<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0">
	<channel>
		<title>Blog | Musikdorf Ernen</title>
		<link>https://www.musikdorf.ch/?id=31</link>
		<description></description>
		<pubDate>Sat, 09 May 2026 18:57:13 +0200</pubDate>
		<category>Musikdorf Ernen</category>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/kammermusikfest-2026-337</link>
			<title>Kammermusikfest 2026</title>
			<description>&lt;p&gt;Für das Kammermusikfest&amp;nbsp;reisen Konzertmeister*innen, Mitglieder der weltbesten Kammermusikgruppen und Hochschulprofessor*innen nach Ernen, um zwei Wochen lang in immer neuen Formationen mit höchster Intensität und Begeisterung zu musizieren. Viele der Musiker*innen sagen, die zwei Wochen in Ernen seien die schönste Zeit ihres Jahres: Eine enthusiastische Stimmung unter den Musiker*innen, ein begeisterungsfähiges und offenes Publikum, ideale Rahmenbedingungen und die atemberaubende Umgebung in Ernen machen den perfekten Mix.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Programme versammeln spannende Stücke aus allen Epochen, von Barockmusik bis zu zeitgenössischer Musik. Jedes der Konzerte steht unter einem charakteristischen Titel, der sich auf das jeweilige Festivalmotto&amp;nbsp;bezieht. Damit tauchen Zuhörende in jedem Konzert in einen stimmig gestalteten musikalischen Kosmos ein, der sowohl abwechslungsreich als auch in sich verwoben ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2026&amp;nbsp;besteht die Gruppe aus den folgenden Musiker*innen:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alasdair Beatson ist der künstlerische Leiter des Kammermusikfestes. Er wählt die eingeladenen Musiker*innen aus, gestaltet die Programme und er findet für jedes Stück die ideale Kombination der Musiker*innen. Beatson ist ein weltweit renommierter Kammermusiker, der u.a. mit Steven Isserlis, Pekka Kuusisto, Viktoria Mullova, Pieter Wispelwey, dem Doric Quartet, Gringolts Quartet, Meta4 Quartet und dem Nash Ensemble zusammenarbeitet. Er unterrichtet Klavier am Royal Birmingham Conservatoire. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2011&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Joonas Ahonen ist ein weltweit gefragter Interpret sowohl für zeitgenössische Musik als auch für Kammermusik auf historischen Instrumenten (Hammerflügel). Er war Mitglied des Klangforums Wien und spielt regelmässig mit Patricia Kopatchinskaja und Pekka Kuusisto. Er ist Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2024&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Manuel Astudillo Quintero ist ein junger chilenischer Flötist, der nach seinem Studium in Genf in Belgien seine neue Heimat gefunden hat, wo er Solo-Flötist im Orchester des&amp;nbsp;Opera Ballet Vlaanderen ist. Manuel hat unter anderem den Kiefer Hablitzel | Göhner Musikpreis gewonnen.&amp;nbsp;Zum ersten Mal im Musikdorf: 2026&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Violinist und Bratschist Daniel Bard tritt als Konzertmeister des Kammerorchesters Basel, des Norwegischen Kammerorchesters und des Budapest Festival Orchestra auf, zudem ist er Solobratschist der Amsterdam Sinfonietta und Hauptmitglied der schwedischen Camerata Nordica. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2014&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jordi Carrasco Hjelm ist ein schwedischer Kontrabassist, der sich als hervorragender Kammermusiker und Improvisator einen Namen gemacht hat. Sowohl im Kammerorchester wie in Crossover-Ensembles ist er ein Garant für perfektes Timing und solides Fundament. Er tritt regelmässig mit dem O/Modernt Chamber Orchestra (Stockholm) und dem Asko Schönberg Ensemble (Amsterdam) auf. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2019&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Matteo Cimatti ist ein junger italienischer Geiger, der zwischen Florenz, London und Basel lebt. Jüngst gewann er in einem umfangreichen Auswahlspielt die Teilnahme am&amp;nbsp;Förderprogramm des YCAT. Cimatti wird auch vom Rahn Kulturfonds gefördert.&amp;nbsp;Zum ersten Mal im Musikdorf: 2025 als Teil des Wendel Quartet («Newcomers»).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alessandro D’Amico wurde in Caracas geboren und war Mitglied des «Simon Bolivar Youth Orchestra», wo er u.a. mit Claudio Abbado, Gustavo Dudamel und Sir Simon Rattle arbeiten konnte. Nach seinen Studien in Europa wurde er Mitglied des Merel Quartetts und der Camerata Variabile (Basel). Zum ersten Mal im Musikdorf: 2021&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der italienische Cellist Francesco Dillon ist sowohl Kammermusiker als auch Interpret zeitgenössischer Musik gefragt, u.a. als Mitglied des Ensembles Alter-Ego und des Quartetto Prometeo. Er arbeitete u.a. mit Philip Glass, Sofia Gubaidulina, Arvo Pärt oder Steve Reich und ist künstlerischer Leiter der Music@villaromana (Florenz) und des Castel Cello Festivals (Tirol). Zum ersten Mal im Musikdorf: 2021&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Miquel Garcia Ramon ist ein junger spanischer Cellist, der in Basel lebt. Er tritt als Solist, Kammermusiker und Orchestermitglied auf und deckt ein breites&amp;nbsp;Repertoire von der Alten bis zur zeitgenössischen Musik ab. Miquel gewann unter anderem den Kiefer Hablitzel | Göhner Musikpreis.&amp;nbsp;Zum ersten Mal im Musikdorf: 2026&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Francesco Granata&amp;nbsp;ist ein junger italienischer Pianist, der in Basel lebt. Er ist ein aktiver Kammermusiker und feierte Erfolge am Busoni Klavierwettbewerb (2021) und dem Van Cliburn Wettbewerb (2024). Er wird vom Rahn Kulturfonds gefördert.&amp;nbsp;Zum ersten Mal im Musikdorf: 2025 als Teil des Wendel Quartet («Newcomers»).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Maja Horvat ist eine vielseitige&amp;nbsp;Kammer-, Solo- und Orchestermusikerin, die in London lebt.&amp;nbsp;2024 trat Maja dem preisgekrönten Astatine Piano Trio bei, das sogleich mehrere Preise gewann und BBC3 New Generation Artists 2025–2027 wurde.&amp;nbsp;Zum ersten Mal im Musikdorf: 2026&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Klarinettist Matthew Hunt gehört zu den führenden Klarinettisten Europas er&amp;nbsp;bekannt für sein qualitätsvolles gesangliches Musizieren und seine Gabe, mit dem Publikum zu kommunizieren. Als Solist trat er u.a. mit Paavo Järvi und Trevor Pinnock auf, als Kammermusiker mit dem Pavel Haas Quartet, dem Chiaroscuro Quartet, mit Pekka Kuusisto, Alina Ibragimova, Thomas Adès, Antoine Tamestit, Cédric Tiberghien, Steven Isserlis und Elisabeth Leonskaja. Er ist Solo-Klarinettist der Kammerphilharmonie Bremen und Kammermusikprofessor an der Folkwang Universität Essen. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2019&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Bratschistin Lilli Maijala ist sowohl als Solistin, Kammermusikerin wie auch als Dozentin gefragt. Sie ist Mitglied des Valo Quartets und seit 2023 Professorin an der Zürcher Hochschule der Künste.&amp;nbsp;Zum ersten Mal im Musikdorf: 2019&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Samuel Niederhauser ist ein Schweizer Cellist und Preisträger wichtiger Wettbewerbe. Er ist passionierter Kammermusiker, tritt häufig als Solist auf und ist&amp;nbsp;Solo-Cellist im Luzerner Sinfonieorchester. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2023&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alinka Rowe ist eine britisch-polnische Bratschistin, die aktuell an der Musik-Akademie Basel studiert. Sie trat bereits mit Künstlern wie dem Doric Quartet, dem Jerusalem Quartet, Sheku Kanneh-Mason, Adrian Brendel und Steven Isserlis auf. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2022&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Chiara Samatanga ist 1. Preisträgerin des Lutosławski-Wettbewerbs (Warschau) und verfolgt eine rege Karriere als Solistin und Kammermusikerin. Sie ist Mitglied des Carmina Quartetts und seit 2023 Dozentin für Violoncello an der Hochschule der Künste Bern. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2018&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Chiara Sannicandro ist eine deutsch-italienische Violinistin, die in Salzburg aufgewachsen ist. Sie hat zahlreiche Preise gewonnen, ist eine gesuchte Kammermusikerin&amp;nbsp;und spielt regelmässig im Dänischen Esbjerg Ensemble sowie in der Camerata Salzburg. Chiara wird vom Rahn Kulturfonds unterstützt. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2025&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der spanische Perkussionist Santiago Villar (geb. 1998) entwickelt eine breit gefächerte künstlerische Praxis, die Musik und audiovisuelle Kreation vereint. Er arbeitet mit zeitgenössischen Komponist*innen und den führenden Ensembles für neue Musik zusammen. Santiago gewann unter anderem den Kiefer Hablitzel | Göhner Musikpreis und&amp;nbsp;lebt in Basel.&amp;nbsp;Zum ersten Mal im Musikdorf: 2026&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die polnische Geigerin Maria Włoszczowska leitet als Konzertmeisterin die Royal Northern Sinfonia und tritt regelmässig als Solistin in den wichtigsten Konzertsälen der Welt auf – u.a. an den BBC Proms und in der Wigmore Hall. Sie war Gewinnerin des Bach-Wettbewerbs 2018 in Leipzig und ist erste Geigerin des Valo Quartets. Zum ersten Mal im Musikdorf: 2018&lt;br /&gt;
(Eigentlich wird der Nachname so geschrieben: Włoszczowska. Für die bessere Auffindbarkeit schreiben wir den Namen ungenauerweise ohne Sonderzeichen.)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-plus&amp;amp;mod_action=ticket&amp;amp;abo_id=3&amp;quot;&gt;Abo kaufen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=40&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Alle Konzerte des Kammermusikfests&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/watch?v=VKGTMLjdM3U&amp;amp;list=PLJ8L9lXSkoHM892SWCI-3qFZVxf4leS0O&amp;amp;index=1&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Videos von vergangenen Konzerten&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1597400465-Kammerkonzert6-31.jpg" length="993731" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/das-festival-thema-der-53-konzertsaison-553</link>
			<title>Das Festival-Thema der 53. Konzertsaison</title>
			<description>&lt;p&gt;Bitte nicht stören, da ist gerade jemand im Flow! Wie ein Kind beim Spielen kommen wir bei manchen Aktivitäten in einen Zustand, in dem wir alles rundherum vergessen. Wir gehen ganz auf in einer Tätigkeit – wir werden mit ihr identisch –, können uns dabei in den kleinsten Details verlieren und extreme Herausforderungen meistern. Wir erleben eine immense Leichtigkeit im Geist und führen Handlungen scheinbar widerstandslos aus. Wir sind im Flow.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch beim Musizieren oder Musikhören können wir in den Flow kommen. Wem es gelingt, erlebt höchste Glücksgefühle. Wir identifizieren uns mit den in Musik gebannten Emotionen und Zuständen – dann &lt;em&gt;spielen &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;hören &lt;/em&gt;wir sie nicht, sondern wir &lt;em&gt;fühlen &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;erleben &lt;/em&gt;sie. Wenn die Hände auf den Tasten Unvorstellbares vollbringen und der Kopf scheinbar den Muskeln folgt, wenn Musikgruppen ihre Bewegungsenergie bündeln, wenn wir beim Zuhören ganz in ein Werk eintauchen – dann sind wir im Flow.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach dem letztjährigen Festivalthema «Rituale» ist «Im Flow» ein konsequenter nächster Schritt, denn: Das Ritualisieren ermöglicht den Flow-Zustand. Rituale sind Handlungen unter strenger Kontrolle. Flow ist die freigeistige Kehrseite des Rituals und bedeutet, diese Kontrolle loszulassen. Im Musikdorf Ernen wollen wir uns eine Saison lang auf diesen Kern unserer geliebten Tätigkeit konzentrieren – auf das intensive, bewegende und bereichernde Erlebnis Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zudem entdecken wir in der 53. Konzertsaison Musik, die verbunden ist mit vielem, was fliesst: Natürlich Wasser, Luft, Energie und die Zeit, aber auch Geld, Gedanken oder Getränke.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Geschrieben von Jonathan Inniger, Intendant Festival Musikdorf Ernen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 01 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1767704534-1_-_25-12-29_portraits_musikdorf-1.jpg" length="1381674" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wenn-toene-graeser-bewegen-393</link>
			<title>Wenn Töne Gräser bewegen</title>
			<description>&lt;p&gt;Das Kammerkonzert der Studierenden der Musikhochschule HEMU Valais-Wallis (Sion), das Franz Schubert und Antonín Dvořák gewidmet war, zeigte klar das Potential der jungen Formation auf. Noch in der Ausbildung, haben sie uns engagiert und mit viel Einfühlungsvermögen vorgeführt, zu was sie fähig sind. Das zahlreich anwesende Publikum im Tellensaal dankte es ihnen mit begeistertem Applaus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tags darauf spielte die junge Walliser Pianistin Vivien Heinzmann aus Visperterminen. Sie verblüffte uns mit ihrem anspruchsvollen Programm und ihrer Spielfreude. Die Titel der Stücke waren prosaisch. Zum Beispiel vom Franzosen Jean-Philippe Rameau (1683–1764) «Le rappel des oiseaux» oder »La poule&amp;nbsp;» aus zwei Suiten. Dann folgten die 11 Bagatellen op. 119 von Ludwig von Beethoven. Den Schluss machte Maurice Ravel (1875–1937) mit «Miroirs» aus dem Jahre 1905, ebenfalls mit Stücken, die sich titelmässig Rameau ähnelten, wie «Oiseaux tristes», «Une baraque sur l’ocean» oder «La vallée des cloches».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das dunkelbraun schimmernde, ärmellose, lange Kleid von Vivien Heinzmann passte vorzüglich zu ihrer schlanken Figur. Die blonden Haare offen, ohne dass diese sie beim Spielen beeinträchtigt hätten. Sie setzte sich hin, wirkte etwas scheu und doch zielstrebig, legte nach kurzer Pause die Hände auf die Tasten und begann auf eine Art zu spielen, die uns sofort faszinierte. Auch Nichtprofis merkten schnell, wie schwierig die Kompositionen waren, wie schnell und tonreich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die ganze Klaviatur wurde in Anspruch genommen, zum Verschnaufen war keine Zeit und zum Nachsingen sowieso nicht. Es waren keine Gassenhauer. Ihre Hände liefen über die Tasten wie eine vielbeinige Spinne, die verfolgt wird und fliehen muss. Als hätten sich die Schleusen im Hirn geöffnet und die Töne in die Finger gespült, die dann zu Melodien wurden. Und das alles mit einer Eleganz und Leichtigkeit – wie sie ihre Hände von den Tasten nahm, wenn ein Lauf zu Ende war – und man glaubte zu spüren, wie glücklich sie beim Spielen war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und das alles ohne Noten. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. Und wie ihr der Applaus fast unangenehm schien, eine Verbeugung und dann ab, durch die Tür, wieder herein, eine Verbeugung und weg war sie. Aber dann doch noch mit einer kleinen Zugabe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die «Composer:innen in Residence»&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja, in der englischen Sprache gibt es nur die männliche Form, nur «the composer» – den Komponisten. Wir hatten dieses Jahr aber in Ernen das grosse Glück, gerade zwei Komponistinnen mit ihrer Musik zu Gast zu haben. Da war einmal die Engländerin Cheryl Frances-Hoad (*1980), deren neustes Streichquartett mit dem Titel «Ernen» in der Kirche uraufgeführt und weitere frühere Werke von drei Formationen im Programm «Newcomers» gespielt wurden. Es waren Werke, die sie als 17-jähirge komponiert hatte, überraschend, tiefsinnig und von einer Dringlichkeit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jetzt hörten wir schon Musik von der nächsten Komponistin, die ihren grossen Auftritt dann im Sommer 2026 haben wird: die französisch-schweizerische Claire-Mélanie Sinnhuber (*1973). Sie wurde in Strasbourg geboren und hat in Paris studiert, wo sie auch lebt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ihre Musik ist zart wie ihr Name «Claire-Mélanie», klar, vielleicht auch ein bisschen durchsichtig. Mit ihrer sanften Stimme erklärte sie dem Publikum engagiert, wie sehr sie von der Natur inspiriert wird, und wie sie den Gräsern eine Komposition gewidmet hat und eigentlich meistens hauptsächlich die oberen Tasten auf dem Klavier braucht. So kam ihr Streichquartett Nr. 3 «Onze heures et demie dans les herbes» (2024), das vom Ensemble der HEMU Sion intoniert wurde, zur Aufführung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vivien Heinzmann hatte gerade zweimal das Vergnügen, sich mit Kompositionen von Sinnhuber auseinanderzusetzen. Einmal spielte sie die «Toccata» (2020), da wurde auch mal das Holz des Flügels, oberhalb der Tasten, eigesetzt, wo die Pianistin mit der linken Hand einen Rhythmus klopfte, der nicht der gleiche war, wie der, den die rechte Hand spielte. Und besonders reizvoll war das kurze Aperçu, das Sinnhuber als musikalischen Raum zwischen die Bagatellen von Ludwig van Beethoven komponierte – unter dem Titel «Papier brouillard» – was nichts anderes heisst, als «Kaffeefilter». Es waren sehr raffinierte Einfälle.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Programm zum Schluss des Konzertjahres 2025 in Ernen war vielfältig, erheiternd, unterhaltsam und beeindruckend. Schade für alle, die nicht dabei waren. Aber da gibt es ja das schöne französische Proverb: «Les absents ont toujour tort».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Madeleine Hirsiger,&amp;nbsp;Ernen, 21. Oktober 2025&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1761303158-20251018_203249.jpg" length="2375485" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/the-fabulous-three-more-389</link>
			<title>The Fabulous Three &amp; More</title>
			<description>&lt;p&gt;Zu diesem Erfolg hat nicht zuletzt die Engländerin Cheryl Frances-Hoad beigetragen, die als «Composer in Residence» ein paar Wochen in Ernen verbracht hatte, um sich von der atemberaubenden Umgebung zu Kompositionen inspirieren zu lassen. Und das hat sie getan – und wie! Mit dem Streichquartett «Ernen», das Anfang August in der Kirche höchst erfolgreich uraufgeführt wurde, gab sie uns einen Vorgeschmack auf das, was wir noch zu erwarten hatten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die in der Reihe «Newcomers» auftretenden Musikformationen haben auf Wunsch der Festivalleitung in ihre Programme frühere Kompositionen von Cheryl Frances-Hoad aufgenommen. Und diese Werke waren der Pfeffer in den jeweiligen Aufführungen und gaben viel an- und aufregenden Gesprächsstoff.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Auftakt im Tellensaal machte das Dora Piano Trio. Neben Haydn und Dora Pejačević, einer kroatisch-ungarischen Komponistin (1885–1923), die dem Trio den Namen gab, wurde das Stück «Melancholia» von Cheryl Frances-Hoad gespielt. Die damals 18-jährige liess sich vom gleichnamigen Gemälde von Edward Munch inspirieren, das einen Mann zeigt, der unter bedrohlich dunklem Himmel aufs Meer starrt. Das Bild hat sie in ausdruckstarke Melodien umgesetzt, innig, ja fast schmerzvoll und mit reichhaltigen Akkorden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;«The Prophecy»&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einen unglaublichen Auftritt legten einen Tag später der Pianist Dennis Linnik aus Belarus und der Cellist Vilém Vlček aus Prag hin, beide international schon eine Weile erfolgreich unterwegs. Sie begeisterten uns mit Leoš Janáček, Bohuslav Martinů und Edvard Grieg. Mit unglaublichem Engagement, musikalischem Feingefühl und präziser Intonation verzauberten sie das Publikum. Und als sie dann noch «The Prophecy» von Cheryl Frances-Hoad spielten, war es um uns geschehen. Dieses Stück hatte die heute 45-jährige Engländerin im zarten Alter von 17 Jahren komponiert, damals auf Anfrage eines Festivals.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die beiden Musiker waren begeistert von der Reife und Tiefe dieser frühen Komposition und gaben zu, es sei ihnen schon kalt den Rücken runtergelaufen, als sie die Noten genau angeschaut hätten. Sie sahen im Inhalt eine fast verzweifelte Auseinandersetzung mit der Existenz des Menschen. Und der Anschein trügt nicht, dass sich die drei, die sich zum ersten Mal gesehen hatten, ausgezeichnet verstanden und wohl bald wieder miteinander zu tun haben werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit 27 Jahren schrieb die Engländerin das 10-minütige Stück «My Day in Hell», das vom «Moser String Quartett» stimmig interpretiert wurde. Zu diesem Werk sagte die Komposition, dass sie mit hohem Fieber im Bett gelegen und überzeugt gewesen sei, dass sie nun sterben werden. Doch hatte sie in dieser Zeit ein neues Stück für das Dante Quartet zu schreiben, und so schrieb sie diese musikalische Höllenvision, inspiriert von Dantes Schilderung der Hölle in «La Divina Commedia», nachdem sie sich – halb im Delirium – das 13-stündige Hörbuch zu Gemüte geführt hatte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zugängliche zeitgenössische Musik&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Musik von Cheryl Frances-Hoad ist zeitgenössisch, verwurzelt in der musikgeschichtlichen Tradition aber doch frei von Imitationen, dissonant aber keineswegs Zwölftonmusik. Jedes Werk ist anders, eigenständig, farbenreich. Der Brite Benjamin Britten (1913–1976) nennt Frances-Hoad als ein wichtiges Vorbild. Er habe für das Royal Opera House geschrieben, aber auch für die Leute im Dorf. Als Komponistin möchte sie nicht in einem Elfenbeinturm leben, sondern Musik komponieren, die für die Menschen zugänglich sei, sagt die Künstlerin und hofft, ein breites Publikum ansprechen zu können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und nun hat sie in Ernen ihre eigenen Stücke gehört, die sie jahrelang nicht mehr gehört hatte. Sie sei schon etwas stolz, es sei fantastisch, wie die jungen Musizierenden ihre Werke gespielt hätten, mit grosser Seriosität und Freunde. Es gäbe für sie im Moment nichts Schöneres. Was sie persönlich in Ernen erlebt und gehört habe, mache sie nachdenklich und erinnere sie an ihre Anfänge, dorthin, wo sie wieder anknüpfen möchte, weil ihr Frühwerk von einer Dringlichkeit beseelt sei, ihr Inneres nach Aussen gestülpt wurde, Töne statt Worte, eine Art Tagebücher. Sie hätte in letzter Zeit sehr viel zu tun gehabt und wenig Zeit, wirklich zu sich zu finden. Das müsse sich ändern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das fulminante Ende&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war die 22-jährige Spanierin Laura Mota Pello, die uns in ihrem Matinée-Rezital mit feurigem Anschlag durch den Morgen mitzog. Neben Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert war sie bei Manuel de Falla (1876–1946) mit der «Fantasia bética» total im Element. Es war eine Reise in die Tiefe der Kultur Spaniens.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Schluss machte dann das Wendel Quartett, etwas vom Feinsten, das in diesen Tagen zu hören war: musikalisch auf höchstem Niveau, stimmig und fast verschwörerisch im Auftritt, sie spielten sich die Töne zu, hörten aufeinander, beim Briten Frank Bridge (1879–1941), beim französisch-schweizerischen Komponisten Richard Dubugnon, geboren 1968 in Lausanne, und beim Franzosen Gabriel Fauré (1845–1924).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die beiden Italiener Matteo Cimatti (Violine) und Francesco Granata (Klavier) waren schon an und für sich ein perfektes Duo, aber ergänzt zum Quartett wurden sie mit den beiden Frauen Elisa Hiron (Viola) und Jiayi Liu (Cello). Alle gaben Alles! Was für ein Vergnügen. Sie verströmten eine spielerische und auch fröhliche Energie, und es ist kaum zu glauben, dass sie erst seit eineinhalb Jahren zusammenspielen. Und auch sie trafen sich nach ihrem Auftritt mit Cheryl Frances-Hoad auf dem Dorfplatz, bevor es nach Hause ging….&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und jetzt ist Ernen wieder ein ganz gewöhnliches Bergdorf, die Musikerinnen und Musiker sind abgereist. Zurück bleiben unendlich viele Eindrücke, musikalische, persönliche, freundschaftliche. Und es bleibt einem nichts anderes übrig, als auf das 53. Festival im Musikdorf zu warten – gespannt, was sich die Leitenden des Festivals wieder ausdenken. Eines ist sicher: es wird auf jeden Fall spannend und abwechslungsreich werden. Man darf sich jetzt schon freuen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Madeleine Hirsiger, Ernen 15. September 2025&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 15 Sep 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1758526956-20250913_183011.jpg" length="1481894" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/pilgern-wie-zu-zeiten-von-franz-liszt-388</link>
			<title>Pilgern wie zu Zeiten von Franz Liszt</title>
			<description>&lt;p&gt;Es gibt nur wenige Dörfer in den Alpen, in denen man sich so gut in alte Zeiten zurückversetzen kann wie in Ernen. Das intakte Dorfzentrum hat den barocken Charme erhalten, auf den Weiden von Niederernen liesse sich problemlos ein Historienfilm aus dem 19. Jahrhundert drehen. Und doch pulsiert und vibriert das Musikdorf im Takt des 21. Jahrhunderts.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der vergangene Sonntag, 10. August, wurde im Musikdorf kurzerhand als Pilgertag ausgerufen. Pilgern hat in Ernen nämlich Tradition. Am 28. Juni 1835 reiste der Komponist und Klaviervirtuose Franz Liszt mit seiner Geliebten Marie d’Agoult durch Ernen. Seine Tagesroute führte ihn von Gletsch nach Lax, wo er im Hotel «Weisses Kreuz» übernachtete.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Gomsdurchquerung blieb nicht folgenlos für die Musikgeschichte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als der Komponist drei Wochen später in Genf ankommt, verarbeitet er die Reiseeindrücke in einem «Album d’un voyageur» – einem Reisealbum mit zwölf Klavierstücken. Etwas mehr als zwanzig Jahre später überarbeitet Liszt daraus einige Stücke und integriert sie in den Schweizer Teil seiner «Années de pèlerinage» – den Pilgerjahren – einer Sammlung von 26 Charakterstücken für Klavier. Die darin enthaltenen Stücke «Pastorale» und «Au bord d’une source» sind ein leiser Nachhall von Liszt’ Reise durch Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Musikalische Wallfahrt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das schmucke Ernen präsentierte sich am Sonntag von seiner besten Seite. Gehüllt in prächtigem Sonnenschein war es idyllisch wie zu Liszt’ Zeiten. Zu Fuss und per Bus pilgerte ein erlauchtes Grüppchen am Vormittag zu der Wallfahrtskapelle Erner Wald, wo Alinka Rowe (Viola), Edgar Francis (Viola) und Matthew Hunt (Klarinette) stimmungsvolle Duos und Trios in die Waldeinsamkeit hinein spielten: das berührende «Lament» für zwei Violas von Frank Bridge (1879–1941) etwa, oder ein himmlisch schönes «Prelude, Allegro and Pastorale» für Viola und Klarinette von der überaus talentierten Rebecca Clarke (1886–1979).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Angelusläuten der Erner Kirche St. Georg begleitete dabei die zarten Töne.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Pilgerreise ging danach der Suone «Trusera» entlang nach Mühlebach zur Kapelle der Heiligen Familie, einem auratischen Ort für das Musikdorf. Hier wurde vor etwa 20 Jahren die Asche des Festivalgründers György&amp;nbsp;Sebők (1922–1999) verteilt, an einem seiner Lieblingsplätze. Chiara Sannicandro (Violine), Edgar Francis (Viola), Allesandro D’Amico (Viola) und Jordi Carrasco Hjelm (Kontrabass) sorgten mit Musik von Reinhold Glière (1874–1956) und Wolfgang Amadeus Mozart für gehörig Transzendenz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bewacht vom heiligen Drachentöter Georg nahm die Pilgerreise in der Erner Kirche mit einem Konzert voller religiös angehauchter Werke ihr Ende.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Schluss erklang eine Bearbeitung der «Vallée d’Obermann» aus dem «Album d’un voyageuer» von Franz Liszt, die musikalische Umsetzung eines imaginierten Ideal-Tal aus dem Briefroman «Oberman» (1804) von Étienne&amp;nbsp;Pivert de Senancour. Literatur- und Musikwissenschaftler wollen dieses ominöse Tal im Wallis beim Grossen St. Bernhard lokalisiert haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gut möglich, dass sich Franz Liszt bei der Komposition jedoch in ein Ideal-Tal rund 90 Kilometer weiter östlich zurücksehnte: in das Goms mit seinem Juwel Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 12. August, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 12 Aug 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1755253343-20250810_113521.jpg" length="2447000" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/der-klang-von-ernen-386</link>
			<title>Der Klang von Ernen</title>
			<description>&lt;p&gt;Das Musikdorf inspiriert. Selbst in vermeintlich unscheinbaren Dingen. Auf ihren Spaziergängen durch die Erner Wälder stiess Cheryl Frances-Hoad im vergangenen Herbst auf Flechten, deren Formen sie direkt in den Bann zogen. «Mich faszinierte deren Struktur und wie sich die die kleinen Äste immer weiter verzweigen», so die Komponistin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Composer in Residence durfte die Britin Cheryl Frances-Hoad im letzten Herbst Zeit in Ernen verbringen. Zum Komponieren. Aber auch zum Spazieren, Flanieren und Kontakte knüpfen. Eine für die familiäre Atmosphäre im Musikdorf nicht ganz untypische Anekdote: Als die Erner Malerin Katrin Ullmann von der Flechten-Begeisterung der Komponistin hört, schenkt sie ihr kurzerhand zwei ihrer Flechten-Bilder.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Nebel verhülltes Tal&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Aufenthalt in Ernen hinterlässt Spuren im Œuvre von Cheryl Frances-Hoad. Alle vier Sätze ihres Streichquartetts mit dem Titel «Ernen» sind von Erlebnissen im Musikdorf geprägt. Der erste Satz «Lichens on the forest floor» (zu Deutsch: «Flechten auf dem Waldboden») ist formell wie eine Flechtengebilde aufgebaut, der zweite Satz «Glittering rocks» («Glitzernde Steine») widerspiegelt die Struktur von Kristallen aus dem Landschaftspark Binntal.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;An einem ruhigen Oktobermorgen des letzten Jahres blickte die Komponistin von ihrer Erner Wohnung in Richtung Brig. «Ich hörte mir Musik von Arvo Pärt und John Tavener an, da ich ein Stück für ein Programm in der Norwich Kathedrale schreiben durfte, in der Musik dieser beiden Komponisten auf dem Programm stand. Plötzlich wurde das ganze Tal von Nebel eingehüllt. Es war ein mystischer Moment, der mir die Inspiration für den dritten Satz meines Streichquartetts lieferte.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Mist engulfs the valley» («Nebel hüllt das Tal ein») nennt Cheryl Frances-Hoad den dritten Satz. Eine sinnlich schöne Musik voll zarter Flageolett-Klänge, Mikro-Glissandi und traumversunkenen Kantilenen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Reiz der Tradition&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schon lange träumte Cheryl Frances-Hoad davon, ein gross angelegtes 20-minütiges Streichquartett zu schreiben, ein Werk, das in der Musiktradition verwurzelt bleibt, aber zugleich darüber hinausweist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der vierte Satz «The view from Hängebrücke» («Die Aussicht von der Hängebrücke») wirbelt nicht nur spielerisch Eindrücke vom Gang auf die Hängebrücke bei Mühlebach durcheinander, sondern verweist auch virtuos auf die lange Liste grosser Streichquartett-Kompositionen: So lassen etwa tänzerische Passagen Anklänge an die die Musiksprache Béla Bartóks erkennen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ihre Auseinandersetzung mit Ernen und der umliegenden Landschaft fand mit dem Streichquartett noch längst keinen Abschluss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit «Stones of the Sky» schrieb Cheryl Frances-Hoad kürzlich Variationen für Klavier. Die Anregung dazu gaben wiederum Mineralien aus dem Landschaftspark Binntal. Das Klavierstück erfährt seine Premiere im Oktober 2025 in London. «Mein Aufenthalt in Ernen war lebensverändernd», schwärmt die Komponistin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen inspiriert. Und wirkt nach.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das Streichquartett «Ernen» kommt am Samstag, &lt;a href=&amp;quot;?id=34&amp;quot;&gt;9. August 2025&lt;/a&gt;, um 18.00 Uhr in der Kirche St. Georg in Ernen zur Uraufführung. Es spielen: Maria Włoszczowska (Violine), Daniel Bard (Violine), Alinka Rowe&amp;nbsp;(Viola) und&amp;nbsp;Samuel Niederhauser (Cello).&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 8. August 2025, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 08 Aug 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1754643307-WhatsApp_Image_2025-08-07_at_11.43.20_(1).jpeg" length="909686" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wenn-sich-das-klavier-mit-der-klarinette-vereint-387</link>
			<title>Wenn sich das Klavier mit der Klarinette vereint</title>
			<description>&lt;p&gt;Charl du Plessis ist ja in Ernen ein alter Habitué. Seit Jahren setzt er sich mit ausgesprochenem Engagement ans Klavier und zieht alle Register, die ihm zur Verfügung stehen. Er ist bekannt für seine Crossover-Darbietungen, beginnt ganz gewöhnlich mit Bach oder Scarlatti, um dann seine flinken Finger über die Tasten sausen zu lassen, Akkorde kraftvoll intoniert, allein, oder immer wieder mit seinen feinfühligen zwei Mannen, Werner Spies, der agil seinem dünnen Kontrabass («Stick Bass», praktisch zum Reisen) voll im Griff hat, der andere, Peter Auret, der sattelfest am Schlagzeug sitzt und die feinsten Töne aus seiner Batterie holt, immer richtig in der Tonfarbe, immer adäquat zum musikalischen Bild, das der Pianist vorgibt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist eine Ohr- und Augenweide, dem Trio zuzuschauen. Und wenn dann noch die international gefeierte Walliser Sopranistin Rachel Harnisch ihre warmen Töne über mehrere Oktaven in das hohe Kirchengewölbe entlässt, mit dem Pianisten und seinen Begleitern schäkert, dann weiss man: wir kommen gerade in den Genuss einer unglaublichen Verwöhnkur, – dieses Jahr mit einem Wermutstropfen, denn der Auftritt von Rachel soll offiziell der letzte gewesen sein. Vor zwei Jahren hat sie sich entschieden, ihre Karriere zu beenden.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und jetzt das: Charl du Plessis und Matthew Hunt. Es brodelte förmlich in der vollbesetzten Kirche, denn die beiden verströmten so viel Energie, Spielfreude und Witz, dass es uns nicht leicht fiel, still auf den Kirchenbänken zu verharren. Das Ereignis begann mit Bachs «Erbarme dich» aus der Matthäuspassion. Natürlich war nicht zu erwarten, dass sich du Plessis an die aus Bachs Feder stammenden Noten hält. Aber seine «jazzige» Hand liess doch immer wieder für kurze Zeit auf das Original hinweisen. Und ganz in seinem Element war er bei Morgan Lewis’ (1906–1968) «How High The Moon». Da bewegte sich sein rechtes Bein unermüdlich im Rhythmus der Musik, das gab ihm Schwung bis zum letzten Ton. Ein Leckerbissen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dann kam – unter frenetischem Applaus – der international renommierte Klarinettist Matthew Hunt die Chortreppe hinunter. Die beiden setzten zu Charl du Plessis’ eigener Komposition «Bossa à Beaulieu» an – und da wurde uns allen bewusst, was es heisst, wenn zwei begnadete Musiker sich gekonnte auf die Äste hinauswagen, mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit, als wäre da nichts Spezielles dabei. Und dann das neckische Spiel, sich musikalisch auszutricksen, wurde bei George Gershwin (1898–1937) auf die Spitze getrieben. Wie sie sich gegenseitig neckisch anschauten, nach dem Motto «Du musst nicht meinen… – ich kann es besser als du» und dann am Ende sich so freuten, weil sie ja wussten, dass sie beide diese Spielerei beherrschen. Und dazwischen immer wieder diese geistreichen und witzigen Ansagen von Charl du Plessis zwischen den Stücken, die immer für einen Lacher sorgen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und so zog sich der Abend hin – bis zum Ende, bis zu Oscar Petersons (1925–2007) «You Look Good To Me» – da meinte Charl, diese Aussage hätte Matthew ihm gegenüber gemacht (er schaut ja auch gut aus), dann lagen sich die beiden in den Armen, Charl auf den Zehenspitzen, um etwa auf gleicher Höhe zu sein wie der stattliche Matthew, glücklich über das Vollbrachte, unendlich langanhaltender Applaus. Wir wussten nicht, wie wir es ihnen verdanken sollen. Es war ein aussergewöhnliches Erlebnis, ein unvergessliches Geschenk.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für mich war dieser Abend in all den Jahren, in denen ich die Konzerte im Musikdorf besuche, ein besonderer Höhepunkt. Vielleicht findet diese Vorführung gerade in den Annalen des Festivals ihren Platz. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Madeleine Hirsiger, Ernen, 7. August 2025&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 07 Aug 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1755073419-20250806_203045.jpg" length="2757764" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/offenbarungen-in-der-barockkirche-beim-barockkonzert-385</link>
			<title>Offenbarungen in der Barockkirche beim Barockkonzert</title>
			<description>&lt;p&gt;Die Kirche in Ernen war sehr gut besetzt, als Co-Intendant Jonathan Inniger vor das Publikum trat, um das musikalische Programm vorzustellen. Es kommt aber immer wieder vor, dass in diesem Augenblick auch Verdankungen ausgesprochen werden, zum Beispiel an Sponsoren, Regierungsmitglieder oder Kulturgruppen, die für ein Konzert anreisen. Etwas ganz Besonderes ist es, wenn ein Musikliebhaber mit fast 102 Jahren immer noch im Publikum sitzt, begleitet von seiner Tochter, und immer wieder nach Ernen pilgert. Was für ein Treuebeweis! Nach einem erstaunten Raunen durch die Kirchenbänke, war Guenter Lewy (*1923) ein herzlicher Applaus sicher!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dann ging es schon um den Barockkomponisten Claudio Monteverdi (1567–1643), der 1624 für den Karneval in Venedig das «Combattimento» als «madrigale guerriero» komponierte. Dabei geht es um den Kreuzritter Tancredi und die Muslimische Kämpferin Clorinda, die sich heimlich verlieben und sich dann eben doch duellieren. Das regte Monteverdis Fantasie offensichtlich an, die sich in bemerkenswerten Tonmalereien ausdrückte und die Kampfhandlungen musikalisch hörbar machte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es handelt sich fast um eine Mini-Oper, und dafür trat der polnische Tenor Krystian Adam auf den Plan. Er klärte uns erst einmal über seine frühere tiefe Abneigung zu Monteverdi auf, und darüber, wie er durch Zufälle sich dann doch für den Komponisten und seine Musik zu interessieren begann. Durch mehrere gewonnene Vorsing-Wettbewerbe rutschte er in die Musikwelt von Monteverdi hinein und wurde so schliesslich zu einem feurigen Interpreten von dessen Musik. Beim «Combattimento di Tancredi e Clorinda» hatte er gleich drei Rollen zu singen, denn zu den Hauptdarstellern kam noch ein Erzähler dazu. Das machte der Tenor mit grossem Engagement und es gelang ihm auch, dieses Drama entsprechend zu interpretieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein grosser Einsatz wartete auf die beiden Oboen-Spezialisten Xenia Löffler und Josep Domènech Lafont. Sie gaben alles, um uns zu verführen, was ihnen mit ihren ersten, warmen, virtuosen Tönen, die sie ihren Holzinstrumenten entlockten, sofort gelang. Auf dem Programm stand das Konzert D-Dur für zwei Oboen, Streicher und Basso Continuo von Giovanni Battista Sammartini (ca. 1700-1775). Nun ist dieser Komponist eine Offenbarung (auch musikalisch), denn er war bis vor kurzem einem breiteren Publikum kaum bekannt. Das Konzert D-Dur ist ein jüngst enthülltes Werk aus der Schweriner Musikaliensammlung der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern, von dem bisher weder Noten noch eine Aufnahme publiziert wurden. Dank den Programmgestalterinnen, die das Werk nach Ernen gebracht haben, erlebten wir etwas Aussergewöhnliches: was war das für eine erfüllende Entdeckung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und natürlich durfte an diesem Abend Antonio Vivaldi (1678–1741) nicht fehlen, einer der ganz grossen Barockkomponisten. Es war – wie seit Jahren – das Ensemble Aernen Barock, das uns mit weiteren typischen italienischen dreisätzigen Concerti zu guter Laune verhalf, mit seiner musikalischen Stilsicherheit und Spielfreude.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war einmal mehr ein lohnenswerter, abwechslungsreicher Musikabend in der Kirche St. Georg zu Ernen. Es werden weitere folgen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Madeleine Hirsiger, Ernen, 30. Juli 2025&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1753887620-20250729_212112.jpg" length="2975702" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/finaler-akt-384</link>
			<title>Finaler Akt</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;There′s a place for us,&lt;br /&gt;
Somewhere a place for us.&lt;br /&gt;
Peace and quiet and open air&lt;br /&gt;
Wait for us&lt;br /&gt;
Somewhere.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Es gibt einen Ort für uns,&lt;br /&gt;
Irgendwo einen Ort für uns.&lt;br /&gt;
Frieden und Ruhe und freie Luft&lt;br /&gt;
Erwarten uns&lt;br /&gt;
Irgendwo.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;(Leonard Bernstein, «Somewhere», aus dem Musical &lt;em&gt;West Side Story&lt;/em&gt;)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Sehnsucht nach einem Ort des Friedens, der Liebe und der Hoffnung, fernab von Zwängen und gesellschaftlichen Normen, die der US-amerikanische Komponist Leonard Bernstein in seinem Song «Somewhere» aus dem Musical &lt;em&gt;West Side Story&lt;/em&gt; zum Ausdruck bringt, kennt die in Brig aufgewachsene Sängerin Rachel Harnisch nur zu gut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In ihrer Karriere sang sie auf allen grossen Bühnen der Welt und arbeitete mit den bedeutendsten Dirigent*innen zusammen. Eine besondere Seelenverwandtschaft verband sie etwa mit dem Jahrhundertdirigenten Claudio Abbado. Doch dieser Ort des Friedens und der Ruhe wollte sich für die «beste Schweizer Sopranistin der letzten 50 Jahre» (Christian Berzins) auf der Opernbühne nie wirklich einstellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Ich hatte immer eine konfliktreiche Beziehung zu dem, was ich mache und was mich ausmacht. Das Singen hat über mein Leben bestimmt, darüber, was ich gegessen habe, darüber, wo ich wann zu sein hatte. Das war viel zu oft in Widerspruch zu dem, was ich eigentlich wollte. Aber ich sah keine Möglichkeit, von diesem Weg abzuweichen», sagte Rachel Harnisch 2024 im Interview mit dem &lt;em&gt;Bund&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor zwei Jahren, in ihrem 50. Lebensjahr, auf dem Zenit ihrer Karriere, fasste Rachel Harnisch den Entschluss, die Bühne zu verlassen und nur noch mit ihren Kindern zu singen. Die Sehnsucht nach einem harmonischeren «Somewhere» wurde einfach zu gross.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einen Ort gab es dennoch, in dem sich Rachel Harnisch stets wohlfühlte und wo sie Harmonie verspürte. «Kein anderer Ort auf der Welt verströmt eine solche Ruhe wie Ernen», verriet sie bei einem Gespräch im letzten Jahr. Kurzerhand war sie damit einverstanden, trotz Karriereende noch zwei Konzerte mit dem Charl du Plessis Trio im Musikdorf zu geben. Das eine war im vergangenen Jahr, ihr allerletztes Konzert ging nun am Samstag, 26. Juli 2025, über die Bühne. Was für ein Vertrauensbeweis und was für eine Ehre für das Musikdorf Ernen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Irgendwann in der Mitte der 2010er-Jahre hatte Francesco Walter, Intendant des Festivals Musikdorf Ernen, die fabelhafte Idee, die Sängerin Rachel Harnisch mit dem Charl du Plessis Trio zusammenzubringen. In der Folge interpretierte das aus Südafrika angereiste Jazztrio mit der Briger Sängerin in Ernen beinahe jährlich Klassiker aus dem Liedrepertoire in groovigen Versionen und verschmolz zu einem eingespielten Team.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Publikum schien es an diesem Samstagabend in jedem Moment spürbar, wie viel Freude der Sängerin das Musizieren mit dem Charl du Plessis Trio bereitete. Obwohl Rachel Harnisch nun ein Jahr nicht mehr auf der Bühne stand, füllte sie mit ihrer Aura und ihrer Stimme vom ersten Ton an die Kirche. Neckisch und spielerisch interagierte sie mit dem Pianisten Charl du Plessis und meisterte bravourös ein wahnsinnig ambitioniertes Programm, das Lieder von Schubert, Schumann und Satie ebenso beinhaltete wie Opern-Evergreens von Bizet und Gershwin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie Rachel Harnisch grosse Phrasen zu singen weiss und etwa im Schubertlied «Du bist die Ruh’» mit ihrer Stimme dem Lied eine spannungsreiche Dramaturgie geben kann: Das ist ganz grosse Gesangskunst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Somewhere.&lt;br /&gt;
We′ll find a new way of living,&lt;br /&gt;
We&amp;apos;ll find a way of forgiving&lt;br /&gt;
Somewhere . . .&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Irgendwo.&lt;br /&gt;
Wir werden eine neue Art zu leben finden,&lt;br /&gt;
Wir werden einen Weg finden, zu vergeben.&lt;br /&gt;
Irgendwo . . .&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;(Leonard Bernstein, «Somewhere», aus dem Musical &lt;em&gt;West Side Story&lt;/em&gt;)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Somewhere», mit diesem Lied voller Hoffnung und Sehnsucht beendete Rachel Harnisch ganz bewusst das Konzertprogramm in der Kirche St. Georg und liess damit das Publikum an ihrem Seelenleben teilhaben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Danach öffneten die Co-Intendanten Jonathan Inniger und Francesco Walter die mächtigen Flügeltüren der Erner Kirche. Rachel Harnisch konnte die Zugabe und somit das allerletzte Lied ihrer Gesangskarriere, das neapolitanische Canzone «Dicitencello vuje», mit Blick in die Weite und auf ihren Geburts- und Heimatort Brig singen, dort, wo eine grosse Gesangskarriere einst ihren Anfang genommen hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 27. Juli 2025, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 27 Jul 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1753626692-20250726_213623_edit.jpg" length="2201287" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/der-ritterliche-meister-und-seine-gefolgschaft-383</link>
			<title>Der ritterliche Meister und seine Gefolgschaft</title>
			<description>&lt;p&gt;Es sind sechs junge hoffnungsvolle, begabte und motivierte Pianistinnen und Pianisten, die von Sir András Schiff nach Ernen eingeladen wurden, um an seinem Meisterkurs teilzunehmen. Schon das ist eine Auszeichnung erster Güte. Alle sind Studierende in seiner Klasse an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kurse finden bescheiden in der Mehrzweckhalle statt, vor den beiden Flügeln, die auf einem älteren Perserteppich stehen, Sitzreihen für gut 60–70 Leute. Die Sessel sind besetzt, das Interesse der Festivalbesucher ist gross. Der Tenor der Zuhörenden: man lernt viel und profitiert von Korrekturen und Nuancen, die der Meister seinen Schülern mitgibt. Man gewinnt einen neuen, geklärteren Blick auf die Werke, die man zu hören bekommt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war zum Beispiel die Italienerin Isa Trotta, die uns die 13 Kapitel von Robert Schumanns «Kinderszenen» op.15 vorspielte. Nun tönt das für Musikinteressierte einfach schon wunderbar. Dann aber kommt der Meister ins Spiel. Bei der Nr. 8 «Am Kamin» erinnert Schiff an die damaligen Zeiten, wo es eben noch Feuer im Kamin gab – heute auch noch in Ernen – wie er meint, richtiges Feuer, kein elektrisches mit Remote Control. Und dann ist man bei der Interpretation des Stückes, wo eben dieses Feuer musikalisch eine Rolle spielt. Er ist ziemlich zufrieden mit Isa, macht kleine Korrektur, die der Interpretation eine klarere Form geben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Faszinierend ist, wie die Verbesserungen, die Schiff auf seinem Flügel vorspielt, von den Studierenden mit ihrem Talent und der Freude am Spiel umgesetzt werden können. Sie sind alle Wissbegierig, es brennt ihnen unter den Fingern, sind zum Teil im «Sturm und Drang»-Modus. Es ist ihnen bewusst, was für eine Chance und ein Glück sie haben, sich während ein paar Tage in Ernen weiterbilden zu können – auf höchstem Niveau. Sie sitzen in der ersten Reihe, hören ihren Kolleginnen und Kollegen aufmerksam zu und lauschen dem Verdikt des grossen Meisters.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Er kann dann auch mal streng sein: «Warum klatschen Sie denn alle, das war grässlich, total unbrauchbar» sagt er zum Publikum, das eben eine Interpretation von Beethovens «Appassionata» zu hören bekam. Der junge Mann bekommt Hilfe von András Schiff und eine Schonfrist: er muss in sich gehen und üben. Am nächsten Tage präsentierte er eine sehr akzeptierte Version.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Oder: «Wir haben die oberen Töne, aber es gibt auch die unteren. Es gibt nicht nur eine Lady, es gibt auch einen Gentleman». Es sind Schiffs Bilder, die einem in Erinnerung bleiben und Situationen genau beschreiben können: «Die Musik sagt ‘tomorrow you will have a beatiful day’» oder er nennt das Pedal «The bloody pedal», um die Studierenden auf die Schwierigkeiten des Einsatzes des Pedals aufmerksam zu machen. Aber das wissen sie wohl schon!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viel zu reden gab auch Mozarts Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur KV 503.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eda Seviniş spielte auf dem einen Klavier den Orchesterpart, ihr Kollege Itamar Carmeli den Solopart. Da hörte auch der Musikliebhaber im Publikum, wie dezidiert und genau das Orchester imitiert wurde und wie der Solist die vielen Läufe eher ungenau, etwas nervös – nach dem Motto, hoffentlich komme ich da durch – mit viel Pedal spielte. Da liess das Auseinandernehmen der Interpretation nicht lange auf sich warten. «You are in trouble» – du hast ein Problem – meinte der Meister, «You missed the tempo. Imagine a dog and his tail. The dog is swinging the tail, not the tail the dog.» Schiff hielt dezidiert fest, dass dieses Stück majestätisch sei, keine kleine Sache. Mozart sei Oper, nicht depressiv, sondern gross und hell. «Gloria», sagt Schiff, «vergesst Gaza, die Ukraine – das ist alles schlimm – aber Mozart kann ja nichts dafür. Mozart ist gnadenlos – und ich bin es auch». Doch man spürt, er sagt das mit aller Liebe für seine Studenten – und immer ist seine Kritik nachvollziehbar und stimmig. Dann fragt er das Publikum, «Verstehen sie, was ich versuche zu erklären? Mozart ist sehr schwierig zu spielen, nicht wie Schostakowitsch oder Mahler, wo alles laut ist.» Es seien die leisen und simplen Stellen, die eben schwierig zu spielen seien. Und Mozarts Musik könne nie in Sprache übersetzt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und dann bringt er immer wieder den Begriff «traffic jam in the head» aufs Tapet – also einen Stau im Hirn. Er will sagen: denkt nicht zu viel, vertraut eurer Intuition und der Qualität der Komposition.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war viel, für alle, aber was für ein Erlebnis: einer der bedeutendsten Pianisten auf der Welt unterrichtet im Bergdorf Ernen seine Meisterschüler und beglückt das musikinteressierte Publikum, das so aufmerksam und still der Veranstaltung folgte, als wären sie in der Kirche beim Konzert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sir András Schiff schritt täglich bedächtig und zeitgenau in die Mehrzweckhalle, um viel Zeit und Geduld aufzubringen für das Weiterkommen seiner «jungen Freunde» – wie er sie nennt. So nahbar und zugänglich. Es waren unglaubliche Glücksmomente – für alle.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben von Madeleine Hirsiger, Ernen, 17. Juli 2025&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1752763206-20250713_103636118_iOS.jpg" length="2013278" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wenn-die-musik-das-sakrale-uebersteigt-382</link>
			<title>Wenn die Musik das Sakrale übersteigt</title>
			<description>&lt;p&gt;Das abendliche Licht suchte sich noch den Weg ins Innere der dunklen Kirche St. Georg in Ernen. Nur der hell beleuchtete Tabernakel des Altars im hinteren Teil der Kirche schien golden und das Ewige Licht, das von der Decke an einer Kette hing, stimmte uns auf eine aussergewöhnliche Darbietung des Chiaroscuro Quartets ein – zu Beginn der 52. Ausgabe des Festivals Musikdorf Ernen. Die sieben letzten Worte von Jesus am Kreuz haben rund 1750 Jahre nach der Kreuzigung den Komponisten Joseph Haydn (1732–1809) zu göttlicher Musik in sieben Sonaten inspiriert, heute bekannt als «Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze» Hob. XX/1:B.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es waren die vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes, die verschiedene Auffassungen der letzten Worte von Jesus am Kreuze niederschrieben. Die vier Evangelien sind literarische Erzählungen des Lebens von Jesus, die, wie in der antiken Literatur üblich, mit den «ultima verba» ihr jeweils eigenes Narrativ bekräftigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In schwarzer Kleidung traten die vier Musikerinnen des Chiaroscuro Quartets (hell-dunkel, wie passend für den Abend) vor ein erwartungsvolles Publikum. In einer weltlichen und lebendigen «Introduzione» (Maestoso ed adagio) wurden wir mal besänftigt – und doch eingestimmt, auf die ergreifenden sieben letzten Worte, die uns erwarteten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die erste Sonate (Largo) zum Ausspruch «Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun», setzte den Massstab über das 80-minütige Werk. Getragen, langsam, dunkel in der Grundstruktur, setzte sich jede Sonate von der andern ab, mit musikalischer Bezugnahme auf die jeweiligen Jesusworte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So fühlte ich mich für kurze Zeit in barockähnlichen Tönen wieder und bei einem Schlussakkord bei einer Harmonika, auch, weil die Streichinstrumente ihre intensiven, warmen Klänge von sich gaben. Es war immer wieder die erste Geigerin (Alina Ibragimova), die sich in hellere Sphären begab, als wollte Haydn uns sagen, «so schlimm ist es nicht». Das Spiel, zusammen mit der zweiten Geigerin (Charlotte Saluste-Bridoux), der Bratschistin (Emilie Hörnlund) und der Cellistin (Claire Thirion) war äusserst konzentriert und akkurat auf höchstem Niveau vorgetragen und liess uns in den sakralen, hohen und immer dunkler werdenden Kirchenraum entschweben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die fünfte Sonate (Adagio), «Mich dürstet», begann mit dem Zupfen der Saiten, als wären die Töne Wassertropfen, nach denen sich Jesus am Kreuz sehnte, und die erste Geige hörte sich an, als wäre sie als Dach über dem tropfenden Wasser gedacht. Und so endet auch die Sonate. Der Mittelteil wägte uns mal in Hoffnung, mal in Verzweiflung, so mitnehmend war die Musik, dass man sich nahe am Sterbenden fühlte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es folgte die sechste Sonate (Lento), «Es ist vollbracht». Der Tod ist nahe, es gibt keine Hoffnung mehr. Zeit, sich hinzugeben, hin, zum Unausweichlichen. Die Musik vermittelt grosse Ruhe, und mit der siebten Sonate (Largo) «Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist», die wie ein langes Amen und nach Vergebung tönt, werden wir entlassen, mitgenommen, irgendwie aufgelöst mit dem Bewusstsein, dass uns die Musik in höhere Sphären geführt hat, wo wohl alle noch ein wenig verweilen wollten, so überwältigend was das Werk.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber nein: ein gewaltiges Erbeben erreicht uns «Presto e con tutta la forza», auch eine Art Erlösung für das Chiaroscuro Quartet, diese entfesselte Musik liess keinen Ton auf dem andern, laut, agitato, die vier Musikerinnen gaben alles, rüttelten uns auf und warfen uns auf unsere eigene Existenz zurück, auf unsere Mittelmässigkeit, auf den Zustand der Welt und was wir alles im Hier und Jetzt auszuhalten haben. Und vielleicht war es auch ein Zeichen an uns, leiser zu werden, nachdenklicher, anteilnehmender, ja, demütiger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was für ein musikalisches Ereignis. Unvergesslich. Zugetragen in der Kirche St. Georg zu Ernen, am 4. Juli 2025.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Samstag, 5. Juli 2025, von Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 05 Jul 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1751818309-20250704_191552959_iOS_gerade.jpg" length="2241621" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/der-reiz-der-traditionellen-form-371</link>
			<title>Der Reiz der traditionellen Form</title>
			<description>&lt;p&gt;Das Leben hält oftmals unerwartete Zufälle bereit. Als vor wenigen Monaten die britische Komponistin Cheryl Frances-Hoad, diesjährige Composer in Residence im Musikdorf, vom Pianisten Benjamin Mead den Auftrag erhielt, das Schweizer Volkslied «Schönster Abendstern» für Gesang und Klavier zu arrangieren, ahnte sie nicht, dass dieser Pianist nur wenige Kilometer von Ernen entfernt wohnt, wo sie sich für mehrere Wochen zum Komponieren zurückziehen darf: in Brig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit seiner Partnerin, der Sängerin Franziska Heinzen – einer gebürtigen Brigerin notabene – wohnt der Pianist Benjamin Mead im Simplonstädtchen. Mead und Heinzen wirbeln von dort aus das kulturelle Leben im Wallis gehörig auf. «Auf gewisse Weise habe ich bereits einen ersten Auftrag fürs Wallis erfüllt», sagt Cheryl Frances-Hoad mit einem Schmunzeln beim Gespräch im Restaurant St. Georg.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch das war erst der Anfang. Zurzeit weilt Cheryl Frances-Hoad in Ernen und konzipiert ein Werk, das im Musikdorf während den «Kammermusik plus»-Wochen im August 2025 die Uraufführung erleben wird. Was die Besetzung anbelangt, hat sie freie Hand. Lange musste die Composer in Residence jedoch nicht überlegen. «Ich möchte für das Festival in Ernen ein Streichquartett komponieren», sagt die 44-Jährige. Ihr Ziel: Ein Werk zu schreiben, das dereinst Eingang ins Repertoire finden wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Chancen dazu stehen gut. Mehrmals hat die gefragte Komponistin bereits bewiesen, dass sie Musik kreiert, zu der Zuhörer*innen wie Interpret*innen Zugang finden können. Eine Einspielung ihres Cellokonzerts «Earth, Sea, Air» aus dem Jahr 2022 erschien kürzlich beim renommierten Label Chandos und wurde bei den diesjährigen «Proms» in der Londoner Albert Hall vom BBC Scottish Symphony Orchestra und der Cellistin Laura van der Heijden aufgeführt. Ihr Chorstück «The Promised Light of Life» wurde von Spotify in die Playlist «Choir Classics» aufgenommen und bereits mehr als 100&amp;apos;000 Mal angehört. Ein Ritterschlag.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Cheryl Frances-Hoad ist keine Revoluzzerin, weder in der Musiksprache noch in der Wahl der Besetzungen. «Ich bewege mich im Kontinuum der Musikgeschichte», sagt die in der Nähe von Cambridge lebende Komponistin. Zurzeit hört sie sich daher – &amp;nbsp;um von den grossen Meister*innen zu lernen – viele Streichquartette an: von Bartók über Britten bis Ligeti. Sie sieht sich aber auch in der Weiterführung der Gattungstradition von Haydn bis Schostakowitsch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Streichquartett, das Cheryl Frances-Hoad für Ernen schreiben wird, ist nicht ihr erster Beitrag zu dieser Gattung. «Bereits als 9-Jährige habe ich ein sehr ehrliches Streichquartett geschrieben», erinnert sie sich. Als 27-Jährige schrieb sie dann noch einmal für diese Besetzung, das Streichquartett «My Day in Hell», das sich mit der «Göttlichen Komödie» von Dante auseinandersetzt. «Nun verspüre ich den grossen Wunsch, einmal ein klassisches viersätziges 25-minütiges Streichquartett zu schreiben», sagt Frances-Hoad, die von Haus aus Cellistin ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Inspiration für ihre Musik findet die Komponistin in alltäglichen Gegenständen. Auf einem Spaziergang in Ernen entdeckte sie etwa einen Granit-Stein, dessen filigrane Textur ihr wie eine differenzierte musikalische Form vorkommt. «Es steckt viel Musik in diesem Stein», meint die Komponistin nachdenklich. In Ernen liebt sie den vollkommenen Fokus, der in der Ruhe dieses Bergdorfs ermöglicht wird. Beim Komponieren im Übungsstadel nimmt sie meistens nicht einmal ihr Handy mit, damit sie ganz ungestört arbeiten kann. Focus matters.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Am 20. Oktober interpretieren Studierende der Musikhochschule HEMU, Standort Sitten, das Streichquartett&amp;nbsp;«My Day in Hell» von Cheryl Frances-Hoad im Musikdorf Ernen. Das Konzert findet um 14.00 Uhr im Tellenhaus statt. Die Komponistin wird anwesend sein.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/weiteres/extra-konzerte/extra%E2%80%93konzert/date/event_id-29943&amp;quot;&gt;Zum Detailprogramm&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=82&amp;quot;&gt;Mehr zu Cheryl Frances-Hoad&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 10. Oktober, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1728558387-Frances_Hoad_1.jpg" length="2058289" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/die-newcomer-sind-angekommen-370</link>
			<title>Die Newcomer sind angekommen</title>
			<description>&lt;p&gt;So zogen also auch die Co-Intendanten Francesco Walter und Jonathan Inniger in die weite Welt hinaus – doch mussten sie nur bis nach Luzern. Denn dort fand Ende 2023 die «Orpheus Swiss Chamber Music Competition» statt, wo das Intendanten-Duo einige Entdeckungen machte. Sehr zur Freude des Publikums.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Angefangen hat dieses Jahr das Programm «Newcomers» mit dem Trio «Zeitgeist», das nicht etwa für aktuelle Modeströmungen steht, sondern dem Versuch geschuldet ist, den Geist der Komponisten im Kontext ihrer jeweiligen Zeit einzufangen. Die drei Musiker (Timothy Crawford, Geige, Martin Egidi, Cello, Martin Jollet, Klavier) sind mit ihrer Formation in der Schweiz beheimatet. Sie machten sich die Pandemie zu Nutze und studierten die drei Klaviertrios von Robert Schumann ein, was zur Grundlage ihrer gemeinsamen musikalischen Beziehung wurde. Als Trio spielten sie zum Auftakt am Freitagabend – Johannes Brahms, das Klaviertrio Nr. 3 c-Moll op. 101, mit einem ungemein schwelgerischen Walzerthema –, um tags darauf gleich nochmals die Bühne mit Musik von Brahms zu betreten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war dann das Klavierquartett Nr.&amp;nbsp;2 A-Dur op.&amp;nbsp;26, das sie – zusammen mit der Bratschistin Alinka Rowe – im Tellensaal intonierten und für einen markanten Auftritt sorgten. Diese Musik erfasste uns mit voller Wucht. Die Komplexität dieser Komposition wurde sofort klar und zog uns in ihren Bann: es blieb kein Ton auf dem andern, keine Musik zum Zurücklehnen, keine zum Nachsummen, jeder der vier Sätze geprägt von neuen Überraschungen, die man einfach auf sich einwirken lassen musste, denn sie waren nicht verfolgbar. Kaum klebte man sich an einen Tonverlauf, landete man in der Sackgasse, denn die Unberechenbarkeit des Spiels, die leidenschaftlichen Ausbrüche des Klaviers, das intensive Zusammenspiel der vier Instrumente, führte uns immer wieder ins Labyrinth. Die vier Musizierenden liefen zur Hochform auf. Es war ein grosses Vergnügen und der liebe Johannes Brahms zeigte einmal mehr, mit was man bei ihm zu rechnen hatte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und dann das Trio Basilea. Schon der Anblick der Musizierenden war eine Augenweide: schwarze Hosen und weisse, extravagante Blusen. Es waren eigentlich drei Engel: die brasilianische Cellistin Marina Martins, die Sanfte, der rumänische Geiger Laurentiu Stoian, der Besonnene und die Schweizer Pianistin Zofia Grzelak, die Quirlige. Sie begannen ihr Konzert mit dem 1792 geschriebenen Klaviertrio Es-Dur von Joseph Hayden – ein Komponist, der immer wieder unterschätzt werde, fand auch der Meisterpianist Sir András Schiff. Wie wahr. Haydn, der diese Musik der ungarischen Fürstin Esterhazy widmete, war auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, was sich in harmonischer Kühnheit, geistreichen Überraschungen und weltentrückten Traumzuständen niederschlug. Frisch und begeisternd war diese Interpretation.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von Paganinis 24 Capricen für Violine solo liess sich der heute 39-jährige Schweizer Komponist Jannik Giger für sein «Caprice» inspirieren. Dem Werk liegt eine innere Spannung, ein ungebändigter, befreiender Ausdruck zugrunde. Mit Konzentration und viel Spielfreude trug das Trio Basilea dieses zeitgenössische Werk vor.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und dann Dmitri Schostakowitsch, der sein Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67 im Kriegsjahr 1944 in weniger als zwei&amp;nbsp;Wochen zu Papier brachte. Ein beeindruckendes Werk, voller Traurigkeit und Schmerz. Wie der Stimme beraubt, beginnt die Musik mit einer Flageolett-Melodie des einsamen Cellos, dem die gedämpfte Geige und das dunkle Bassregister des Klaviers im Kanon folgen. Das Werk berührt und ist kaum in Worte zu fassen. Ernsthaft, konzentriert und fast andächtig, interpretierte das Trio Basilea das Werk mit Anteilnahme am Schicksal von Schostakowitsch, der unter dem Stalinistischen Terror litt und auch am Schicksal von seinem jüdischen Schüler, dem Komponisten Benjamin Fleischmann, der an der Front ums Leben kam. Schostakowitsch hatte parallel zum Klaviertrio auch an der Vollendung von Fleischmanns Oper «Rothschilds Geige» gearbeitet. Wohl deshalb sind immer wieder Klänge jüdischer Volksmusik zu vernehmen. Für die Zuhörenden war es eine Zeit zum Innehalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese drei ca. 25-jährigen Musiker haben uns berührt. Es gelang ihnen mit ernsthafter Leichtigkeit und ohne Anstrengung, uns mit ihrem Spiel zu bezaubern, sympathisch, begabt, einfühlsam und präzise. Und wie sie gegenseitig in Augenkontakt blieben, um Harmonie und Genauigkeiten zu koordinieren – niemand sah sich in einer führenden Rolle!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und nochmals in Erstaunen versetzten uns drei jungen Franzosen (Thomas Briant, Geige, Eliott Leridon, Cello, Théotime Gillot, Klavier), die sich im Trio Zarathoustra zusammengefunden haben. Sie haben sich mit der Musik der Französin Lili Boulanger auseinandergesetzt, einer Komponistin, die aus einer Musikerfamilie stammte, jedoch schon als Kind kränklich war und bereits mit 24 Jahren verstarb. Ihren frühen Tod 1918 wurde als einer der grössten Verluste der Musikgeschichte des 20.&amp;nbsp;Jahrhunderts bedauert. Die aussergewöhnliche Begabung, die sie in höchster Qualität zu Papier brachte, zeigt sich in den wenigen erhaltenen Werken. Mit der Intonierung der Stücke «D’un matin de printemps» und «D’un soir triste» zollte das Trio Lili Boulanger Tribut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Robert Schumanns Klaviertrio g-Moll entstand im Oktober 1851 in seiner letzten, sehr produktiven Phase. Die Musik ist durchdrungen vom «heiteren, ungezwungenen Wesen» und vom «frischen künstlerischen Geist» des Rheinlands, das Schumann so schätze, wie er seinem Freund Georg Dietrich Otten schrieb. Und an diesem Geiste liessen uns die drei jungen Musiker eindringlich teilnehmen. Der grosse Schlusspunkt setzten sie mit Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio Nr. 2 c-Moll. Zuerst düster, kämpften sich die drei Musiker durch die leidenschaftliche Musik, bis in grandioser Geste der erlösende C-Dur Choral durchbrach. Ein unbeschreibliches Erlebnis!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das französische Trio liess sich von der Figur ‘Zarathustra’ aus Friedrich Nietzsches Philosophie inspirieren: «Zarathustra spricht, aber er tut dies auf eine poetische Art und Weise, die uns ähnlich erscheint wie Musik, in der Ideen auf eine bedeutungsvolle Weise fliessen. Uns gefiel die Vorstellung, dass Zarathustra nur ein Bote ist, der Ideen weitergibt. So sehen wir uns gerne in der gleichen Funktion gegenüber dem Publikum: Wir stehen auf der Bühne, um die Ideen und die Musik der KomponistInnen zu präsentieren. Wir sind die Vermittler.» So liessen sich die drei Musiker im Festivalmagazin zitieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und in diesem musikalischen Kontext haben uns die drei Ensembles ganz verzaubert. Was war das für ein fulminantes, emotionales Schlussbouquet, das den höchsten Erwartungen entsprach und zeigte, was für grossartige Talente auch in Zukunft auf uns warten und uns verzaubern werden. Die Entdeckungsreise der beiden Co-Intendanten hat sich also gelohnt. Und so ist die 51. Konzertsaison im Musikdorf Ernen erfolgreich zu Ende gegangen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir freuen uns aufs nächste Jahr.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zürich, 14. September 2024,&amp;nbsp;Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;i&gt;Im Rahmen der Reihe&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;em&gt;«Newcomers» fand neben vier Kammerkonzerten auch noch ein Klavierrezital mit Giorgi Iuldashevi statt (Foto unten).&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1726501229-IMG-20240908-WA0002.jpg" length="180415" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/und-immer-wieder-bach-367</link>
			<title>...und immer wieder Bach.</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der folgende Text schrieb Engelbert Reul nach den sechs Rezitals von Sir András Schiff im August 2024. Vom 13.–17. Juli 2025 gibt der Maestro einen Meisterkurs und am 18. Juli 2025 ein Rezital&amp;nbsp;in Ernen, und vom 28.–30.&amp;nbsp;August 2026&amp;nbsp;kehrt Herr Schiff für «Klavier kompakt»&amp;nbsp;ins Musikdorf zurück und spielt fünf Rezitals in drei Tagen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum dritten Mal ist Sir András Schiff zu einem «Klavier-kompakt»-Wochenende nach Ernen gekommen. «Klavier kompakt», das ist, das sind fünf Konzerte für Klavier in zweieinhalb Tagen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieses Jahr erweiterte Sir András «Klavier kompakt» um ein sechstes Konzert. Den Auftakt bildete ein Präludium – ein Vorspiel im Tellenhaus schon am Donnerstagabend. Im eher intimen Rahmen des Tellensaals gab Sir András erstmals ein Konzert auf einem Clavichord, eine regelrechte Premiere auch für den 70-Jährigen Pianisten. Das Clavichord ist beschränkt im Tonumfang und in der Dynamik, ein Instrument, das den Interpreten zwingt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und wenn Sir András uns die zwei- (BWV 772–786) und dreistimmigen Inventionen (BWV 787–801) jeweils mit Kommentaren, Hinweisen, Hörhilfen präsentierte, machte er Entwicklungslinien hör- und nachvollziehbar, gab er einem neugierigen und gespannten Publikum einen Einblick in die Bachsche Werkstatt. Diese Inventionen sind gleichsam ein Skizzenbuch des grossen Johann Sebastian Bach.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und dass dieses «Klavier kompakt» am Sonntag mit Bachs letztem – unvollendeten Werk – der &lt;em&gt;Kunst der Fuge&lt;/em&gt; (BWV 1080) ihren Abschluss fand, dies war nur folgerichtig. Johann Sebastian Bach, das A und O von Sir András Schiffs Klavierkosmos.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und nebenbei, auch in den übrigen Konzerten war J. S. Bach der Rahmen, der Ausgangspunkt, von dem aus Sir András nachfolgenden Komponisten präsentierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Mittelpunkt des symmetrisch angeordneten Programms präsentierte Sir András Schiff am Samstagnachmittag ein Hauptwerk von Franz Schubert. Die Klaviersonate in G-Dur, D 894, ist Schuberts längste Klaviersonate, entstanden im Oktober 1826 in Nachbarschaft zur «Grossen» C-Dur Symphonie und seinem letzten Streichquartett. Diese drei Werke sind vielleicht die vollendensten (!) Werke von Franz Schubert. Da nach einem solchen grossen Werk jede Zugabe nur stören würde, wie Sir András anmerkte, gab er die beiden Zugaben gerade als musikalischen Auftakt. Die G-Dur Sonate interpretierte er auf einem Hammerflügel aus dem Jahre 1820 der Wiener Firma von Franz Brodmann. Das von unseren heutigen Flügeln doch sehr abweichende Klangbild vermittelt dem heutigen Hörer, der heutigen Hörerin, ein wenig, wie es bei den Schubertiaden im Freundeskreis von Franz Schubert geklungen haben mag. (Man wünschte sich einen Liederabend mit Schubert-Liedern, begleitet von diesem Hammerflügel!)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die beiden Abend-Rezitals (Freitag und Samstag) spielte Sir András auf einem Bechstein aus dem Jahre 1921. Ein grossartiges, in allen Lagen ausgewogenes Instrument, ein voller, warmer und gleichwohl brillanter Ton, ideal für das klassische und romantische Klavierrepertoire.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und wenn er auf diesem Flügel drei Sonaten von Joseph Haydn spielte, darf man sagen, dass dies ein grosses Klavier-Erlebnis war. Besonders seine Interpretation des Andante mit Variationen in f-Moll, Hob. XVII:4, und die der letzten Klaviersonate in Es-Dur, Hob. XVI:52, machte deutlich, dass Joseph Haydn – leider – ein unterschätzter Komponist für Klavier ist, dessen Hauptwerke tatsächlich schon auf den späten Beethoven hinweisen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Folgerichtig folgten im Konzert des Samstagabends gleich vier Sonaten von Ludwig van Beethoven: die 13. Sonate in Es-Dur, op. 27, Nr. 1, «Sonata quasi una fantasia»; die 15. Sonate in D-Dur, op. 28, «Pastorale»; die 24. Sonate in Fis-Dur, op. 78, und die 30. Sonate in E-Dur, op. 109. Vor allem das Andante, der zweite Satz der D-Dur Sonate und das «Tema: Molto cantabile ed espressivo; Variazioni I – VI» der E-Dur Sonate waren in Sir András Schiffs Interpretation auf diesem Bechstein berührende Höhepunkte. Ein gespanntes Publikum wurde zum aufmerksamsten Auditorium.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die beiden abschliessenden Rezitale am Sonntag waren dann wieder Johann Sebastian Bach gewidmet. Gespielt auf einem Steinway aus dem Jahre 1915, ein Instrument klanglich eher vergleichbar dem Bechstein von 1921 als heutigen Instrumenten der Firma Steinway.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Womit sich der Kreis der kleinen Exkursion der Klaviermusik auf vier, bzw. drei Instrumenten eindrücklich schloss. Und gleichsam als Hörhilfe, zur Sensibilisierung des Publikums machte Sir András Schiff vor der Interpretation der jeweiligen Werke Hinweise, gab Hörbeispiele und dank einiger Zuspitzungen schuf er jene Voraussetzung, um seine Klangwelten voll zu entfalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Publikum folgte ihm nur zu gerne und durfte musikalische Sternstunden erleben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Brig, Ende August 2024, Engelbert Reul&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;__________&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anlässlich der Reihe «Klavier kompakt» (22.–25. August 2024) spielte Sir András Schiff sechs Konzerte&amp;nbsp;im Musikdorf Ernen. Die Programme teilte er dem Publikum erst während der Konzerte mit und verband dies jeweils mit kurzen und prägnanten Ausführungen zu den gespielten Werken. Im Folgenden finden Sie die gespielten Programme.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 1 | Donnerstag, 22. August, um 20 Uhr | Specken-Clavichord,&amp;nbsp;1743, Nachbau&amp;nbsp;von Joris Potvlieghe&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach (1685–1750)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Aria&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus den Goldberg-Variationen&amp;nbsp;BWV 988&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
15 zweistimmige Inventionen BWV 772–786&lt;br /&gt;
15 dreistimmige Sinfonias BWV 787–801&lt;br /&gt;
Aria&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus den Goldberg-Variationen&amp;nbsp;BWV 988&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 2&amp;nbsp;| Freitag, 23. August, um 20 Uhr | Bechstein-Flügel, 1921 (ex Wilhelm Backhaus)&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach (1685–1750)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Sarabande&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus der Partita Nr. 4 D-Dur BWV 828&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Joseph Haydn&amp;nbsp;(1732–1809)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Klaviersonate g-Moll Hob. XVI:44&lt;br /&gt;
Klaviersonate c-Moll Hob. XVI:20&lt;br /&gt;
Fantasie in C-Dur Hob. XVII:4 «Capriccio»&lt;br /&gt;
Andante mit Variationen in f-Moll Hob. XVII:6 «Sonata (Un piccolo divertimento)»&lt;br /&gt;
Klaviersonate Es-Dur Hob. XVI:52&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 3&amp;nbsp;| Samstag, 24. August, um 17 Uhr | Brodmann-Hammerflügel, 1828&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Franz Schubert (1797–1828)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegretto c-Moll D 915&lt;br /&gt;
Ungarische Melodie h-Moll D 817&lt;br /&gt;
Klaviersonate G-Dur D 894&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 4&amp;nbsp;| Samstag, 24. August, um 20 Uhr |&amp;nbsp;Bechstein-Flügel, 1921 (ex Wilhelm Backhaus)&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach (1685–1750)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in C-Dur BWV 846&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 1&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ludwig van Beethoven (1770–&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;1827)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Klaviersonate&amp;nbsp;Nr. 13&amp;nbsp;in Es-Dur op. 27 Nr. 1&amp;nbsp;«Sonata quasi una fantasia»&lt;br /&gt;
Klaviersonate&amp;nbsp;Nr. 15&amp;nbsp;in D-Dur op. 28&amp;nbsp;«Pastorale»&lt;br /&gt;
Klaviersonate&amp;nbsp;Nr. 24 in Fis-Dur op. 78&amp;nbsp;«À Thérèse»&lt;br /&gt;
Klaviersonate&amp;nbsp;Nr. 30&amp;nbsp;in E-Dur op. 109&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 5&amp;nbsp;| Sonntag, 25. August, um 11 Uhr | Steinway-Flügel Mod D-274, 1915&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach (1685–1750)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Sinfonia f-Moll BWV 795&lt;br /&gt;
Capriccio sopra la lontananza del suo fratello dilettissimo&amp;nbsp;BWV 992&lt;br /&gt;
Französische Suite Nr. 5 G-Dur BWV 816&lt;br /&gt;
Chromatische Fantasie und Fuge BWV 903&lt;br /&gt;
Italienisches Konzert BWV 971&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 6&amp;nbsp;| Sonntag, 25. August, um 14.30 Uhr |&amp;nbsp;Steinway-Flügel Mod D-274, 1915&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Die Kunst der Fuge&amp;nbsp;BWV 1080&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 29 Aug 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1725122309-20240822_202124~2.jpg" length="690067" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/der-engel-mit-der-trompete-365</link>
			<title>Der Engel mit der Trompete</title>
			<description>&lt;p&gt;Christian Mason ist ein Komponist, der sich keine Trennung zwischen der Sphäre der Musik und der restlichen Welt wünscht. «Mich fasziniert ein Komponieren, das die unterschiedlichsten Facetten der Welt in Klänge übersetzt», sagt der 40-Jährige, der als Composer in Residence zwischen September und November 2023 drei Monate im Musikdorf verbringen konnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit diesen Gedanken steht er in der Tradition eines Gustav Mahler, der ebenfalls inklusive Musik schreiben wollte und sogar die Klänge der Kuhglocken auf der Alm, neben der er sich sein Komponierhäuschen errichten liess, in sein symphonisches Schaffen integrierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welch unterschiedliche&amp;nbsp;in Ernen gewonnene&amp;nbsp;Eindrücke Christian Mason in seinem für das Festival komponierten Stück &lt;em&gt;Figures in a landscape (awaiting eternity)&lt;/em&gt; hat einfliessen lassen, bleibt noch geheim. Es wird gemunkelt, dass das Werk einige gängige Grenzen zu sprengen wagt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nur so viel sei verraten: Der auf der Aebi-Orgel in der Kirche St. Georg thronende Engel mit Trompete diente Christian Mason als eine der Inspirationsquellen für sein Werk.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einen Einfluss gibt es dennoch, den Christian Mason bereits im Vorfeld offenlegt: der Komponist Olivier Messiaen. Bereits die Kernbesetzung, die im Uraufführungsstück zum Tragen kommt, ist eine Hommage an den französischen Grossmeister. Diese ist nämlich identisch mit derjenigen in Messieans &lt;em&gt;Quatuor pour la fin du temps&lt;/em&gt;: Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Während seiner Zeit im Musikdorf wanderte Christian Mason oft durch die Landschaft. Er durchschritt die Twingi-Schlucht und schaute sich den Aletschgletscher aus nächster Nähe an, von dessen Erhabenheit er beeindruckt war. «In der unglaublich schönen Erner Umgebung verspürte ich ständig die Verlockung, in die Natur zu gehen, statt zu komponieren», so der Musiker, der in London wohnt und als Gastdozent an der Universität Cambridge unterrichtet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Er widerstand jedoch häufig genug den Versuchungen. Und komponierte ein wuchtiges Stück, das gewiss noch lange nachhallen wird. Einer Verlockung hingegen konnte er in Ernen nur schlecht widerstehen: der freien Sicht auf die Sterne, die man dank der niedrigen Lichtverschmutzung im Musikdorf besonders eindrücklich geniessen kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seine Passion für die Sterne inspirierte Christian Mason schon mehrmals zu Musik. &lt;em&gt;Zwischen den Sternen&lt;/em&gt; etwa heisst ein Werk, das er 2018 für Ensemble komponierte. Dieses Stück steht sogar in Verbindung zum Wallis. Der Titel bezieht sich nämlich auf eine Zeile aus Rainer Maria Rilkes &lt;em&gt;Sonette an Orpheus&lt;/em&gt;, einem Gedichtzyklus, den der Dichter im Wallis auf Papier brachte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zeit zum In-die-Sterne-gucken bleibt Christian Mason beim diesjährigen Ernen-Aufenthalt kaum. Seine Frau und sein 11-jähriger Sohn sind ins Musikdorf mitgereist. Die Lieblingsbeschäftigung des Sohns: Fussballspielen. Am kommenden Dienstag, 6. August, organisiert dieser auf dem Erner Fussballplatz um 14.30&amp;nbsp;Uhr einen Plausch-Match. Alle Fussballbegeisterten sind dazu herzlich eingeladen. Vielleicht wird das eine Inspirationsquelle für ein nächstes Werk von Christian Mason.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Uraufführung von Christian Masons Ensemble-Stück &lt;em&gt;Figures in a landscape (awaiting eternity)&lt;/em&gt; findet innerhalb der Reihe Kammermusik plus am Samstag, 3. August, um 18.00 Uhr in der Kirche St. Georg satt. Es lohnt sich, bereits einige Minuten früher in Richtung Kirche zu spazieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 2. August, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 02 Aug 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1722619659-Christian_Mason007.jpg" length="13727984" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/hei,-die-finnen-sind-da-366</link>
			<title>Hei, die Finnen sind da</title>
			<description>&lt;p&gt;Man ist es sich in Ernen gewöhnt, Musik von höchster Qualität aus verschiedenen Zeitepochen zu hören, vorgetragen von international renommieren Künstlerinnen und Künstlern. Es scheint, als können sich diese ein musikalisches Leben ohne Ernen nicht vorstellen, denn sie treten seit Jahren regelmässig im Walliser Bergdorf auf. Das ist gut so, wir sind dankbar dafür.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das diesjährige Programm steht unter dem Motto «Feuer und Flamme». Da haben sich unsere Erwartungen mit dem Barockorchester schon einmal mehr als erfüllt. Und das südafrikanische Trio von Charl du Plessis berührte mit der Sopranistin Rachel Harnisch aus Brig freudvoll unsere Herzen. Charl du Plessis, der Pianist, zeigte in einem Soloauftritt sein überragendes Können: Seine Interpretation von George Gershwins anspruchsvollen «Rhapsody in Blue» riss uns von den Kirchenbänken. Ein grosses Werk, eigentlich komponiert für ein stattliches Orchester, aber auch in der Version für Klavier ist es Musik, die an Komplexität, Raffinesse und Schwierigkeitsgrad nichts auslässt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein weiteres Highlight: die Auftritte des britischen Klarinettisten Matthew Hunt. Er spielt sein Instrument, als wäre es ein Teil von ihm: beschwingt, bestimmt und mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es das Leichteste der Welt. Seine warmen und auch kräftigen Töne verzaubern immer wieder die Zuhörenden und die spätbarocke Kirche wird zu einem grossen Klangkörper. (Beispielsweise am 30. Juli mit Louis Spohrs «Fantasie und Variationen» für Klarinette und Streichquintett op. 81).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Capriccio für Violoncello und Klavier H. 247, im Jahr 1829 komponiert, zeigte Fanny Hensel-Mendelsohn einmal mehr, was für eine grossartige Komponistin sie war – leider stand sie immer im Schatten ihres Bruders. Sie war 24jährig, als sie dieses Werk komponierte und sich im gleichen Jahr mit Wilhelm Hensel vermählte. Was wäre aus ihr geworden, wäre sie ein Mann gewesen, wie ihr Bruder Felix! Wir sind dankbar für alles, was von dieser bemerkenswerten Frau ans Tageslicht geholt und aufgeführt wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja, und dann die neuen Gesichter, die das Musikfestival prägen. Auffallend: Die Finnen (und Finninnen!). Die Violinistin Sini Simonen und der Pianist Joonas Ahonen bereicherten das Programm «Lebensstürme» eindrücklich!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;10 Violinsonaten schrieb Ludwig van Beethoven insgesamt – es stand die Sonate c-Moll op. 30 Nr. 2 auf dem Programm, die der Komponist in einer schwierigen Zeit seines Lebens schrieb: Die fortschreitende Ertaubung trieb ihn in eine Existenzkriese, denn er verdiente seinen Lebensunterhalt auch als Pianist, und die Angst vor gesellschaftlicher Isolation wuchs beträchtlich. Joonas Ahonen – auf einem Hammerflügel – und Sini Simonen nahmen sich dieser komplexen und anspruchsvollen Komposition mit Leidenschaft und meisterlichem Spiel an. Und wie! Die Zerrissenheit, die Verzweiflung, das Ungewisse im Innern des grossen Komponisten war förmlich spürbar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die beiden – um die 40 Jahre alt – sind seit langem erfolgreich unterwegs und nun zum ersten Mal in Ernen aufgetreten. Wir sind dankbar dafür und hoffen, dass uns der schottische Pianist und Programmgestalter von «Kammermusik plus», Alasdair Beatson, weiterhin mit so tollen neuen Persönlichkeiten beschenkt, ohne die schon bekannten zu vergessen. Er verwöhnt uns seit ein paar Jahren regelmässig mit Lilli Maijala, einer finnischen Bratschistin, die nicht nur himmlisch spielt, sondern mit ihrer asymmetrischen Frisur, den farbenfrohen Kleidern und ihren roten Schuhen angenehm ins Auge sticht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 1. August 2024, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 01 Aug 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1722695263-Lilli_Maijala_9_1.jpg" length="1739140" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/mythos-orchestra-giovane-364</link>
			<title>Mythos orchestra giovane</title>
			<description>&lt;p&gt;Aus der Küche klingt der Discosong «Yes Sir, I Can Boogie» als Abwasch-Motivationsspritze, an der Wand hängt eine Liste, in der man sich zum Musizieren des «Devil’s Waltz» einschreiben kann und inmitten eines wilden Schuh-Tohuwabohus liegt einsam und verlassen auf einer Ankleidebank ein Exemplar von Yehudi Menuhins Lebenserinnerungen «Unvollendete Reise». Die Indizien sind eindeutig: Das Döttinger Ferienhaus in Fieschertal vibriert in Musiklager-Stimmung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Erner Nachbarort haben sich vor zehn Tagen 55 junge Musiker*innen eingenistet, um fokussiert ein ambitioniertes Orchesterprogramm einzustudieren. Langsam steigt der Adrenalinspiegel. Schon bald können sie nämlich ihr Können unter Beweis stellen: Am 1. August spielt das orchestra giovane um 14.30 Uhr in der Mehrzweckhalle des Musikdorfs Ernen ein Extra-Konzert. Auf dem Programm stehen Werke von Elizabeth Maconchy, Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch sowie eine Uraufführung der jungen Schweizer Komponistin Aline Sarah Müller (*2001).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einen doppelten Espresso bestellt Christian Spitzenstätter bei unserem Treffen im Fieschertaler Restaurant Alpenblick. Er dirigiert in diesem Jahr das Orchester. «Ich habe nach wie vor sehr viel Spass bei den Proben, aber die intensive Probearbeit zehrt an meiner Energie», kommentiert er schmunzelnd seine Bestellung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am selben Tisch sitzen auch die Komponistin Aline Sarah Müller, die Violinistin Sophie Knöchelmann, welche als Solistin Schostakowitschs Erstes Violinkonzert interpretieren wird und der orchestra giovane-Präsident Joel Mähne. Sie alle sind sich einig: Ein solches Orchester wie das orchestra giovane gibt es weit und breit kein zweites.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Es fühlt sich wie eine Familie an, ja sogar wie eine Kommune, da das meiste im Lagerleben von den Musiker*innen selbst aktiv gestaltet wird», sagt Joel Mähne. Und Sophie Knöchelmann, die in den letzten vier Jahren die Position der Konzertmeisterin innehatte, schwärmt von der grossen Spiellust, die in den zwei gemeinsamen Probewochen zum Tragen kommt und ergänzt: «Es ist eine grosse Qualität, dass das Musiklager so lange dauert, weil erst in der zweiten Woche wachsen die Leute emotional so richtig zusammen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Starkes Gemeinschaftsgefühl&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dem orchestra giovane – bestehend aus jungen passionierten Amateur-Musiker*innen und aufstrebenden Musikstudierenden – eilt ein legendenumwobener Ruf voraus. Wer einmal in diesem Orchester mitgespielt hat, scheint von einer magischen Kraft immer wieder angezogen zu werden und findet sich ein Jahr später erneut im zweiwöchigen Musiklager.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was verbirgt sich hinter dem Mythos orchestra giovane, das von den Eingeweihten schlicht OG genannt wird? Sophie Knöchelmann, die nun zum fünften Mal ein Musiklager vom OG besucht, versucht darauf eine Antwort zu geben: «Ich habe bisher nicht viele Orte erlebt, an denen sich jede und jeder so wohl fühlt, niemand ausgeschlossen und alle integriert werden, wie es im OG der Fall ist.» Eine nicht zu unterschätzende Wirkung habe dabei die Musik: «Diese verbindet und kreiert ein starkes Gemeinschaftsgefühl», so die Violinistin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Licht und Schatten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine halbe Stunde nach der Koffein-Kur hebt Christian Spitzenstätter seinen Taktstock im Fiescher Saal Rondo in die Luft, dem OG-Probelokal auf Zeit. Die Disziplin der jungen Musiker*innen ist erstaunlich hoch. «Viele haben nun die Stuhlkante entdeckt», sagte mir Spitzenstätter zuvor lakonisch auf der Terrasse des Restaurants Alpenblicks.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was nun folgt sind eruptive Klänge von sinnlicher Schönheit, Klangwolken, Klangballungen, die durch subtile Klanginseln durchbrochen werden. Es ist das Werk &lt;em&gt;A Soul’s Noise&lt;/em&gt; der Komponistin Aline Sarah Müller. Das 1997 gegründete orchestra giovane vergibt jedes Jahr einen Kompositionsauftrag. In diesem Jahr ging dieser an die 23-jährige Bernerin, die auch als Violinistin von sich Reden macht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist das erste Orchesterwerk, das Aline Sarah Müller komponiert hat. Und es ist bereits eine Wucht! «In diesem Stück will ich die westlichen Instrumente von einer anderen Perspektive beleuchten, ihre Klangmöglichkeiten erweitern und im Klangkörper Licht und Schatten erzeugen», so die talentierte Komponistin, die das Werk zu einem grossen Teil im Lesesaal der Berner Universitätsbibliothek Münstergasse zu Papier brachte, da die umfangreiche Partitur einen grossen Tisch erforderte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist ein radikales Stück, der Klangästhetik eines jungen Krzysztof Penderecki oder frühen Helmut Lachenmann verpflichtet, jedoch mit der zukunftsgerichteten Klangsensibilität à la Aline Sarah Müller bereichert. Dazu kommen bei den Streichern Haarnadeln zur Verfremdung des Klangs zum Einsatz sowie Smartphones, auf denen zuvor oder direkt im Konzert eingespielte Instrumentalgeräusche abgespielt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für viele der jungen Musiker*innen des orchestra giovane ist das Einstudieren eines zeitgenössisch avantgardistischen Stücks ein Novum. Das Erstaunliche: Mit andächtigem Ernst gelingt ihnen scheinbar mühelos das Kreieren eines eindrücklichen Klangkörpers. Diese Uraufführung sollte man sich definitiv nicht entgehen lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Posaunen und Trompeten? Tacet!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zarte vier Jahre alt war Sophie Knöchelmann, als sie zum ersten Mal das Violinkonzert op. 77 von Dmitri Schostakowitsch hörte. «Mein Vater hatte eine Einspielung des Konzerts mit Hillary Hahn in seiner CD-Sammlung, die ich mir als Kind oft anhörte. Die Musik von Schostakowitsch fühlte sich für mich immer so unglaublich logisch an», sagt die Violinistin, die kürzlich an der Musikhochschule Luzern ihr Studium mit einem Master in Performance abgeschlossen hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schostakowitschs Erstes Violinkonzert erfordert eine eindrückliche Orchesterbesetzung – inklusive grossem Perkussionsapparat und Celesta. Posaunen und Trompeten hingegen müssen in diesem Werk schweigen. Als Kompensation und als Kommentar zu Schostakowitschs Werk ertönt daher als Ouvertüre das Werk &lt;em&gt;Russian Funeral &lt;/em&gt;von Benjamin Britten, das rein für Bläser und Perkussion komponiert wurde und in dem ein russischer Trauermarsch verarbeitet wird, den Schostakowitsch ebenfalls für eine seiner Kompositionen verwendet hat: für die 11. Symphonie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Trouvaille spielt das orchestra giovane ein Werk einer viel zu wenig beachteten Komponistin: das Nocturne für Orchester der Britin Elizabeth Maconchy. Ausgetretene Pfade scheinen nichts für das dynamische OG zu sein, das im nächsten Jahr sein zweiwöchiges Musiklager wieder an einem anderen Ort durchführen wird. Daher wird es auf lange Sicht wohl die einzige Chance sein, diesen einzigartigen Klangkörper im Musikdorf zu erleben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das Extra-Konzert mit dem orchestra giovane findet am 1. August, um 14.30 Uhr, in der Mehrzweckhalle von Ernen statt. Davor, um 11 Uhr, spielen die Musiker*innen des Festivals ein Kammermusikkonzert in der Kirche mit Musik von Schweizer Komponisten (Honegger, Juon, Veress, Furrer, Martin).&amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 31. Juli 2024, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Foto oben: Mitglieder des OG beim Konzertbesuch in Ernen&lt;br /&gt;
Fotos unten: Sophie Knöchelmann, Aline Sarah Müller, Christian Spitzenstätter&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1722410188-WhatsApp_Image_2024-07-31_at_09.14.34.jpeg" length="300625" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/suedafrika-–-ernen,-einfach-bitte-362</link>
			<title>Südafrika – Ernen, einfach bitte!</title>
			<description>&lt;p&gt;Am liebsten würde Charl du Plessis das Musikdorf Ernen gar nicht mehr verlassen und den Wohnsitz von Südafrika in die Schweiz verlegen. Und am liebsten würden wohl auch die Erner Konzertbesucher*innen den Publikumsliebling nicht mehr gehen lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit 25 Jahren bringt nämlich Charl du Plessis mit seinen flinken Fingern sowie seinem untrüglichen Gespür für Jazz und Klassik das Erner Publikum zum Staunen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war im Jahr 1999, als Charl du Plessis zum ersten Mal Ernen besuchte – als aufstrebender 22-jähriger Pianist. Drei Wochen lang blieb er damals im Musikdorf, wo er den Meisterkurs des Festivalgründers György Sebők besuchte. «Ich reiste mit Klavierstücken von Rachmaninow, Haydn und Brahms in die Schweiz. Pro Woche wurde an einem Stück gearbeitet», erinnert sich der im südafrikanischen Pretoria lebende Musiker.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sämtliche Ratschläge von György Sebők notierte sich Charl du Plessis während des Meisterkurses und verarbeitete diese nach und nach. «Einige Anmerkungen leuchteten mir erst Monate später beim Üben am Klavier ein, als ich plötzlich an Sebők dachte und verstand, was er mir beibringen wollte.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Schluss des Meisterkurses wagte Charl du Plessis dem Festivalgründer eine persönliche Frage zu stellen. Und zwar, ob der Meister es verächtlich fände, wenn er, Charl, auch Jazz spiele. Dessen Antwort. «Es gibt Genre-unabhängig nur zwei Arten von Musik: gute und schlechte.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Bestätigung des Meisters beflügelte Charl du Plessis, der als jüngster südafrikanischer Pianist aller Zeiten zum Steinway Artist ernannt wurde. Kurz darauf gründete er das Charl du Plessis Trio. «Wir wollten eigentlich lediglich gemeinsam Jazz-Standards improvisieren», erinnert er sich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch im selben Jahr, in dem Charl du Plessis den Meisterkurs besuchte, starb György Sebők. Für ein «in memoriam»-Konzert reiste der südafrikanische Pianist im darauffolgenden Jahr erneut nach Ernen. Francesco Walter animierte ihn bei seinem Aufenthalt, an einem im alten Erner Dorfkern durchgeführten Fest auf einem von der Primarschule geborgten Klavier zu improvisieren – unter freiem Himmel. Mit der deutschen Opernsängerin Simone Kermes, die damals während der Barockwoche im Musikdorf Konzerte bestritt, «jammte» er bis früh in die Morgenstunden hinein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Idee, das klassische Repertoire mit der Sprache des Jazz zu verbinden war somit geboren. Dazu Charl du Plessis: «In den ersten Jahren arrangierte ich für meine mit dem Trio absolvierten Erner Konzerte berühmte Barock-Stücke im Jazz-Stil.» Sein Credo bis heute: «Die Werke müssen bekannt genug sein, damit sich beim Wiedererkennen ein Aha-Erlebnis einstellt.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Charl du Plessis gehört zum Inventar des Musikdorfs und er strahlt einen ewig jugendlichen Elan aus. Seine in Ernen zu Gehör gebrachten Arrangements haben längst die Grenzen der Barockmusik verlassen und speisen sich aus dem Repertoire der Klassik ebenso wie aus dem Repertoire moderner Evergreens aus der Welt der Chansons, Operetten und Opern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Legendär sind auch die Solo-Rezitals von Charl du Plessis. Ein nächstes steht am Montag, 29. Juli, auf dem Programm. Und danach ist das Silvesterkonzert Charls nächster Fixpunkt in Ernen. Bei diesen Konzerten improvisiert der begnadete Pianist über Themen, die ihm vom Publikum vorgeschlagen werden. Bis am 29. Juli können dafür Vorschläge im Festivalbüro eingebracht werden – bis spätestens 30 Minuten vor dem Konzert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für Charl du Plessis, der am Grey College, einem angesehenen Gymnasium seiner Heimatstadt Bloemfontein, beinahe akzentfreies Deutsch lernte, ist Ernen zur zweiten Heimat geworden. In seiner Brust schlagen somit nicht nur zwei musikalische Herzen – eines für die Klassik, das andere für Jazz –, sondern auch zwei Herzen, wenn es um die Frage seiner Heimat geht: eines für Südafrika und eines für Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 24. Juli 2024, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1721741267-DSC_0075.JPG" length="13554840" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/die-entfesselte-361</link>
			<title>Die Entfesselte</title>
			<description>&lt;p&gt;Als Rachel Harnisch Mitte Februar im Interview mit dem Walliser Boten über ihr Karriereende sprach, kam auch das Musikdorf zur Sprache: «Diesen und nächsten Sommer trete ich noch mit dem Trio Charl du Plessis im Musikdorf Ernen auf. Diese Konzerte sehe ich nicht als Arbeit», verriet sie damals der Journalistin Nathalie Benelli.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Morgen nach ihrem Auftritt mit dem Charl du Plessis Trio treffe ich eine entspannt wirkende Rachel Harnisch auf der sonnenverwöhnten Terrasse des Sport Cafés Seiler. Starken Muskelkater vom Singen verspüre sie, sagt mir die Sängerin mit einem Schmunzeln. Also war das Konzert in Ernen entgegen ihrer Annahme trotzdem Arbeit? «Schwerstarbeit», antwortet Rachel Harnisch augenzwinkernd.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Davon spürte man am Abend zuvor nichts. Ein halbes Jahr nach ihrem letzten Auftritt trat Rachel Harnisch wieder vor Publikum. Als sie in einer eleganten schwarzen Robe im Altarraum der Kirche St. Georg erscheint und die Stufen hinunter zu den Musikern des Charl du Plessis Trio schreitet, hat man das Gefühl, dass die Sängerin nie weg von den grossen Bühnen war. Ihre Präsenz, ihre Ausstrahlung füllt bereits vor dem ersten gesungen Ton den ganzen Kirchenraum.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit Leichtigkeit und stimmlicher Brillanz zog sie daraufhin das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche in ihren Bann – durch ein abwechslungsreiches Programm mit Liedern, Chansons und Opernarien.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Geheimpakt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gegen Ende des Konzerts erfüllte der Co-Intendant Francesco Walter einen zuvor mit der Sängerin abgesprochenen Geheimpakt. Er öffnete das Kirchenportal sperrangelweit, damit Rachel Harnisch beim Singen der letzten drei Lieder einen Blick in die Weite geniessen konnte. Darauf angesprochen, zieht Rachel Harnisch eine Parallele zu ihrem Leben. «Ich bin nicht gerne eingesperrt.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieses Gefühl des Eingesperrtseins verfolgte die Sängerin während ihrer ganzen Karriere. Der äussere Erfolg war ihr zwar vergönnt, der berühmte Schweizer Musikkritiker Christian Berzins titulierte Rachel Harnisch sogar als «beste Schweizer Sopranistin der letzten 50 Jahre», die Selbstzweifel und der Perfektionismus liess dies jedoch unbeeindruckt. Diese quälten sie während ihrer ganzen Laufbahn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun studiert die Mutter zweier Kinder seit anderthalb Jahren an der FernUni Schweiz Psychologie. Erfolgreich meisterte sie bereits das erste Studienjahr, in dem 40 % der Studierenden scheitern – vor allem der Statistik wegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von den engen Fesseln des Klassik-Metiers hat sich Rachel Harnisch erfolgreich befreit. «In der Psychologie fühle ich mich bereits jetzt mehr zu Hause als ich mich in der Musik je gefühlt habe.» Sie verspüre einen grossen Drang, Sachen zu verstehen und erhalte endlich die intellektuellen Inputs, die sie während ihrer Gesangskarriere so stark vermisst habe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die letzte Romantikerin&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bereits 2002 sagte Rachel Harnisch in einem Interview: «Nur zu singen, finde ich total langweilig». Stets war ihr wichtig, den Kontext, in dem ein Werk entstand, zu studieren und zu durchdringen. Rachel Harnisch ist eine Suchende, die sich nicht mit der Oberfläche der Dinge zufrieden gibt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Gespräch erweist sie sich als eine Person mit einem weitgefassten Interessenshorizont, zeigt ehrliche Neugier für ihr Gegenüber und ist eine wunderbare Gesprächspartnerin, um auch über die grossen Themen des Menschseins zu diskutieren, über die Vergänglichkeit allen Seins oder die schwierig zu beantwortende Frage eines geglückten Lebens.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In den Gedichten von Rainer Maria Rilke findet Rachel Harnisch Trost, stark identifizieren kann sie sich zudem mit einer ihrer letzten Opernrollen, die sie auf der Bühne verkörperte: mit Emilia Marty aus Leoš Janáčeks Oper «Die Sache Makropulos».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Figur wird dank eines Zaubermittels ihres in Alchemie erprobten Vaters 375 Jahre alt, will aber noch länger leben. «Erst im Angesicht des Todes erkennt Emilia Marty schlussendlich einen Sinn in ihrem Leben», so Rachel Harnisch. Dass die irdische Existenz erst durch die Gewissheit des Todes ihre Würze erhält, wussten auch die todessehnsüchtigen Romantiker wie Novalis und Lord Byron. Womöglich wandelt Rachel Harnisch schlicht einige Epochen zu spät auf diesem Planeten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit 30 Jahren in Ernen auf der Bühne&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der blaue Himmel über uns mag einstürzen und die Erde mag zerfallen. Es ist mir egal, ob du mich liebst. Die ganze Welt ist mir egal. Solange die Liebe meinen Morgen durchflutet.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Zeilen singt Édith Piaf in französischer Sprache in ihrem Chanson «Hymne d’Amour». Dieses Lied fügte Rachel Harnisch in ihrem Konzert in Ernen spontan noch ein. Mit Édith Piaf, dieser durch Tragödien gezeichneten Sängerin, spürt Rachel Harnisch eine enge Verbundenheit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bereits als 20-Jährige trat Rachel Harnisch 1994 im Musikdorf Ernen auf. Damals als Solistin in einer Vorabendmesse, die der Oberwalliser Lehrerchor gestaltete. Mit dem Wallis ringt die Sängerin bis heute in einer Art Hassliebe. Auf Ernen stimmt sie jedoch versöhnliche Töne an. «Kein anderer Ort auf der Welt verströmt eine solche Ruhe wie Ernen», so Harnisch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Vorfreude auf das Konzert mit Rachel Harnisch am Festival Musikdorf Ernen 2025 ist gross. Vom Singen will sie danach endgültig Abschied nehmen: «Es gibt bereits Wetten darauf, dass ich auf die Bühne zurückkehre. Diese Menschen werde ich jedoch eines Besseren belehren», sagt eine sichtlich erlöste Rachel Harnisch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 22. Juli 2024, Andreas Zurbriggen (Komponist und Musikpublizist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 22 Jul 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1721737499-DSC_0057_.JPG" length="2942571" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/die-schatzsucherin-360</link>
			<title>Die Schatzsucherin</title>
			<description>&lt;p&gt;An diesem lichtdurchfluteten Nachmittag schweift Xenia Löfflers Blick weit ins Tal hinunter. Vor dem Hauptportal der Kirche St. Georg geniesst sie noch einige Sonnenstrahlen bis die Probenarbeit beginnt. «Es ist beinahe surreal, wie schön es hier ist», schwärmt die in Berlin lebende Musikerin von Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum fünften Mal ist die gefragte Barockoboistin und Blockflötistin Teil des Ensembles Aernen Barock, das in jeweils fünf Konzerten verschiedenste Facetten der Barockmusik fulminant zum Klingen bringt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen ist Xenia Löffler längst keine Unbekannte mehr. Von einer Probenbesucherin wird sie beim Eintreten in die Kirche erkannt und mit Komplimenten zu einem letztjährigen Konzert überhäuft. «Ich bin sehr berührt, was ich in Ernen auch ausserhalb der Konzerte alles erleben darf.» Besonderen Eindruck macht ihr in diesem Jahr ein 101-jähriger Stammgast der Erner Barockwochen, der wiederum extra aus den USA für die Konzerte angereist ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weit schweift Xenia Löfflers Blick auch, wenn es um das Erschliessen von neuem Repertoire geht. Den Ruf als Entdeckerin musikalischer Trouvaillen eilt ihr in der Barockszene weit voraus. In den letzten Jahren durchwühlte sie etwa die historischen Bestände der Dresdner Hofkapelle oder wagte sich an die Erkundung gutgehüteter Schätze der Familie Thurn und Taxis, die auf ihrem Regensburger Stammschloss einige musikalische Kostbarkeiten aufbewahrt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn Xenia Löffler nach Ernen reist, führt sie jeweils einige musikalische Trouvaillen in ihrem Gepäck mit, die sie das Publikum entdecken lässt. «Wir Musiker*innen des Ensembles Aernen Barock dürfen jeweils Vorschläge einbringen, was gespielt wird. Das Tolle an den Barockwochen in Ernen ist eine gute Mischung aus bekanntem und unbekanntem Repertoire», sagt die wortgewandte Musikerin, die an der Universität der Künste in Berlin eine Klasse für historische Oboen betreut und seit 2001 Solo-Oboistin der renommierten Akademie für Alte Musik Berlin ist. Eine umfangreiche Diskographie rundet ihr künstlerisches Profil ab.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit himmlischen Klängen beginnt an diesem Nachmittag die Probe. Die Kantate «Hai finito di lusingarmi» von Agostino Steffani steht auf dem Programm. Die Sängerin Carine Tinney intoniert in hellem Timbre die Anfangszeile. Die Oboistin Xenia Löffler und der Oboist Josep Domènech lassen mit ihren Instrumenten die Phrase nicht unbeantwortet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit Josep Domènech (genannt Pepo) ist ein weiterer renommierter Barockoboist fester Bestandteil des Ensembles Aernen Barock. Im Freiburger Barockorchester spielt er die Solo-Oboe. «Der musikalische und oboistische Austausch mit Pepo sind eine grosse Bereicherung für mich und wir beide freuen uns immer sehr auf unser Wiedersehen in Ernen. Einen besonderen Reiz hat das gemeinsame Musizieren dadurch, dass wir beide als Stimmführer in unseren jeweiligen Orchestern gewohnt sind, die musikalische Führung zu übernehmen und hier nun gerne dem jeweils anderen den Vortritt lassen wollen» schmunzelt Löffler.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Begonnen hat Xenia Löffler ihre Laufbahn an der Blockflöte. Als Studentin wählte sie an der Schola Cantorum Basiliensis dazu noch die Barockoboe, die schon bald zu ihrem geliebten Hauptinstrument werden sollte. Der Blockflöte blieb sie aber bis heute treu.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ihr Repertoire erstreckt sich jedoch weit in die Romantik hinein. Nächstens spielt sie mit der Akademie für Alte Musik Berlin die erste Oboe in einer Bruckner-Messe und erst kürzlich erschien ihre Interpretation des Oboenkonzerts von Wolfgang Amadeus Mozart auf CD.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Letztlich ist es dann aber doch die Barockmusik, die Xenia Löffler am meisten in den Bann zieht. Warum gerade Musik aus diesem Zeitalter? «In der Barockmusik sind nicht nur sämtliche Ausdrucksmöglichkeiten vorhanden, sondern es ist auch die Art des gemeinsamen Musizierens, die mir bei dieser Musik am besten gefällt. Es ist Kammermusik in ihrer schönsten Form.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;Ernen 17. Juli 2024, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 17 Jul 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1721215256-DSC_7275.jpg" length="1968752" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/das-trio-gaspard-geht-durchs-feuer-–-auch-ohne-schuhe-359</link>
			<title>Das Trio Gaspard geht durchs Feuer – auch ohne Schuhe</title>
			<description>&lt;p&gt;So geschehen zu Beginn des Musiksommers. Das Trio Gaspard hat eine neue Marke gesetzt, denn was die Musikliebhaber*innen in der Kirche St. Georg geboten bekamen, sprengte den Rahmen gängiger Hörgewohnheiten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war Joseph Haydn (1732–1809), der das Fundament für die Formation «Klaviertrio» gelegt hat – und er war auf diesem Gebiet äusserst produktiv. 46 Kompositionen hat er hinterlassen, die nun alle vom Trio Gaspard eingespielt werden. Diese Trios bildeten den roten Faden durch die 7 Programmteile, wurden aber geschickt ergänzt durch eine Auswahl von romantischen Meisterwerken sowie Stücken aus dem 20. Jahrhundert. Und höchst erfrischend waren die kurzen, zeitgenössischen Kompositionen, die das Trio in Auftrag gegeben hat – immer zu Ehren von Joseph Hayden. Dabei waren unter anderen Werke von Kit Armstrong, Sally Beamish, Patricia Kopatchinskaja, Olli Mustonen oder Helena Winkelman.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun gibt es die Reihe «Kammermusik kompakt» schon mehr als 10 Jahre – eine geniale «Erfindung» des Intendanten Francesco Walter. Jedes Jahr war die Begeisterung über die Darbietungen riesig. Sämtliche Teilnehmenden waren grossartig und einnehmend, spielten auf höchstem Niveau. Aber dieses Jahr fühlte es sich so an, als wäre die Spirale noch etwas höhergeschraubt worden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man rieb sich die Augen. Was war da gerade los?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist diese Frische, das unbekümmerte, entspannte Auftreten dieses seit 2010 bestehenden und mehrfach ausgezeichneten Trios, dem die Ausgewogenheit zwischen einer Art Wahnsinn und den originären Kompositionen gelingt. Und diese unkonventionelle Annäherung verdanken wir dem Violinisten Jonian Ilias Kadesha aus Griechenland, der nur so von Energie sprüht und auch mal vom Stuhl hochschiesst, wenn er mehr Platz für sein Spiel braucht. Zwischendurch wagt er auch den Versuch, sein wildes Krausehaar zu zähmen oder einen Blick auf sein Hemd zu werfen (ist alles noch in Ordnung?). Und wenn am Samstag, an dem Tag, als stürmisches Unwetter auch das Goms verwüstete, ein heftiges Donnergrollen sich zwischen zwei Sätze drängte, setzte er seine Geige an und nahm kurz mit dem Störefried musikalischen Kontakt auf. Aber Kadesha war ja nicht allein.&amp;nbsp;Die&amp;nbsp;britische&amp;nbsp;Cellistin Vashti Hunter, die dem Instrument warme, oft feurige Töne entlockt, immer alert auf alles, was auf sie zukommt. Beide spielen auf alten italienischen Instrumenten&amp;nbsp;aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Und der deutsche Pianist Nicholas Rimmer, der auf dem Bösendorfer ja fast immer den Ton angibt, spielt virtuos, raffiniert, fokussiert – einmal in der Smokingjacke, einmal mit zurückgekrempelten Hemdsärmeln. Und was die drei auch auszeichnet: man spürt ihre Eigenständigkeit, die aber immer in einem spannungsvollen Zusammenspiel mündet. Und was auch auffällt: wenn der Pianist seinen Fuss nicht gerade auf dem Pedal hat, bewegt er die Beine so wie seine flinken Hände – die Finger rasen wie Spinnenbeine über die Tasten – und auch der Geiger übernimmt oft mit seinen Füssen den Takt, ohne Schuhe notabene, in schwarzen Socken. Schuhe engen nämlich bei solchen Höchstleistungen nur ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war ein unvergessliches Konzerterlebnis, das unter Mitwirkung von Jonathan Inniger, dem zukünftigen Intendanten, unsere Herzen höher schlagen liess. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Ausgabe von «Kammermusik kompakt».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Madeleine Hirsiger,&amp;nbsp;Ernen, 2. Juli 2024&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 03 Jul 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1720022034-20240629_175609_Quer_edit.jpg" length="1141832" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/composer-in-residence-2023-24-christian-mason-368</link>
			<title>Composer in Residence 2023/24: Christian Mason</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für das Musikdorf Ernen schreibt Christian Mason ein Kammermusikwerk für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier&amp;nbsp;– also für die Besetzung von Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du temps (1940). Das Werk heisst «Figures in a landscape (awaiting eternity)». Es wird&amp;nbsp;am Samstag, 3. August 2024, um 18 Uhr,&amp;nbsp;im Kammerkonzert 4&amp;nbsp;uraufgeführt.&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ganz unten: Video-Interview mit Christian Mason in Ernen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Christian Mason&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Christian Mason (*1984)&amp;nbsp;ist einer der führenden Komponisten seiner Generation.&amp;nbsp;Der Preisträger des Komponistenpreises der Ernst von Siemens Musikstiftung 2015 ist Gastdozent für Komposition an der Universität Cambridge sowie Mentor&amp;nbsp;für das LSO Panufnik Young Composers Project, die&amp;nbsp;Philharmonia Composers’ Academy und das&amp;nbsp;Hong Kong Composers Scheme.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In den letzten Jahren wurden Orchesterwerke von den&amp;nbsp;Wiener Philharmoniker, dem hr-Sinfonieorchester, dem&amp;nbsp;Philharmonia Orchestra, dem Münchener Kammerorchester und dem Orchestre National de France uraufgeführt.&amp;nbsp;Am&amp;nbsp;Lucerne Festival (Ensemble Intercontemporain), den&amp;nbsp;BBC PROMS (London Sinfonietta) und den&amp;nbsp;Donaueschinger Festspiele wurden seine Werke uraufgeführt; Seine&amp;nbsp;Kammermusikwerke wurden u.a. für das Arditti String Quartet, das Ligeti String Quartet komponiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Christian hat am King&amp;apos;s College London bei George Benjamin promoviert und war als Kompositionsassistent von Sir Harrison Birtwistle tätig. Er ist Gründungsmitglied und künstlerischer Leiter des Octandre Ensemble und spielt das Theremin. Seine Werke sind bei Breitkopf &amp;amp; Härtel erschienen.&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Folgende Werke von Christian Mason&amp;nbsp;werden am Festival Musikdorf Ernen aufgeführt:&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Samstag, 21. Oktober 2023 | mit Studierenden der Musikhochschule HEMU Valais-Wallis&lt;br /&gt;
«Tuvan Songbook» für (singendes) Streichquartett&amp;nbsp;(2016)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sonntag, 7. Juli 2024 (Klavierrezital 1 mit Andrei Gologan)&lt;br /&gt;
«just as the sun is always...» (2006/2009)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Freitag, 12. Juli 2024 (Klavierrezital 4 mit Sergey Tanin)&lt;br /&gt;
«The Earth: Her Dance» aus dem Zyklus &lt;em&gt;Inner Landscapes&lt;/em&gt;&amp;nbsp;(2018/2019)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Freitag, 2. August 2024 (Orchesterkonzert 1)&lt;br /&gt;
«Tuvan Songbook» Version für (singendes) Streichorchester (2020)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Samstag, 3. August 2024 (Kammerkonzert 4)&lt;br /&gt;
«Figures in a landscape (awaiting eternity)»&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Uraufführung&amp;nbsp;– Auftragswerk des Festivals Musikdorf Ernen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sonntag, 4. August 2024 (Kammerkonzert 5)&lt;br /&gt;
«Shadowy Fish. Hommage à Schubert» für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier (2020)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Lesen Sie mehr über Christian Mason und seine&amp;nbsp;Arbeit in Ernen:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/bimmelnde-schafe-in-der-kirche-st-georg-336&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;«Bimmelnde Schafe in der Kirche St. Georg», Oktober 2023, von Andreas Zurbriggen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Projekt «Composer in Residence 2023/24» wird von der Loterie Romande und von der Stanley Thomas Johnson Stiftung unterstützt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.winterandwinter.com/index.php?id=2238#c2218&amp;quot;&gt;Neueste CD:&amp;nbsp;Christian Mason, Time – Space – Sound – Light&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Lesen Sie auch Beiträge über die vergangenen Composers in Residence und andere Komponist*innen im Musikdorf Ernen:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/composer-in-residence-2022-23-helena-winkelman-335&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Helena Winkelman (2022/23)&lt;/a&gt;&amp;nbsp;|&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-britischer-komponistenstar-im-musikdorf-197&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Tom Coult (2021/22)&lt;/a&gt;&amp;nbsp;|&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/alle-facetten-erspueren-195&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Thomas Larcher (2020/21)&lt;/a&gt;&amp;nbsp;|&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/andreas-zurbriggen,-composer-in-residence-2019-163&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Andreas Zurbriggen (2019)&lt;/a&gt;&amp;nbsp;|&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/?message=true&amp;amp;id=31&amp;amp;id=31&amp;amp;mod_action=show_entry&amp;amp;entry_id=144&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Sally Beamish&lt;/a&gt;&amp;nbsp;|&amp;nbsp;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/?message=true&amp;amp;id=31&amp;amp;id=31&amp;amp;mod_action=show_entry&amp;amp;entry_id=124&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Alfred Zimmerlin&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 01 Nov 2023 00:00:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1720179111-Mason_Christian_008_.jpg" length="2885593" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/bimmelnde-schafe-in-der-kirche-st-georg-336</link>
			<title>Bimmelnde Schafe in der Kirche St. Georg</title>
			<description>&lt;p&gt;Auf den Wiesen am Dorfrand von Ernen herrscht zurzeit Konzertsaison. Die von den Sommerweiden zurückgekehrten Kühe und Schafe bimmeln mit ihren Glocken eine regelrechte Alpensymphonie. «Das sind genau die unintentionalen Klänge, die ich in meiner Musik zu erzeugen versuche», sagt der diesjährige Composer in Residence, Christian Mason, bei einem gemeinsamen idyllischen Herbstspaziergang. Unintentionale Klänge – also (scheinbar) unbeabsichtigte Klänge.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: «Am liebsten würde ich bei der Uraufführung meines Auftragswerkes in der Erner Kirche ein paar bimmelnde Schafe ins Ensemble integrieren.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der 39-jährige Christian Mason gehört zu den schillernden Sternen am Komponistenhimmel. Gastprofessor an der Universität in Cambridge, Ernst von Siemens-Förderpreisträger, eingeladener Komponist bei den grossen Musikfestivals, so beispielsweise 2013 beim Lucerne Festival: Noch nicht einmal 40-jährig hat Mason bereits den Gipfel des Parnass’ – den Heimatberg der Musen – längst erklommen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun weilt er mehrmals für einige Wochen als Composer in Residence im Musikdorf Ernen und arbeitet an einem Werk, das im August 2024 in der Pfarrkirche St. Georg uraufgeführt wird. Viele Noten hat Christian Mason von der Auftragskomposition noch nicht komponiert. Fest steht erst ein Arbeitstitel «Landscape With Figures» und die Besetzung – dieselbe wie bei Olivier Messiaens &lt;em&gt;Quatuor pour la fin du temps&lt;/em&gt;, also Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Es reizt mich, für eine Besetzung zu komponieren, die eine nicht ganz so lange Tradition mitbringt», sagt Mason. Wie das Werk letztendlich klingen wird? Das entscheiden die Musenküsse auf dem Parnass Ernen in den nächsten Monaten. Eine Idee hat Mason jedoch schon: Er möchte einzelne Musiker*innen ums Publikum positionieren, die eine Klangwolke erzeugen, in der sich dann die Interpret*innen auf dem Podium bewegen können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Musikalisch interessieren den gebürtigen Londoner nämlich fliessende Klänge, die nicht in eine bestimmte Richtung weisen. «Ich probiere, musikalisch einen Raum zu kreieren, den das Publikum mit den Ohren durchwandern kann.» Dabei ist ihm wichtig, dass die Hörer*innen eine unmittelbare emotionale Verbindung mit seiner Musik herstellen können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seine atmosphärische farbige Musik beschreibt Mason selbst wie einen Herbstwald voll unterschiedlicher Farbtöne, die man nicht alle im Detail wahrzunehmen braucht. Der berühmte britische Musikkritiker Paul Griffiths nennt Masons Musik «leuchtender Zusammenklang» und schwärmt vom verströmenden Licht und Glanz seiner Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was den Komponisten zurzeit beschäftigt: Die Reflektion von Zeit und dem Zeitempfinden beim Hören von Musik: «Was wäre Un-Zeit, wie kann ich musikalische Ewigkeit erzeugen?» Diese Herausforderung stellt er sich unter anderem beim Komponieren des Auftragswerks für das Musikdorf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen liebt Christian Mason das Flanieren zwischen braungebrannten Walliser Häusern. &amp;nbsp;Vor wenigen Tagen sah er auf dem Eggishorn zum ersten Mal im Leben einen Gletscher. Verschwindende Ewigkeit. Wie sein Stück, das in 10 Monaten in Ernen uraufgeführt wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer nicht bis zum August 2024 warten kann: Am kommenden Samstag, 21. Oktober, um 20 Uhr, spielen Studierende der Musikhochschule HEMU Valais-Wallis Christian Masons Streichquartett &lt;em&gt;Tuvan Songbook&lt;/em&gt;&amp;nbsp;(2016). Der Komponist wird im Tellensaal Ernen anwesend sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tags darauf um 14 Uhr gibt es ein weiteres Konzert – und auch hier hat eines der Stücke einen starken Wallis-Bezug: Das Streichquartett spielt die «Drei Stücke» von Igor Strawinski, die dieser bei seinem Aufenthalt in Leysin und Salvan, im Unterwallis, komponiert hat. Der Eintritt für beide Konzerte ist frei.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 18. Oktober 2023, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 18 Oct 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1697613652-Foto_Christian_Mason.jpg" length="4965102" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/composer-in-residence-2022-23-helena-winkelman-335</link>
			<title>Composer in Residence 2022/23: Helena Winkelman</title>
			<description>&lt;p&gt;Das Festival Musikdorf Ernen fördert Neue Musik. Jedes Jahr erhält eine Komponistin oder ein Komponist einen Auftrag für ein neues Werk mit der Möglichkeit, 3 Monate in Ernen zu arbeiten. Helena Winkelman war Composer in Residence 2022/23.&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Helena Winkelman&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;1974 in Schaffhausen in eine Musikerfamilie hineingeboren, gilt die Geigerin und Komponistin als eine der interessantesten Musikerpersönlichkeiten der Schweiz. Sie vereint Ansätze der Neuen Musik, Jazz, Rock, Volksmusik und die musikgeschichtliche klassische Tradition in einer Person und wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Schweizer Kulturpreis 2017. Als versierte Geigerin und Kammermusikerin ist Helena schon mehrfach in&amp;nbsp;der Reihe «Kammermusik plus» in Ernen aufgetreten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für das Musikdorf Ernen schrieb Helena Winkelman einen grossen Liederzyklus unter dem Titel&amp;nbsp;&lt;em&gt;Geisterlieder&lt;/em&gt;&amp;nbsp;mit Vertonungen von Gedichten in zahlreichen europäischen Sprachen.&amp;nbsp;Uraufgeführt wurde das Werk am Samstag, 5. August 2023 von Christina Daletska (Sopran), Christina Landshamer (Mezzosopran), Rolf Romei (Tenor) und Thomas Oliemans (Bariton) sowie dem Ensemble des Musikdorfs Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Folgende Werke von Helena Winkelman wurden im Rahmen des Projekts Composer in Residence 2022/23&amp;nbsp;im Musikdorf Ernen aufgeführt:&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;Samstag, 29. Oktober 2022&lt;br /&gt;
«Papa Haydn&amp;apos;s Parrot. Hommage à Haydn» für Streichquartett (2016)&lt;br /&gt;
Tami Pohjola, Larissa Cidlinsky, Violinen, Héloïse Houzé, Viola und Léonardo Capezzali, Violoncello&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dienstag, 1. August 2023&lt;br /&gt;
«Vis-à-vis Goya» 7 Miniaturen für Cello und Klavier (2019)&lt;br /&gt;
Francesco Dillon, Violoncello und Alasdair Beatson, Klavier&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mittwoch, 2. August 2023&lt;br /&gt;
«Aqua» aus dem Zyklus «Aria, Ignis, Terra, Aqua» für Flöte (2013)&lt;br /&gt;
Tomasz Sierant, Flöte&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Samstag, 5. August 2023&lt;br /&gt;
«Geisterlieder» | Uraufführung – Auftragswerk des Festivals Musikdorf Ernen&lt;br /&gt;
Christina Daletska, Sopran, Christina Landshamer, Mezzosopran, Rolf Romei, Tenor,&amp;nbsp;und Thomas Oliemans, Bariton,&amp;nbsp;sowie das Ensemble des Musikdorfs Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Samstag, 9. September 2023&lt;br /&gt;
Neun Bagatellen aus den «12 Visitations from the past» (2020)&lt;br /&gt;
Trio Zeitgeist: Tim Crawford, Violine, Martin Egidi, Violoncello, Martin Jollet, Klavier&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://rabe.ch/2023/04/24/meilensteine-festivalradio-musikdorf-ernen/&amp;quot;&gt;Hören Sie das Gespräch mit Helena Winkelman in der Radio-Sendung vom 7. April&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Lesen Sie mehr über Helena Winkleman und ihre Arbeit in Ernen:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/erforschen,-was-dahinter-ist-277&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;«Erforschen, was dahinter ist», November 2022, von Marianne Mühlemann&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wenn-ich-nach-ernen-komme,-fuehlt-es-sich-wie-ein-heimkommen-an-207&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;«Wenn ich nach Ernen komme, fühlt es sich wie ein Heimkommen an», Oktober 2022, von Andreas Zurbriggen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Projekt «composer in residence 2022/23» wurde von der Loterie Romande, von der Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung und von der SUISA Stiftung für Musik unterstützt.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 19 Sep 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1674121221-Winkelman_Helena_2.jpeg" length="3142326" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/koordinaten-fuers-paradies-334</link>
			<title>Koordinaten fürs Paradies</title>
			<description>&lt;p&gt;Jahrhunderte lang suchten wagemutige Abenteurer das irdische Paradies, El Dorado, in Südamerika. Vergebens.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gefunden hätten sie das irdische Paradies weiter östlich, bei 46 Grad Nord, 8 Grad Ost, in Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Musikdorf gibt es nämlich diese magischen Momente, in denen einfach alles stimmt. Solche Momente liessen sich am vergangenen Wochenende reichlich pflücken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Junge musikalische Talente brillierten an vier Konzerten im Tellensaal und einem Konzert in der Mehrzweckhalle. Dabei verlieh die kräftige Spätsommersonne dem pittoresken Ernen einen beinahe mediterranen Teint. Locus amoenus par excellence.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Fünf Preisträger-Ensembles der Orpheus Chamber Music Competition interpretierten während des Newcomers-Wochenendes nicht nur bewährte Stücke aus dem Klassikrepertoire auf hohem Niveau, sondern bargen auch einige musikalische Trouvaillen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Helix Trio beglückte das Publikum etwa mit Werken von gleich zwei viel zu wenig gespielten spanischen Komponisten – mit dem verführerisch sinnlichen Klaviertrio Nr. 2 in h-Moll von Joaquín Turina (1882–1949) und den eingängig schwelgerischen &lt;em&gt;Cuatro piezas españolas&lt;/em&gt; von Tomás Bretón&amp;nbsp;(1850–1923).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei solch schöner Musik krähte sogar der Hahn freudig vor dem Tellenhaus. Willkommen im Paradies!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Vorabend zirpten die Erner Berggrillen einmütig zu den &lt;em&gt;12 Visitations from the past&lt;/em&gt; von Helena Winkelmann (*1974) – diesjährige «Composer in Residence» im Musikdorf Ernen. Jede einzelne der 9 Bagatellen (3 Visitationen stehen noch aus) reflektiert auf äusserst originelle Weise einen Stil eines berühmten Komponisten, wobei das Trio Zeitgeist leichtfüssig von einer Bagatelle zur nächsten hüpfte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht nur Grillen und Hühner beteiligten sich am Wochenende akustisch an den Konzerten, einen rollenden Kontrapunkt generierte ein Motorrad inmitten von Rudolf Kelternborns (1931– 2021) geräuschhaftem Streichquartett Nr. 4, was erstaunlich gut harmonierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ohne akustische Schützenhilfe von Draussen interpretierte das Spirea Quartett, das Gewinner-Ensemble der Orpheus Chamber Music Competition 2022, mit viel Schwung Maurice Ravels Streichquartett in F-Dur, dessen zweiter Satz «Assez vif. Très rhythmé» mit so viel Schönheit bestückt direkt aus dem Paradies zu kommen scheint.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bereits zum zweiten Mal im Musikdorf Ernen zu Gast war das Duo CY:T, bestehend aus der Perkussionistin Chiao-Yuan Chang und dem Walliser Perkussionisten Till Lingenberg. Auf einem eindrücklichen Sammelsurium aus Marimba-, Vibra- und Xylophonen liessen sie das Publikum durch Klangwolken in transzendente Sphären entschweben. Le ciel est ouvert à ceux qui ont des ailes.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 11. September 2023, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 12 Sep 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1694503873-DSC_0319.JPG" length="10629566" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/singende-orgel-332</link>
			<title>Singende Orgel</title>
			<description>&lt;p&gt;Die verschiedenen Stimmen müssen wie einzeln gesungen erklingen! Mit diesem Anspruch unterrichtet der gebürtige Ungare Zsigmond Szathmáry auch in diesem Jahr eine internationale Schar an Organist*innen während eines einwöchigen Meisterkurses im Musikdorf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Die Einzelstimmen müssen geformt werden, durch Artikulation, durch schwer-leicht, durch kurz-lang lebendig gemacht werden», sagt der Grandseigneur der Organistenzunft auf der Sitzbank vor der Erner Kirche, wo wir uns zum Gespräch treffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zsigmond Szathmáry gehört zu den profiliertesten Organisten unserer Zeit. Er studierte einst bei Grössen wie Helmut Walcha Orgel oder bei Ferenc Szabó Komposition, war Organist in Hamburg und Bremen und über mehrere Jahrzehnte Professor für Orgel an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von dort brachte er in den ersten Jahren Studierende nach Ernen mit und unterrichtete sie auf der delikaten einmanualigen Aebi-Orgel aus dem 17. Jahrhundert. «Diese Orgel ist wie gemacht für deutsche Orgelliteratur aus der Barockzeit», schwärmt Szathmáry.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ende der 1970er-Jahre lockte Szathmáry die Kunde vom zauberhaften Musikdorf in die Walliser Bergwelt. Wenige Jahre zuvor hatte sein Landsmann György Sebők hier in Ernen mit seinem Meisterkurs das Musikdorf Ernen gegründet. «Leider verpassten wir uns meistens, da mein Meisterkurs erst anfangen konnte, wenn die Kammermusikkonzerte in der Kirche schon zu Ende waren», erinnert sich Szathmáry.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor allem Organist*innen asiatischer Herkunft besuchen den Meisterkurs im Musikdorf. «Meine verstorbene Frau war Japanerin. Dadurch bekam ich einen intensiveren Zugang zu den Menschen dieses Kontinents», sagt Zsigmond Szathmáry.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andächtig lauschen die Meisterkurs-Absolvent*innen den Bemerkungen von Zsigmond Szathmáry auf der Empore der Kirche St. Georg. Abwechselnd spielen sie die Werke, die sie selbst ausgewählt und nach Ernen mitgebracht haben. Es erklingen gerade einige Takte aus der Fuge von Johann Sebastian Bachs «Präludium und Fuge E-Dur» BWV 566.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Besonders die barocke Musik interessiert meine Meisterschüler*innen.» Um ein breiteres Repertoire unterrichten zu können, werden einzelne Lektionen innerhalb des Meisterkurses an den Orgeln mit zwei und drei Manualen in der Briger Kollegiumskirche und in Naters durchgeführt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viele Meisterschüler*innen halten Zsigmond Szathmáry seit Jahren die Treue und reisen stets aufs Neue ins Musikdorf. Eine alljährliche Tradition: der Ausflug während des Meisterkurses. In diesem Jahr ging es (wie schon oft) nach Stresa. «Auf der Rückreise fuhren wir durch die Gondoschlucht und waren beeindruckt von den steilen Felswänden.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zsigmond Szathmáry schaut bei unserem Gespräch vor der Erner Pfarrkirche immer wieder ins Tal hinunter und auf die Berge des gegenüberliegenden Aletsch-Gebiets. Wie empfindet er dieses Kontrastprogramm zu seiner flachen ungarischen Heimat? «Die Schönheit der hiesigen Berge ist gewaltig und die 500 Jahre alten Häuser verleihen dieser Region eine ganz eigene Atmosphäre. Man spürt regelrecht die Geschichte dieser Landschaft.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine schier unversiegbare Quelle an musikalischer Neugier und Begeisterungsfähigkeit scheint der vollkommene Musiker Zsigmond Szathmáry, der nebst seiner Tätigkeit als Organist auch Werke für verschiedenste Besetzungen komponiert und arrangiert, sein eigen nennen zu können. Erst recht mit 84 Jahren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was er an Ernen und dessen Umgebung ebenfalls sehr schätzt: die Ruhe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Ruhe sei pure Inspiration für einen Komponisten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welche musikalischen Blüten die Erner Ruhe und die Schönheit der Walliser Bergwelt zum Blühen gebracht haben, kann heute Abend im Abschlusskonzert des Orgelmeisterkurses erhorcht werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um 20.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Georg. Der Eintritt ist frei. Es gibt eine Kollekte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 18. August 2023, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 18 Aug 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1772703644-Zsigmond_Szathmary.jpeg" length="1760321" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/sopran-trifft-auf-chanson-330</link>
			<title>Sopran trifft auf Chanson</title>
			<description>&lt;p&gt;Es sind die drei gut gelaunten Herren, die den Abend in der St.-Georgs-Kirche eröffnen, mit dem unverzichtbaren, über allem stehenden Bach. Ein Menuett aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach wird klassisch begonnen, um dann in die Sphäre des Jazz zu wechseln, mühelos – ein Markenzeichen dieser kreativen Musiker.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und noch während ihres Spiels schreitet Rachel Harnisch vom erhöhten Chor auf die Bühne hinab, königlich, im goldgelben langen Rock aus gestärktem Stoff, hinten länger als vorne, und einem blass-gelben ärmellosen Oberteil. Die schwarz glänzenden Haare straff nach hinten gekämmt. Ist sie von dieser Welt? Sie setzt sich an der Wand auf einen Stuhl, lauscht den Tönen, reiht sich dann ins Trio ein, mit einem Lied, nochmals aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach. Mit sichtbarer Konzentration auf das, was sie zu interpretieren hat, in sich gekehrt, alles rund herum ist inexistent, sie atmet durch, um dann die erste Note – diesen magischen ersten Ton – hell und klar in den Kirchenraum freizulassen. Es folgen reine, volle Klänge, wohlgeformt, hoch hinaus, jeder für sich ein Ereignis. Was für eine Innigkeit, die sich in den Worten: «Bist Du bei mir, geh ich mit Freuden» manifestiert. Dieses Abschiednehmen vom Leben in den Tod ist erschaudernd. Nach dem letzten Ton neigt sie den Kopf etwas nach hinten, himmelwärts, mit geschlossenen Augen – der Applaus kommt wohl etwas zu früh, sie ist noch nicht ganz zurück.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und Rachel Harnisch nimmt sich mit ihrer Sopranstimme ohne Umschweife den Liedern von Kurt Weill an («Youkali», «Buddy On The Nightshift»), der aus Nazideutschland über Frankreich nach Amerika fliehen musste. Mit dezidiertem Gestaltungswillen interpretiert sie die Komposition «Je ne t’aime pas», in der eine Liebende, einen Liebenden verlassen wird und sich selbst davon zu überzeugen versucht, dass sie diesen nicht mehr liebe. Und dass das schmerzhaft ist, dieser Spagat zwischen dem «es-nicht-wahrhaben-wollen» und der Gewissheit, dass es so ist, vermittelt uns die Sopranistin musikalisch eindringlich. Trotzig und dezidiert wird uns am Schluss das «Je ne t’aime PAS» entgegengeschleudert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und während sich Rachel Harnisch in einen Nebenraum des Chors zurückzieht, hält uns das Trio mit Swing und Jazz bei Laune, zum Beispiel mit «Things Ain’t What They Used To Be» oder «It Happened In Monterey». Und dann ist sie wieder da, im schwarzen Trägerkleid, in der Mitte mit einer gestickten Bordüre versehen, bereit, um sich ganz dem Spatz von Paris zuzuwenden. Kann eine Sopranistin Edith-Piaf-Lieder singen? Ja, sie kann: mit einer Stimme, die mal vibriert, mal laut und leise, einfühlsam sanft und bestimmt sein kann. Und es tun sich musikalisch neue Dimensionen auf, wenn sie «La vie en rose» singt und den Abend mit «Padam padam» beschliesst, wo alle am liebsten den Refrain mitsingen würden, auf jeden Fall die ältere Generation. Mit tosendem Applaus hat das Publikum den drei Künstlern und der Künstlerin gedankt für den wunderbaren, eindrücklichen Musikabend in der Kirche zu Ernen, die bis auf den letzten Platz besetzt war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und da drängt sich doch ein «Rezept» auf: falls Sie eine schlechte Laune haben, übermüdet sind, weil Sie kaum geschlafen haben, Ärger im Büro haben, ja, wenn Sie sogar zu einer Depression neigen: so ein Abend bringt Sie zurück ins Leben, bietet ihnen Freude, Glück und Zuversicht. Leider müssen Sie nun ein Jahr lang auf diese Gelegenheit warten. Halten Sie durch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Madeleine Hirsiger, Ernen, im August 2023&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 01 Aug 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1690906911-DSC_10052_.jpg" length="2473162" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-tausendsassa-in-ernen-329</link>
			<title>Ein Tausendsassa in Ernen</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein queeres Literaturfestival in einem Walliser Bergdorf? Die Moderatorin Bettina Böttinger kann es auch nach 17 erfolgreichen Queerlesen-Wochenenden im Musikdorf Ernen kaum glauben, dass so etwas überhaupt möglich ist.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Und wie es möglich ist!&lt;br /&gt;
Seit 2007 wird das Festival Musikdorf Ernen jeweils an einem Wochenende zum Mittelpunkt der deutschsprachigen queeren Literaturszene. Und zugleich zum Publikumsmagnet. Auch in diesem Jahr war bei den Lesungen der Tellensaal bis auf den letzten Stuhl besetzt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Schon beinahe zum Inventar von Queerlesen gehört Kristof Magnusson. Liest er nicht selbst, reist der deutsch-isländische Autor trotzdem ans exquisite Literaturfestival nach Ernen. In diesem Jahr sprang er kurzfristig für Helene Hegemann ein und las einen pointierten Text über Männlichkeit. Voller Humor und Ironie.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kristof Magnusson, Sie kommen beinahe jährlich ans Queerlesen nach Ernen. Sei es als eingeladener Autor oder als Gast. Was motiviert Sie, dafür die lange Reise von Berlin nach Ernen anzutreten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist zu 100 Prozent das «queere», das mich nach Ernen lockt. In Deutschland ist queer zu sein oftmals mit der Zugehörigkeit eines bestimmten Lagers verbunden: links und antikapitalistisch. Es ist aber so unglaublich anstrengend, immer recht haben zu müssen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ist das queer-Sein in Ernen ein anderes?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen ist alles viel entspannter. Queer zu sein bedeutet ja nicht unbedingt, einem bestimmten Lager anzugehören. In Berlin ist alles sehr politisch aufgeladen und das queer-Sein eine Gegenkultur. In Ernen hingegen treffen sich ganz unterschiedliche queere Identitäten. Diese Begegnungen bereichern ungemein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Kristof Magnusson ist ein Tausendsassa. Er schreibt Romane, Theaterstücke, übersetzt Werke aus dem Isländischen, hat in der beliebten Reihe «Gebrauchsanweisung für» den Band über Island geschrieben und vor zwei Jahren sogar ein Buch über die Pet Shop Boys.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Und: Er ist studierter Kirchenmusiker. Diesen letzten Punkt konnte das Publikum erahnen, da Magnusson auf einen zu Beginn der Lesung erklingenden «Jingle» von Radio RaBe hinwies, das die Lesung live übertrug. «Das muss eine Bach-Fuge gewesen sein, nur weiss ich leider nicht welche. Ich werde nun wohl die ganze Lesung darüber nachstudieren, welche es war», sagte er in seiner geistreich ironischen Art.&lt;br /&gt;
Bei unserem Gespräch nach der Lesung hat er das Rätsel noch immer nicht gelöst.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wissen Sie nun, welche Bach-Fuge es gewesen ist?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nein. Aus der Kunst der Fuge jedenfalls kann es nicht sein.&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;[Anm. d. Red.: Es war keine Bach-Fuge, sondern der Beginn des Konzerts für zwei Violinen und Streicher in d-Moll BWV 1043, bei dem die beiden Solo-Violinen aber tatsächlich wie in einer Fuge nacheinander einsetzen.]&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schreiben Sie Ihre Romane wie Johann Sebastian Bach Fugen komponiert hat?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dank meiner Ausbildung zum Kirchenmusiker bin ich mir seit jungen Jahren bewusst, dass eine rigide Form die Kreativität nicht zerstört, sondern erst anspornt. Meine literarischen Texte konstruiere ich deshalb in einer ähnlichen Strenge. Es ist für mich wichtig zu wissen, wohin eine Erzählung geht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie komponieren also Ihre Texte sehr streng?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich behandle meinen literarischen Stoff wie Komponierende ihre musikalischen Einfälle. Dabei schaue ich, dass ich mich ebenfalls nicht zu sehr von meinen Themen entferne.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Als Kirchenmusiker ist Kristof Magnusson nicht mehr aktiv. «Ich glaube, dass ich nicht einmal mehr eine Messe auf der Orgel musikalisch gestalten könnte», meint der Autor augenzwinkernd. Verzeihlich, wenn man literarisch so unglaublich viele Talente auslebt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Eines davon ist das Übersetzen aus dem Isländischen. Im vergangenen Jahr brachte der Schweizer Dörlemann Verlag einen Gedichtband der isländischen Lyrikerin Steinunn Sigurdardóttir heraus, in dem das Sterben des grössten isländischen Gletschers, des Vatnajökull, in Worte gefasst wird. Übersetzer der Gedichte: Kristof Magnusson.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Gletscher-Sterben ist auch in der Schweiz ein grosses Thema. Wie erleben Sie den Diskurs in Island?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Island reichen Gletscher bis an den Rand der Dörfer. Einige Bauern und Bäuerinnen pflanzen ihre Saat direkt bis an den Gletscherrand. Kinder erhalten die Erlaubnis, nur bis zur Grenze des Gletschers zu spielen. Das Verhältnis zu den Gletschern ist also ein sehr intensives. Die Gletscher gehören quasi zum Dorf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sehen Sie noch andere Gemeinsamkeiten zwischen Island und der Schweiz?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beide Länder haben einen hohen Lebensstandard, obwohl sie nicht Mitglied der EU sind. Die grösste Gemeinsamkeit ist aber der Wille zur Unabhängigkeit. Weder die Schweiz noch Island lässt sich gerne hineinreden, was sie zu tun haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ihre Vorfahren gründeten in Reykjavik eine Schokoladenfabrik. Hand aufs Herz, welche Schokolade schmeckt besser: die isländische oder die Schweizer?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leider, leider, leider die Schweizer Schokolade. Mein Grossvater kam ungefähr in den 1920er-Jahren auf die Idee, Lakritze mit Schokolade zu kombinieren. Eine Kombination, die gewöhnungsbedürftig und ausserhalb Islands kaum zu vermitteln ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welches ist Ihr nächstes literarisches Projekt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ab September komme ich in den Genuss eines Stipendiums in der Villa Massimo in Rom. Dort werde ich einen neuen Roman schreiben, aus dem ich dann hoffentlich wieder in Ernen lesen darf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 31. Juli 2023, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 31 Jul 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1690794664-DSC_0137.JPG" length="9945928" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/stich-endlich-zu,-georg-328</link>
			<title>Stich endlich zu, Georg!</title>
			<description>&lt;p&gt;Stich endlich zu, Georg! In seelenruhigem Gesichtsausdruck hält der heilige Georg an der nördlichen Schiffswand der Erner Pfarrkirche seit 500 Jahren seine Lanze gegen einen furchteinflössenden Drachen gerichtet. Mit den Vorderläufen fixiert sein Pferd das Ungeheuer. Der heilige Ritter bräuchte nur noch zuzustechen, doch er lässt sich Zeit. Seine siegesgewisse Lage will er augenscheinlich noch ein wenig auskosten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Überlegen gebändigt wird in der Pfarrkirche Ernen nicht nur ein Drache, sondern während des endlosen Musiksommers auch immer wieder ein wohlklingender Bösendorfer-Konzertflügel. Dessen weit aufgerissener Mund faucht dabei keine Wehklagen; vielmehrt verströmt dieser unter den zähmenden Fingern von renommierten Pianist*innen sinnlich verführerische Sirenen-Gesänge.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine exklusive Schar an Drachenzähmer*innen reist während des Festivalsommers nach Ernen. In den Kammermusik-plus-Wochen vom 30. Juli bis 11. August werden auf den 88 Zähnen des 507 Kilogramm schweren Ungetüms vier ganz unterschiedliche Pianisten als Kammermusikpartner brillieren: der temperamentvolle schottische Pianist Alasdair Beatson, der distinguierte Italiener Paolo Giacometti, der klangsensibel agierende, von Sir András Schiff geförderte Schweizer Pianist Jean-Sélim Abelmoula und der südafrikanische Wirbelwind Charl du Plessis.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei solch einer geballten Fülle an musikalischer Exzellenz brauchen die 14 Nothelfer*innen des zusammenklappbaren spätmittelalterlichen Nothelferaltars kaum angerufen zu werden. Hinter dem Rücken der Pianist*innen können die golden eingerahmten Figuren in stoischer Gelassenheit die Konzerte geniessen – die heilige Barbara kontinuierlich ihren Turm umklammernd, Theodul, beliebter Walliser Heiliger, weiterhin einen kleinen Teufel bändigend.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ob dieser Nothelferalter tatsächlich einst den Erner Kardinal Matthäus Schiner (1465–1522) auf seinen Schlachten in Norditalien als Talisman begleitet hat, wird wohl nie gänzlich geklärt werden können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sicher ist hingegen: Es gibt wenig Beglückenderes, als an einem Sommertag in die Kühle der Erner Pfarrkirche zu treten und barocken Klängen zu lauschen. Mit den beiden prunkvollen barocken Seitenaltären aus der Werkstatt des Einheimischen Anton Sigristen ist die Erner Pfarrkirche als Klangraum für Barockmusik geradezu prädestiniert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Ensemble «Aernen Barock» vollführt diese verantwortungsvolle Aufgabe alljährlich meisterhaft. In diesem Sommer noch zwei Mal. Am Dienstag, 25. Juli, sogar mit einer Premiere. Die Konzertmeisterin Ada Pesch spielt dann nämlich zum ersten Mal in Ernen ein Solokonzert. Am 29. Juli wiederum verführt die britische Sopranistin Julia Doyle das Konzertpublikum mit Interpretationen von Bachs Kantate «Ich bin vergnügt mit meinem Glücke» sowie Händels virtuoser Motette «Silete Venti» – eingerahmt von goldenen Altarfiguren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die beiden Seitenaltar-Triptychen aus dem frühen 18. Jahrhundert, bei denen quasi drei Altäre in einen einzigen verpackt wurden, sind eines der eindrucksvollsten Meisterwerke von Anton Sigristen. Hier zeigte der Gommer, der die&amp;nbsp;schweizerisch-alpenländische Barockplastik künstlerisch zur Vollendung brachte, einmal mehr sein grosses Können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da nach gutkatholischer Sitte die Frauen und Männer in der Kirche getrennt voneinander sassen, die Frauen links, die Männer rechts, zieren auf der linken Seite vor allem weibliche Heilige das Altar-Triptychon, dasjenige auf der rechten Seite wiederum fast ausschliesslich Statuen männlicher Heiliger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hinter einem verschiebbaren Altarbild auf der rechten Seite versteckt sich übrigens wohlbehütet eine Statue des heiligen Valentin. Und ist Ihnen schon aufgefallen, wie weit ins Tal hinunter der Fieschergletscher einst reichte, der am linken Altar auf einem Bild verewigt wurde?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Frauen links, Männer rechts: Eine genderübergreifende Anrufung von Heiligen am gegenüberliegenden Altar-Triptychon schien nicht vorgesehen. Der Erner Altar als Ausdruck einer in Blattgold und Holz gemeisselten göttlichen Ordnung?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dagegen erklingt spätestens am 4. August unter dem Konzerttitel «Das himmlische Leben» mit Bachs Kantate «Ich habe genug» und Gustav Mahlers 4. Symphonie ein veritabler Kontrapunkt!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Anm. d. Red.: Ein noch stärkerer Kontrapunkt gegen die vermeintliche göttliche Ordnung ist die Literatur-Reihe «Queerlesen», die am 29. und 30. Juli, versteckt vor den Heiligenfiguren, im Tellensaal stattfindet.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 24. Juli 2023, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 24 Jul 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1690279811-F1005652_WEB©christianpfammatter.jpg" length="1053540" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/singender-fluegel-327</link>
			<title>Singender Flügel</title>
			<description>&lt;p&gt;Eigentlich ist es nur ein totes Stück Holz, das in der Erner Kirche St. Georg momentan einen Ehrenplatz einnimmt. Ein 2.80 Meter langes und 507 Kilogramm schweres Stück Holz. Doch wie lebendig diese tote Materie werden kann, beweisen die Pianist*innen, die in der Klavierwoche auf dem Bösendorfer 280VC ein Rezital spielen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie Glocken erklingt der Konzertflügel im zweiten Satz von Beethovens Klaviersonate op. 110 unter den flinken Fingern der russischen Pianistin Varvara. Diese Glockenschläge erfüllen den gesamten Kirchenraum und läuten zur Hochmesse der Klaviermusik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Varvara, die 2012 den renommierten Géza-Anda-Klavierwettbewerb für sich entscheiden konnte und in Ernen eine gern gesehene Interpretin ist, widmet sich in ihrem Rezital drei der gewichtigsten Werke der Klavierliteratur: den drei letzten Beethoven-Sonaten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Passend zum diesjährigen Festivalmotto sind es drei musikalische Meilensteine, die Varvara präsentiert. In Wahrheit sind es aber eher drei Meilenfelsen, welche die Zuhörenden und die Interpretin erklimmen dürfen. Voller rauschender Emphase schwingt sich diese Musik in ungeahnte Höhen, wo lieblich auf dem Felsen eine Loreley zu singen scheint.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Reichlich sind nämlich die letzten drei Beethoven-Sonaten mit cantablen Passagen durchwoben. Der Flügel beginnt durch Varvara zu singen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Klavierwoche am Musikdorf Ernen steckt voller Reize. Während einer Woche kann beinahe jeden Abend eine gänzlich andere künstlerische Persönlichkeit auf der Bühne studiert werden, die dem Konzertflügel ihre eigenen Klänge zu entlocken weiss. In der wunderbar intimen Atmosphäre des Festivals lassen sich dabei mit Gleichgesinnten kontroverse Diskussionen über den Tastenanschlag oder die Tempowahl führen. «War es nicht ein bisschen zu viel rubato in dieser Bach-Interpretation?»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das nötige Rüstzeug zu beglückenden Diskussionen liefert Wolfgang Rathert – seines Zeichens Musikwissenschaftsprofessor in München – in den Einführungen im Tellensaal eine Stunde vor Konzertbeginn. Er erörtert dabei ebenso erhellend kulturgeschichtliche Zusammenhänge wie Tonartenrelationen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und plötzlich leuchtet die Kirche in grellen Farben. Der rumänische Pianist Andrei Gologan entpuppt sich am Bösendorfer-Flügel als Klangmagier, der dem Instrument eine grosse Palette an Farbschattierungen zu entlocken weiss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seine Interpretation der viel zu selten gespielten Tänze für Klavier des Armeniers Komitas Vardapet (1869–1935): eine leuchtende Offenbarung. Seine Interpretation der Klaviersonate op. 24 Nr. 3 von George Enescu: ein Fest für die Sinne.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was für Entdeckungen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Entdeckungsreise geht weiter. Am Mittwoch, 12. Juli, gibt die deutsche Pianistin Schaghajegh Nosrati, die sich bereits im vergangenen Jahr in die Herzen der Konzertbesucher*innen von Ernen spielte,&amp;nbsp;in der Pfarrkirche ein Rezital. Am Freitag beschliesst der Koreaner Tae-Hyung Kim mit einem französischen Programm die Klavierwoche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Musiksommer in Ernen ist aber glücklicherweise endlos.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Feuerwerk der Klaviermusik geht im Musikdorf Ernen Ende August in eine zweite Runde. Vom 25. bis 27. August spielen die Pianist*innen Hisako Kawamura, Fabian Müller und Dasol Kim gleich fünf Rezitale an nur einem Wochenende. Im Fokus: das Klavierwerk von Franz Schubert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit Schuberts Musik beginnt der Flügel dann wieder zu singen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 12. Juli 2023, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 12 Jul 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1689159500-Boesendorfer.jpg" length="551094" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/die-erquickende-leichtigkeit-eines-streichquartetts-326</link>
			<title>Die erquickende Leichtigkeit eines Streichquartetts</title>
			<description>&lt;p&gt;Stehend. Die Cellistin auf einem kleinen Podest sitzend, damit alle auf gleicher Augenhöhe sind. Und was die auf klassische Musik eingeschworene und sehr aufmerksame Gemeinde zu hören bekommt, ist aussergewöhnlich. Denn das Ensemble hat seinen eigenen Stil, hat sich der ganzen Palette der Klangfarben, der Tempi und der Klangstärke verschrieben. Hell und Dunkel eben, und alles was dazwischen ist. «Chiaroscuro» – ein Begriff aus der Malerei der Spätrenaissance und des Barock. Das Quartett lässt sich in keine Schublade zwängen, geht seit Jahren seinen eigenen Weg.&lt;br /&gt;
Und diese Freiheit der Interpretation, leidenschaftlich und ausgefeilt! Das Chiaroscuro Quartet setzt immer wieder neue Massstäbe, es sucht ganz undogmatisch nach idealen Interpretationen der Musik von Haydn, Beethoven und Co. Die reine Lehre, wie ein Werk zu klingen hat, gibt es sowieso nicht. Das Spiel der drei Musikerinnen und des Musikers ist von überwältigendem Erfolg gekrönt, weltweit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja, es ist das Pianissimo, das unglaublich beeindruckend ist – man hätte in der Kirche eine Stecknadel fallen hören, so konzentriert war das Publikum. Man hat das Gefühl, man höre eigentlich nichts mehr, um dann umso kräftiger in ein Fortissimo überzugehen, wie eine Explosion – mit vollem Körpereinsatz. Das alles wird auch möglich wegen der gewonnenen Bewegungsfreiheit, weil man nicht wie angewurzelt auf einem Stuhl sitzt. Und diese Freude, den drei Streicherinnen Alina Ibragimova (Violine), Emilie Hörnlund (Viola) und Claire Thirion (Cello) zuzuschauen. Alina Ibragimova spielt mal fast in der Hocke wie eine Downhillracerin, mal zurückgelehnt, immer mit Passion und Konzentration. Feurig und hingebungsvoll ihr Spiel, gefolgt vom Geiger Pablo Hernán Benedí, der mit seiner Grösse und der stattlichen Statur die etwas kleinere Geige wie ein Spielzeug unter seinem Kinn hält. Beeindruckend zu sehen, wie die Finger der Cellistin bei schnellen Läufen wie eine Spinne über die Saiten rasen, wie sie ihr Instrument nicht mit dem Stachel auf den Boden stellt, sondern es frei mit ihren Beinen festhält, so wie es bis nach 1800 üblich war. Die Stimmung der Musik ist immer auch auf Claire Thirions Gesicht ablesbar, wenigstens wenn man vorne in der Kirche sitzt. Und hoch konzentriert und immer auf ihre Mitspielenden blickend – mal direkt, mal nur in den Augenwinkeln –, spielt Emilie Hörnlund wunderbar auf ihrer Bratsche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist ein eingespieltes Quartett, das seit 18 Jahren zusammen auftritt. Alle besuchten zur gleichen Zeit das Royal Collage of Music in London und verstanden sich auf Anhieb, so dass sie sich zum «Chiaroscuro Quartet» zusammenschlossen. Die ersten Werke für Streichquartett sind im Verlauf des 18. Jahrhunderts entstanden und erfreuen sich bis heute grosser Beliebtheit. Es waren die Komponisten Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert und Mendelsohn, die dieser Musik Schub verliehen haben.&lt;br /&gt;
Und das Chiaroscuro Quartet hat uns mir ihren alten, mit Darmsaiten bestückten Instrumenten und den historischen Bögen bezaubert und verwöhnt. Die drei Musikerinnen und der Musiker gaben uns Gelegenheit, frühere Werke mit späteren zu vergleichen und ernste Werke mit heiteren, in sieben Konzerten, die fast marathonmässig innerhalb von zweieinhalb Tagen in der Kirche von Ernen vorgetragen wurden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und noch ein Wort zum Outfit: das hell-dunkel war da offensichtlich auch ein Thema. Schwarze Hosen und für jedes Konzert wurde das Oberteil gewechselt, bestellt beim grossen japanischen Modedesigner Issey Miyake. Da strahlte einem ein himbeerrot entgegen, verschiedene Blautöne oder schlicht schwarz und weiss. Variantenreich und vergnügt. Höhepunkt war allerdings der Samstagabend. Da hatten die Damen ganz spezielle Kleider aus dem gleichen Stoff genäht und der Herr ein schwarzer Anzug mit farbigem Leibchen (siehe Titelfoto). Der Vorteil sei, meinten die Quartett-Mitglieder, diese Kleider müsse man eben nicht bügeln. Und nein, sie hätten leider keinen Kleider-Sponsor.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was für ein «Kammermusik kompakt»-Programm, was für ein Anfang der 50. Musikwochen in Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 4. Juli 2023, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Den Musikerinnen und dem Musiker des Chiaroscuro Quartets hat es im idyllischen Musikdorf auch gefallen. Spontan haben sie zugesagt, die erneute Einladung für Anfang Juli 2025 anzunehmen!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=39&amp;quot;&gt;Kammermusik kompakt 2025 mit dem Chiaroscuro Quartet&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch in den CH-Media-Zeitungen wurde über das Wochenende berichtet:&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 05 Jul 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1688564812-0IMG-20230702-WA0004.jpg" length="649539" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wunderbares-sammelsurium-325</link>
			<title>Wunderbares Sammelsurium</title>
			<description>&lt;p&gt;Eine Distanz von 7289 Kilometern galt es für die zahlreichen Briefe zu überwinden, die zwischen Ernen und dem US-amerikanischen Bloomington (Indiana) fleissig hin- und hergeschickt wurden, bevor im Sommer 1974 ein erster Meisterkurs im Musikdorf über die Bühne gehen konnte. Die Korrespondenz über den Atlantik hinweg wurde zwischen György Sebők und Helene Clausen geführt. Der ungarische Pianist und Klavierpädagoge Sebők war seit 1962 Professor an der Indiana University in Bloomington, Helene Clausen wiederum war die Leiterin des Verkehrsbüros in Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gyorgy Sebők, Gründer und spiritus rector des Musikdorfs, verliebte sich anfangs der 1970er-Jahre bei einem Ferienaufenthalt in das schmucke 300-Seelen-Dorf Ernen und war sich früh des Potenzials dieses Orts für Musikwochen bewusst. An Helene Clausen schreibt er im September 1973: «Laut einer Aussage eines meiner Freunde – er ist einer der berühmtesten Künstler der Welt – wird Ernen in einigen Jahren ‹la capitale du piano› sein.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Abgedruckt sind Teile der Korrespondenz zwischen Sebők und Clausen im Buch «50 Jahre Musikdorf Ernen. Klänge, Kunst und Käse», das vor wenigen Tagen druckfrisch an der Generalversammlung des Musikdorfs präsentiert werden konnte. Unter der Regie der Kulturjournalistin Marianne Mühlemann wurden Geschichten und Anekdoten aus 50 Jahren Musikdorf Ernen zusammengetragen, die das Buch zu einem wunderbar umfangreichen Sammelsurium und Kompendium machen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Buch erfährt man etwa, wie es zum Namen Musikdorf Ernen kam, welch ausschweifende Partys schon in den 70er-Jahren in diesem kleinen Gommer Dorf gefeiert wurden, was es mit dem Schutzpatron der Erner Kirche, dem heiligen Georg, auf sich hat und wo der Starpianist András Schiff seine Inspiration findet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen etablierte sich nicht nur als «capitale du piano», die auf der Landkarte der Klaviermusik nicht mehr wegzudenken ist. Die Musikwochen in Ernen wuchsen in den letzten 50 Jahren zu einem Festival, in dessen Klänge man dank dem innovativen Geist des Intendanten Francesco Walter nun einen ganzen endlosen Musiksommer eintauchen kann, und das auf allen Musikkarten als paradiesisches Eldorado eingezeichnet sein müsste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn seien wir ehrlich: Können Sie sich ein stimmungsvolleres und familiäreres Musikfestival als Ernen vorstellen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 30. Juni 2023, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Exemplar des Buchs «50 Jahre Musikdorf Ernen. Klänge, Kunst und Käse» können Mitglieder des Musikdorfs Ernen kostenlos im Festivalbüro abholen. Das Buch ist exklusiv für die Vereinsmitglieder des Musikdorfs Ernen reserviert und steht nicht im freien Verkauf. Wer noch nicht Mitglied ist, kann es &lt;a href=&amp;quot;?id=56&amp;quot;&gt;hier &lt;/a&gt;werden.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 30 Jun 2023 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1688118793-240623_MusikdorfErnen_2023_VGF16.jpg" length="7696838" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/erforschen,-was-dahinter-ist-277</link>
			<title>Erforschen, was dahinter ist</title>
			<description>&lt;p&gt;Am Himmel klebt milchig der Vollmond, es ist ruhig und eiskalt im Bergdorf. Ernen scheint den Novembermorgen verschlafen zu wollen. Vom Dorfplatz zur Arbeitsstube von Helena Winkelman sind es nur ein paar Schritte. Auf dem Tisch flackert eine Kerze. Daneben liegen ein Stapel Notenpapiere, ein Stift. Hier brütet die Composer in Residence über der neuen Auftragsarbeit des Musikdorfs. «Geisterlieder» sollen es werden. Winkelman zieht den dunklen Mantel enger um die Schultern. Sie fröstelt, sie habe nur drei Stunden geschlafen, sagt sie. Sie redet leise und sehr schnell. Geisterlieder? Das Werk ist im Entstehen. Ein vielleicht noch zu früher Moment, um darüber zu reden. Es werde ein Zyklus von 29 Liedern, sagt sie. Jedes Lied soll in einer anderen europäischen Sprache gesungen werden. Noch hat sie nicht alle Texte und Autoren beisammen. Dichter seien Menschen mit besonderen Antennen. «Sie dringen in innere Erlebniswelten vor, die schwer zugänglich sind, und sie bringen uns Nachrichten aus einem unbekannten Land.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viele Jahre davor waren Dante und dessen&lt;em&gt; Göttliche Komödie&lt;/em&gt; für sie eine Inspiration. Gedichte, die den Tod und Transzendenz thematisieren, sind nicht kultur-, zeit- oder sprachgebunden. Grenzregionen ausloten und überschreiten habe sie schon immer interessiert, sagt Winkelman. In einem Nebensatz erwähnt sie, dass sie auf der Suche nach Inhalten auch eine schamanische Ausbildung gemacht hat: «Ich wollte schon immer wissen, was hinter dieser Welt der Phänomene ist. Es gibt Realitäten, die man zwar nicht wissenschaftlich erfassen und auch schwer sprachlich diskutieren kann. Künstlerisch aber sind sie fassbar. Ich möchte sie mittels der Musik auch anderen Menschen zugänglich machen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Keine Eintagsfliegen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Die «Geisterlieder» werden im Rahmen der Reihe «Kammermusik plus» uraufgeführt – unmittelbar nach Beethovens «Geistertrio». Der Termin ist bereits fix (5. August). Sie schätze den Druck einer Deadline, sagt die Komponistin. Geplant ist, dass die Sopranistin Christina Landshamer, die Mezzosopranistin Christina Daletska, der Bariton Thomas Oliemans und der Tenor Rolf Romei die neuen Lieder singen werden. Es ist der Komponistin wichtig, dass diese auch nach der Uraufführung noch ein Leben haben. «Ich möchte keine Eintagsfliegen kreieren. Weil so viel Arbeit in einer Komposition steckt, ist es schade, wenn sie nur einmal aufgeführt wird.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die Energie des Moments&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Seit 1997 ist sie als freischaffende Komponistin gefragt und als Geigerin international tätig, auf beiden Gebieten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Seit 2011 ist sie zudem künstlerische Leiterin der Camerata Variabile Basel. Aufgewachsen ist Helena Winkelman in Schaffhausen in einer Musikerfamilie. Mit fünf Jahren erhielt sie ihren ersten Geigenunterricht. Später hat sie in Luzern, Mannheim, New York und Basel studiert. Mehrere Jahre war sie Mitglied des Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado. Wichtige Impulse habe sie auch vom Geiger Hansheinz Schneeberger und dem Perkussionisten und Jazz-Improvisator Pierre Favre erhalten. «Improvisation ist für mich immer wieder eine grosse Erfahrung», sagt Winkelman. «Weil man dabei aus der Energie des Moments schöpft.» Komponieren dagegen sei ein langsamer Prozess. Am Schreibtisch sitzend sei es oft schwierig, grosse Rhythmuszusammenhänge zu schaffen. «Ich habe angefangen, für das Komponieren von rhythmisch komplexen Teilen mit dem Diktiergerät nach draussen zu gehen.» Beim Gehen in der Natur rezitiere sie die rhythmischen Abläufe aufs Band. «Danach wird es einfacher.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was ist ihre Mission als Musikerin? Winkelman schweigt lange. Wie als Geigerin, so möchte sie auch als Komponistin Geschichten erzählen. Und: «Ein Musikstück von 15 Minuten ist ein Kondensat. Wie ein Gedicht. Oder ein Kristall, der unter Druck entstanden ist im Berg. Bei einem guten Stück haben Aufführende wie Zuhörer das Gefühl, dass sie 15 Minuten intensiver gelebt haben.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschrieben im November 2022, von Marianne Mühlemann&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wenn-ich-nach-ernen-komme,-fuehlt-es-sich-wie-ein-heimkommen-an-207&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Lesen Sie mehr von Helena Winkelman: «Wenn ich nach Ernen komme, fühlt es sich wie ein Heimkommen an», Oktober 2022, von Andreas Zurbriggen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Folgende Werke von Helena Winkelman werden im Sommer 2023 im Musikdorf Ernen aufgeführt:&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-plus/kammermusik-plus/date/event_id-24176&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Dienstag, 1. August 2023&amp;nbsp;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
«Vis- à- vis Goya» 7 Miniaturen für Cello und Klavier (2019)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-plus/kammermusik-plus/date/event_id-1529&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Mittwoch, 2. August 2023&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
«AER» aus dem Zyklus «Aria, Ignis, Terra, Aqua» für Flöte (2013)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-plus/kammermusik-plus/date/event_id-1528&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Samstag, 5. August 2023&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
«Geisterlieder» | Uraufführung – Auftragswerk des Festivals Musikdorf Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/newcomers/newcomers/date/event_id-13195&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Samstag, 9. September 2023&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Neun Bagatellen aus den «12 Visitations from the past» (2020)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das Projekt «composer in residence 2022/23» wird von der Loterie Romande, von der Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung und von der SUISA Stiftung für Musik unterstützt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 19 Jan 2023 00:00:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1674121793-1674121466-res-00000178.jpeg.jpg" length="354985" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wenn-ich-nach-ernen-komme,-fuehlt-es-sich-wie-ein-heimkommen-an-207</link>
			<title>«Wenn ich nach Ernen komme, fühlt es sich wie ein Heimkommen an»</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit bald einem Jahrzehnt verschlägt es Helena Winkelman immer wieder als Musikerin nach Ernen. Vor wenigen Wochen konnte sie im Musikdorf ein Komponierhäuschen beziehen, das ihr als diesjährige «composer in residence» zur Verfügung steht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit offenen und wachen Sinnen pflückt die schweizer-niederländische Komponistin und Violinistin Helena Winkelman die Reichhaltigkeit des irdischen Lebens. Anstatt dem Zeitgeist des schnöden Materialismus zu frönen, strebt sie nach Transzendenz, nach Farbenreichtum, nach Tiefgründigkeit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Mich fasziniert die &lt;em&gt;conditio humana&lt;/em&gt;, zu was der Mensch alles fähig ist», sagt die Komponistin bei einem morgendlichen Treffen im Erner «Sport Café». Dieses entgrenzte Menschenbild kulminiert bei ihr in einer Musik, die sämtliche Ebenen des Musizierens miteinbezieht und daher eine unglaublich facettenreiche Fülle an Klangschönheit in die Konzertsäle rund um den Globus transportiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In ihrem &lt;a href=&amp;quot;https://www.ardmediathek.de/video/ard-klassik/winkelman-konzert-fuer-zwei-violinen/ard/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1NjU3OTQ&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;&lt;em&gt;Konzert für zwei Violinen «Gemini»&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;, das sie im Jahr 2021 zusammen mit der Violinistin Patricia Kopatchinskaja und dem Sinfonieorchester Basel zur Uraufführung brachte, durchschreitet die Musik etwa Momente tiefsten Ernstes, die wenige Takte später mit humoristische Einsprengseln kontrakariert werden, die der &lt;em&gt;Commedia dell’arte&lt;/em&gt; entnommen sein könnten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gut möglich, dass sie bei diesem Stück, dessen Uraufführung von den Fernsehsendern ARTE und ARD ausgestrahlt wurde, musikalisch auf die ambivalenten Eigenschaften der «Gemini», also der Zwillinge, verweisen will, wie sie von der westlichen Astrologie interpretiert werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen widmet sich Helena Winkelman zurzeit ausgiebigen Spaziergängen. Mit dabei hat sie stets einen Notizblock und ein Diktiergerät, mit denen sie erste kompositorische Ideen festhalten kann. «Indem ich nicht direkt am Schreibtisch mit dem Kompositionsprozess beginne, überwinde ich die Angst vor dem leeren Blatt.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als gefragte Violinistin und Komponistin reist Winkelman viel umher. Im Juni war sie einen ganzen Monat in Korea und lernt nun autodidaktisch die Sprache dieses Landes, dessen Kultur sie schon länger zu faszinieren weiss. Ihr Basislager bleibt jedoch Basel, wo sie seit 2011 künstlerische Leiterin der Camerata Variabile Basel ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen verbringt sie zum ersten Mal in ihrem Leben eine längere Phase in den Bergen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Wenn ich nach Ernen komme, fühlt es sich wie ein Heimkommen an», so die Musikerin. Die Schönheit der Natur rund um Ernen, der Ausblick, den man von der Kirche Richtung Westen geniessen kann, faszinieren sie stets aufs Neue. Und gerade auch der Charme des Dorfes hat es ihr angetan. «Ich liebe diese alte Häuser. Ernen hat seine Seele noch nicht verloren.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In ihrem Komponierhäuschen arbeitet Helena Winkelman an einem 50-minütigen Stück für vier Sänger und variables Ensemble. Aus sämtlichen Ländern Europas vertont sie ein Gedicht mit transzendentalem Einschlag – eine Qualität, die in ihren Augen sämtliche wirklich gute Dichtung vorweisen kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Arbeitstitel für das Werk hat sie &lt;em&gt;Geisterlieder&lt;/em&gt; gewählt. Gemeinsam werden die vier Sängerinnen und Sänger nur ein einziges Lied singen, die anderen Lieder interpretieren die Sänger je nach ihren Sprachfähigkeiten, da die Gedichte in Originalsprache vertont werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Komposition, die am 5. August 2023 in der Erner Pfarrkirche St. Georg zur Uraufführung gelangt, ist von Helena Winkelman als ein Europa einendes Projekt intendiert: «Da die Politik es nicht geschafft hat, ist es nun die Aufgabe der Kunst, Europa zusammenzubringen.» In ihrem Werk will sie jedoch keine Kritik anbringen. «Kunst ist dann am stärksten, wenn sie affirmativ daherkommt», so die Komponistin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als gefragte Interpretin kennt Winkelman das Musikrepertoire aller Epochen in- und auswendig. In all ihren kompositorischen Werken bezieht sie sich auf die Musikgeschichte. «Manchmal sind diese Referenzen hörbar, manchmal nicht», so Winkelman.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Stück von Helena Winkelman, bei dem sich die Referenzen schon im Titel offenbaren, kommt am kommenden Samstag, um 20.00 Uhr, im Erner Tellensaal zur Aufführung: Das im Jahr 2016 entstandene Streichquartett &lt;em&gt;Papa&amp;nbsp;Haydn’s Parrot (Des Papstes Papagei)&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit ihrem 8-sätzigen Werk rekurriert sie auf das &lt;em&gt;Streichquartett C-Dur op. 33 Nr. 3&amp;nbsp;«Vogel-Quartett»&lt;/em&gt; von Joseph Haydn. Dazu Winkelman: «Jeweils zwei Sätze meines Stücks nehmen Bezug auf einen Satz von Haydn.» Was sie an Haydn fasziniert? «Der musikalische Esprit und Witz». Wer den musikalischen Humor von Haydn einmal verstanden habe, müsse bei seinen Stücken nur noch lachen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Studierende der Musikhochschule Sion werden Winkelmans Streichquartett am Wochenende interpretieren. Wie die Musik von Haydn ist auch Winkelmans Musiksprache voller schillernder Ironie, welche die Vorfreude auf die 50. Ausgabe des Festivals Musikdorf Ernen noch steigern wird, bei der nebst der Uraufführung der &lt;em&gt;Geisterlieder&lt;/em&gt; noch weitere Kompositionen aus ihrer Feder zur Aufführung kommen werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 26. Oktober 2022, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/erforschen,-was-dahinter-ist-277&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Lesen Sie auch: «Erforschen, was dahinter ist», November 2022, von Marianne Mühlemann&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h4&gt;Folgende Werke von Helena Winkelman werden im Sommer 2023 im Musikdorf Ernen aufgeführt:&lt;/h4&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-plus/kammermusik-plus/date/event_id-24176&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Dienstag, 1. August 2023&amp;nbsp;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
«Vis- à- vis Goya» 7 Miniaturen für Cello und Klavier (2019)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-plus/kammermusik-plus/date/event_id-1529&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Mittwoch, 2. August 2023&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
«AER» aus dem Zyklus «Aria, Ignis, Terra, Aqua» für Flöte (2013)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/kammermusik-plus/kammermusik-plus/date/event_id-1528&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Samstag, 5. August 2023&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
«Geisterlieder» | Uraufführung – Auftragswerk des Festivals Musikdorf Ernen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/kammermusik/newcomers/newcomers/date/event_id-13195&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Samstag, 9. September 2023&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Neun Bagatellen aus den «12 Visitations from the past» (2020)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das Projekt «composer in residence 2022/23» wird von der Loterie Romande, von der Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung und von der SUISA Stiftung für Musik unterstützt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 27 Oct 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1666863330-res-00000188.jpeg" length="1552389" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/von-klaengen-verfuehrt-206</link>
			<title>Von Klängen verführt</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vier junge Ensembles, vier Werke von jungen Komponist*innen. Mit dieser Formel wurde das &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;-Wochenende zu einer sinnesfreudigen Entdeckungsreise.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Rattenf&amp;auml;nger von Hameln w&amp;uuml;rde heute Saxophon spielen. Es gibt n&amp;auml;mlich keine verf&amp;uuml;hrerische und sinnlichere Instrumentengruppe als die von Adolphe Sax in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte. Der Komponist Olivier Messiaen, ein tiefgl&amp;auml;ubiger Katholik, mied das Instrument sogar wie der Teufel das Weihwasser und komponierte keine einzige Note f&amp;uuml;r Saxophone, da er ihnen eine &amp;laquo;allusion pornographique&amp;raquo; nachsagte.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der verf&amp;uuml;hrerische Bann des Saxophonklangs stellte sich schon bei der ersten gespielten Note der &lt;em&gt;Pulcinella-Suite&lt;/em&gt; von Igor Strawinski ein, die das spanische Kebyart Ensemble in der Erner Mehrzweckhalle mit unfassbarer Klangsch&amp;ouml;nheit interpretierte. Mit einer eigens angefertigten Bearbeitung notabene.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das in Basel ans&amp;auml;ssige Saxophonquartett war zum zweiten Mal am Musikdorf Ernen zu Gast. Im Dezember 2018 ging es als Sieger der Orpheus Swiss Chamber Music Competition hervor und konnte im darauffolgenden Sommer beim &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;-Wochenende am Musikdorf Ernen auftreten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine steile Karriere fing an, die in lediglich drei Jahren solche H&amp;ouml;hen erreicht hat, das die namhaftesten Komponisten eigens Werke f&amp;uuml;r das Ensemble schreiben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einer davon: J&amp;ouml;rg Widmann (*1973). Sieben &lt;em&gt;Capricci&lt;/em&gt; schrieb dieser den vier jungen Saxophonspielern im vergangenen Jahr auf den Leib, von einem Walzer, &amp;uuml;ber zwei Chor&amp;auml;len bis hin zu einer Zirkusparade. Mit Eleganz und viel Spielfreude interpretierte das Kebyart Ensemble diese wilde Achterbahnfahrt durch verschiedenste musikalische Idiome in Ernen. Und k&amp;uuml;rzlich hat der Schweizer Komponist David Philip Hefti (*1975) f&amp;uuml;r das Saxophonquartett zur Feder gegriffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Unverbrauchte Werke stellten auch die drei anderen Ensembles des &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;-Wochenendes in den Fokus ihrer Konzertprogramme.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Moser String Quartet, Platz zwei des diesj&amp;auml;hrigen Orpheus-Kammermusikwettbewerbs, liess nach der Interpretation von Joseph Haydns sogenanntem &amp;laquo;Vogel-Quartett&amp;raquo;, ein weiteres Federvieh aus dem K&amp;auml;fig: &lt;em&gt;Papa Haydn&amp;rsquo;s Parrot&lt;/em&gt;. Mit Untertitel: &lt;em&gt;Des Papstes Papagei&lt;/em&gt; &amp;ndash; ein 2016 komponiertes Werk von Helena Winkelman (*1974), der n&amp;auml;chstj&amp;auml;hrigen Komponistin in Residence am Musikdorf Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ob nun Haydn nebst dem Titel &amp;laquo;Papa&amp;raquo;, der ihm seine Musikkollegen am Hof von Esterh&amp;aacute;zy verliehen, auch noch mit der Papst-Tiara gekr&amp;ouml;nt werden sollte, liess sich aus Winkelmans St&amp;uuml;ck nicht hinaush&amp;ouml;ren. Was sich jedoch heraush&amp;ouml;ren liess, war eine unglaubliche anspielungsreiche Musik voller Witz und Esprit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da w&amp;auml;chst die Vorfreude auf die 50. Konzertsaison, in der einige Werke der Schweizer Komponistin auf dem Programm stehen werden. Dabei ein eigens f&amp;uuml;r das Festival Musikdorf Ernen komponiertes St&amp;uuml;ck f&amp;uuml;r zwei S&amp;auml;ngerinnen, zwei S&amp;auml;nger und Instrumente.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch der diesj&amp;auml;hrige Composer in Residence am Musikdorf Ernen, Tom Coult (*1988), war am &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;-Wochenende mit einem St&amp;uuml;ck vertreten: Mit seinem Klaviertrio &lt;em&gt;The Chronophage&lt;/em&gt;, das er im Jahr 2011 als 23-J&amp;auml;hriger schrieb und das in Ernen mit dem Davidoff Trio nun die Schweizer Erstauff&amp;uuml;hrung erlebte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Musik des Briten entwickelte eine erstaunliche Sogwirkung und trumpfte mit originellen Melodiegirlanden auf, die virtuos durch die Instrumente wanderten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn Sinnlichkeit auf Traurigkeit trifft, sind wir nicht mehr beim Instrumentenbauer Adolphe Sax in Paris, sondern in Spanien gelandet, einem Land, in dem sich das Blutrot des Todes mit dem feurigen Rot der Leidenschaft symbiotisch zu vermengen weiss: bei der Corrida, der Karfreitagsprozession der schwarzen Madonnenstatue &amp;laquo;Macarena&amp;raquo; durch Sevilla oder den Filmen des Meisterregisseurs Pedro Almod&amp;oacute;var.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf der Klaviatur der ambivalenten Gef&amp;uuml;hle spielt auch die spanische Komponistin Raquel Garc&amp;iacute;a-Tom&amp;aacute;s (*1984) meisterhaft. Das Atenea Quartet, Siegerensemble des Orpheus-Wettbewerbs 2021, interpretierte in ber&amp;uuml;ckender Klangsensibilit&amp;auml;t deren Werk &lt;em&gt;cos&amp;igrave; mostraste a lei i vivi ardori miei&lt;/em&gt; aus dem Jahr 2015. Es ist ein Werk wie ein Palimpsest, bei dem die darunter liegende Schicht immer wieder zum Vorschein kommt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die darunter liegende Schicht ist in diesem Fall Monteverdis Madrigal &amp;laquo;Sfogava con le stelle&amp;raquo;, dessen Musik immer wieder aufflackert, doch in seiner aufkeimenden Sch&amp;ouml;nheit mit modernen Ger&amp;auml;usch-Techniken geschickt erstickt und &amp;uuml;bert&amp;uuml;ncht wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Rattenf&amp;auml;nger von Hameln muss man sich wohl als saxophonspielende Spanierin vorstellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 14. September 2022, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 19 Sep 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1663587989-15.jpg" length="300887" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/auf-fuenf-fluegeln-…-205</link>
			<title>Auf fünf Flügeln …</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;… zu Sternstunden der Musik.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der folgende Text schrieb Engelbert Reul nach den fünf Rezitals von Sir András Schiff im August 2022. Im August 2026&amp;nbsp;kehrt der Maestro ins Musikdorf zurück und spielt sechs Rezitals in vier&amp;nbsp;Tagen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=46&amp;quot;&gt;Mehr erfahren&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit «Les Adieux», der Klaviersonate in Es-Dur op. 81a, von Ludwig van Beethoven hatte er sich 2020 verabschiedet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und was war das für ein Wiedersehen beim diesjährigen «Klavier kompakt» in Ernen! Gleich auf fünf verschiedenen Flügeln präsentierte Sir András Schiff uns (s)einen musikalischen Kosmos. Immer im und mit Bezug auf Johann Sebastian Bach, dem «Gottvater» (Originalton Sir András) der abendländischen Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zunächst wurden für uns die Klangunterschiede der fünf Instrumente so besonders hörbar. Dann aber wurde durch seine Einführungen und Kommentare zu den Komponisten und ihren Werken nachvollziebar und in der Interpretation der Klavierwerke hörbar, wie die jeweiligen Komponisten auf J. S. Bach Bezug nehmen, auf ihm aufbauen, ihn weiterdenken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Reise zu den musikalischen Sternen begann mit Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart, und einem Bösendorfer 280 VC. Bachs «Aria» aus den &lt;em&gt;Goldberg-Variationen&lt;/em&gt; bildete den Auftakt zu Klavier kompakt 2022. Und wer Ohren hatte zu hören, wusste spätestens ab hier: Wir sind Teilnehmer eines grossen musikalischen Ereignisses.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was folgte war eine Einführung in die Geschichte des Klavierbaus an ausgewählten Exemplaren: Bösendorfer und Bechstein, Pleyel und Blüthner und Steinway, verdeutlicht durch Kompositionen für Klavier von Bach und Mozart, Beethoven und Chopin, Brahms und Robert Schumann und Felix Mendelssohn sowie von Béla Bartók. Sir András führte in seinen Erläuterungen und Kommentaren aus, was das Besondere des jeweiligen Instrumentes sei und warum er dieses Instrument für genau diesen Komponisten ausgewählt habe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und die Programme der fünf Konzerte waren dann stimmig (und sinnig) komponiert. Am Mozartabend war dreimal die Tonart (so Bachs Französische Suite Nr. 5 in G-Dur und Mozarts &lt;em&gt;Kleine Gigue&lt;/em&gt; in G-Dur sowie Präludium und Fuge in h-Moll von Bach zum Adagio in h-Moll von Mozart) das verbindende Moment. Frédéric Chopins 24 Préludes op. 28 waren gegliedert durch Präludien und Fugen aus J. S. Bachs erstem und zweiten Teil des &lt;em&gt;Wohltemperierten Claviers&lt;/em&gt;. Im letzten Konzert am Sonntagnachmittag standen Stücke aus dem &lt;em&gt;Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach&lt;/em&gt; ausgewählten Stücken aus Belá Bartóks &lt;em&gt;Für Kinder (Gyermekeknek)&lt;/em&gt; gegenüber. Der gleichsam sachlich klare Klang des Steinway verstärkte die Wirkung dieser teils kurzen Stücke. András Schiff führte aus, dass diese Klavierstücke aus Bartóks Sammlungen von Volksliedern hervorgegangen seien. Und so wurden diese Sätze geradezu zu einer Hommage an seine Heimat, die Sir András wegen der dort herrschenden politischen Verhältnisse seit zwölf Jahren nicht mehr besucht hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein ganz besonderes Konzert – und für mich wohl der Höhepunkt dieses Konzertzyklus aber war das Beethoven-Konzert. Gespielt auf jenem Bechstein aus dem Jahre 1921 aus dem Besitz des grossen Beethoven Interpreten Wilhelm Backhaus. Ein Instrument im Bass etwas weniger voluminös als der Bösendorfer, aber mit einem Diskant, der in meinen Ohren geradezu ideal für die späten Beethoven-Sonaten war. Besonders der dritte Satz «Gesangvoll, mit innigster Empfindung» der Sonate in E-Dur op. 109 klang auf diesem Bechstein für mich schon fast wie aus einer anderen Welt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Konzert begann mit zwei späten Bagatellen gefolgt von Präludium und Fuge in E-Dur von Johann Sebastian Bach. Nach diesem Werk sagte er, das sei schon die Zugabe gewesen. Denn nach der letzten Beethoven-Klaviersonate sei eine Zugabe «ein Sakrileg», so der Originalton von András Schiff.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dann spielte er die Klaviersonaten op. 109, op. 110 und op. 111 in einem Stück. Am Ende der einzelnen Sonaten schwebten seine Hände über den Tasten und das Publikum wagte fast nicht zu atmen, kein störendes Klatschen (an dieser Stelle ein ganz grosses Kompliment an das wunderbar aufmerksame Publikum!), und dann spielte er gleich die nächste Sonate. So wurde hörbar wie selten in einem Konzert, dass diese drei letzten Klaviersonaten – ein Höhepunkt des «Neuen Testamentes» der Klavierliteratur (so Hans von Bülow) – geradezu ein musikalisches Triptychon bilden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein spannender Hörvergleich dann im letzten Konzert auf dem Steinway, bei dem Sir András die Sonate in d-Moll op. 31 Nr. 2 mit dem Beinamen «Der Sturm» von Ludwig van Beethoven spielte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das letzte Wort aber hatte dann Belá Bartók mit seiner Sonate aus dem Jahre 1926. Und als Zugabe «Az éjszaka zenéje» («Klänge der Nacht»), die Nr. 4 aus &lt;em&gt;Szabadban (Im Freien)&lt;/em&gt; von Bartók. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was für ein grandioser Abschluss!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Brig im September 2022, Engelbert Reul&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;P. S. Ob auf einem Instrument (oder auf zehn), Sir András Schiff wird bei «Klavier kompakt» 2024 wieder in Ernen gastieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;P. P. S. Ich hoffe, dass sich in näherer Zukunft die politischen Verhältnisse in seinem Heimatland verändern &lt;em&gt;(Szabadban – Im Freien)&lt;/em&gt; und Sir András wieder in Ungarn auftreten kann. Es wäre Ungarn und es wäre Sir András Schiff zu wünschen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;__________&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anlässlich der Reihe «Klavier kompakt» (26.–28. August 2022) spielte Sir András Schiff fünf Konzerte in der Kirche St. Georg im Musikdorf Ernen. Er spielte jedes der fünf Konzerte auf einem anderen, für die jeweils gespielte Musik ausgesuchten Flügel. Die Programme teilte er dem Publikum erst während der Konzerte mit und verband dies jeweils mit kurzen und prägnanten Ausführungen zu den gespielten Werken. Im Folgenden finden Sie die gespielten Programme.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 1 | Freitag, 26. August, um 20 Uhr | Bösendorfer-Flügel VC 280&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach (1685–1750)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Aria&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus den Goldberg-Variationen&amp;nbsp;BWV 988&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ricercar à 3 in c-Moll&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Fantasie in c-Moll KV 475&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Französische Suite Nr. 5 in G-Dur BWV 816&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Allemande – Courante – Sarabande – Gavotte – Bourrée – Loure – Gigue&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wolfgang Amadeus Mozart&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Kleine Gigue in G-Dur KV 574&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in h-Moll BWV 869&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 1&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wolfgang Amadeus Mozart&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Adagio in h-Moll KV 540&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klaviersonate in D-Dur KV 576&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Allegro&lt;br /&gt;
Adagio&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sonate für Violine und Klavier in e-Moll KV 304/300c&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Allegro&lt;br /&gt;
Tempo di menuetto&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Violine: Yuuko Shiokawa&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 2 | Samstag, 27. August, um 17 Uhr | Bechstein-Flügel aus dem Jahr 1921 (ex. Wilhelm Backhaus)&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ludwig van Beethoven (1770–1827)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Andante con moto&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nr. 1 und 2 aus Sechs Bagatellen Op. 126&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in E-Dur BWV 878&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 2&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ludwig van Beethoven&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Klaviersonate in E-Dur Op. 109&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Vivace ma non troppo-Adagio espressivo&lt;br /&gt;
Prestissimo&lt;br /&gt;
Gesangvoll, mit innigster Empfindung&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klaviersonate in As-Dur Op. 110&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Moderato cantabile molto espressivo&lt;br /&gt;
Allegro molto&lt;br /&gt;
Adagio ma non troppo-Fuga. Allegro ma non troppo&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klaviersonate in c-Moll Op. 111&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Maestoso-Allegro con brio ed appassionato&lt;br /&gt;
Arietta. Adagio molto semplice e cantabile&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 3 | Samstag, 27. August, um 20 Uhr | Pleyel-Flügel aus dem Jahr 1848&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frédéric Chopin (1810–1849)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Mazurka in C-Dur Op. 24 Nr. 2&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in C-Dur BWV 846&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 1&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frédéric Chopin&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Agitato&lt;br /&gt;
Lento&lt;br /&gt;
Vivace&lt;br /&gt;
Largo&lt;br /&gt;
Allegro molto&lt;br /&gt;
Lento assai&lt;br /&gt;
Andantino&lt;br /&gt;
Molto agitato&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nr. 1–8 aus den 24 Préludes Op. 28&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in fis-Moll BWV 883&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 2&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frédéric Chopin&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Largo&lt;br /&gt;
Allegro molto&lt;br /&gt;
Vivace&lt;br /&gt;
Presto&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nr. 9–12 aus den 24 Préludes Op. 28&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in Fis-Dur BWV 858&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 1&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frédéric Chopin&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Lento&lt;br /&gt;
Allegro&lt;br /&gt;
Sostenuto&lt;br /&gt;
Presto con fuoco&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nr. 13–16 aus den 24 Préludes Op. 28&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in B-Moll BWV 867&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 1&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frédéric Chopin&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;br /&gt;
Allegro molto&lt;br /&gt;
Vivace&lt;br /&gt;
Largo&lt;br /&gt;
Cantabile&lt;br /&gt;
Molto agitato&lt;br /&gt;
Moderato&lt;br /&gt;
Allegro appassionato&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nr. 17–24 aus den 24 Préludes Op. 28&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mazurka in a-Moll Op. 17 Nr. 4&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 4 | Sonntag, 28. August, um 11 Uhr | Blüthner-Flügel ca. aus dem Jahr 1859&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johannes Brahms (1833–1897)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Albumblatt a-Moll&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in es-Moll BWV 853&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 1&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johannes Brahms&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Drei Intermezzi Op. 117&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Andante moderato&lt;br /&gt;
Andante non troppo e con molto espressione&lt;br /&gt;
Andante con moto&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Präludium und Fuge in cis-Moll BWV 849&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus dem Wohltemperierten Clavier Teil 1&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johannes Brahms&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Intermezzo in h-Moll&lt;br /&gt;
Intermezzo in e-Moll&lt;br /&gt;
Intermezzo in C-Dur&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nr. 1–3 aus den Vier Klavierstücken Op. 119&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Robert Schumann (1810–1856)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Thema mit Variationen in Es-Dur WoO 24 («Geistervariationen»)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Felix Mendelssohn-Bartholdy&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Variations serieuses Op. 54&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johannes Brahms&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Intermezzo in A-Dur Op. 118 Nr. 2&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Klavierrezital 5 | Sonntag, 28. August, um 14 Uhr | Steinway-Flügel Modell D&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Sinfonia in f-Moll BWV 795&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Invention in C-Dur&lt;br /&gt;
Invention in c-Moll&lt;br /&gt;
Invention in D-Dur&lt;br /&gt;
Invention in d-Moll&lt;br /&gt;
Invention in Es-Dur&lt;br /&gt;
Invention in E-Dur&lt;br /&gt;
Invention in e-Moll&lt;br /&gt;
Invention in F-Dur&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;BWV 772-779&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Béla Bartók (1881–1945)&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Nr. 28 Parlando&lt;br /&gt;
Nr. 29 Allegro&lt;br /&gt;
Nr. 31 Allegro scherzando&lt;br /&gt;
Nr. 32 Allegro ironico&lt;br /&gt;
Nr. 33 Andante sostenuto&lt;br /&gt;
Nr. 35 Allegro non troppo&lt;br /&gt;
Nr. 36 Allegretto&lt;br /&gt;
Nr. 37 Poco vivace&lt;br /&gt;
Nr. 38 [attacca, ohne Angabe]&lt;br /&gt;
Nr. 42 Allegro vivace&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;aus Gyermekeknek (Für Kinder) Sz. 42&lt;br /&gt;
(Nummerierung nach dem Erstdruck Teil 1, Budapest 1909)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Johann Sebastian Bach&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Duetto e-Moll&lt;br /&gt;
Duetto F-Dur&lt;br /&gt;
Duetto G-Dur&lt;br /&gt;
Duetto a-Moll&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;BWV 802-805 aus der Clavierübung Teil 3&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Béla Bartók&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Drei Rondos über slovakische Volkslieder Sz. 84&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Andante&lt;br /&gt;
Vivacissimo&lt;br /&gt;
Allegro molto&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ludwig van Beethoven&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Klaviersonate d-Moll Op. 31 Nr. 2&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Largo-Allegro&lt;br /&gt;
Adagio&lt;br /&gt;
Allegretto&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Béla Bartók&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Klaviersonate Sz. 80&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Allegro moderato&lt;br /&gt;
Sostenuto e pesante&lt;br /&gt;
Allegro molto&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Az éjszaka zenéje» («Klänge der Nacht»)&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Nr. 4 aus Szabadban (Im Freien) Sz. 81&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zusammengestellt von Jonathan Inniger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 31 Aug 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1661954477-BB1.jpg" length="1559408" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-hoch-auf-die-hohepriesterinnen-der-musik-204</link>
			<title>Ein Hoch auf die Hohepriesterinnen der Musik</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alles Sch&amp;ouml;ne geht einmal zu Ende. So ist es auch mit dem Musikfestival in Ernen, das uns nun schon &amp;uuml;ber anderthalb Monate lang mit &amp;uuml;berraschenden Auff&amp;uuml;hrungen verw&amp;ouml;hnt und im September noch mit dem Programm &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo; aufwartet. Und Ende August, bei &amp;laquo;Klavier kompakt&amp;raquo;, fiebert das Publikum schon jetzt dem Grossmeister Sir Andr&amp;aacute;s Schiff entgegen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sir Andr&amp;aacute;s Schiff wird uns mit Musik von Mozart, Beethoven, Chopin, Brahms und Bart&amp;oacute;k verzaubern &amp;ndash; jedes Mal begleitet vom alles &amp;uuml;berragenden Johann Sebastian Bach. Schiff beehrte das Musikdorf schon vor zwei Jahren &amp;ndash; und es hat ihm so gut gefallen, dass er f&amp;uuml;r dieses Jahr wieder zugesagt hat. 5 Rezitals, 5 verschiedene Fl&amp;uuml;gel. Ein Spektakel f&amp;uuml;r Ohren und Augen in der hochbarocken Kirche St. Georg. Und wenn man &amp;uuml;ber die ganze Zeit im Walliser Bergdorf bleiben kann, hat man das Privileg, zahlreiche sehr unterschiedliche Programme zu geniessen, alle auf h&amp;ouml;chstem Niveau von international agierenden Musikerinnen und Musikern vorgetragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und doch erlaube ich mir, meine pers&amp;ouml;nlichen H&amp;ouml;hepunkte zu setzen. Es sind K&amp;uuml;nstlerinnen, die mich besonders in Bann gezogen. Da war die aus Brig stammende Sopranistin Rachel Harnisch, eine aparte Erscheinung, die die Konzert- und Opernb&amp;uuml;hnen der Welt l&amp;auml;ngst erobert hat und einen unvergesslichen Auftritt in der Kirche Ernen hatte. Es war nicht nur das gelungene Zusammenspiel mit dem s&amp;uuml;dafrikanischen Trio von Charl du Plessis, das einen bunten Strauss verschiedener Musikrichtungen dargeboten hatte, es war schliesslich das &amp;laquo;Ave Maria&amp;raquo; von Charles Gounod (nach Johann Sebastian Bach), das es nicht nur mir angetan hatte. Diese warmen, vollen und tragenden Kl&amp;auml;nge ihrer Stimme, die allm&amp;auml;hlich das Kirchenschiff f&amp;uuml;llten! Nahrung f&amp;uuml;r die Seele.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ebenfalls mit Bach beeindruckte uns die polnische Geigerin Maria Włoszczowska. In einer langen, schwarzen Tunika stand sie da, allein, in sich und in die Musik versunken, verschmolzen mit ihrem Instrument. Ihre nackten F&amp;uuml;sse gaben ihr maximale Bewegungsfreiheit, wenn es darum ging, die Ciaccona aus der Partita Nr. 2 d-Moll f&amp;uuml;r Violine solo in ihrer ganzen musikalischen Komplexit&amp;auml;t zu spielen. Eine Meistergeigerin, die die Gr&amp;ouml;sse dieser Musik und ihren Ausdrucksgehalt faszinierend und kraftvoll interpretierte. Diese Musik von Bach ist f&amp;uuml;r alle Geigerinnen und Geiger eine immense spieltechnische Herausforderung, die immerhin 15 Minuten dauert. Das 4taktige Kadenzmuster wird 64 Mal wiederholt und variiert! Maria Włoszczowska, eine Weltklasse-Performerin, spielte das Publikum ins Staunen. Einen Tag sp&amp;auml;ter stellte sie mit ihrem Auftritt in Johannes Brahms&amp;rsquo; Trio f&amp;uuml;r Horn, Violine und Klavier ihr K&amp;ouml;nnen nochmals eindr&amp;uuml;cklich unter Beweis &amp;ndash; erneut barfuss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die 48j&amp;auml;hrige Schweizer Geigerin und Komponisten Helena Winkelman &amp;ndash; keine Unbekannte am Erner Musikfestival &amp;ndash; f&amp;uuml;hrte mit ihrer Ciaccona f&amp;uuml;r Violine solo (2002) den Reigen der aussergew&amp;ouml;hnlichen Musikerinnen fort. Nicht sie selber spielte, sondern ihr Kollege Joseph Puglia, der sich energiegeladen in ihre zeitgen&amp;ouml;ssische, anspruchsvolle Komposition warf. Manchmal hatte man das Gef&amp;uuml;hl, es sei moderner Bach. Der geb&amp;uuml;rtige New Yorker, der schon lange in Holland wohnt und international unterwegs ist, meisterte das St&amp;uuml;ck mit intensiver Leichtigkeit und wurde mit frenetischem Applaus honoriert. Ihre helle Freude hatte auch Helena Winkelmann, die sich vor dem Publikum gl&amp;uuml;cklich verneigte und den Interpreten Joseph Puglia herzlich umarmte. Was f&amp;uuml;r ein Abend!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Buchst&amp;auml;blich ins Auge stach die Schweizer Fagottistin Valeria Curti, die die &amp;laquo;Variazioni su un&amp;rsquo;Arietta di Pergolesi&amp;raquo; des Schweizer Komponisten Otmar Nussio (1902&amp;ndash;1990) zusammen mit dem Festivalorchester spielte. Nussio ist heute weniger als Komponist in Erinnerung geblieben denn als langj&amp;auml;hriger Chefdirigent des Orchestra della RSI in Lugano. Aber seine Komposition hatte es in sich und die &amp;uuml;berzeugende Valeria Curti im langen, goldverzierten, glitzernden Rock spielte ihr Instrument &amp;ndash; das einem ja immer wieder das R&amp;auml;tsel aufgibt, wie man dieses lange, dicke Holz- Blasinstrument &amp;uuml;berhaupt spielen kann &amp;ndash; mit Freude und &amp;Uuml;berzeugung. Es war ein wahres Vergn&amp;uuml;gen, ihr dabei zuzusehen, wie sie die dunklen Klangfarben mit spielerischer Sensibilit&amp;auml;t solistisch in die Musik des Orchesters integrierte. Eine Darbietung, die das Herz erfreute.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und schliesslich best&amp;auml;tigte sich die finnische Bratschistin Lilli Maijala als Publikumsliebling. Sie ist nun schon seit ein paar Jahren Teil der jeweils im August im Musikdorf gastierenden Kammermusikerinnen und -musiker und hat immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich gezogen &amp;ndash; nicht nur musikalisch, auch optisch. Diese &amp;auml;usserst sympathische und hochbegabte Musikerin tr&amp;auml;gt n&amp;auml;mlich ihr Haar asymmetrisch &amp;ndash; auf der einen Seite kurzes Haar, auf der andern l&amp;auml;ngeres. Doch dieses Jahr hatte sie sich die Haare auf dem Kopf zusammengebunden. Ob sie vielleicht genug hatte von dieser mathematischen Formel? Auch ihre Kleider und die Schuhe (oft rot) waren weniger aussergew&amp;ouml;hnlich als in fr&amp;uuml;heren Jahren. Aussergew&amp;ouml;hnlich bleibt aber ihr Spiel auf der &amp;laquo;grossen&amp;raquo; Geige in Lachrymae op. 48a von Benjamin Britten. Die beiden Komponisten Britten und Nussio haben nicht nur gemeinsam, dass sie eine Melodie aus vergangener Zeit als Variationsvorlage genommen haben, sondern auch, dass sie als Soloinstrument die Bratsche oder das Fagott gew&amp;auml;hlt haben &amp;ndash; beide&amp;nbsp;Instrumente haben einen warmen, dunklen Klang.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man k&amp;ouml;nnte den Reigen fortf&amp;uuml;hren, denn jeder einzelne Musiker, jede einzelne Musikerin hatte grosse Qualit&amp;auml;ten. Das Sch&amp;ouml;ne ist, dass sie jedes Jahr immer wieder in &amp;ndash; mehr oder weniger &amp;ndash; der gleichen Formation spielen. Zu w&amp;uuml;nschen w&amp;auml;re es, wenn mehr Komponistinnen zum Zuge k&amp;auml;men. Vermerkt sei hier, dass 2022/23 Helena Winkelman als Composer in Residence in Ernen anwesend ist. Und das ist doch schon mal eine gute Nachricht und wird eine Bereicherung und eine Freude f&amp;uuml;r das Festivalpublikum sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 12. August 2022, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 15 Aug 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1660562583-Lilli_Maijala_6.jpg" length="1393792" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/musik-wie-ein-drogentrip-203</link>
			<title>Musik wie ein Drogentrip</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Terry Rileys Musik muss man live erleben. Dann wirkt sie wie eine starke Droge. Am Freitag um 20.00 Uhr gibt es im Musikdorf Ernen die M&amp;ouml;glichkeit eines kostenlosen (und v&amp;ouml;llig legalen) Drogentrips.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Zeit beginnt g&amp;auml;nzlich anders zu fliessen, begibt man sich in das musikalische Universum von Terry Riley. Dieser Effekt stellt sich insbesondere in einer Live-Auff&amp;uuml;hrung ein. Es gibt einzelne Klassiker aus der Musikgeschichte, die man einmal im Leben live geh&amp;ouml;rt haben muss. Terry Rileys In C aus dem Jahr 1964 geh&amp;ouml;rt definitiv dazu.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Wolfgang Ratherts und Bernd Ostendorfs Referenzwerk &amp;laquo;Musik der USA&amp;raquo; vergleicht Rathert die Auswirkungen von Rileys &lt;em&gt;In C&lt;/em&gt; auf die Musikgeschichte mit der Z&amp;auml;sur, die Strawinskys &lt;em&gt;Sacre du Printemps&lt;/em&gt; ein halbes Jahrhundert zuvor ausl&amp;ouml;ste und adelt das Werk zugleich als &amp;laquo;Geniestreich&amp;raquo;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das ist nicht zu hoch gegriffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf nur einem einzigen Blatt hat Terry Riley das St&amp;uuml;ck notiert. 53 Patterns &amp;ndash; also rhythmische und melodische Muster und Phrasen &amp;ndash; schwirren w&amp;auml;hrend der Auff&amp;uuml;hrung wild umher, &amp;uuml;berlagern sich, formen Wellenbewegungen und evozieren eine meditative Sogwirkung, wie sie sonst nur bei Gurus in indischen Ashrams vorzufinden ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Mitwirkenden sind ziemlich frei, wie oft sie die Patterns spielen wollen, wann sie zum n&amp;auml;chsten &amp;uuml;bergehen und wann sie Pausen einlegen m&amp;ouml;chten. Doch aufeinander horchen m&amp;uuml;ssen sie auf jeden Fall, um die grosse Klangwolke gekonnt durch den lichten Musikhimmel zu man&amp;ouml;vrieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So entsteht eine Musik mit Suchpotenzial, bei der man sich w&amp;uuml;nscht, sie m&amp;ouml;ge nie mehr enden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Dauer der Auff&amp;uuml;hrung l&amp;auml;sst Riley in seinem St&amp;uuml;ck &lt;em&gt;In C&lt;/em&gt; offen. &amp;laquo;Auff&amp;uuml;hrungen k&amp;ouml;nnen Tage, Monate oder ein Jahr dauern, ein Pattern f&amp;uuml;r jede Woche und mit dem letzten kann das neue Jahr eingel&amp;auml;utet werden&amp;raquo;, schreibt er ironisch in die Spielanweisungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jede Auff&amp;uuml;hrung von &lt;em&gt;In C&lt;/em&gt; ist einzigartig und unberechenbar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verpassen Sie nicht diejenige am Musikdorf Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Freitag, 5. August, um 20.00 Uhr in der Mehrzweckhalle Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Eintritt ist kostenlos (Kollekte).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 3. August 2022, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 05 Aug 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1659694368-Riley.jpg" length="107100" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/naechster-halt-nobelpreisverleihung-202</link>
			<title>Nächster Halt Nobelpreisverleihung?</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Beim &amp;laquo;Queerlesen&amp;raquo;-Wochenende, der kleinen, aber feinen Literaturinsel inmitten des endlosen Erner Musikmeeres, wurde Musik nicht gespielt, sondern imaginiert: Purcells Lamento-Ges&amp;auml;nge erhielten auf der kleinen Insel ebenso einen Platz wie Elektropop-Kl&amp;auml;nge der Pet Shop Boys.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;W&amp;auml;re Madame Nielsen eine Romanfigur, das Buch w&amp;uuml;rde wohl vom Verlagslektorat als viel zu unglaubw&amp;uuml;rdig abgewiesen. Madame Nielsen hiess einst Claus Beck-Nielsen. 2001 wurde diese b&amp;uuml;rgerliche Person zu Grabe getragen, der Mensch dahinter lebte aber weiter und setzt seitdem k&amp;uuml;nstlerische Projekte um, die selbst f&amp;uuml;r einen Wes Anderson-Film zu extravagant w&amp;auml;ren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit Anzug und Krawatte lief Nielsen etwa durch den Irak und durch Afghanistan, um dem US-amerikanischen Imperialismus mit paradigmatischer europ&amp;auml;ischer Kultur etwas entgegenzusetzen. In der Ukraine wiederum spielte Madame Nielsen nationalistisch eingestellten Soldaten Liebeslieder vor, perfekt geschminkt, ihre Lippen mit besonders rotem Lippenstift angemalt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Provokation pur!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Weltgeschichte hat Madame Nielsen nicht &amp;auml;ndern k&amp;ouml;nnen, nun gelingt es ihr vielleicht mit der Literaturgeschichte. Ihr k&amp;uuml;rzlich erschienenes Buch &amp;laquo;Lamento&amp;raquo; schwingt sich sprachlich in &amp;auml;hnlich hohe poetische L&amp;uuml;fte empor, wie es ihr schon mit ihrem Vorg&amp;auml;ngerroman &amp;laquo;Der endlose Sommer&amp;raquo; gelungen ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Letztlich ginge es ihr vor allem um die Sprache, vertraute sie meinem Sitznachbar nach der Lesung an. Als Kandidatin f&amp;uuml;r den Literaturnobelpreis hat sich Madame Nielsen bei der von Bettina B&amp;ouml;ttinger fulminant moderierten Lesung gleich selbst ins Spiel gebracht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit ihren virtuos eingesetzten sprachlichen Mitteln evoziert Madame Nielsen eindringliche Bilder, die das Komitee in Stockholm durchaus beeindrucken k&amp;ouml;nnten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie beschw&amp;ouml;rt den einst von Petrarca wirklich oder vielleicht auch nur metaphorisch bestiegenen Mont Ventoux vor dem inneren Auge herauf, l&amp;auml;sst ein Zimmer in Paris in Flammen aufgehen und ordnet all dies letztlich der Stimmung der Lamento-Arie &amp;laquo;When I am laid in Earth&amp;raquo; aus Purcells Oper Dido and Aeneas unter, deren Atmosph&amp;auml;re mit einem Zitat zu Beginn des Romanes imagin&amp;auml;r zum Leben erweckt wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was Madame Nielsen der Moderatorin Bettina B&amp;ouml;ttinger verr&amp;auml;t? Am liebsten bleibt sie eine nach allen Seiten hin ge&amp;ouml;ffnete M&amp;ouml;glichkeit, sei es im Leben wie auch in der Kunst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Daniel Schreiber durchlebte in seinem Leben manchmal mehr, manchmal weniger freiwillig die M&amp;ouml;glichkeit des Alleinseins. Dar&amp;uuml;ber verfasste er w&amp;auml;hrend f&amp;uuml;nf Jahren einen Essay und publizierte ihn zu einem Zeitpunkt, in dem das Alleinsein auf einen Schlag zum politisch erw&amp;uuml;nschten Zustand wurde: inmitten der Corona-Pandemie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im beinahe bis auf den letzten Platz besetzten Tellensaal konnte man einem hochspannenden, aber zugleich auch intimen Gespr&amp;auml;ch zwischen der Moderatorin Bettina B&amp;ouml;ttinger und dem Essayisten lauschen. Schon mehrmals haben sich die beiden zu Gespr&amp;auml;chen getroffen, etwa f&amp;uuml;r B&amp;ouml;ttingers beliebten &lt;a href=&amp;quot;https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/boettinger-wohnung-17/index.html&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;WDR2-Podcast&lt;/a&gt; &amp;laquo;Wohnung 17&amp;raquo;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein bisschen f&amp;uuml;hlte es sich somit an, als k&amp;ouml;nnte man zwei seit Ewigkeiten Vertrauten auf ihrer Reise in die Tiefen ihrer Seelen begleiten. Zur Diskussion standen Themen wie uneindeutige Verluste, das Leben als queere Person, die Freiheit, die New York bietet, aber auch das freiheitliche Potenzial, das ein einsamer winterlicher Spaziergang am Vierwaldst&amp;auml;dtersee haben kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf eine seelisch beschwerliche Reise musste sich Kristof Magnusson k&amp;uuml;rzlich begeben. Aufgrund eines Todesfalls in der Familie konnte der Schriftsteller nicht nach Ernen reisen, er wurde jedoch kurzerhand per Zoom von Hamburg nach Ernen projiziert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der Reihe &amp;laquo;KiWi Musikbibliothek&amp;raquo; publizierte er im vergangenen Jahr ein Buch &amp;uuml;ber die Pet Shop Boys. Dieses Pop-Duo war ihm in seiner Jugend queeres Vorbild. Seine erste Gedichtinterpretation vollf&amp;uuml;hrte er, wie er im Gespr&amp;auml;ch mit Bettina B&amp;ouml;ttinger schmunzelnd anmerkte, nicht etwa im Deutschunterricht, sondern in einem Hamburger Squash-Center, wo das Lied &lt;a href=&amp;quot;https://youtu.be/dRHetRTOD1Q&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;&amp;laquo;It&amp;rsquo;s a Sin&amp;raquo;&lt;/a&gt; der Pet Shop Boys &amp;uuml;ber die Lautsprecher dr&amp;ouml;hnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nebenbei erw&amp;auml;hnt, traf Magnusson in der Sauna des Squash-Centers damals den leibhaftigen Dieter Bohlen, der f&amp;uuml;r die deutsche Popmusik der 1980er-Jahre, als S&amp;auml;nger des Duos &amp;laquo;Modern Talking&amp;raquo;, eine auch nicht gerade unwesentliche Rolle spielte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kristof Magnusson plauderte aus dem N&amp;auml;hk&amp;auml;stchen und erz&amp;auml;hlte viele weitere am&amp;uuml;sante Anekdoten aus seinem Leben. So wohnte er etwa eine Zeitlang auf Island, der Insel seiner Vorfahren, in einer WG, in der nur Menschen einziehen durften, die in Liebesfragen entt&amp;auml;uscht wurden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Vermieterin h&amp;auml;tte die Pr&amp;auml;senz von gl&amp;uuml;cklich Verliebten in ihren eigenen vier W&amp;auml;nden schlicht nicht ausgehalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch in dieser Lebensphase gaben wiederum die Pet Shop Boys Halt und zwar mit ihren Musikvideos. Insbesondere die von Wolfgang Tillmanns gedrehten Video-Clips seien Trutzburgen f&amp;uuml;r die in Liebesdingen Entt&amp;auml;uschten gewesen, meinte Magnusson.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen erwies sich beim &amp;laquo;Queerlesen&amp;raquo;-Wochenende abermals als Trutzburg f&amp;uuml;r einen endlosen Musiksommer voller erfrischender und wohltuender kultureller &amp;Uuml;berraschungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 1. August 2022, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 03 Aug 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1659530760-06_Queerlesen_Madame_Nielsen_7.jpg" length="931062" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/der-elegante-sprung-der-rachel-harnisch-zum-hohen-cis-201</link>
			<title>Der elegante Sprung der Rachel Harnisch zum hohen Cis</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es gibt ja immer wieder H&amp;ouml;hepunkte im abwechslungsreichen Musik-Programm im Oberwalliser Bergdorf Ernen, das die Sommerg&amp;auml;ste vom 1. Juli bis am 11. September in ihren Herzen erfreut. Aber es gibt darunter eben besondere Perlen. Eine davon sind die Jazzkonzerte des s&amp;uuml;dafrikanischen Trios von Charl du Plessis, das nun schon zum dritten Mal mit der aussergew&amp;ouml;hnlichen Rachel Harnisch aus Brig auftritt, einer Sopranistin die die Konzert- und Opern-B&amp;uuml;hnen der Welt l&amp;auml;ngst erobert hat. Als Jungstar wurde sie gefeiert, Mitte Zwanzig, als sie in Mozarts Cosi fan tutte oder Pergolesis Stabat Mater sang &amp;ndash; unter dem Dirigenten Claudio Abbado, mit dem sie eng verbunden war.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Barock-Kirche St. Georg, in der so manches golden gl&amp;auml;nzt, ist bis auf den letzten Platz besetzt und kaum zeigen sich die elegant gekleideten Herren &amp;ndash; unter dem schwarzen Anzug tragen sie ein Hemd in den Farben der s&amp;uuml;dafrikanischen Flagge &amp;ndash;, wird bereits frenetisch geklatscht. Kein langes Hin und Her, Charl du Plessis setzt sich behende an den Fl&amp;uuml;gel, spreizt seine langen Finger, die sich zielsicher auf die schwarzen und weissen Tasten setzen (und er braucht sie alle), und dann geht&amp;rsquo;s los: mit der &amp;laquo;Blues etude&amp;raquo; von Oscar Peterson, &amp;laquo;Tenderly&amp;raquo; von Walter Lloyd Gross und &amp;laquo;It don&amp;rsquo;t mean a thing&amp;raquo; von Duke Ellington. Es ist die pure Lebensfreude, die die drei Musiker (Werner Spies, Kontrabass und Peter Auret, Schlagzeug) verstr&amp;ouml;men und so perfekt miteinander harmonieren, immer aufeinander schauend und kommunizierend, dass man auf den harten Kirchenb&amp;auml;nken fast nicht mehr angemessen sitzen kann. Ein absolut wirkendes Mittel gegen schlechte Laune. Unterhaltung auf h&amp;ouml;chstem Niveau.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach drei St&amp;uuml;cken kommt eine engelhafte Person vom Chor her die paar Treppen hinunter, von einer unbeschreiblichen Eleganz, gross, schlank, faszinierend. Ihre High-Heels haben eine anst&amp;auml;ndige H&amp;ouml;he und die helle Haut kontrastiert mit dem fast schwarzen Kleid. Und dann intoniert das Trio Johann Sebastian Bach &amp;ndash; beziehungsweise Charles Gounods Bach-Adaption &amp;ndash;, klassisch, aber allm&amp;auml;hlich einf&amp;uuml;hlend in die Jazz-Rhythmen hin&amp;uuml;berf&amp;uuml;hrend, und Rachel Harnisch setzt an zum &amp;laquo;Ave Maria&amp;raquo; &amp;ndash; und dann ist es eigentlich schon um uns geschehen. Diese warme Sopranstimme, die einen einlullt, den grossen Kirchenraum f&amp;uuml;llt. Ein Fest der T&amp;ouml;ne, der Emotionen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das von ihr und den Musikern gew&amp;auml;hlte Programm zeigt, dass Rachel Harnisch nicht nur die klassische Musik im Blut hat, sondern vielmehr auch die Musik der klassischen Moderne. Und wenn sie Kurt Weills &amp;laquo;Je ne t&amp;rsquo;aime pas&amp;raquo; in die Kirche schmettert, nicht gesungen, sondern eindringlich deklamiert, immer sofort gefolgt von der Melodie, dann kommt ihre ganze musikalische Kraft zum Ausdruck. Und v&amp;ouml;llig aus dem H&amp;auml;uschen ger&amp;auml;t das Publikum, als sie bei L&amp;eacute;o Delibes&amp;rsquo; &amp;laquo;Les filles de Cadix&amp;raquo; das hohe Cis so m&amp;uuml;helos ansteuert und dann noch gef&amp;uuml;hlte 10 Sekunden auf diesem Ton bleibt, dass es kein Halten mehr gibt. Eine erhabene K&amp;uuml;nstlerin stand vor uns, die jedes St&amp;uuml;ck mit Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit interpretiert, und der man zusehen kann, wie sie die hohen T&amp;ouml;ne formt. Und scherzhaft meint Charl du Plessis: &amp;laquo;Ach, ich kann noch h&amp;ouml;her gehen als Rachel. Meine oberste Taste ist das ganz hohe C&amp;raquo;. Ein unvergessliches musikalische Ereignis, zugetragen Anno 2022, in der Barockkirche St. Georg zu Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 2. August 2022, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1659451706-Jazzkonzert_VGF1-6.jpg" length="1537276" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/aernen-barock-–-der-friede-sei-mit-dir-200</link>
			<title>Aernen Barock – Der Friede sei mit Dir</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es schweben Engel durch das Kirchenschiff, wenn Stephan MacLeod seine warme, tragende Bass-Stimme erhebt und die Bach-Kantate &amp;laquo;Der Friede sei mit Dir&amp;raquo; aus voller Brust vortr&amp;auml;gt und man bei der Arie &amp;laquo;Welt, ade, ich bin dein m&amp;uuml;de&amp;raquo; durchaus an den Zustand der heutigen Welt denken kann.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es erfasst einen mit Innigkeit, Trauer und Hoffnung zugleich. Und am Schluss des Konzerts ein weiterer emotionaler Nachschlag mit der Kantate &amp;laquo;Ich habe genug&amp;raquo;, in Leipzig uraufgef&amp;uuml;hrt am 2. Februar 1727. Die Kantate f&amp;uuml;r Bass, Oboe, Streicher und Basso continuo ist vermutlich die am h&amp;auml;ufigsten aufgef&amp;uuml;hrte Kantate von Johann Sebastian Bach. Ein Ereignis.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und zwischendurch zwei Mal Georg Philipp Telemann, damals der viel ber&amp;uuml;hmtere Zeitgenosse als Bach, der die Ouvert&amp;uuml;re a-Moll f&amp;uuml;r Blockfl&amp;ouml;te, Streicher und Basso continuo komponierte, ein 7teiliges Werk, das vom Fl&amp;ouml;tisten wirklich alles abverlangt, was er zu bieten hat. Der Virtuose Benny Aghassi stand vorne am Podest und ben&amp;ouml;tigte kein einziges Notenblatt. Es war atemberaubend. Zusammen mit Xenia L&amp;ouml;ffler kam er nochmals zum Einsatz mit der Sonate Nr. 1 F-Dur f&amp;uuml;r zwei Blockfl&amp;ouml;ten (TWV 40:101). Rauschender Applaus und zufriedene Konzertbesuchende.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das &amp;uuml;berschaubare Barockorchester, das uns seit Jahren mit seinem K&amp;ouml;nnen umgarnt, war urspr&amp;uuml;nglich eine Ad-hoc-Formation. Es sind hochprofessionelle Musikerinnen und Musiker aus aller Welt. Seit ein paar Jahren ist die lose Formation zu einem veritablen Ensemble mit eigenem Namen (Aernen Barock) zusammengewachsen, man erkennt jede und jeden, freut sich auf alle, wie eben auf Benny Aghassi, den Blockfl&amp;ouml;ten-Dompteur aus Israel/Holland, die Cellistin Catherine Jones aus Australien/Italien mit dem sch&amp;ouml;nen nachtblauen Abendkleid, der Brite Laurence Cummings am Cembalo und an der Orgel, an der Bratsche die fr&amp;ouml;hliche Deirdre Dowling aus Australien/Frankreich, die Z&amp;uuml;rcherin Monika Baer an der zweiten Violine mit immer wachem Kontakt zur ersten Geige, gespielt von der Amerikanerin Ada Pesch, die die ganze wunderbare Gruppe freundlich aber bestimmt anf&amp;uuml;hrt. Sie ist seit 30 Jahren Konzertmeisterin am Opernhaus in Z&amp;uuml;rich, und nach Ernen kommt sie sogar schon l&amp;auml;nger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jedes Konzert ist ein Leckerbissen: hier geht es ums Musizieren auf h&amp;ouml;chstem Niveau und es ist die Bescheidenheit, die alles durchdringt, dieses miteinander, dieses Sich-verstehen, das jedes Jahr von neuem beeindruckend ist. Und die Musikerinnen und Musiker kommen gerne nach Ernen, freuen sich, mehrere Auftritte am selben Ort zu haben, gehen an den freien Tagen auch mal wandern. Sie sind mit Freunden oder der Familie da, wohnen in Ferienwohnungen und gehen beim Volg einkaufen, mit der Geige oder dem Cello am R&amp;uuml;cken, bevor es zur Probe in die Kirche geht. Es sind &amp;auml;usserst bereichernde Ferien, die man jeden Sommer hier in Ernen verbringen kann. Dies ist eine herzliche Empfehlung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 23. Juli 2022. Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 23 Jul 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1658581750-BB1.jpg" length="2257611" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-neuer-star-im-musikdorf-ernen-199</link>
			<title>Ein neuer Star im Musikdorf Ernen</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit anfangs Juli gl&amp;auml;nzt er mit den beiden goldigen Seitenalt&amp;auml;ren in der Erner Pfarrkirche um die Wette: der fabrikneue und stets gut polierte B&amp;ouml;sendorfer 280VC-Konzertfl&amp;uuml;gel.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Frage nach einem geeigneten Konzertfl&amp;uuml;gel ist eine Gretchenfrage. Im Musikdorf Ernen wird diese beim gem&amp;uuml;tlichen &amp;laquo;Hengert&amp;raquo; nach Konzerten manchmal beinahe so hitzig diskutiert, wie die Frage, ob die traditionelle Gommer Speise &amp;laquo;Cholera&amp;raquo; mit &amp;Auml;pfeln oder Birnen besser schmeckt. Das Team &amp;laquo;Steinway&amp;raquo; behauptet, dass nur ein Steinway-Fl&amp;uuml;gel das brillante Spiel der Pianistinnen und Pianisten w&amp;auml;hrend der Klavierwoche ad&amp;auml;quat transportieren kann. Das Team &amp;laquo;B&amp;ouml;sendorfer&amp;raquo; hingegen schw&amp;ouml;rt auf den warmen, sich nicht in den Vordergrund dr&amp;auml;ngenden Klang der Wiener Konzertfl&amp;uuml;gel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;F&amp;uuml;r Urs Bachmann, der seit 2008 f&amp;uuml;r die Fl&amp;uuml;gelauswahl im Musikdorf Ernen zust&amp;auml;ndig ist und als Fachmann f&amp;uuml;r Klaviere weltweit hohe Anerkennung geniesst, ist der Fall klar. Sein Herz hat er an B&amp;ouml;sendorfer verschenkt. Wahrscheinlich unwiderruflich. &amp;laquo;Am Musikdorf Ernen wird zu einem grossen Teil Kammermusik gespielt. Der in allen Registern runde Klang eines B&amp;ouml;sendorfer Fl&amp;uuml;gels integriert sich wunderbar in denjenigen der Kammermusikpartner&amp;raquo;, fasst Bachmann seine Liebe in Worte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf der Konzertb&amp;uuml;hne in der Erner Kirche steht ein B&amp;ouml;sendorfer Konzertfl&amp;uuml;gel Modell 280VC. Das 280 steht f&amp;uuml;r die L&amp;auml;nge von 280cm, das VC f&amp;uuml;r &amp;laquo;Vienna Concert&amp;raquo;. Mit diesem Modell hat sich B&amp;ouml;sendorfer vor wenigen Jahren in der Champions League der Fl&amp;uuml;gelbauer zur&amp;uuml;ckgemeldet. &amp;laquo;In den 1980er- und 90er-Jahren wollten Konzertpianisten keine B&amp;ouml;sendorfer mehr spielen, nun kehren sie zur&amp;uuml;ck auf dieses Instrument und sind begeistert&amp;raquo;, so Bachmann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was zeichnet dieses neue Modell von B&amp;ouml;sendorfer aus? Urs Bachmann kommt bei dieser Frage ohne Umschweife ins Schw&amp;auml;rmen. Er erz&amp;auml;hlt vom Resonanzraum innerhalb des Fl&amp;uuml;gels, der &amp;uuml;berall abgerundet ist und dadurch den Klang nirgends in eine tote Ecke dr&amp;auml;ngt, von der totalen Neukonstruktion des Fl&amp;uuml;gels und vor allem auch von der verbesserten Mechanik im Spielwerk. &amp;laquo;B&amp;ouml;sendorfer war fr&amp;uuml;her f&amp;uuml;r seine z&amp;auml;he Spielart ber&amp;uuml;hmt. Die Pianistin oder der Pianist sollte jedoch ihre Energie nicht auf die Klangproduktion aufwenden m&amp;uuml;ssen, sondern die Energie in die Gestaltung des Klangs einbringen k&amp;ouml;nnen&amp;raquo;, sagt der Klavier-Fachmann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der am Musikdorf Ernen aufgetretene Pianist Anton Gerzenberg reagierte beim Einspielen auf dem neuen B&amp;ouml;sendorfer dementsprechend: &amp;laquo;Das Instrument macht sch&amp;ouml;n mit, was ich will.&amp;raquo;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ziel erreicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei der Neuentwicklung des B&amp;ouml;sendorfer Konzertfl&amp;uuml;gels war die Beibehaltung des &amp;laquo;Wiener Klangs&amp;raquo; dem Entwicklerteam immens wichtig: &amp;laquo;Wie die Wiener Philharmoniker haben auch B&amp;ouml;sendorfer-Fl&amp;uuml;gel einen unverkennbaren Wiener Klang. Dem Fl&amp;uuml;gel diesen Klang zu verleihen, war der wichtigste Aspekt&amp;raquo;, sagt Bachmann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es scheint gelungen zu sein. Noch nie in der Geschichte von B&amp;ouml;sendorfer wurden so viele Konzertfl&amp;uuml;gel in so kurzer Zeit verkauft. Und dies bei einem ges&amp;auml;ttigten Markt, da zwischen Ernen und Wladiwostok in jedem Konzertsaal schon mindestens ein Konzertfl&amp;uuml;gel steht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit 40 Jahren arbeitet Urs Bachmann mit dem Pianisten Sir Andr&amp;aacute;s Schiff zusammen. An das Wochenende &amp;laquo;Klavier kompakt&amp;raquo; vom 26. bis 28. August 2022 reist Schiff gleich mit f&amp;uuml;nf verschiedenen Fl&amp;uuml;geln an. F&amp;uuml;r jedes der f&amp;uuml;nf Konzerte ein eigener Konzertfl&amp;uuml;gel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf dem ber&amp;uuml;hmten Bechsteinfl&amp;uuml;gel aus dem Besitz des Pianisten Wilhelm Backhaus (1884&amp;ndash;1969) wird der Starpianist etwa sein Beethoven-Programm spielen. &amp;laquo;Wenn Andr&amp;aacute;s Schiff sich an ein Instrument sitzt, will er seine Vorstellungen und Ideen verwirklichen k&amp;ouml;nnen, ob das mit einem alten oder neuen Instrument ist, bleibt f&amp;uuml;r ihn sekund&amp;auml;r&amp;raquo;, so Bachmann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Wahrheit wird Andr&amp;aacute;s Schiff wohl nur mit vier Fl&amp;uuml;geln nach Ernen reisen. Einen wird er im Musikdorf n&amp;auml;mlich schon vorfinden: den neuen B&amp;ouml;sendorfer 280VC. Lange Zeit wollte Andr&amp;aacute;s Schiff von neueren B&amp;ouml;sendorfer Fl&amp;uuml;geln nichts wissen. Er spielte die alten B&amp;ouml;sendorfer Imperial, deren Tonumfang in der Tiefe gegen&amp;uuml;ber den &amp;uuml;blichen Fl&amp;uuml;geln beinahe um eine Oktave vergr&amp;ouml;ssert ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch dann kam Urs Bachmann ins Spiel: &amp;laquo;Im Konzerthaus in Wien stellte ich bei seinem Einspielen einen neuen B&amp;ouml;sendorfer 280VC auf die B&amp;uuml;hne. Andr&amp;aacute;s Schiff ignorierte dieses Instrument zuerst, die Neugier trieb ihn dann doch an das Instrument. Er war begeistert&amp;raquo;. Bachmann ist sich sicher, dass Andr&amp;aacute;s Schiff auch vom neuen Instrument in Ernen begeistert sein wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;Uuml;brigens: Wer die Klangqualit&amp;auml;ten des neuen B&amp;ouml;sendorfer 280VC in Ernen entdecken will, braucht nicht bis zum Klavierwochenende mit Andr&amp;aacute;s Schiff zu warten. Das Instrument l&amp;auml;sst sich im Musikdorf an zahlreichen Kammermusikkonzerten und bei den Auftritten des Charles du Plessis Trio in den n&amp;auml;chsten Wochen bewundern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 17. Juli 2022, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bild und Video: Anton Gerzenberg spielt sich ein.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 17 Jul 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1658051701-a1.jpg" length="2255966" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/den-kopf-nicht-in-den-sand-gesteckt-198</link>
			<title>Den Kopf nicht in den Sand gesteckt</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Am ersten Juliwochenende begann mit sieben fulminanten Konzerten die 49.&amp;nbsp;Konzertsaison 2022 im Musikdorf Ernen. Da der Pianist Oliver Schnyder krankheitsbedingt absagen musste, sprang kurzerhand ein in Ernen Altbekannter ein. Und dieser wusste zu begeistern.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Oh, wie h&amp;auml;tte man am Freitagabend, beim ersten &amp;laquo;Kammermusik kompakt&amp;raquo;-Konzert, doch am liebsten die Altarschellen genommen, die in der Erner Kirche auf den Stufen unterhalb des Fl&amp;uuml;gels neben Blumen lagen, um beim Applaus die Dankbarkeit und Begeisterung mit Glockengel&amp;auml;ut ad&amp;auml;quat zum Ausdruck bringen zu k&amp;ouml;nnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das &amp;laquo;Kammermusik kompakt&amp;raquo;-Wochenende mit seinen sieben Konzerten innerhalb dreier Tage stand n&amp;auml;mlich einige Tage vor der Durchf&amp;uuml;hrung noch auf Messers Schneide. Oliver Schnyder, der mit seinem Oliver Schnyder Trio nach Ernen reisen sollte, war schwer erkrankt und musste am Dienstag kurz vor Festivalbeginn absagen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was tun? Francesco Walter, Intendant des Festivals Musikdorf Ernen, und sein Assistent Jonathan Inniger steckten nicht etwa ihre K&amp;ouml;pfe in den Sand, sondern ihr Ohr ans Telefon. Um f&amp;uuml;nf vor eins, mitten in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch, war ein Ersatz gefunden. Der Pianist Dasol Kim, der in Ernen zu den beliebten Stamminterpreten geh&amp;ouml;rt, reiste mit der Violinistin Christel Lee und dem Cellisten Jonathan Roozeman ins Musikdorf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf einigen Gesichtern war zu Beginn des Er&amp;ouml;ffnungskonzerts am Freitagabend eine leichte Entt&amp;auml;uschung zu sehen. Manche waren von weit her gereist, um das Oliver Schnyder Trio zu h&amp;ouml;ren. Die Entt&amp;auml;uschung verflog jedoch im Nu bei den ersten T&amp;ouml;nen des &amp;laquo;Allegro moderato&amp;raquo; aus Beethovens Klaviertrio B-Dur op. 97. Wie war das m&amp;ouml;glich? Ein Trio, das nicht einmal einen Namen hat und nur sporadisch gemeinsam auftritt, harmoniert, als w&amp;uuml;rden sie nie etwas anderes machen als gemeinsam zu musizieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Intendant Francesco Walter verriet dem Publikum dazu ein kleines Geheimnis. Vor wenigen Monaten haben die Violinistin Christel Lee und der Cellist Jonathan Roozeman geheiratet, nachdem sie schon l&amp;auml;nger ein Paar waren. Kein Wunder stimmt die Chemie zwischen den Musikern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dasol Kim er&amp;ouml;ffnete auch schon in den letzten Jahren den langen Musiksommer in Ernen, im letzten Jahr gemeinsam mit dem Rolston String Quartet, vor zwei Jahren in derselben Besetzung wie in diesem Jahr. Wiederum entpuppte er sich als Gl&amp;uuml;cksfall.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sp&amp;auml;testens beim Klaviertrio in B-Dur D 898 von Schubert, das als zweites St&amp;uuml;ck beim Er&amp;ouml;ffnungskonzert auf dem Programm stand, war der Fall klar: Da spielte ein Trio auf Weltklasse-Niveau, das die Sch&amp;ouml;nheit von Schuberts Musik in einen transzendenten Bereich zu entr&amp;uuml;cken wusste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Trio erreichte, was nur begnadeten Musikerinnen und Musikern gelingt: Sie entfachten zugleich ein Gef&amp;uuml;hl der Erhabenheit ob&amp;rsquo;s der Vollkommenheit der Schubert&amp;rsquo;schen Musik und einen leisen Schmerz in der Brust ob&amp;rsquo;s der Unvollkommenheit der Welt im Vergleich zur Musik grosser Komponisten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Vorfreude auf weitere sechs Konzerte war geweckt. Und wurde am Samstag und Sonntag alles andere als entt&amp;auml;uscht. Ein H&amp;ouml;hepunkt reihte sich an den n&amp;auml;chsten. Eine Trouvaille: die Sonate f&amp;uuml;r Violine und Violoncello von Maurice Ravel, in welcher der Komponist seine Besch&amp;auml;ftigung mit der damaligen musikalischen Avantgarde wie Strawinsky und Sch&amp;ouml;nberg offenlegt, dennoch stets den Ravel&amp;rsquo;schen Groove und die franz&amp;ouml;sische Klangsinnlichkeit beibeh&amp;auml;lt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein geb&amp;uuml;ndelter Sehnsuchtsmoment: das Finale aus Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio d-Moll op. 49, worin alle ertr&amp;auml;umten Abenteuer eines langen Sommers hell aufleuchten. Das Publikum belohnte die kongeniale Interpretation mit frenetischem Applaus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit Wehmut, dass die intensive Konzertserie ihrem Ende entgegengeht, konnte man am letzten Konzert noch einmal in Schubert&amp;rsquo;sche Kl&amp;auml;nge von vollkommener Sch&amp;ouml;nheit hineinsinken. Nach dem &amp;laquo;Notturno&amp;raquo; D 897 vollendete das Klaviertrio in Es-Dur D 929 das &amp;laquo;Kammermusik kompakt&amp;raquo;-Wochenende. Im letzten Satz h&amp;ouml;rt Schubert nicht auf, die Themen des Klaviertrios wild durcheinanderzuwirbeln. Ihm selbst schien es schwer gefallen zu sein, sich von den &amp;uuml;berragenden musikalischen Einf&amp;auml;llen zu l&amp;ouml;sen. Die Musik wollte gar nicht mehr enden und endete dann leider doch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Festival Musikdorf Ernen hingegen hat gerade erst gestartet. Noch steht ein langer beinahe endloser Sommer voller Konzerte im Musikdorf bevor.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 5. Juli 2022, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 05 Jul 2022 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1657039659-1aa.jpg" length="2310462" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-britischer-komponistenstar-im-musikdorf-197</link>
			<title>Ein britischer Komponistenstar im Musikdorf</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/watch?v=tR9gr7Df8aQ&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Videoaufzeichnung der Uraufführung von Tom Coults Horntrio&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://youtu.be/yM_zu8RgiZM?si=pwbXra3rjAzdFqVJ&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Kurzes Video-Interview mit Tom Coult in Ernen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tom Coult gehört zu den aufsteigenden Stars am Komponistenhimmel. 2021/22 ist er «composer in residence»&amp;nbsp;im Musikdorf Ernen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nur den wenigsten Komponisten gelingt eine so steile Karriere wie dem 1988 in London geborenen &lt;a href=&amp;quot;http://www.tomcoult.com&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Tom Coult&lt;/a&gt;. Orchester und Ensembles von Weltruhm, wie die London Sinfonietta, das BBC Philharmonic Orchestra und das Arditti Quartett spielen seine Werke und geben ihm neue in Auftrag. Bereits 2017 erhielt Tom Coult den musikalischen Ritterschlag&amp;nbsp;– als gerade einmal 29-jähriger Komponist. Die traditionsträchtigen «BBC Proms» wurden nämlich mit einer Uraufführung von ihm eröffnet: mit dem Orchesterstück «St John&amp;apos;s Dance».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tom Coult, Sie sind der diesjährige «composer in residence»&amp;nbsp;in Ernen. Wie kam es dazu, dass ein Brite zum Komponieren nach Ernen kommt?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«Im Juli 2019, also noch vor der Corona-Pandemie, erhielt ich völlig unerwartet eine Mail von Alasdair Beatson mit dem Betreff ‹möglicher Auftrag für Ernen›. So nahm die Geschichte seinen Lauf.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Und Sie haben wohl nicht lange gezögert, diesen Auftrag anzunehmen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«In Grossbritannien konnte ich etwa in Manchester oder Cambridge schon einige Residenz-Programme absolvieren, bei denen ich aber meistens zu Hause übernachtete. Ins Ausland durfte ich für ein Residenz-Programm noch nie. Da musste ich tatsächlich nicht lange überlegen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie entstand der Kontakt zum Pianisten Alasdair Beatson, dem künstlerischen Leiter der Erner Kammermusik-plus-Wochen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«Wir lernten uns kennen, da er als Solist mit der Britten Sinfonia an verschiedenen Konzerten eine Uraufführung des dänischen Komponisten Hans Abrahamsen spielte, bei denen auch ein Stück von mir aufgeführt wurde. Wir kamen nach den Konzerten ins Gespräch und die Chemie stimmte auf Anhieb.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In diesem Sommer haben Sie schon ein wenig Festivalluft in Ernen schnuppern können. Wie ist Ihr Eindruck vom Musikdorf?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«Ernen ist einer der schönsten Orte, an dem ich mir überhaupt vorstellen kann, Zeit als Komponist zu verbringen. Nicht unwesentlich macht die Musik, die in Ernen gespielt wird, dieses Dorf zu etwas Unglaublichem. Was noch dazukommt: Die Qualität der Musiker ist gewaltig. Nach all den Coronaeinschränkungen fühlt es sich beinahe wie ein Wunder an, wieder das Land verlassen und reisen zu dürfen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für die nächstjährige 49. Ausgabe des Festivals Musikdorf Ernen dürfen Sie ein Werk komponieren und sind dabei ziemlich frei was die Besetzung anbelangt. Für welche Instrumente werden Sie schreiben?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«Mir schwebt vor, ein Trio für Horn, Violine und Klavier zu komponieren. Gerade das Horn mit seinen Assoziationen zu Jagd und Bergen dünkt mich sehr stimmig für einen Ort wie Ernen. Und nach etlichen Orchesterwerken verspüre ich grosse Lust, Kammermusik für eine relativ klassische Besetzung zu schreiben.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der erste Schritt, das Finden der Besetzung, ist somit vollbracht. Wie geht nun der Kompositionsprozess weiter?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«Ich liebe es, mir in einem zweiten Schritt Ideen für den Beginn und das Ende eines Stückes auszudenken. Danach schreibe ich einfach diejenige Musik, die das Gegenteil von dem ist, was ich nicht mag (lacht). Momentan befinde ich mich noch in einem Anfangsstadium ohne Druck. Jede Idee, die mir einfällt, kann potenziell perfekt sein. Es ist wie ein idealistischer platonischer Zustand.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wieviel Zeit werden Sie im Musikdorf verbringen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«Da ich ein sechs Monate altes Baby habe, werde ich nicht so viel Zeit im Musikdorf verbringen können, wie anfänglich geplant. Ich werde aber bestimmt noch drei Mal bis Ende Herbst nach Ernen reisen und möchte vor allem im Oktober einen längeren Aufenthalt machen.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie sieht ein gewöhnlicher Tag für Sie in Ernen aus?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
«Momentan komponiere ich sehr viel. In der Mittageszeit mache ich einen ausgiebigen Spaziergang und am Abend höre ich mir ein Konzert an. Es ist ein schlichtes, aber wunderschönes Leben, das ich hier führen kann.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Interview führte Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 21 Oct 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1634889000-1Tom.jpg" length="726501" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/mit-groove-bis-zur-letzten-note-196</link>
			<title>Mit Groove bis zur letzten Note</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Musikalische Entdeckungen, Gesangseinlagen beim Verspeisen einer Gommer &amp;laquo;Cholera&amp;raquo; und die Abkehr der Fortuna. Mit dem &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;-Wochenende ging das 48. Festival Musikdorf Ernen mit vier jungen Ensembles wuchtig und voller &amp;Uuml;berraschungen zu Ende.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser unf&amp;ouml;rmige Gesteinsklumpen, der seit Jahrmillionen durchs Universum saust mit Namen Erde w&amp;auml;re eindeutig ein besserer Ort w&amp;uuml;rde darauf mehr Musik von Hans Huber erklingen. Diese Erkenntnis erlangte man am sonnt&amp;auml;glichen Matin&amp;eacute;ekonzert des &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;-Wochenendes schon nach wenigen Minuten. Hans Huber, dieses Schweizer Komponistenurgestein, dessen Musik dennoch beinahe nie im Konzert erklingt, leidet ohrenf&amp;auml;llig unter einem Aufmerksamkeitsdefizit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da tat es gut, nahm sich das aus Italien angereiste Quartetto Werther diesem Komponisten mit Verspieltheit und klanglicher Wucht an. Schon am Vorabend schw&amp;auml;rmte mir bei der traditionellen Gommer Speise &amp;laquo;Cholera&amp;raquo;&amp;nbsp;im Restaurant Alpenblick die Bratschistin Martina Santarone von seinem Klavierquartett Nr. 2 &amp;laquo;Waldlieder&amp;raquo; und sang mir zugleich Passagen daraus vor, die von anderen Komponisten beeinflusst seien.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Hans Huber ist ein Eklektiker im besten Sinn und nicht wenige musikalische Ideen hat er von anderen Komponisten abgekupfert &amp;ndash; beim Zweiten Klavierquartett etwa Rhythmen aus der 9. Symphonie Anton&amp;iacute;n Dvoř&amp;aacute;ks. Ganz freiwillig spielte das Quartetto Werther &amp;ndash; das sich nach der tragischen Figur aus Goethes ber&amp;uuml;hmtem Briefroman benannte &amp;ndash; die Musik Hans Hubers nicht. Als Teilnehmer der &amp;laquo;Orpheus Chamber Music Competition&amp;raquo; waren sie verpflichtet, ein Werk eines Schweizer Komponisten zu interpretieren. Aber sie spielten das Werk in Ernen mit so viel Lust und Spielfreude und brachten dabei diese Musik so beschwingt zum Leben, dass man ungl&amp;auml;ubig zur&amp;uuml;ckblieb, weshalb dieser Komponist nicht &amp;ouml;fter auf den Konzertprogrammen steht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;-Wochenende im Musikdorf Ernen traten gleich vier Preistr&amp;auml;ger-Ensembles des letztj&amp;auml;hrigen &amp;laquo;Orpheus Wettbewerbs&amp;raquo;&amp;nbsp;auf &amp;ndash; neben drei von Streichern gepr&amp;auml;gten Ensembles auch ein Bl&amp;auml;serquintett, das einen ganz anderen Wind ins Musikdorf brachte. Wenn ein Streichquartett &amp;ndash; Goethe zufolge &amp;ndash; eine geistvolle Unterhaltung unter vier Personen darstellt, dann wirkt ein Bl&amp;auml;serquintett wie eine neckisch lustvolle Plauderei unter guten Freunden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das spanische KamBrass Quintet wusste die Mehrzweckhalle mit einem abwechslungsreichen Programm zu rocken, f&amp;uuml;hrte eine am&amp;uuml;sante musikalische Konversation und war auch dem einen oder anderen Sp&amp;auml;sschen nicht abgeneigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernster ging es da schon beim Nanos Trio zu. Das Streichtrio um den Violinisten Eoin Ducrot hatte ebenfalls ein wenig gespieltes Werk im Gep&amp;auml;ck, das durch seine Schlichtheit verzauberte: das Streichtrio op. 48 von Mieczysław Weinberg. Mozarts &amp;laquo;Divertimento&amp;raquo;, sein l&amp;auml;ngstes Kammermusikwerk, wies wiederum viele kontemplative Stellen auf und zeigte sich in der Interpretation des Nanos Trios als weit tiefsch&amp;uuml;rfenderes Ereignis als lediglich gef&amp;auml;llige Unterhaltung f&amp;uuml;r gelangweilte F&amp;uuml;rsten.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;War das Quartetto Eos beim &amp;laquo;Orpheus Wettbewerbs&amp;raquo; von der Gl&amp;uuml;cksg&amp;ouml;ttin Fortuna noch &amp;auml;usserst beg&amp;uuml;nstigt &amp;ndash; sie gingen als Siegerensemble aus dem Wettbewerb hervor &amp;ndash; drehte sich das Rad der Fortuna zu ihren Ungunsten weiter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aus Palermo nach Ernen anreisend, gingen die Koffer mit der Konzertkleidung auf dem Flug verloren. Auf der Reise von Milano Malpensa ins Musikdorf organisierten sie behelfsm&amp;auml;ssig einige Kleider, mussten das Konzert jedoch in Socken spielen, da sie keine Lackschuhe mehr auftreiben konnten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nur wenige Takte waren vom fulminanten Streichquartett Nr. 6 von B&amp;eacute;la Bart&amp;oacute;k gespielt, da schlug einmal mehr eine raches&amp;uuml;chtige Ungl&amp;uuml;cksg&amp;ouml;ttin zu und liess die eine Violinsaite des Geigers Giacomo Del Papa reissen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese H&amp;uuml;rde durch das Aufziehen einer neuen Saite &amp;uuml;berwindend, gab es danach f&amp;uuml;r das italienische Eos Streichquartett keine R&amp;uuml;ckschl&amp;auml;ge mehr. Es spielte sich in H&amp;ouml;chstform und legte nach den impulsiven Bart&amp;oacute;k&amp;#39;schen Kl&amp;auml;ngen eine wunderbare Interpretation des Werkes &amp;laquo;Cold Farmer&amp;raquo; des diesj&amp;auml;hrigen &amp;laquo;composer in residence&amp;raquo; Thomas Larcher vor. &amp;laquo;Mit Groove&amp;raquo; ist der erste, von traumwandlerischen Akkordwechseln gepr&amp;auml;gte Satz des Werkes betitelt, mit Groove spielten die vier jungen Musiker bis zur letzten Note des Konzerts und liessen dabei das Festival berauschend ausklingen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Brig, 13. September 2021, Andreas Zurbriggen, Musikpublizist und Komponist&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 16 Sep 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1631785032-aaa2_Newcomers.jpg" length="1295067" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/alle-facetten-erspueren-195</link>
			<title>«Alle Facetten erspüren»</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/service/cd-shop/impressionen-2021-43&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Thomas Larchers Trio wurde festgehalten auf der CD&amp;nbsp;«Impressionen 2021», erhältlich im CD-Shop&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://youtu.be/pY4vjj7RRao?si=wh4p6HUDvRFw4f_p&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Kurzes Video-Interview mit Thomas Larcher in Ernen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Als «composer in residence»&amp;nbsp;am Musikdorf Ernen komponierte Thomas Larcher ein Trio von berückender Schönheit. Am «Newcomers»-Wochenende kann man erneut in die faszinierende Klangwelt dieses Komponisten eintauchen. Ein Treffen mit dem Komponisten im Sportcafé Seiler.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Irgendwann wird in einer Musikenzyklopädie eine Notiz zum 7. August 2021 vermerkt sein, einem herbstlich kalten Tag in diesem ach so verregneten Sommer. Das Wetter wird bei dieser Notiz jedoch keine Rolle spielen, denn an diesem Tag geschah ein metaphysischer Akt, welcher den profanen Wetterphänomenen enthoben war. Gegen Abend ertönten nämlich in der Erner Kirche St. Georg unerhörte Klänge, deren Schönheit und Erhabenheit Schubert&amp;apos;sche Qualitäten vorweisen konnten. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;An diesem Abend wurde ein extra für das Festival Musikdorf Ernen komponiertes Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier von Thomas Larcher uraufgeführt, dem diesjährigen «composer in residence». Der Klarinettist Matthew Hunt, die Cellistin Chiara Enderle Samantanga und der Pianist Alasdair Beatson kreierten bei der Uraufführung sinnliche Momente, die zwischen idyllischen, in die musikalische Vergangenheit weisenden Sehnsuchtsmomenten und rhythmisch pulsierendem Drängen changierten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenige Stunden vor der Uraufführung treffe ich Thomas Larcher nach der Generalprobe zu einem Gespräch im Sportcafé Seiler. Mit dabei hat er seine Freundin, die Autorin Friederike Gösweiner.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Proben macht hungrig. Bei Flammenkuchen beginnen wir über die Aneignung von musikalischen Materialien und Intuition zu philosophieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Ich glaube nicht, dass man als Komponist so viel erfindet», beginnt der österreichische Komponist mit einer nicht alltäglichen Sicht auf seine Zunft und präzisiert sogleich: «Die im Kindesalter gehörte Musik bleibt so irrsinnig tief in einem, daraus schöpft sich alles weitere.»&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Kindesalter sog Thomas Larcher vor allem die Musik von Franz Schubert und Wolfgang Amadeus Mozart in sich hinein. Seine Mutter, eine passionierte Sängerin, begleitete er bald einmal auf dem Klavier. Schubertlieder gehörten zum Standardrepertoire. Im privaten Kreis wurden Schubertiaden veranstaltet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Etwas hört man der Musik von Thomas Larcher sofort an: Sie basiert nicht auf irgendwelchen ausgetüftelten Zahlenreihen, sondern entsteht durch ein Hineinhorchen in Klänge und deren Verläufe. Bei Larchers Musik ist es wie bei derjenigen Schuberts, jeder Ton passt intuitiv perfekt zu allen anderen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Vieles entsteht durch Weglassen», beschwichtigt Larcher meine euphorischen Aussagen zur vollkommenen Intuition: «Es nervt mich einfach, wenn etwas musikalisch nicht stimmt».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Thomas Larchers Obsession ist das Durchhören, den Akt des Komponisten, ein Stück so oft mit dem inneren Ohr sich vorzustellen und dabei alles so lange zu wenden und zu bearbeiten, bis auch die letzte Nuance eines Stückes stimmig wird. «Alle Facetten erspüren», nennt Larcher diese Vorgehensweise.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In seinen Werken verarbeitet Larcher Einflüsse ganz unterschiedlicher Art: Im Trio gibt es einen Moment mit einem wehmütigen Klarinettenseufzer, den ich als Tiroler Idyll höre, anspielend auf seine Heimat. «Warum nicht Erner Idyll?», fragt seine Freundin. Sie hat recht, Musik lässt sich nie eindeutig verorten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Thomas Larcher erzählt von einem Klavierstück, das er für den Pianisten Lars Vogt als Genesungsstück komponierte, bei dem im Februar 2021 ein schwerwiegender Krebs diagnostiziert wurde. Das wehmütige Idyll war also weder österreichisch noch schweizerisch gedacht, sondern als Freundschaftsgeste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zeit in Ernen verbrachte der «composer in residence»&amp;nbsp;im vergangenen August und Oktober. Dabei ging er seiner zweiten grossen Passion nach: dem Fahrradfahren. Er erzählt mir von einer Tour über die Grimsel, nachdem der Pass für den motorisierten Verkehr gesperrt wurde. Die geplante Tour zum Mattmarkstausee, von der er mir bei unserem ersten Treffen im August vor einem Jahr schwärmte, kam leider nicht zustande.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei beinahe jedem Fahrradfahrer, der an unserem Tisch im Seilercafé vorbeikommt, gibt er die passende Diagnose zum Zustand des Gefährts. Thomas Larcher wäre auch ein guter Fahrraddoktor geworden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und er vereint Welten. Er ist einer der meistgefragten Komponisten unserer Zeit, als Pianist spielt er mit den renommiertesten Interpreten zusammen und als Sportler verfolgt er erstaunlich hohe Ambitionen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht minder vereinen auch seine Werke unterschiedliche Sphären. «Beim Komponieren interessiert mich das Spannungsfeld, das zwischen verschiedenen musikalischen Welten entstehen kann», erörtert es Larcher. Dies widerspiegle die plurale vielfältige Welt, in der man lebe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Obwohl er durchaus das Talent hätte, ungebrochene Musik, im Stile Schuberts etwa, zu komponieren, interessiert ihn das nicht. «Solche Musik wäre zu hermetisch, zu idyllisch, schlicht überflüssig», bringt er seine Ansicht auf den Punkt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und doch wird man beim Hören von Larchers Musik an Schubert, Mahler oder Pärt erinnert. «Bei der Probe ist mir endlich bewusst geworden, an was mich eine Stelle in meinem Stück erinnert: Gustav Mahlers frère Jacques-Imitation in der Ersten Symphonie», gesteht er seiner Freundin und schweift über zu Gedanken, ob eine musikalische Aneignung anderer Komponisten oder Musiktraditionen überhaupt zulässig ist. Zu einer eindeutigen Antwort kommen wir nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und noch ein anderes Vorbild stand übrigens Pate für sein Trio: Schumann. «Eigentlich wollte ich einzelne Sätze Komponieren wie dessen Märchenerzählungen für Klarinette, Viola und Klavier».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Letztlich entschied er sich für eine assoziative rhapsodische Form, bei der die einzelnen Teile ineinander übergehen. Und die Musiker Spielfreude entwickeln können. «Die Musiker sollen phrasieren dürfen, mit ihrem Instrument singen, ja, einfach das machen, was sie am liebsten tun und wofür sie ausgebildet wurden».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit diesem kleinen Seitenhieb gegen eine allzu starre avantgardistische Sichtweise auf die Neue Musik wird eines klar: Das musikalische Material entscheidet nicht, wie frisch und neu eine Musik klingen kann. Dafür ist Thomas Larcher das beste Beispiel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Sonntag, dem 12. September, interpretiert das Quartetto Eos im Rahmen vom «Newcomers»-Wochenende das Streichquartett «Cold Farmer» (1990) von Thomas Larcher. Dabei lassen sich noch ein letztes Mal im diesjährigen Erner Musiksommer die sinnlichen Qualitäten von Larchers Musik erfahren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 3. September 2021, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 03 Sep 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1630679062-Thomas_Lachert-1.jpg" length="1350007" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/das-goettliche-beruehren-194</link>
			<title>Das Göttliche berühren</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Unter diesem Motto stand das sonnt&amp;auml;gliche Konzert, das wie gewohnt in der Kirche St. Georg in Ernen stattfand &amp;ndash; und der Abend war etwas ganz Besonderes. Zwei himmlische Darbietungen standen auf dem Programm: Das Streichquintett D-Dur KV 593 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und die Visions de l&amp;rsquo;Amen f&amp;uuml;r zwei Klaviere von Olivier Messiaen (1908-1992). Sie haben es sich ja selbst zuzuschreiben, die beiden meisterlichen Pianisten Alasdair Beatson und Paolo Giacometti, die f&amp;uuml;r die musikalische Leitung der Reihe &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo; verantwortlich zeichnen. Denn beide Werke waren h&amp;ouml;chst anspruchsvoll.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was Olivier Messiaen 1943 zu Papier gebracht hat, ist aussergew&amp;ouml;hnlich und verst&amp;ouml;rend. Dieses komplexe Werk des franz&amp;ouml;sischen Komponisten, Organisten und Ornithologen verlangt jedem Interpreten alles ab. Und auch dem Konzertpublikum. 7 Visionen von &amp;laquo;Amen&amp;raquo; hat er in Musik umgesetzt, zum Beispiel &amp;laquo;Amen de la cr&amp;eacute;ation&amp;raquo;, &amp;laquo;Amen de l&amp;rsquo;agonie de J&amp;eacute;sus&amp;raquo; oder &amp;laquo;Amen du d&amp;eacute;sir&amp;raquo;. Es sind ungew&amp;ouml;hnliche und kraftvolle Tonfolgen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Werke Messiaens sind in sich geschlossene Welten, die unermesslich reich und vielf&amp;auml;ltig sind. In tiefer Versenkung finden die Zuh&amp;ouml;renden ein faszinierendes Innenleben, wie etwa beim &amp;laquo;Amen de la cr&amp;eacute;ation&amp;raquo;: der eine Pianist schl&amp;auml;gt die eher tieferen Tasten an, der andere die h&amp;ouml;heren bis ganz hohen, und es t&amp;ouml;nt zuweilen so, als w&amp;uuml;rden zwei H&amp;ouml;lzer aufeinander geschlagen. Die H&amp;ouml;hen und Tiefen n&amp;auml;hern sich an, bis es vollbracht ist: die cr&amp;eacute;ation, auf die ein Amen angestimmt wird. Die Aufgaben der Klavierstimmen werden weiter so beschrieben: das eine Instrument ist f&amp;uuml;r die Thematik und die Virtuosit&amp;auml;t zust&amp;auml;ndig, das andere f&amp;uuml;r die Klangf&amp;uuml;lle und emotionale Gestaltung. F&amp;uuml;r den Laien ist diese Zweiteilung der Musikalit&amp;auml;t schwer auszumachen, alles t&amp;ouml;nt aussergew&amp;ouml;hnlich und rhythmisch anspruchsvoll.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Olivier Messiaen wuchs in einem Klima von Poesie und M&amp;auml;rchen auf (die Mutter Dichterin, der Vater Englischprofessor), und war schon als Kind &amp;auml;usserst kreativ und verspielt. Als tief gl&amp;auml;ubiger Katholik wurde er vom G&amp;ouml;ttlichen gef&amp;uuml;hrt. Dort holte er seine Inspiration, aber auch in der Natur, die sich dem G&amp;ouml;ttlichen anschliesst. Und dann sind da die V&amp;ouml;gel, die ihn nicht losliessen. Ihm wird zugeschrieben, dass er mehrere hundert Vogelrufe unterscheiden konnte. Und so ist es nicht erstaunlich, dass ein &amp;laquo;Amen&amp;raquo; den Engeln, den Heiligen und dem Gesang der V&amp;ouml;gel gewidmet ist. Und hier liefen die beiden Pianisten Alasdair Beatson und Paolo Giacometti zur H&amp;ouml;chstform auf: das vorgegebene Tempo war atemberaubend und vor allem der Italiener hatte in den hohen T&amp;ouml;nen eine gef&amp;uuml;hlte Ewigkeit das Gezwitscher der V&amp;ouml;gel zu spielen, und es war einem schleierhaft, wie man so etwas durchhalten kann. Man h&amp;auml;tte glauben k&amp;ouml;nnen, die H&amp;auml;nde seien ihm abgefallen. Aber er hatte noch zwei &amp;laquo;Amen&amp;raquo; zu spielen&amp;hellip;. &amp;laquo;Visions de l&amp;rsquo;Amen&amp;raquo; f&amp;uuml;r zwei Klaviere war eine Auftragskomposition mitten im 2. Weltkrieg, w&amp;auml;hrend die Deutschen Paris besetzt hielten. Und so erh&amp;auml;lt diese eindringliche Musik, die wohl niemanden unber&amp;uuml;hrt gelassen hat, in ihrer Bedeutung eine zus&amp;auml;tzliche Dimension.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zuvor konnte man in das Streichquintett D-Dur KV 593 von Wolfgang Amadeus Mozart eintauchen. Auch diese Musik ist himmlisch, vollkommen, klanglich warm und einlulled. Das Cello, die beiden Geigen und die zwei Bratschen halten eine Art Dialog ab, was wiederum an einen Austausch von Vogelgezwitscher erinnern konnte. Dieses in seiner k&amp;uuml;nstlerischen Form hervorragende Werk ist eine der letzten Kompositionen Mozarts und gilt als Neuanfang einer neuen Schaffensperiode. Gerade erst vollendet, lud er im Dezember 1790 seinen Freund Joseph Haydn zum Kammermusikabend mit anschliessendem D&amp;icirc;ner ein, sozusagen als &amp;laquo;Adieu&amp;raquo;, denn Haydn reiste am folgenden Tag nach London. Sie sollten sich nicht wiedersehen. Mozart starb ein paar Monate sp&amp;auml;ter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die f&amp;uuml;nf Streicher und Streicherinnen sowie die zwei Pianisten erf&amp;uuml;llten mit diesen beiden Werken die Kirche St. Georg mit vollen und reichen Kl&amp;auml;ngen und bildeten einen H&amp;ouml;hepunkt am diesj&amp;auml;hrigen Musikfestival. Und weil die Bratschistin Lilli Maijala und die Geigerin Maria Włoszczowska ihre dunkle Kleidung gegen farbenfrohe R&amp;ouml;cke ausgetauscht hatten, hat sich auch das garstige Wetter zur&amp;uuml;ckgezogen. Es folgten einige Sonnentage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 12. August 2021, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 18 Aug 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1629275294-a2.jpg" length="1791439" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/vierzehn-arten-den-regen-zu-beschreiben-–-ein-musikalischer-einfall-193</link>
			<title>Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben – ein musikalischer Einfall</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ja, der Regen. Der st&amp;auml;ndige Begleiter. Seit Wochen. Und wir werden ihn einfach nicht los. Wenn Regen f&amp;auml;llt, k&amp;ouml;nnen wir ihn sehen, aber vor allem h&amp;ouml;ren wir ihn. Lauter oder leiser, je nach St&amp;auml;rke. Er prasselt auf Wellblechd&amp;auml;cher, versinkt lautlos in der Erde, klatscht auf die Strasse oder mischt sich mit Brunnenwasser. Manchmal begleitet von Blitz, Donner oder Hagel. Aber eigentlich f&amp;auml;llt er immer in der gleichen Tonlage.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und wenn die Musikliebhabenden in dieser &amp;laquo;Regenstimmung&amp;raquo; in der Kirche St. Georg in Ernen erwartungsvoll auf den Holzb&amp;auml;nken sitzen, h&amp;ouml;ren sie vielleicht aufmerksamer zu, wenn sinnigerweise &amp;laquo;Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben&amp;raquo; op. 70 von Hanns Eisler auf dem Programm steht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In kurzen Sequenzen wird uns zu Ohren gef&amp;uuml;hrt, wie musikalischer Regen t&amp;ouml;nen kann: laut, schnell, lebendig, getragen, zwischendurch ein Feuerwerk, entstanden aus der Feder des Tausendsassas Hanns Eisler (1889&amp;ndash;1962). Wegen seiner j&amp;uuml;dischen Herkunft und kommunistischer &amp;Uuml;berzeugung emigrierte er in den 30er und 40er Jahren von Deutschland nach Mexiko und in die USA, ging aber nach dem Krieg wieder zur&amp;uuml;ck &amp;ndash; nach Ost-Berlin. Sein kompositorisches Werk ist riesig und neben unz&amp;auml;hligen Musikst&amp;uuml;cken f&amp;uuml;r die B&amp;uuml;hne und den Film ist die Liste der Lieder endlos. Er war ein enger Weggef&amp;auml;hrte von Bertold Brecht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eisler hatte wohl seinen Spass, den Regen zu intonieren, ihn der Fl&amp;ouml;te, der Klarinette, den Streichern und dem Klavier zu &amp;uuml;bergeben. Und die Musikerinnen und Musiker hatten offensichtlich auch nichts dagegen, sich in den Dienst des Regens zu stellen und zeigten, was sie zu bieten haben. Ihre grauen und schwarzen Bekleidungen h&amp;auml;tte man als Gewitterwolken interpretieren k&amp;ouml;nnen, doch die abwechslungsreichen Sequenzen &amp;ndash; und zwischendurch die gewaltige Stimme des Klaviers &amp;ndash; brachten Farbe und Spannung ins Spiel. Nur die orangen Socken des Geigers Bogdan Božović, die an Ringelblumen in den Erner Gem&amp;uuml;seg&amp;auml;rten erinnerten, fielen angenehm aus dem Rahmen und lenkten die Gedanken auf sonnigere Wetteraussichten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nahtlos gings dann in die lauwarme Nacht, wo sich eine leise Melancholie und Verzauberung breit machte, als w&amp;auml;re die Nocturne H-Dur op. 40 von Anton&amp;iacute;n Dvoř&amp;aacute;k auf Bestellung f&amp;uuml;r dieses Konzert komponiert worden. Das Festivalorchester stimmte sich voll auf die n&amp;auml;chtlichen T&amp;ouml;ne ein und brachte Ruhe in unsere Gedanken. Zeit zum Abschweifen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erholsam und unterhaltend war dann &amp;laquo;Appalachian Spring&amp;raquo; des Amerikaners Aaron Copland (1900&amp;ndash;1990), der zu den wichtigsten Vertretern der amerikanischen Moderne z&amp;auml;hlt. Er f&amp;uuml;hrte uns ebenfalls in die Natur. Man konnte sich die Weiten der Pr&amp;auml;rie mit Sonnenaufgang vorstellen, aber auch regnerische Tage; und zufrieden befand man sich in volksmusikalischen Kl&amp;auml;ngen, die etwas Heimatliches vermittelten. Die &amp;laquo;Appalachische Quelle&amp;raquo; wurde 1944 als Ballettmusik f&amp;uuml;r die T&amp;auml;nzerin und Choreographin Martha Graham komponiert, und zwar f&amp;uuml;r ein 13k&amp;ouml;pfiges Kammerorchester. Und in dieser Formation kam das Werk auch in Ernen zur Auff&amp;uuml;hrung: ein vergn&amp;uuml;glicher Abschluss eines leidenschaftlichen Konzerts &amp;ndash; mit einem zweiten Farbtupfer: die wunderbare Bratschistin Lilli Maijala aus Finnland erfreute uns mit knallroten Schuhen. Der Sommer k&amp;ouml;nnte jetzt wirklich kommen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 6. August 2021, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bild: &amp;laquo;La Navizence Zinal&amp;raquo; von Cyril Ndegeya (aktuell zu sehen in Ernen im Rahmen der SMART-Ausstellung &amp;laquo;Faszinierende Gletscher&amp;raquo;)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 06 Aug 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1628264024-a1.jpg" length="1632964" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/heiliger-bimbam-192</link>
			<title>Heiliger Bimbam!</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Musikdorf Ernen verlockt und rockt &amp;ndash;&amp;nbsp;auch ausserhalb des regul&amp;auml;ren Konzertbetriebs.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Einladung zum Tanz h&amp;auml;tte ich gerne erhalten, an diesem Sonntagmorgen, dem 1. August. Da groovten n&amp;auml;mlich die aus dem Kirchturm schallenden Rhythmen wild hin und her. Ja welch heiliger Bimbam! Doch die Leute verliessen bei diesem rassigen Kirchenglockenl&amp;auml;uten nicht etwa ihr Haus, um das Tanzbein zu schwingen, sondern versammelten sich ganz and&amp;auml;chtig bei der Erner Kirche St. Georg, um den Spielk&amp;uuml;nsten des virtuosen Carillon-Spielers Beat Jaggy zu horchen. Dieser l&amp;auml;utete mit den sieben im Kirchenturm verborgenen Glocken die &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo;-Wochen ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen geschehen w&amp;auml;hrend dem endlosen Musiksommer auch ausserhalb des regul&amp;auml;ren Konzertbetriebs viele exzeptionelle Dinge. Beat Jaggy mit seinen Carillon-Spielk&amp;uuml;nsten ist da nur eine davon.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Erner Jazzurgestein aus S&amp;uuml;dafrika, Charl du Plessis, etwa schl&amp;uuml;pft w&amp;auml;hrend seinem Aufenthalt im Musikdorf nicht nur in die Rolle des &amp;uuml;berlegenen Improvisators, der seine H&amp;auml;nde mit einer atemberaubenden Leichtigkeit &amp;uuml;ber die Tasten rauschen l&amp;auml;sst, nein, er klappert nebenher die vielen im Landschaftspark Binntal verstreuten Heimklaviere ab und verdingt sich dabei als passionierter Klavierstimmer. Bei ihm erklingen danach nicht nur die Klaviersaiten wohlgestimmt, er l&amp;auml;sst sich bestimmt auch f&amp;uuml;r eine Heimimprovisation &amp;uuml;berreden &amp;ndash; &amp;uuml;ber eine Melodie eines Lieblingskomponisten nach Wahl.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von der bildenden K&amp;uuml;nstlerin Katrin Ullmann, die sich vor &amp;uuml;ber 25 Jahren in den malerischen Ort Ernen verliebte und nicht mehr fortging, lernte ich fr&amp;uuml;h etwas Wesentliches: In der Barockwoche sind die Proben nicht minder spannend als die Konzerte. So tapse ich leise an einem Morgen in die Kirche, sehe die katalanische Sopranistin Nuria Rial in ihrem Element mit einer jugendlichen Leichtigkeit die von Gold nicht arme Kirche noch strahlender machen und vertiefe mich bei den kurzen Probenpausen in die gl&amp;auml;nzenden Barockalt&amp;auml;re, die um 1720 in der Werkstatt von Anton Sigristen in Glis entstanden sind. Sind sie nicht zu beneiden, die Heiligenfiguren auf den beiden Seitenalt&amp;auml;ren, die stets in der ersten Reihe die Konzerte lauschen k&amp;ouml;nnen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der k&amp;uuml;nstlerische Genius bleibt unberechenbar. Manchmal bleiben dessen Offenbarungen selbst den Komponisten verborgen. In einer seiner vorz&amp;uuml;glichen Konzerteinf&amp;uuml;hrungen hatte es Wolfgang Rathert schon anget&amp;ouml;nt: In seinem Klavierwerk Mirage op.2 aus dem Jahr 2020 paraphrasiert der Komponist Jean-S&amp;eacute;lim Abedelmoula choralartig das Lied &amp;laquo;Freudvoll und leidvoll&amp;raquo;&amp;nbsp;aus Beethovens Schauspielmusik Egmont op. 84. Eine Stunde nach der Konzerteinf&amp;uuml;hrung spielte der &amp;laquo;composer-pianist&amp;raquo; Abdelmoula vorz&amp;uuml;glich sein eigenes Werk Mirage op. 2. Wiederum eine Stunde sp&amp;auml;ter sass er im Restaurant Alpenblick vor einer K&amp;auml;seschnitte. Auf sein Beethoven-Zitat angesprochen, wusste er von nichts. Ihm sei beim Komponieren nicht bewusst gewesen, dass seine choralartige Passage auf Musik von Beethoven verweise. Die Inspiration findet seine eigenen Wege. Und im Beethoven-Jahr 2020 fl&amp;ouml;sste Beethovens Genius wom&amp;ouml;glich vielen Komponistinnen und Komponisten heimlich seine Melodien ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen lebt, ja es spr&amp;uuml;ht im Sommer regelrecht. Das Musikdorf entwickelt dann einen Sog und einen Flow, in die man sich am besten willenlos hineinziehen l&amp;auml;sst. Es herrscht eine entspannte Atmosph&amp;auml;re, bei der man spielend leicht mit anderen Konzertg&amp;auml;sten wie auch den Musikerinnen und Musiker ins Gespr&amp;auml;ch kommen kann. Lassen Sie sich diesen elysischen Musiksommer nicht entgehen, kommen Sie nach Ernen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Saas-Fee, 1. August 2021, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist) &amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 02 Aug 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1627898491-Ernen_4.jpg" length="1531577" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/once-upon-a-time…-in-ernen-191</link>
			<title>Once Upon a Time… in Ernen</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Not even the daydreams Hollywood conjures up for the big screen can compare with the magic of this peaceful haven. I ought to know, having just spent five years on the sandy beaches under the palm trees in Los Angeles, lazily scribbling away at the pages of my film history dissertation.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;It takes more than a little imagination to replace Mulholland Drive&amp;rsquo;s windy roads with those of the perilous narrow path that takes you up to Ernen&amp;rsquo;s idyllic mountain village. How could you even start describing the beauty of this mountainous wonderland to an Angelino whose closest idea of Switzerland is a life-size cardboard replica of an Alpine village at Disneyland or Universal Studios&amp;rsquo; amusement park.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Travelling to Musikdorf&amp;rsquo;s music and literature festival is a gradual process that indulges the human senses one by one. When you step out of the postal bus, you are greeted by a refreshing mountain breeze. Take a moment to close your eyes facing the sunlight and take a few deep, cleansing breaths. Let all your worries and daily stresses fade away. They have no place here. Opening your eyes, you find yourself suddenly transported to a different place and time. A scene out of a fairy tale picture book comes to life in front of your eyes. Truly, it is hard to comprehend how this place can possibly exist anywhere but in your imagination &amp;ndash; it is simply too beautiful to be true.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Summertime at the Musikdorf is a feast for the eyes and for the ears. Nestled in the heart of the scenic Binntal landscape park, Ernen is home to pristinely preserved architecture from the distant past. The area is surrounded by a wide array of breathtaking sights and natural wonders are really worth taking time to explore, making this village a truly magnificent place to behold. This idyllic d&amp;eacute;cor is perfectly complemented by its classical music accompaniment. Making the hearts of culture lovers beat faster, the summer program has been expanded since the Seventies to include piano and organ recitals, baroque and chamber music concerts, even a few jazz performances, all of the highest caliber.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Musikdorf Ernen is a haven, a sanctuary for music and beauty, where you can leave all of your problems behind. The festival&amp;rsquo;s reputation extends beyond the borders of Switzerland, attracting some of the world&amp;rsquo;s finest musicians. If you visit this tiny corner of the earth, you will inevitably rub shoulders with some very talented performers. With an intimate and gorgeous setting, gifted and welcoming organizers, it is easy to see why creative talents have stayed loyal to the festival for so many years. Despite the rampant global pandemic, masked and separated, we get to enjoy life for a while, listening to divine melodies in an idyllic mountaintop church, transported beyond our earthly concerns.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;My most memorable summers were spent in Ernen at its music and literature festival. I still remember my first time. The little Swiss choir boy in me was certainly looking forward to the classical music program; but it was the chance to meet my all-time favorite crime writer that was the driving force drawing me to the festival. For some reason unbeknownst to me, my literary idol Donna Leon had decided to teach creative writing here in this remote corner of the mountains. So when I read about it, blindly, I followed, hoping to pick up some of her savvy. As eager as I was to attend the seminar, I was simply unprepared for the beauty I was about to experience on my journey.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dreams sometimes do come true, and this experience certainly exceeded all my expectations. In picture books, fairy tales begin with &amp;ldquo;Once upon a time&amp;hellip;,&amp;rdquo; indicating some remote unattainable past. In Ernen, yours will begin: &amp;ldquo;This summer, &amp;hellip;&amp;rdquo;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 24 July 2021, Ben Seyfert, Ernen enthusiast and PhD Student at the University of California, Los Angeles (UCLA)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Pictures in the slider by &lt;a href=&amp;quot;https://frederike-vanderstraeten.com/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Frederike van der Str&amp;aelig;ten&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1627221037-1g.jpg" length="1398251" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/gletscher-faszinieren-wie-lange-noch-190</link>
			<title>Gletscher faszinieren. Wie lange noch?</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nicht nur die Gletscher zerfliessen, sondern auch die Photographien von Gletschern. Zur Ausstellung &amp;laquo;Faszinierende Gletscher / Glaciers supr&amp;ecirc;mes&amp;raquo; des Programms SMArt (sustainable mountain art). Eine Photoausstellung im Dorfkern von Ernen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man k&amp;ouml;nnte es als geradezu ironisch auffassen, dass die heftigen Regenf&amp;auml;lle der letzten Tage auch ihre Spuren auf den im Dorf pr&amp;auml;sentierten Photographien hinterlassen haben. Nicht nur sind die Farben verblichen, teilweise hinterliess der Regen gar ein Muster der Zerst&amp;ouml;rung. Symbolisch, dass hier die rohe Natur sehr deutlich auf die Kunst &amp;ndash; vielleicht das herausragende Merkmal menschlicher Zivilisation &amp;ndash; eingewirkt hat. Auf den drei Photographien von Laurence Piaget-Dubuis sind die Spuren von grossen, schweren Regentropfen zu sehen, die das Sujet der Bilder zu kommentieren scheinen: Denn Tropfen auf den heissen Stein sind auch die Schutzplanen, die &amp;uuml;ber den Rhonegletscher gelegt werden, um sein Abschmelzen zu verlangsamen. Die Werke legen den Fokus auf diese eigenartige Kombination aus grauen T&amp;uuml;chern und dem grauweissen Gletischer. Unverz&amp;uuml;glich dr&amp;auml;ngt sich die Assoziation mit Leichent&amp;uuml;chern auf. (Laurence Piaget-Dubuis: &amp;laquo;Mer de drap&amp;eacute;s 1&amp;raquo; / &amp;laquo;Drap&amp;eacute;s 3&amp;raquo; / &amp;laquo;Drap&amp;eacute;s et nuage&amp;raquo;)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Besonders deutlich sichtbar ist die witterungsbedingte Ver&amp;auml;nderung an der vielleicht faszinierendsten Photographie: Ein runder Bildausschnitt, auf dem Gletschereis zu sehen ist. Aber nicht das graue Eis, das man sieht, wenn man von oben auf einen Gletscher blickt. Es ist ein faszinierend pures, beinahe mystisch schimmerndes Blau, an dem man sich kaum sattsehen kann. Ein Blau, das man nur in abgelegenen Gletschergrotten sehen kann. Bezeichnend, dass der starke Regen das Bild in ein abstraktes Gem&amp;auml;lde von impressionistisch verflossenen Blaut&amp;ouml;nen verwandelt hat. Sinnbildlich haben die Naturgewalten die Farbe aufgel&amp;ouml;st, denn: Mit dem Verschwinden der Gletscher, wird auch dieses bezaubernde Blau aus unserer Natur verschwinden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die erw&amp;auml;hnte Photographie stammt aus der Serie &amp;laquo;The Sixth Day&amp;raquo; des libanesischen K&amp;uuml;nstlers Tarek Haddad, der 2019 im Rahmen des SMArt-Programms eine Residenz in Bellwald hatte. Sie ist auf dem Hengert (Dorfplatz) in Ernen neben vier weiteren ausgestellt. Rechts und links von diesem f&amp;uuml;r die Ausstellung zentralen Werk stehen zwei andere Mikro-Ansichten: Einerseits eine faszinierende Nahaufnahme eines Kristalls von Juan Pablo Mar&amp;igrave;n sowie ein Bild von Cyril Ndegeya, das den Ursprung des Rhone-Seitenflusses Navizence am Zinal-Gletscher zeigt. Denn nicht nur das im Gletscher gespeicherte Wasser steht symbolisch (und ganz praktisch!) f&amp;uuml;r den Ursprung allen Lebens, auch Kristallen werden mystische Urkr&amp;auml;fte und eine spezielle Verbindung zur umgebenden Welt nachgesagt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vom Kleinen ins ganz Grosse: Optische Kontrapunkte leisten zwei Photographien on der mongolischen Photographin Maralagua Badarch: Eine eindr&amp;uuml;ckliche Welle bestehend aus Gletscher-Eis und eine Berglandschaft, die vom Wind verweht wird &amp;ndash; eindr&amp;uuml;ckliche Bilder, die das Erhabene und Kraftvolle der Natur vergegenw&amp;auml;rtigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Rund um das Kaplaneihaus sowie im Kellergeschoss des Jost-Sigristen-Museums gibt es weitere photographische Kunstwerke zu entdecken, die von der Faszination f&amp;uuml;r Gletscher ausgehen. Dabei wird die Idee des Erhabenen in der Natur, des Grossen, Grossartigen, Unbegreifbaren und beinahe be&amp;auml;ngstigend Kraftvollen kontrastiert von der aktuellen Bedrohung, der die Gletscher ausgesetzt sind durch den menschengemachten Klimawandel, dem Drang der Naturbeherrschung, dem unaufh&amp;ouml;rlichen System des &amp;laquo;immer mehr&amp;raquo;. Poetisches kontrastiert Engagiertes in der sorgf&amp;auml;ltig gestalteten Ausstellung der Kuratorin Ma&amp;eacute;va Besse.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Ausstellung &amp;laquo;Faszinierende Gletscher / Glaciers supr&amp;ecirc;mes&amp;raquo; ist noch bis am 12. September in Ernen zu sehen &amp;ndash; die vom Regen besch&amp;auml;digten Photographien werden Ende Juli ausgewechselt. Am 27. August um 17 Uhr gibt es eine &amp;ouml;ffentliche F&amp;uuml;hrung. Das &lt;a href=&amp;quot;https://sustainablemountainart.com/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Programm SMArt&lt;/a&gt; l&amp;auml;dt regelm&amp;auml;ssig Photograph*innen aus L&amp;auml;ndern ein, die ebenso wie die Schweiz grosse Bergregionen haben mit den damit verbundenen Herausforderungen wie Klimawandel, Wassermanagement, Ern&amp;auml;hrungssicherheit und Migration. In den zahlreichen Residenzen, die seit 2014 erm&amp;ouml;glicht werden, ist eine beachtliche Menge an herausragenden Photographien entstanden. Die aktuelle Ausstellung in Ernen ist eine Retrospektive mit dem Fokus auf diejenigen K&amp;uuml;nstler*innen, die sich dem Ph&amp;auml;nomen Gletscher aus unterschiedlichen Perspektiven gen&amp;auml;hert haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 23. Juli 2021, Jonathan Inniger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 23 Jul 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1627037540-IMG_20210719_135949.jpg" length="2684516" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/grenzgaenge-189</link>
			<title>Grenzgänge</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn ein Musikwissenschaftler eine Lesung eines Buches &amp;uuml;ber Kunst macht...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Musikdorf ist mehr als Musik: Kunstausstellungen, Filmvorf&amp;uuml;hrungen, Vortr&amp;auml;ge und nat&amp;uuml;rlich auch Literatur. Seit 2010 findet unter dem Namen &amp;laquo;Queerlesen&amp;raquo; ein kleines Literaturfestival im Rahmen des Musiksommers in Ernen statt. Wie der Name sagt, stehen B&amp;uuml;cher von queeren Autor*innen oder solche rund um das Thema queerness im Fokus. &amp;Uuml;blicherweise gibt es an einem Wochenende im Juli drei Lesungen, die von der renommierten Talk-Masterin Bettina B&amp;ouml;ttinger moderiert werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man kann es schon fast nicht mehr h&amp;ouml;ren &amp;ndash; im letzten Jahr verunm&amp;ouml;glichte die Pandemie auch das kleine Literaturfestival, das normalerweise im eng besetzten Tellensaal zuhause ist. Nicht nur abstandstechnisch undenkbar &amp;ndash; auch hatten die einen oder anderen Involvierten ihre Bedenken oder Vorbehalte ge&amp;auml;ussert. So wurden die drei Lesungen abgesagt, aber daf&amp;uuml;r eine andere angek&amp;uuml;ndigt &amp;ndash; man zog um nach draussen und hoffte auf sch&amp;ouml;nes Wetter &amp;ndash;, denn so ganz wollte man doch nicht auf die Literatur verzichten. Relativ kurzfristig wurde der &amp;ouml;sterreichische Autor Dominik Barta eingeladen, seinen neuen Roman vorzustellen. Kurzerhand wurde ich &amp;ndash; zurzeit Assistent im Musikdorf &amp;ndash; gefragt, die Moderation zu &amp;uuml;bernehmen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alles verlief gut und ich &amp;ndash; der sich vorwiegend mit Musik, nicht mit Literatur besch&amp;auml;ftigt &amp;ndash; konnte vermutlich die eine oder andere gute Frage stellen, sodass sich ein sch&amp;ouml;nes Gespr&amp;auml;ch &amp;uuml;ber Bartas Roman &amp;laquo;Vom Land&amp;raquo; ergab. Es ging um Identit&amp;auml;t, Familien- und Dorfstrukturen, Vorurteile und vieles mehr. &amp;Uuml;brigens: Dominik Barta hat &amp;uuml;ber seine Reise von Wien nach Ernen und zur&amp;uuml;ck auch einen Blog-Eintrag geschrieben, der &lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/blog/mit-dem-zug-von-wien-ins-musikdorf-und-zurueck-145&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;hier &lt;/a&gt;nachzulesen ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch ein Jahr sp&amp;auml;ter ist noch Einiges anders als &amp;uuml;blich, und so gibt es auch in diesem Jahr nur eine Lesung, und auch diese wird von mir moderiert. Besprochen wird der neue Roman von Kristof Magnusson, dem deutsch-isl&amp;auml;ndischen Autor, der auch mal eine Ausbildung zum Kirchenmusiker gemacht hatte, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Aber um Musik geht es in diesem Buch nicht, sondern um Kunst, um einen K&amp;uuml;nstler und um den F&amp;ouml;rderverein eines Museums.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Geschichte, von der man am Anfang meinen k&amp;ouml;nnte, es handle sich um eine &amp;ndash; wohlgemerkt sehr kluge &amp;ndash; Satire, entwickelt sich immer mehr zu einem dramatischen Krimi &amp;uuml;ber Kunst. Sie spielt in einer Zwischenwelt zwischen Realit&amp;auml;t und Fiktion. Nicht selten fragte ich mich, der die Welt der Kunst nur immer wieder streift, ob die Figuren, Kunst- oder Bauwerke nun eigentlich auch in der realen Welt existieren oder eben treffend erfunden sind. Die farbige Internet-Suchmaschine schaffte meistens Abhilfe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun moderiere ich also schon bald meine zweite Lesung im Musikdorf Ernen. &lt;a href=&amp;quot;https://www.kristofmagnusson.de/autor/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Kristof Magnusson&lt;/a&gt; liest am 25. Juli, um 11 Uhr, im Garten vor dem Bioladen &amp;laquo;Waren aller Art&amp;raquo;, aus seinem Roman &amp;laquo;Ein Mann der Kunst&amp;raquo;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 15. Juli 2021, Jonathan Inniger (Musikwissenschaftler)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 18 Jul 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1626619732-Magnusson_Kunstmann.jpg" length="1255747" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/reise-zu-unerhoerten-klaengen-188</link>
			<title>Reise zu unerhörten Klängen</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Raketenartige Klavierl&amp;auml;ufe, Kl&amp;auml;nge wie aus einem Raumschiff und eine Liszt&amp;#39;sche Klangb&amp;auml;ndigerin &amp;ndash; die Klavierwoche am Musikdorf Ernen war voller &amp;uuml;berragender Momente.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jesus muss ein Jazzer gewesen sein. Einen anderen Schluss liess Tae-Hyung Kims &amp;auml;usserst groovige Interpretation eines Teils von Olivier Messieans Vingt regards sur l&amp;#39;enfant-J&amp;eacute;sus bei seinem Klavierrezital kaum zu. Pulsierende Rhythmen, welche Messieans Sch&amp;uuml;lerin und Muse in Personalunion, Yvonne Loriod, bezeichnenderweise als raketenartige L&amp;auml;ufe bezeichnete, brachten die Erner Kirche St. Georg beinahe zum Abheben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erner Jazz Festival sozusagen. Und dies ausgerechnet bei einem religi&amp;ouml;s inspirierten Werk, das einen and&amp;auml;chtigen Titel tr&amp;auml;gt. Olivier Messiaen wirkte an diesem Abend als Mystiker nach &amp;ndash; mit aussergew&amp;ouml;hnlichen Visionen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Stimmung w&amp;auml;hrend der Klavierwoche der 48. Ausgabe des Festivals Musikdorf Ernen war schlicht euphorisch. Ein H&amp;ouml;hepunkt jagte den n&amp;auml;chsten. An vier Klavierrezitals liessen sich eine Pianistin und drei Pianisten &amp;ndash; alle von erlesener Musikalit&amp;auml;t und Virtuosit&amp;auml;t &amp;ndash; geniessen, studieren und bewundern. Ernen atmete Welt dieser Tage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;An beinahe jedem Abend wurde einem w&amp;auml;hrend einer Woche quasi auf dem Serviertablett eine neue Pers&amp;ouml;nlichkeit pr&amp;auml;sentiert, die sich am warm klingenden B&amp;ouml;sendorfer-Fl&amp;uuml;gel &amp;uuml;ber anderthalb Stunden ausgiebig studieren liess.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da war Jean-S&amp;eacute;lim Abdelmoula, einstiges Wunderkind und nun, mit 30 Jahren, gefeierter Pianist, Komponist und Proteg&amp;eacute; von Sir Andr&amp;aacute;s Schiff. Man erlebte erhabene Momente, als Abdelmoula die f&amp;uuml;r Schubert so typischen &amp;laquo;endlosen L&amp;auml;ngen&amp;raquo; in der Sonate B-Dur D 960 sensibel und poetisch auskostete, ebenso w&amp;auml;hrend er sich m&amp;uuml;helos durch Schumanns gewichtige Fantasie C-Dur op. 17 hindurchzauberte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tae-Hyung Kim konnte man zwar schon vor zwei Jahren als fabelhaften Kammermusikpartner am Festival Musikdorf Ernen erleben, als Solopianist man&amp;ouml;vrierte er jedoch f&amp;uuml;r viele unterhalb ihres Radars. Umso &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigender war die Stimmung bei dem Klangzauber, den er an seinem Klavierrezital vollf&amp;uuml;hrte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Er entpuppte sich als Alchemist der Kl&amp;auml;nge, der mit &amp;uuml;berlegener pianistischer Meisterschaft aus Schubert&amp;#39;schem und Schumann&amp;#39;schem Fl&amp;uuml;gelh&amp;auml;mmerchengezupfe akustisches Gold herzustellen weiss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der erst 25-j&amp;auml;hrige Sergey Tanin &amp;uuml;berw&amp;auml;ltige schon in den vergangenen Jahren das Erner Konzertpublikum. Daher war bei seinem Rezital schon vor dem ersten Ton klar, dass ein Feuerwerk an Brillanz und musikalische Einf&amp;uuml;hlungsverm&amp;ouml;gen auf die Zuh&amp;ouml;rerinnen und Zuh&amp;ouml;rer in den n&amp;auml;chsten 90 Minuten einprasseln wird. Und pl&amp;ouml;tzlich fing sogar der Fl&amp;uuml;gel zu singen an.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tanin liess beim Werk Noodivihik (1992) des diesj&amp;auml;hrigen &amp;laquo;composer in residence&amp;raquo; Thomas Larcher den Fl&amp;uuml;gel Kl&amp;auml;nge und T&amp;ouml;ne hervorbringen, wie man sie selbst in Neuer Musik selten in solch puristischer Sch&amp;ouml;nheit zu Geh&amp;ouml;r bekommt. Diese waren sinnlich und futuristisch zugleich. Waren Messieans Klavierl&amp;auml;ufe raketenartig, waren Larchers Klavierkl&amp;auml;nge raumschiffartig sch&amp;ouml;n.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit welcher Vollendung Tanin die Werke der grossen Meister aus Barock, Klassik und Romantik zu spielen vermag, ist sp&amp;auml;testens seit der Ausstrahlung von Helen Stehlis Dokumentarfilm &amp;laquo;Sergey Tanin &amp;ndash; der Pianist, der aus der K&amp;auml;lte kam&amp;raquo; auf SRF im vergangenen Herbst auch einem gr&amp;ouml;sseren Musik-affinen Publikum in der Schweiz ins Bewusstsein ger&amp;uuml;ckt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als eine Heraus- und oftmals &amp;Uuml;berforderung kann sich die Klaviermusik Franz Liszts entpuppen. Sie schwingt sich passagenweise in martialischer Manier zu unerreichbaren H&amp;ouml;hen empor, bevor sie wenige Takte sp&amp;auml;ter zu einer simplen unisono-Linie zusammenf&amp;auml;llt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Liszts Klaviermusik liesse sich als mystisches Himmelswesen imaginieren, das sich in permanenter Verwandlung befindet &amp;ndash; einmal als unscheinbarer, aber sch&amp;ouml;ner bunt leuchtender Schmetterling, im n&amp;auml;chsten Moment schon als feuerspeiender Drache.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der heilige Georg, der wohl ber&amp;uuml;hmteste Drachent&amp;ouml;ter der Geschichte und zugleich Schutzpatron der Erner Kirche, eilte am letzten Abend der Klavierwoche, der gekennzeichnet war durch eine F&amp;uuml;lle von Liszt&amp;#39;scher Klaviermusik, nicht zu Hilfe. Da brauchte es schon eine &amp;uuml;beraus talentierte Walliser Pianistin, die dieses mystische Himmelswesen zu b&amp;auml;ndigen wusste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beatrice Berrut gelang die B&amp;auml;ndigung dieser Klangmetamorphosen auf eine eindr&amp;uuml;cklich &amp;uuml;berzeugende Weise. Sie phrasierte mit Herz und Hirn, b&amp;uuml;ndelte ihre Energiesch&amp;uuml;be, lenkte sie in die richtigen Bahnen und zauberte dann anstatt der angek&amp;uuml;ndigten h-Moll-Sonate von Liszt eine selten geh&amp;ouml;rte Entdeckung von Liszt aus dem Hut: Drei Trauer-Oden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie man weiss, ist das Festival Musikdorf Ernen nie um eine &amp;Uuml;berraschung verlegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Saas-Fee, 18. Juli 2021, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 18 Jul 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1626630954-BLOG_BILD_5.jpg" length="2034833" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/charl-du-plessis-ist-wieder-da-–-mit-seinem-trio-187</link>
			<title>Charl du Plessis ist wieder da – mit seinem Trio</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit Jahren verzaubern uns die drei Musiker aus S&amp;uuml;dafrika: Am Fl&amp;uuml;gel Charl du Plessis, der den Takt vorgibt und mit dem Kontrabassisten Werner Spies und dem Schlagzeuger Peter Auret f&amp;uuml;r gute Laune sorgt. Es ist jedes Mal ein Spektakel erster G&amp;uuml;te in der jeweils vollbesetzten Kirche St. Georg in Ernen, wenn uns das Trio &amp;uuml;berrascht und unsere Herzen tanzen l&amp;auml;sst, auch schon mit Unterst&amp;uuml;tzung der Walliser Sopranistin Rachel Harnisch. Wie h&amp;auml;tten wir solch hochstehende und musikalisch &amp;uuml;berzeugende Darbietungen im letzten Jahr brauchen k&amp;ouml;nnen, wo alles stillstand und wir mit Abstand und Masken durchs Leben wandeln und die kulturelle Ein&amp;ouml;de ertragen mussten.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber Covid sorgte auch in S&amp;uuml;dafrika daf&amp;uuml;r, dass nichts mehr ging. Charl du Plessis verlor als hochgefeierter Solo-Pianist und Begleiter auf einen Schlag s&amp;auml;mtliche Auftritte &amp;ndash; auch die Engagements mit seinem Trio. In Ernen hoffte man letztes Jahr bis Anfangs Sommer, dass doch noch etwas zustande k&amp;auml;me. Aber auch wenn die drei Musiker von den Schweizer Beh&amp;ouml;rden ein Visum bekommen h&amp;auml;tten &amp;ndash; es hob keine Maschine mehr aus S&amp;uuml;dafrika ab, ans Verlassen des Landes war nicht zu denken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Musikdorf Ernen zeigte sich solidarisch und Intendant Francesco Walter konnte das Honorar f&amp;uuml;r die gebuchten Auftritte trotzdem &amp;uuml;berweisen, was mit grossem Dank quittiert wurde. Denn Covid-Hilfen auf kulturellem Gebiet kennt S&amp;uuml;dafrika nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Charl du Plessis verlor die Zuversicht nicht. Er konnte an der Musikhochschule in Pretoria weiter unterrichten und baute seine T&amp;auml;tigkeit als Klavierstimmer aus. Der Pianist war also mit seinem wertvollen Koffer im Land unterwegs, denn seine Arbeit wird gesch&amp;auml;tzt, bis ihn kurzfristig Fortuna verliess: am helllichten Tag wurde ihm sein altes Auto vor der Haust&amp;uuml;re gestohlen &amp;ndash; mit dem Werkzeugkoffer im Kofferraum. Der Frust war gross. Fernsehen und Presse brachten die Meldung, mit der Bitte an die Diebe, doch wenigstens den Koffer zur&amp;uuml;ckzugeben. Es n&amp;uuml;tzte nichts.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Willkommene Hilfe bot Urs Bachmann aus Wetzikon an, der an gef&amp;uuml;hlt alle Musikfestwochen in der Schweiz seine hochkar&amp;auml;tigen Konzert-Fl&amp;uuml;gel ausleiht, auch jedes Jahr zwei nach Ernen. Er &amp;uuml;bergab Charl du Plessis einen seiner Werkzeugkoffer, der alle n&amp;ouml;tigen Utensilien zum Stimmen enth&amp;auml;lt und besuchte den S&amp;uuml;dafrikaner zweimal in Pretoria, um ihn zu unterst&amp;uuml;tzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun ja, Urs Bachmann ist immer noch der gute Geist der Konzertfl&amp;uuml;gel-Stimmer und das Trio ist mittlerweile gl&amp;uuml;cklich aus S&amp;uuml;dafrika in Ernen angekommen. Die drei Musiker sind hochmotiviert, ihr K&amp;ouml;nnen und ihre Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen. Und wir freuen uns auf sie. Am Samstag, 24. Juli wird der Bogen von Erik Satie bis Astor Piazzolla geschlagen und der Sonntag ist ganz George Gershwin gewidmet. Und da wird uns die in England geborene Jazz-S&amp;auml;ngerin Hetty Kate &amp;uuml;berraschen, die f&amp;uuml;r Musanete Sakupwanya einspringt, der vorl&amp;auml;ufig nicht ausreisen kann &amp;ndash; soeben wurde ihm sein Pass gestohlen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen/Z&amp;uuml;rich 13. Juli 2021, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 14 Jul 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1626256733-Charl_du_Plessis_Trio.jpg" length="1522422" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/schluss-mit-kultureller-askese-186</link>
			<title>Schluss mit kultureller Askese!</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mit sieben fulminanten Startsalven begann am ersten Juliwochenende die 48. Konzertsaison 2021 im Musikdorf Ernen. An drei aufeinanderfolgenden Tagen spielten das Rolston String Quartet mit dem Pianisten Dasol Kim sieben wuchtige Konzerte, deren intensiver H&amp;ouml;rgenuss noch lange nachzuhallen vermag.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Oh, mit welcher Wohltat dieser vers&amp;ouml;hnliche Beginn des Es-Dur-Streichquartetts von Joseph Haydn einen all die kulturellen Entbehrungen des vergangenen Jahres vergessen l&amp;auml;sst: Ein monatelanger, nicht enden wollender Lockdown, eine Musik- und Kulturszene, die auf &amp;auml;usserster Sparflamme gehalten wurde. Wer kein geborener Stoiker ist, litt in den letzten Monaten gewaltig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie ein gestrandeter Wal sehnte ich mir daher das &amp;laquo;Kammermusik kompakt&amp;raquo;-Wochenende mit seinen n&amp;auml;hrenden Wellen sch&amp;ouml;ner Kammermusikkl&amp;auml;nge herbei. Der wunderbar lyrische Beginn des Haydn-Streichquartetts in Es-Dur op. 64 Nr. 6, in sattem rundem Tonfall vom Rolston String Quartet interpretiert, war die optimale Labung, nach der man sich wohlgen&amp;auml;hrt auf weitere musikalische Erkundungstouren einlassen konnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das 2013 in Kanada gegr&amp;uuml;ndete Rolston String Quartet, das sich in den renommierten Konzerts&amp;auml;len der Welt einen vorz&amp;uuml;glichen Ruf erspielte, hatte denn auch schon im ersten Konzert einen musikalischen Rundgang durch die Anden mit im Gep&amp;auml;ck, komponiert von der US-Amerikanerin Gabriela Lena Frank (*1972). Das sechss&amp;auml;tzige Werk &lt;em&gt;Leyendas: An Andean Walkabout&lt;/em&gt; aus dem Jahr 2001 entf&amp;uuml;hrt die Zuh&amp;ouml;rerinnen und Zuh&amp;ouml;rer zu Pl&amp;auml;tzen indigen s&amp;uuml;damerikanischer Musik, welche die Komponistin in faszinierende Klangwelten zu sublimieren weiss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die einzelnen Stimmungen fing das Rolston String Quartet mit viel Sensibilit&amp;auml;t in den fragilen, aber auch mit dem n&amp;ouml;tigen Drive in den suggestiv vorw&amp;auml;rtstreibenden Passagen ein &amp;ndash; Musik als Gef&amp;uuml;hlskarussell, passend zur Verl&amp;auml;ngerung des EM-Viertelfinals Schweiz-Spanien, das in denselben Minuten zu seinem fatalen Ende kam.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schon im vergangenen Sommer sollte das Rolston String Quartet nach Ernen anreisen, musste dann aber pandemiebedingt in Kanada verweilen. In diesem Jahr klappte es nun endlich. Was f&amp;uuml;r ein Gl&amp;uuml;ck f&amp;uuml;r die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher in der Kirche St. Georg in Ernen! Das Quartett spielte n&amp;auml;mlich &amp;uuml;ber alle sieben Konzerte hinweg in jugendlicher Frische auf allerh&amp;ouml;chstem musikalischem Niveau. Was besonders erstaunte: Der Cellist Ari Evan konzertierte in Ernen zum allerersten Mal als Part des Quartetts, wobei bei der Homogenit&amp;auml;t des Klangk&amp;ouml;rpers absolut keine Abstriche gemacht werden mussten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem n&amp;ouml;tigen Fingerspitzengef&amp;uuml;hl f&amp;uuml;gte sich der Pianist Dasol Kim in C&amp;eacute;sar Francks Klavierquintett f-Moll FWV 7 ins Klanggemisch der Violinisten Luri Lee und Jason Issokson, des Bratschisten Hezekiah Leung und des Cellisten Ari Evan ein. Noch immer tr&amp;auml;gt Dasol Kim seine &amp;laquo;Lockdown-Frisur&amp;raquo;&amp;nbsp;mit Pferdeschwanz, was ihm einen Hauch Rockstar-Attit&amp;uuml;de verleiht. Grobschl&amp;auml;chtig kommt bei ihm jedoch nichts daher. Dasol Kim spielt mit einer Eleganz und &amp;Uuml;berlegenheit, mit denen er C&amp;eacute;sar Francks musikalisch schlichten Augenblicken eine erhabene Sch&amp;ouml;nheit einzufl&amp;ouml;ssen und die Zuh&amp;ouml;rerinnen und Zuh&amp;ouml;rer in Traumgefilde zu entf&amp;uuml;hren vermochte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Satt und mit grosser Vorfreude auf weitere musikalische und interpretatorische Entdeckungen verliess man am ersten Abend den Konzertort und wurde bei der R&amp;uuml;ckkehr an den beiden darauffolgenden Tagen in keinem einzigen Moment der weiteren sechs Konzerte entt&amp;auml;uscht. Welch Energiesch&amp;uuml;be das Rolston String Quartet etwa in Schostakowitschs achtem Streichquartett in c-Moll durch die Kirche sausen liessen &amp;ndash; das war ein Hochgenuss der Sonderklasse. Und wie stimmungsvoll dem Quartett gelang, der langsame Satz aus Beethovens Streichquartett F-Dur op. 51 Nr. 1 zu einer beinahe transzendentalen Offenbarung werden zu lassen &amp;ndash; davon wird man noch lange zehren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer sich dann in Edvard Griegs mit volksmusikalischen Einsprengseln durchwobenen Streichquartett in g-Moll einen bed&amp;auml;chtigen musikalischen Spaziergang durch einen norwegischen Tannenwald erhoffte, bei dem man sich kurz zur&amp;uuml;cklehnen und innig lauschen kann, wurde bald eines Besseren belehrt. Die Musik sprang und wand sich, als ob der heilige Georg, Schutzpatron der Erner Kirche, auf seinem Drachent&amp;ouml;tungsman&amp;ouml;ver unterst&amp;uuml;tzt werden m&amp;uuml;sste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welch Qualit&amp;auml;ten von hoher Musikalit&amp;auml;t und instrumentalem Feinschliff die Quartettmitglieder auch als Solisten vorzuweisen haben, bewies am sonntagmorgendlichen Konzert die Violinistin Luri Lee mit einer ber&amp;uuml;hrenden Interpretation von Clara Schumanns Drei Romanzen f&amp;uuml;r Violine und Klavier op. 22, am Nachmittag dann der Cellist Ari Evan mit der Sonate f&amp;uuml;r Violoncello und Klavier L 135 von Claude Debussy, deren leidenschaftliche Ausbr&amp;uuml;che von ihm eindrucksvoll geb&amp;uuml;ndelt wurden. Auch hier wiederum zeigte Dasol Kim, wie viel Einf&amp;uuml;hlungsverm&amp;ouml;gen er als Kammermusikpartner an den Tag legt und dass er nicht von ungef&amp;auml;hr zu den meistbeachteten und aufregendsten Pianisten seiner Generation gez&amp;auml;hlt werden kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die musikalische Ein&amp;ouml;de der letzten Monate nahm mit dem Startwochenende des Festivals Musikdorf Ernen definitiv ihr Ende. Der kulturelle Boden ist nun wohlged&amp;uuml;ngt. Daraus werden dem endlosen Erner Musiksommer noch mannigfaltige und entdeckungsw&amp;uuml;rdige Pflanzen entspringen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 5. Juli 2021, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 06 Jul 2021 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1625578529-Der_Intendnat_fotografiert_-_Kopie.jpg" length="2065716" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/das-hinausgezogene-ende-der-musikwochen-in-ernen-ein-gluecksfall-185</link>
			<title>Das hinausgezogene Ende der Musikwochen in Ernen. Ein Glücksfall.</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es gibt wohl nichts, was an der Corona-Pandemie gut w&amp;auml;re. Gar nichts. Auch nicht auf dem kulturellen Parkett. Zahllose Veranstaltungen mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden, Agenden kamen arg durcheinander, so auch im Musikdorf Ernen. Akrobatische &amp;Uuml;bungen des Intendanten Francesco Walter waren gefragt, um das Programm dauernd anpassen zu k&amp;ouml;nnen. Und auch die ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins musste vom Juli auf Oktober verschoben werden, was sich aber als Gl&amp;uuml;cksfall herausstellen sollte. Denn die &amp;uuml;bliche musikalische Darbietung nach der Versammlung entwickelte sich in diesem Jahr zu einem unverhofften Mini-Festival.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Martha von Castelberg (1892&amp;ndash;1971) &amp;ndash; die Grossmutter von Brida von Castelberg &amp;ndash; war eine begabte Musikerin und Komponistin. Die Enkelin Brida, die es zusammen mit ihrem Ehemann fertig gebracht hat, das Restaurant St. Georg am Dorfplatz wieder zum Laufen zu bringen, k&amp;uuml;mmert sich mit der Stiftung um ihren Nachlass und liess im Tellensaal zwei Lieder-Zyklen ihrer Grossmutter vortragen, erg&amp;auml;nzt mit Liedern von Schubert. Was f&amp;uuml;r eine Auff&amp;uuml;hrung, dargeboten von vier Schweizer S&amp;auml;ngerinnen und S&amp;auml;ngern (Maya Boog, Susannah Haberfeld, Remy Burnens, &amp;Auml;neas Humm und Riccardo Bovino am Klavier). Ein bereichernder und emotionaler Auftakt f&amp;uuml;r den Sonntag, der uns weitere Highlights bieten sollte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Sonntagmorgen dann das atemberaubende Klavierspiel vom russischen Mehrfach-Preistr&amp;auml;ger Sergey Tanin, der mit seinen 24 Jahren einmal mehr zeigte, was er kann, und uns zeitweise den Atem nahm &amp;ndash; mit Beethoven, Schubert und Rachmaninow.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Nachmittag folgte eine wunderbare &amp;Uuml;berraschung: ein Streichquartett der Musikhochschule in Sion, das aus vier jungen K&amp;uuml;nstlerinnen und K&amp;uuml;nstlern aus der Masterklasse bestand &amp;ndash; wickelten uns ziemlich schnell um den Finger. Engagiert und musikalisch auf hohem Niveau, bezauberten uns der in Berlin geborene Won-Ho Kim und Catherina Lee aus Australien, beide an der Violine, der Franzose Etienne Lin, Viola und die Deutsche Jasmin Mai am Violoncello. Won-Ho Kim gab als erster Geiger den Takt an, sein intensives Spiel war sein Leben, und er liess sich keineswegs irritieren, als seine Brille, die etwas lose auf der Nase sass, ihm &amp;uuml;bers verschwitze Gesicht rutschte bis unter das Kinn &amp;ndash; und dann eben nicht zu Boden fiel. Das Programm begann mit einem Werk von Mozart, das dieser mit unglaublichen 14 Jahren komponierte, gefolgt von Anton von Weberns &lt;em&gt;Sechs Bagatellen&lt;/em&gt;, die der Komponist 1913 schrieb und uns h&amp;ouml;r- und gef&amp;uuml;hlsm&amp;auml;ssig alles abverlangte. Denn hier ging es nicht um harmonische Melodien. Vielmehr befanden wir uns auf dem Terrain von &amp;auml;usserst spr&amp;ouml;der, reduzierter Musik, die auch mal nur aus einzelnen T&amp;ouml;nen oder &amp;laquo;unreinem&amp;raquo; Streichen auf den Saiten bestand. Das alles bildete aber ein faszinierendes Ganzes. Diese Art von Musik verlangt den Auff&amp;uuml;hrenden alles ab: Konzentration und Pr&amp;auml;zision, denn man kann sich, so das Empfinden, an nichts halten. Das gilt auch f&amp;uuml;r die Musik des 57j&amp;auml;hrigen &amp;Ouml;sterreichers Thomas Larcher, der als Composer-in-Residence in Ernen eine Auszeit nimmt und sein 2006/2007 komponiertes &lt;em&gt;Madhares f&amp;uuml;r Streichquartett&lt;/em&gt; im Tellensaal auff&amp;uuml;hren liess. Er gab uns aber immer wieder Anhaltspunkte, an denen wir uns kurz orientieren konnten, zum Beispiel, wenn uns ein paar Takte volksmusikartige Kl&amp;auml;nge in die Ohren drangen. Offenheit war angesagt und das, was man sich g&amp;auml;ngig unter Musik vorstellt, einfach sausen zu lassen. Dann wird das alles zu einem echten Erlebnis.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem &lt;em&gt;Quartettsatz c-Moll D 703&lt;/em&gt; von Franz Schubert, der uns wieder auf die uns vertrauten Bahnen lenkte, verabschiedeten sich die jungen Musikerinnen und Musiker von der Musikhochschule Sion und hinterliessen bleibenden Eindruck und Anerkennung. Es war ihr erster Auftritt in dieser Formation, die ihr Dozent Daniel Haefliger (nein, er hat nichts mit dem KKL-Haefliger zu tun) gebildet hat. Man kann nur hoffen, dass mit diesem Streichquartett weitere Begegnungen in Ernen stattfinden werden. Und hier l&amp;auml;sst der Intendant Francesco Walter seiner Verantwortung Taten folgen: jungen begabten und engagierten Musikerinnen und Musikern, die noch in der Weiterbildung sind, eine Plattform zu bieten, um sich einem Publikum zu stellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und zufrieden und entspannt entliess der in K&amp;ouml;ln lebende Pianist und Young Steinway Artist aus Hong Kong Albert Lau das treue Publikum mit Werken von Schubert, Clara Schumann, Philip Glass, Maurice Ravel und C&amp;eacute;sar Franck. Auch er hat uns mit seinem meisterlichen K&amp;ouml;nnen reich beschenkt: mit kurzen Einf&amp;uuml;hrungen zu den jeweiligen Werken und einer einf&amp;uuml;hlsamen Interpretationsf&amp;auml;higkeit, die grossen Respekt hinterlassen hat. Ein emotionaler Gl&amp;uuml;cksmoment. Und Schuld an diesem Mini-Festival war auch ein anderer Star: ein Steinway-Fl&amp;uuml;gel wurde eingeweiht, gesponsert von der Raiffeisenbank Aletsch-Goms und einer M&amp;auml;zenin, der nun zum festen Inventar des Musikdorfes Ernen geh&amp;ouml;rt. Was f&amp;uuml;r eine ungeplante und freudvolle Fortsetzung des Musikfestivals, das eigentlich Mitte September offiziell zu Ende gegangen war.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 12. Oktober 2020, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 12 Oct 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1602507685-Bild1.jpg" length="879518" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/von-einem-anderen-stern-184</link>
			<title>Von einem anderen Stern</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Man musste genau hinh&amp;ouml;ren, aber man konnte es h&amp;ouml;ren, das leise S&amp;auml;useln, das sich zwischen 20.00 Uhr und 20.05 Uhr &amp;uuml;ber der Kirche St. Georg im Gommer Bergdorf Ernen bemerkbar machte, als die Glocken im Turm den Leuten die Stunde verk&amp;uuml;ndeten. Es war die Ankunft eines interstellaren Gef&amp;auml;hrts, das ein zum Menschen gewordenes Genie aus dem Universum entliess &amp;ndash; nur f&amp;uuml;r kurze Zeit, aber immerhin. Er wurde geschickt, um uns zu erquicken.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser Mensch stieg dann in den heiligen Hallen der Barock-Kirche langsam die Altartreppe hinunter, hin zum Fl&amp;uuml;gel, in dunkler Hose und einem dazu passenden Sakko, eine schwarze Maske vor Mund und Nase, die er, nachdem er sich kurz verbeugt hatte, behutsam wegnahm, sie genau zusammenlegte, zweimal, die Ohren-Elastik fein s&amp;auml;uberlich in die Falten legte, um sie dann in seiner Tasche zu versorgen. Es war ein Ritual, das sich &amp;ndash; nach diesem ersten Mal &amp;ndash; noch vier weitere Male genau gleich (einmal mit weisser Maske) wiederholen sollte. Er setzte sich auf den Klavierstuhl, ohne noch das Kleinste zu ver&amp;auml;ndern, warf sein Sakko nach hinten, alles mit Gemach, hob die Arme zu einem rechten Winkel an und hielt die H&amp;auml;nde &amp;uuml;ber die Tasten, ohne sich noch zu sammeln. Das Spiel konnte sofort beginnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war der 67j&amp;auml;hrige ungarische Meisterpianist Sir Andr&amp;aacute;s Schiff, zum Ritter geschlagen vom britischen K&amp;ouml;nigshaus, der uns mit seinen Darbietungen in eine andere Welt katapultierte. Er, der definitiv von einem andern Stern kommt, zeigte uns, wie gross und grenzenlos Musik ist, mit seinem K&amp;ouml;nnen, seiner Musikalit&amp;auml;t und Interpretationsgabe. Leicht glitten seine zarten H&amp;auml;nde &amp;uuml;ber die Tasten, voller Spielfreude, sein K&amp;ouml;rper bewegte sich kaum und ein L&amp;auml;cheln huschte &amp;uuml;ber sein Gesicht, wenn die Musik so daherkam, dass man geneigt war, mit dem Fuss dem Takt nachzugeben.&lt;br /&gt;
Andr&amp;aacute;s Schiff ist mit Weltruhm bedacht. Er geh&amp;ouml;rt zu den gr&amp;ouml;ssten Interpreten von Bach und Beethoven, aber auch Schubert und andere habe es ihm angetan. Ja, der Beethoven, der jetzt 250 Jahre alt geworden w&amp;auml;re, war mit seiner Klaviermusik leider nicht im Erner-Programm von Andras Schiff vertreten.&lt;br /&gt;
Die Konzertreihe begann am Freitagabend mit &lt;em&gt;Im Nebel&lt;/em&gt; des Tschechen Leo&amp;scaron; Jan&amp;aacute;ček (1854-1928), vier intensive und anspruchsvolle S&amp;auml;tze, die der Komponist in einer schwierigen und d&amp;uuml;steren Phase seines Lebens schrieb. Es folgten die &lt;em&gt;Vier Impromptus D 935 &lt;/em&gt;von Franz Schubert (1797-1828), der mit dem Komponieren von Klaviersonaten zu einem Zeitpunkt begann, als Beethoven etwa 1815 schon bei seinem Sp&amp;auml;twerk angelangt war. Beide lebten in Wien, doch Schubert konnte sich allm&amp;auml;hlich vom &amp;uuml;bergrossen Beethoven emanzipieren und ging seinen eigenen Weg. Das, und viel Interessantes mehr, hat der Musikwissenschafter Wolfgang Rathert aus Deutschland mit uns im Programmheft geteilt. Und Andr&amp;aacute;s Schiff hielt in einem Interview mit dem Z&amp;uuml;rcher Publizisten Martin Meyer fest: &amp;laquo;Die Formen sind bei Schubert lockerer als bei Beethoven. Das ,Problem&amp;rsquo; ist, dass viele Werke oft in Einzelteile zerfallen, wenn der Interpret sie nicht zusammenh&amp;auml;lt. Die einigende Kraft ist der Rhythmus.&amp;raquo;&lt;br /&gt;
Am Samstag dann der grosse Tag von Johann Sebastian Bach: Die Pr&amp;auml;ludien und Fugen aus dem Band II des &lt;em&gt;Wohltemperierten Claviers&lt;/em&gt; waren angesagt, die Bach 1744 fertiggestellt hatte, 22 Jahre nach dem Band I. Schwindelerregend war das alles, Konzentration und Geh&amp;ouml;r waren gefordert. Und Meister Schiff h&amp;auml;lt alles zusammen, bringt es in einen rhythmischen Fluss, fordert uns fast masslos heraus. Die Interpretationsm&amp;ouml;glichkeiten sind gross, da Bach, der Musik auch als Wissenschaft verstand, in seinen Partituren kaum was vorgibt, auch bei den Tempi. Ja, ,wohltemperiert&amp;rsquo; soll es sein. Das heisst in etwa: Die Erfindung eines ausgekl&amp;uuml;gelten Stimmungssystems erm&amp;ouml;glichte die Darstellung aller zw&amp;ouml;lf Tonarten, in allen T&amp;ouml;nen und Halbt&amp;ouml;nen, man konnte beliebig zwischen ihnen wechseln oder modulieren, ohne dass es zu ,verstimmten&amp;rsquo; Intervallen kam. Es war eine Art Befreiung der Tonarten. Die Sache ist nat&amp;uuml;rlich schon noch etwas komplizierter, aber lassen wir das!&lt;br /&gt;
Interessant ist, dass diese beiden B&amp;auml;nde von je 12 Pr&amp;auml;ludien und 12 Fugen lange Zeit nur als Manuskripte zirkulierten, zu &amp;Uuml;bungszwecken f&amp;uuml;r Sch&amp;uuml;ler und Bachs Kinder, musikalische, theoretische und didaktische Herausforderungen zugleich. Erst 1801 wurde die Sammlung im Druck ver&amp;ouml;ffentlicht. Sie geh&amp;ouml;rt zu den wichtigsten Werken in der Geschichte der klassischen Musik.&lt;br /&gt;
Und das war noch nicht das Ende des Spiels von Andr&amp;aacute;s Schiff. Am Sonntag dann nochmals Klaviersonaten von Jan&amp;aacute;ček und Schubert und die &lt;em&gt;Fantasie C-Dur &lt;/em&gt;von Robert Schumann (1810-1856).&lt;br /&gt;
So viel pianistische Virtuosit&amp;auml;t musste dann mal erst verdaut werden. Wir sassen also auf unseren Kirchenb&amp;auml;nken, begl&amp;uuml;ckt und wohl auch etwas ersch&amp;ouml;pft. Und der Meister? Er war grad so im Fluss, so schien es. Nach seinen &amp;uuml;blichen kurzen Verbeugungen &amp;ndash; die erste galt immer seinem engen Freund, dem Fl&amp;uuml;gel B&amp;ouml;sendorfer &amp;ndash; setzte er sich nochmals hin und bot uns &amp;ndash; als kr&amp;ouml;nender Abschluss und zu unserer &amp;Uuml;berraschung, die Klaviersonate Nr. 26 &amp;laquo;Les Adieux&amp;raquo; von Ludwig van Beethoven. Das war keine Zugabe, das war ein zus&amp;auml;tzliches kurzes Konzert. Die Freude beim aufmerksamen Publikum war riesengross. Der letzte Satz der Sonate tr&amp;auml;gt den Titel &amp;laquo;Le Retour&amp;raquo;. Wir warten gerne auf seine R&amp;uuml;ckkehr. Auch wenn es dauern sollte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir wissen nicht, ob das interstellare Gef&amp;auml;hrt den Meister wieder abgeholt hat. Auf jeden Fall hat man ihn im Dorf noch gesehen. Und wie zu vernehmen war, hat es ihm in Ernen sehr gut gefallen. K&amp;ouml;nnte ja sein, dass er nun auf der Erde bleibt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Z&amp;uuml;rich/Ernen, anfangs September 2020, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 07 Sep 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1599548955-aaaa1.jpg" length="243964" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/les-adieux-oder-die-kunst-der-zugabe-183</link>
			<title>«Les Adieux» oder «Die Kunst der Zugabe»</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der folgende Text schrieb Engelbert Reul nach den fünf Rezitals von Sir András Schiff im August 2020. Im August 2024 kehrt der Maestro ins Musikdorf zurück und spielt sechs Rezitals in vier&amp;nbsp;Tagen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;?id=46&amp;quot;&gt;Mehr erfahren&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Er kam, setzte sich und spielte: «Klavier kompakt». Fünf Konzerte in zweieinhalb Tagen. Oder genauer: Ein Konzert in fünf Konzerten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja, er ist nach Ernen gekommen: Sir András Schiff. Und der Konzertzyklus, den er uns präsentierte, war ein durchkomponiertes Programm. Hier war nichts zufällig, konnte nichts einfach ersetzt werden. Die Überlegungen im &lt;a href=&amp;quot;?id=75&amp;quot;&gt;Programmheft&lt;/a&gt; von «Klavier kompakt» führen das augenfällig aus. Das muss an dieser Stelle nicht wiederholt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Besondere – und dies ist der Grund dieses kleinen Exkurses – das Besondere wurde schon am ersten Abend nach dem eigentlichen Konzert hörbar. Leoš Janáček und die &lt;em&gt;Vier Impromptus D 935&lt;/em&gt; von Franz Schubert waren das Thema. Sir András Schiff machte nacherlebbar, wie sehr diese &lt;em&gt;Vier Impromptus&lt;/em&gt; eine Einheit bilden, man könnte hier gerade von einer ganz besonderen Sonate sprechen. Und der volle runde Klang seines Bösendorfer liess das wunderbar hörbar werden. Dass – dies nebenbei – das Eröffnungsstück des Konzertabends von Janáček &lt;em&gt;Im Nebel&lt;/em&gt; hiess, war fast eine programmatische Wettervorhersage des diesjährigen «Klavier kompakt».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber dann, der Applaus war überwältigend, setzte sich Sir András noch einmal und spielte eine erste Zugabe: die &lt;em&gt;Ungarische Melodie&lt;/em&gt; von Franz Schubert, eine musikalische Referenz an die Heimat von Sir András. Und da wir nun schon einmal in Ungarn waren, drängte sich die nächste Zugabe gerade von selber auf: ein Stück aus &lt;em&gt;Für Kinder&lt;/em&gt; des grossen ungarischen Komponisten Belá Bartók. Einer weiteren Schubert-Zugabe, ein &lt;em&gt;Moment musical&lt;/em&gt;, folgte dann – mit einem leicht ironischen Zwinkern – als Abschluss ein Stück aus den &lt;em&gt;Auf verwachsenem Pfade&lt;/em&gt; von Leoš Janáček mit dem Titel &lt;em&gt;Gute Nacht!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Samstag dann ein Höhepunkt der Klavierliteratur: der Zweite Teil des &lt;em&gt;Wohltemperierten Klavier&lt;/em&gt; aus dem Jahre 1740/42 von Johann Sebastian Bach. Im ersten Konzert waren die &lt;em&gt;Präludien und Fugen Nr. 1 bis 12 BWV 870-881&lt;/em&gt; zu hören und nach einer etwas längeren Pause im zweiten Konzert die &lt;em&gt;Präludien und Fugen Nr. 13 bis 24 BWV 882-893&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;András Schiff spielte diesen – nach Hans von Bülow als «Altes Testament» der Klavierliteratur bezeichneten – Zyklus völlig unangestrengt, ja mit einer solchen Leichtigkeit, dass wir Zuhörer seine Interpretation wie selbstverständlich empfanden. Und nein, mit Zugaben haben wir nach diesem grossen Konzerterlebnis in zwei Teilen eher nicht gerechnet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch nach der ersten Hälfte griff Sir András das f-Moll des &lt;em&gt;12. Präludium &amp;amp; Fuge BWV 881&lt;/em&gt; auf und spielte als Zugabe von J. S. Bach die &lt;em&gt;Dreistimmige Sinfonia in f-Moll&lt;/em&gt; &lt;em&gt;BWV 795&lt;/em&gt;. Nach dem zweiten Konzert gab das letzte, das &lt;em&gt;24. Präludium und Fuge in h-Moll&lt;/em&gt; &lt;em&gt;BWV 893&lt;/em&gt; die Tonart vor und András Schiff spielte als Zugabe &lt;em&gt;Präludium und Fuge in h-Moll&lt;/em&gt;, das letzte Stück aus dem Ersten Teil des &lt;em&gt;Wohltemperierten Klavier&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass das Publikum dann am Sonntagmorgen den Zugaben regelrecht entgegenfieberte, versteht sich fast von selbst. Und es wurde nicht enttäuscht. Nach der ersten Klaviersonate von Leoš Janáček und der C-Dur Sonate, der sogenannten &lt;em&gt;Reliquie&lt;/em&gt; von Franz Schubert folgten gerade drei Zugaben. Nach einem Impromptu von Schubert folgte ein ungemein packendes Stück aus den &lt;em&gt;Auf verwachsenem Pfade&lt;/em&gt; von Leoš Janáček mit dem Titel &lt;em&gt;Die Friedeker Mutter Gottes&lt;/em&gt; und als Schlusspunkt noch einmal ein Stück aus dem Klavierzyklus &lt;em&gt;Für Kinder&lt;/em&gt; von Belá Bartók. Spielerisch leicht endete so das vierte Konzert von «Klavier kompakt».&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zugaben sind für András Schiff eben nicht jene effektvollen, oft gar reisserischen Virtuosenstücke, die das eigentliche Konzertprogramm manchmal fast in den Hintergrund rücken. Zugaben sind für András Schiff vielmehr Ergänzungen, geradezu ein «Weiterspielen» des Hauptprogramms. Tonarten werden aufgegriffen und die Komponisten des Hauptprogramms sind auch die Komponisten der Zugaben. Und die beiden kleinen Stücke von Belá Bartók dürfen als Referenz an einen der wichtigsten – nicht nur ungarischen – Komponisten des 20. Jahrhunderts gelten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und dann war da noch das fünfte, das letzte Konzert von «Klavier kompakt». Zuerst die &lt;em&gt;Klaviersonate in G-Dur&lt;/em&gt; &lt;em&gt;D 894&lt;/em&gt; von Franz Schubert und als letztes Werk die &lt;em&gt;Fantasie C-Dur&lt;/em&gt; &lt;em&gt;op. 17&lt;/em&gt; von Robert Schumann, ein Werk, das auf mehrfache Weise auf jenen grossen Komponisten aus Bonn hinweist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja, und dann war er doch noch anwesend: der grosse Abwesende.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;«Wo ist Ludwig?» hatte der Intendant von Musikdorf Ernen, Francesco Walter, im Vorwort des diesjährigen Programmheftes gefragt. Das Interview mit Sir András Schiff war betitelt mit «Beethoven braucht dieses Jubiläum nicht». Doch kommt man – ob als Pianist oder als ganz gewöhnlicher Musikliebhaber – nicht um ihn herum: Ludwig van.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und so war die zehnte und letzte Zugabe dann eben doch ein Beethoven. András Schiff spielte die &lt;em&gt;Klaviersonate in Es-Dur op. 81a&lt;/em&gt; von Ludwig van Beethoven. Nach dem &lt;em&gt;Wohltemperierten Klavier&lt;/em&gt;, dem «Alten Testament» waren wir mit einer Beethoven Sonate nun im «Neuen Testament» der Klavierliteratur angekommen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Les Adieux&lt;/em&gt;, was für ein schöner Abschied nach diesen fünf intensiven Konzerten. Beethoven aber hat den drei Sätzen der Sonate zweisprachige Satzbezeichnungen gegeben. Der dritte Satz ist überschrieben mit: &lt;em&gt;Le Retour&lt;/em&gt;, auf Deutsch: &lt;em&gt;Wiedersehen&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was für ein Versprechen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Brig, 3. September 2020, Engelbert Reul&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 04 Sep 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1599220273-aaa1.jpg" length="1106902" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/art-valais-wallis-in-ernen-182</link>
			<title>Art Valais Wallis in Ernen</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Projekt &amp;laquo;Street Art Parcous&amp;raquo; hat als erste Station das Musikdorf Ernen ausgew&amp;auml;hlt. An das ehemalige Gef&amp;auml;ngnis am Hengert (Dorfplatz) in Ernen werden Werke von Julien Nonnon projiziert. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der franz&amp;ouml;sische K&amp;uuml;nstler ist in den letzten Jahren zu einem der international gefragtesten Kreativen im Bereich von Bild- und Videoprojektionen geworden. Seine Werke &amp;ndash; auf Geb&amp;auml;udefassaden oder zuletzt auch auf Felsw&amp;auml;nde projizierte Bilder oder Videos &amp;ndash; nehmen immer wieder Stellung zu gesellschaftlich relevanten Themen. Auch die verschiedenen Serien, die in Ernen gezeigt werden, thematisieren etwa den Umgang mit Wasser, das Aussterben von Tierarten und die enge Verbindung, die Ernen in der Vergangenheit mit der Kirche hatte. Die mehrheitlich bewegten Bilder zeigen etwa die Rhone in vier ganz unterschiedlichen Phasen, vom Ursprung am Rhonegletscher, &amp;uuml;ber den wilden Fluss, ruhigen See bis zum Verschmelzen mit dem Mittelmeer (Serie &lt;em&gt;Die Rhone&lt;/em&gt;). Die Serie &lt;em&gt;Urban Safari &lt;/em&gt;zeigt m&amp;auml;rchenhafte, humanoide Tiere in Menschenkleider und &lt;em&gt;Crying Animals &lt;/em&gt;zeigen vom Aussterben bedrohte Tiere des Alpenraums. Das Projekt &amp;laquo;Street Art Parcours&amp;raquo; soll nach der ersten Station in Ernen auch noch in Zermatt, Leuk-Stadt, Agarn und Eischoll gezeigt werden und ist Teil des umfassenden Projekts &amp;laquo;Art Valais / Art Wallis&amp;raquo;, einer innovativen Initiative von Issam Rezgui und Gregory Pages, die das Kunstangebot im Kanton Wallis vergr&amp;ouml;ssern, dynamisieren und f&amp;uuml;r m&amp;ouml;glichst viele Menschen zug&amp;auml;nglich machen will.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 26. August 2020, Jonathan Inniger | Bilder: Etienne Jenelten&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Links: &lt;a href=&amp;quot;http://www.juliennonnon.com/home/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Julien Nonnon&lt;/a&gt; | &lt;a href=&amp;quot;http://artvalais.com&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Art Valais Wallis&lt;/a&gt; | &lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/watch?v=Q1Vmu5JJSnQ&amp;amp;app=desktop&amp;quot;&gt;Bericht Lokalfernseher Kanal9&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 26 Aug 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1598452538-Bild09.jpg" length="1103146" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ludwig-war-da-181</link>
			<title>Ludwig war da!</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Man hatte ihn urspr&amp;uuml;nglich nicht eingeladen. Nicht etwa, weil man ihn nicht mag &amp;ndash; im Gegenteil. Er geh&amp;ouml;rt zu den faszinierendsten, &amp;uuml;berraschendsten und komplexesten Komponisten seiner Zeit &amp;ndash; oder &amp;uuml;berhaupt. Aber seinen 250igsten Geburtstag wollte man hier in Ernen nicht unbedingt feiern &amp;ndash; weil es wohl &amp;ndash; mehr oder weniger &amp;ndash; die ganze klassische Musikwelt in diesem Jahr tut.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber dann ist er eben doch gekommen, hat gefunden, so einfach w&amp;uuml;rde er es nicht stehen lassen. Luzifer Corona hat ihm dabei geholfen, denn durch seine Existenz kam das ganze Programm im Musikdorf durcheinander und man war dann doch sehr froh, dass Ludwig nicht allzu gekr&amp;auml;nkt war und trotzdem auf den Berg stieg. Denn Luzifer Corona hatte ihn dazu aufgefordert: Geh Du dort hinauf, f&amp;uuml;r mich lohnt es sich nicht, dort ist nichts zu holen, die sind ja alle so anst&amp;auml;ndig, halten Abstand und tragen sogar Masken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da hat Ludwig sich nat&amp;uuml;rlich ein bisschen ins F&amp;auml;ustchen gelacht &amp;ndash; und gedacht: Denen werde ich es zeigen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alle, die die &amp;uuml;berraschenden, spannenden, vielf&amp;auml;ltigen Konzerte im Programm &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo; verpasst haben, sind zu bedauern. Und was uns Beethoven geliefert hat, das heisst, was Alasdair Beatson und Paolo Giacometti, die beiden Meisterpianisten, zusammengestellt haben, war schlicht genial. Die beiden waren die k&amp;uuml;nstlerischen Leiter dieser Sektion, sie haben die St&amp;uuml;cke ausgew&amp;auml;hlt und auch die Musiker und Musikerinnen dazu verpflichtet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ausgenommen von einem Liederabend, sogar in die Jazzimprovisationen von Maurice Imhof hat er sich eingeschlichen. Das hat ihn nat&amp;uuml;rlich gefreut, er hat ja auch nichts anderes erwartet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was f&amp;uuml;r ein Ohrenschmaus, ob &lt;em&gt;Zw&amp;ouml;lf Variationen &amp;uuml;ber ein Thema aus dem Oratorium ,Judas Maccab&amp;auml;us&amp;rsquo; von H&amp;auml;ndel&lt;/em&gt;, das &lt;em&gt;Geistertrio&lt;/em&gt;, ausgew&amp;auml;hlte St&amp;uuml;cke &lt;em&gt;Aus den Liedern verschiedener V&amp;ouml;lker&lt;/em&gt; &amp;ndash; es soll an die 400 davon geben -, die &lt;em&gt;Zehn Variationen &amp;uuml;ber das Lied &amp;laquo;Ich bin der Schneider Kakadu&amp;raquo;&lt;/em&gt; bis hin zum &lt;em&gt;Harfenquartett&lt;/em&gt; f&amp;uuml;r vier Streicher &amp;ndash; in diesem Fall f&amp;uuml;r vier Streicherinnen! &amp;ndash; &amp;uuml;ber die &lt;em&gt;Serenade D-Dur &lt;/em&gt;bis hin zum &lt;em&gt;Gassenhauer-Trio&lt;/em&gt;, es war jedes Mal &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigend. Was f&amp;uuml;r eine reichhaltige musikalische Palette wurde uns da geboten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Keine Worte findet man, wenn es um die f&amp;uuml;nf Streicherinnen Maria Włoszczowska, Lilli Maijala, Esther Hoppe, Chiara Enderle Samatanga und Suyeon Kang geht. Sie treiben es mit ihrem K&amp;ouml;nnen nicht nur auf die Spitze, sie sind auch eine Augenweide. Wunderbare Roben und dazu passende Schuhe, als w&amp;auml;re man bei K&amp;ouml;nigs zu Gast. Das sind dann die sch&amp;ouml;nen Unterschiede zum H&amp;ouml;ren einer CD. Ein Live-Konzert &amp;uuml;berbietet alles. Die Herren stehen ihnen musikalisch in nichts nach, die Augenweide ist einfach ein bisschen bescheidener.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu bedenken ist, dass es in Ernen keine bestehenden Formationen gibt, die meisten Musikerinnen und Musiker treffen sich jeweils erst im Musikdorf, um gemeinsam zu proben. Viele waren schon mehrmals hier, denn das Musikdorf ist begehrt, und wenn man wieder eingeladen wird, gibt es kein Z&amp;ouml;gern. Wegen der Pandemie waren nur 12 Musikerinnen und Musiker anwesend und die hatten in diesem Jahr einiges zu tun. Jeden Abend war ein reich befrachtetes und anspruchsvolles Programm zu bew&amp;auml;ltigen. Und wie sie das mit Leichtigkeit und grosser Spielfreude machten! Dazu geh&amp;ouml;rt auch der Bariton Thomas Oliemans aus Holland, der uns mit seiner warmen und variantenreichen Stimme verw&amp;ouml;hnte. Er er&amp;ouml;ffnete den Reigen mit Franz Schuberts &lt;em&gt;Die sch&amp;ouml;ne M&amp;uuml;llerin&lt;/em&gt;, begleitet wurde er von Paolo Giacometti. Er war bereits zum zweiten Mail Mal in Ernen, mit sichtlicher Freude und Wohlbefinden. Er umgarnte uns mit dem Liederzyklus &lt;em&gt;Let Us Garlands Bring&lt;/em&gt; von Gerald Finzi mit Texten nach William Shakespeare, mit Robert Schumanns &lt;em&gt;Sechs Ges&amp;auml;nge von Wilfried von der Neun&lt;/em&gt; und den Schluss bildeten Gustav Mahlers &lt;em&gt;R&amp;uuml;ckert-Lieder&lt;/em&gt; mit Streichquartett.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;laquo;Ernen ist f&amp;uuml;r mich Sauerstoff&amp;raquo;, meint Paolo Giacometti, der seit Jahren ins Bergdorf kommt und f&amp;uuml;r seinen Kollegen Alasdair Beatson ist Ernen die grosse Freude des ganzen Jahres. Er warte jeweils ungeduldig darauf. Was will man da noch beif&amp;uuml;gen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 14. August 2020, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bilder: &lt;a href=&amp;quot;https://frederike-vanderstraeten.com/work&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Frederike van der Str&amp;aelig;ten&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 14 Aug 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1597398653-kammerkonzert5-6.jpg" length="1133424" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/der-schotte,-der-italiener-und-all-die-andern-180</link>
			<title>Der Schotte, der Italiener und all die andern</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es ist eine einzigartige Einrichtung, dieses Musikfestival in Ernen. Jedes Jahr wird das einem von neuem bewusst. Es ist bei der diesj&amp;auml;hrigen Ausgabe nicht nur die Corona-Krise, die es nicht erlaubt, von Normalit&amp;auml;t zu reden: was hier die musikliebhabende Gemeinde &amp;uuml;ber zwei Monate hinweg zu h&amp;ouml;ren bekommt, ist &amp;uuml;ber dem, was uns meistens im Konzertsaal geboten wird.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist dieses Fieber, das diese Spitzenmusiker aus aller Welt zu H&amp;ouml;chstleistungen antreibt, dieses miteinander Musizieren, aufeinander eingehen, auf eine bescheidene Art, weit weg von egozentrischen Haltungen, nur der Musik zugetan. Es ist die totale Spielfreude, das gegenseitige Anfeuern, miteinander auf der Zielgerade &amp;uuml;ber die Linie wetteifern, hin zum Finale. Die Bogen der Streicher sinken zu Boden, die Bl&amp;auml;ser atmen h&amp;ouml;rbar aus, der Pianist muss zuerst seine H&amp;auml;nde von den Tasten l&amp;ouml;sen. Es ist vollbracht. Das Publikum weiss nicht mehr, wo ihm das Herz steht, das Klatschen ist voller Begeisterung. Und das alles in der Barockkirche St. Georg im Gommer Bergdorf Ernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es sind der Italiener Paolo Giacometti und der Schotte Alasdair Beatson, zwei meisterliche Pianisten, die das Programm &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo; zusammen mit dem Intendanten Francesco Walter erfunden haben, und man merkt schon, dass sie ihren Spass hatten, sich bei der Wahl des anspruchsvollen Programms aber auch herausgefordert gef&amp;uuml;hlt haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da war zum Beispiel das Klaviertrio Nr. 3 f-Moll op. 65 von Anton&amp;iacute;n Dvoř&amp;aacute;k (1841&amp;ndash;1904), das uns ab und zu mit in die Tiefe zog. Intensiv, komplex, d&amp;uuml;ster, ja fast gewaltt&amp;auml;tig ist dieses 1883 entstandene Werk und von einer beachtlichen L&amp;auml;nge von ca. 40 Minuten. Man kann es vielleicht besser verstehen, wenn man weiss, dass Dvoř&amp;aacute;k damals eine schwere Zeit durchlebt hatte. Der Tod seiner Mutter und die schwierigen finanziellen Umst&amp;auml;nde der Familie machten ihm zu schaffen. Wie gut gibt es doch die Einf&amp;uuml;hrungen des Musikwissenschafters Rolf Grolimund auf dem Netz, der uns jeden Abend an die verschiedenen Werke heranf&amp;uuml;hrt und dem Laien zus&amp;auml;tzliche Informationen liefert. Es waren Alasdair Beatson am Klavier, und die Schweizer K&amp;uuml;nstler Esther Hoppe an der Violine und Christian Polt&amp;eacute;ra am Cello, die uns auf eine unglaublich emotionale Reise geschickt haben. Man war erledigt, aber irgendwie gl&amp;uuml;cklich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Oder da war zum Beispiel Ludwig von Beethovens &lt;em&gt;Klaviertrio D-Dur op.70 Nr. 1&lt;/em&gt;, das auch &amp;laquo;Geistertrio&amp;raquo; genannt wird. Als begeisterter Shakespeare-Kenner funkte ihm dieser ab und zu in seine Werke rein. Als Beethovens Freund Carl Czerny das Klaviertrio h&amp;ouml;rte, nannte er es &amp;laquo;schauerlich und geisterhaft&amp;raquo;, es erinnere ihn an den Geist aus &amp;laquo;Hamlet&amp;raquo;. So kam das Klaviertrio zu seinem Namen, wie uns der Pianist Paolo Giacometti vor der Auff&amp;uuml;hrung erkl&amp;auml;rte. Mit dabei waren die Schweizer Cellistin Chiara Enderle Samatanga und die s&amp;uuml;dkoreanische Geigerin Suyeon Kang, die virtuos zusammenspielten.&lt;/p&gt;

&lt;p align=&amp;quot;left&amp;quot;&gt;Und da war zum Beispiel das &lt;em&gt;Quintett f&amp;uuml;r Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello B-Dur op. 34&lt;/em&gt; von Carl Maria von Weber (1786&amp;ndash;1826). Dieses Quintett hat uns nicht hinuntergezogen, es hat uns in die H&amp;ouml;hen geschleudert, wo wir oft den Atem anhalten mussten, weil uns die Luft fehlte, was dem aussergew&amp;ouml;hnlichen Klarinettenk&amp;uuml;nstler Matthew Hunt aus England nie passierte, auch wenn man sich fragte, wie er das mit seinen Lungen macht, ob er eventuell vier davon hat, wenn die schnellen Passagen nicht enden wollten, die hohen und die tiefen T&amp;ouml;ne aufeinanderprallten, als w&amp;auml;ren es zwei Instrumente. Einfach atemberaubend. Er war sozusagen der Hahn im Korb, hatte aber nicht viel zu lachen (daf&amp;uuml;r h&amp;auml;tte er ja auch gar keine Zeit gehabt), denn er hatte es mit vier jungen, mehrfach ausgezeichneten Streicherinnen zu tun. Da war wieder Chiara Enderle Samatanga, die mit ihrem Cello immer ein bisschen mit der Klarinette sch&amp;auml;kerte, die miteinander im Zwiegespr&amp;auml;ch waren. Und wie das Quintett aufeinander achtete, wieder Suyeon Kang als erste Geigerin, daneben die hervorragende Maria Włoszczowska aus Polen und in der Mitte sass die Finnin Lilli Maijala mit ihrer dunklen Bratsche. Durch das Engagement und die Lebendigkeit entstand ein bezaubernder Dialog. Was f&amp;uuml;r eine Augenweide, was f&amp;uuml;r eine Auff&amp;uuml;hrung auf h&amp;ouml;chstem Niveau. Am Abend dann ein Nachschlag draussen auf dem Dorfplatz. Die Formation traf sich nochmals mit Mozarts &lt;em&gt;Quintett f&amp;uuml;r Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello A-Dur KV 581&lt;/em&gt;. Und zusammen mit der Video-Projektion an der Mauer des Rathauses von Julien Nonnon ergab sich nochmals ein H&amp;ouml;r- und Sehvergn&amp;uuml;gen der ganz besonderen Art. Das zahlreich anwesende Publikum war einmal mehr begeistert. Wie wird man da oben verw&amp;ouml;hnt. In jeder Hinsicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 8. August 2020, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 09 Aug 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1596982879-_DSF6473.jpg" length="1364242" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/mit-dem-zug-von-wien-ins-musikdorf-und-zurueck-179</link>
			<title>Mit dem Zug von Wien ins Musikdorf und zurück</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ende Mai 2020 meldet sich Francesco Walter beim Veranstaltungsmanagement des Zsolnay-Verlags, um die Bedingungen einer Lesung Ende Juli zu besprechen. Wenig sp&amp;auml;ter wissen wir, dass die Lesung stattfinden kann und, so sich das Virus nicht erneut wichtig macht, stattfinden wird. Mitten unter die wiederkehrenden Nachrichten von Absagen stellt sich eine Zusage. Abergl&amp;auml;ubisch verbiete ich mir, die genaue Lage von Ernen in der Schweiz nachzuschlagen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mein Lebens- und Arbeitsrhythmus wird seit vielen Jahren von zwei sich erg&amp;auml;nzenden W&amp;uuml;nschen strukturiert. Einerseits einem Wunsch nach R&amp;uuml;ckzug, andererseits einem Wunsch nach Geselligkeit. Untertags sitzt man einsam an einem Tisch, um zu lesen oder zu schreiben. W&amp;auml;hrend dieser Zeit braucht es keinerlei Zuspruch. Wird es Abend oder Nacht, muss sich die Einsamkeit allerdings aufl&amp;ouml;sen. Es dr&amp;auml;ngt einen nach draussen, in eine Bar oder ein Wirtshaus und die Sehnsucht nach Unterhaltung, Sp&amp;auml;ssen und Flirtereien wird &amp;uuml;bergross. David Hume ist jener Philosoph, der diesen produktiven Wechsel von R&amp;uuml;ckzug und Offenheit am besten verk&amp;ouml;rpert. Er ist mir unter allen Denkern der teuerste.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leider macht das Virus diesen Rhythmus zunichte. Abendliche Geselligkeit gibt es nicht mehr. Die Gasth&amp;auml;user sind verschlossen, meine Freundinnen und Freunde hinter Mauern und Fenstern. Umarmungen, geschweige denn K&amp;uuml;sse oder fl&amp;uuml;chtige Liebschaften, geraten unter den Nimbus des Gef&amp;auml;hrlichen. Doch so ist auch das Alleinsein kein Segen mehr. Ohne abendliches Bier in ausgelassener Runde bereitet mir das zur&amp;uuml;ckgezogene Lesen am Nachmittag keine Freude. Die Studentinnen und Studenten sehe ich nur noch via Bildschirm. Ich vermisse ihre leibhaftige Anwesenheit, wie ich &amp;uuml;berhaupt die K&amp;ouml;rper meiner Mitmenschen pl&amp;ouml;tzlich mehr als alles andere vermisse. Ich bereue, mich nie um eine feste Bindung an jemanden gek&amp;uuml;mmert zu haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Zug verl&amp;auml;sst Wien p&amp;uuml;nktlich um 7.00 Uhr morgens, passiert Linz, Salzburg, Innsbruck und Feldkirch. Ohne Aufenthalt in Liechtenstein, f&amp;auml;hrt er &amp;uuml;ber Buchs nach Z&amp;uuml;rich. Die Trasse f&amp;uuml;hrt am Walen- und am Z&amp;uuml;richsee entlang. Am Z&amp;uuml;rcher Bahnhof organisiert mir eine sympathische Angestellte die Weiterfahrt nach Ernen. Der Anschlusszug f&amp;uuml;hrt &amp;uuml;ber Bern und Thun nach Brig. Von Brig schraubt sich eine etwas kleinere Bahn durchs Rhonetal. Unter den Schienen sch&amp;auml;umt die junge Rhone. Wir erreichen Fiesch. Ein Bus bringt mich von Fiesch nach Ernen. Es ist am Dunkelwerden. Die Turmuhr in Ernen schl&amp;auml;gt Sieben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;Uuml;ber dem Dorf liegt Rauch oder Dampf. Es ist k&amp;uuml;hl, ohne wirklich kalt zu sein. Vor den Fenstern prangen Pelagonien. Die &amp;Auml;ste der Eschen tragen schwer an ihren Beeren. Malven, Floks und Rosen s&amp;auml;umen das Dunkelbraun des Holzes. Alle H&amp;auml;user sind aus Holz. Mitten im Dorf ist ein grosser Gem&amp;uuml;segarten. Bei genauerem Hinsehen ist &amp;uuml;berall Wasser. Es fliesst in kleinen Rinnsalen zwischen den Hecken. Am Dorfplatz fasst ein steinernes Becken eiskaltes Wasser. Ich setze mich auf den Balkon meines Hotelzimmers und betrachte das Dorf wie im Rausch. Das Tal versinkt im feuchten Abendlicht. Unter dem Hotel weiden Ziegen. Sie meckern, ihre Gl&amp;ouml;ckchen bimmeln inst&amp;auml;ndig. Das letzte Licht verschwindet. Seit Wochen oder Monaten gelingt es mir, ohne Unterbrechung durchzuschlafen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach dem Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck gehe ich sofort hinaus. Ein naheliegender Weg f&amp;uuml;hrt, wenn man es ernst meint, bis aufs Eggerhorn. Ich bin in Spazierlaune. Der Weg will von Beginn an hoch hinaus. Hinter den Gipfeln lauert die Sonne. Es wird ein wundersch&amp;ouml;ner Sommertag. Eine Rinne f&amp;uuml;hrt frisches Wasser Hang abw&amp;auml;rts. Ich trinke davon und bilde mir allerhand ein. Eine Kapelle l&amp;auml;dt dazu ein, betreten zu werden. Warnschilder mahnen allerdings zur Vorsicht. Das Virus regiert bis ins Gebirge hinein, in stumme W&amp;auml;lder, in abgelegene Kapellen. Ein Junge, vielleicht 12 Jahre, kommt mir entgegen. In H&amp;auml;nden tr&amp;auml;gt er eine leere Stofftasche. Er gr&amp;uuml;sst mich freundlich und ich freue mich, ihn zu sehen. Was f&amp;uuml;r eine Kindheit, denke ich mir. Nach circa einer Stunde f&amp;uuml;hrt der Weg auf eine ungem&amp;auml;hte Wiese hinaus. Im trockenen Gras vibrieren tausende Heuschrecken. Das 2502 Meter hohe Eggerhorn lockt zum Weitergehen. Ich kehre um. Beim Mittagessen erz&amp;auml;hlen mir meine liebensw&amp;uuml;rdigen Gastgeber, wie das Ernen ihrer Kindheit aussah. Kinder spielten zwischen den H&amp;auml;usern mit Murmeln. Heute sei dies wegen des Verkehrs in den verwinkelten G&amp;auml;sschen nicht mehr m&amp;ouml;glich. Ich muss an Pasolinis Wehmut denken, die Kinderhorden in seinen Filmen und seinen Abscheu vorm Komfort beh&amp;auml;big gewordener B&amp;uuml;rgerlichkeit. Nach dem Essen schneidet Peter Marillen vom Baum. Sie sind s&amp;uuml;ss und k&amp;ouml;stlich.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich liebe den Balkon und den Blick, den er gew&amp;auml;hrt. Den ganzen Nachmittag sitze ich hier und mache nichts. Ich mache mir Gedanken. Erneut besch&amp;auml;ftigt mich die Einsamkeit. Ernen ist so sch&amp;ouml;n, dass ich es allein kaum fassen kann. Ich m&amp;ouml;chte die Eindr&amp;uuml;cke teilen. Es stimmt: Geteilte Momente halbieren nicht, sondern verdoppeln die Intensit&amp;auml;t. Leben ohne Kompanie ist traurig, Reisen ohne Kompanie ist traurig. Die Telefone mildern die Einsamkeit. Die Fotomanie unserer Tage versucht k&amp;ouml;rperliche Abwesenheiten zu &amp;uuml;berblenden. Doch so viele Fotos ich durch den &amp;Auml;ther schicke, sie ersetzen nicht den fehlenden Freund am Balkon.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Abends findet ein Konzert statt. Die Kirche von Ernen ist bis auf den letzten Platz gef&amp;uuml;llt, unter Wahrung der Abstandsregeln selbstverst&amp;auml;ndlich. Eine zierliche und ber&amp;uuml;hmte S&amp;auml;ngerin gibt Lieder von Schubert, Gershwin, Lehar und Mahler. Bevor sie zu singen beginnt, wendet sie sich kurz ans Publikum: Es sei eine Freude aufzutreten. Es macht etwas mit mir, ihre Stimme zu h&amp;ouml;ren. Das Klavier begleitet sie hervorragend. Die S&amp;auml;ngerin macht nie zu viel. Sie schmettert nicht. Sie scheint tats&amp;auml;chlich zu singen und es ist erleichternd, sie zu h&amp;ouml;ren. Auch Stimmen, so wie Sonnenunterg&amp;auml;nge und K&amp;uuml;sse, haben eine eigenwillige Pr&amp;auml;senz, die sich nicht ohne Verluste einfangen oder aufheben l&amp;auml;sst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am n&amp;auml;chsten Tag ist die Lesung. Aufgrund der Bestimmungen findet sie in einem Garten statt. Die Veranstalter haben es geschafft, am sonnigsten Sonntagvormittag eine erkleckliche Menge Menschen unter ein Zelt, zwischen Apfelb&amp;auml;ume und W&amp;auml;scheleinen zu bannen. Ich freue mich &amp;uuml;ber ihre Anwesenheit und bem&amp;uuml;he mich, so gut es geht. Alles l&amp;auml;uft gut. Am Nachmittag spaziere ich ins Nachbardorf. Abends setze ich mich auf den Balkon und pr&amp;auml;ge mir alles, so gut es geht, ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf der langen R&amp;uuml;ckreise versuche ich mir &amp;uuml;ber die abgelaufenen Tage Rechenschaft zu geben. Das sch&amp;ouml;nste an Ernen war die Sch&amp;ouml;nheit all dessen, was mich umgab. Nat&amp;uuml;rlich besitzt diese Sch&amp;ouml;nheit einen Hintergrund. &amp;bdquo;T&amp;auml;uschen Sie sich nicht &amp;mdash; Ernen ist kein Paradies!&amp;ldquo;, sagte eine Zuh&amp;ouml;rerin nach der Lesung zu mir. Mit Hume&amp;rsquo;scher Skepsis betrachtet, ist uns das klar. Sicherlich ranken sich auch in den Schweizer Bergen dunkle Geheimnisse rund um &amp;auml;rgerliche Machenschaften. Geld und Eigensinn liefern wohl auch in der Schweiz nicht wenige Steinchen f&amp;uuml;rs Mosaik der Wahrheit. Doch dieser Hinweis beeindruckt mich nicht. Die simple Entzauberung aus neunmalklugen Gr&amp;uuml;nden zieht nicht immer. Zumal dieser Tage, wo wir angeschlagen und bedr&amp;uuml;ckt durchs Leben gehen. Gem&amp;auml;ss klassischer Denkungsart partizipiert das Sch&amp;ouml;ne immer am Wahren und Guten. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Ernen so sch&amp;ouml;n ist, weil dieser und jener die Dinge hier mit gutem Sinn betreibt. Wo so s&amp;uuml;sse Marillen wachsen, wird wohl mit Liebe gepflanzt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wien, 6. August 2020, Dominik Barta, Schriftsteller&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bild: &lt;a href=&amp;quot;https://frederike-vanderstraeten.com/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Frederike van der Str&amp;aelig;ten&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 06 Aug 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1596727309-dominik_barta-53.jpg" length="1112790" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/halbzeit-im-musikdorf-178</link>
			<title>Halbzeit im Musikdorf</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Endlos erscheint der Musiksommer in Ernen. Anfangs Juli wird man von einer ersten grossen Welle erfasst, die einen zu immer neuen Kl&amp;auml;ngen, zu immer neuen H&amp;ouml;rerlebnissen f&amp;uuml;hrt. Die Brandung l&amp;auml;sst sich nirgends ausmachen. Einen Monat sp&amp;auml;ter reitet man noch immer auf dem Wellenkamm, doch langsam beginnen sich die Konturen am Horizont abzuzeichnen. Es ist Halbzeit am Festival Musikdorf Ernen. Zeit f&amp;uuml;r ein erstes Res&amp;uuml;mee. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Lockdown hat Dasol Kim zum Rockstar werden lassen. Neuerdings tr&amp;auml;gt er Rossschwanz und ginge problemlos als Leadgitarrist einer Surf-Rock-Band durch. Gl&amp;uuml;cklicherweise ist er dem Klavier treugeblieben. Gemeinsam mit der Violinistin Christel Lee und dem Cellisten Jonathan Roozeman er&amp;ouml;ffnete er die 47. Konzertsaison 2020 in Ernen und stand in Energie und Spielfreude der Erwartung an sein Aussehen in nichts nach. Sieben Konzerte an einem Wochenende meisterten die drei jungen Musiker bravour&amp;ouml;s, die zum ersten Mal gemeinsam als Trio musizierten und hinterliessen dabei im musikalischen Ged&amp;auml;chtnis Erinnerungen an Momente von ber&amp;uuml;ckender Sch&amp;ouml;nheit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Unvergessen bleibt etwa der Schwebezustand in archaisch zeitloser Musiksprache, der in Maurice Ravels &lt;em&gt;Klaviertrio in a-Moll &lt;/em&gt;durch sensibles Vibrato-loses &lt;em&gt;Flautando&lt;/em&gt;-Spiel evoziert wurde. Oder die durch alle sechs S&amp;auml;tze hindurch sp&amp;uuml;rbare, in keinem Moment nachlassende Eleganz und Erhabenheit in Dvoř&amp;aacute;ks &lt;em&gt;Dumky-Trio&lt;/em&gt;, dessen Sch&amp;ouml;nheit in der Melodienfindung nur durch einen Komponisten noch gesteigert werden konnte: durch Schubert! Zwei Klaviertrios schrieb der Wiener Grossmeister der Kantilenen. Und mit diesen beiden Klaviertrios spannten Dasol Kim, Christel Lee und Jonathan Roozeman einen Bogen &amp;uuml;ber die drei Tage. Mit dem Klaviertrio in B-Dur endete das erste, mit demjenigen in Es-Dur das letzte Konzert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Woche trug man die unverkennbare Melodie aus dem zweiten Satz aus Schuberts &lt;em&gt;Es-Dur-Klaviertrio&lt;/em&gt; noch als Ohrwurm mit sich herum. Dann entf&amp;uuml;hrte einen der junge Jazzpianist Maurice Imhof in g&amp;auml;nzlich andere Gefilde. Mit virtuos intonierten S&amp;uuml;dstaaten-Rhythmen und -Harmonien &amp;ndash; eingeflochten in Standards aus dem Repertoire der klassischen Musik &amp;ndash; spielte sich der 1996 geborene Z&amp;uuml;rcher in die Herzen des Publikums und wurde sogleich f&amp;uuml;r ein zweites Konzert engagiert, bei dem er f&amp;uuml;r Charl du Plessis einspringen konnte, der coronabedingt in S&amp;uuml;dafrika festsitzt.&lt;br /&gt;
Um nicht in Quarant&amp;auml;ne zu landen, flog das Musikdorf den russischen Pianisten Aleksandr Shaikin schon eine Woche vor seinem Rezital in die Schweiz ein. Die Klavierwoche war in diesem Jahr ganz in russischer Hand. Neben Shaikin spielten noch zwei weitere russische Preistr&amp;auml;ger des Concours G&amp;eacute;za Anda: Varvara und Sergey Tanin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den imagin&amp;auml;ren Resonanzraum, der w&amp;auml;hrend vier Abenden mit Kl&amp;auml;ngen aus dem Steinway-Konzertfl&amp;uuml;gel ausgef&amp;uuml;llt wurde, modellierte Shaikin zu Beginn seines Rezitals mit zerbrechlichen Tonfolgen aus zwei Klavierst&amp;uuml;cken von Arvo P&amp;auml;rt. Mit einer schier grenzenlosen Farbpalette bespielte Varvara diesen Resonanzraum zwei Abende sp&amp;auml;ter mit Mussorgskys &lt;em&gt;Bilder einer Ausstellung&lt;/em&gt;. Farben- und facettenreicher hat man diesen Klassiker der Klavierliteratur selten zu Geh&amp;ouml;r bekommen. In scheinbar m&amp;uuml;heloser &amp;Uuml;berlegenheit man&amp;ouml;vrierte sich zuletzt Sergey Tanin ebenso durch lyrische wie durch pianistisch schwierigste Passagen. Man kann gespannt sein, welchen Parnass dieser 25-j&amp;auml;hrige Pianist noch erklimmen wird. Die Einzigartigkeit der Klavierwoche? Jeden Abend kann eine g&amp;auml;nzlich andere Pers&amp;ouml;nlichkeit erlebt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Selbst in Coronazeiten b&amp;uuml;ssen die Barockwochen nichts an ihrer allj&amp;auml;hrlich neu auftretenden Popularit&amp;auml;t ein. Tritt dann noch eine ewig jugendlich wirkende Starsopranistin wie Nuria Rial auf, ist auch der letzte Platz in der Pfarrkirche St. Georg mit and&amp;auml;chtig horchenden Zuh&amp;ouml;rern besetzt. Entt&amp;auml;uscht wurde man auch in diesem Jahr nicht. Das von Ada Pesch zusammengestellte Aernen Barock-Ensemble verspr&amp;uuml;hte denselben Esprit wie in jedem Jahr und die Nachtigall aus Andrea Stefano Fior&amp;egrave;s &amp;laquo;Usignolo che col volo&amp;raquo; schwirrte einem noch Tage danach mit der Sch&amp;ouml;nheit ihres Gesangs im Kopf herum.&lt;br /&gt;
Da kam als Gegenmassnahme die Liederreise f&amp;uuml;r Quarant&amp;auml;negeplagte wie gerufen. Die Sopranistin Rachel Harnisch &amp;ndash; von ihrem Heimatort Brig bis nach Berlin ein Publikumsmagnet &amp;ndash; sang sich einmal rund um die Welt. Ber&amp;uuml;hrend. Fesselnd. Und einfach sch&amp;ouml;n. Und wie so oft lauerte die gr&amp;ouml;sste Entdeckung gleich in der Nachbarschaft: Nie hat man das vom Oberwalliser Adolf Imhof komponierte und zum regionalen Volkslied avancierte &amp;laquo;Abschied vom Gantertal&amp;raquo; so ber&amp;uuml;hrend interpretiert geh&amp;ouml;rt wie von Harnisch. Abschiede fallen so besonders schwer. Von der 47. Konzertsaison im Musikdorf Ernen braucht man sich zum Gl&amp;uuml;ck noch lange nicht zu verabschieden. Noch bis Mitte September dauert der endlose Sommer und bis dahin l&amp;auml;sst sich noch auf so mancher Welle gen&amp;uuml;sslich reiten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 5. August 2020, Andreas Zurbriggen (Musikpublizist und Komponist)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bilder: &lt;a href=&amp;quot;https://frederike-vanderstraeten.com/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Frederike van der Straeten&lt;/a&gt; und &lt;a href=&amp;quot;http://www.valeriegiger.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Val&amp;eacute;rie Giger&lt;/a&gt; (Bild mit Aleksandr Shaikin)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 05 Aug 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1596615959-Barockkonzert4_-9.jpg" length="894923" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/smart-was-kunst-kann…-177</link>
			<title>SMArt! Was Kunst kann…</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;laquo;Ein anderes Leben&amp;raquo;. Gedankliche Streifz&amp;uuml;ge &amp;uuml;ber Photographie, Kulturkritik und Bergregionen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Photographie als Kunstdisziplin hat es vielleicht am einfachsten, einen kulturkritischen Anspruch an Kunst einzul&amp;ouml;sen. Ein scharfsinniger Blick, ein treffsicherer Klick und schon entsteht ein Bild, das mehr sagt als tausend Worte. Gute Photographien k&amp;ouml;nnen die Welt radikal in Frage stellen &amp;ndash; direkter als jede andere Kunstdisziplin, denn es sind oft direkte Abbilder der Realit&amp;auml;t &amp;ndash; wenigstens eines vergangenen Ausschnitts davon. Gleichzeitig kreieren Photographien als Kunstwerke wiederum eine neue Realit&amp;auml;t, wenn sie bei der Betrachterin und beim Betrachter neue Gedanken und davon ausgehend m&amp;ouml;glicherweise auch Handlungen ausl&amp;ouml;sen. Diese Kraft machte sich die &amp;lsquo;engagierte Kunst&amp;rsquo; zu Nutze. Sie erhob den Anspruch, Kunstwerke m&amp;uuml;ssten politisch-gesellschaftliche Ver&amp;auml;nderungen anstossen, oder dies wenigstens versuchen. Diese Kunstauffassung pr&amp;auml;gte einen grossen Teil der (europ&amp;auml;ischen) Nachkriegszeit der 1950er und -60er Jahre, als einzige M&amp;ouml;glichkeit, nach dem Grauen des Holocausts und des Zweiten Weltkrieges, &amp;uuml;berhaupt noch Kunst zu machen. Das Verdikt Adornos, nach Ausschwitz ein Gedicht zu schreiben, sei barbarisch, konnte auf alle Kunstdisziplinen &amp;uuml;bertragen und kontrovers diskutiert werden. L&amp;auml;ngst vergessen?! Heute im 21. Jahrhundert scheint ein immenser Pluralismus der gegens&amp;auml;tzlichsten Kunstbegriffe die logische oder nat&amp;uuml;rliche Konsequenz der freiheitlich-individualistischen Gesellschaftsmaxime zu sein. Die Wertsch&amp;auml;tzung von Vieldeutigkeit und mannigfaltigen Interpretationsm&amp;ouml;glichkeiten geht damit einher. Der kulturkritische Ansatz ist keineswegs (mehr) ein allgemeing&amp;uuml;ltiges Kriterium f&amp;uuml;r Kunst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was Photographien von den meisten Kunstwerke unserer Zeit trennt, ist der Umstand, dass sie die optisch erfahrbare Welt ziemlich realit&amp;auml;tsgetreu wiedergeben k&amp;ouml;nnen. Die Welt wird lediglich durch die objektiven Filter der Maschine, nicht etwa durch subjektive, menschliche Filter manipuliert. So kann dem Medium eine gewisse k&amp;uuml;nstlerische Zur&amp;uuml;ckhaltung nachgesagt werden. Man k&amp;ouml;nnte meinen, dass gerade in Zeiten von Fake News und &amp;lsquo;alternative Facts&amp;rsquo; diese schlichte Ehrlichkeit der Photographie auch eine ganz neue Relevanz haben k&amp;ouml;nnte, weil sie das Bed&amp;uuml;rfnis nach einer vermeintlich objektiven Realit&amp;auml;t befriedigen k&amp;ouml;nne. Unsinn!! Die Geschichte der Photographie ist gleichzeitig die Geschichte von manipulierten, gestellten Realit&amp;auml;ten &amp;ndash; im Zeitalter von Photoshop sowieso. Es verwundert daher nicht, dass sich gerade Photographinnen und Photographen oft in Zur&amp;uuml;ckhaltung &amp;uuml;ben, sich lediglich als Beobachtende, nicht als Kritikerinnen und Kritiker bezeichnen. Sie sind sich des fragilen Gleichgewichts zwischen Ausdrucksst&amp;auml;rke und Aussagekraft einerseits, sowie Glaubw&amp;uuml;rdigkeit und Echtheit andererseits bewusst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Musikdorf Ernen, im Kaplaneihaus zwischen dem Festivalb&amp;uuml;ro und der Kirche St. Georg werden in diesem Sommer Photographien gezeigt, die gleichwohl zur&amp;uuml;ckhaltend sind, starke Geschichten erz&amp;auml;hlen jedoch ebenso Anlass zu kulturkritischen Gedanken bieten. Unter dem Eindruck der Corona-Krise hat die Kuratorin Luzia Carlen van den Hoek die Ausstellung &amp;laquo;Ein anderes Leben&amp;raquo; gestaltet, welche das Verh&amp;auml;ltnis von Mensch und Natur, sowie die Migrationsthematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Die Werke stammen von Photographinnen und Photographen, die in den vergangenen Jahren im Rahmen des SMArt-Programms (Sustainable Mountain Art) ihren Blick und ihre Kamera auf Schweizer Bergregionen, insbesondere den Kanton Wallis gerichtet haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bergregionen weisen ein facettenreiches Verh&amp;auml;ltnis zwischen den Menschen und der Natur auf. Die Photographien der Peruanerin Liz Taza zeigen die mystische Erhabenheit der alpinen Bergwelt. In ihren ausdrucksstarken Bildern gehen Furcht und Faszination Hand in Hand. Das Gewaltsame der Natur l&amp;auml;sst uns Menschen erzittern. Wir f&amp;uuml;hlen uns angezogen, m&amp;ouml;chten die Natur erleben, und gleichzeitig geben wir den Sicherheitsabstand oder die Absicherung nur ungerne auf. So bauen wir Mauern und betrachten die Natur lieber hinter Glasscheiben, Absperrungen oder Leitplanken. Sp&amp;auml;testens mit Ren&amp;eacute; Descartes breitete sich die Idee aus, Menschen k&amp;ouml;nnten &amp;laquo;Herrscher und Besitzer der Natur&amp;raquo; sein. Etwa 250 Jahre sp&amp;auml;ter warnte Friedrich Engels jedoch, dass die Natur sich &amp;uuml;ber jeden gegen sie errungenen Sieg an uns r&amp;auml;chen wird. Letzteres scheint in Anbetracht des unaufhaltsamen Klimawandels mit all seinen verheerenden Folgen aktueller denn je. Die Bilder von Sharon Castellanos halten uns diesen Spiegel vor. Sie dokumentieren, wie wir unsere Blicke auf die Natur doch lieber gesch&amp;uuml;tzt von st&amp;auml;hlernen Aussichtsplattformen oder durch Glasscheiben werfen. Und wie wir glauben, den Kampf gegen die Natur mittels Plastikt&amp;uuml;cher, die wir auf Gletscher legen, gewinnen zu k&amp;ouml;nnen. Ohne auch nur ein Wort zu verlieren, sprechen diese Fotos B&amp;auml;nde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die S&amp;uuml;dafrikanerin Lavonne Bosman war bei ihrem SMArt-Aufenthalt in Graub&amp;uuml;nden unterwegs. Ihre Bilder zeigen Asylsuchende, die in einem Transitzentrum bei Arosa auf ihren Asylbescheid warten. Die ber&amp;uuml;hrenden Portraits erz&amp;auml;hlen stumme Geschichten. Sie erinnern uns daran, dass die portraitierten Menschen nur darauf warten, &amp;lsquo;ein anderes Leben&amp;rsquo; leben zu d&amp;uuml;rfen. Sie verharren im verordneten Nichtstun. Vielleicht helfen uns die zwei Monate des coronabedingten Lockdowns, ihre desolate Lage nachvollziehen zu k&amp;ouml;nnen. Und vielleicht f&amp;uuml;hrt dies sogar dazu, dass wir in Zukunft Entscheidungen treffen, damit das erhoffte, andere Leben schneller gefunden werden kann. Oder dass es gar nicht erst n&amp;ouml;tig sein wird. Die Photographin interessierte sich auch f&amp;uuml;r das zum Teil noch sehr traditionelle Leben in den B&amp;uuml;ndner Walsersiedlungen. Die dort lebenden Menschen sind Nachfahren von Walliserinnen und Wallisern, die sich im 14. Jahrhundert auf der Suche nach einem besseren Leben im Graub&amp;uuml;nden niedergelassen haben. Wie viele Asylsuchende heute, waren auch sie Wirtschaftsfl&amp;uuml;chtlinge, die &amp;lsquo;ein anderes Leben&amp;rsquo; gesucht haben. An gegen&amp;uuml;berliegenden W&amp;auml;nden h&amp;auml;ngend, versinnbildlichen die Photographien die Parallelit&amp;auml;t der Migrationsgeschichten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 30. Juli 2020, von Jonathan Inniger&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die SMArt-Ausstellung &amp;laquo;Ein anderes Leben&amp;raquo; ist noch bis am 13. September im Kaplaneihaus Ernen zu sehen.&lt;br /&gt;
&amp;Ouml;ffnungszeiten jeweils 10.00&amp;ndash;18.00 Uhr, an Konzerttagen bis 20.00 Uhr.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&amp;quot;http://www.sustainablemountainart.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Link zur Webseite von SMArt&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 30 Jul 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1596118340-SMART6.jpg" length="1045310" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-hohelied-auf-die-kunst-des-liedes-176</link>
			<title>Ein Hohelied auf die Kunst des Liedes</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sie brauchte nur ein paar Takte, eine Strophe vielleicht, dann hatte sie uns alle im Sack. Wenn die aparte Walliser Sopranistin Rachel Harnisch vor uns steht, im Paillettenkleid und nackten F&amp;uuml;ssen, und ihrer Stimme freien Lauf l&amp;auml;sst, dann sind wir in ihrem Bann. Es gibt kein entrinnen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die international renommierte S&amp;auml;ngerin beherrscht die Kunst des Liedes in all seinen Facetten, mal leise, mal kr&amp;auml;ftig, die hohen T&amp;ouml;ne oft mit einer Armbewegung unterst&amp;uuml;tzend, immer im Liedtext verhangen, nie leer. Mal steht sie leicht h&amp;uuml;fteschwingend vor uns, kokett, mal streng und bestimmt, weil es so gemeint ist. Und wenn sie sich mit dem R&amp;uuml;cken an den Fl&amp;uuml;gel lehnt, beide Arme ausgestreckt und sich am Klangk&amp;ouml;rper festh&amp;auml;lt, als w&amp;uuml;rde sie an einer Bar stehen und die Szene beobachten, dann wissen wir, dass sie uns gleich verf&amp;uuml;hren wird. Ihre Stimme, warm und voller Klangfarben, ist beeindruckend, ja, es kann schon mal zu G&amp;auml;nsehaut kommen &amp;ndash; und ihr schauspielerisches Talent ist es auch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es sei seit f&amp;uuml;nf Monaten ihr erstes Konzert, in der St. Georg Kirche in Ernen. Die grosse Eingangst&amp;uuml;re wollte sie weit offen haben &amp;ndash; von der B&amp;uuml;hne aus hatte sie den weiten Blick ins Tal hinunter. In einer kurzen Erkl&amp;auml;rung wies Rachel Harnisch auf die ungew&amp;ouml;hnliche Situation hin, die ausserordentliche Handlungen n&amp;ouml;tig machten. Eigentlich war der Abend mit dem Charl du Plessis-Trio aus S&amp;uuml;dafrika geplant gewesen. Eine Ausreise war f&amp;uuml;r die Musiker nicht m&amp;ouml;glich. Francesco Walter, der quirlige und dezidierte Intendant, hatte nat&amp;uuml;rlich einige Plan B Optionen in seinem K&amp;ouml;cher, mussten er doch rund 50 Prozent der Konzerte neu ordnen. So kam es, dass die Sopranistin mit ihrem Pianisten Jan Philip Schulze ein neues Programm auf die F&amp;uuml;sse stellen musste, f&amp;uuml;r Samstag und Sonntag. Und schon war wieder Flexibilit&amp;auml;t angesagt: Da Schulze im letzten Moment absagen musste, sprang der Schweizer Pianist C&amp;eacute;dric Pescia ein. Was f&amp;uuml;r ein Gl&amp;uuml;cksfall. Die beiden K&amp;uuml;nstler hatten nur wenig Zeit zum &amp;Uuml;ben, aber das merkte wohl kein Mensch. Es war grossartig, was sie dem corona-disziplinierten und sehr aufmerksamen Publikum boten. Es werde eine Reise durch reale und fiktive Welten, durch Wunschtr&amp;auml;ume und wahre Gef&amp;uuml;hle, durch Berg und Tal, vom Wallis &amp;uuml;ber das Rheinland bis zu Mahler und ins Paradies, versprach die Sopranistin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und wie dieses Programm &amp;uuml;berzeugte: von Franz Schuberts &amp;laquo;Der Hirt auf dem Felsen&amp;raquo; zum Walliser Volkslied &amp;laquo;Drunter im Gantertal&amp;raquo;, &amp;uuml;ber Gustav Mahlers &amp;laquo;Rheinlegendchen&amp;raquo;, &amp;laquo;Verlorne M&amp;uuml;h&amp;raquo; und &amp;laquo;Das himmliche Leben&amp;raquo;. Nicht fehlen durften &amp;laquo;Summertime&amp;raquo; von George Gershwin und &amp;laquo;Les filles de Cadiz&amp;raquo; von L&amp;eacute;o Delibes, wo Harnisch zur stolzen Spanierin wurde. Und frenetischen Applaus erhielten auch Franz Lehars &amp;laquo;Meine Lippen, sie k&amp;uuml;ssen so heiss&amp;raquo; und &amp;laquo;Je ne t&amp;rsquo;aime pas&amp;raquo; von Kurt Weill. Da gab es f&amp;uuml;r Rachel Harnisch kein Halten mehr. Wenn sie am Schluss des Liedes vorne auf der B&amp;uuml;hne steht, ins Publikum schaut und fest und eindeutig ihr &amp;laquo;Je ne t&amp;rsquo;aime pas&amp;raquo; in die Kirche schleudert, dann wird das Publikum zu dem Mann, dem diese Worte unmissverst&amp;auml;ndlich gelten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und die Sahne aufs H&amp;auml;ubchen war das Konzert am Sonntag, als noch der wunderbare Klarinettist Reto Bieri dazukam. Mit der &amp;laquo;Ouverture suisse&amp;raquo; &amp;ndash; begleitet von C&amp;eacute;dric Pescia &amp;ndash; setzte er gleich den Massstab, auf was wir uns noch freuen konnten. Den Schluss machte dann &amp;laquo;Dicitincello vuje&amp;raquo;, ein trauriges Lied aus Neapel von Rodolfo Falvo.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und dann w&amp;auml;re noch dies: Francesco Walter kann sich gl&amp;uuml;cklich sch&amp;auml;tzen, dass seine Vereins-Mitglieder des Musikdorfes so solidarisch sind. Es war ja wohl jedem Festivalbesucher klar, dass mit den platzm&amp;auml;ssigen Einschr&amp;auml;nkungen ein Loch in die Kasse gerissen wird. Es blieben nicht nur alle Sponsoren an Bord, es kamen auch 40&amp;rsquo;000.- Franken an zus&amp;auml;tzlichen &lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/ueber-uns/spenden&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Spenden&lt;/a&gt; zusammen, was erlaubte, Musiker aus dem Ausland, die nicht auftreten konnten, zu unterst&amp;uuml;tzen &amp;ndash; so auch das Charl du Plessis-Trio, das eine 15min&amp;uuml;tige Probe nach Ernen schickte, als Dank, dass man sie nicht vergessen hat. Zu sehen ist dieses Kurzkonzert der drei begabten und in Ernen l&amp;auml;ngst bekannten Musiker auf &lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/watch?v=kV1A9fVvKhQ&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Youtube&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 27. Juli 2020, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bilder: &lt;a href=&amp;quot;https://frederike-vanderstraeten.com&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Frederike van der Straeten&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 27 Jul 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1595857834-jazzkonzert_2-2.jpg" length="1142987" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/immer-wieder-anders,-immer-wieder-neu--175</link>
			<title>Immer wieder anders, immer wieder neu ...</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;hellip; das gilt f&amp;uuml;r das Musikdorf Ernen und sein Festival genauso wie f&amp;uuml;r die Biographie-Werkstatt, die seit elf Jahren einen festen Platz im Festivalprogramm hat. Wie ist es dazu gekommen? Wie schafft es Prof. Dr. Brigitte Boothe, auch mit der neunten Durchf&amp;uuml;hrung des Seminars unter ihrer Leitung bei den Teilnehmer*innen die Lust am Erz&amp;auml;hlen zu wecken?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;F&amp;uuml;r Francesco Walter, den Intendanten des Musikdorfes Ernen, ist klar: Das Festival kann nur mit einem attraktiven Programm bestehen. Angebote, die das Programm k&amp;uuml;nstlerisch bereichern, sind ihm willkommen, auch solche der visuellen Kunst und Literatur. Er erz&amp;auml;hlt, wie die Schreibseminare entstanden sind. Es ist die Geschichte zweier musikbegeisterter Freundinnen, der Geigerin Ada Pesch, die in Ernen den Meisterkurs des Pianisten Gy&amp;ouml;rgy Seb&amp;ouml;k besuchte und heute das Opernhaus-Orchester Z&amp;uuml;rich leitet, und der Schriftstellerin Donna Leon, nicht nur Bestseller-Autorin, sondern auch Kennerin und F&amp;ouml;rderin von Barockmusik. Vermittelt durch Ada Pesch wollte Francesco Walter Donna Leon f&amp;uuml;r die Einf&amp;uuml;hrungen der Barockkonzerte gewinnen. Anstelle der Einf&amp;uuml;hrungen schlug Donna Leon ein Schreibseminar vor, das aufgrund der Nachfrage schliesslich sogar doppelt gef&amp;uuml;hrt wurde. Schreiben und das eigene Leben &amp;ndash; das geh&amp;ouml;rte f&amp;uuml;r die in Ernen wohnhafte Psychoanalytikerin und Ethnologin Dr. Ursula Baumgardt zusammen, und so wurden die Seminare mit Donna Leon der Ausl&amp;ouml;ser f&amp;uuml;r einen weiteren Fixpunkt im Erner Festivalprogramm: die Biographie-Werkstatt, die seit 2012 von Prof. Dr. Brigitte Boothe gestaltet wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;J&amp;auml;hrlich im Juli findet sich nun eine Gruppe lebenserfahrener Menschen in Ernen ein, die unter Brigitte Boothes souver&amp;auml;ner Leitung, Anleitung und Ermunterung schreibend und erz&amp;auml;hlend in ihre ganz eigene Geschichte eintauchen. Manche wollen die Woche nutzen, um mit einem pers&amp;ouml;nlichen Projekt weiter zu kommen, zum Beispiel mit einem biographischen Buch, einer &amp;laquo;Sommer-Trilogie&amp;raquo;, dem Festhalten der Geschichte und Geschichten von Vorfahren; es geht darum, vom Erinnern zum Schreiben zu kommen, von den formalen Berichten zur eigenen Erz&amp;auml;hlung, oder, wie es eine Teilnehmerin formuliert: &amp;laquo;Den Spuren des Lebens auf meiner Haut nachzusp&amp;uuml;ren&amp;raquo;. Einige haben schon mehrmals mitgemacht, sie freuen sich auf das, was kommen wird. Eine von ihnen meint: &amp;laquo;Das Seminar ist f&amp;uuml;r mich der Auftakt zum vollkommenen Erner Sommer.&amp;raquo; Und eine andere erg&amp;auml;nzt: &amp;laquo;Es ist mein Kreativit&amp;auml;tspool.&amp;raquo; Wer zum ersten Mal da ist, fragt sich: wird es um Biographisches gehen, oder ums Schreiben? Auf jeden Fall gibt es viele Gr&amp;uuml;nde, zum Seminar anzureisen. Es ist eine perfekte Kombination, das h&amp;ouml;re ich immer wieder in meinen Gespr&amp;auml;chen mit den Teilnehmer*innen, die wunderbare Landschaft, die Natur, die stimmungsvollen, meisterhaften Konzerte in der St. Georg-Kirche. &amp;laquo;Ernen &amp;ouml;ffnet alle Poren&amp;raquo;, sagt jemand, &amp;laquo;es macht aufnahmebereit, und bereit, in sich zu gehen.&amp;raquo;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Brigitte Boothe kl&amp;auml;rt gleich zu Beginn, und so steht es in den Folien, welche sie uns Teilnehmer*innen zur Verf&amp;uuml;gung stellt: ihr Angebot ist eine Biographie- und Erz&amp;auml;hl- und Schreibwerkstatt. Brigitte Boothe befasst sich mit dem Erz&amp;auml;hlen, damit kommt ihr breiter wissenschaftlicher Hintergrund als Literaturwissenschafterin und Psychoanalytikerin zum Tragen. Woher hat sie die Energie, nimmt sie den Mut, sich immer wieder auf das Seminar einzulassen? Auf diese Frage gibt es verschiedene Antworten. Brigitte Boothe verpflichtet sich jeweils neu, sie entscheidet jedes Jahr, ob sie das Seminar im Folgejahr anbieten will. Die Nachfrage ist gegeben, doch ihre ganz pers&amp;ouml;nliche Motivation sch&amp;ouml;pft sie aus der Freude dar&amp;uuml;ber, was in all&amp;lsquo; den Jahren entstanden ist, jedes Mal entsteht. Das Seminar ist eine Herausforderung, manchmal z&amp;auml;hlen die Gruppen &amp;uuml;ber zwanzig Teilnehmer*innen, und es kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Schreibbiographien zusammen. So gilt es, sich immer wieder anzupassen, auch zu improvisieren. Das Seminar wird Teil von Brigitte Boothes eigener Biographie und Lebenserfahrung, deshalb wird jedes Mal etwas anderes daraus, sie selber ver&amp;auml;ndert sich. Brigitte Boothe ist fasziniert vom Erz&amp;auml;hlen, es ist suggestiv, affirmativ, nicht kritisch, die Erz&amp;auml;hlung kann alles: Tr&amp;auml;ume wiedergeben, M&amp;auml;rchen erfinden, Lebenserinnerungen wecken, Grenzerfahrungen beschreiben, &amp;hellip; Brigitte Boothe w&amp;uuml;nscht, dass sich die Teilnehmer*innen noch vermehrt untereinander austauschen, weil da so viel Wissen und Erlebtes ist, es sind Erfahrungssch&amp;auml;tze, die neue Welten er&amp;ouml;ffnen, wenn sie gehoben werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gekonnt f&amp;uuml;hrt Brigitte Boothe die Gruppe durch das ganze Leben. Fr&amp;uuml;he Kindheitserinnerungen wecken alte Bilder &amp;ndash; Knaben im Winter mit kurzen Hosen und Str&amp;uuml;mpfen, in Schneewechten bis zum Bauch versinkend, die Sparb&amp;uuml;chse, aus deren engem Schlitz sich kein Rappen mehr herausklauben l&amp;auml;sst f&amp;uuml;r den Bazooka-Kaugummi, und D&amp;eacute;j&amp;agrave;-vus &amp;ndash; ja genau, als wir Kinder waren, haben wir uns manchmal gelangweilt, heute rennt uns die Zeit davon.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir werden an die dreigeteilten Klappb&amp;uuml;cher erinnert, in denen aus einem Tier viele werden, ein Krogufant zum Beispiel. Jeder und jede von uns ist viele: mal die im Spiegel, mit den roten Haaren und den Falten im Gesicht, die Ehefrau, vierfache Schwiegermutter, vierfache Grossmutter und Winzerin &amp;hellip; ich bin die, die ich war, und die, die ich heute bin &amp;hellip; eine schimpfende Alte, oder eine spendable Tante. Ich bin die, die den Tod ankeift, abhauen soll er, mir nicht die beste Freundin nehmen. Oder der, der das Hier und Jetzt geniesst, im fremden Land, im abgelegenen Dorf, wo er auf unbestimmte Zeit festsitzt. Und ich bin auch die, die einem guten Freund erkl&amp;auml;rt, wie schwer ich mich tue mit anstehenden Entscheidungen: soll ich bleiben oder gehen, bin ich bereit, vieles zur&amp;uuml;ckzulassen und noch einmal anzukn&amp;uuml;pfen an fr&amp;uuml;here Zeiten?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verzaubert verlassen wir den Seminarraum. Wir sind nicht erstickt in dem mit Papier zum Bersten angef&amp;uuml;llten Zimmer, das eine Teilnehmerin im Traum und uns in ihrer Erz&amp;auml;hlung bedr&amp;auml;ngte, wir haben die Lichter der fernen Stadt ganz neu gesehen, in einer n&amp;auml;chtlichen Betrachtung, die wir geh&amp;ouml;rt haben, wir waren dabei, beim Kofferpacken, das immer wieder Kopfzerbrechen bereitet, weil es Vorbereitung auf eine unbekannte Situation bedeutet. Mit wachen Sinnen treten wir hinaus, in die sommerliche F&amp;uuml;lle der Erner G&amp;auml;rten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ob es dieses Jahr eine besonders kreative und harmonische Gruppe war? Die Schlussrunde ist &amp;uuml;beraus positiv. Brigitte Boothes kompetente F&amp;uuml;hrung wird hervorgehoben, wie eine Theaterregisseurin habe sie Erz&amp;auml;hlstr&amp;auml;nge zusammengef&amp;uuml;hrt und zusammengehalten, den einzelnen Beitr&amp;auml;gen ihre besondere Bedeutung gegeben. Ihre w&amp;uuml;rdigende, unterst&amp;uuml;tzende Zugewandtheit und Pr&amp;auml;senz waren wichtig, f&amp;uuml;r jeden und jede. Alle haben profitiert von ihren profunden Literaturkenntnissen, die sie so grossz&amp;uuml;gig teilt, und ihren wertsch&amp;auml;tzenden Einordnungen. Kurz: Eine begl&amp;uuml;ckende, bereichernde, nicht zuletzt auch unterhaltsame Woche mit Tiefgang.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Teilnehmer*innen freuen sich, dass Brigitte Boothe das Seminar n&amp;auml;chstes Jahr wieder anbieten wird. Einige werden sich gleich anmelden und diesen unverpassbaren Termin in der zum Gl&amp;uuml;ck noch nicht &amp;uuml;berf&amp;uuml;llten Agenda 2021 vormerken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen und Z&amp;uuml;rich, 20. Juli 2020, Regula B&amp;auml;bler (Kursteilnehmerin)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 22 Jul 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1595412591-IMG_4111_(4).JPG" length="914824" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/musikdorf-in-pandemischen-zeiten--174</link>
			<title>Musikdorf in pandemischen Zeiten </title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was haben traditionell hergestellte Brote, Werke von Photographinnen und Photographen aus aller Welt und Musik von Mozart, Schubert oder George Gershwin gemeinsam? Und was passiert damit in Zeiten von Corona?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Antwort auf die erste Frage ist schnell gefunden: Alles kann man wenige Schritte voneinander entfernt im Musikdorf Ernen erleben. Um die zweite zu beantworten, muss etwas weiter ausgeholt werden. Nach ungewissem Lockdown-Fr&amp;uuml;hling ist wieder &amp;ndash; oder umso mehr &amp;ndash; Leben eingekehrt im Gommer Bergdorf. Es lebt. Kurz nach den weitreichenden Lockerungen wurde das alte St. Georg auf dem Dorfplatz seine wiederer&amp;ouml;ffnet. In dem 1535 erbauten Haus wird nun wieder urchiges Brot gebacken. Dazu gibt es regionale Gaumenfreuden, fl&amp;uuml;ssige wie auch feste. Doch nicht nur kulinarische Kunst gibt es zu entdecken: Neben den dauerhaft ausgestellten Werken, die &amp;uuml;ber die Jahre gesammelt wurden, k&amp;ouml;nnen die G&amp;auml;ste des Landschaftsparks Binntal in diesem Sommer vier Kunstinstallationen oder -ausstellungen besuchen. Zwei davon in Ernen, eine in Binn und die allj&amp;auml;hrliche &lt;a href=&amp;quot;https://www.landschaftspark-binntal.ch/de/meta/karte.php?offer=59&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;TWINGI LAND ART&lt;/a&gt; auf dem Weg von Binn nach Ernen. Fast scheint es, als h&amp;auml;tte es die Pandemie nicht bis ins Bergdorf geschafft. Alles wie gehabt. Oder doch nicht? Den Kern des Musikdorfs bilden nat&amp;uuml;rlich die fast 40 Konzerte. Hier sieht es etwas anders aus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eintauchen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was bedeuten die Einschr&amp;auml;nkungen f&amp;uuml;r das Festival? Das Publikum h&amp;auml;lt Abstand und vermisst die Pausengespr&amp;auml;che und -getr&amp;auml;nke vor spektakul&amp;auml;rer Aussicht. Andererseits haben so kompakte 80-Minuten-Konzerte auch etwas f&amp;uuml;r sich. Man kann ganz tief ins Zuh&amp;ouml;ren eintauchen. Die Konzerteinf&amp;uuml;hrung wird in diesem Jahr auf &lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/user/MusikdorfErnen/videos&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;YouTube&lt;/a&gt;, w&amp;auml;hrend der Mittagspause der Wanderung angeschaut, daf&amp;uuml;r f&amp;auml;llt das Abendessen vor dem Konzert etwas ausf&amp;uuml;hrlicher aus. Oder sie l&amp;auml;uft in gem&amp;uuml;tlicher Runde auf der Terrasse bei einem Glas Weisswein. Geordnet und mit desinfizierten H&amp;auml;nden geht das mit Namen und Telefonnummern registrierte Publikum auf ihre abstandskonformen Pl&amp;auml;tze. Der totale Maskenball wird nicht inszeniert. W&amp;auml;hrend dies bei einigen die Sorgenfalten tiefer werden l&amp;auml;sst, sind die meisten froh dar&amp;uuml;ber. So k&amp;ouml;nnen sie sich von der Musik in eine Corona-freie Welt tragen lassen und die Realit&amp;auml;t kurz in den Standby-Modus schalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch stossen die zahlreichen Alternativprogramme, die aufgrund von Reisebeschr&amp;auml;nkungen, Quarant&amp;auml;ne und Distanzgebot aus dem Hut gezaubert wurden, auf grosse Akzeptanz. H&amp;ouml;here Gewalt hat gelegentlich auch kreative Kraft &amp;ndash; wer&amp;rsquo;s nicht glaubt, lese den Blog von Madeleine Hirsiger (6. Juli 2020). Nicht nur viele im Publikum, auch die meisten Musikerinnen und Musiker erleben nach langem Warten ihre ersten Konzerte in Ernen. Sp&amp;uuml;rbar ist das Bed&amp;uuml;rfnis auf beiden Seiten. Und auch eine gewachsene Wertsch&amp;auml;tzung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 22.&amp;nbsp;Juli 2020 von Jonathan Inniger (Bilder: &lt;a href=&amp;quot;http://www.valeriegiger.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Val&amp;eacute;rie Giger&lt;/a&gt;, Leuk)&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 22 Jul 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1595407934-KlavierwocheMusikdorfErnen_2020_VGF8.jpg" length="978952" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-namenloses-trio,-das-sich-einen-namen-macht-173</link>
			<title>Ein namenloses Trio, das sich einen Namen macht</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Endlich! Endlich wieder mal leibhaftig dabei sein, kein Streaming, keine Musik aus der B&amp;uuml;chse, obwohl wir in den letzten Wochen froh dar&amp;uuml;ber waren. Mit dem n&amp;ouml;tigen Abstand sass am Freitagabend eine betr&amp;auml;chtliche Anzahl Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber in der Barockkirche St. Georg in Ernen, angespannt, wie wohl auch das namenlose Trio, das einspringen musste, weil das vorgesehene Quartett aus Kanada nicht reisen konnte.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war der s&amp;uuml;dkoreanische Pianist Dasol Kim, ein gern gesehener und hochgesch&amp;auml;tzter K&amp;uuml;nstler in Ernen, der vom Intendanten Francesco Walter angefragt wurde, ob er ein Trio auf die Beine stellen k&amp;ouml;nnte, schnell, sozusagen aus dem Nichts. Und wie er das konnte: er verpflichtete die Geigerin Christel Lee, eine 30j&amp;auml;hrige Amerikanerin s&amp;uuml;dkoreanischer Herkunft und Preistr&amp;auml;gerin zahlreicher Wettbewerbe und den 23 j&amp;auml;hrige Cellisten Jonathan Roozeman aus Finnland, auch er mit Preisen dekoriert, die uns schon am ersten Abend mit Mozart (Klaviertrio C-Dur KV 548) und Schubert (Klaviertrio B-Dur D 898) verzauberten. Es folgten Brahms, Dvoř&amp;aacute;k, Beethoven, Faur&amp;eacute;, Ravel, Franck, Kod&amp;aacute;ly und nochmals Schubert. Ein wunderbarer Bogen &amp;uuml;ber verschiedene Zeitepochen, der uns fesselte, nicht nur musikalisch, auch visuell. Da war der feine, unscheinbare, scheue Dasol mit schwarzem Hemd und Hose, der seinem Fl&amp;uuml;gel Energie verlieh und sich gef&amp;uuml;hlvoll ins Trio einf&amp;uuml;gte. Wie ein Wiesel glitten seine H&amp;auml;nde &amp;uuml;ber die Tasten, immer entspannt und freudvoll. Christel Lee, sie k&amp;ouml;nnte ein Model sein, schlank, mit langen schwarzen Haaren, gekleidet in einem hinreissenden Abendkleid, das viel Bein sehen liess und auf atemberaubenden High Heels, deren H&amp;ouml;he nachdenklich machte. Wie schafft sie die Treppe runter, wie kann sie darin stehen, wenn sie ihre Violine zum Klingen bringt? Sie konnte es, mit grossem K&amp;ouml;nnen und mit Eleganz. Und dann der Finne, mit einer Frisur, die ein wenig derjenigen von Tintin gleicht, dunkelgrauem Hemd und Hose und mit Lackschuhen, immer in voller Konzentration, virtuos und mit flinken Fingern. Ein Erlebnis, den Dreien zuzusehen und zuzuh&amp;ouml;ren! Gerade eine Woche hatten sie Zeit, sich aneinander zu gew&amp;ouml;hnen und zu Proben. Was sie uns geboten haben war h&amp;ouml;chstes Niveau, und das Publikum hat nach den Konzerten jeweils ger&amp;auml;tselt: ob die wohl nicht zusammenbleiben k&amp;ouml;nnten? Wer weiss, vielleicht wurde in Ernen ein neues Trio geboren. Bereichernd w&amp;auml;re es auf jeden Fall. Und das Programm &amp;laquo;Kammermusik kompakt&amp;raquo; ist ja eine Erfindung des Intendanten, der immer wieder Trios oder Quartette dazu bringt, in zweieinhalb Tagen sieben Konzerte zu spielen. Eigentlich ein Marathonlauf, das muss man mal hinkriegen! Angefangen hatte es 2013 mit einem Ensemble rund um den Cellisten Thomas Demenga, im Jahr darauf mit dem Oliver Schnyder-Trio. Auch sie haben sich in dieses Abenteuer gest&amp;uuml;rzt und ein starkes Zeichen gesetzt. Wohl alle, die sich darauf einlassen, machen sich &amp;ndash; nicht offiziell &amp;ndash; Gedanken: wir wissen nicht, ob wir das schaffen. Alle haben es geschafft und dieser Programmpunkt geh&amp;ouml;rt mittlerweile an den Anfang des Festivals und ist ein fulminanter &lt;em&gt;point de depart&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und noch dies: Das urspr&amp;uuml;ngliche Programm wollte den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven nicht feiern: &amp;laquo;Wo ist Ludwig?&amp;raquo; war der Leitgedanke, eine Art Gegenprogramm zu all den Beethoven-Feierlichkeiten. Corona hat es nun doch m&amp;ouml;glich gemacht. Weil das Programm komplett umgestellt werden musste, hat sich Ludwig eindringlich gemeldet: das namenlose Trio spielte die Sonate f&amp;uuml;r Violoncello und Klavier A-Dur op. 69 und das Klaviertrio B-dur op. 97. &amp;laquo;Ludwig hat sich ger&amp;auml;cht&amp;raquo;, stellte Intendant Francesco Walter fest. Gott sei Dank!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen/Z&amp;uuml;rich, Montag, 6. Juli 2020 von Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1594042105-IMG_8941.jpg" length="690736" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/unerhoertes-im-musikdorf-172</link>
			<title>Unerhörtes im Musikdorf</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was f&amp;uuml;r ein Debut! Zum ersten Mal war im Musikdorf ein Saxophonquartett zu h&amp;ouml;ren. Die vier jungen Musiker aus Barcelona begeisterten das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm von Franz Schubert bis Georg Friedrich Haas. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie Schuppen von den Ohren (!) fiel es denjenigen, die vor dem Auftritt des Kebyart Ensemble noch nie ein Saxophonquartett geh&amp;ouml;rt hatten. Die klangliche Flexibilit&amp;auml;t des Saxophons wurde bereits von Hector Berlioz hochgesch&amp;auml;tzt, so &amp;uuml;berrascht es nicht, dass heute &amp;ndash; knapp 180 Jahre nach seiner Erfindung &amp;ndash; die Instrumente ein enormes Potential an Klangfarben besitzen. Die vier Spanier &amp;ndash; die zurzeit an der Musikakademie Basel studieren &amp;ndash; wussten die M&amp;ouml;glichkeiten ihrer Instrumente voll auszusch&amp;ouml;pfen. Das Quartett aus Sopran-, Alt-, Tenor-, und Baritonsaxophon wechselte virtuos zwischen glatt-homogenem und farbig-charakteristischem Klang.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Konzert des Kebyart Ensembles, das zweite der Reihe &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo;, wurde mit der Adaption des Streichquartetts Es-Dur von Franz Schubert &amp;ndash; von diesem als Sechzehnj&amp;auml;hriger f&amp;uuml;r das h&amp;auml;usliche Quartettspiel komponiert &amp;ndash; er&amp;ouml;ffnet. Radikal wurden die verschiedenen Klangwelten des Werks nebeneinandergestellt. Choralartige Passagen wurden mit einem glatten, homogenen Klang gespielt, wie es von Streichquartetten kaum realisierbar ist. Die starken Akzente behielten jederzeit die n&amp;ouml;tige Sensibilit&amp;auml;t und die gesanglichen Qualit&amp;auml;ten Schuberts kamen besonders zum Ausdruck. Am meisten beeindruckte aber die agogische Flexibilit&amp;auml;t der vier jungen Musiker: Jede neue Phrase wurde organisch &amp;ndash; &amp;uuml;ber den gemeinsamen Atem, wie von einem einzigen Lebewesen &amp;ndash; gestaltet, man hielt gemeinsam inne und schuf damit den Raum, in dem die aussergew&amp;ouml;hnlichen Momente der Musik entstehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Am Puls der Zeit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Aufhorchen liess auch das &lt;em&gt;Saxophonquartett (2014)&lt;/em&gt; von Georg Friedrich Haas. Der Kontrast zu Schubert h&amp;auml;tte gr&amp;ouml;sser kaum sein k&amp;ouml;nnen: Mit schnellen Tonrepetitionen, die sich rhythmisch, dynamisch, tonal und mikrotonal ver&amp;auml;nderten, entstand ein farbiges und wildes Klanggesch&amp;ouml;pf, als w&amp;auml;re es ein lebendiges Wesen, das nicht zu b&amp;auml;ndigen ist. Die Virtuosit&amp;auml;t der Interpreten konnte verschiedenste Formen annehmen, von rasenden Mikrotonskalen und Mehrkl&amp;auml;ngen bei Georg Friedrich Haas bis zum ausgepr&amp;auml;gten Humor sowie dem Spiel an der Grenze der H&amp;ouml;rbarkeit im &lt;em&gt;Petit quatuor pour saxophones (1935) &lt;/em&gt;von Jean Fran&amp;ccedil;aix.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am selben Tag hatte auch das Duo Percussion CYti sein Debut in Ernen &amp;ndash; und auch hier gab es vielerlei Spannendes zu h&amp;ouml;ren. Herausragend virtuos war das St&amp;uuml;ck &lt;em&gt;Silence must be! (2002)&lt;/em&gt; von Thierry De Mey. Hierbei pr&amp;auml;sentierte sich die ausgebildete Perkussionistin Chiao-Yuan Chang mit teilweise polyrhythmischen oder sich phasenverschiebenden Bewegungen &amp;ndash; quasi pantomimisch &amp;ndash; w&amp;auml;hrend Till Lingenberg an einem Tisch voll ungew&amp;ouml;hnlicher Klangquellen sass und Changs Bewegungen simultan akustisch mitzeichnete.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Reihe &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo; und damit auch der Festivalsommer 2019 fand einen intimen Abschluss in den Konzerten des Duos Valmore und des Opalio Trios. Im neuen &amp;Uuml;bungslokal beim Spielplatz konnten die jungen Musiker*innen ganz nahe &amp;ndash; in gef&amp;uuml;hlter Wohnzimmeratmosph&amp;auml;re &amp;ndash; erlebt werden. Die Violinsonaten aus dem fr&amp;uuml;hen 20. Jahrhundert als auch die Klaviertrios von Haydn und Brahms waren hier also echte &lt;em&gt;Kammer&lt;/em&gt;musik!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Sonntag, 15. September 2019, von Jonathan Inniger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 16 Sep 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1568630463-IMG_7300.jpg" length="1203121" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/wenn-ein-seufzender-atem-durch-den-raum-schwingt-171</link>
			<title>Wenn ein seufzender Atem durch den Raum schwingt...</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie kann doch die Musik einen Menschen auf eine andere Umlaufbahn der Existenz bringen!! So geschehen im Musikdorf Ernen, in der Reihe &amp;bdquo;Klavier kompakt&amp;ldquo;. Kompakt also, zusammengepresst wie Altglas, dicht, keine Zwischenr&amp;auml;ume, nicht modulierbar, fix. Man wartet auf den Hubstapler.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber innerhalb dieser Kompaktheit gibt es molek&amp;uuml;lartige Zwischenr&amp;auml;ume, diese kleine Masse, in der mehratomige Teilchen durch chemische Bindungen zusammengehalten werden. Und der Zeremonienmeister, der uns durch diese Zwischenr&amp;auml;ume f&amp;uuml;hrt, die Enge aufreisst hin zu etwas Grossem, ist Oliver Schnyder. Wenn er seine H&amp;auml;nde auf die Tasten des Fl&amp;uuml;gels legt, sei es f&amp;uuml;r ein Impromptu oder eine Sonate von Franz Schubert, wenn die L&amp;auml;ufe kristallklar hinunterquellen und die Komplexit&amp;auml;t dieser Musik, diese vielen T&amp;ouml;ne, gerade in der linken Hand, immer wieder neue Klangbilder hervorrufen, nichts G&amp;auml;ngiges, sondern &amp;Uuml;berraschendes, dann ist man im Gl&amp;uuml;ck.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es sind Werke aus dem letzten Lebensjahr von Franz Schubert, die gr&amp;ouml;ssten, intensivsten, die in jedem der 5 Klavierrezitale das Programm bestimmen. Und wenn es um die Sonate A-Dur op. post D 959 geht, sinkt man hinunter ins Leid von Schubert, f&amp;uuml;hlt jeden Ton, jede Bewegung dorthin, wo der Tod nahe ist.&amp;nbsp; Aber es ist die ausgekl&amp;uuml;gelte Planung von Oliver Schnyder mit einer kontrastreichen Gegenbewegung zu Schubert, eine Durchmischung mit Werken von andern Komponisten, die diese Konzerte so spannend und unvergesslich machen. Da ist Carl Maria von Weber mit der Sonate Nr. 4 e-Moll op. 70, ein Werk mit mutigen Wendungen, eigentlich nur aus Motiven bestehend, mit &amp;nbsp;unterschiedlichen Rythmen. Und wenn dann der Meister &amp;bdquo;Ann&amp;eacute;e des P&amp;eacute;lerinage, Premi&amp;egrave;re ann&amp;eacute;e: Suisse&amp;ldquo; von Franz Liszt unter seine Finger nimmt, dann dreht sich die Welt in die andere Richtung: Welcher Variantenreichtum in diesen herausfordernden Kompositionen, die Titel wie &amp;bdquo;La Chapelle de Guillaume Tell&amp;ldquo;, &amp;bdquo;Au Lac de Walenstadt&amp;ldquo; oder &amp;bdquo;Orage&amp;ldquo; tragen, jedes Kapital als erratischer Block in dieser Klangwelt, alles irgendwie ausserirdisch, wo es nichts zu verstehen gibt, wo man nur die Poren &amp;ouml;ffnen, die Augen schliessen und die Wucht dieses Werkes in sich hineinwirken lassen kann. Schon das Zuh&amp;ouml;ren ist fast ein ersch&amp;ouml;pfendes Erlebnis.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und Oliver Schnyder? Er sitzt an seinem Fl&amp;uuml;gel, ruhig und unaufgeregt, komplett in sich ruhend, die ganze Kraft in seinen H&amp;auml;nden, die s&amp;auml;mtliche Nuancen der Intonation bestimmen. Er selbst ist es, der diese Transformationen initiiert, sein K&amp;ouml;rper, sein Geist, alles, was er hat, alles, was er ist, setzt er ein, um diese wunderbare Musik &amp;uuml;ber das Instrument an uns heranzutragen. Und wenn die Stellen leise werden und langsam, dann taucht Schnyder in die Tiefen ab, in die Abyss der Meere, sein Gesichtsausdruck innig, ernst und konzentriert, und sein Seufzen, sein Atem durchdringt den Raum und wird Teil der Musik.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt interstellare Molek&amp;uuml;le, die unter irdischen Bedingungen nicht stabil sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Sonntag, 25. August 2019 von Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 25 Aug 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1566745163-OS4.jpg" length="1284951" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/das-schatzkaestlein-musikdorf-ernen-170</link>
			<title>Das Schatzkästlein «Musikdorf Ernen»</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es ist ja nicht so, dass man der vielen sommerlichen Musikveranstaltungen &amp;uuml;berdr&amp;uuml;ssig w&amp;auml;re, die in unserem Land nach wie vor aus dem Boden spriessen, als w&amp;uuml;rde es bald einmal verboten. Das letzte Beispiel ist wohl Andermatt. Das Bed&amp;uuml;rfnis ist da und ein interessiertes Publikum pilgert jedes Jahr vorwiegend in die Berge, um sich musikalisch aufzutanken. Die renommierten und finanziell gut betuchten Festivals trumpfen mit grossen Namen auf, bringen Qualit&amp;auml;t auf h&amp;ouml;chstem Niveau. Aber das gilt eben auch f&amp;uuml;r die kleineren, die mit bescheidenem Budget stets zur Hochform auflaufen. Dazu geh&amp;ouml;rt ohne Zweifel das &amp;laquo;Musikdorf Ernen&amp;raquo;.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen ist etwas Einzigartiges &amp;ndash; als Dorf und als Musikdorf. Hier wird inmitten einer bezaubernden Landschaft klanglich experimentiert und vorz&amp;uuml;glich gegessen, hier wechseln sich Heugaden und Speicher mit ehrw&amp;uuml;rdigen H&amp;auml;usern aus dem 17. Jahrhundert ab. Aus den Brunnen sprudelt kaltes Quellwasser und mitten auf dem grossen, autofreien Dorfplatz steht eine Linde im Zentrum. Und weiter unten die frisch herausgeputzte barocke Pfarrkirche St. Georg &amp;nbsp;&amp;ndash; mitten in einem Gr&amp;auml;berfeld mit einfachen Holzkreuzen. Hier, in der Kirche, wo der Hauptteil des Festivals stattfindet, werden musikalische Variationen ausgelotet &amp;ndash; auch in der klassischen Abteilung &amp;ndash; werden gewagte Kombinationen ins Programm aufgenommen und h&amp;ouml;chst anspruchsvolle Kompositionen aufgef&amp;uuml;hrt. Die Palette ist reichhaltig und f&amp;uuml;r &amp;Uuml;berraschungen ist gesorgt und offenes Zuh&amp;ouml;ren ist angesagt. Hier kommen begabte und passionierte Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa zusammen, um das zum Ausdruck zu bringen, wof&amp;uuml;r sie leben. Die Kammermusikerinnen und -musiker formieren sich jeweils f&amp;uuml;r drei Konzerte zu einem ad-hoc-Orchester. Jedes Jahr sieht man neue und vor allem junge Gesichter, die sich unter die altbekannten mischen. Und man kommt aus dem Staunen und der Verz&amp;uuml;ckung nicht heraus, wenn im hohen Kirchenraum ihre Musik in unsere Ohren und Seelen dringt. Die Freude am Musizieren ist offensichtlich und h&amp;ouml;rbar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und dann w&amp;auml;ren da noch die beiden Pianisten Paolo Giacometti aus Italien und Alasdair Beatson aus Schottland, zwei Virtuosen erste G&amp;uuml;te, die auch f&amp;uuml;r einen Teil des Programms verantwortlich zeichnen. Und im gleichen Atemzug sind die beiden jungen Schweizer Perkussionisten Fabian Ziegler und Luca Staffelbach zu nennen. Sie hatten einen atemberaubenden Auftritt mit B&amp;eacute;la Bart&amp;oacute;ks &amp;laquo;Sonate f&amp;uuml;r zwei Klaviere und Schlagzeug Sz 110&amp;raquo;, ein Werk, das einst vom Basler M&amp;auml;zen und Dirigenten Paul Sacher in Auftrag gegeben wurde. Bart&amp;oacute;k hatte sich nach l&amp;auml;ngerer Bedenkzeit f&amp;uuml;r diese ganz neue Besetzung entschieden. Gott sei Dank, kann man da nur sagen. Was f&amp;uuml;r ein aufregendes Spektakel, wenn die Pianisten und die Schlagzeuger im diabolischen Tempo durch die Partitur hinwegfegen, wenn sich Klavier, Pauken und Xylophon gegenseitig anstacheln, sich erg&amp;auml;nzen, aufeinander zugehen. Hoch konzentriert sind die vier K&amp;uuml;nstler &amp;uuml;ber ihre Instrumente gebeugt, die einen mit ihren flinken 20 Fingern, die andern mit je zwei Schlagst&amp;ouml;cken zwischen ihren H&amp;auml;nden. Pr&amp;auml;zise wechseln sich ruhige Abschnitte mit kr&amp;auml;ftigen ab, mal t&amp;ouml;nt es t&amp;auml;nzerisch leicht, mal besonnen und unheimlich. Eigentlich nicht nahvollziehbar, wie man sowas spielen kann. Aber man kanns! Sie k&amp;ouml;nnen es!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;F&amp;uuml;r die noch nicht 25 Jahre alten Schlagzeuger Fabian Ziegler und Luca Staffelbach &amp;ndash; beide studieren an der Z&amp;uuml;rcher Hochschule der K&amp;uuml;nste und besuchen Meisterkurse bei Martin Grubinger &amp;ndash; war ihr Bart&amp;oacute;k-Auftritt etwas Besonderes. Sowohl die Pianisten Giacometti und Beatson und nat&amp;uuml;rlich auch sie h&amp;auml;tten dieses Konzert noch nie gespielt. Ein ziemlich schwieriges Unterfangen sei das gewesen, das Zusammenspiel sehr anspruchsvoll. &amp;laquo;Aber wenn man das Gl&amp;uuml;ck hat, mit solchen Super-Pianisten aufzutreten, war es f&amp;uuml;r uns etwas einfacher. Wir haben die Luxus-Variante gehabt&amp;raquo;, sagt Fabian Ziegler. Und die Atmosph&amp;auml;re mit allen andern Musikern sei sehr angenehm und famili&amp;auml;r gewesen und Ernen ein toller Ort.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es war der ungarische Meisterpianist und Klavierp&amp;auml;dagoge Gy&amp;ouml;rgy Seb&amp;ouml;k, der 1974 in Ernen die Sommerakademie gegr&amp;uuml;ndet hatte. Er sah das Bergdorf im Goms und kam nicht mehr davon los. Er gab zahlreiche Meisterkurse, die von einigen der Pianisten, die heute noch in Ernen auftreten, besucht wurden. Seb&amp;ouml;k wurde Ehrenb&amp;uuml;rger von Ernen und erhielt 1996 den Kulturpreis des Kantons Wallis. 1987 rief er ein &amp;laquo;Festival der Zukunft&amp;raquo; ins Leben &amp;ndash; passender k&amp;ouml;nnte der Name nicht sein: Denn die Zukunft ist immer das n&amp;auml;chste Jahr, die n&amp;auml;chste Ausgabe vom &amp;laquo;Musikdorf Ernen&amp;raquo;, das seit Jahren mit Inspiration, Passion und Offenheit auch f&amp;uuml;r das Unkonventionelle vom Intendanten Francesco Walter geleitet wird. Er steht daf&amp;uuml;r ein, dass Ernen mehr ist als ein bezauberndes Bergdorf: N&amp;auml;mlich ein Schatzk&amp;auml;stlein, dort wo es versteckte, goldene Dinge gibt, &amp;uuml;ber die man sich freut, wenn man sie findet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Freitag, 9. August 2019, von Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 09 Aug 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1565343677-Kammermusik__VGF2-5.jpg" length="1454962" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ein-denkwuerdiger-abend-im-musikdorf-ernen-169</link>
			<title>Ein denkwürdiger Abend im Musikdorf Ernen!</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Rahmen des Orchesterkonzerts vom 30. Juli 2019 wurde dem Verein Musikdorf Ernen vom Staatsrat des Kantons Wallis der &amp;laquo;Kultur- und Wirtschaftspreis 2019&amp;raquo; verliehen. Mit im Publikum waren zahlreiche politischen W&amp;uuml;rdentr&amp;auml;gerinnen und W&amp;uuml;rdentr&amp;auml;ger des Kantons sowie der Gemeinde Ernen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Verein Musikdorf Ernen hat von Kanton Wallis den &amp;laquo;Kultur- und Wirtschaftspreis 2019&amp;raquo; erhalten. Die Auszeichnung wird seit 2018 j&amp;auml;hrlich einer Institution, einem Unternehmen oder einer Veranstaltung verliehen, welche in ausserordentlichem Umfang zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung im Kanton Wallis beitr&amp;auml;gt. Dies ist im Falle des Festivals Musikdorf Ernen nicht zu bestreiten. 1974 fand der erste Meisterkurs mit Gy&amp;ouml;rgy Seb&amp;ouml;k statt. Damit einher gingen sogleich auch die ersten Konzerte. In den darauffolgenden fast f&amp;uuml;nfzig Jahren hat sich Ernen nicht nur zu einem Musikdorf, sondern zu einem allumfassenden Kulturdorf entwickelt, das jeweils im Sommer eine beeindruckende Dichte an kulturellen Veranstaltungen anbietet. Neben den ca. 40 Konzerten finden Vortr&amp;auml;ge, Filmvorf&amp;uuml;hrungen, ein kurzes Literaturfestival, eine Biographie-Werkstatt, ein Literaturseminar und ein Orgelmeisterkurs statt. Bereichert wird Ernen auch durch die Kunstausstellung &amp;laquo;Zur frohen Aussicht&amp;raquo;. Mit der Verleihung dieses Preises w&amp;uuml;rdigt der Kanton Wallis das grosse Engagement des Vereins Musikdorf Ernen f&amp;uuml;r sein Festival, welches durch direkte Investitionen in die lokale und regionale Wirtschaft, Gastronomie und Hotellerie, sowie indirekt durch seine j&amp;auml;hrlich &amp;uuml;ber 6&amp;#39;000 Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher, zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor in der Region geworden ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Preisverleihung fand im Rahmen des Orchesterkonzerts der diesj&amp;auml;hrigen Reihe &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo; statt. Das zahlreiche Publikum, unter welchem sich u.a. die Staatsr&amp;auml;tin Esther Waeber-Kalbermatten, der Staatsratspr&amp;auml;sident Roberto Schmidt, die Staatsr&amp;auml;te Christophe Darbellay und Fr&amp;eacute;d&amp;eacute;ric Favre, Grossratspr&amp;auml;sident Gilles Martin sowie St&amp;auml;nderat Beat Rieder befanden, wurde auf eine musikalische Reise zwischen dem barocken Europa und dem modernen England und Amerika mitgenommen. Neben den Doppelkonzerten von Johann Sebastian&amp;nbsp;Bach (f&amp;uuml;r zwei Klaviere) und Antonio&amp;nbsp;Vivaldi (f&amp;uuml;r zwei Violoncelli) konnten zwei grosse Werke des zwanzigsten Jahrhunderts geh&amp;ouml;rt werden: Das selten aufgef&amp;uuml;hrte &lt;em&gt;Konzert f&amp;uuml;r doppeltes Streichorchester &lt;/em&gt;des englischen Komponisten Michael Tippett, welches von H&amp;auml;ndels Musik inspiriert ist und sich durch kraftvolle Kontrapunktik und schwelgerische Melodien auszeichnet, sowie das allseits beliebte Klarinettenkonzert von Aaron Copland, welches f&amp;uuml;r den Jazzklarinettisten Benny Goodman geschrieben wurde und mit seiner lebendigen und humorvollen Art dem Programm einen fulminanten Schluss bescherte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Preis wurde nach der Pause von der anwesenden Staatsr&amp;auml;tin und den Staatsr&amp;auml;ten dem Intendanten Francesco Walter &amp;uuml;bergeben. Mit der Urkunde erhielt das Musikdorf auch eine zweiteilige Skulptur, bestehend aus einem Steinsockel &amp;ndash; sinnbildlich f&amp;uuml;r die schwere, umfassende Arbeit, die geleistet worden ist &amp;ndash; und einem Schmuckst&amp;uuml;ck, das aus dem Sockel hervorgeht &amp;ndash; sinnbildlich f&amp;uuml;r die Fr&amp;uuml;chte der Arbeit, f&amp;uuml;r das Erreichte, die Ausstrahlung und Wirkung. Die Kombination von Stein und metallischem Schmuckst&amp;uuml;ck stehen auch f&amp;uuml;r die den Kanton Wallis pr&amp;auml;gende starke Verbindung von Natur und Kultur, von Geschichte und Innovation. Als musikalisches Dankesch&amp;ouml;n von Seiten der Festivalmusikerinnen und -musiker erklang nach der Preis&amp;uuml;bergabe das kurze Notturno f&amp;uuml;r Streichorchester und Harfe von Arnold Sch&amp;ouml;nberg &amp;ndash;&amp;nbsp;&amp;uuml;brigens sein erstes &amp;ouml;ffentlich aufgef&amp;uuml;hrtes Werk&amp;nbsp;&amp;ndash; das in seiner hymnisch-feierlichen und intimen Klangwelt als Ausdruck von grossem und aufrichtigem Dank verstanden werden darf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Mittwoch, 31. Juli 2019, von Jonathan Inniger&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Rede von Staatsr&amp;auml;tin Esther Waeber-Kalbermatten kann &lt;a href=&amp;quot;?action=get_file&amp;amp;id=49&amp;amp;resource_link_id=466&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;hier&lt;/a&gt; heruntergeladen werden.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 01 Aug 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1564647432-Kammermusik___VGF2-3.jpg" length="1016228" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/der-zauberer-und-die-verfuehrerin-168</link>
			<title>Der Zauberer und die Verführerin</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn in Ernen um 18 Uhr von Westen her die Sonnenstrahlen die heiligen vier Damen auf der linken Seite in der Pfarrkirche St. Georg noch goldener erscheinen lassen als sonst, und wenn am Fl&amp;uuml;gel dem Pianisten der Takt ins rechte Bein schiesst und sich die Ferse ohne Anstrengung auf und ab bewegt, dann ist nicht Barockmusik angesagt, sondern Jazz. Ein Crossover-Ensemble mit einer klassischen Sopranstimme.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kirche ist zum Bersten voll, mit einem offenen, begeisterungsf&amp;auml;higen Publikum, das sich auf dieses aussergew&amp;ouml;hnliche Programm einlassen will. Um es vorweg zu nehmen: Es war ein begl&amp;uuml;ckender Sonntagabend, dieses Stelldichein zwischen dem renommierten s&amp;uuml;dafrikanischen Charl du Plessis-Trio und der international gefeierten Sopranistin Rachel Harnisch, einer Walliserin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da sass er also am Fl&amp;uuml;gel, seinem zweiten Ich, der smarte und gut gelaunte Pianist Charl du Plessis, der zusammen mit Werner Spies am Kontrabass und Peter Auret am Schlagzeug, schon lange zu einem der Highlights im Musikdorf Ernen z&amp;auml;hlt. Ein Ensemble, das es in sich hat. Mit einer Selbstverst&amp;auml;ndlichkeit wird ein klassisches Thema intoniert, um es dann swingm&amp;auml;ssig in die Abteilung Jazz hin&amp;uuml;ber zu f&amp;uuml;hren. Wie von Zauberers Hand gesteuert, gleiten die langen Finger des K&amp;uuml;nstlers &amp;uuml;ber die Tasten, vom untersten bis zum obersten Ton kommt die ganze Klaviatur zum Einsatz, ausgekl&amp;uuml;gelt, einf&amp;uuml;hlsam, leichth&amp;auml;ndig. Spies und Auret auf der Lauer, ihre Eins&amp;auml;tze sind haargenau. Sie werfen sich die B&amp;auml;lle zu und jeder hat seine Zeit, um zu zeigen, was er kann. Und sie k&amp;ouml;nnen viel &amp;ndash; sehr viel. Es ist eine Freude, ihnen zuzuschauen und zuzuh&amp;ouml;ren. Und wenn dann in dieses musikalisch hochstehende und harmonisierende Trio die volle, warme Sopranstimme von Rachel Harnisch dazukommt, ist die Fusion perfekt. Die S&amp;auml;ngerin, eine erhabene Erscheinung mit graziler Haltung, elegant in ein schwarzes Paillettenkleid geh&amp;uuml;llt, lullt uns mit ihrer Darbietung ein, verf&amp;uuml;hrt uns. Es gibt kein Entrinnen. Man kann ihr zusehen, wie sie die T&amp;ouml;ne formt, die den Kirchenraum erf&amp;uuml;llen, diese musikalische Kraft, die sich entfaltet und uns ber&amp;uuml;hrt. Und hat man schon mal eine Spitzens&amp;auml;ngerin gesehen, die immer wieder die Arme verschr&amp;auml;nkt und es keinen Einfluss auf die Tongebung hat? Nein?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf 13 St&amp;uuml;cke &amp;nbsp;konnten wir uns also freuen. Verdi, Mozart, Puccini, Wagner, Bizet, dann James Milton Black, Kurt Weil, Franz Leh&amp;agrave;r. Mit witzigen Worten f&amp;uuml;hrt Charl du Plessis, der sich auch &amp;uuml;ber sich selbst lustig machen kann, die Musikst&amp;uuml;cke ein und jedes Mal, wenn Rachel Harnisch einen Auftritt hatte, sagte er: &amp;bdquo;Und nun begr&amp;uuml;ssen Sie herzlich Rachel Harnisch&amp;ldquo;. Gel&amp;auml;chter, entspannte Stimmung. Sie sang unter anderem aus der Oper &amp;bdquo;Don Giovanni&amp;ldquo;, die &amp;bdquo;Habanera&amp;ldquo; aus &amp;bdquo;Carmen&amp;ldquo; &amp;ndash; oder &amp;bdquo;Meine Lippen, die k&amp;uuml;ssen so heiss&amp;ldquo; aus Franz Leh&amp;agrave;r &amp;bdquo;Giuditta&amp;ldquo;. Der klassische Gesang verschmolz mit dem Stil des Trios. Und es brauchte nicht viel, sich an diese spezielle Darbietung zu gew&amp;ouml;hnen, schnell war man im Sog des Klangs, des Rhythmus, der Pr&amp;auml;senz der drei Musiker und der Sopranistin. Und dem Trio fiel es auch nicht schwer, zum Beispiel Richard Wagners Pilgerchor aus der Oper &amp;bdquo;Tannh&amp;auml;user&amp;ldquo; in ihrer Manier aufzubereiten, mit klar erkennbarem Wagner-Motiv. Und dann das &amp;uuml;berraschende Ende des Abends: Rachel Harnisch sang Jazz! F&amp;uuml;r kurze Zeit w&amp;auml;hnte man sich in einem Jazz-Lokal in New York. Die Leichtigkeit des Seins.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klassik und im weitesten Sinne Jazz: diese explosive Mischung in der Pfarrkirche St. Georg in Ernen: es war purer Genuss und Spass zugleich und macht Lust auf mehr.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 23. Juli 2019, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 23 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1563886296-Jazzkonzert_VGF1-10.jpg" length="1238667" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/literarische-grenzueberschreitungen-oder-eine-hommage-an-madame-nielsen-und-ihren-endlosen-sommer-167</link>
			<title>Literarische Grenzüberschreitungen oder eine Hommage an Madame Nielsen und ihren endlosen Sommer</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Festival Musikdorf Ernen, ein Musikfestival, das alljährlich im Walliser Bergdorf Ernen stattfindet, inmitten idyllischer Natur, besonders aber in seinem geschichtsträchtigen Dorfbild, &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;welches geprägt ist von vielen alten Holzhäusern, die teilweise ins 15. Jahrhundert zurückreichen und damit eine Verbindung zu einer mitunter ganz fremden Welt, die so fern scheint, und eigentlich doch so nah ist, herstellen, das Dorfbild, das quer steht zu einer modernen, ja post- oder post-postmodernen Gesellschaft, die von den Querverbindungen zwischen alt und neu, zwischen Tradition, Moderne und Post- oder Post-Postmoderne geprägt ist, ja das Dorfbild und die darin lebende Gesellschaft sind ein idealer Rahmen für das Musikfestival, das alljährlich stattfindet und das auch ein Literaturfestival beinhaltet, ein kurzes kompaktes Queerlesen, welches alljährlich drei queere Texte präsentiert, aus denen gelesen wird und die von der erfahrenen Moderatorin, die zu jeder neuen Gesprächspartnerin und jedem neuen Gesprächspartner und auch zu deren Texte einen sensiblen Zugang findet, eine adäquate Art der Gesprächsführung wählt, die Texte, die von ebendieser Moderatorin und den Autorinnen und Autoren diskutiert werden, im von Wärme und Menschen ausgefüllten Saal, in dem die unterschiedlichsten Menschen Platz gefunden haben, denn queere Literatur ist nicht nur für queere Menschen, was übrigens konkret diskutiert wurde von der Moderatorin und dem Autor von &lt;em&gt;Opoe&lt;/em&gt;, dem Erstlingsroman, der die Geschichte einer – oder vielleicht seiner – Grossmutter, deren Rufname „Opoe“ war, was holländisch ist und „Opu“ ausgesprochen wird, der gleichnamige Roman also, der diese Geschichte der Grossmutter, die als junge Frau nach dem Krieg in die Schweiz gekommen war und ihren Platz in diesem neuen, fremden Land nie wirklich gefunden hat, mit derjenigen verbindet des Enkels, der den gleichen Vornamen wie der Autor trägt und der anhand seiner Suche nach der Geschichte der Grossmutter auch seine eigene Geschichte erzählt, oder jedenfalls eine Geschichte, die mit ihm zu tun hat, denn als Autor ist es ihm wichtig, dass ein Roman „etwas mit seinem Autor zu tun hat“, der Autor, der also mit der Moderatorin diskutiert hat, was denn eigentlich queere Literatur ist, was alles queere Literatur ist und dass unserem Sprachraum queere Literatur noch immer lediglich ein Nischendasein fristet, ein Umstand der mit dem konservativen Literaturbetrieb zusammenhängen mag, wobei queere Literatur nicht nur für queere Menschen interessant ist, nein, die Fragen nach Geschlechteridentitäten, nach Körper, Sexualität und sexueller Orientierung, nach Beziehungsformen, nach gesellschaftlichen Minderheiten und deren Marginalisierung oder gar Stigmatisierung, erscheinen im 21. Jahrhundert durchaus auch nicht-queeren Menschen relevant.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Relevant, ja sogar essenziell für die vermeintlich und endlich aufgeklärte, egalitäre Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, deren post- und post-postmoderne Diskurse sich von der Vorstellung von Aufklärung, von Rationalität und Egalität verabschiedet haben, scheint es, dass eine andere Geschichte auch erzählt wird, die Geschichte des Grossvaters, des Mannes, der mit 32 Jahren Grossvater wurde, mit 16 Jahren Vater wurde, mit 14 Jahren verheiratet wurde, der als schwuler Mann in der zutiefst patriarchalen Roma-Community doppelt diskriminiert, ja stigmatisiert ist, oder war, die Geschichte dieses Mannes, der seine Geschichte, die so voller Leid und Gewalt ist, nicht selbst, sondern von einer gestandenen Autorin schreiben liess, er, der aber selbst zum Lesen angereist ist, dem es sichtbar nahe geht, davon zu erzählen, wie er in einer Gesellschaft voller männlicher Gewalt sozialisiert oder asozialisiert wurde, und wie er einmal – nur einmal – seine Frau geschlagen hatte, vor seinen Kindern, dem Mann, der nichts anderes mehr zu bereuen scheint als dieses eine Mal, in dem er für einmal nicht anders war als die anderen Männer seiner Community, die in deren bewegten Geschichte immer die Anderen waren, die Ungewünschten, Vertriebenen, der junge Mann aber war innerhalb der eigenen Gruppe, innerhalb der Anderen war er der Andere, dessen Homosexualität in den Augen der anderen alle überkommenen, das Gefüge der Gruppe konstituierenden, patriarchalen Machtstrukturen infrage stellte, so war dies Grund dafür, dass der junge Mann, bereits Vater von zwei Kindern, einem Jungen und einem Mädchen, mit denen er heute wieder ein sehr enges Verhältnis hat, aus der Community aussteigen musste, und dessen Geschichte erzählt werden muss, denn er, der angesichts der Geschichte seiner Kindheit und Jugend so ungewöhnlich positiv in die Welt hinein blickt und der, was auch nicht einfach gewesen sein mag, nach allem was passiert war, wieder Vertrauen zu anderen Menschen finden konnte, er hatte eine Kernaussage, die so simpel wie zeitlos wahr scheint, dass sie das erlebte Leid in den Hintergrund zu schieben vermag und die es weiterzutragen gilt, nämlich seine Überzeugung, Einsicht oder Aussage, dass es das Vertrauen ist, was den Menschen ausmache.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese zehnte Ausgabe des Literaturfestivals Queerlesen erlebte ihren literarischen Höhepunkt, ohne hier die anderen beiden Texte verbleichen lassen zu wollen, haben sie doch auch einen individuell authentischen Ausdruck gefunden, in Madame Nielsens Roman &lt;em&gt;Der endlose Sommer&lt;/em&gt;, von dessen kunstfertiger Sprache sich der Autor des hier vorliegenden Beitrags inspirieren liess, ja auf jene Sprache ebendieser Text eine Hommage zu sein versucht. Madame Nielsen, die von vielen zuerst oder besonders als Perfomance-Künstlerin gesehen wird, die ihre männliche Identität, Claus Beck-Nielsen, in einer Performance sterben und beerdigen liess und sich seither als Madame Nielsen durch die Welt bewegt, sie möchte sich nicht als Künstlerin, Autorin oder dergleichen definieren lassen, denn wie sie sagt, ist sie auch Fahrradfahrerin, nämlich wenn sie Fahrrad fährt, sie ist nur Performance-Künstlerin wenn sie performt, nur Autorin wenn sie schreibt, sie ist Sprecherin wenn sie spricht und so weiter, sie ist, ja vielleicht ist sie, aber sie ist nicht greifbar, und ebenso entspinnt sie in &lt;em&gt;Der endlose Sommer&lt;/em&gt; eine flirrende Geschichte eines scheinbar endlosen Sommers, eine Geschichte über Liebe und über gesellschaftliche Normen und über Identität und über noch so viel mehr, und darin findet sie auch die entsprechende Sprache, diese kunstfertige Sprache, die rhythmisch fliesst und es vermag, Sprachebenen und Handlungsebenen über-, in- und durcheinander auftreten und wieder verschwinden zu lassen, und so kreiert sie Sätze, die sich mitunter über mehrere Seiten erstrecken, als wolle sie mit einem einzigen Lassowurf eine ganze Welt einfangen, diese Sätze, die Welten erschaffen und in einer wunderschönen Sphäre am Rand der Möglichkeiten von Sprache, Gedanken und Träumen wieder entschwinden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;NB: All jenen, die Madame Nielsens Roman &lt;em&gt;Der endlose Sommer &lt;/em&gt;noch nicht gelesen haben, sei dies wärmstens ans Herz gelegt. Die Lektüre wird die syntaktische Beschaffenheit – die ungewöhnlich spärliche Punktierung – dieses Blogeintrags als Hommage an Madame Nielsen zu erkennen geben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Montag, 22. Juli 2019, von Jonathan Inniger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Das kurze Literaturfestival „Queerlesen“ fand am 20./21. Juli 2019 zum zehnten Mal im Rahmen des Festivals Musikdorf Ernen statt. In drei von der erfahrenen Talkmasterin Bettina Böttinger moderierten Lesungen werden Autor*innen und ihre Texte präsentiert, die durch den Begriff „queere Literatur“ verbunden sind. Das Kurzfestival versteht sich nicht etwa als Insider-Veranstaltung, sondern als Beitrag zum aktuellen Diskurs über Sexualität und Geschlechteridentitäten. Das nächste Queerlesen findet am 25./26. Juli 2020 statt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weitere Infos zu Madame Nielsen lesen Sie &lt;a href=&amp;quot;?action=get_file&amp;amp;id=49&amp;amp;resource_link_id=465&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;hier&lt;/a&gt; im WB-Interview vom 24. Juli 2019.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 22 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1563803132-Madame_Nielsen_VGF7.jpg" length="652361" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/notations-a-seasoned-musicologist-speaks-166</link>
			<title>Notations: A Seasoned Musicologist Speaks</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;To the Musikdorf Ernen&amp;rsquo;s tremendous advantage, the renowned German musicologist Wolfgang Rathert has become something of a &amp;ldquo;permanent fixture&amp;rdquo; during the festival&amp;rsquo;s annual &amp;ldquo;Piano&amp;rdquo; week.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;German-born Rathert has generously shared his encyclopaedic knowledge with concertgoers over the past seven years, both by offering short multi-media introductions to the repertoire scheduled for performances, and by initiating other vehicles to use in approaching music. He graciously met with me to explain how he found his way to Ernen, his engagement with the festival, and how he, in turn, has been rewarded by the experience.&amp;nbsp; What appears below is his response to my questions.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;ldquo;&lt;/strong&gt;Having spent a long time studying the pianist G&amp;eacute;za Anda, I sent an article I&amp;rsquo;d written about him to his widow, Hortense, on the occasion of what would have been his 80&lt;sup&gt;th&lt;/sup&gt; birthday. Soon afterwards, a professor then at the University of Munich, I had a request to write a booklet that would accompany his CD in a series on great pianists. Through that work, I met Frau Anda, which was both a great honor and pleasure. Later, I was appointed to the G&amp;eacute;za Anda Foundation&amp;rsquo;s Advisory Board, which is, of course, a great privilege.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Then in 2011, Ruth Bossart asked me if on behalf of the Foundation, I would attend Musikdorf&amp;rsquo;s &amp;ldquo;Piano&amp;rdquo; week in Ernen since winners of its prestigious Concours are among its featured concert artists. Since I had been in the &lt;a href=&amp;quot;http://www.geza-anda.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Concours G&amp;eacute;za Anda&lt;/a&gt; jury in 2012, it was in 2013 that I came here for the first time, and am so grateful to Ruth, who brings people together so beautifully; she&amp;rsquo;s truly the perfect connector.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Since then, I&amp;rsquo;ve been here every summer, but am in touch with the festival office regularly throughout the year, too. That, because I write the texts about the individual concert repertoires in the annual program, and they have to be delivered in December, six months ahead of the season! In addition to crafting those, though, I took up festival director Francesco Walter&amp;rsquo;s suggestion and developed a special &amp;ldquo;theme evening&amp;rdquo; format for Monday evenings&amp;mdash;when there are no concert performances&amp;mdash;with pianist Pietro De Maria, also a Concours G&amp;eacute;za Anda first prize winner (1994). The theme evenings reflect the current year&amp;rsquo;s festival motto such as&amp;nbsp; &lt;em&gt;Auf Reisen&lt;/em&gt; (&amp;ldquo;Travelling,&amp;rdquo; 2017) or &lt;em&gt;Vox populi&lt;/em&gt; (2016). I develop a script around the theme, picking out scores that somehow reflect or revolve around it, and Pietro intermittently plays. It&amp;rsquo;s been great fun and highly appreciated by the audience.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Then the four piano concerts&amp;mdash;each by a different player&amp;mdash;make up the week&amp;rsquo;s other evenings. And the beauty of Ernen is that you not only meet and hear musicians of such different characters, but that their diverse philosophies encounter one another face-to-face. One player might be tremendously dynamic, another&amp;rsquo;s work, be more well-tempered and meditative. In my opinion, though, an individual artists&amp;rsquo; reception today has lots to do with the public sphere, namely, how the artists actually appear on stage is taken into account.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;And the piano is a universal instrument. If one hears the same pieces again and again, but in different interpretations, and over several years, that exposure offers insight into the wealth of this huge repertoire and all its possibilities.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;This year&amp;rsquo;s first prize winner, Claire Huangci was refreshing and accessible, an asset to the Concours because she figures as a locomotive and true motivator. She also shows me that the Concours has a strong international presence. In an interview in the German journal&amp;nbsp; &amp;ldquo;Piano&amp;rdquo; (vol. 1, 2019), Claire explained that the competition was very important to her because she wanted to show&amp;ndash;as she now has&amp;ndash;that she was solid in the Classic-Romantic repertoire. What&amp;rsquo;s more, to perform the legendary Schumann &amp;ldquo;Fantasy in C-major&amp;rdquo; here in Ernen after a tediously long flight from China was courageous in its own right.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Indeed, the varied programs and contrasting styles we can hear in the &amp;ldquo;Piano&amp;rdquo; week are to the festival&amp;rsquo;s great credit. No one world or language genre is thought worthier than another, just as every era has its own character. And I greatly admire, too, that contemporary music is performed here, even if somewhat on the periphery.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In the introductions, I have always included small snippets of the piece in different interpretation and also often used rare historical clips; youtube is indispensable to that. Sometimes I also introduce a period instrument playing the same repertoire. How does a Mozart sonata sound on a Wiener Klavier, for example?&amp;nbsp; Much may sound strange&amp;hellip; the sad truth is that our ability to hear has been somewhat compromised since the invention of the modern piano. With the exception of the 8-note octave, all the its other intervals are just a fraction out of tune.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;During my study of musicology, my venerable professor Rudolf Stephan always said that a good musicologist must be able to speak about everything. But here in Ernen, we offer the same gauntlet to our listeners: Stay curious, and consider yourself part of a highly creative thing, because you, the public, are being challenged to build an opinion again and again.&lt;strong&gt;&amp;rdquo;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Monday, 15 July 2019, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1563200931-IMG_4810.jpg" length="593965" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/notes-from-a-lay-naturalist-165</link>
			<title>Notes from a lay naturalist</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;From high above Ernen&amp;rsquo;s neighboring village of M&amp;uuml;hlebach, the hike down from the lovely Ch&amp;auml;serstadt may not be one for wobbly knees, but it certainly stands its ground for beauty.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Starting from the restaurant terrace, where the Upper Rhone valley spreads out beneath you like a rich tableau, the marked path leads down to the road and follows it some 200 meters before steering off to the right and into the woods. It&amp;rsquo;s from there, starting from the edge of the forest, that a visual feast of wildflowers, rocks in mottled colors, and vegetation in every state of growth and decay begins. The natural forest is a wonderland.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;At the bottom of that first hill, &lt;em&gt;Wanderwegschilder&lt;/em&gt; (signage for hikers) suggest two ways back to Ernen. I may have taken the &amp;ldquo;road less travelled by&amp;rdquo; in choosing the longer one, which would take some 2 hours from there. Rather than heading straight down, it again followed the road for a good 10 minutes, then veered off to the left at an inconspicuously stamped evergreen. Granted, the tree trunk had a small &lt;em&gt;Wanderweg&lt;/em&gt; (hiking trail) plaque, but could have been easily overseen. That said, in approaching it, you could spot the path from the road over your left shoulder.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;From that designated point, the path backtracked and passed behind two power masts, then wound its way down through a mixed forest of trees. At one point, I stopped to pick up two handfuls of small fir cones, delicate in their slight symetries. Another spot was heavily endowed with a mottled green stone, which made a particularly beautiful contrast to the ochres and greys of its neighbors. The trail twisted and turned as it descended, and eventually, I spotted the rooftops of picturesque M&amp;uuml;hlebach, where&amp;mdash;rather than heading towards its scenic chapel or suspension bridge&amp;mdash;I headed for the old Backhaus (bakery) to crossed a small footbridge over the racing stream. From there, it was only a few meters up the incline to come out of the gentle canopy of trees and find the welcome of a broad wooden bench. From there, the view back to the Ernen church and the fields between, irrigated by the ghostly apparition of rotating sprinklers, convinced me the world was truly my apple.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;A pair of good hiking shoes or boots for the descent from the Ch&amp;auml;serstaat is mandatory; open shoes or sandals would be an invitation to stubbed toes or possible trouble. There are some slightly precarious spots on the trail that require good balance, but nothing in the way of dangerous drop-offs or sketchy slopes. Sometimes the formation of the natural rock base takes on the look of carefully laid steps, a call to the imagination that conjures up hundreds of elves working long nights to lay them.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;But most impressive for me was the sheer variety of vegetation along the way: rugged near the top of the hike, increasingly gentler as one descended. Fallen timber was left in its place to decay, thistles and flowers proliferated along the path, and spread out among a thick carpet of grasses. At one juncture, I found a small cache of wild strawberries, at another, a craggy fallen tree trunk with its dozens of naked branches seeming to call for redemption. In any case, this lovely downhill hike was a visual and sensory treat of the very first order.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sarah Batschelet, July 14, 2019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Note: the &lt;a href=&amp;quot;https://www.chaeserstatt.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Ch&amp;auml;serstadt Seminar Lodge&lt;/a&gt; (at 1770 m.) also has eight rooms for travelers. Guests can hike up or request transportation. (Tel. +41 27 971 23 98). For guests in the dining room and on the terrace, Chef Janos Schweizer draws on local produce, and his freshly- prepared cuisine is both imaginative and beautifully presented.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sun, 14 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1563107245-Cover_IMG_4822.jpg" length="442521" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/profiling-claire-huangci,-pianist--164</link>
			<title>Profiling Claire Huangci, pianist </title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;The second concert of the Musikdorf Ernen&amp;rsquo;s celebrated &amp;ldquo;Piano&amp;rdquo; week featured the dynamo American pianist Claire Huangci, winner of the prestigious G&amp;eacute;za-Anda Foundation competition (2018). Claire kindly took time out of her pre-concert schedule to talk with me for this blog post.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Do you remember your very first encounter with a piano?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Oh, yes. I was 6, in Lansdale, Pennsylvania, about an hour&amp;rsquo;s drive from Philadelphia. I think my parents actually bought the piano to put the finish on their new house there, because neither of them played. They kept saying the instrument was a &amp;ldquo;birthday present&amp;rdquo; for my sixth birthday, although that didn&amp;rsquo;t really impress me much. I&amp;rsquo;d have much preferred something else! &amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Why Pennsylvania?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
We&amp;rsquo;d relocated from Northern New York State for my parents&amp;rsquo; respective jobs. For my first four years, in fact, it was my Chinese grandmother who raised me, so Chinese was my first language. I only learned to speak English when I went to primary school. Later, my public high school was a huge place&amp;mdash;some 3,000 students&amp;mdash;and there were lots of other &amp;ldquo;ABCs&amp;rdquo; (American-born Chinese) in my circle, some of whom are still very dear friends.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;When did you start playing?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Well, although she didn&amp;rsquo;t play, my mother taught me how to read music. Later on, my first teacher gave me a good foundation of Mozart, Hadyn, and Bach, and I eventually participated in student recitals and small youth competitions. I wasn&amp;rsquo;t really sure, though, of what I wanted to do around the instrument, although I was known as &amp;ldquo;the weird piano girl&amp;rdquo; at school for what seemed a long time. Fortunately, I had a great variety of courses at my school, and also got into the Curtis School of Music at aged 12. That meant travelling into Philadelphia for piano lessons after a half-day at my regular school where, providing I accumulated enough credits, I would be able to graduate with my class. And I did just that. Of course, the daily, and quite long, commute was very stressful.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;And you were so young!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, when I started, I thought I&amp;rsquo;d be the youngest piano student at Curtis, but discovered that somebody even younger was also enrolled. That was Kit Armstrong&amp;mdash;then 11&amp;mdash;who is still a good friend today.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Who were you teachers at Curtis?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Eleanor Sokoloff and Gary Graffman, which meant learning two different styles, and two different repertoires. I was surrounded by gifted young musicians who&amp;rsquo;d spent their whole lives in music, many of whom, though, had never been in regular school, nor had math, for example. And I lived at home until, at 17, I moved to Germany, the ide being to broaden my musical horizons, yes, but also to get out from beneath my parents&amp;rsquo; thumb. While they weren&amp;rsquo;t exactly &amp;ldquo;Tiger parents&amp;rdquo;, they were strict, being of Asian mentality. In Germany, though, I could find my own rhythm.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Let&amp;rsquo;s talk about technicalities. Concertizing, studio recordings: How do they differ?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
I&amp;rsquo;ve already seen the recording industry change a lot, and it continues to do so. On-line streaming is the way to go nowadays. So lots of people ask me about the point of still making CDs, and perpetuating that &amp;ldquo;old&amp;rdquo; technology. But I think of them as something that makes a stamp of what I am doing at a certain point of my life&amp;hellip; not necessarily what I&amp;rsquo;m performing, but something I &lt;em&gt;will&lt;/em&gt; perform once the CD is out.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;How do you choose your repertoire and promote your work?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Typically, I choose one genre or composer to explore, such as I recently did with Rachmaninov&amp;rsquo;s 24 preludes, which was a major undertaking. Lots of people know his &amp;ldquo;war horses&amp;rdquo;&amp;mdash;the 3-4 most popular melodies&amp;mdash;but the remaining 20 preludes are relatively unknown. I&amp;rsquo;ve taken time to get to know Rachmaninov as a personality, too, even read many of his letters. But it&amp;rsquo;s my promoter who handles my publicity and record label, and has done so since I was 22.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;What&amp;rsquo;s your impression of Ernen? You&amp;rsquo;re here for the first time, am I right?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, and like all of Switzerland, it&amp;rsquo;s super picturesque. Ruth Bossart, who manages the G&amp;eacute;za-Anda Concours and Foundation, said I should spend a couple of days here to enjoy it; she knows how I appreciate places like this, since I do love Nature. Okay, I&amp;rsquo;m not really the mountain-climbing type. You need great discipline to be sportive. Then again, I&amp;rsquo;m at the age I should start. At some point, I might.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;But your concerts are quite physical performances, actually, regardless of repertoire. You bend and move almost like a dancer.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
I&amp;rsquo;ve often been told that, but I learned from an early teacher that the best way to stay fixed on whatever you&amp;rsquo;re playing is to avoid a stiff core. Your core has to move for your body to really be at one with the music.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Do you go through any ritual to prepare to your concerts?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, I have hearty pasta, maybe a banana, beforehand, and often take a nap, which I need this afternoon before the concert tonight, since I&amp;rsquo;ve just come in from China.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;What about your goals musically?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
They&amp;rsquo;re related to what I want to play, namely things I still don&amp;rsquo;t yet feel comfortable playing or repertoire I&amp;rsquo;m still waiting to do. To play any piece, I have to be convinced that I have something to say about it. There are, namely, so many fine pianists today! And if you can&amp;rsquo;t play something with a 100% commitment, you can be sure that somebody else can. That said, I select works carefully, and am open to different genres. I&amp;rsquo;d also like to do more chamber music. My Trio Machiavelli (myself and two friends) typically shows darker aspects of music... thus the name. The three of us all have strong personalities, so rehearsals sometimes get a little bit tempestuous, but it&amp;rsquo;s been a good new step.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Who of other pianists&amp;mdash;living or dead&amp;mdash;do you admire?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Clara Schumann, whom I&amp;rsquo;d emulate, not just as a gifted artist, but as a strong female figure. My programme in Ernen starts with a work of hers I haven&amp;rsquo;t performed before and truly love: &lt;em&gt;Soir&amp;eacute;es musicales&lt;/em&gt;. I&amp;rsquo;ll also be playing Robert Schumann&amp;rsquo;s &lt;em&gt;Fantasie in C-&lt;/em&gt;&lt;em&gt;major&lt;/em&gt;&lt;em&gt;, Op. 17&lt;/em&gt;. I last played that at age 15, but it&amp;rsquo;s a piece that revolves around profound feelings I hadn&amp;rsquo;t encountered at the time. Now, as an adult, I can understand those emotions.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;What about composers. Do you favor certain of those?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Well, I don&amp;rsquo;t define a favorite composer, or pretend to want to specialize in any fixed this time period. When an artist sets a goal, or something they really want to achieve, they&amp;rsquo;re pretty much setting themselves up for disappointment, because music isn&amp;rsquo;t something that you can put a grade on. In other words, I believe it&amp;rsquo;s best not to target playing in a certain concert hall, with a certain orchestra, or win a certain competition&amp;mdash;but instead to express your insights into the music as convincingly you can.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tell us about the G&amp;eacute;za-Anda Concours 2018.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
It was wonderful: you felt such electricity with the others! I&amp;rsquo;ve had my share of competitions, but winning this one meant a lot to me because its focus was on German repertoire. I never thought I&amp;rsquo;d make it to the finals, much less win, and oddly, as I sat there with the other two after the last round, all I could think of was were the things I wished I&amp;rsquo;d done differently. I kept relatively calm during the chairman of the jury&amp;rsquo;s speech&amp;hellip; then my name was called out first! I only learned later that my parents, who don&amp;rsquo;t speak German, had been watching via satellite, and when I was the first to stand up, they thought I&amp;rsquo;d taken third, since there&amp;rsquo;s usually a countdown to first place. Here it all came so fast.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Where do you see yourself 10 years from now?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Hopefully, with things much the same way as they are now: playing with people I enjoy, more chamber music, perhaps. I love teaching, too; I&amp;rsquo;m currently assistant to my professor in Hannover, where I graduated in 2016, and work with some of his pupils when he&amp;rsquo;s abroad. It&amp;rsquo;s great, but teaching full time wouldn&amp;rsquo;t make me happy, mainly because the feeling on stage is unparalleled. Some of my colleagues gave up performing careers to enjoy more stability, i.e. a regular paycheck. Would I want that stability over this life? No.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;And why&amp;rsquo;s that?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Well there are a very few exceptions, but as a rule, once you leave it, you can never go back.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Finally, what&amp;rsquo;s the greatest thing for you about being a concert pianist?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Making an impact on someone, even if that means for one little moment. And truly, that sensation from the audience does get to you physically; I&amp;rsquo;d say you stay in it for that. The audience itself offers you so much.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Thursday, 11 July 2019, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 11 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1562860559-IMG_4744_2.jpg" length="486699" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/andreas-zurbriggen,-composer-in-residence-2019-163</link>
			<title>Andreas Zurbriggen, Composer in Residence 2019</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://youtu.be/ebSItHTBS4s?si=pyBwQmfki_2wgD-o&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Videoaufzeichnung der Uraufführung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://youtu.be/wk2MvGKjWIQ?si=1r-J4GMk6aoZOymX&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Kurze Dokumentation über die Entstehung des Werks&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Earlier this year, the Festival Musikdorf Ernen appointed Andreas Zurbriggen its Composer in Residence 2019. The première of his “Zweisamkeiten”—a work for 4-handed piano commissioned by the festival—is slated for performance on August 3 as part of the chamber concert (Kammerkonzert) series.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;While composer Andreas Zurbriggen grew up in Saas-Fee, he counts Ernen his second home. That, because he was well-versed in the piano, trumpet and cello he played in his youth, he visited concerts here enthusiastically even as a teenager. Later, after studies in musicology and composition, and the launch of a promising career as a composer, he was awarded a grant that gave him the time and means to take up residence here in the village. Much like Edvard Grieg and Gustav Mahler before him, he was able to live in what he cited fondly as his own little “Kompositionshaus,” the house a friend had recently vacated. “I meant to stay here a few weeks, and ended up staying a year and a half,” he said, smiling broadly.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;No question that that stay did his composing good. Zurbriggen’s catalogue of works—impressive for a man just 33 years—already includes notable pieces for orchestra, chamber music configurations, and solo performance for piano and pan flute. Early this year, the Festival Musikdorf Ernen appointed him Composer in Residence for the 2019 season, nicely timed inasmuch as just months before the launch of his tenure here, he took another illustrious award: the canton of Wallis’s cultural grant for a six-month residency in Berlin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Even speaking informally as he did with me, the breadth of Zurbriggen’s cultural insights and commitment to the arts is immediately apparent. Having attended high school in Brig, he completed composition studies with Daniel Glaus at the &lt;em&gt;Hochschule der Künste Bern&lt;/em&gt;, but supplemented his course of study with additional work in literature, history, and art history. At the time of our interview, he was writing a term paper in medieval art and architecture for a course at the University of Zurich. Indeed, his interests bridge disciplines—philosophy, music history, media, the performing arts—and spur his own creativity. He also writes with regularity in various music periodicals and newspapers. Indeed, much more than an “all-rounder,” he might better be called something of a Renaissance man.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;A good number of youtube clips that bear his signature feature compositions marked by delicate, ethereal qualities; quite often a dreamy palpitation characterizes his work. When we spoke, the select pages of the score he shared with me of his soon-to-be-premiered “&lt;a href=&amp;quot;https://www.youtube.com/watch?v=qAmnsDXI4E8&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Zweisamkeiten&lt;/a&gt;” looked almost like a meditation: a steady, single configuration might modestly shift, then move gradually into a new harmony without any big bang, almost in an organic process. Given his broad base of academic accomplishment, it follows that Zurbriggen’s own musical genre reflects the merits of composers before him. But unquestionably, it also bears hallmarks of unique integration into a modern context. And while he readily acknowledges the proponents of “new music” and their accomplishments, both in Europe and abroad, his work differs from others’ inasmuch as he avoids using set schematic patterns and calculated mathematical formulae to drive his score. Instead, Zurbriggen contends that he works on composition intuitively, continually asking himself for his genre’s own logic, always asking himself in that process of composing where the music itself “wants to go next.”&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Having learned those three different instruments as a child—piano, trumpet and cello—Zurbriggen is well positioned to understand the machinations of the orchestra, and as such, well suited to composition in that genre. But his “inner ear,” as it calls it, clearly puts new demands on him and is applied to various other configurations. The beauty of simplicity (“die Schönheit der Schlichheit”) is, however, always a foremost concern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Further, he draws on the wealth of poetry he reads and widely enjoys, one which far exceeds just the German literature to which he was first exposed. The composer calls on Erza Pound, on Lawrence Ferlinghetti, or on W.B Yeats, for example, just as readily as on work by Ingeborg Bachmann, Arthur Rimbaud or Rolf Hermann. The latter’s poem, “North of Alexandria,” is marked by a spontaneity that Zurbriggen carries into his own version: a tightly constructed, short choral work for five voices. In a different genre, his “Zweisamkeiten” is a work for 4-handed piano which was commissioned by the Festival Musikdorf Ernen, and also the name chosen as the title for the 2019 summer season’s concert offer. Pianists Alasdair Beatson and Paolo Giacometti will premier the work here in the Ernen church on August 3 as part of the third chamber music concert in the “Kammermusik Plus” series. That’s a concert we really oughtn’t miss.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sarah Batschelet, July 10, 2019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Musikdorf Ernen’s 2019 Composer in Residence &lt;a href=&amp;quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Zurbriggen&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Andreas Zurbriggen&lt;/a&gt; previously held the position of composer in residence at the 24th Davos Festival - young artists in concert. His works have been performed at various festival venues, including Forum Wallis, Davos Festival, Musikfestival Bern, Shanghai International New Music Week, and have been interpreted by various ensembles such as Ensemble Phoenix Basel, Voice-Recorder Duo Ums ´n Jip, Mondrian Ensemble Basel, Ensemble Laboratorium, Haute École de Musique Lausanne Site de Sion Orchestra, Oberwalliser Vokalensemble, Russische Kammerphilharmonie St. Gallen, and the Russian Chamber Philharmonic Orchestra. Petersburg and the South Korean vocal quintet Cool~a Cappella. &lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 10 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1562747490-Screenshot_(210).png" length="1100209" type="image/png">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/zur-frohen-aussicht-—-all-eyes-on-the-visual-arts--162</link>
			<title>Zur frohen Aussicht — All Eyes on the Visual Arts </title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Curated this year by Josiane Imhasly for the third time, Ernen&amp;rsquo;s annual &amp;ldquo;Zur frohen Aussicht&amp;rdquo; summer exhibition takes prizes for originality and imagination. As a series of installations around the village, the featured artworks are defined by, or clearly consider, their relationship to their inhabited space, neighboring buildings and/or landscape. Some explore new tactile materials; others examine questions of modern perception. The duration of its summer run from 7 July to 29 September means that visitors to Ernen can discover eight artistic positions, each one backed by a clearly defined purpose and rationale.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;On opening day July 7, a group of some 40 interested people&amp;mdash;some local, some from farther afield&amp;mdash;joined the curator and the eight represented artists on a tour through the historic village to view the highly diverse installations. Some were more visible than others. Some, one almost stumbled across unexpectedly. But without exception, the tour gave insights into the thinking processes behind each position and gave it three-dimensional substantiation. What&amp;rsquo;s more, an up-close and personal encounter with each of the artists was both a unique opportunity and its own reward.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Although she lives and works elsewhere in Switzerland, project initiator Josiane Imhasly is native to Ernen and still has close relatives here in the village. On the morning after the tour, she explained over an espresso that she had spent her early youth here, but that it was only in her twenties that she came to appreciate the rich heritage of her Walliser roots, and came to treasure the village as an inspiring place. Later on, as a trained curator, she thought it would be rewarding to see what like-minds, combined with artistic talent, might generate to exhibit here, both indoors and out. It was an ambitious beginning.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meanwhile, her own gallery contacts and exhibition visits in many regions of the country led her a host of young artists, many of whom, she believed, had messages deserving of more widespread exposure. Once her fledgling project for Ernen was approved, the year&amp;rsquo;s selected artists&amp;mdash;then as now&amp;mdash;were invited to the village to get &amp;ldquo;the lay of the land&amp;rdquo; and consider what work might lend itself to optimal installation and where. By terms of her agreement, half of the artists chosen to show were to have a relationship of one sort or another to the canton of Valais; and one among them should have a strong connection to Ernen itself. In this year&amp;rsquo;s show, Emil Michael Klein, was born here, and while better known as a painter, he installed a huge fabric drape, a velvet &amp;ldquo;curtain&amp;rdquo; for the house chapel of the historic Kaplanei house.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The installations are sprinkled around the village, and all are deserving, but I found three particularly suggestive and/or imaginative. Christoph Eisenring (b. 1983, Frauenfeld)&amp;rsquo;s sleek and minimalist contribution consists of three delicate and lyrical works in lacquered aluminum plate that are attached flush to the walls of important sites in the village: the church, the Rathaus, and a grain storage or &amp;ldquo;Spycher&amp;rdquo; in the upper part of the village. On the side of that structure, two scythes make a kind of parenthesis on the outside wall, citing both to the hard labor the scythe represented in an alpine rural community, but also alluding to the scythe as a symbol of death. Sonja Lippuner ( b. 1987, Thurgau)&amp;rsquo;s &lt;em&gt;Leere Dichte&lt;/em&gt; &amp;nbsp;(Empty density) is housed in another &amp;ldquo;Spycher&amp;rdquo; at the lower end of the village, and it mesmerizes the viewer with a great &amp;ldquo;density&amp;rdquo; of applications and textures in these rich textile works, one layer slipped or stitched over the other. Aur&amp;eacute;lie Strumans&amp;rsquo; &lt;em&gt;Allit&amp;eacute;rer, reflet affleur&amp;eacute;&lt;/em&gt; (Alliterate, flush reflection) is perhaps the most politically charged of the works shown. It consists of five stone blocks placed inconspicuously on benches around the village, each stone able to cite vocal murmurs generated and mixed by the artist. Collectively, the &amp;ldquo;benchwork&amp;rdquo; alludes to modern man&amp;rsquo;s disregard for his precious resource and exhaustible asset, nature. As such, it is a discouraging statement about aspects of loss in the face of modern technologies, but a very accurate one.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Notable is that in Ernen&amp;rsquo;s past history, the adage &amp;ldquo;Zur frohen Aussicht&amp;rdquo; once had an altogether different connotation. Two or three generations ago, and good 40-minute hike above the village, an enterprise of that name was at once mountain retreat, dance locale, and place to meet a sweetheart. Sadly, that building is more or less a ruin today. But that a younger generation of aspiring artists has redefined it as an annual artistic endeavor, is a gesture that represents both a positive impulse and an eye to the future. And, that curator Josiane Imhasly, come fall, will also be welcoming groups of school children to &amp;rdquo;Zur frohen Aussicht&amp;rdquo; and workshops around it is equally promising.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Note: A program of performances slated for 24 and 25 August is also part of Ernen&amp;rsquo;s &amp;ldquo;&lt;a href=&amp;quot;http://www.zurfrohenaussicht.org/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Zur frohen Aussicht&lt;/a&gt;&amp;rdquo; summer offer.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sarah Batschelet, 8 July 2019&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 09 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1562663249-Cover_.jpg" length="519885" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/dreisamkeiten-161</link>
			<title>Dreisamkeiten</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Dynamische Interpretationen und filigranes Zusammenspiel: Das Trio Gaon gab im Rahmen von &amp;laquo;Kammermusik kompakt&amp;raquo; sein Deb&amp;uuml;t in Ernen und beeindruckte durch die Leichtigkeit, mit welcher es den Konzertmarathon zu einem Kaleidoskop an Klangwelten verwandelte.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kammermusik kompakt. Sieben Konzerte in drei Tagen. Zwanzig Werke von vierzehn Komponist*innen. Fast zweihundertf&amp;uuml;nfzig Jahre umspannende Kompositionen. Im traditionsreichen Tellenhaus Ernen begeisterte das Trio Gaon durch sein dynamisches Kammermusizieren. &amp;laquo;Gaon&amp;raquo; ist koreanisch und bedeutet &amp;laquo;Mittelpunkt der Welt&amp;raquo; sowie &amp;laquo;W&amp;auml;rme erschaffen&amp;raquo;. Die drei Musiker*innen &amp;ndash; das sind die Geigerin Jehye Lee, der Cellist Samuel Lutzker sowie der Pianist Tae-Hyung Kim &amp;ndash; schafften es mit ihrem packenden und kommunikativen Spiel, die warme Atmosph&amp;auml;re des Tellensaals so zu verdichten, dass ein einzigartiger Mittelpunkt der Welt entstehen konnte. Die gelungene Programmgestaltung liess eine grosse Diversit&amp;auml;t an musikalischen Stimmungen zu &amp;ndash; es fehlte kaum ein wichtiger Name des Klaviertriorepertoires &amp;ndash; wobei jedes der einst&amp;uuml;ndigen Konzerte in sich konsistent war. Neben dem Schwerpunkt Beethoven&amp;ndash;Mendelssohn&amp;ndash;Brahms gab es je ein komplett franz&amp;ouml;sisches und ein russisches Konzert, w&amp;auml;hrend ein weiteres Trios von Joseph Haydn mit &lt;em&gt;Pulses&lt;/em&gt; (2018), einem Werk des australischen Komponisten Paul Stanhope, sowie der &lt;em&gt;Caf&amp;eacute; Music&lt;/em&gt; von Paul Schoenfeld, kontrastierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Feurige Leidenschaft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Auftakt erklang Beethovens Trio op. 1 Nr. 1, Es-Dur. Beethoven &amp;ndash; die Visitenkarte eines jeden Kammermusikensembles: Es war klar, kernig und klangvoll und machte Vorfreude auf das Konzert am darauffolgenden Tag, welches mit op. 70 Nr. 1 und Nr. 2 ganz dem grossen Meister gewidmet war. &amp;laquo;W&amp;auml;rme erschaffen&amp;raquo; &amp;ndash; das nahmen sich die drei Musikerpers&amp;ouml;nlichkeiten zu Herzen. Mit drei Duetten und dem Trio H-Dur von Johannes Brahms stieg die Temperatur an. Mit gr&amp;ouml;sster Innigkeit f&amp;uuml;llten sie den intimen Tellensaal mit s&amp;uuml;ssen Kantilenen und emotionsgeladenen Klanggeb&amp;auml;uden, sodass die Holzdecke mitvibrierte. Offensichtlich f&amp;uuml;hlten sich die drei Ausnahmemusiker*innen in den Werken Beethovens und Brahms&amp;lsquo; besonders zuhause; der Programmschwerpunkt schien bewusst gew&amp;auml;hlt. Als kr&amp;ouml;nender Abschluss der Konzertreihe brachte das klanggewaltige Trio c-Moll von Felix Mendelssohn, mit seiner ausschweifenden Melodik und feurigen Leidenschaft, nicht nur die Musiker*innen zum Schwitzen, sondern auch reichlich Blut im Publikum zum Kochen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Entdeckungen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwischen Debussys Trio G-Dur &amp;ndash; einem Jugendwerk, welches erst 1982 im Nachlass eines Sch&amp;uuml;lers des Komponisten gefunden wurde &amp;ndash; und dem allseits beliebten Trio a-Moll von Maurice Ravel konnte ein ganz besonderes Werk entdeckt werden: &lt;em&gt;D&amp;rsquo;un matin de printemps&lt;/em&gt;, Lili Boulangers Erinnerungen an einen Fr&amp;uuml;hlingsmorgen. Im Wissen, dass die schwer kranke junge Frau dieses eins&amp;auml;tzige Trio w&amp;auml;hrend ihres letzten Lebensjahres schrieb, erscheint die kompromisslose Lebensfreude und ungetr&amp;uuml;bte Heiterkeit umso erstaunlicher. Wohltuend kontrastierte die sanfte Frische und Eleganz der franz&amp;ouml;sischen Musik die pralle Walliser Nachmittagssonne.&lt;br /&gt;
Mit filigraner Leichtigkeit bewegten sich die drei Musiker rund um die schlanken Kl&amp;auml;nge der fr&amp;uuml;hen Haydn-Trios. Mal stolz &amp;ndash; mal leichtf&amp;uuml;ssig; mal gesanglich &amp;ndash; mal virtuos. Dazwischen die Rhythmen von &lt;em&gt;Pulses&lt;/em&gt;, welche besonders subtile Interaktion der Interpret*innen verlangten und trotz schroffer Kraft ihre erfrischend klare Klangwelt doch nie g&amp;auml;nzlich verliessen. Dass an einem Sonntagmittag der Mittelpunkt der Welt auch mal in einem verstaubten Caf&amp;eacute; sein darf, dessen Stimmung Paul Schoenfeld in seiner &lt;em&gt;Caf&amp;eacute; Music&lt;/em&gt; eingefangen hat, liess bei so manchen Zuh&amp;ouml;rer*innen eine beschwingte Stimmung aufkommen. Die dynamische Interpretation des Trios, in welcher das n&amp;ouml;tige Qu&amp;auml;ntchen Selbstironie nicht fehlen durfte, bewies von Neuem die Qualit&amp;auml;t der drei Musiker*innen. Ihre technische Brillanz, gepaart mit jugendlicher Spielfreude liessen zu keinem Zeitpunkt den Eindruck entstehen, der Konzertmarathon werde zu einer &amp;laquo;Tour de force&amp;raquo;, im Gegenteil: In jedem Konzert schafften sie es aufs Neue, das Publikum zu verzaubern und zu begeistern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 1. Juli 2019, von Jonathan Inniger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 04 Jul 2019 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1562236488-aaa5.jpg" length="1631707" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/kulturelle-glanzlichter-im-wallis-ein-neuer-kulturfuehrer-160</link>
			<title>Kulturelle Glanzlichter im Wallis: ein neuer Kulturführer</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;laquo;Seitenspr&amp;uuml;nge f&amp;uuml;r Kulturliebhaber*Innen&amp;raquo; ist ein wahrer Ideenstrauss f&amp;uuml;r Besuchm&amp;ouml;glichkeiten im faszinierenden Kanton Wallis.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt so manches zu entdecken im pulsierenden, zweisprachigen Kanton Wallis. Nach seinem Beitritt 1815 zur Schweizerischen Eidgenossenschaft war seine Geschichte vorerst gepr&amp;auml;gt von querk&amp;ouml;pfigen Bisch&amp;ouml;fen, rauflustigen Kardin&amp;auml;len und m&amp;auml;chtigen Landbesitzern, ganz zu schweigen von Wegelagerern, Dichtern und Falschm&amp;uuml;nzern. Zwischen 1850 und 1870 waren es britische Bergsteiger, die im Gebirgskanton das &amp;laquo;goldene Zeitalter&amp;raquo; des Alpinismus einl&amp;auml;uteten. 1863 bot dann Thomas Cook, ebenfalls ein Engl&amp;auml;nder, erstmals &amp;uuml;berhaupt eine Pauschalreise in die Schweiz zu sehenswerten Orten im Wallis an. Die unaufhaltsame Erweiterung eines hervorragenden Eisenbahnnetzes im ganzen Land beg&amp;uuml;nstigte nat&amp;uuml;rlich die touristische Entwicklung. Seither fanden Generationen von Wanderern und Skifahrern regelm&amp;auml;ssig ihr kleines Paradies im Wallis, und Naturliebhaber kamen zu jeder Jahreszeit durch majest&amp;auml;tische Gipfel, saftige Alpwiesen, Gletscher, verwunschene T&amp;auml;ler und weitl&amp;auml;ufige Rebberge auf ihre Rechnung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Seitenspr&amp;uuml;nge f&amp;uuml;r Kulturliebhaber*Innen&lt;/em&gt; hat ein weiteres Ziel: Man m&amp;ouml;chte den Besuchern die reiche Kulturgeschichte des Wallis n&amp;auml;her bringen, sprich: seine architektonischen und k&amp;uuml;nstlerischen Perlen und die Pionierleistungen f&amp;uuml;r Landschaftspflege und -schutz. Zu den beschriebenen Sehensw&amp;uuml;rdigkeiten geh&amp;ouml;ren Museen, Burgen, Schl&amp;ouml;sser, Kirchen, Musikfestivals und Kunstausstellungen, die &amp;uuml;brigens alle mit &amp;ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu den grossartigen Ingenieurleistungen z&amp;auml;hlt zum Beispiel die Staumauer &amp;laquo;Grande Dixence&amp;raquo;, die mit einer H&amp;ouml;he von 285 Metern als h&amp;ouml;chste der Welt gilt. Aus dem F&amp;uuml;hrer erfahren die Besucher viel &amp;uuml;ber erneuerbare Energie in den Alpen und die Technologie eines gewaltigen Wasserkraftwerks. Am anderen Ende des Spektrums steht das &amp;nbsp;einzigartige traditionelle Brauchtum, dem sich der F&amp;uuml;hrer ebenfalls widmet: So erf&amp;auml;hrt man, wo die Favoritin eines wilden Eringer Kuhkampfs angefeuert werden kann. Oder wo man im malerischen L&amp;ouml;tschental auf die Spuren der archaischen &amp;laquo;Tsch&amp;auml;gg&amp;auml;tu&amp;raquo; st&amp;ouml;sst, diese wilden Figuren mit ihren furchteinfl&amp;ouml;ssenden, handgeschnitzten Holzmasken.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weiter gibt der F&amp;uuml;hrer Auskunft dar&amp;uuml;ber, wie die Walliser eine &amp;uuml;berlebenswichtige Beziehung zu ihrer nat&amp;uuml;rlichen Umwelt aufbauten. Das World Nature Forum in Naters, das Ecomuseum auf dem Simplonpass und der Landschaftspark Binntal zeigen beispielsweise auf, inwiefern der Schutz von Natur und Kulturlandschaft eine wichtige Grundlage bilden f&amp;uuml;r die wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohlfahrt. Zudem lebten und arbeiteten herausragende Pers&amp;ouml;nlichkeiten im Wallis, so der gefeierte deutsche Dichter Rainer Maria Rilke, der im F&amp;uuml;hrer ebenfalls Erw&amp;auml;hnung findet. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre schreibend im idyllischen Bergdorf Raron.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Kulturf&amp;uuml;hrer besticht durch fesselnde Texte des Journalisten und Schriftstellers Luzius Theler, die ausgewogen historisches Wissen und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen vermitteln. Die doppelseitigen, hervorragenden Fotografien von Val&amp;eacute;rie Gigers, die einen wunderbaren Einstieg zu den vorgestellten Orten bieten, und das kompakte, attraktive Layout sowie die Typographie von J&amp;eacute;r&amp;ocirc;me Lanon, Grafiker und ehemaliger Dozent an der Walliser Schule f&amp;uuml;r Gestaltung (ECAV) in Siders, machen dieses Werk nicht nur zu einem Vorzeigest&amp;uuml;ck, sondern auch zu einer unerl&amp;auml;sslichen Informationsquelle. Wenn Sie mehr &amp;uuml;ber die zu entdeckenden Sch&amp;auml;tze des Wallis wissen wollen, dann ist dieser F&amp;uuml;hrer genau das Richtige f&amp;uuml;r Sie!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Kulturf&amp;uuml;hrer kostet CHF 25.- und kann unter der Nummer &lt;a href=&amp;quot;tel:+41 27 971 1000&amp;quot;&gt;+41 27 971 1000&lt;/a&gt; bestellt werden | Die Buchhandlung Wegenerplatz in Brig sowie die Buchhandlung ZAP in Brig/Visp haben den Kulturf&amp;uuml;hrer im Sortiment.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verein Forum Ernen (Hg.): Seitenspr&amp;uuml;nge f&amp;uuml;r Kulturliebhaber*Innen&lt;br /&gt;
Verlag Valmedia Visp, 2018&lt;br /&gt;
ISBN &lt;a href=&amp;quot;tel:978-3-907099-38-4&amp;quot;&gt;978-3-907099-38-4&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 04 Feb 2019 00:00:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1549298984-Titelblatt.jpg" length="1621432" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/the-newcomers-program-ernen-welcomes-the-winners-159</link>
			<title>The «Newcomers» program: Ernen welcomes the winners!</title>
			<description>&lt;p&gt;The motto of the 2018 Musikdorf Ernen&amp;rsquo;s festival, &amp;laquo;On the move&amp;raquo;, is one that refers both to the individual concert program offer, and to the profile of the festival itself. Artistic Director Francesco Walter has said that the organizers strive to steadily &amp;laquo;keep moving&amp;raquo; so that guests will be able to enjoy something novel in the festival every year. That said, the music village will&amp;mdash;for the first time this coming fall&amp;mdash;welcome the winners of the Orpheus Swiss Chamber Music Competition in concerts with varied repertoires. The prestigious &amp;laquo;Orpheus&amp;raquo; was founded in 1974 to support young, talented chamber music ensembles at the beginning of their professional careers. To date, close to 300 prize-winners have benefited from its support, and many have gone on to international acclaim.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So here&amp;rsquo;s the sneak preview: While the distinguished ensembles have been giving public performances in Adelboden since 2011 as part of its Swiss Chamber Music Festival, they will now be given a prominent platform here in Ernen, too. Visitors are warmly encouraged to attend the concerts, whose vibrant freshness and energy can be guaranteed.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;On September 15, &amp;laquo;Duobitatio&amp;raquo; will perform a repertoire (violin, piano) that varies as much as from Manuel de Falla to George Crumb, from Johannes Brahms to Heinz Holliger. That concert begins in the Tellenhaus at 17.00h.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Later in the day, the &amp;laquo;Trio Be One&amp;raquo; and the &amp;laquo;Triplet Trio&amp;raquo; (three percussionists) also figure in the series. Beginning at 20.00h in Ernen&amp;rsquo;s multipurpose hall, their concert will include works by Bartok, Milhaud, Piazzolla, Xenakis, J.S. Bach, and two contemporary composers, Cangelosi and de Mey.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;At 11.00h on September 16, and in the Tellenhaus, the &amp;laquo;Gardan Quartett&amp;raquo; (strings) will perform works by Grażyna Bacewicz, Thomas Demenga, and Dimitri Shostakovich. While also renowned as a fine cellist, composer Demenga is serving the festival as musical director of the &amp;laquo;Newcomers&amp;raquo; series.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;On that same day, and starting in the Tellenhaus at 14.00h, the superb &amp;laquo;Delta Piano Trio&amp;raquo;, first-prize winners at the Orpheus Swiss Chamber Music Festival 2017, will give a program of works by Frank Martin and Lera Auerbach, finishing with a riveting Beethoven piano trio.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;To hear any one of the four ensembles will be a musical experience marked by insight, passion, and great temperament. To hear more of the four would be an extraordinary treat, for undoubtedly, these musicians are clearly &amp;laquo;on the move&amp;raquo;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Wednesday, 15 August 2018 by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 15 Aug 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1534346764-IMG_1814.JPG" length="196439" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/ones-political-zeal,-anothers-lavish-table-the-jost-sigristen-house-museum-158</link>
			<title>One’s political zeal, another’s lavish table: The Jost-Sigristen House Museum</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;One day last week, the Head of the Ernen Tourist Office, Irene Clausen, kindly took me on a special tour of the handsome Jost-Sigristen House Museum, a house that proudly stands smack in the middle of Ernen.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Martin Jost, the honored &amp;laquo;Meier and Banner Lord&amp;raquo; of the large communities (&amp;laquo;Zenden&amp;raquo;) in Goms, built the residence in 1581, just outside the central &amp;laquo;Hengert&amp;raquo; square. Jost was the second-most important man in Ernen at the time, surpassed only by Governor Matth&amp;auml;us Schiner. He held the so-called &amp;laquo;Meieramt&amp;raquo; of Goms in the years 1580, 1584 and 1609, and in 1591/92, resided as bailiff in Monthey, some 120 km to the West. His political zeal led him to a daring gamble in 1615, however, one which ultimately determined his fate. Against the will of the district administrator, he formed an alliance among the Goms, Morel, and Brig communities on the one hand, and Milan on the other. As a result, the passports of those Zenden were closed to the French. Having been the idea&amp;rsquo;s initiator, Jost paid for his venture with the loss of all honorary office, imprisonment, and finally, his life. Whether he was executed point-blank or died a natural death in prison has never been definitely established.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The squared timber block home that he erected in Ernen, though, still stands on its generously-proportioned cellar. As early as 1598, Jost enlarged the house with a brick extension on the eastern side. In 1772, during the Rococo period, the interior of the house also underwent a major renovation to reflect the taste of another owner: Jakob Valentin Sigristen (1733-1808), the last governor of the old Republic of Valais before the invasion of the French. Most of the paneled rooms and marvelous coffered ceilings of that later period have been carefully preserved.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Today, the first floor houses a museum that focuses on the culture of everyday life and entertaining of that last eminent resident, who died in 1808. I marveled at the almost puritanical lines of the dining room, whose decorative wall paintings must have been the backdrop to gracious entertaining, and, by contrast, the blackened walls and greasy surfaces of what once was a functional kitchen. In the dining room, a life-sized figure, fruits, and tableware are assembled to make you feel like you&amp;rsquo;ve interrupted a lavish meal: braised meats, fish and eel dishes, and a wide variety of vegetables were apt to be on the menu. Desserts in the house apparently featured southern and exotic fruits: nutmeg, cinnamon, cloves, almonds and lemons. It&amp;rsquo;s not surprising that Bishop Josef Anton Blatter, visiting in late June, 1795, said that during his travels through the Wallis, he had had &amp;laquo;the most elegant bedding in Oberwald, but the most magnificent meal in Ernen at Governor Sigristen&amp;rsquo;s.&amp;raquo;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;For me, the most intriguing place in the house was the large and stately office of the notary public, owing primarily to the marvelous paintings on its coffered ceiling. An attribution to the &amp;laquo;Fiesch School of Painting&amp;raquo; offers no specific painter&amp;rsquo;s name, but whoever the artist was fashioned some 20 somber, grisaille vignettes to include a whole community of allegorical figures, tributes to charitable acts, and bucolic landscapes. Whether shepherdess, weary old woman, angler, or vagabond, the cross-section of 18&lt;sup&gt;th&lt;/sup&gt; century figures and costumes are utterly fascinating.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Friday, 3 August 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;The Jost-Sigristen Museum is open on Wednesdays and Sundays from the middle of June through the end of October, 17.00 to 18.00h. Entrance is free. &amp;nbsp;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Photos of the costumed celebration inside the museum are by &lt;/em&gt;&lt;em&gt;Chistian Pfammatter, &amp;copy; Landschaftspark Binntal.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 03 Aug 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1533279696-Header_Jos_Sigristenmuseum___2.jpg" length="349015" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/an-interview-with-architect-pascal-abgottspon-157</link>
			<title>An interview with architect Pascal Abgottspon</title>
			<description>&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;An interview with architect Pascal Abgottspon, site manager for the restoration of the St. Georg parish church in Ernen&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Renovating the old St. Georg, landmark of the village, was a key engagement. Are you an &amp;laquo;Ernen&amp;raquo; yourself?&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
No, but my wife and I live right near the parish church. My office is in Visp and she&amp;rsquo;s the business manager of the &lt;em&gt;Landschaftspark Binntal&lt;/em&gt;, so we have a very strong connections to the village.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;What road did you take to get here?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
After my architecture studies at the ETH Lausanne, the economic situation in this area was very tough, so after graduation, I took a job in a small, but well-respected architect&amp;rsquo;s office (&lt;a href=&amp;quot;http://chandlerpierce.com&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Chandler Pierce Architect&lt;/a&gt;) in New York. Since that city&amp;rsquo;s buildings are so dense, there were fewer contracts for new buildings. Instead, much of the work meant refitting existing structures, but that experience proved useful, since about half the work my firm does here today is along those same lines, albeit it at a different scale.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;So, you started your own business some twenty years ago?&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Yes, and in the interim, my partner and I have grown to ten employees (&lt;a href=&amp;quot;http://abgottspon-werlen.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;abgottspon werlen architekten&lt;/a&gt;). We design and build new structures, but also do regular jobs for the Federal Government abroad, refitting the embassies and their respective residences, as we&amp;rsquo;re doing currently in Dakar, Senegal, for example. I&amp;rsquo;d say about half of our contracts, in fact, are in renovation and refitting, the aim being to respectfully ensure dated and/or historic spaces modern functionality.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Does renovation come with its own rewards?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, I very much like doing that kind of work, but it&amp;rsquo;s very different than what we call &amp;laquo;green field&amp;raquo; architecture, when, starting from scratch, you have to consider the site location, the surrounding topography, and orientation. In renovation work, all of those are already given, so other skills are required. You have to consider the real substance of the existing building, its character, personality, and ultimately, its unique expression on the site it stands. Past history has affected it, too, so you must take that into account. Further, the people commissioning the work have to brave the inconvenience of a construction site, where safety is always our number one concern. There can be no accidents, not because our insurance premiums have reductions if we stay accident-free, but in light of the pain that we&amp;rsquo;d be responsible for if something should ever happen.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;What have the primary tasks in the St. Georg renovation been?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
It&amp;rsquo;s quite a long list: restoring of the outer walls, resurfacing the main stairway&amp;rsquo;s valley-facing wall, attending to damages in the interior wall surfaces, repairing and re-shingling the roof of the nave, making modifications to the electronic system (lighting, audio systems, bells, clockworks), updating of the heating system, and the restauration and cleaning of the various altars. We&amp;rsquo;ll begin the last of these tasks at the end of this year&amp;rsquo;s music festival.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;What specialist craftsmen did you have to pull in? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Generally, a building that dates from 1515-1518, as this one does, or 500 years old, requires specialists who have long-standing experience in their respective competencies. Along with the Cantonal Monument preservation authorities, &lt;em&gt;(Kantonaler Denkmalschutz)&lt;/em&gt; under Klaus Troger&amp;rsquo;s authority, we had the collaboration of local companies to do the conventional work: plumbing, roof drains, copper piping, and so on. But the roof required something of a different order: no fewer than 240,000 handmade larch shingles, which are more durable that the softer wood ones that were used previously.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;How did that work progress?&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Josef Bucher AG in Escholzmatt was charged with the production of the shingles, each one of which was laboriously hand-laid and nailed in, as well. Olivier Veuve from La Forclaz VD, also known in the scene as the &amp;laquo;Pope of Shingles,&amp;raquo; praised the delivered shingles in the highest terms. Having soaked the shingles in water overnight so they wouldn&amp;#39;t split, Veuve&amp;rsquo;s small team covered the south side of the church roof and the canopy above the main entrance, nailing in each one of 240,000 shingles by hand. It was critical for wood from the region to be used, wood grown in a similar alpine climate and altitude. The Goms Forester supplied half the stock; more was acquired from the M&amp;uuml;stair and Matter Valleys.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;How was such a major project funded?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Funds were generated by the monuments preservation, the St. Georg rectory&amp;mdash;as the owner&amp;mdash;, and the community, which supplied some 10% of the financial resources. The cantonal and federal governments provided another 20%. But he majority of the funding came from the &lt;em&gt;Loterie Romand&lt;/em&gt;, whose mission is to organize and operate lottery and sports betting for the benefit of thousands of different institutions. Private organizations and friends also contributed. When&amp;rsquo;s all said and done, our project will be well within the projected budget of CHF 2.2 million.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Start to finish: how long will the whole project take?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
While I was asked in January 17 to make a schedule for the restoration, the actual work began in April, 2017. Sadly, that was to an unfortunate start: the scaffolding had already gone up when a hefty spring snow storm and then lots of rain exposed the church interior to moisture. Fortunately, there was no lasting damage. And since then, we&amp;rsquo;ve worked steadily except for during the festival weeks, when finishing the interior &amp;mdash;in light of the required scaffolding&amp;mdash;was out of the question. And we fully intend to finish by our deadline this fall, so we can celebrate the restoration and re-consecration of the church at the beginning of December.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Were there other models whose &amp;laquo;lessons learned&amp;raquo; could be applied to this project?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Not really, since with an object 500 years old, there were no supporting documents, close to no architect&amp;rsquo;s plans, and precious little information at either at the local, cantonal, or federal level. So essentially, heading the project was like driving in the fog. You don&amp;rsquo;t quite know where the road will take you. And there&amp;rsquo;s a lot to consider: The architect of our Cantonal Monuments Preservation, Klaus Troger, said it perfectly, &amp;laquo;you can take all the expertise you want, every case must still be approached individually.&amp;raquo;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Were there any unexpected &amp;laquo;surprises&amp;raquo; along the way?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, to our chagrin, we discovered that the spire&amp;rsquo;s lightning rod wasn&amp;rsquo;t functional. Other than that, hand-crafted shingles take a long time to produce, and obviously, there are no available stocks. Our roofers could nail them in faster than could be acquired, which&amp;mdash;as legitimate as it was&amp;mdash;was also frustrating. On a lighter note, though, there was one surprise that amused us all: a closer look at the fine iron cross on the forward apex of the roof revealed an inscription, &amp;laquo;Hic iacet Sepulptus Thomas Tschudi von Engelberg Anno 1757.&amp;raquo; (Here Thomas Tschudi from Engelberg lies buried, 1757). Obviously at some point, the cross was simply nicked from an unattended grave!&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;What was the most difficult assignment in the whole project? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Probably attending to the bells, because there was very little you could predict about them in advance, and preparing for their descent from their tower was iffy. Bell-expert Matthius Walter wrote twice about what he had found, but only once down and out of the tower, did they present another picture. Luckily, thanks to his expertise, and the specialized company commissioned to the execution of the work, the bells are functional again now, although the fine tuning and testing will only be done after this Musikdorf summer.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;Can you describe the restoration experience in three adjectives?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Challenging. Demanding. Stressful. This is hardly daily business: if something goes wrong, there&amp;rsquo;s no recourse when your material dates from the early 16&lt;sup&gt;th&lt;/sup&gt; century. And the project was confronted with today&amp;rsquo;s legal stipulations: fire and police safety regulations, visitor numbers, and so on. If taken collectively, those restrictions would essentially render this church all but impassable; it would need another handrailing, a wall that&amp;rsquo;s taller than knee-high, and so on. Negotiating for historic preservation in that context was hard, but in the end, both sides exercised a healthy rationale.&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;&lt;strong&gt;So, to finish, what&amp;rsquo;s been the most rewarding?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
I guess standing up on top of the roof once it was completed and looking out over the valley. That was a wonderful experience. And I&amp;rsquo;m looking forward to the clean-up of the church interior. When all the dust and residue is removed from the pockets and folds of the statues, it will be even more brilliant, and we&amp;rsquo;ll have even more to celebrate!&lt;/p&gt;

&lt;p style=&amp;quot;margin-left:18.0pt;&amp;quot;&gt;Ernen, Thursday, 2 August 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 02 Aug 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1533217832-churchHEADER.jpg" length="489170" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/smart-between-culture-and-sustainable-development-156</link>
			<title>SMArt: Between culture and sustainable development</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;What better way to see and connect with the work of one fine photographer than to visit it with another? Here in Ernen, select images by the Mongolian photographer Tamir Bayarsaikhan (born 1985) are being shown through September in his first solo exhibition, &amp;laquo;Shadow on Us.&amp;raquo; I shared a viewing of it with Bernard Brand, the affable South African who is this year&amp;rsquo;s official photographer for Musikdorf Ernen.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The show is a joint project between the Musikdorf Ernen, artBellwald.ch, and the SMART (Sustainable Mountain Art), a program launched in 2014 by the Foundation for the Sustainable Development of Mountain Regions (FDDM). Over a five-year span, FDDM targets growing an &amp;laquo;international and multi-cultural network of artists, art residences, cultural institutions, and sponsors, each of them committed to the sustainable development of mountain regions.&amp;raquo; The concentration is on four areas: climate change, water reserves, biodiversity, and migration, topics of great relevance to the Valais, whose glaciers are melting, and farmland acreage is increasingly exposed to harmful environmental factors.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dating from 1776, Ernen&amp;rsquo;s Kaplaneihaus near the parish church makes an ideal venue for the SMART exhibition. Striking features of the building are its massive walled cellar and the bronze-colored wood paneling in many of its rooms. Just as appealing is the degree of light that filters in uninterruptedly through the, six-paned windows of the two upper stories. The &amp;laquo;Shadow on Us&amp;raquo; exhibition housed there explore the many challenges our mountain regions face. But more, the photographs promote an exchange of dialogue, one which proved particularly exciting with another artist working in the same genre.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bernard Brand hails from Pretoria, South Africa. He&amp;rsquo;s easy to spot here in Ernen: the lanky guy with a baseball cap who&amp;rsquo;s transporting a tripod. As an independent art photographer in South Africa, he&amp;rsquo;s done multiple shoots of instrumental configurations&amp;mdash;pop, rock, and classical&amp;mdash;as well as portraiture, studio- and artist-promotional work. So, in the SMART exhibition, Bernard&amp;rsquo;s ably pointed out the subtleties of multi-exposures in a complex image, enthused over technicalities a rookie might not see, and marveled at the subtle beauty in Tamir Bayarsaikhan&amp;rsquo;s work. Black-and-white images are both artists&amp;rsquo; preference. And as chance would have it, the two photographers share other commonalities. Both were born in 1985, and venture with their photographs into social commentary. Both have a tremendous command of ways to optimize their images. And finally, both photographers are showing and working in Ernen, a long way from their homes. Fine with me: one could do worse than be surrounded by such talents.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Wednesday, 1 August 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;The exhibition is daily open from 10 am to 6 pm (up to 8 pm on concert days) till 16 September 2018.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;_______&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;In cooperation with &lt;a href=&amp;quot;http://sustainablemountainart.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;SMART&lt;/a&gt;, Swiss cultural partners welcome artists from the Southern or Eastern hemispheres. During their stays, the artists create works that portray the feelings and/or expression that a particular people or location inspires in them, but also point to specific challenges confronting that region. The concentration is in one of four areas: climate change, water reserves, biodiversity/food security, and migration. &lt;/em&gt;&lt;em&gt;For more information visit the &lt;a href=&amp;quot;http://www.fddm.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;website&lt;/a&gt; of FDDM or &lt;a href=&amp;quot;http://artbellwald.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;artbellwald.ch&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 01 Aug 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1533116286-Header_MG_1230.jpg" length="407837" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/meer-sollte-er-heissen-155</link>
			<title>«Meer sollte er heissen»</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mit Chorwerken aus verschiedenen Epochen er&amp;ouml;ffnete der SOLAND Chor die Reihe &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo; hier im Musikdorf Ernen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;laquo;Nicht Bach, sondern Meer sollte er heissen&amp;raquo;, urteilte Beethoven einst &amp;uuml;ber Johann Sebastian Bach. Ruth Soland, bekennende Bach-Verehrerin und Leiterin des nach ihr benannten Chors, w&amp;auml;hlte Beethovens Ausspruch als &amp;Uuml;berschrift f&amp;uuml;r ein Chorkonzert, das die g&amp;auml;ngigen Bahnen verliess und Ufer fruchtbar &amp;uuml;berschwemmte. Am vergangenen Sonntag standen n&amp;auml;mlich Werke aus gleich drei Epochen auf dem Programm ihres Gastauftritts im Walliser Musikdorf Ernen. Der SOLAND Chor interpretierte nebst einer Chorbearbeitung vom Contrapunctus 1 aus Bachs &amp;laquo;Die Kunst der Fuge&amp;raquo; unter anderem auch die alle Gef&amp;uuml;hlslagen der Liebe durchlaufenden &amp;laquo;Zigeunerlieder&amp;raquo; von Johannes Brahms und der in seiner Tonsprache zur&amp;uuml;ckgenommene, aber dennoch unglaublich intensive Klagegesang &amp;laquo;Svyati&amp;raquo; des 2013 verstorbenen Briten John Tavener.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Homogene Klangsch&amp;ouml;nheit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Manchmal braucht es nur ganz wenig, um ein Gef&amp;uuml;hl der Vollkommenheit zu kreieren. Drei sch&amp;ouml;n gesungene Akkorde sind oftmals schon genug. Solch einen Moment erschafft John Tavener am Ende seines Werkes &amp;laquo;Svyati&amp;raquo; f&amp;uuml;r Chor und Violoncello Solo: simple, vom Chor vorgetragene Dreikl&amp;auml;nge, durchbrochen von einer sehnsuchtsvoll aufsteigenden Cellolinie. In traumwandlerischer Sicherheit fing der SOLAND Chor die Magie dieses Momentes ein &amp;ndash; sonor, poetisch, in inniger Ruhe.&lt;br /&gt;
Die 17 aus verschiedenen Teilen der Schweiz angereisten S&amp;auml;ngerinnen und S&amp;auml;nger standen dabei im Dialog mit der Cellistin Xenia Jankovic, ihres Zeichens k&amp;uuml;nstlerische Leiterin der Kammermusik-Plus-Reihe am Festival Musikdorf Ernen. In kantablem Gestus f&amp;uuml;gte sich Jankovic als erg&amp;auml;nzende und Zwiesprache haltende Stimme vorz&amp;uuml;glich in die homogene Klangsch&amp;ouml;nheit des in Zofingen stationierten Chores ein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gekonnte Balance&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Einen g&amp;auml;nzlich anders gearteten Part &amp;uuml;bernahm Jankovic in Anton Arenskis &amp;laquo;Drei Quartette f&amp;uuml;r vierstimmige Ch&amp;ouml;re mit Violoncello&amp;raquo;. Anstatt Traurigkeit evozierende Kantilenen spielte sie etwa im dritten Quartett &amp;laquo;Die heisse Quelle&amp;raquo; sprudelnde Floskeln in virtuoser Leichtigkeit. Ruth Soland gelang es indes stets, das Gleichgewicht zwischen Chorklang und Cello gekonnt in Balance zu halten.&lt;br /&gt;
Wie viel Temperament der SOLAND Chor mit Sitz in Zofingen ins Wallis mitbrachte, zeigte sich in der Interpretation von Brahms &amp;laquo;Zigeunerliedern&amp;raquo;. Energie und Singfreude keinen Moment verlierend, wechselten sich gekonnt solistische Einlagen mit Ensemble- und Tutti-Passagen ab. Dabei zeigte sich, wie viel stimmliche Qualit&amp;auml;t in diesem Chor steckt, der etablierte Profis&amp;auml;nger m&amp;uuml;helos mit sich etablierenden S&amp;auml;ngern zu vereinen vermag. Vorz&amp;uuml;glich begleitete Paolo Giacometti in der pr&amp;auml;chtigen Erner Barockkirche auf dem Steinway-Konzertfl&amp;uuml;gel das Gesangsensemble durch die von ungarischer Volksmusik inspirierten Liebeslieder.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Dienstag, 31. Juli 2018, von &lt;a href=&amp;quot;https://www.musinfo.ch/de/personen/komponisten/?pers_id=1405&amp;amp;abc=Z&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Andreas Zurbriggen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 31 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1533031684-_DSF6230.jpg" length="1258705" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/eternal-spheres,-sublime-cello-the-first-of-the-festivals-choirs-154</link>
			<title>Eternal spheres, sublime cello: The first of the Festival’s choirs</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Contemporary as well as classical compositions belong to the repertoire of the fine SOLAND choir. Its members confidently venture into the modern genre as readily as they tackle the classical vocal repertoire. And inasmuch as the choir is interested in the art of developing sound, it engages professionals and newcomers alike in joint performances.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;And it was the SOLAND Choir that marked the launch of a new genre of this year&amp;rsquo;s &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo; chamber concert series at the Festival Musikdorf Ernen: a choir performance in Ernen&amp;rsquo;s lovely parish church, St. Georg. I had seen the singers up the valley in Binn early in the day of the performance, a jolly foursome had come in for a rest and a meal on the terrace of the historic Ofenhorn Hotel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The Soland configuration is presenting its latest program as &amp;laquo;Nicht Bach, Meer sollte es heissen,&amp;raquo; citing a line by Ludwig von Beethoven, &amp;laquo;Not Bach, it should be more.&amp;raquo; In keeping with that title, the program began and ended with two works drawn from Johann Sebastian Bach&amp;rsquo;s &amp;laquo;Art of the Fugue.&amp;raquo; With the first, the choir set a melodious framework for the whole program, and heralded solo cellist Xenia Jankovic&amp;rsquo;s sublime cello accompaniment.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jankovic, the Artistic Director of the &amp;laquo;Kammermusik plus&amp;raquo; series, also shone in the choir-cello duets of a second piece, &amp;laquo;Svyati&amp;raquo; (1995), a work by the since-deceased English composer, John Taverner. Here was an inspired performance, a somber allusion to a funeral mass that almost echoed Eastern mysticism, the cello line often set against the continuum of the bass. When the higher voices broke in, often in unexpected intervals of fourths and fifths, the mood ascended from funerary to celestial, the very slow accents of cello and choir progressing three notes up the scale put us on Holy ground. Especially the solo cello&amp;rsquo;s last three ascending notes, played alone, echoed like an unanswered question that broached an eternal sphere.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The entire choir was dressed in formal black, the women outfitted, too, with corn-yellow sashes they could wear as they chose; the men with dashing necks scarves in the same color. Visually, it made a lovely complement to the ornate decorations of the church&amp;rsquo;s Baroque interior. To their credit, the singers became part of a &lt;em&gt;Gesamtbild&lt;/em&gt;, an integral part of the hymn rather than a distraction from it.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Anton Arensky&amp;rsquo;s &amp;laquo;Three Quartets for 4-voice choir with violincello, Op. 57,&amp;raquo; the cellist sometimes varied her solo score with a lighter dynamic, but always embraced her instrument to a degree that made it seem like the very extension of herself. Her facial expressions&amp;mdash;devoted, coquettish, inquisitive&amp;mdash;echoed the score again and again. The music itself echoed in the coppery silk of her simple, elegant gown, which integrated her nicely, too, into the ornamental setting.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Johannes Brahms&amp;#39; song cycle &amp;laquo;Zigeunerlieder&amp;raquo; for choir and piano was also performed handsomely. The songs put a great responsibility on the shoulders of three soloists, who carried their lines alongside Paolo Giacometti&amp;rsquo;s demonstrative piano accompaniment with assurance and &amp;eacute;lan.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Throughout, and to her great credit, Choir Director Ruth Soland made a terrifically positive impression. Her gestures were unmistakably clear, and she mouthed every word with the same kind of distinctive enunciation that a body this large (18 singers) must also employ for clarity of expression. Not only was the acoustic in the St. Georg superb, but my seatmate and I had an extra treat in the concert: a young family sat right in front of us whose three young boys&amp;mdash;perhaps 5, 7 and 9&amp;mdash;also showed interest and appreciation in the music. Their reaction to one of the eleven of Brahms&amp;rsquo; &amp;laquo;Gypsy Songs&amp;raquo; for four voices and piano, Op. 103 struck me particularly. During the third song, &amp;laquo;Wisst Ihr, wann mein Kindelein am allersch&amp;ouml;nsten ist?&amp;raquo; (Do you know when my little child is at its best?), the smiles exchanged among them and the parents were nothing less than heart-warming. The dad&amp;rsquo;s patting his youngest on the head made me wish that I, too, had just as long a lifetime of such wonderful vocal music ahead.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Tuesday, 31 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 31 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1533024640-_DSF7944.jpg" length="1623546" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/unique-grape-varieties,-a-distinctive-usp-chanton-wines-153</link>
			<title>Unique grape varieties, a distinctive USP: Chanton wines</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Lucky for us, it&amp;rsquo;s all in the family. Back in 1944, Oskar Chanton launched a wine enterprise in the community of nearby Visp that would specialize in wines indigenous to that hardy mountain region. When the elder Chanton retired, his son Josef-Marie&amp;mdash;known as &amp;laquo;Chosy&amp;raquo;&amp;mdash; took over the helm. And in 2008, he, too, passed over responsibilities for the enterprise to his son, Mario. Now in the third generation, Mario continues the Chanton tradition of growing rare grapes with pioneer drive and commitment.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;On an overcast Saturday at the end of July, and at the firm&amp;rsquo;s modest, but very pleasant showroom on the main access road to Visp, Chosy kindly met with me, my dear friend Mick, and the Musikdorf&amp;rsquo;s Ernen&amp;rsquo;s official photographer, Bernard Brand. Credited with having brought several practically extinct grape varieties back to life, Chosy described the investment in &amp;laquo;rarities&amp;raquo; that set the Chanton offer apart: the Lafnetscha grape first, followed, in the 1980s, by the Himbertscha and Gw&amp;auml;ss, then with Eyholzer Red and Plantscher grapes &amp;ndash; four more varieties that had almost been lost to history. Their refreshing Petite Arvine and Heida have also gained popularity over the past 15 years, particularly since the canton has shown interest in harnessing consumption of the ubiquitous Fendant.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;While Lafnetscha still enjoys its position as the sole wine actually &amp;laquo;born&amp;raquo; in the Valais, Chosy explained how scientific analysis has been used to answer questions about grape ancestry. In DNA testing, the two &amp;laquo;parents&amp;raquo; of his rare wine varieties were definitively determined, and the Gw&amp;auml;ss grape was found to be half the profile (&amp;laquo;one parent&amp;raquo;) of countless grape varieties around the world. We, in fact, were surrounded in Visp by the dramatic terraced landscape that is the home to the Gw&amp;auml;ss, but Chanton also has holdings near the communities of Varen and Leuk. Taken all together, that means harvesting fruit from over 650 hectares of vineyards.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;As ecologically-friendly producers, Chanton uses only natural-based fertilizers. That, and certain limitations on annual quantities of each sort produced, have further boosted this Chanton&amp;rsquo;s reputation as a provider of fine quality. And the Swiss know a good thing when they taste it: some 90% of their wines are consumed right here in the country. It comes as no surprise that Chanton has been appointed the Musikforf Ernen&amp;rsquo;s official wine supplier.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Finally, at 1,100 meters above sea level, Chanton&amp;rsquo;s high vineyard near Visperterminen is familiar to many wine connoisseurs today, and its grapes thrive at the highest altitude of any vineyard in all of Switzerland. While rain showers precluded our own visit to the vineyards, there was more than enough to keep us busy at the showroom and degustation table itself. Indeed, the generous welcome we were given there made me sure we would all come back.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Monday, 30 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Well worth a visit: &lt;a href=&amp;quot;http://www.chanton.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Kellerei Chanton&lt;/a&gt;, Kantonstrasse 70, CH-3930 Visp&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 30 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1532932204-Header_DSF6158.jpg" length="1173794" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/prison,-rack,-stake,-or-gallows-the-zendenrathaus-and-witch-hunts-in-ernen-152</link>
			<title>Prison, rack, stake, or gallows: The Zendenrathaus and witch hunts in Ernen</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;The Zendenrathaus in Ernen is an imposing, solitary three-story building on the east side of the so called &amp;ldquo;Hengert,&amp;rdquo; which roughly translates to &amp;ldquo;village square.&amp;rdquo; There&amp;rsquo;s an uncanny resemblance between the Swiss-German word&amp;mdash;for a place to catch up on the news out of doors&amp;mdash;to the English &amp;ldquo;hang out&amp;rdquo;, meaning to meet up and speak with friends in a casual way. Miracles in language never cease!&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;But the solid, rectangular cube of the Zendenrathaus (Town Hall) on the Ernen square, with its regular window distribution and noble doorway, has far more serious implications. Having been the place of jurisdiction for the Zenden Goms from 1447, Ernen&amp;rsquo;s Town Hall was assigned a prison, high court, and gallows to serve the entire region. The current Zendenrathaus was built in 1751 to replace an earlier, and less impressive, building of similar function. The building which hallmarks Ernen today features doors and windows that are framed in ochre-colored tuff, and, along with the huge and imposing doorway, give the spartan fa&amp;ccedil;ade a degree of articulation.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The interior features two decidedly bleak dungeon cells in the cellar, and a torture chamber on the elevated ground floor &amp;ndash; a room which was virtually inescapable owing to its single, and unattainable window. A treasure of the first floor is the ancient, wooden front door that was saved from the St. Antonius chapel in Niederernen, where it ran the risk of exposure to the elements and passing traffic. On the uppermost floor and in the building&amp;rsquo;s largest room, once the courtroom, visitors can marvel at a wealth of historic documents and land deeds that date back to the 14th and 15th centuries that bear witness to the supremacy of Ernen in the Goms. Each one is written on thick parchment in beautifully regular penmanship&amp;mdash;not a single word scratched out&amp;mdash;and, as our museum guide underscored emphatically, scripted &amp;ldquo;without ever using a ruler.&amp;rdquo; He also noted that after political reorganization and the Valais&amp;rsquo;s accession the Swiss Confederation in 1815, the building was turned over to the municipality. In 1880, there was even talk then of converting it into a schoolhouse, but fortunately, that idea never took on.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The last execution in Ernen took place in 1764, when three convicted thieves were hanged on the gallows still in their proud place above the village. Not every thief received the death penalty; many got away with a prison sentence or a fine, others were exiled, pilloried and/or branded on their shoulders. But torture was used extensively, especially in the witch trials, and the grisly treatment to which those accused were subjected continues to fascinate visitors today. Indeed, the current exhibition in the Zendenrathaus building brings some of those horrors to light.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The origins of the witch hunt can be traced back to the first half of the 15th century in Vaud, Fribourg, Valais, Aosta Valley and Dauphin&amp;eacute; in the western Alps of France. In that day, people&amp;mdash;at first, more men, then increasingly, women&amp;mdash;could be targeted after a mere slander by an envious neighbor or a misguided relative. A man who coveted his neighbor&amp;rsquo;s wife might accuse her husband of witchery to get him out of the way; if he did, the accuser could inherit both the woman and the other man&amp;rsquo;s land. What&amp;rsquo;s worse, the &amp;ldquo;accused&amp;rdquo; might, in the interim, have been hung up by the wrists from behind, or stretched on an iron bed to the point of having multiple muscles and tendons dislodged and ripped. To put an end to the horrific pain of the tortures, the &amp;ldquo;accused&amp;rdquo; would eventually confess, and seal his own fate.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Around the turn of the 16&lt;sup&gt;th&lt;/sup&gt; century, the ratio of male witches was reversed at the expense of their female counterparts, likely under the influence of the &amp;quot;Witches&amp;#39; Hammer,&amp;quot; a book published by one Henry Institoris in 1486 that stigmatized women as witches. The book enjoyed an unprecedented circulation of some 30,000 copies; undoubtedly, the innovation of printing also shaped the image of the venomous hag. In the book, she mingles among the people, rises from the saucepan through the fireplace, and flies on a broomstick to the Witches&amp;#39; Sabbath.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;From then on, however unjustified, any woman suspect of &amp;ldquo;cavorting with the Devil&amp;rdquo; might be accused of witchery, paraded naked through the streets, and abused by passers-by even prior to the horrors of the torture chamber. And there was no censorship; even little children were among the mocking crowds. It was not until well into the 17th century that, at least in Berne, the authorities issued guidelines on when and how the courts were allowed to use torture methods, and made it more difficult to open witch trials at all.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;While the exact location in Ernen of the stake itself is still subject to discussion, cultural historians agree that it was probably at some distance from the Hengert itself, and most likely in the direction of the gallows. The risk of sparks spreading to the surrounding wooden buildings would have otherwise be too great. Indeed, Ernen counts itself enormously fortunate never in its long history to have been decimated by fire.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;There is no doubt, however, as to where hangings took place: the three 4.2-meter high stone columns of the Ernen gallows are still connected by a small surrounding wall and remain in remarkably good condition for their age. Wooden beams were laid atop the columns where witches and murderers suffered their final punishments. Oddly enough, there was also something almost &amp;ldquo;proprietary&amp;rdquo; about the Ernen gallows. Once, when a Swabian craftsman was sentenced to death, the locals are said to have protested, arguing that the gallows were reserved for them and their children exclusively, and hardly intended for to be used on every foreign &amp;quot;noodle&amp;quot;. The convict in question was subsequently pardoned to 101 years of expulsion and released at the southernmost boundary of the Goms. He was one of the lucky ones.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Saturday, 28 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;The Zendenrathaus is open on Wednesdays and Sundays 4 till 4.45 pm, beginning of July till end of September, and during the guided tours. For more information please contact the local &lt;a href=&amp;quot;http://www.landschaftspark-binntal.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;tourist office&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 28 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1532775379-_DSF5197.jpg" length="1402883" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/food-for-the-soul-a-proliferation-of-flowers-151</link>
			<title>Food for the soul: A proliferation of flowers</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;One has to marvel at the lush garden plots that seem to dot much of the landscape between here in Ernen and the neighboring village of M&amp;uuml;hlebach. In them, the visitor will see vegetables and grains, fruits and salad greens, but also a remarkable proliferation of flowers: cornflower blue next to the yellowy chamomile, parsley and hyssop next to lavender and sage. These are the plots of the Bergland production, whose produce is grown according to the stringent criteria of biodynamic cultivation.&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;I recently spoke to Daniela Schweizer, one of the Bergland initiators, who has charge of the planting, irrigation, harvesting, and use of the gardens&amp;rsquo; produce, including the rainbow of blooms that make the village of Ernen ever more beautiful.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Why is there such a proliferation of flowers here in Ernen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Because we use the flowers&amp;rsquo; blooms and greens to make aromatic and medicinal teas. Once harvested, the flowers are dried in the cellars of the BerglandHof, the multi-generation house, hotel, and restaurant on the far end of the village. While the leaves and flowers are drying, their volume decreases at varying lengths of time, depending on their density. So, we have to empty the drying cellars continuously, turning the already-dry leaves and flowers over into a storage bay.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;So, they don&amp;rsquo;t go onto the market right away? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
No, after they&amp;rsquo;re dried, they are cleaned in a wind and sieve machine in the BerglandHof&amp;rsquo;s huge attic. Then, they&amp;rsquo;re stored there until winter, at which time we package them in small quantities for sale.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;What&amp;rsquo;s the most popular of all the flower-products you sell?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
At the moment, I&amp;rsquo;d say it&amp;rsquo;s lemon balm, which is lovely in the garden for its foliage, but also very nice as tea. But it&amp;rsquo;s also important for us to cultivate, as its small, purple-tinged white flowers are full of nectar, and that attracts lots of bees. We depend on them, of course, to pollinate the flowers, and we produce our own honey here, too.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Are the flowers also used for their beauty alone?&lt;/strong&gt;&lt;em&gt; &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Oh, we certainly use them for decoration, whether by strewing their petals for special occasions, or in table bouquets at our outdoor concerts. But we also use them as a teaching tool: Many of the beds feature weatherproof placards explaining the unique properties and health-promoting attributes of each flower&lt;em&gt;. &lt;/em&gt;Anyway, for me, anything to do with flowers is always food for the soul. But the garden products we harvest are primarily for consumption. The majority of what I and my family eat, in fact, comes from the plots we plant and harvest ourselves.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Did you have a farm-to-table model from the very beginning?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, we&amp;rsquo;ve always used and lived by that model, having come here to the Valais some 25 years ago as a collective: four people who had researched the topic together in Lucerne, and were committed to landscape maintenance and preservation. We came to apply what we&amp;rsquo;d learned elsewhere, and, at the time, also had a large standing commission to deliver over a number of years.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Since then, though, have you had lots of competition?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Not overwhelmingly, no, even considering that our land tract isn&amp;rsquo;t really that huge. Fortunately, in the last ten years, we&amp;rsquo;ve been able to secure a steady turnover, and are well aware of what we can and simply cannot manage. That&amp;rsquo;s important, given that everything we do to prepare for the market is done manually.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;How much of your success depends on the weather?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
A good degree. Our early summer this year was super; there had been a great deal of snow, so the ground was nice and moist. After that, the weather was variable, but from June on, it&amp;rsquo;s been very warm and dry. While that&amp;rsquo;s hard on some of the stock, it&amp;rsquo;s good for the vegetables, even if we do have to water them more often. And practically speaking, all that irrigating means we&amp;rsquo;re constantly lugging the hoses about, moving them from one plot to another.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;But you must have help to manage all that?&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, we always have a handful of people working with us between May to October. And at the moment, I also have two trainees, something like assistants, who will be here for the whole season, meaning five months in full&amp;mdash;a great help, since I can turn over some of my responsibilities to them. One is doing civil service in lieu of active military duty, by the way; the other is a young woman who&amp;rsquo;s working towards a Masters in Nutrition and Agronomy.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;And collectively, how big are the tracts of land that you garden?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Well, there are 15 gardens altogether, amounting to 1.7 hectares (17,000 square meters) of land.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;That&amp;rsquo;s a lot of garden! One last&amp;ndash;if cheeky&amp;ndash;question, then. How will you deal with all that physical work when you get old?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Hmm, I suppose I&amp;rsquo;ll just look on to see how the others are doing!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Friday, 27 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;The fine Bergland products are available for sale at the mountain inn and restaurant &lt;a href=&amp;quot;https://www.chaeserstatt.ch&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Ch&amp;auml;serstatt&lt;/a&gt; (above M&amp;uuml;hlebach), the &lt;a href=&amp;quot;http://www.ernergarten.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;ErnenGarten&lt;/a&gt; restaurant (attached to the &lt;a href=&amp;quot;https://berglandhof.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;BerglandHof Hotel and B&amp;amp;B&lt;/a&gt;), and at Pia&amp;rsquo;s Farm Shop (&amp;ldquo;Waren aller Art&amp;rdquo;) which is just off Ernen&amp;rsquo;s main square. Pia also carries healthy foods from other providers, and supports a number of textile artists and toy manufacturers, always with an eye to sustainable production and imaginative design. &lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 27 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1532676916-Header_Blog_5.jpg" length="747451" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/a-treasure-in-niederernen,-and-insights-from-binn-150</link>
			<title>A treasure in Niederernen, and insights from Binn</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;&amp;laquo;Pray to St. Anthony!&amp;raquo; Not being Catholic myself, it was thanks to dear Mrs. Simonato, the Italian woman who helped us with the children when I went back to work, that I knew the appeal. If a homework assignment was missing, if a book had been misplaced, she called on St. Anthony&amp;rsquo;s graces to find it. And imagine; here, in nearby Niederernen, was a little pilgrimage chapel that carried his name and made a wholly inviting impression. I just had to visit it.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The front door of the stately little Chapel of St. Anthony (Kapelle des Heiligen Antonius), which dates to about 1680, is all but flush to the road today, but the structure&amp;rsquo;s stark white siding, rectangular nave and crimped choir extend an invitation to travelers going in either direction &amp;ndash; up or down the hill. The front door is a more recent addition; for the sake of preservation, the elaborately carved original door has given a new home on the second floor of the Zendenrathaus, Ernen&amp;rsquo;s imposing Town Hall farther up the road.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The chapel&amp;rsquo;s interior is of intimate proportions; its rows of simple wooden pews might seat some 6&lt;u&gt;0&lt;/u&gt; or 70 parishioners. When entering the chapel, one&amp;rsquo;s eye is drawn to the gold gilt of the decorative high altar, attributed to Anton Sigristen&amp;mdash;a sculptor from Brig who lived until 1745&amp;mdash;and Moritz Bodmer (1618&amp;ndash;ca. 1711). Holding the Christ child, the gold-clad Madonna appears between Saint Anthony and Saint Sebastian, the saint believed to have been martyred&amp;nbsp;during the persecution of Christians by the Roman emperor Diocletian.&amp;nbsp;The altar&amp;rsquo;s narrow upper register carries a representation of the Holy Family on its way to Jerusalem and is surmounted by a figure of God the Father.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Just as impressive are the chapel&amp;rsquo;s ceiling paintings, whether centered, and directly overheard, or in flanking ovals. They date from the last quarter of the 18th century and depict challenges and physical conditions which one&amp;rsquo;s faith in Saint Anthony can help overcome. &amp;laquo;Limbs,&amp;raquo; for example, depicts a man forced to deal with his severed foot; &amp;laquo;Great danger&amp;raquo; shows a man pointing his cane at an unsuspecting woman&amp;rsquo;s abdomen. But help is likely on the way&amp;mdash;isn&amp;rsquo;t that Antonius looking suspiciously over her shoulder?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;By virtue of my exploring the chapel for this blog, I was introduced to the eminent cultural historian and ethnologist, Dr. Klaus Anderegg, who wrote his doctoral dissertation on the pilgrimage chapels and ex-voto images indigenous to select parts of the Valais. When he graciously welcomed me at his home in the center of Binn to discuss the St. Antonius chapel, we spoke first about his initiative as co-founder and past president of the &amp;laquo;Landschaftspark Binntal,&amp;raquo; a landmark institution responsible for the sustainable development of the regional park. Today, the park&amp;rsquo;s highly commendable information dissemination and programming are working to insure the preservation of a vital national asset.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;But we also spoke about what life was like in Binn in the winter, when many the tourists&amp;mdash;of which, admittedly, I was one&amp;mdash;had gone home. We spoke about fine photography, a passion he has cultivated with great sensitivity over many years. Further, he showed me the nooks and crannies of his magical home, an eclectic mix of scholarly library, quirky corners, work in progress, stellar panoramic views, and serious artistic presence. That said, visiting him was a unique privilege. Nothing &amp;laquo;lost&amp;raquo; there, but Saint Anthony might be glad that I &amp;laquo;found&amp;raquo; such a remarkable resource!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Thursday, 26 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;According to information posted on the door, &lt;/em&gt;&lt;em&gt;the summer services in the St. Antonius chapel in Niederernen are slated for 6 p.m. on Monday: 13 August, 18, and 25 September. In the interim, the chapel is open to visitors anytime.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 26 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1532599131-IHeader_MG_0920.jpg" length="473958" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/the-best-of-baroque-and-beaumont-149</link>
			<title>The best of Baroque and Beaumont</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Tuesday evening marked the fourth of this year&amp;rsquo;s Baroque concert series, one traditionally performed in front of the magnificent high altar (1758-61) of Ernen&amp;rsquo;s parish church of St. Georg.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The setting is always impressive, but under the seasoned and superb direction of Deirdre Dowling and Ada Pesch, the configuration of players made an equally impressive line-up, their repertoire alternating between works that were startlingly refreshing and more contemplative or lyrical. First violinist Bojan Cicic&amp;rsquo;s virtuoso playing in a sonata by Giovanni Stefano Carbonelli was particularly stunning. But the evening&amp;rsquo;s most exhilarating moments were those shared with the Maite Beaumont, the Spanish mezzo-soprano who delighted the audience here in Ernen last year, and came back again to give a categorically brilliant performance.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Granted, the evening began modestly; it took a moment for the first group of five players to find its footing. In Antonio Lotti&amp;rsquo;s sonata for two oboe, bassoon, and continuo, the musicians&amp;rsquo; attacks and endings were entirely spot on, but the bassoon was a little wobbly at the start, and the Adagio&amp;rsquo;s pacing, a tad too listless and sleepy for my taste. Over time, the group&amp;rsquo;s finesse showed itself handsomely, however, and the hair&amp;rsquo;s pause before the last collective chord made a highly effective finish.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://maitebeaumont.com/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Maite Beaumont&lt;/a&gt; made her first appearance with three arias drawn from Domenico Scarlatti&amp;rsquo;s opera, &amp;laquo;Amor d&amp;rsquo;un ombra e gelosia d&amp;rsquo;un aura,&amp;raquo; she drew on the full gamut of vocal possibilities, and her mastery of transitions from her high to middle voice was remarkable. She used her hands to underscore a wealth of emotions, particularly in the &amp;laquo;Vieni, o cara&amp;raquo;&amp;mdash;my favorite aria among the three&amp;mdash;making it a piece that pulled ever harder on the heart strings. And after the superb instrumental Carbonelli, she came back to show her agility with a whole gamut of dramatic effects. What&amp;rsquo;s more, in Domenico Natale Sarro&amp;rsquo;s &amp;laquo;Barbara gelosia fuggi dall&amp;rsquo;alma mia,&amp;raquo; Beaumont became one categorically furious persona, ripping into the rival of whom she was jealous, then, in turn, seeming to mourn a tremendous loss. In these moments, the lute and harp underscored the sweet memories, the striking strings, her fire and fury.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Ernen, the concert interval is always a chance to marvel at the surrounding alpine landscape and spread of the rich Rhone valley below. But back in the church, the second half of the program was no less riveting. Mike Fentross, the configuration&amp;rsquo;s gifted theorbo, baroque guitar, and vihuela player, took the time to explain the latter, that relatively unknown six double-stringed instrument that enjoyed popularity in 15&lt;sup&gt;th&lt;/sup&gt; and 16&lt;sup&gt;th&lt;/sup&gt; Spain, Portugal, and Italy. In two short pieces by Luis de Mil&amp;aacute;n, the plaintive &amp;laquo;Fantasia&amp;raquo; and spirited &amp;laquo;Pavana&amp;raquo; gave us real dialogue between instrument and player: Fentross&amp;rsquo;s body movements and facial expressions reflected the score, and his smile, infectious.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In a trio of three movements by Joan Baptista Pla, I particularly liked the varying moods set by the two oboes, whose soft touch at the end came like a light embrace. But the real show-stopper in the evening&amp;rsquo;s program was Maite Beaumont&amp;rsquo;s superb execution of three arias by Jos&amp;eacute; de Nebra. Indeed, it was as if the music&amp;mdash; 18&lt;sup&gt;th&lt;/sup&gt;-century though it is&amp;mdash;was written for her voice, and she showed herself completely at home in its expression. The moods the three songs demanded ranged from turbulent to the tell-tale and narrative, from coquettish to pleading. Nevertheless, she made each one as clear as a bell, performing throughout with the full support of the players&amp;rsquo; fully engaged and perfectly-modulated orchestration. I don&amp;rsquo;t know the Baroque to be any better.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Wednesday, 25 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Wed, 25 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1532522438-_DSF7355.jpg" length="1519585" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/from-the-gorge-to-the-gallows-a-casual-ramble-148</link>
			<title>From the gorge to the gallows: a casual ramble</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Anyone who returns to Ernen year after year invariably notices that in the town&amp;rsquo;s infrastructure is forever being improved, that the area&amp;rsquo;s cultural and historical highlights are increasingly being given their due. Efforts to enrich the visitor&amp;rsquo;s experience are many, in no small part because of the support of the Landschaftspark Binntal, the umbrella organization whose commitment to sustainable tourism has been cited as exemplary by visitors and experts alike. &lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Recently, the Landschaftspark published five new pamphlets &amp;ndash; each one free of charge &amp;ndash; that are devoted to the unique monuments and cultural legacy of this beautiful part of the Valais. Keen on a gentle ramble, I chose yesterday to head out to the neighboring town of M&amp;uuml;hlebach, which features the oldest wood-framed structures in Switzerland.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Looking to get some 2-3 hours of easy exercise under my belt, and equipped with my water bottle, three dried figs, and half a bar of chocolate, I started out from Ernen&amp;rsquo;s historic central square in the direction of M&amp;uuml;hlebach, passing the &amp;laquo;Vogt&amp;raquo; convenience store on my right. In short order, I veered slightly right to follow the unpaved road that ran up to higher ground, and soon, could see the three massive columns of the ominous gallows that mark the opposite hill. The yellow hiking sign promised a 20-minute walk to M&amp;uuml;hlebach, a casual stroll. A jolly couple of ladies coming down kindly agreed to stand for a photo: I&amp;rsquo;m notorious for asking people to pose, but a human figure &lt;em&gt;does&lt;/em&gt; always give the picture a sense a scale.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The ridge walk ends with a commemorative cross and a blessing as one enters the woods. Some 20 paces later, the path splits, but I headed towards the sound of rushing water below. Along one rather steep stretch &amp;ndash; there was only one &amp;ndash; the rope handrail was reassuring. Once down, the path led over a bridge to the historic &lt;em&gt;Backhaus&lt;/em&gt; (bakery), whose bread ovens I&amp;rsquo;d once seen operational at an annual celebration of the historic structure.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Just behind the &lt;em&gt;Backhaus&lt;/em&gt;, a hiking sign pointed me straight ahead to the M&amp;uuml;hlebach chapel. I took the chance instead, though, to wander up through the village and its ancient houses, several of which had been built before Columbus discovered America. The weather-worn wooden shingles of one resembled bird feathers; the stone stairs of the impressive Bircher House (1644) had succumbed to overgrowth and weeds. But as witness to survival, such dwellings were as humbling as they were inspired: Imagine the stories that each one could tell!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;While bikers filled their bottles at the low stone fountain a few meters on, I turned to my left, then went around the back of the Bircher house. From there, a flower-surrounded path and a funny little garden gnome (children, try to find that!) led up to the Chapel of the Holy Family (1673-1676). Visible from many vantage points, the chapel nobly guards the valley. Its interior is decorated with an elaborate, if rural, Baroque altarpiece; its exterior affords stellar views. Further, the founder of the Festival Musikdorf Ernen, Gy&amp;ouml;rgy Seb&amp;ouml;k, is interred with his wife on the grounds, just slightly below and to the left of the chapel&amp;rsquo;s front door.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Backtracking some first, I started down the hill towards the famous H&amp;auml;ngebr&amp;uuml;cke, (&amp;laquo;Goms Bridge&amp;raquo;) the 57-ton suspension bridge (2015) that towers 92 meters over the powerful waters of the River Rhone. While not for the faint of heart or those with shaky boots, the bridge wobbles to its delight when people cross. Yet in the few minutes it takes to get over and return to the starting point, bikers dismount, children quiet down, hikers pose for photos&amp;hellip; it has merits in more ways than one, and the vista is nothing short of breath-taking. Either one of two fine caf&amp;eacute;s &amp;laquo;Caf&amp;eacute; Amy&amp;rsquo;s Schafstube&amp;raquo; or the &amp;laquo;Caf&amp;eacute; and B&amp;amp;B H&amp;auml;ngebr&amp;uuml;cke,&amp;raquo; both a short walk of the bridge entrance on the M&amp;uuml;hlebach side, make a welcome break.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Back on the main road towards Ernen, though, I crossed the little bridge, then turned right into more open fields some 80m on. For a minute or two, I stood beneath the tribute to the area&amp;rsquo;s one-time wood-channeled irrigation system, &amp;laquo;Ze Ch&amp;auml;nnle,&amp;raquo; a model since made obsolete in the Valais by its modern water-supply systems. But rather than head straight back to Ernen from there, I hiked up onto the higher valley flank to visit &amp;laquo;Der Galgen,&amp;raquo; the gallows.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;The woods walk to reach them was somewhat haunting: first, an ancient stall, pushing to burst at its seams, threatened to fall over the path. Beyond that, a muddle of fallen trees and a wild knot of brush were as twisted and spotty as an old witch&amp;rsquo;s hands. Yet the gallows themselves &amp;ndash; last used for capital punishment sometime before 1764 &amp;ndash; are but a reminder of grim history today. As I approached, a young family of picnickers gave me a nice reception when I came upon them, who seemed to underscore that &amp;laquo;that was then, but this is now.&amp;raquo; That, in a sense, is just what the Landschaftspark agenda is all about: treasure the past, but live the present.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Tuesday, 24 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;The stroll I describe, with photo stops and the occasional exchange with fellow travelers, took some 2.5 hours at a leisurely pace. It could easily be done with those at any age who have a sense of adventure, a good pair of legs, and a good degree of curiosity. &lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;The Landschaftpark Binntal&amp;rsquo;s superb culture trail booklets are readily available at the local tourist offices and the valley&amp;rsquo;s various overnight accommodations. While in German, the dates of photographed landmarks, times required to hike, and simple site maps are fairly straightforward to visitors of other languages. You can download the trail booklets &lt;a href=&amp;quot;http://www.landschaftspark-binntal.ch/de/service/info-material/info-material.php&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;here&lt;/a&gt;. &lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 24 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1532434991-IMG_0665.jpg" length="526272" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/a-dance-film-and-jazz-sound-join-forces-147</link>
			<title>A Dance Film and Jazz Sound Join Forces</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;As much a joint venture as it was pioneer project, a dance film and jazz concert recently celebrated its world premi&amp;egrave;re for the large audience in the Ernen town hall. It tapped the creative energies of two artists who shared neither age group nor genre, nationality nor history, but whose talents merged to make a memorable performance. &lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heinz Spoerli, the long-year chief choreographer at the Zurich opera house, counts among the long-time friends of the Musikdorf Ernen. His ballet, &amp;laquo;In den Winden im Nichts&amp;raquo;, which could translate to &amp;laquo;In the Winds of the Void&amp;raquo;, is a work set to three of J.S. Bach&amp;rsquo;s suites for solo cello. It was recorded for Swiss television back in 2004. But it was only recently that South African jazz pianist Charl du Plessis adapted its music to underscore the ballet documentary in a new way, intermittently injecting jazz sound into it as the accompaniment. On the day after the premi&amp;egrave;re, Charl kindly met with me to give insights.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Who and what spurred the project?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Years ago, I bought a DVD of Spoerli&amp;rsquo;s ballet, &amp;laquo;In den Winden im Nichts&amp;raquo;, in Johannesburg, and was alerted to the beauty of his choreography. Much later, aware that Spoerli, too, was a close friend of the Festival Musikdorf Ernen, I suggested to the festival director Francesco Walter that we try accompanying some of his work with jazz. Once we had Spoerli&amp;rsquo;s permission to proceed, I arranged with my trio to work in new ways of scoring the 2004 film.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Long phrases of the cello faded out again and again during the performance. And despite that, the synchronization with the dancer&amp;rsquo;s steps was consistently spot on. How did you achieve such precision?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Claudius Hermann&amp;rsquo;s sublime cello faded for the audience, but I had an earpiece that allowed me to hear the three suites in their entirety, so I could give impulses and markers to the other two musicians accordingly.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;What kind of collaboration did you have with Heinz Spoerli?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Remarkably, we had no contact during the generation of the new jazz score. But right before the premi&amp;egrave;re, we gave him a private sitting, and he was very positive about what we&amp;rsquo;d devised.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Doesn&amp;rsquo;t the title, &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&amp;laquo;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;In the Winds of the Void&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&amp;raquo;,&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; suggest that there may be an absence of anything palpable? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
No, we saw that differently. We usually associate dance with sustained movement, with high energy and human joy. But Spoerli&amp;rsquo;s interpretation reflects a quotient of silence. Sometimes, for example, the cello stops playing while the dancing continues, as if it were something of a breathless moment in a long conversation. That made for a tension that made the work more exciting.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Agreed. But film is a medium that is inhabits a single surface, while dance lives and breathes in the round.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Yes, that&amp;rsquo;s clearly a point. And while the ballet includes a lot of humor, this work doesn&amp;rsquo;t portray anything particularly empathetic. For me, anyway, &amp;laquo;In the Steps of the Void&amp;raquo; strikes up more of an academic conversation than it gives insight into an emotion or a clear story. Of course, there&amp;rsquo;s really no absolute. One segment, for example, has the female dancers frenetically stepping out and flailing their arms, movements which gave the trio&amp;rsquo;s drummer something very concrete to translate into striking rhythms. But emotive? No.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;The women often grinned and grimaced poppet-like, while the men&amp;rsquo;s&amp;rsquo; muscular physiques were consistently emphasized. A tribute to the male physique, overall?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
I believe it is that, yes.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;What are your and the trio&amp;rsquo;s plans for the future?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
We&amp;rsquo;ve been on something of a Baroque train for a number of years now, so we&amp;rsquo;ve agreed that train can stop. Our next project will be into other unchartered territory: taking glorious arias of select operas and injecting them with jazz. I might even venture a joke over it; after all, our Spoerli dance project underscored ballet without using a stage of dancers. Why not venture a focus on opera without any singers?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Monday, 23 July 2018, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 23 Jul 2018 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1532350746-_DSF6964.jpg" length="848125" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/quand-on-dit-que-la-musique-adoucit-les-moeurs…-146</link>
			<title>Quand on dit que la musique adoucit les mœurs…</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aujourd&amp;rsquo;hui, la programmation musicale des orchestres et des festivals est surtout dict&amp;eacute;e par les conventions et par les imp&amp;eacute;ratifs financiers. &amp;Agrave; l&amp;rsquo;affiche, on trouve, &amp;agrave; c&amp;ocirc;t&amp;eacute; du nom des sponsors, les noms d&amp;rsquo;une vingtaine de compositeurs, n&amp;eacute;s grosso modo entre 1770 et 1870. Le r&amp;eacute;sultat ? Une vision extr&amp;ecirc;mement &amp;eacute;triqu&amp;eacute;e de la musique, un appauvrissement de la vie culturelle, une d&amp;eacute;motivation croissante des interpr&amp;egrave;tes.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Par bonheur, il existe encore, dans notre pays, des &amp;icirc;lots enti&amp;egrave;rement d&amp;eacute;di&amp;eacute;s &amp;agrave; la musique. Le village musical d&amp;rsquo;Ernen, en Haut-Valais, en fait partie. Ernen, c&amp;rsquo;est chaque &amp;eacute;t&amp;eacute; une source intarissable de d&amp;eacute;couvertes musicales. Un public curieux et friand de d&amp;eacute;couvertes y trouve chaque ann&amp;eacute;e son bonheur, depuis 44 ans. Les artisans de cette f&amp;ecirc;te ? Des interpr&amp;egrave;tes r&amp;eacute;ellement musiciens, une direction artistique intelligente et g&amp;eacute;n&amp;eacute;reuse (Xenia Jankovic), un cadre unique en son genre et, last but not least, une population locale engag&amp;eacute;e avec de nombreux b&amp;eacute;n&amp;eacute;voles, tous motiv&amp;eacute;s par l&amp;rsquo;enthousiasme, le savoir-faire et la t&amp;eacute;nacit&amp;eacute; du visionnaire Francesco Walter, intendant du festival.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;Agrave; Ernen, le mot &amp;laquo; fronti&amp;egrave;re &amp;raquo; n&amp;rsquo;existe pas. Les artistes, venus des quatre coins du globe, s&amp;eacute;journent &amp;laquo; en r&amp;eacute;sidence &amp;raquo; durant la s&amp;eacute;quence du festival &amp;agrave; laquelle ils participent. Public et artistes se c&amp;ocirc;toient donc au gr&amp;eacute; de leurs d&amp;eacute;placements dans le village. Les genres musicaux, eux aussi, se c&amp;ocirc;toient et se m&amp;eacute;langent d&amp;rsquo;une heureuse mani&amp;egrave;re, t&amp;eacute;moin ce concert du 6 ao&amp;ucirc;t 2017 intitul&amp;eacute; &amp;laquo; Volksmusik &amp;raquo;. Au gr&amp;eacute; des rencontres et des amiti&amp;eacute;s n&amp;eacute;es entre les interpr&amp;egrave;tes, ils nous ont permis d&amp;rsquo;entendre des musiques de leurs pays respectifs. En ouverture, les deux Cor&amp;eacute;ens Il-Ryun Chung et Hong Yoo nous ont propos&amp;eacute; des musiques de leur pays pour tambour (changgu) et fl&amp;ucirc;te traversi&amp;egrave;re de bambou (daegum) ; rejoints par une autre virtuose, Jieun Kang, au violon cor&amp;eacute;en (haegeum), ils ont ensuite jou&amp;eacute; des pi&amp;egrave;ces en trio, subjuguant l&amp;rsquo;auditoire par des timbres et des rythmes inou&amp;iuml;s au vrai sens du terme. Si nous n&amp;rsquo;avons sans doute pas saisi toute la richesse et la profondeur des pi&amp;egrave;ces lors de cette premi&amp;egrave;re audition, nous avons toutes et tous &amp;eacute;t&amp;eacute; &amp;eacute;mus par leur caract&amp;egrave;re rituel, intemporel, voire spirituel. Un autre pan de l&amp;rsquo;Asie nous a &amp;eacute;t&amp;eacute; pr&amp;eacute;sent&amp;eacute; par Wu Wei, joueur d&amp;rsquo;orgue &amp;agrave; bouche chinois (sheng). Comment ne pas &amp;ecirc;tre fascin&amp;eacute;s par cet instrument mill&amp;eacute;naire aux tuyaux verticaux, muni d&amp;rsquo;un r&amp;eacute;servoir d&amp;rsquo;air &amp;agrave; la mani&amp;egrave;re d&amp;rsquo;une cornemuse et mis en vibration par le souffle humain ? La virtuosit&amp;eacute; exceptionnelle de Wu Wei fit le reste et c&amp;rsquo;est avec un &amp;eacute;merveillement palpable que nous avons appris &amp;agrave; conna&amp;icirc;tre cet anc&amp;ecirc;tre de l&amp;#39;harmonium, de l&amp;#39;harmonica puis de l&amp;#39;accord&amp;eacute;on.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Avec Golem pour violon, tam-tam et deux cymbales d&amp;rsquo;Helena Winkelman, compositrice et violoniste b&amp;acirc;loise en r&amp;eacute;sidence &amp;agrave; Ernen, nous attendions un changement radical de style et d&amp;rsquo;atmosph&amp;egrave;re. Il n&amp;rsquo;en fut rien : intemporalit&amp;eacute; des m&amp;eacute;lodies et des rythmes pour d&amp;eacute;crire les facettes surprenantes de l&amp;rsquo;&amp;eacute;trange &amp;ecirc;tre de l&amp;eacute;gende de la culture juda&amp;iuml;que qu&amp;rsquo;est le golem, et pour assurer la continuit&amp;eacute; programmatique. Et quel rapport entre &amp;laquo; Volksmusik &amp;raquo; et &lt;em&gt;Immediation&lt;/em&gt; pour violon et bols chantants ? L&amp;rsquo;explication vient en entendant la musique : c&amp;rsquo;est de la musique qui va au c&amp;oelig;ur du peuple : &amp;eacute;tymologiquement, peuple vient du terme latin &lt;em&gt;populus&lt;/em&gt;, qui d&amp;eacute;signe notamment les habitants d&amp;#39;une contr&amp;eacute;e et la foule, la multitude. &amp;Agrave; Ernen, &lt;em&gt;Immediation&lt;/em&gt; a conquis la foule rassembl&amp;eacute;e &amp;agrave; l&amp;rsquo;&amp;eacute;glise par sa ligne m&amp;eacute;lodique venue du fonds des temps et le travail d&amp;rsquo;orf&amp;egrave;vre accompli au niveau des harmonies et des timbres. &lt;em&gt;Immediation &lt;/em&gt;m&amp;eacute;rite d&amp;rsquo;entrer dans le r&amp;eacute;pertoire des violonistes, tant cette pi&amp;egrave;ce sait capter l&amp;rsquo;attention et &amp;eacute;veiller l&amp;rsquo;&amp;eacute;motion du plus grand nombre. Cette s&amp;eacute;quence contemporaine mettait fin &amp;agrave; une premi&amp;egrave;re partie inspir&amp;eacute;e par l&amp;rsquo;intemporalit&amp;eacute; et l&amp;rsquo;universalit&amp;eacute;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;La deuxi&amp;egrave;me partie a &amp;eacute;t&amp;eacute; marqu&amp;eacute;e par les rythmes de la Norv&amp;egrave;ge et des Balkans. Au gr&amp;eacute; de configurations mouvantes en termes de nombres et de nationalit&amp;eacute;s, les interpr&amp;egrave;tes emmen&amp;eacute;s par le violoniste Daniel Lazar nous ont conduits dans les villages de leurs pays, faisant fi des barri&amp;egrave;res stylistiques et acad&amp;eacute;miques : un groupe de musiciennes et de musiciens form&amp;eacute;s au plus haut niveau qui mettent en commun leur amour de la musique et qui c&amp;eacute;l&amp;egrave;brent ensemble ce qu&amp;rsquo;ils ont en commun. L&amp;rsquo;illustration la plus patente ? Le bouquet final, &lt;em&gt;Danse des dragons&lt;/em&gt;, un air traditionnel chinois arrang&amp;eacute; pour l&amp;rsquo;occasion par Wu Wei, qui r&amp;eacute;unissait tous les interpr&amp;egrave;tes du concert. Entre rondo classique et s&amp;eacute;ance de jazz, entre plages de tutti et soli, une mac&amp;eacute;doine musicale magique est venue couronner ce concert, dont les artistes-artisans ont &amp;eacute;t&amp;eacute; ovationn&amp;eacute;s debout.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Le festival d&amp;rsquo;Ernen est le terreau qui permet chaque ann&amp;eacute;e au miracle de se manifester qui supprime les barri&amp;egrave;res entre les genres musicaux, les instruments, et les personnes, autant de barri&amp;egrave;res qui n&amp;rsquo;existent que dans les t&amp;ecirc;tes et que la musique parvient &amp;agrave; sublimer. C&amp;rsquo;est bien entendu anim&amp;eacute;e du d&amp;eacute;sir d&amp;rsquo;y revenir le plus rapidement possible que j&amp;rsquo;ai quitt&amp;eacute; l&amp;rsquo;&amp;eacute;glise d&amp;rsquo;Ernen, mais aussi et surtout avec un sentiment de pl&amp;eacute;nitude et de profonde reconnaissance pour le moment de musique v&amp;eacute;cu au gr&amp;eacute; de deux heures de partage v&amp;eacute;ritable. Quand je vous disais que la musique adoucit les m&amp;oelig;urs !&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;La Chaux-du-Milieu/Liebefeld, jeudi, 10 ao&amp;ucirc;t 2017&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1502371278-Bild5.jpg" length="89694" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/„its-more-complicated-than-that“-145</link>
			<title>„It’s more complicated than that!“</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Literaturseminar im Festival Musikdorf Ernen: Viel mehr als die Summe seiner Teile!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Donna Leon und Judith Flanders halten seit mehreren Jahren gemeinsam einen Literaturkurs als Teil des Festivals Musikdorf Ernen ab. Die beiden Autorinnen sind mittlerweile ein bestens eingespieltes Team und bieten mit viel Leidenschaft, Esprit und Neugier erneut eine beeindruckende Woche ganz der Literatur gewidmet. Barockkonzerte, Wanderungen und sommerliche Ap&amp;eacute;ros inbegriffen!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieses Jahr standen zwei einander sehr kontrastierende Werke auf der Lese-Agenda in Ernen. Getreu dem Motto des Festivals &amp;bdquo;Auf Reisen&amp;ldquo; war auch das Literaturseminar (zumindest ideell) viel unterwegs &amp;ndash; zwischen einem in der Zukunft angesiedelten Kalkutta, Indien und einem Landsitz im viktorianischen England: Henry James &amp;bdquo;The Turn of the Screw&amp;ldquo; und Amitav Ghoshs &amp;bdquo;The Calcutta Chromosome&amp;rdquo; galt es f&amp;uuml;r die TeilnehmerInnen f&amp;uuml;r gr&amp;uuml;ndlich zu lesen. Und das taten sie auch &amp;ndash; mal mit Begeisterung, mal mit Unsicherheit und Irritation, und ab und an auch mit etwas Widerwillen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Diskussionen im historischen Tellensaal leben davon, dass die TeilnehmerInnen und nat&amp;uuml;rlich auch Donna und Judith ehrlich und kritisch auf die B&amp;uuml;cher schauen. Gelesen wird, worauf man sich im Vorjahr einigen konnte. Und es sollte auch eine Balance herrschen, zwischen klassischer und moderner Literatur. So kann es in bestimmten Jahren mitunter vorkommen, dass B&amp;uuml;cher auf der Liste stehen, von denen man munkelt, sie liessen sich besser besprechen und diskutieren als lesen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit Ghosh und James gab es dieses Jahr auch viel zu Debattieren: gegens&amp;auml;tzliche Glaubens- und Wissensans&amp;auml;tze zwischen, vereinfacht ausgedr&amp;uuml;ckt, westlichen Wissenschaftsdoktrinen und &amp;ouml;stlichen Spiritualit&amp;auml;tskonzepten, abweichende Vorstellungen von Individualit&amp;auml;tsdenken und Kollektivvorstellungen, und nat&amp;uuml;rlich das Erbe und die Konsequenzen einer kolonialen Erfahrung &amp;ndash; alles thematisiert im &amp;bdquo;The Calcutta Chromosome&amp;ldquo;, auf Ebenen der Sprache, gebrochener Erz&amp;auml;hlchronologie und -stilistik. Zuerst einmal musste daf&amp;uuml;r der Plot entwirrt und sortiert werden. Bez&amp;uuml;ge zu anderen Werken, Ideen und Tropen mussten aufgesp&amp;uuml;rt und auch entziffert werden. Die TeilnehmerInnen bereicherten sich hierbei gegenseitig mit ihren (Lese-)Entdeckungen und Erfahrungen. Historisches Hintergrundwissen, gesellschaftskritische Ans&amp;auml;tze, kulturelle Vielfalt und das Ringen um neue Perspektive sind wesentliche Teile der Diskussionen. Als wesentliche Erkenntnis blieb danach zu konstatieren, dass auf die grossen Fragen oftmals nicht einfache Antworten folgen. &amp;bdquo;It&amp;rsquo;s more complicated than that!&amp;ldquo; fasst Judith die Diskussion mal zusammen, und im Laufe der Woche wird sich diese Feststellung mehrfach best&amp;auml;tigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach den ersten zwei Tagen stand nun der literarische Wechsel an. Von Kalkutta ging es auf das mysteri&amp;ouml;se Anwesen Bly in England, auf welchem die Gouvernante in Henry James Novelle von geisterhaften Erscheinungen heimgesucht wird. Bez&amp;uuml;ge zu Ghoshs Buch, zu Stokers Dracula wurden hergestellt, Judith erl&amp;auml;uterte in ihrer Lesart den parodistischen Charakter des Buchs auf Bront&amp;euml;s &amp;bdquo;Jane Eyre&amp;ldquo; und Donna legt die Verbindungen zum britischen Klassensystem, zu Autorit&amp;auml;ts- und Macht&amp;auml;ngsten frei. Grossen Raum nimmt selbstverst&amp;auml;ndlich auch das Thema Geschlechterdarstellung und die von James entworfene, zumindest fragw&amp;uuml;rdige Weiblichkeit ein. Neben den klassischen Themen um die Geistererscheinungen des Buches findet das Seminar in Ernen weitere Pfade, denen es sich lohnt nachzugehen. Augen&amp;ouml;ffner werden ganz nonchalant pr&amp;auml;sentiert. Und &amp;ldquo;its all there on the page&amp;rdquo; &amp;ndash; die Lesarten sind vielgestaltig und auch nach mehrfachem Lesen f&amp;uuml;r KennerInnen des Buches faszinierend.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vielgestaltig sind aber auch die einzelnen Elemente des Seminars &amp;ndash; nach den 4 Tagen intensiver Buchsprechungen wird am f&amp;uuml;nften Tag eine freiere Gespr&amp;auml;chsrunde gew&amp;auml;hlt, in welche weitere Spezifika &amp;uuml;bers Schreiben und Lesen, in Erfahrung gebracht werden. Vermittelt wird hier vor allem die Grundtugenden guter Autorenschaft &amp;ndash; genaues konzentriertes Lesen und die Leitfrage: &amp;bdquo;In whose experience are we interested in?&amp;ldquo; Zusammen mit etwas Handwerkszeug und freigesetzter Kreativit&amp;auml;t findet sich in den meisten ein gutes Mass an schriftstellerischem Talent. Was am letzten Unterrichtstag unter Beweis gestellt werden darf. Von den TeilnehmerInnen verfasste Kurztexte werden vorgetragen und gemeinschaftlich besprochen &amp;ndash; die Qualit&amp;auml;t l&amp;auml;sst nicht auf sich warten&amp;hellip;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Aufgabenteilung zwischen Judith und Donna hat sich &amp;uuml;ber die Jahre nicht sonderlich ver&amp;auml;ndert. W&amp;auml;hrend erstere ihrer Historikerinnen-Natur nach historische und gesellschaftliche Ankn&amp;uuml;pfungspunkte bietet, damit zu &amp;uuml;berlegtem Umgang mit Setting, Thema und Herangehensweise mahnt, und den Hintergrund f&amp;uuml;r diverse Interpretationen bereitstellt, ist letztere verst&amp;auml;rkt an den literarischen Nuancen, den begrifflichen Feinheiten und den jeweiligen Schreibstilen interessiert; und sie liebt und r&amp;auml;t zu Aufz&amp;auml;hlungen, dies sei als kleiner Schmankerl verraten. Ein simples aber sicheres Stilmittel, um pr&amp;auml;gnant zu erz&amp;auml;hlen. Donna und Judith erg&amp;auml;nzen und unterst&amp;uuml;tzen einander, hinterfragen die jeweiligen Standpunkte und vermitteln dabei eine Nat&amp;uuml;rlichkeit, als geh&amp;ouml;rten sie wie der Aletschgletscher ganz selbstverst&amp;auml;ndlich ins Oberwallis.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Treu geblieben sind sie sich auch in ihrem Humor &amp;ndash; zwischendurch erlauben sich beide, zahlreiche Klischees amerikanischer und britischer Art bedienend, Scherze &amp;uuml;ber die Literatur und &amp;uuml;ber sich selbst. Und es gibt viel Anlass zum Lachen und Schmunzeln &amp;ndash; gerade auch wenn dar&amp;uuml;ber gesprochen wird, mit welchen Schwierigkeiten und pers&amp;ouml;nlichen Widersachern man es beim Schreiben zu tun hat. V&amp;ouml;llig unpr&amp;auml;tenti&amp;ouml;s und offen berichten Donna und Judith von ihren Erfahrungen. Sie k&amp;ouml;nnen das auch, weil sie die &amp;bdquo;Klasse&amp;ldquo; hier in Ernen so zu sch&amp;auml;tzen wissen: &amp;bdquo;its fun!&amp;ldquo; &amp;ndash; sie geniessen es gleichermassen. Das liegt daran, dass die TeilnehmerInnen aufgrund ihres Altersdurchschnitt und der Lebenserfahrung viel zum Unterricht beitragen k&amp;ouml;nnen. Denkanst&amp;ouml;sse kommen durchweg von beiden Seiten im Seminar. Es liegt eine hohe gegenseitige Wertsch&amp;auml;tzung im Raum und die Klasse ist auch untereinander sehr herzlich und harmonisch. Das Schreibseminar ist in seinen sch&amp;ouml;nsten Momenten, eingebettet in die Barockkonzerte des Festivals am Abend, &amp;uuml;ber leckere gemeinsam im angenehmsten Bergsommer genossene Ap&amp;eacute;ros, schon fast ein Familienwiedersehen. Neuank&amp;ouml;mmlinge werden rasch aufgenommen, allen anderen merkt man an, dass man sich schon seit Wochen oder gar Monaten auf die alten vertrauten Gesichter gefreut hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Neben den alt-bekannten Gesichtern geht es dieser Tage aber auch um neue Buchentdeckungen &amp;ndash; Donna wie Judith teilen ihren &amp;Uuml;berraschungen und j&amp;uuml;ngsten Sch&amp;auml;tze mit den TeilnehmerInnen und vice versa.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Leidenschaft f&amp;uuml;r das Geschriebene beherrscht f&amp;uuml;r eine Woche den Tellensaal und stellt f&amp;uuml;r jede/n eine eigene pers&amp;ouml;nliche Erfahrung dar. Ganz minimalistisch liesse sich behaupten, dass man aus Ernen mitnimmt, was man auch herbringt &amp;ndash; den Respekt f&amp;uuml;rs (genaue) Lesen und Schreiben. Oder anders ausgedr&amp;uuml;ckt, im Tenor der TeilnehmerInnen des Seminars: &amp;bdquo;Der Kurs ist bedeutend mehr als die Summe seiner Teile.&amp;ldquo;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Deshalb st&amp;uuml;rmt niemand nach Unterrichtsende aus dem Tellensaal, vielmehr unterh&amp;auml;lt man sich gerne noch weiter und auch lebhaft &amp;uuml;ber die Kaffeepausen hinweg. Und wer dann noch nicht genug hat, der trifft sich sp&amp;auml;ter zum Wandern in den Bergen oder auf einen Kaffee um den letzten Gedankengang wieder aufzugreifen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und worauf man sich nach dem Seminar in Ernen freut, wenn auch sich die Abreise n&amp;auml;hert? Auf die kommenden Lese-Tage und Wochen. Denn f&amp;uuml;r viele hier gibt es kaum etwas Sch&amp;ouml;neres, als jene Momente, mit B&amp;uuml;chern in den H&amp;auml;nden und in den Gedanken&amp;hellip;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen im Juli / August 2017, mit Dank an gespr&amp;auml;chsbereite TeilnehmerInnen des Literaturseminars sowie Donna Leon und Judith Flanders, von Stefan Babuliack.&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Tue, 08 Aug 2017 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1502187105-NIK_1652.jpg" length="1211580" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/sally-beamish-composer,-violist,-and-mistress-of-multitasking-144</link>
			<title>Sally Beamish: Composer, Violist, and Mistress of Multitasking</title>
			<description>&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;http://www.youtube.com/watch?v=jmJPVQVwxNI&amp;amp;&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;Watch Sally Beamish&amp;apos;&amp;apos;s work &amp;quot;Hill Stanzas&amp;quot;, recorded 2017&amp;nbsp;in Ernen&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&amp;quot;https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/service/cd-shop&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;CD&amp;apos;s with works by Sally Beamish are available in our CD shop (&amp;quot;Impressionen&amp;quot; 2015 and 2018)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;One of Musikdorf Ernen’s artists this season is the highly sought-after and equally personable British composer and violist, Sally Beamish.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;A Londoner by birth, she didn’t particularly want to move North to Scotland when her Glaswegian husband Robert Irvine, a fine cellist, suggested it. But the unsettling 1989 theft of her concert viola, the birth of their first child, and the fact that she was getting a few composing commissions, all came together at once to spur the decision. And while motherhood precluded a touring schedule in her family’s early years, it meant her composing came more into the foreground.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Fast forward, she has joined a core of people in Ernen who come here every year, both seasoned professionals and young musicians keen to gain experience and learn from the older players. Sally’s viola today is an instrument her daughter, a trained violinmaker, made with the idea of selling to pay for college tuition. Ultimately, Sally bought it to “keep it in the family,” and her daughter heard her playing it for the first time when the Kammermuisk Plus* configuration played Sally’s “Hill Stanzas” here in the Ernen church.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Interacting with the players over her own compositions is exciting, but Sally says she doesn’t have to be out there and lead operations. She prefers to stand back when fine musicians are playing, encouraging them to decide how to interpret the score. In “Hill Stanzas”, for example, she marveled at what pianist Alasdair Beatson brought to the piece, and how concertmaster Daniel Bard absolutely “assimilated it, the sparks almost flying between them.”&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In the red-gingham-decorated “Wallieserstube” of the village’s “Hotel Alpenblick,” Sally took time out from a busy rehearsal schedule to tell me more about her music, her return to the viola, and the special place that musicians hold as she composes.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;How did you first come to music?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
My mother, a violinist, taught me to read music when I was 4, and from an early age, I used the skills she gave me to create my own music. She took me, at about 8, backstage at Sadler’s Wells, where I bumped into the great Peter Pears in full costume. Benjamin Britten’s sea music impressed me then, and I wanted to write sea music, too. My mother taught me the violin starting when I was about 9, which didn’t always go well, and my technique deteriorated when I gave up the lessons with her. I continued to play anyway, and actually, it was her mother, my creative, maternal grandmother – always baking, dressmaking, gardening – who passed on the urge “to make things,” probably influencing the composer in me most.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Were there other musicians in the family?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Yes, my paternal grandmother was a pianist and singer who, sadly, hadn’t been allowed to do either professionally; She and I often played piano duets together, though, and she helped shape my piano skills, sight reading, and understanding of chamber music. So I got lots from both sides, really.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;When did the viola come in?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
I discovered it at about 15, when I was in the school orchestra. Peter Morgan, our wonderfully encouraging Head of Music, told me this: “If you play the viola, Sally, you’re going to get to play with better people.” Since there weren’t any other viola players there, I got to practice and play with some very gifted older girls, and soon realized that with the viola, I could get into the music from the middle of things. Later, I was accepted into the National Youth Orchestra as a “general musician” – just as Judith Weir and Simon Rattle were – but less for my viola audition, I was told, than the fact that I could play piano, and had been composing.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Farther down the road, the great Peter Maxwell Davies was your mentor.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Indeed, and he also became a dear friend. For Max’s 80th, in fact, I wrote a set of variations on his well-known “Farewell to Stromness,” so heavily disguised, I thought, that nobody would recognize it. The tune itself, of course, comes in at the end like a kind of a joke, and everyone laughed at that at the party. But Max told me later that he had heard it in the very first bar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;How would like your music to be described in the future?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
It doesn’t much matter, because I think what I want to do with it is simply communicate. I love hearing the different ways people play and describe my work. That’s part of the thrill of this wonderful alchemy in the triad among composer, musician and audience. As a writer, you don’t need performers, unless you’re a playwright. As a visual artist, you just put up your work so people can see it. But we composers have this wonderful extra process of the input of musicians, and that’s highly important to me, being a performer myself. As his assistant, I also learned from Max how vital it is to put a kind of a “map” on the pages of the score that signal to the performer what you are trying to say.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Why is that so important?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Because the map that we give our musicians is all they have to go on when we’re not there.&amp;nbsp; What does a tempo mark at the top of a score really give the performer? Nothing really. But if you put at the beginning, “Andante, gently,” or offer “feeling” words as well as tempo indications, they know where you’re coming from as soon as they start to play. During rehearsals for “Hill Stanzas”, for example, one or the other might say, “I feel it wants a crescendo there. Is it missing in the score?” And I’d take that idea if they were right, and mark it in my score. I’m going to make a final edition, namely, following this performance.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Have such additions been made before?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Yes, because the concerto was written for the Dutch pianist Ronald Brautigam, who, having already performed it with four different orchestras, was hugely influential in what has gone into the score since. You don’t really want to publish a piece before you’ve heard it played; the musicians bring all sorts of ideas, and you think, “Oh, I’ll put that in,” or “I want that always to happen.” That was certainly the case with his input, too.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;With all your many commitments, do you ever get a chance to relax?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Difficult, especially now that I’ve got two parallel careers, composing and playing, and have of course, to practice every day. But this return to playing has been like a gift; it’s been fantastic. At the Ryedale Festival, I played a quintet of mine, and then the Mozart G-minor quintet. In the Trondheim Festival in September, I’m the featured composer, and will also be playing quite lot of my own pieces. What’s more, my Judas Passion with the orchestra of the Age of Enlightenment is coming up in September in London.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;How to you explore that in your music?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
The work approaches the story through the eyes of Mary Magdalene, the voice of “Why can he not be forgiven?” Theologically, Judas is the only character who never is forgiven, and David Harsent’s libretto draws brilliantly on all the various theories for why. One is that Judas was disappointed with Jesus’s not being the fiery leader he wanted to follow, so by delivering him to the authorities, he gave Jesus the platform to prove himself. Judas was, of course, essentially “called” to do what he did; betrayal was in the prophecy. So somebody had to do it, and my thought is that Judas just drew the shortest straw.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Monday, 7 August 2017, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1502089008-IMG_6524.jpg" length="787835" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/the-sepp-blatter-foundation-awards-a-substantial-prize-143</link>
			<title>The Sepp Blatter Foundation awards a substantial prize</title>
			<description>&lt;p&gt;The Sepp Blatter Foundation recently awarded a sum of CHF 25,000 to the Musikfdorf Ernen in acknowledgement of its efforts, achievements, and the enormously positive resonance of its annual festival has spurred. &amp;ldquo;As if pennies from Heaven!&amp;rdquo; confessed Francesco Walter, Artistic Director of the Musikdorf Ernen Festival, describing his initial reaction to news of the generous prize.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;As the former Number 1 player in the FIFA hierarchy, Sepp Blatter is clearly more closely associated with football than the arts. Yet Niklaus Furger, President of the Foundation and mayor of the nearly city of Visp, clarified that the Foundation&amp;rsquo;s annual award targets a deserving institution in the sport, social, cultural, or humanitarian area. Asked if he saw any parallels between the playing field and the music that Ernen festival has tireless promoted for 44 years, Furger quickly cited two obvious overlaps. Like for sport, he allowed, music brings people together, stirs up great enthusiasm among its players and audience alike. What&amp;rsquo;s more, both induce a whole gamut of emotions.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mr. Blatter, speaking as a lover of music himself, (&amp;ldquo;&amp;hellip;but not Rock!&amp;rdquo;), explained that he was particularly impressed when he saw all that Ernen was &amp;minus; and had been &amp;minus; doing in the performance and promotion of the art. He also shared with the group gathered for the prize ceremony at Ernen&amp;rsquo;s historic Tellenhaus (1576) that it moved him deeply to award this year&amp;rsquo;s check for the first time to an institution right in his own beloved &amp;ldquo;Heimat&amp;rdquo; (home territory), the Goms Valley.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Francesco Walter, Artistic Director of Musikdorf Ernen, was the first to point out another bridge between the world of sporting and classical music: both disciplines &amp;minus; whether professional or amateur &amp;minus; demand a great deal of commitment and very hard work. He gratefully accepted the award on behalf of the festival, its musicians, staff, local support and audiences, saying that he considered an award coming from of a private foundation, rather than a public institution or government department, even more rewarding for being a more personally driven acknowledgement of the work targeted. That, all agreed, is to bring world-class music to the historic Valais community, such that its superb reputation resonates far beyond the boundaries of the canton itself. Christine Clausen, the Mayor of Ernen, joined with her gracious thanks, adding her spirited humor and more wonderful Walliser dialect to the ceremony.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Around the formalities, concert pianist Paolo Giacometti played five short and varied pieces by Robert Schumann and Maurice Ravel as interludes. Taken together, those works gave all those attending an apt reflection, both of the fine music and extraordinary talents that the Musikdorf heartily underscores and promotes.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, Saturday, 5 August 2017, by Sarah Batschelet&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Sat, 05 Aug 2017 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1501923379-IMG_6510.jpg" length="342129" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/alasdair-beatson-–-der-virtuose-am-fluegel-142</link>
			<title>Alasdair Beatson – der Virtuose am Flügel</title>
			<description>&lt;p&gt;Er kommt aus Schottland, meinem Lieblingsland. Sein leicht gekr&amp;auml;useltes hellbraunes Haar ist ganz leicht nach vorne ins Gesicht gek&amp;auml;mmt &amp;ndash; so schien es mir &amp;ndash; wie bei Komponisten oder feinen Herren aus dem 19. Jahrhundert, die sich oft auf Stichen festhalten liessen &amp;ndash; mit steifen Stehkr&amp;auml;gen, die ein Nicken verunm&amp;ouml;glicht hatten. Von Ohr zu Ohr ein halbkurzer Bart gleicher Farbe wie das Haar, auf dem Hinterkopf der Ansatz einer Glatze, wie bei M&amp;ouml;nchen aus dem Mittelalter. Seine schwarze Jacke und die Hose umh&amp;uuml;llen leger seinen K&amp;ouml;rper, die F&amp;uuml;sse stecken in dezent blauen Socken, die in dunklen Schuhen &amp;ndash; eine Mischung aus Turn- und Strassenschuhen &amp;ndash; halb verborgen bleiben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um es vorweg zu nehmen: es war der letzte Satz der Komposition &amp;bdquo;La mer&amp;ldquo; von Claude Debussy, eigentlich f&amp;uuml;r Orchester geschrieben, von der Britischen Viola-Spielerin und Komponistin Sally Beamish aber f&amp;uuml;r Trio bearbeitet, der mich aufgew&amp;uuml;hlt hat. Wie sie dies gemacht hat, ist f&amp;uuml;r mich als Nichtmusikerin sowieso unvorstellbar. Es war meisterlich, emotional, ja, es war ein orkanartiges Erlebnis.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alasdair Beatson kommt leichten Fusses die Treppe in der Kirche von Ernen runter, setzt sich an den Fl&amp;uuml;gel &amp;ndash; und ohne grosses Insichkehrens, seine m&amp;auml;chtigen H&amp;auml;nde noch ineinandergelegt, sie sind schliesslich sein kostbares Werkzeug, legt er sie sanft auf die Tasten. Vor ihm sind das Cello und die Geige positioniert. Mit einem gef&amp;uuml;hlten Paukenschlag beginnt der letzte Satz, der mit &amp;bdquo;Dialogue du vent et de la Mer. Anim&amp;eacute; et tumultueux&amp;ldquo; treffend &amp;uuml;berschrieben ist. Unvermittelt ist man schon im Strudel, kr&amp;auml;ftig fliegen die T&amp;ouml;ne herum, in h&amp;ouml;chster Konzentration auch von den Streicherinnen in den barocken hohen Raum geschleudert, Akzente geben ab und zu strukturelle Anhaltspunkte, die aber umgehend wieder verfliegen. Keine Ratio, kein Versuch zu verstehen helfen da. Es gibt nur eines: loslassen, sich hineingeben in diesen komplexen und vieltonigen Klangk&amp;ouml;rper, der dem Trio und dem Zuh&amp;ouml;renden viel abverlangte und grosse Freude bereitete. Alasdair, der brillante Virtuose am Fl&amp;uuml;gel, dem die ganze Komplexit&amp;auml;t dieses St&amp;uuml;ckes nur so aus den Fingern floss und den es aus dem Klavierstuhl hochkatapultierte, wenn es zu einem fortissimo Zwischenakkord kam, den er mit ganzem K&amp;ouml;rpereinsatz in die Tasten dr&amp;uuml;ckte und der oft der Anfang zu etwas Neuem war. Mit seinem spitzb&amp;uuml;bischen Gesicht mit zwei blauen, w&amp;auml;ssrigen Augen, l&amp;auml;chelte er seinem Mitspielerinnen zu, als wollte er sagen: ist das nicht grandios? Wir befinden uns auf einem H&amp;ouml;llenritt das Goms hinauf und wieder hinunter. Wie ein sich schnell entwickelndes Sturmtief, das seine starken Winde schon vorschickte, drangen die Kl&amp;auml;nge in uns hinein, mein Gott, wo stand uns der Kopf, das Geh&amp;ouml;r, die Emotionen. Die Musik r&amp;uuml;hrte in uns herum, immer wieder spielerische H&amp;ouml;hepunkte der drei Instrumente, der Pferdeschwanz der jungen begabten Geigerin Maria Włoszczowska im samtenen schwarzen &amp;auml;rmellosen Kleid, fegte wie im Galopp umher, auch sie h&amp;uuml;pfte immer wieder vom Stuhl hoch, um dem Akzent noch einen draufzugeben, die grossartige Cellistin Xenia Jankovic mit ihrem Instrument mit eingeschr&amp;auml;nkten Bewegungsm&amp;ouml;glichkeiten, dr&amp;uuml;ckte ihr Talent mit Innigkeit und geschlossenen Augen aus, auch sie in diesem Strudel von T&amp;ouml;nen, die eingefangen und gespielt werden wollten. Und Alasdair? Er sass auf seinem Stuhl wie ein kleiner Gnom, den R&amp;uuml;cken gekr&amp;uuml;mmt, den Kopf gegen die Tasten gebeugt, mit runzliger Stirn hob er nur soweit die Augen, dass er etwas vom Notenblatt sah, die Finger immer wieder geb&amp;uuml;ndelt, als w&amp;uuml;rde er auf einem Holzbrett mit dem Messer etwas Schneiden oder Brotkr&amp;uuml;mel zusammenlesen! Wie konnte er da die L&amp;auml;ufe spielen, wie hat er seine zusammengeb&amp;uuml;ndelten Finger auseinander gef&amp;auml;chert, wie hat er auf die Noten geschaut, die T&amp;ouml;ne gespielt, die in Windereile &amp;uuml;ber die Saiten flogen und wie sich die junge Frau, die f&amp;uuml;r das Seitendrehen zust&amp;auml;ndig war, erhob, sich hinsetzte um sich nach kurzer Zeit schon wieder zu erheben. Und dann, wenn Alasdair Beatson sein rechtes Bein grad nicht auf dem Pedal hatte, l&amp;ouml;ste er es vom Boden, hob es in die Luft, kr&amp;uuml;mmte es leicht nach hinten und schlug mit dem Fuss den Takt ins Leere &amp;ndash; als ob es einen Takt gegeben h&amp;auml;tte &amp;ndash;, in seinen undefinierbaren Schuhen mit den dezent blauen Socken. Aber es gibt wohl in jedem Sturm eine Ordnung, die wir nicht erkennen, aber freudig erleben und uns ergeben. Es war teuflisch sch&amp;ouml;n, und nach den Verbeugungen sprang er, nachdem er den Damen den Vortritt gelassen hatte, die Kirchentreppe hinauf wie ein Wiesel, immer noch nach vorne gebeugt, als k&amp;ouml;nnte er erst morgen wieder gerade aufrecht gehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ernen, 30. Juli 2017, Madeleine Hirsiger&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Fri, 04 Aug 2017 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1501840543-trio_05.jpg" length="774696" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
		<item>
			<link>https://www.musikdorf.ch/de/allgemein/blog-aktuelles/blog/chef-klaus-leuenberger-the-same-kind-of-cooking,-but-better-141</link>
			<title>Chef Klaus Leuenberger: The Same Kind of Cooking, but Better</title>
			<description>&lt;p&gt;Klaus Leuenberger, formerly chef at the Restaurant St Georg on the Dorfplatz, has taken over the helm at the ErnerGarten in the village&amp;rsquo;s all-new Generationshaus. I asked him to share his story.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Yours was a long history and solid reputation at the St Georg. Why the change?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
The time was right. At the St Georg, I had a reputation as being a little too stuffy and high-end among the locals; with all the tables laid, cloths and everything, some of them didn&amp;rsquo;t even really trust themselves to come in. Here at ErnerGarten, deliberately, we never use tablecloths in the front part of the restaurant, so people realize right away that they can eat something small if that&amp;rsquo;s all they want. I also offer a substantial lunch menu for CHF 18.00 &amp;minus; price-worthy, generous, and regional, and that&amp;rsquo;s going very well.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;So this is a new model?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Yes. Outside opening hours at the St Georg, everything just shut down, but here at the Generationshaus, we&amp;rsquo;re open seven days a week, so there are always people going in and out. What&amp;rsquo;s more, many of the residents here at the Generationshaus asked to know what they could do to support us, how they could help. So I suggested we try a &amp;ldquo;Walliser evening&amp;rdquo; every Monday, which they staff entirely themselves. Now, there&amp;rsquo;s always something of a &amp;ldquo;raclette battle&amp;rdquo; on that evening: two different raclette cheeses from two different providers are the contenders, and the guests assess their differences.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Are there any other &amp;ldquo;formatting&amp;rdquo; changes in store?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Yes, on Wednesday evenings, we&amp;rsquo;re planning to start a &amp;ldquo;Tavolata,&amp;rdquo; a surprise menu served around a big table as is often done in Italy. We&amp;rsquo;ll offer whole variety of foods based on local produce &amp;minus; the strength of this restaurant &amp;minus; bringing people together so that good discussion at the table ensues. I worked with the local Biobauer (bio-farmers) over a long period to promote local produce, and the idea now is just to intensify that a bit. From this new location, I&amp;rsquo;m even closer to the gardens, so I can go across the road to determine what is ripe or ready on any given day.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;What motivated you to be a cook in the first place?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Training as a cook meant I would be able to go abroad and see a little more of the world beyond just Huttwil, in the Emmental, where I was born. Once I&amp;rsquo;d finished the training, I contacted a cruise line for work, but was told to get some real experience first. So I worked three or four years in a large hotel here in Switzerland, then went abroad, first to Canada, then around the world on the QE 2. Working in a big cruise ship kitchen is very hard, but they&amp;rsquo;re always in need of people since the staff turnover is so great.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;And where did you go from there?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
I sailed on three different ships: QE2, Royal Viking, and the Viking Sun over the next two years, but landed in Warsaw at the very end of the 80s, the time of the Wendezeit (re-unification). A British firm that had renovated and opened a 5-star hotel there hired me as head chef. Later, when the property was sold to Polish management, I travelled to Qatar to work for a wealthy sheikh, and managed the kitchen of his luxury resort and leisure facility, complete with a Gault Millau restaurant and huge banquet hall. While I was the executive head of operations there, we also catered banquets and formal state dinners for the Royal Palace &amp;minus; all in all, a huge organizational task.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;And what made you leave Qatar?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Well, eventually, I wanted a connection to something simpler again, and wanted to actually cook more. I might be told, &amp;ldquo;Hey, we&amp;rsquo;re not paying you to cook here, you&amp;rsquo;re supposed to manage. You&amp;#39;ve got people cooking for you!&amp;rdquo; which was frustrating. In addition to that, the attitude of the sheikhs was a very different one: the idea that if you pay enough, you can get anything you want. The word &amp;ldquo;no&amp;rdquo; simply didn&amp;rsquo;t exist for them. You might be asked to have a roast turkey ready for a large party in a hour; never mind if you were unable to get a turkey in that time, much less prepare and roast it! And if you vocalized that, you might be told this: &amp;ldquo;That&amp;rsquo;s not my problem, it&amp;rsquo;s yours!&amp;rdquo;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;That would have been hard. So you came back to Switzerland?&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
Yes, and the St Georg here in Ernen was looking for a cook, so I agreed to work here for a full year. That one year, though, somehow grew into eighteen. So it was a hard decision after so long to close up shop there. Even so, I wanted a crack at a new and more lively venture, one that would pull in people of all kinds all day long. The ErnerGarten location is good for me too, as are the landscape, the many bio-products available, and &amp;minus; above all &amp;minus; the Musikdorf Ernen. It&amp;rsquo;s made a tremendous difference, since without its draw, I might be never have had the same exposure. And when people come here from every part of the world in the summer, I get a good bit of international flavor &amp;ndash; which is somewhat of a substitute for travel. Most importantly, I can assure our guests that the ErnerGarten&amp;rsquo;s products are of the finest quality. We&amp;rsquo;re still here in Ernen, we&amp;rsquo;re doing the same kind of cooking, and we may even be doing it a little bit better!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Interview by Sarah Batschelet, Ernen, Monday 24 July 2017&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;The Restaurant Erner Garten is located in the new Generationshaus, a 5-minute walk from the center of town (Tel. +41 27 971 11 28). For more information, click &lt;a href=&amp;quot;http://www.ernergarten.ch/&amp;quot; target=&amp;quot;_blank&amp;quot;&gt;here&lt;/a&gt;.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
</description>
			<pubDate>Mon, 24 Jul 2017 00:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="https://www.musikdorf.ch/writable/media/1500894040-Header_IMG_6142.jpg" length="344129" type="image/jpeg">
</enclosure>
		</item>
	</channel>
</rss>
