Bewegungsflüsse für alle Sinne

Barock
19.–30. Juli 2026
Fünf festliche Konzerte mit Aernen Barock, Beth Taylor und Nahuel Di Pierro

Beim Wort Barockmusik denken Sie vielleicht an rauschhafte Klanglandschaften, überraschende Hell-Dunkel-Kontraste oder einen kontinuierlichen, rhythmischen Bewegungsfluss, der ähnlich dem Blutstrom in den menschlichen Organen, den Orchesterkörper und die Sinne belebt. Oder denken Sie an prominente Namen wie Bach, Händel, Vivaldi, Sammartini, Telemann? Oder an «Aernen Barock» – ein Synonym für höchste barocke Musizierkunst. Ernens dynamisches Barockensemble hat im Sommer 2026 all die genannten Barockmeister im Angebot, sowie Werke von barocken Zeitgenossen, deren Namen weniger geläufig sind.

Viel zu entdecken

Ada Pesch (Violine) und Deirdre Dowling (Viola), die künstlerischen Leiterinnen der Barockwochen, haben einmal mehr weder Aufwand noch Mühe gescheut, um selten gespielte, qualitativ hochstehende Stücke aufzuspüren und in die Programme einzuflechten. Nicht nur das Publikum dürfte sich über die Entdeckungen freuen, sondern auch die Ensemblemitglieder von Aernen Barock, die in Bläser- und Streichersoli prominent zum Zuge kommen.

Vom Niederländer Pieter Hellendaal, der als 16-Jähriger auf eine abenteuerliche Studienreise nach Italien aufbrach (und erst nach sechs Jahren zurückkehrte), erklingt ein Werk mit virtuosem Solo-Cello. Auch der Komponist Johan Helmich Roman wurde einst vom Reisefieber gepackt. Den Schweden zog es nach England, wo er Händel begegnete. Dass Roman 23 Symphonien hinterlassen hat und ausserdem ein Werk mit 45 Sätzen, das 1728 zur Krönungsfeier des russischen Zaren aufgeführt wurde, spricht für seine kreative Schaffenskraft.

Und wer kennt nicht Bachs Goldbergvariationen! Dass der mit 29 Jahren verstorbene Johann Gottlieb Goldberg, nach dem das pianistische Meisterwerk benannt ist, selber auch komponierte, ist dagegen weitgehend unbekannt. In Ernen wird man nicht nur diese Wissenslücke lustvoll schliessen können, sondern sich auch von faszinierenden Werken aus der Feder von Giuseppe Brescianello, Evaristo Felice Dall’Abraco oder Christoph Schaffrath betören lassen: die virtuosen Bläsersoli, die Josep Domènech, Xenia Löffler (Oboen) und Javier Zafra (Fagott) beisteuern, haben Suchtpotenzial.

Goldene Stimme: Beth Taylor

Auch die Aufführung von Vivaldis «Stabat Mater» mit der schottischen Mezzosopranistin Beth Taylor (*1993) dürfte direkt zu Herzen gehen. Der emotionale Ausdruck, die klangmalerische Dramatik und die Tiefgründigkeit dieser ikonischen Komposition erinnern zuweilen an Opernarien. Das Stück ist aber auch ein hervorragendes Beispiel dafür, dass der für sein stürmisches Temperament bekannte «Prete rosso» auch eine nachdenkliche Seite hatte. Taylor, die als preisgekrönte Sängerin die Opernbühne ebenso kennt, wie den Konzertsaal, gilt als Barockexpertin par excellence. Neben Vivaldi wird die Sängerin mit dem samtigen Klanggold in der Stimme auch Solokantaten von Johann Sebastian Bach mit nach Ernen bringen.

Tiefer Bass: Nahuel Di Pierro

Etwa siebzehn Flugstunden entfernt von Beth Taylors Geburtsstadt Glasgow ist im Jahr 1984 Nahuel Di Pierro geboren worden. Sein Weg führte ihn von seiner Heimatstadt Buenos Aires später nach Paris. Der Bass, dessen beeindruckendes Repertoire von der Barockmusik bis zum romantischen Belcanto reicht, tritt wie Beth Taylor erstmals im Musikdorf auf. Im musikalischen Gepäck hat er unter anderem Arien von Händel, Vivaldi sowie eine Kantate von Bach.

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Konzertvideos von Aernen Barock

In die Musik reinhören: Playlist ‘Barock 2026’ auf Spotify

Geschrieben im Dezember 2025, von Marianne Mühlemann

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