende sind dies Romulus und Remus, die Gründer Roms.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch Händels drei Arien zeigen selbstbewusste Charaktere, die doch alle in ihren Vorhaben scheitern: Der Gott Apollo versucht vergeblich, die Nymphe Daphne für sich zu gewinnen, da hilft auch seine bildhafte und wunderschöne Warnung vor der Vergänglichkeit der Schönheit «Come rosa in su la spina» nicht (&lt;em&gt;Apollo e Dafne&lt;/em&gt;, 1710).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In &lt;em&gt;Riccardo Primo&lt;/em&gt; (London, 1727) versucht Isacio, der Herrscher über Zypern, mit einer List Costanza zu ergattern, die Verlobte des Richard Löwenherz, ein Vorhaben, das auffliegt. Im Kampf, den Isacio verlieren wird, bedroht Isacio Costanza und beteuert seine Furchtlosigkeit und den Willen, Costanza lieber zu töten als freizugeben (Arie «Nel mondo e nell’abisso io non pavento»).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch &lt;em&gt;Rinaldo &lt;/em&gt;(London, 1711) spielt in der Zeit der Kreuzzüge. Hier beteuert der König des von den Christen belagerten Jerusalem, Argante, seine Standhaftigkeit mit selbstbewusster Musik («Sibillar gli angui d’Aletto»), obwohl er eigentlich mit schlechten Karten vor Goffredo (Gottfried von Bouillon) tritt, um diesen um einen dreitägigen Waffenstillstand zu bitten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Giuseppe Brescianello&amp;nbsp;ca. 1690–1758&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ouverture-Suite g-Moll für zwei&amp;nbsp;Oboen, Streicher und B. c.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ouverture – Gavotte – Aria. Presto –&amp;nbsp;Rondeau – Aria. Siciliana adagio –&amp;nbsp;Aria – Rigaudon – Gigue&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Antonio Vivaldi 1678–1741&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Arie des Tito «Se il cor guerriero»&amp;nbsp;für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus der Oper Tito Manlio RV 738&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arie des Farnace «Gelido in ogni&amp;nbsp;vena» für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus der Oper Farnace RV 711&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arie des Faustulo «Terribile è lo&amp;nbsp;scempio» für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus der Oper La Silvia RV 734&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Konzert a-Moll für Oboe und&amp;nbsp;Streicher RV 461&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro non molto – Larghetto –&amp;nbsp;Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Evaristo Felice Dall’Abaco&amp;nbsp;1675–1742&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Konzert B-Dur für vier Streicher&amp;nbsp;und B. c. op. 2 Nr. 9&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Andante – Allegro e spiccato –&amp;nbsp;Largo – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Georg Friedrich Händel 1685–1759&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate B-Dur für zwei Oboen&amp;nbsp;und B. c. HWV 380&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Adagio – Allegro – Largo – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arie des Apollo «Come rosa in su&amp;nbsp;la spina» für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus der Kantate Apollo e Dafne HWV 122&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arie des Isacio «Nel mondo&amp;nbsp;e nell’abisso io non pavento»&amp;nbsp;für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus der Oper Riccardo Primo, Re&amp;nbsp;d’Inghilterra HWV 23&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arie des Argante «Sibilar gli angui&amp;nbsp;d’Aletto» für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus der Oper Rinaldo HWV 7&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Nahuel Di Pierro, Bass&lt;br /&gt;
Aernen Barock, Leitung Ada Pesch und Deirdre Dowling&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 24 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/ewige-stroeme-barock-2026-575</link>
			<title>Ewige Ströme | Barock 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Barockkonzert 2&amp;nbsp;| Mittwoch, 22. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Vokalwerke dieses Programms zeigen verschiedene Arten der Macht, in einen Flow zu kommen: Um die Erwartung des himmlischen Friedens – Ideal einer Welt in harmonischem Fluss – geht es in der Bach-Kantate, in Händels «Vouchsafe, o Lord» wird darum gebeten, sündenfrei zu bleiben, um diesen himmlischen Frieden zu verdienen. Händels Kantate «Cuopre tal volta» lässt im (weltlichen) Himmel nicht lau fliessende Luftströme, sondern regelrechte Stürme aufziehen. Und die grosse Arie «Revenge, Timotheus Cries» aus &lt;em&gt;Alexander’s Feast&lt;/em&gt; dreht sich um die Macht der Musik, mit der Timotheus die Gefühle Alexanders ins Fliessen bringen kann – hier durch die zunächst kriegerische und später fahl geisterhafte Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bachs Kantate «Der Friede sei mit dir» hat eine unklare Überlieferungsgeschichte und steht inhaltlich zwischen dem Simeonstag (Mariä Reinigung) und dem Osterfest. Im ersten Rezitativ wird dreimal arios die Friedensbotschaft Gottes mit der Ostergeschichte verknüpft («Der Fürste dieser Welt […] ist durch des Lammes Blut bezwungen und gefällt»). Die Arie «Welt, ade» zeigt den lebensgesättigten Simeon mit seiner Absage an das Weltgetümmel, begleitet von dem in seiner Aussage gleichen Choral (Albinus/Rosenmüller, 1649) sowie von einer virtuos konzertanten Violine – ein Hinweis auf die Entstehungszeit in Weimar, wo Bach ab 1714 als Konzertmeister glänzen wollte. Das zweite Rezitativ bezieht sich im Wunsch, das irdische Leiden mit den «himmlischen Kronen» zu tauschen, wieder auf die Abschiedsmetaphorik des Simeonstags, während der Schlusschoral (Luther, 1524) die Erlösung durch das Martyrium Christi bekräftigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;April bis Juni 1708 verbrachte der damals 23-jährige Georg Friedrich Händel in Neapel, der damals drittgrössten Stadt Europas (nach Paris und London). Hier schrieb er seine virtuosen Werke für Bass (darunter die einzigartige Bass-Partie von &lt;em&gt;Aci, Galatea e Polifemo&lt;/em&gt;) vermutlich für Domenico Antonio Manna, der nicht nur Priester war, sondern als Gesangsvirtuose berühmt wurde – noch 1723 wurde er von der &lt;em&gt;Gazzetta di Napoli&lt;/em&gt; als «einer der vier besten Virtuosen der Stadt» bezeichnet. Auch in der Kantate «Cuopre tal volta» verlangt Händel dem Solisten grosse Intervallsprünge und bemerkenswerte Geläufigkeit ab, besonders in der ersten Arie, in der ein wilder Sturm mit Donner und Blitz («Tuona, balena») als Symbol für den Aufruhr in der Seele des Sängers angesichts der grausamen Verachtung durch die Geliebte gezeichnet wird, während in der Schlussarie der musikalische Fokus auf der Bitte nach Mitleid liegt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eröffnet wird das Konzert mit einem Oboen-Doppelkonzert von Johann Friedrich Fasch, der als Kapellmeister von Anhalt-Zerbst mit seinem überregionalen «Musicalien-Wechsel» einen beachtlichen Flow des Manuskript-Tauschs anregte. An diesem Austausch war auch Graupner beteiligt, der 1713 als Hofkapellmeister in Darmstadt den damals 25-jährigen Fasch während 14 Wochen freundlich aufgenommen und in Komposition unterrichtet hatte. Graupners Sonate besteht aus sechs strengen Kanons der Oboen mit Continuo-Begleitung und zeigt, dass nicht nur Bach ein Meister im Verbinden von Kontrapunktik und gefälligen Sätzen war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Darmstadt ist auch Telemanns Streicherkonzert D-Dur überliefert, das dieser 1752 in Paris als eines seiner Quatuors mit Flöte anstelle der ersten Violine im Druck veröffentlichte. Telemann schuf in diesem Werk einen zauberhaften Anfang mit dem wellenartigen Adagio und zeigt in den vierstimmigen Fugen der Allegro-Sätze, dass auch er Kontrapunktik hervorragend in packende Musik verwandeln konnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Friedrich Fasch 1688–1758&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Konzert g-Moll für zwei Oboen, Fagott, Streicher und B. c. FaWV L:g4&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Andante – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Sebastian Bach 1685–1750&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kantate «Der Friede sei mit dir» für Bass und Ensemble BWV 158&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Rezitativ «Der Friede sei mit dir»&lt;br /&gt;
Arie «Welt, ade, ich bin dein müde»&lt;br /&gt;
Rezitativ «Nun, Herr, regiere&amp;nbsp;meinen Sinn»&lt;br /&gt;
Choral «Hier ist das rechte&amp;nbsp;Osterlamm»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Christoph Graupner 1683–1760&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kanon-Sonate B-Dur für zwei&amp;nbsp;Oboen und B. c. GWV 128&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Grave – Tempo giusto – Adagio –&amp;nbsp;Allegro – [Adagio] – Menuett&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Georg Friedrich Händel 1685–1759&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Kantate «Cuopre tal volta il cielo»&amp;nbsp;für Bass und Ensemble HWV 98&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Rezitativ «Cuopre tal volta il cielo»&lt;br /&gt;
Arie «Tuona, balena»&lt;br /&gt;
Rezitativ «Così fiera procella»&lt;br /&gt;
Arie «Per pietà de’miei martiri»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Georg Philipp Telemann 1681–1767&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Konzert für zwei Violinen, Viola&amp;nbsp;und B. c. TWV 43:D4&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Adagio – Allegro – Adagio – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Georg Friedrich Händel&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Arie «Vouchsafe, o Lord»&amp;nbsp;für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus dem &lt;em&gt;Dettinger Te Deum&amp;nbsp;&lt;/em&gt;HWV 283&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arie «Revenge, Timotheus cries»&amp;nbsp;für Bass und Ensemble&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
aus der Ode &lt;em&gt;Alexander’s Feast;&amp;nbsp;or, the Power of Music&lt;/em&gt; HWV 75&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Nahuel Di Pierro, Bass&lt;br /&gt;
Aernen Barock, Leitung Ada Pesch und Deirdre Dowling&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/wunderkinder-und-andere-entdeckungen-barock-2026-576</link>
			<title>Wunderkinder und andere Entdeckungen | Barock 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Barockkonzert 1&amp;nbsp;|&amp;nbsp;Sonntag, 19. Juli 2026, um 18 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ist die Rede von Wunderkindern im 18. Jahrhundert, so denken wir an Mozart. Doch bevölkerten damals weitere höchst talentierte Kinder die Musikwelt, etwa Pieter Hellendaal. Der Sohn eines Teilzeit-Musikers aus Rotterdam zog 1731 nach Utrecht, wo er – vom Vater ausgebildet – noch vor seinem 11. Geburtstag zum Organisten der Nicolaïkerk wurde. Vier Jahre später wurde Mattheus Lestevenon – Amsterdamer Stadtschreiber aus einer mächtigen Familie – auf Hellendaals Talent als Violinist aufmerksam und finanzierte ihm einen Studienaufenthalt in Italien. Zurück in Amsterdam erlangte er 1744 das Druckpatent, woraufhin sein Opus 1 erschien – natürlich Lestevenon gewidmet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gelegentlich spielte er für den Prinzen Wilhelm IV. in Den Haag. Dessen Frau, Prinzessin Anne (Tochter des englischen Königs), wies ihn wohl darauf hin, dass er in England bessere Aussichten auf sicheres Einkommen hätte. Ab 1752 machte er sich in London einen Namen als Geiger und Organist, doch erst 1762 fand er als Organist in Cambridge seinen letzten Wirkungsort, hier widmete er seine acht Cellosonaten op. 5 (ca. 1780) einem «Mr. John Anderson, Merchant of Cambridge». Die Musik ist galant in einer spätbarocken Tradition, mit sanft empfindsamem Adagio, singendem Allegro, italienisch anmutendem Affettuoso und französisch tanzendem Rondo.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch Johann Friedrich Faschs Talent wurde früh erkannt, er kam als 12-jähriger Diskantist zur Hofkapelle Weissenfels, die er nach einem Jahr verliess, um Thomasschüler in Leipzig zu werden. Hier musste er sich das Klavier- und Violinspiel aufgrund fehlender Mittel autodidaktisch beibringen, konnte aber bald im Collegium Musicum des ebenfalls 1701 (für das Jurastudium) nach Leipzig gekommenen Telemann mitspielen. Fasch komponierte bald so geschickt, dass er seinen Kollegen eine eigene Ouvertüre als Werk Telemanns ausgeben konnte! Sein Fagottkonzert stammt aus späterer Zeit und verbindet ein elegantes Allegro, ein dramatisch italienisches Largo und ein lebhaftes Allegro.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieselbe italienische Grundtendenz – jedoch mit bemerkenswerter kontrapunktischer Dichte in den schnellen Sätzen – hat die Sonate c-Moll von Johann Gottlieb Goldberg, dem Meisterschüler J. S. Bachs. Goldberg, in Danzig geboren, wurde aufgrund seines Talents wohl schon als 10-Jähriger vom russischen Gesandten Keyserlingk nach Dresden mitgenommen, wo er von W. F. Bach unterrichtet wurde. Er wurde insbesondere für sein phänomenales Spiel vom Blatt bewundert, worauf die Anekdote des Bach-Biografen Forkel beruht, Bach habe seine monumentalen Variationen im Auftrag Keyserlingks für Goldberg geschrieben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sebastian Bodinus taucht als 18-Jähriger als «Lakai und Musicus» in der neuen markgräflichen Residenz in Karlsruhe auf. Trotz mehrfacher Entlassung in politisch unruhigen Zeiten kehrte der Konzertmeister Bodinus immer zurück. Seine ab 1726 in Augsburg gedruckten Musicalischen Divertissements waren mit ihren sechs Mal sechs Trio- bzw. Quadrosonaten ein Musikdruck-Projekt von beachtlichem Umfang. Die Sonate Es-Dur zeigt, dass sich Bodinus an Telemanns typisch deutschem «vermischten Geschmack» orientierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Suite Es-Dur fertigte Telemann aus einer Solo-Sonate aus der «Kleinen Cammer-Music» an und fügte eine Ouverture hinzu, während das abschliessende Konzert D-Dur als Opernsinfonia zum zweiten Teil von &lt;em&gt;Das Ende der Babylonischen Monarchie oder Belsazer&lt;/em&gt; (1727) entstand.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Georg Philipp Telemann 1681–1767&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ouverture-Suite Es-Dur für zwei Oboen, Fagott,&amp;nbsp;Streicher und B. c. TWV 55:Es5&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Ouverture. Gravement – Vite – Gravement&amp;nbsp;–&amp;nbsp;Preludio. Affettuoso – Aria I. Presto – Aria II. Vivace –&amp;nbsp;Aria III. Tempo di Ciacona – Aria IV. Allegro –&lt;br /&gt;
Aria V. Allegro – Aria VI. Tempo di minuet. Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pieter Hellendaal 1721–1799&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate D-Dur für Violoncello und B. c. op. 5 Nr. 2&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Adagio – Allegro – Affettuoso – Rondo&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sebastian Bodinus 1700–1759&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate Nr. 1 Es-Dur für zwei Oboen und B. c.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
[Andante] – Allegro – Siciliana – Allegro assai&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Friedrich Fasch 1688–1758&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Konzert C-Dur für Fagott, Streicher und B. c. FaWV L:C2&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Largo e sforzato – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Gottlieb Goldberg 1727–1756&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonate c-Moll für zwei Violinen, Viola und B. c. DürG 14&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Largo – Allegro – Grave – Giga&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Georg Philipp Telemann&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Konzert D-Dur für zwei Oboi d’amore, Violoncello,&amp;nbsp;Streicher und B. c. TWV 53:D3&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
[Allegro] – Dolce – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Aernen Barock, Leitung Ada Pesch und Deirdre Dowling&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/gile-bae-klavier-2026-577</link>
			<title>Gile Bae | Klavier 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Klavierrezital 5&amp;nbsp;mit Gile Bae |&amp;nbsp;Freitag, 17. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch wenn sich Gile Bae zur «Religion» der klassischen Musik bekennt, schliesst das eine Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Musik nicht aus – und erfreulicherweise haben Pianistinnen ihrer Generation in der Regel hier keine Berührungsängste mehr, sondern wissen, wie spannend und bereichernd die Begegnung (und manchmal auch Konfrontation) von Altem und Neuem ist. Es ist eine wohl jedem Interpreten vertraute Erfahrung, wie sehr ein neues Werk den Blick auf ältere Musik verändern oder schärfen kann. Ebenso beziehen Komponistinnen aus dem Studium der Vergangenheit Impulse für die Schaffung des Neuen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So transkribierte Ferruccio Busoni verschiedene Werke Bachs für Klavier, um sie für moderne Hörer*innen auf dem universellen Instrument Klavier zu aktualisieren. Die berühmte Chaconne aus Bachs Partita d-Moll für Violine solo hatte schon Brahms für Klavier bearbeitet – allerdings für die linke Hand allein, während Busonis Fassung die Assoziation mit dem Klang der Orgel oder auch des Orchesters weckt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Brahms wiederum bewunderte wie der späte Beethoven die elementare Kraft der Musik Händels. Die Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24 (und zwar der «Aria» aus der Klaviersuite B-Dur von 1733) bezeichnete er als sein Lieblingswerk; in kürzester Zeit im September 1861 fertiggestellt, überreichte er es der im selben Monat ihren Geburtstag feiernden Clara Schumann als Geschenk. Der hervorragende Pianist Brahms übernahm selbst die Uraufführung am 4. November des Jahres in Hamburg. Drei Jahre später spielte er es bei seiner einzigen Begegnung mit Richard Wagner, der anerkennend sagte, dieses Werk würde zeigen, «was sich in den alten Formen noch leisten lässt, wenn einer kommt, der versteht sie zu behandeln.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch Robert Schumanns &lt;em&gt;Humoreske &lt;/em&gt;op. 20 von 1839 ist ein Schlüsselwerk, aber in einer für diesen Komponisten charakteristischen, poetischen Überhöhung. Zum Titel des Werks äusserte er sich in einem Brief an seinen belgischen Verehrer Simonin de Sire: &lt;em&gt;«Das Wort Humoreske verstehen die Franzosen nicht. Es ist schlimm, dass gerade für die in der deutschen Nationalität am tiefsten eingewurzelten Eigenthümlichkeiten und Begriffe wie für das Gemüthliche (Schwärmerische) und für den Humor, der die glückliche Verschmelzung von Gemüthlich und Witzig ist, keine guten und treffenden Worte in der französischen Sprache vorhanden sind. (…) Kennen Sie nicht Jean Paul, unseren grossen Schriftsteller? Von diesem habe ich mehr Contrapunkt gelernt als von meinem Musiklehrer.»&lt;/em&gt; Das kontrapunktische Netz, das die ineinander übergehenden, immer wieder wie improvisiert wirkenden zehn Teile verbindet, soll damit auch die Überwindung der inneren Zerrissenheit der romantischen Künstlerexistenz symbolisieren. Eine Besonderheit ist die notierte, aber nicht zu spielende «innere» Stimme im dritten Teil.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die französisch-schweizerische Komponistin &lt;a href=&amp;quot;?id=111&amp;quot;&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber&lt;/a&gt; knüpft mit ihrer 2020 im Auftrag von Radio France komponierten &lt;em&gt;Toccata &lt;/em&gt;an eine barocke Gattung an, zu der Schumann 1834 mit seinem op. 7 eines der bis heute von allen Virtuosen gefürchteten Stücke beigesteuert hatte und das in Prokofjews op. 11 von 1912 einen populär gewordenen Nachfolger fand. Sinnhuber fasste dagegen das Wort Toccata als Akronym auf und wies jedem einzelnen Buchstaben ein eigenes Wort zu: T = touches blanches; O = Ostinato; C = Croisement des mains; C = Comptine; A = Allant; T = Touches noires; A = Anamnèse. Aus diesen Elementen schuf sie ein humorvoll-hintersinniges, den Klavierdeckel als Schlagzeug integrierendes Klang-Uhrwerk, das eindrucksvoll die unerschöpflichen Gestaltungsmöglichkeiten auf dem Klavier auch in der neuen Musik demonstriert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Prof. Dr. Wolfgang Rathert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Sebastian Bach 1685–1750&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Chaconne aus der Partita Nr. 2&amp;nbsp;d-Moll für Violine solo BWV 1004&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Bearbeitung für Klavier von&amp;nbsp;Ferruccio Busoni (1866–1924)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumann 1810–1856&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Humoreske B-Dur op. 20&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Einfach&lt;br /&gt;
Hastig&lt;br /&gt;
Einfach und zart&lt;br /&gt;
Innig&lt;br /&gt;
Sehr lebhaft&lt;br /&gt;
Mit einigem Pomp&lt;br /&gt;
Zum Beschluss&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claire-Mélanie Sinnhuber *1973&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Toccata (2020)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johannes Brahms 1833–1897&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Variationen und Fuge über&amp;nbsp;ein Thema von Händel op. 24&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Aria&lt;br /&gt;
Variation 1&lt;br /&gt;
Variation 2. Animato&lt;br /&gt;
Variation 3. Dolce&lt;br /&gt;
Variation 4. Risoluto&lt;br /&gt;
Variation 5. Espressivo&lt;br /&gt;
Variation 6&lt;br /&gt;
Variation 7. Con vivacità&lt;br /&gt;
Variation 8&lt;br /&gt;
Variation 9. Poco sostenuto&lt;br /&gt;
Variation 10. Energico&lt;br /&gt;
Variation 11. Dolce&lt;br /&gt;
Variation 12. Soave&lt;br /&gt;
Variation 13. Largamente, ma non più&lt;br /&gt;
Variation 14. Sciolto&lt;br /&gt;
Variation 15&lt;br /&gt;
Variation 16. Piano ma marcato&lt;br /&gt;
Variation 17. Più mosso&lt;br /&gt;
Variation 18. Grazioso&lt;br /&gt;
Variation 19. Leggiero e vivace&lt;br /&gt;
Variation 20. Legato&lt;br /&gt;
Variation 21. Dolce&lt;br /&gt;
Variation 22&lt;br /&gt;
Variation 23. Vivace e staccato&lt;br /&gt;
Variation 24&lt;br /&gt;
Variation 25&lt;br /&gt;
Fuga&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 17 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/taehe-lee-liiv-klavier-2026-582</link>
			<title>Tähe-Lee Liiv | Klavier 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Klavierrezital 4&amp;nbsp;mit Tähe-Lee Liiv |&amp;nbsp;Donnerstag, 16. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um die Intention von Tähe-Lee Liivs Erner Debüt-Programm zu veranschaulichen, lohnt sich die Vergegenwärtigung der chronologischen und geografischen Lokalisierung der von ihr ausgewählten Werke. Zwischen Mozarts 1774 entstandener Sonate bis zu Rautavaaras Etüden op. 42 von 1969 liegen fast zwei Jahrhunderte, die auch das Instrument Klavier tiefgreifend veränderten. Bergen, der Geburtsort Edvard Griegs, und Paris, der Lebens- und Arbeitsmittelpunkt Debussys und Mel Bonis’, trennen 2000 Autokilometer, und von der heutigen estnischen Hauptstadt Tallin, in der Arvo Pärt 1958/59 seine Sonatinen Opus 1 komponierte, sind es sogar 2600 km – Distanzen, die in den vergangenen Jahrhunderten noch grösser schienen als heute.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Äussere Distanzen sagen in der Musikgeschichte jedoch nichts über innere Zusammenhänge aus. Edvard Grieg verschrieb sich in Kopenhagen – angeregt vom Geiger Ole Bull sowie dem jung verstorbenen Komponisten und glühenden norwegischen Nationalisten Rikard Nordraak – der Entwicklung einer nordischen Tonsprache. Wie einst Bach schrieb sich Grieg mit den Anfangstönen (E–H–G) ein in seine Klaviersonate op.&amp;nbsp;7 (gewidmet dem Dänen Niels Gade).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Arvo Pärt, der mit 18 Jahren sein Musikstudium aufnahm, orientierte sich zunächst an den verordneten Vorbildern Schostakowitsch und Prokofjew, wandte sich dann aber der Zwölftonmusik und dem Serialismus zu, was ihn unweigerlich in einen Konflikt mit der kommunistischen Kulturpolitik führte. Erst 2008, ca. 30 Jahre nach seiner Emigration nach Österreich und später Westberlin, kehrte er in seine nunmehr autonome Heimat Estland zurück. Die Verbindung von konstruktivem Raffinement und klanglicher Klarheit, die bereits seine Sonatine auszeichnet, blieb in gewisser Weise Pärts Markenzeichen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dies gilt erst recht für die Musik Mozarts, der nach einer von ihm überlieferten Aussage nichts anderes tat, als die Töne zu suchen, «die sich lieben». Die Sonate G-Dur schrieb Mozart 1774 für eigene Konzertauftritte, mit denen er an europäischen Höfen Furore machte und (vergeblich) hoffte, zum Hofkapellmeister ernannt zu werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die französische Komponistin &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt; fand nur wenig berufliche Anerkennung zu Lebzeiten (siehe hierzu die &lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/shio-okui-klavier-2026-580&amp;quot;&gt;Ausführungen zum Klavierabend von Shio Okui&lt;/a&gt;), so dass es überfällig ist, ihre so differenzierte und bildmächtige Tonsprache am Beispiel ihrer Porträts mythologischer und literarischer Frauengestalten im Konzert zu erleben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch in Debussys Klavierwerk, für Béla Bartók der Inbegriff einer Wiederentdeckung des Klangs an sich, spielen Bilder eine zentrale Rolle. So ist es kein Zufall, dass Debussy einem Zyklus den lapidaren Titel «Images» gab, mit dem er aber nicht vorrangig in Konkurrenz zu den Malern treten wollte, sondern auf die Macht der inneren Bilder und der Einbildungskraft als Grundlage jeder künstlerischen Handlung hinwies. Und das konnte auch den Dialog mit der Geschichte meinen, wie es die Hommage an Rameau, einen der Stammväter der französischen (Klavier-)Musik, signalisiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einojunahi Rautavaara nahm seinerseits mit seinen dem finnisch-deutschen Pianisten Ralph Gothóni gewidmeten sechs Etüden op. 42 aus dem Jahr 1968 Bezug auf Debussys Douze Études (1915), die auch vier Etüden über die Intervalle der Terz, Quarte, Sext und Oktave enthalten. Rautavaara liess die beiden letzten Intervalle aus und ergänzte dafür die bei Debussy fehlenden Sekunde, Tritonus, Quinte und Septime. Es ging ihm dabei, wie er schrieb, um die Wiederbelebung eines «klangvollen, üppigen Klavierstils, der den gesamten Kompass der Tastatur nutzt, um dieses wundervolle Instrument in seinem ganzen Reichtum zu präsentieren». Und damit sind diese Stücke auch ein bedeutender Beitrag zur geschichtlichen und stilistischen Vielfalt der europäischen Klaviermusik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Prof. Dr. Wolfgang Rathert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Arvo Pärt *1935&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sonatina op. 1 Nr. 2&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro energico – Largo – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviersonate G-Dur KV 283&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro – Andante – Presto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claude Debussy 1862–1918&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Images &lt;/em&gt;Band 1 L. 110&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Reflets dans l’eau. Andantino molto&lt;br /&gt;
Hommage à Rameau. Lent e grave&lt;br /&gt;
Mouvement. Animé&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Mélisande &lt;/em&gt;op. 109&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Desdémona &lt;/em&gt;op. 101&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Ophélie &lt;/em&gt;op. 165 Nr. 1&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einojuhani Rautavaara 1928–2016&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Sechs Etüden op. 42&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Terssit (Terzen)&lt;br /&gt;
Septimit (Septimen)&lt;br /&gt;
Tritonukset (Tritoni)&lt;br /&gt;
Kvartit (Quarten)&lt;br /&gt;
Sekunnit (Sekunden)&lt;br /&gt;
Kvintit (Quinten)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Edvard Grieg 1843–1907&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ballade g-Moll op. 24&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/schaghajegh-nosrati-klavier-2026-581</link>
			<title>Schaghajegh Nosrati | Klavier 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Klavierrezital 3&amp;nbsp;mit Schaghajegh Nosrati |&amp;nbsp;Mittwoch, 15. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dreimal die Tonart A – zweimal in Moll, einmal in Dur: Shaghajegh Nosrati widmet sich in ihrem vierten Erner Klavierabend einem der faszinierendsten Phänomene der tonalen Musik. Drei Meisterwerken von Bach, Mozart und Schubert, an denen sich der Unterschied zwischen den beiden Tongeschlechtern eindrucksvoll zeigen lässt, stellt sie mit Thomas Blomenkamps &lt;em&gt;Barkarole &lt;/em&gt;ein aussergewöhnliches jüngeres Werk gegenüber. Es eröffnet eine ganze andere klangliche und spieltechnische Welt und beschreibt in seiner spiralartigen Entfaltung von scheinbar ins Unendliche strebenden Skalen einen Prozess der Entzweiung, der (wie der Komponist es selbst formulierte) «im Sog vom leisen Rinnsal ins tosende Meer treibt». Spätestens seit Schuberts Musik ist diese unaufhörliche Verwebung von Licht und Dunkel, Schmerz und Erlösung ein Thema, das von der Romantik bis in die Postmoderne reicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für Johann Sebastian Bach gab es diesen Konflikt noch nicht: Seine sechs Partiten kennen zwar auch den Wechsel zwischen Moll und Dur, aber nicht innerhalb einer Partita. Mehr noch: Alle Sätze einer Partita sind in derselben Tonart gehalten, so dass der Kontrast zwischen ihnen auf andere Weise erzeugt werden muss, vor allem durch die verschiedenen Tanzcharaktere und die mit ihnen verbundenen Taktarten und rhythmischen Mustern aber auch über die Anzahl der Stimmen und den Wechsel zwischen (den überwiegenden) kontrapunktischen und einigen akkordischen Satzarten. Da keiner der sieben Sätze in Dur (also mit einer grossen statt kleinen Terz) endet, entsteht kein Gefühl für das Moll-Geschlecht – und soll es auch gar nicht, denn Bachs Musik ist keine Stimmungsmusik, sondern Lobpreis einer kosmischen Ordnung oder Harmonie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Mozarts Werk sind Stücke in Moll die Ausnahme, aber umso ausdrucksstärker und berühmter. Die grossen Werke in d-Moll (das Klavierkonzert KV 466, &lt;em&gt;Don Giovanni&lt;/em&gt;, das Requiem) und c-Moll (die unvollendete grosse Messe KV 427, das Klavierkonzert c-Moll KV 491) gehören hierzu, bei den Klavierwerken die Sonaten a-Moll KV 310 und c-Moll KV 457, die Fantasien d-Moll KV 397 und c-Moll KV 475 und die beiden Einzelstücke Adagio h-Moll KV 540 und Rondo a-Moll KV 511. Letzteres entstand im März 1787 unter dem Eindruck des Todes eines Freundes und verwebt Moll und Dur zu einem unauflöslichen Ganzen, verweigert aber – anders als das Adagio h-Moll – eine tröstliche Auflösung in Dur.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Konflikt zwischen Dur und Moll wird von Beethoven und Schubert dann innerhalb einer Klaviersonate in der Tonartenwahl vor allem der langsamen Sätze genutzt, indem bei Dur-Sonaten in den langsamen Sätzen oft eine Moll-Tonart, bei Moll-Sonaten aber umgekehrt eine Dur-Tonart erscheint. Auch für Werkgruppen gilt dieses Prinzip bei Beethoven, da er jeweils zwei Sonaten in Dur und eine in Moll unter einer Opuszahl vereint. Und dies gilt auch für die Trias der jeweils letzten Sonaten beider Komponisten, Beethovens Opera 109–111 mit der Folge E-Dur, As-Dur und c-Moll und Schuberts D 958–960 mit der Folge c-Moll, A-Dur und B-Dur. Während uns Beethoven im letzten Satz von Opus 111 mit einem tröstlichen C-Dur verabschiedet, geschieht bei Schubert etwas geradezu Unheimliches: Das Dur verliert in den schnellen Sätzen durch den permanenten Beleuchtungs- und Stimmungswechsel zwischen Dur und Moll seine Funktion als heitere, unschuldige Tonart und wirkt verfremdet, während das fatalistisch-dramatische Andantino in fis-Moll uns auf das Tiefste berührt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Prof. Dr. Wolfgang Rathert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Thomas Blomenkamp *1955&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Barkarole &lt;/em&gt;(1988)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johann Sebastian Bach 1685–1750&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Partita Nr. 3 a-Moll BWV 827&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Fantasia&lt;br /&gt;
Allemande&lt;br /&gt;
Corrente&lt;br /&gt;
Sarabande&lt;br /&gt;
Burlesca&lt;br /&gt;
Scherzo&lt;br /&gt;
Gigue&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wolfgang Amadeus Mozart 1756–1791&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Rondo a-Moll KV 511&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Andante&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviersonate A-Dur D 959&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
Andantino&lt;br /&gt;
Scherzo. Allegro vivace – Trio&lt;br /&gt;
Rondo. Allegretto&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/shio-okui-klavier-2026-580</link>
			<title>Shio Okui | Klavier 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Klavierrezital 2&amp;nbsp;mit Shio Okui |&amp;nbsp;Dienstag, 14. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt; zählt immer noch zu den stillen Grössen der französischen Musik- und Kompositionsgeschichte des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. Schon ihr Vorname wirft ein Licht auf den Grund: Es ist eine Abkürzung ihres Vornamens Mélanie, die sie wählte, um ihr Geschlecht bei Veröffentlichungen ihrer Werke zu verschleiern. Denn trotz einer schon bestehenden Tradition bedeutender französischer Komponistinnen und Instrumentalistinnen von Hélène de Montgeroult über Louise Farrenc zu Cécile Chaminade war es für Frauen schwierig, in einer männlich beherrschten Musikwelt Anerkennung zu finden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hippolyte Maury, ein Freund der Familie und Kornett-Professor, sowie César Franck erkannten und förderten Bonis’ Begabung, so dass sie trotz Skepsis des Elternhauses am Pariser Conservatoire studieren konnte und dort bereits mit ersten Kompositionen Beachtung fand. Ihre Eltern zwangen sie jedoch zum Studienabbruch, als der Kommilitone Amadée-Louis Hettich um ihre Hand anhielt. Bonis wurde stattdessen in die Ehe mit einem 22 Jahre älteren Industriellen gedrängt; aus der heimlichen Liaison mit Hettrich ging Jahre später eine Tochter hervor – ein «Fehltritt», den sich die streng katholische Komponistin nie vergeben konnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wirtschaftlich abgesichert schrieb und veröffentlichte Bonis zahlreiche Lieder, Kammermusik, Klavier-, Orgel-, Chor- und Orchesterwerke, war aber im Konzertleben wenig präsent. Shio Okui wählt für ihr Programm zwei Sätze aus den Trois pièces pour piano (1909), die mit weiteren musikalischen Porträts berühmter mythologischer und literarischer Frauengestalten den losen Zyklus Femmes de légende bilden. Sie belegen Bonis’ kompositorische Originalität und Meisterschaft, die den Vergleich mit den berühmten männlichen Kollegen Debussy, Ravel und Skrjabin nicht zu scheuen brauchen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Gegenüberstellung von Bonis’ Stücken mit einer Klaviersonate Alexander Skrjabins ist also kein Zufall. Die zehn gezählten Sonaten bilden einen einzigartigen Archipel in der faszinierenden Geschichte dieser Gattung. Entstanden 1892–1913, werden sie in zwei Gruppen geteilt: Den Abschluss der ersten Gruppe bildet die zweisätzige 4. Sonate von 1903/04; ab der 5. Sonate sind alle Sonaten einsätzig-mehrteilig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die 3. Sonate von 1897/98, die Skrjabin 1908 auf einem Reproduktionsklavier einspielte, folgt in ihrer Viersätzigkeit äusserlich noch einem klassischen Modell. Vergleichbar Wagners Leitmotiv-Technik, werden die Satzcharaktere aber durch die Einführung einer übergreifenden thematischen Substanz einander angenähert. Bei ihr handelt es sich um die eröffnende rhythmisch-motivische Figur eines aufwärtsgerichteten punktierten Quartsprungs in Oktaven in der linken Hand, dem ein weiter aufsteigendes melodisches Fragment in der rechten Hand folgt. Das sich daraus entfaltende Klang-Drama deutete Skrjabin 1905 als Läuterungsprozess, der den schmerzvollen Kampf der Seele bis hin zum triumphalen Siegesgesang eines «Gott-Menschen» beschreibt. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Sonate in Moll endet; erst die 4. Sonate in der Dur-Parallele Fis-Dur öffnet den Weg ins Licht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach Simon Bürkis Rachmaninow-Programm vom Vorjahr wird Shio Okui uns erneut in die so verwandte, aber doch in eine ganz andere Richtung führende Klangwelt von Skrjabins Kommilitonen Sergei Rachmaninow führen, der – im Gegensatz zur Skrjabins Aufbruch in eine Klangwelt jenseits der alten tonalen Bindungen – an der Tonalität festhielt, die für ihn ein elementares menschliches Bedürfnis nach Erdung und Geborgenheit ausdrückte. Die Düsternis und Melancholie, die Rachmaninows Musik schon vor der Emigration des Komponisten 1917 aus Russland kennzeichnete, scheint darauf hinzudeuten, dass die Stillung dieses Bedürfnisses nicht möglich war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Prof. Dr. Wolfgang Rathert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Phoebé &lt;/em&gt;op. 30&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Salomé &lt;/em&gt;op. 100 Nr. 1&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alexander Nikolajewitsch Skrjabin 1872–1915&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviersonate Nr. 3 fis-Moll op. 23&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Drammatico&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Presto con fuoco – maestoso&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sergei Rachmaninow 1873–1943&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Prélude B-Dur op. 23 Nr. 2 («Maestoso»)&lt;br /&gt;
Prélude D-Dur op. 23 Nr. 4 («Andante cantabile»)&lt;br /&gt;
Prélude c-Moll op. 23 Nr. 7 («Allegro»)&lt;br /&gt;
Prélude Ges-Dur op. 23 Nr. 10 («Largo»)&lt;br /&gt;
Étude-Tableau C-Dur op. 33 Nr. 2 («Allegro»)&lt;br /&gt;
Étude-Tableau c-Moll op. 33 Nr. 3 («Grave»)&lt;br /&gt;
Étude-Tableau es-Moll op. 39 Nr. 5 («Appassionato»)&lt;br /&gt;
Prélude E-Dur op. 32 Nr. 3 («Allegro vivace»)&lt;br /&gt;
Prélude G-Dur op. 32 Nr. 5 («Moderato»)&lt;br /&gt;
Prélude Des-Dur op. 32 Nr. 13 («Grave»)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/mihaly-berecz-klavier-2026-579</link>
			<title>Mihály Berecz | Klavier 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Klavierrezital 1&amp;nbsp;mit Mihály Berecz&amp;nbsp;|&amp;nbsp;Sonntag, 12. Juli 2026, um 18 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joseph Haydn nimmt in der Geschichte der klassischen Musik als Begründer der modernen Sinfonie und des Streichquartetts eine zentrale, schon zu seinen Lebzeiten allgemein anerkannte und bewunderte Rolle ein. Haydns ebenso grosse Bedeutung für die Geschichte der Klaviermusik ist jedoch bis heute noch nicht vollständig ins Bewusstsein von Pianisten und Hörern getreten, auch wenn sich grosse Pianisten wie Alfred Brendel und András Schiff dafür eingesetzt haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit 52 Klaviersonaten steuerte Haydn mehr Werke zu dieser Gattung bei als Beethoven und Mozart zusammen. Entstanden für Klavichord, Cembalo und Hammerklavier, sind ihre Formen, Ideen und Spieltechniken ebenso vielfältig. Die Sonate Es-Dur Hob. XVI:38 veröffentlichte Haydn 1780 als vierte von insgesamt sechs Sonaten, die Haydn seinen Klavierschülerinnen Katharina und Marianne Auenbrugger widmete. Jede Sonate ist dreisätzig angelegt: Ein langsamer Satz bildet das Zentrum und ein schneller Satz das Finale (hier in der Form eines Menuetts).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die französische Pianistin und Komponistin Hélène de Montgeroult, eine Generation jünger als Haydn, erfährt seit kurzem eine neuerliche Wertschätzung. Nach der 1795 erfolgten Eröffnung des Pariser Conservatoire erhielt die Schülerin Clementis und Dusseks die erste Professur für Klavier. Zuvor war sie knapp der Guillotine entronnen, nachdem sie denunziert und vor ein Revolutionstribunal gestellt worden war, aber aufgrund ihrer auch auf dem Gebiet der Improvisation herausragenden Fähigkeiten begnadigt wurde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Montgeroults Hauptwerk ist ihre um 1820 erschienene Klavierschule, die den Gesang zum Vorbild des Klavierspiels erklärt. 1811 in Genf als Teil einer Trias veröffentlicht, belegt die f-Moll-Sonate op. 5 Nr. 2 – die vorletzte von insgesamt neun Klaviersonaten Montgeroults – ihre Eigenständigkeit als Komponistin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Béla Bartók war als Komponist und Pianist eine der zentralen Persönlichkeiten der Musik des 20. Jahrhunderts. In seiner 1926 entstandenen fünfsätzigen Suite &lt;em&gt;Im Freien&lt;/em&gt; sucht und findet Bartók neue Klangwelten auch dank der freien Natur als Inspirationsquelle. Diese Natur kann sich im wichtigsten Stück, der Nr. 4 «Klänge der Nacht», ganz konkret lautmalerisch in geheimnisvollen Tierlauten artikulieren, doch Bartók zielte insbesondere im ersten und letzten Satz («Mit Trommeln und Pfeifen» bzw. «Hetzjagd») auch auf eine Entfesselung der Klänge. Dadurch wird das Klavier in ein Schlaginstrument oder sogar in eine bedrohliche Geräuschmaschine verwandelt, dem die zauberhafte «Barcarolla» und die barockisierenden «Musettes» als Kontraste gegenüberstehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aus seinem klavierpädagogischen Kompendium &lt;em&gt;Mikrokosmos &lt;/em&gt;(1926–1939) hören wir drei Stücke, die im Lied, in der Bordun-Musik der Sackpfeife und in den Ostinato-Repetitionen drei Arten musikalischer Einfachheit aufzeigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumanns &lt;em&gt;Kreisleriana&lt;/em&gt;, komponiert 1838 und Chopin gewidmet, beziehen sich auf die gleichnamige Sammlung von zwölf Erzählungen und Essays, die E. T. A. Hoffmann zunächst als eine Folge von Zeitschriftentexten in den Jahren 1812–1814 und dann in Buchform als Teil der &lt;em&gt;Fantasiestücke in Callot’s Manier &lt;/em&gt;(mit einer Vorrede von Jean Paul) publizierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kreisleriana üben bis heute auf Pianistinnen und Pianisten verschiedenster Prägung eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Denn Schumann schuf nicht nur eine kongeniale Analogie zur Zerrissenheit von Hoffmanns Kapellmeisters Kreisler (der auch den romantischen Künstler schlechthin verkörpert), sondern stiess aus dem Geist Bachs und Beethovens in zukünftige Klangwelten vor.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Prof. Dr. Wolfgang Rathert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joseph Haydn 1732–1809&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviersonate Es-Dur Hob. XVI:38&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;br /&gt;
Adagio&lt;br /&gt;
Finale. Allegro – Trio&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hélène de Montgeroult 1764–1836&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviersonate f-Moll op. 5 Nr. 2&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Schweizer Erstaufführung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato con espressione&lt;br /&gt;
Aria con espressione&lt;br /&gt;
Agitato con fuoco&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Béla Bartók 1881–1945&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;«Nóta» («Lied», Nr. 116), «Dudamuzsika» («Sackpfeifenmusik&amp;nbsp;», Nr. 138)&amp;nbsp;und «Ostinato» (Nr. 146)&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus Mikrokosmos Sz. 107&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Im Freien&lt;/em&gt; Sz. 81&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Mit Trommeln und Pfeifen&lt;br /&gt;
Barcarolla&lt;br /&gt;
Musettes&lt;br /&gt;
Klänge der Nacht&lt;br /&gt;
Hetzjagd&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumann 1810–1856&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Kreisleriana &lt;/em&gt;op. 16&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Äusserst bewegt&lt;br /&gt;
Sehr innig&lt;br /&gt;
Sehr aufgeregt&lt;br /&gt;
Sehr langsam&lt;br /&gt;
Sehr lebhaft&lt;br /&gt;
Sehr langsam&lt;br /&gt;
Sehr rasch&lt;br /&gt;
Schnell und spielend&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 12 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/maki-namekawa-spielt-keith-jarretts-koeln-concert-578</link>
			<title>Maki Namekawa spielt Keith Jarrett&amp;apos;s «Köln Concert»</title>
			<description>&lt;p&gt;Jazzkonzert mit Maki Namekawa |&amp;nbsp;Samstag, 11. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dreizehn Jahre nach seiner knapp 70-minütigen Soloklavier-Improvisation am 24. Januar 1975 in der Kölner Oper, die trotz eines schlechten Flügels unter dem Titel &lt;em&gt;The Köln Concert&lt;/em&gt; mit ca. 4 Millionen verkauften Exemplaren zur bis heute erfolgreichsten Jazz- und Klaviersolo-Platte aller Zeiten wurde, sagte Keith Jarrett zu einem immer wieder geäusserten Wunsch:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Die Leute fragen oft: ‹Warum gibt es keine Transkription des Köln-Konzerts? So viele Menschen würden davon profitieren, wenn sie diese Dinge auf Papier sehen könnten.› Und meine Antwort lautet, dass sie zwar sehr davon profitieren würden, wenn sie sie so sehen könnten, aber leider würde das Wesentliche dieser Musik, das sie beim Hören so fasziniert hat, nicht auf dem Papier stehen, und sie würden sich vielleicht nie daran erinnern, dass es genau das war.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Vorteil, die gespielten Töne auch sehen und – entsprechende musikalische und technische Fähigkeiten vorausgesetzt – nachspielen zu können, erweist sich als Nachteil, weil dadurch gerade das verloren geht, was sich in dem unwiederholbaren Moment des Erklingens ereignet. Mehr noch: Durch die Fixierung auf die Schrift droht sogar das Auslöschen der Erinnerung an die Gefühle, die durch das Hörerlebnis ausgelöst werden. (Dies erinnert an einen Gedanken von Charles Ives: «Tatsächlich verliert Musik etwas von ihrem Geburtsrecht, sobald sie auf Papier erscheint.»)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch die vier Teile des Kölner Konzerts sind mehr als eine geniale Improvisation: So variierte Jarrett im letzten Teil meisterhaft den um 1965 von ihm komponierten Song «Memories of Tomorrow». Diese doppelte Qualität war es dann, die Jarrett dazu bewegte, dem Drängen nach einer Transkription doch nachzugeben: 1991 wurde die von den beiden Japanern Yukiko Kishinami und Kunihiko Yamashita erstellte Transkription mit einem Nachwort Jarretts veröffentlicht. Bei einer Aufführung der Partitur geht es darum, sie wieder in einen Klangstrom zu verwandeln; Maki Namekawa wird dafür ihre reiche Erfahrung mit zeitgenössischer Musik einsetzen – und auch ihre persönliche Freundschaft mit dem heute 81-jährigen Jarrett verspricht eine Interpretation in dessen Geiste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Prof. Dr. Wolfgang Rathert&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Keith Jarrett *1945&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;&lt;strong&gt;The Köln Concert&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Part I&lt;br /&gt;
Part II a&lt;br /&gt;
Part II b&lt;br /&gt;
Part II c&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 11 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/klassiker-trio-gaspard-588</link>
			<title>Klassiker | Trio Gaspard</title>
			<description>&lt;p&gt;Kammerkonzert 6&amp;nbsp;im Rahmen von Kammermusik kompakt |&amp;nbsp;Sonntag, 5. Juli 2026, um 14.30&amp;nbsp;Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die drei Werke des Schlusskonzerts sind allesamt mustergültige – und damit klassische – Ausformungen des Klaviertrios als Gattung. Das Trio As-Dur von Joseph Haydn, der mit seinen etwa 40 Trios die Gattung wesentlich prägte, zeigt exemplarisch Haydns Experimentierfreude: Während sich der Kopfsatz leichtfüssig verspielt gibt, weist die Musik der Durchführung schon auf Schubert voraus, denn plötzlich lässt Haydn für zwei Takte Schweigen herrschen und überrascht mit unvermitteltem Ges-Dur (anstatt der erwarteten Auflösung nach B-Dur), um später enharmonisch umgedreht nicht in Ces-Dur sondern in H-Dur die vermeintliche Reprise folgen zu lassen, die erst nach vielen Takten als Schein-Reprise entlarvt wird durch die tatsächliche Reprise (in der Ausgangstonart As-Dur), vermittelt durch eine Modulation via Dis-Dur! Das liedhafte Adagio überrascht nicht nur durch die Wahl der weit entfernten Tonart E-Dur, sondern auch durch die reich ornamentierte Klavier-Fantasie im Mittelteil. Wiederum vermittelt via Dis-Dur folgt ohne Unterbruch das beschwingt verspielte Rondo-Finale.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bohuslav Martinů liebte die Musik Haydns und nahm die von Haydn im Klaviertrio bevorzugte Dreisätzigkeit als Ausgangslage für sein 1950 komponiertes Trio d-Moll, dessen Finalsatz im Stile eines mehrheitlich heiteren Perpetuum mobile den Geist vieler Finalsätze Haydns atmet, während eine eigenartig mystische Nervosität den Kopfsatz beherrscht, gefolgt vom Klagegesang im Mittelsatz. Immer wieder dringen auch spezifisch tschechische Anklänge durch, die auf dem Gebiet des Klaviertrios ihren höchsten Ausdruck in den &lt;em&gt;Dumky &lt;/em&gt;von Antonín Dvořák fanden (komponiert 1891). Dessen 1882/83 entstandenes Trio f-Moll hingegen ist in Anlehnung an den Mentor Johannes Brahms (und damit an Beethoven) eher klassizistisch – besonders im dramatischen Kopfsatz –, wenn auch das Scherzo mit seinem slawischen Tanzthema, das Poco adagio mit volksliedhaften Melodien und das an den böhmischen Furiant erinnernde Finalthema die Herkunft des Werks keineswegs verleugnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joseph Haydn 1732–1809&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio As-Dur Hob. XV:14&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;br /&gt;
Adagio&lt;br /&gt;
Rondo. Vivace&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bohuslav Martinů 1890–1959&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio Nr. 2 d-Moll H. 327&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;br /&gt;
Adagio&lt;br /&gt;
Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Antonín Dvořák 1841–1904&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio Nr. 3 f-Moll op. 65&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro ma non troppo&lt;br /&gt;
Allegretto grazioso&lt;br /&gt;
Poco adagio&lt;br /&gt;
Finale. Allegro con brio&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio Gaspard:&lt;br /&gt;
Jonian Ilias Kadesha, Violine&lt;br /&gt;
Vashti Hunter, Violoncello&lt;br /&gt;
Nicholas Rimmer, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie schon 2024 umspannt das dichte Wochenend-Programm mit dem Trio Gaspard Anfang Juli 2026&amp;nbsp;die gesamte Klaviertrio-Geschichte vom prägenden Übervater Joseph Haydn bis zur Uraufführung eines Werks von Giovanni Sollima. Dabei erklingen neben den Klaviertrio-Klassikern wie Beethoven, Schubert, Robert und Clara Schumann, Dvořák und Fauré auch seltener gehörte Werke aus der umfangreichen Klaviertrio-Literatur: Vertreten ist der Vater der französischen Kammermusik, Camille Saint-Saëns, ebenso wie seine Pariser Kolleg*innen Lili Boulanger, Mel Bonis – die als Erner &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;«Composer to Discover»&lt;/a&gt; mit ihrem Gesamtwerk für Klaviertrio vertreten ist –, deren Klassenkamerad Claude Debussy sowie die über viele Jahre in Paris lebenden Joaquín Turina und Bohuslav Martinů. Zudem kommt neben dem folkloristisch gefärbten Trio des Armeniers Arno Babadschanjan auch das Opus 1 des Wiener Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold zur Aufführung, kontrastiert durch Musik des Jahrhundert-Violinisten Fritz Kreisler.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/maerchen-trio-gaspard-587</link>
			<title>Märchen | Trio Gaspard</title>
			<description>&lt;p&gt;Kammerkonzert 5&amp;nbsp;im Rahmen von Kammermusik kompakt |&amp;nbsp;Sonntag, 5. Juli 2026, um 11 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zugegeben, der Reflex, Arno Babadschanjans Trio fis-Moll mit märchenhaften Bildern zu assoziieren, muss sich den Vorwurf des unzulässigen Exotismus gefallen lassen. Doch sind die drei mit folkloristischen Eigenheiten angereicherten Sätze so bildgewaltig und ausdrucksstark, dass eine gezielte Erzählhaltung nicht von der Hand zu weisen ist – vom mystischen Anfang des später klanglich üppigen Kopfsatzes über das zauberhaft schwebende Andante zum wilden Tanz des Finales im unregelmässigen 5/8-Takt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Babadschanjan schrieb sein Trio 1952 nach seiner Rückkehr ans Konservatorium von Jerewan. Er war der Nachfolger Chatschaturjans als wichtigster sowjetisch-armenischer Komponist und wurde von Mstislav Rostropowitsch als «brillanten Komponisten, feurigen Pianisten, geliebten Nachbar und ergebener Freund» bezeichnet, der «einen bedeutenden Beitrag zur Musik unserer Zeit» leistete.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Charakterstück &lt;em&gt;Soir &lt;/em&gt;op. 194 von Mel Bonis – möglicherweise als Ersatz für das gleichnamige Stück in &lt;em&gt;Soir – Matin&lt;/em&gt; op. 76 (&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/daemmerstunden-trio-gaspard-586&amp;quot;&gt;Kammerkonzert 4&lt;/a&gt;) gedacht – kreiert mit seinen delikaten Harmonien eine charakteristische Abendstimmung, die unsere märchenhafte Fantasie weiter anregt und uns durch die kurze Besinnung auf Franz Schuberts monumentales Trio B-Dur vorbereitet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben in seinem letzten Lebensjahr, begegnete Schubert dem Interesse von Verlegern an seinen Werken (Schott in Mainz und Probst in Leipzig) mit Eifer und konnte es kaum erwarten, dass seine Werke einem grösseren Publikum zugänglich werden. So strahlt der Kopfsatz eine bemerkenswerte Frische aus, gefolgt von einem intimen Duett der Streicher im Andante, einem munteren Scherzo und einem tänzerischen Rondo-Finale – einem dieser Finalsätze Schuberts, in denen ein simples Tanzthema einen Satz von riesenhaftem Umfang nach sich zieht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Arno Babadschanjan 1921–1983&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio fis-Moll (1952)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Largo-Allegro moderato&lt;br /&gt;
Andante&lt;br /&gt;
Allegro vivace&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Soir &lt;/em&gt;op. 192&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio B-Dur D 898&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;br /&gt;
Andante un poco mosso&lt;br /&gt;
Scherzo. Allegro&lt;br /&gt;
Rondo. Allegro vivace&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio Gaspard:&lt;br /&gt;
Jonian Ilias Kadesha, Violine&lt;br /&gt;
Vashti Hunter, Violoncello&lt;br /&gt;
Nicholas Rimmer, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie schon 2024 umspannt das dichte Wochenend-Programm mit dem Trio Gaspard Anfang Juli 2026&amp;nbsp;die gesamte Klaviertrio-Geschichte vom prägenden Übervater Joseph Haydn bis zur Uraufführung eines Werks von Giovanni Sollima. Dabei erklingen neben den Klaviertrio-Klassikern wie Beethoven, Schubert, Robert und Clara Schumann, Dvořák und Fauré auch seltener gehörte Werke aus der umfangreichen Klaviertrio-Literatur: Vertreten ist der Vater der französischen Kammermusik, Camille Saint-Saëns, ebenso wie seine Pariser Kolleg*innen Lili Boulanger, Mel Bonis – die als Erner &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;«Composer to Discover»&lt;/a&gt; mit ihrem Gesamtwerk für Klaviertrio vertreten ist –, deren Klassenkamerad Claude Debussy sowie die über viele Jahre in Paris lebenden Joaquín Turina und Bohuslav Martinů. Zudem kommt neben dem folkloristisch gefärbten Trio des Armeniers Arno Babadschanjan auch das Opus 1 des Wiener Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold zur Aufführung, kontrastiert durch Musik des Jahrhundert-Violinisten Fritz Kreisler.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/daemmerstunden-trio-gaspard-586</link>
			<title>Dämmerstunden | Trio Gaspard</title>
			<description>&lt;p&gt;Kammerkonzert 4&amp;nbsp;im Rahmen von Kammermusik kompakt |&amp;nbsp;Samstag, 4. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Passend zum Dämmerlicht, in welches das Untergoms zur Konzertzeit beim Blick von der Kirche Ernen getaucht sein wird, widmet sich dieses Programm den Dämmerstunden: Die dreiteilige Fantasie des in Sevilla geborenen Joaquín Turina führt vom zuerst düsteren, dann sanften und strahlenden Tagesanbruch («Amanecer» heisst «Morgengrauen») zum bunten Treiben des Mittags («Mediodía») und schliesslich zur wieder ruhiger werdenden Abenddämmerung («Crepúsculo»).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weniger bildhaft als vielmehr tief emotional sind die zwei Stücke von Lili Boulanger, die die damals 24-Jährige kurz vor Ende des 1. Weltkrieges auf ihrem Totenbett ihrer Schwester diktierte. Boulanger hatte 1903 als erste Frau den 1. Prix de Rome gewonnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ihrer eine Generation älteren Kollegin &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt; stand die Teilnahme am renommierten Kompositionswettbewerb noch nicht offen, und ihr Geschlecht verschleierte Mélanie Bonis seit ihren ersten Publikationen durch die neutrale Kurzform «Mel» (oder durch andere Pseudonyme). Sie war nach gründlichem Studium der Harmonielehre und Klavierbegleitung ab 1880 Teil der Kompositionsklasse von Ernest Guiraud – gleichzeitig wie Claude Debussy –, doch zwangen ihre Eltern sie 1881 zum Abbruch der Ausbildung, als ein Kommilitone, der Sänger und Dichter Amédée-Louis Hettich (1856–1937), um ihre Hand anhielt. Erst in den 1890er-Jahren, nach dem Wiedersehen mit Hettich, begann die nun als Mme Domange verheiratete Frau wieder, regelmässig zu komponieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis&amp;apos; Diptychon &lt;em&gt;Soir – Matin&lt;/em&gt; entstand 1907 und wurde mehrmals aufgeführt vom Trio der möglicherweise aus der Schweiz stammenden Gebrüder Kellert. Das Werk schlägt die Brücke von den (an Bonis’ Mentor César Franck erinnernden) grossen romantischen Melodiebögen in «Soir» zur zauberhaft schillernden Morgenstimmung in «Matin», letzteres ist einer von Bonis’ Hauptbeiträgen zum Impressionismus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie kaum ein anderes&amp;nbsp;Werk&amp;nbsp;passt Schuberts «Notturno» auf die romantische (schopenhauersche) Vorstellung des Künstlers als Nachtwandler, der an schwindelnden Abgründen vorbei einem fernen Licht entgegengeht. In seinem terzenseligen A-Teil mit den Harfen-Akkorden im Klavier (und der rätselhaften Vortragsbezeichnung pianissimo appassionato) scheint der Traumzustand paradigmatisch verkörpert. Die Brüche in der Form, die Momente des Schauderns lassen schwindelnde Abgründe erahnen und im punktierten B-Teil kann die unablässige Kraft gefühlt werden, mit der das ferne Licht auf den Träumer wirkt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was es bedeutet, ins Ungewisse abzugleiten, versuchte Sally Beamish in &lt;em&gt;Trance &lt;/em&gt;einzufangen – Bezug nehmend auf die Demenzerkrankung ihrer Mutter. Vor einer ganz anderen Herausforderung stand Beamish, als sie Claude Debussys Orchesterwerk&lt;em&gt; La Mer&lt;/em&gt; für Klaviertrio bearbeitete. Bald löste sie sich vom Gedanken, möglichst jede Note in Debussys Partitur zu berücksichtigen, und versuchte, «diese dynamischste der Orchesterpartituren in ein Werk umzuwandeln, das klingen sollte, als ob es immer als Klaviertrio gedacht war».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;La Mer&lt;/em&gt; (1905) ist als Folgewerk der Nocturnes (1900) innerhalb von Debussys Orchesterwerken gewissermassen ein Schritt von der Nacht in den Tag, mit dem Eröffnungssatz «Von der Morgendämmerung bis zum Mittag auf dem Meer», in dem Debussy die subtilen Lichtveränderungen auf dem Wasser im Morgengrauen erkundet, gefolgt von der Schönheit der unberechenbaren Bewegung im «Wellenspiel» und dem bedrohlich turbulenten «Dialog von Wind und Meer», wo sich grosse Flutwellen bilden, genau wie auf der von Debussy geliebten &lt;em&gt;Grossen Welle vor Kanagawa &lt;/em&gt;von Katsushika Hokusai, die sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa grosser Beliebtheit erfreute.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joaquín Turina 1882–1949&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Círculo. Fantasía&lt;/em&gt; op. 91&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Amanecer. Lento-Andantino – Mediodía. Allegretto quasi andantino –&amp;nbsp;Crepúsculo. Allegro vivace&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Lili Boulanger 1893–1918&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;D’un soir triste (1918) – D’un matin de printemps&lt;/em&gt; (1918)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Soir – Matin&lt;/em&gt; op. 76&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Franz Schubert 1797–1828&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Adagio Es-Dur D 897 («Notturno»)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sally Beamish *1956&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Trance &lt;/em&gt;(2023)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Claude Debussy 1862–1918&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;La Mer. Trois esquisses symphoniques pour orchestre&lt;/em&gt; L. 109&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Bearbeitung für Klaviertrio von Sally Beamish&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
De l’aube à midi sur la mer&lt;br /&gt;
Jeux des vagues&lt;br /&gt;
Dialogue du vent et&amp;nbsp;de la mer&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio Gaspard:&lt;br /&gt;
Jonian Ilias Kadesha, Violine&lt;br /&gt;
Vashti Hunter, Violoncello&lt;br /&gt;
Nicholas Rimmer, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie schon 2024 umspannt das dichte Wochenend-Programm mit dem Trio Gaspard Anfang Juli 2026&amp;nbsp;die gesamte Klaviertrio-Geschichte vom prägenden Übervater Joseph Haydn bis zur Uraufführung eines Werks von Giovanni Sollima. Dabei erklingen neben den Klaviertrio-Klassikern wie Beethoven, Schubert, Robert und Clara Schumann, Dvořák und Fauré auch seltener gehörte Werke aus der umfangreichen Klaviertrio-Literatur: Vertreten ist der Vater der französischen Kammermusik, Camille Saint-Saëns, ebenso wie seine Pariser Kolleg*innen Lili Boulanger, Mel Bonis – die als Erner &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;«Composer to Discover»&lt;/a&gt; mit ihrem Gesamtwerk für Klaviertrio vertreten ist –, deren Klassenkamerad Claude Debussy sowie die über viele Jahre in Paris lebenden Joaquín Turina und Bohuslav Martinů. Zudem kommt neben dem folkloristisch gefärbten Trio des Armeniers Arno Babadschanjan auch das Opus 1 des Wiener Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold zur Aufführung, kontrastiert durch Musik des Jahrhundert-Violinisten Fritz Kreisler.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 04 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/schumann-trio-gaspard-585</link>
			<title>Schumann | Trio Gaspard</title>
			<description>&lt;p&gt;Kammerkonzert 3&amp;nbsp;im Rahmen von Kammermusik kompakt |&amp;nbsp;Samstag, 4. Juli 2026, um 17&amp;nbsp;Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;1842 erarbeitete sich Robert Schumann in intensivem Partiturstudium der Streichquartette Haydns und Mozarts die klassische Welt der Kammermusik – eine Arbeit, an der seine Ehefrau Clara grossen Anteil nahm. Robert schrieb in der Folge Streichquartette, das Klavierquintett und das Klavierquartett und schliesslich vier Sätze für Klaviertrio, die er zwar wohl als Einheit auffasste, denn die Tonarten verlaufen von a-Moll in der nachdenklichen Romanze über F-Dur in der kecken Humoreske, d-Moll im Duett, das an Mendelssohns Lieder ohne Worte erinnert, und wieder zu a-Moll bzw. A-Dur im Finale.&amp;nbsp;Das Trio stellt aber keinen Sonatenzyklus wie die vorausgehenden Werke dar, und so zögerte Schumann, das Trio zu publizieren. Erst 1850 entschloss er sich, dies unter dem weniger gewichtigen Titel &lt;em&gt;Phantasiestücke &lt;/em&gt;zu tun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Demgegenüber ist das Trio g-Moll von Clara Schumann ein klassisch-mustergültiges Werk, das wie die Trios der Geschwister Mendelssohn in der Tradition Haydns, Mozarts und Beethovens fusst – so wollte Clara das 1846 komponierte Werk denn auch ihrer Freundin Fanny Hensel widmen, die jedoch vor der Publikation 1847 verstorben war. Dass Robert bis dahin kein grosses Klaviertrio komponiert hatte, erleichterte es Clara, sich ohne Vergleichszwang auf diesem Gebiet schöpferisch zu beschäftigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Werk überzeugt durch den gekonnten formalen Bau der Sätze mit langen Streicherkantilenen, dramatischen Bögen und einer immerwährenden Beherrschung und Eleganz. Das Trio wurde bei der Uraufführung in Wien, anders als Roberts Werke, begeistert aufgenommen – es war Claras zweite Wien-Tournee, nachdem sie 1838 zur K. K. Kammervirtuosin ernannt worden war, wofür sie sich mit einem Impromptu über Haydns «Kaiserlied» bedankte – und so passt es ganz gut, dass sich dessen Trio B-Dur zwischen die Hauptwerke der Schumanns schiebt, mit seinem brillanten Klavierpart im Kopfsatz, den schlichten Liedvariationen, dessen zweistimmiges Thema gemäss Haydns Anweisung explizit mit der linken Hand alleine gespielt werden soll, und dem finalen Menuett, dessen Trio ein melancholischer Ländler in der seltenen Tonart b-Moll ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumann 1810–1856&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Phantasiestücke &lt;/em&gt;op. 88&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Romanze. Nicht schnell, mit innigem Ausdruck&lt;br /&gt;
Humorekse. Lebhaft&lt;br /&gt;
Duett. Langsam und mit Ausdruck&lt;br /&gt;
Finale. Im Marschtempo&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joseph Haydn 1732–1809&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio B-Dur Hob. XV:20&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
Andante cantabile&lt;br /&gt;
Finale. Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Giovanni Sollima *1962&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Hide in Trio&lt;/em&gt; (2026)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Uraufführung&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Clara Schumann 1819–1896&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio g-Moll op. 17&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro moderato&lt;br /&gt;
Scherzo – Tempo di menuetto&lt;br /&gt;
Andante – Più animato&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio Gaspard:&lt;br /&gt;
Jonian Ilias Kadesha, Violine&lt;br /&gt;
Vashti Hunter, Violoncello&lt;br /&gt;
Nicholas Rimmer, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie schon 2024 umspannt das dichte Wochenend-Programm mit dem Trio Gaspard Anfang Juli 2026&amp;nbsp;die gesamte Klaviertrio-Geschichte vom prägenden Übervater Joseph Haydn bis zur Uraufführung eines Werks von Giovanni Sollima. Dabei erklingen neben den Klaviertrio-Klassikern wie Beethoven, Schubert, Robert und Clara Schumann, Dvořák und Fauré auch seltener gehörte Werke aus der umfangreichen Klaviertrio-Literatur: Vertreten ist der Vater der französischen Kammermusik, Camille Saint-Saëns, ebenso wie seine Pariser Kolleg*innen Lili Boulanger, Mel Bonis – die als Erner &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;«Composer to Discover»&lt;/a&gt; mit ihrem Gesamtwerk für Klaviertrio vertreten ist –, deren Klassenkamerad Claude Debussy sowie die über viele Jahre in Paris lebenden Joaquín Turina und Bohuslav Martinů. Zudem kommt neben dem folkloristisch gefärbten Trio des Armeniers Arno Babadschanjan auch das Opus 1 des Wiener Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold zur Aufführung, kontrastiert durch Musik des Jahrhundert-Violinisten Fritz Kreisler.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 04 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/paris-trio-gaspard-584</link>
			<title>Paris | Trio Gaspard</title>
			<description>&lt;p&gt;Kammerkonzert 2&amp;nbsp;im Rahmen von Kammermusik kompakt |&amp;nbsp;Samstag, 4. Juli 2026, um 14&amp;nbsp;Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die im 19. Jahrhundert wohl etwas stärkere Rivalin Wiens als kulturelles Zentrum auf dem europäischen Festland war Paris, Zentrum eines kolonialen Weltreichs, das nur vom British Empire noch übertroffen wurde. Doch erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich hier eine Kammermusiktradition, massgeblich geprägt von Camille Saint-Saëns. Dieser vereinte die französische Adaption der klassischen Formen mit der orientalistischen Mode des späteren 19. Jahrhunderts, die bei Gabriel Fauré bzw. &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt; ihren Ausdruck finden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Fauré vollendete sein einziges Klaviertrio als 78-Jähriger, als vorletztes Werk, ein Jahr vor seinem Tod. Eine freie, durchsichtige Klarheit prägt das Trio, das dadurch einen weltentrückten Geist atmet – der auch im Spätwerk von Mel Bonis zu finden ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bonis hiess seit der ihr aufgedrängten Heirat als 25-Jährige mit einem zweifach verwitweten Industriellen offiziell Mélanie Domange – das Ehepaar reiste übrigens in den 1880er-Jahren nach Ägypten. Bonis’ &lt;em&gt;Suite orientale&lt;/em&gt; stammt aus den Jahren vor der Jahrhundertwende und damit vor der traumatischen heimlichen Geburt und Trennung von ihrer unehelichen Tochter, die sie in eine tiefe Depression stürzte, aus welcher ihre Werke dann eine neue Tiefe erhielten. Die &lt;em&gt;Suite orientale&lt;/em&gt; ist ein bezauberndes Beispiel für die leichtere Ästhetik der Jahrhundertwende, die sich auch dank der Weltausstellungen für alles Fremdartige begeisterte. Das Prélude beschwört eine nächtlich düstere Szene, die «Danse d’Almées» skizziert sinnliche Bauchtänzerinnen mit einigen Anklängen an Saint-Saëns’ orientalistische Oper &lt;em&gt;Samson et Dalila&lt;/em&gt;, und die «Ronde de nuit» kehrt zurück zur Nacht, die als Zeit der Sinnlichkeit ebenso die Fantasie anregte wie die Vorstellung orientalischer Tänzerinnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Camille Saint-Saëns schrieb sein Klaviertrio e-Moll in seiner bevorzugten Winterresidenz ausserhalb von Algier, es begeistert durch den wundervollen Effekt der aufgeregten Wellenfiguren im Klavier am Anfang des dramatischen Kopfsatzes, ebenso durch das elegante Allegretto im 5/8-Takt und das zentrale Andante mit seiner melancholisch fallenden Melodie, die an Liszts «Vallée d&amp;apos;Obermann» erinnert – übrigens wurde Saint-Saëns 1877 auf seiner Reise nach Weimar zur Uraufführung von &lt;em&gt;Samson et Dalila&lt;/em&gt; von Fauré begleitet, sie lernten dort auch Liszt kennen. Es folgen ein eleganter Walzer und ein ebenso dramatisches wie kunstvoll kontrapunktisches Finale.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gabriel Fauré 1845–1924&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio d-Moll op. 120&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro ma non troppo – Andantino – Allegro vivo&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Suite orientale&lt;/em&gt; op. 48&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Prélude – Danse d&amp;apos;Almées – Ronde de nuit&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Camille Saint-Saëns 1835–1921&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 92&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro non troppo – Allegretto – Andante con moto –&amp;nbsp;Grazioso, poco allegro – Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio Gaspard:&lt;br /&gt;
Jonian Ilias Kadesha, Violine&lt;br /&gt;
Vashti Hunter, Violoncello&lt;br /&gt;
Nicholas Rimmer, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie schon 2024 umspannt das dichte Wochenend-Programm mit dem Trio Gaspard Anfang Juli 2026&amp;nbsp;die gesamte Klaviertrio-Geschichte vom prägenden Übervater Joseph Haydn bis zur Uraufführung eines Werks von Giovanni Sollima. Dabei erklingen neben den Klaviertrio-Klassikern wie Beethoven, Schubert, Robert und Clara Schumann, Dvořák und Fauré auch seltener gehörte Werke aus der umfangreichen Klaviertrio-Literatur: Vertreten ist der Vater der französischen Kammermusik, Camille Saint-Saëns, ebenso wie seine Pariser Kolleg*innen Lili Boulanger, Mel Bonis – die als Erner &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;«Composer to Discover»&lt;/a&gt; mit ihrem Gesamtwerk für Klaviertrio vertreten ist –, deren Klassenkamerad Claude Debussy sowie die über viele Jahre in Paris lebenden Joaquín Turina und Bohuslav Martinů. Zudem kommt neben dem folkloristisch gefärbten Trio des Armeniers Arno Babadschanjan auch das Opus 1 des Wiener Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold zur Aufführung, kontrastiert durch Musik des Jahrhundert-Violinisten Fritz Kreisler.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 04 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/wien-trio-gaspard-583</link>
			<title>Wien | Trio Gaspard</title>
			<description>&lt;p&gt;Kammerkonzert 1 im Rahmen von Kammermusik kompakt |&amp;nbsp;Freitag, 3. Juli 2026, um 20 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Du alter Stephansthurm, duliäh! / Du bist der Freund der Wiener Kinder eh’!&lt;br /&gt;
Zur Taufe ziehen sie in Windeln schon / zur Kirche hin in langer Prozession.&lt;br /&gt;
Es rufet lockend Deiner Glocken Ton / verliebtes Volk zum eh’lichen Sermon.&lt;br /&gt;
Und wenn geschlagen uns die letzte Stund’ / so läuten sie zur Ruh’ mit eh’rnem Mund!&lt;br /&gt;
Nimm heut’ die Grüsse Deiner Kinder hin / ein Hoch dem Wächter uns’res schönen Wien!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So singt der Titelheld in Johann Brandls Operette &lt;em&gt;Der liebe Augustin&lt;/em&gt; (1887) eine Ode an den Turm des Stephansdoms, Wahrzeichen und Identifikationsobjekt Wiens – und zwar auf eine typisch wienerische, ebenso süsslich-wehmütige wie ironische Melodie, die durch Fritz Kreisler als «The Old Refrain» bekannt wurde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Wiener Stadtoriginal «Der liebe Augustin» ist ein fiktiver Bänkelsänger, der gemäss der Legende aus unerklärlichen Gründen trotz leichtfertigem Verhalten den Pestausbruch überlebt. Er ist der Inbegriff dafür, dass man mit Humor alles überstehen kann – ein zentraler Aspekt des «Wiener Schmähs», der auch die humorvolle «Marche miniature viennoise» und den ironisch überzeichneten «Caprice viennois» prägt, während die irische Melodie «Farewell to Cucullain» eine eher internationale Kaffeehausmusik voller Sentimentalität ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Demgegenüber stehen im Eröffnungskonzert zwei Werke von hohem Kunstanspruch: Beethoven lässt in seinem Trio Es-Dur durch den feierlichen Anklang an den Stile Antico ein ernsteres Werk erwarten, als es dann tatsächlich ist: Der Kopfsatz ist freundlich verspielt, das Allegretto hat den Gestus einer humorvollen Gavotte und verweist vielleicht auf etwas tollpatschige Tanzübungen ungeübter Aristokraten. Es folgen ein lieblich singendes Allegretto und das heiter unbeschwerte Finale.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erst zwölf Jahre jung war Erich Wolfgang Korngold, als er sein beeindruckend reifes Klaviertrio als Opus 1 veröffentlichte. Es war nicht seine erste Komposition, aber sein Vater, der als Musikkritiker die Medienwelt gut kannte, wollte sicherstellen, dass der Schritt in die Öffentlichkeit mit einem gewichtigen Werk erfolgte – in unbescheidener Anlehnung an Beethoven, dessen Opus 1 ebenso Klaviertrios waren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Trio hat die melodische und harmonische Opulenz, die Korngold auch in seinen Filmmusiken behielt. Gerade die selbstsicher traumwandlerische Anfangsmusik bringt die Stimmung des Fin de Siècle mustergültig zum Ausdruck. Darauf folgen ein zupackendes Scherzo, ein singendes Larghetto voll faszinierender harmonischer Ungewissheiten und ein Finale mit vielfältigen Stimmungsmomenten, dessen Ende im schnellen Walzertempo auf Korngolds Heimat verweist, die dieser mit Fritz Kreisler ebenso teilte wie die jüdische Herkunft, die spätere Heimat in den USA und die Liebe zur goldenen Zeit der Wiener Operette.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ludwig van Beethoven 1770–1827&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio Es-Dur op. 70 Nr. 2&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Poco sostenuto – Allegro, ma non troppo&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;br /&gt;
Allegretto, ma non troppo&lt;br /&gt;
Finale. Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Fritz Kreisler 1875–1962&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Vier Stücke für Klaviertrio&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Farewell to Cucullain («Londonderry Air» / «Oh Danny Boy»)&lt;br /&gt;
The Old Refrain («Du alter Stephansthurm» aus &lt;em&gt;Der liebe Augustin&amp;nbsp;&lt;/em&gt;von Johann Brandl)&lt;br /&gt;
Marche miniature viennoise&lt;br /&gt;
Caprice viennois&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erich Wolfgang Korngold 1897–1957&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klaviertrio D-Dur op. 1&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegro non troppo, con espressione&lt;br /&gt;
Scherzo. Allegro&lt;br /&gt;
Larghetto&lt;br /&gt;
Finale. Allegro molto e energico&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Trio Gaspard:&lt;br /&gt;
Jonian Ilias Kadesha, Violine&lt;br /&gt;
Vashti Hunter, Violoncello&lt;br /&gt;
Nicholas Rimmer, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie schon 2024 umspannt das dichte Wochenend-Programm mit dem Trio Gaspard Anfang Juli 2026&amp;nbsp;die gesamte Klaviertrio-Geschichte vom prägenden Übervater Joseph Haydn bis zur Uraufführung eines Werks von Giovanni Sollima. Dabei erklingen neben den Klaviertrio-Klassikern wie Beethoven, Schubert, Robert und Clara Schumann, Dvořák und Fauré auch seltener gehörte Werke aus der umfangreichen Klaviertrio-Literatur: Vertreten ist der Vater der französischen Kammermusik, Camille Saint-Saëns, ebenso wie seine Pariser Kolleg*innen Lili Boulanger, Mel Bonis – die als Erner &lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;«Composer to Discover»&lt;/a&gt; mit ihrem Gesamtwerk für Klaviertrio vertreten ist –, deren Klassenkamerad Claude Debussy sowie die über viele Jahre in Paris lebenden Joaquín Turina und Bohuslav Martinů. Zudem kommt neben dem folkloristisch gefärbten Trio des Armeniers Arno Babadschanjan auch das Opus 1 des Wiener Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold zur Aufführung, kontrastiert durch Musik des Jahrhundert-Violinisten Fritz Kreisler.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 03 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/wendel-quartet-grosse-klavierquartette-589</link>
			<title>Wendel Quartet | Grosse Klavierquartette</title>
			<description>&lt;p&gt;Samstag, 20. Juni 2026, um 17 Uhr, Kirche Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=112&amp;quot;&gt;Mel Bonis&lt;/a&gt;, eigentlich Mélanie Domange, war fast 70 Jahre alt, als sie 1927 auf eigene Kosten ihr zweites Klavierquartett D-Dur veröffentlichte. Die Tiefe des musikalischen Ausdrucks zu Beginn – eine Mischung aus Trauergesang, Choral und Gebet – passt zum Bild der tiefreligiösen Komponistin und Pianistin, vierfachen Mutter, fünffachen Stiefmutter und vielfachen Grossmutter, deren turbulentes und geradezu filmreifes Leben sie nun zurückgezogen, meistens auf einer Chaiselongue liegend, reflektiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In musikfernem und streng katholischem Elternhaus aufgewachsen, fand die talentierte Mélanie nur durch César Francks Förderung Aufnahme am Pariser Conservatoire, wo sie im Gesangsstudenten (und Dichter) Amédée-Louis Hettich ihre grosse Liebe fand – aus dieser Zeit stammt der ihr Geschlecht verschleiernde Künstlername Mel Bonis. Nach Hettichs Heiratsantrag nahmen Bonis’ Eltern ihre 23-jährige Tochter sofort vom Conservatoire und drängten sie zur Hochzeit mit dem zweifach verwitweten Industriellen Albert Domange, der fünf Söhne in die Ehe einbrachte. Drei gemeinsame Kinder folgten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von materiellen Sorgen befreit, beanspruchte das Familienleben Bonis aber so sehr, dass sie nur wenig komponierte, bis sie in den 1890er-Jahren wieder auf Hettich traf. Die beiden arbeiteten nun intensiv an der (später nur unter Hettichs Namen publizierten) &lt;em&gt;Anthologie des airs classiques&lt;/em&gt;, für die Bonis die Klaviersätze anfertigte. Irgendwann brach auch die nie verloschene Liebe durch. Bonis gebar 1899 heimlich die gemeinsame Tochter und musste sich sogleich von ihr trennen, was sie in eine tiefe Krise und Depression stürzte – denn die katholische Moral blieb bis zum Lebensende der zentrale Anker ihrer Identität.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Trotzdem waren die nächsten Jahre die produktivsten ihres Lebens, es entstanden erstklassige Lieder, Kammermusik, Klavier- und Orgelwerke. Nach dem 1. Weltkrieg entstanden vor allem geistliche Vokalmusik, Orgelmusik und das Klavierquartett D-Dur, das wie ein kammermusikalisches Testament wirkt in einer Zeit, deren Ästhetik längst weit von derjenigen Bonis’ entfernt war. Sie schrieb: «In unserer laizistischen, positivistischen, mitleidlos egoistischen Welt ist die Zärtlichkeit aus der Musik verbannt, stattdessen müssen wir nachgeahmte Lokomotiven, Fusstritte und unseriöse ‹Boleros› schlucken.» Das Klavierquartett steht in der Tradition von César Franck und Gabriel Fauré, und seine Integration in den Kammermusik-Kanon ist längst überfällig – deswegen ist es am &lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/informationen/archiv-programmhefttexte/traeume-kammermusikfest-2026-564&amp;quot;&gt;12. August 2026&lt;/a&gt; gleich noch einmal zu hören!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alfred Schnittke legte der Komposition seines Klavierquartetts ein 1973 erstmals veröffentlichtes Scherzo-Fragment des 16-jährigen Gustav Mahler zugrunde. Schnittke plante anfangs, das Fragment im Stile Mahlers fortzuführen, und versuchte «sich an etwas zu erinnern, was gar nicht zustande kam». Der Versuch scheitert nach drei vergeblichen Anläufen, die Schnittke in seine Gegenwart führen, und so endet die Komposition im wörtlichen Zitat des Mahler-Fragments.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumanns Klavierquartett ist das letzte klassische Werk seines Kammermusikjahres 1842. Der Kopfsatz beginnt geheimnisvoll und überrascht mit dem (für den in dieser Zeit kaum religiösen Komponisten) unüblichen Choralzitat von «Wer nur den lieben Gott lässt walten». Wirblig und gespenstisch ist das Scherzo, das Andante mit seiner innigen Cellomelodie ist einer der schönsten Sätze Schumanns überhaupt, und das Finale vereint Kontrapunktik mit dramatischem Schwung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Jonathan Inniger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mel Bonis 1858–1937&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klavierquartett Nr. 2 D-Dur op. 124&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Moderato – Più vivo&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;br /&gt;
Lent&lt;br /&gt;
Final. Allegro&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alfred Schnittke 1934–1998&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klavierquartett (1988)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumann 1810–1856&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Klavierquartett Es-Dur op. 47&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Sostenuto assai – Allegro ma non troppo&lt;br /&gt;
Scherzo. Molto vivace&lt;br /&gt;
Andante cantabile&lt;br /&gt;
Finale. Vivace&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wendel Quartet:&lt;br /&gt;
Matteo Cimatti, Violine&lt;br /&gt;
Élise Hiron, Viola&lt;br /&gt;
Jiayi Liu, Violoncello&lt;br /&gt;
Francesco Granata, Klavier&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 20 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
		</item>
	</channel>
</rss>
