Konzertserie mit unverwechselbarem Flair

Kammermusikfest
2.–14. August 2026
Ein Fest der Kammermusik

«Kammermusik plus»? Nicht mehr. Ab Sommer 2026 heisst die beliebte Kammermusikreihe «Kammermusikfest». Denn das Programm mit sechs Festkonzerten, einem Jazz-, zwei Extra- und zwei Orchesterkonzerten ist genau dies: ein musikalischer Festrausch. Seit 2019 wird die Reihe vom schottischen Pianisten Alasdair Beatson verantwortet. Beatsons Kreativität in der Programmgestaltung ist längst legendär, ebenso sein Händchen für die ideale Zusammensetzung der Ensembles. Ein Geheimrezept für den Erfolg habe er nicht, sagt Beatson. Aber die Frage sei berechtigt.

Die Mischung muss stimmen

«Ein Programm zusammenzustellen ist vergleichbar mit der Kunst eines Kochs. Es gilt qualitativ hochstehende Ingredienzen auszuwählen und im richtigen Verhältnis zusammenzubringen.» Im Laufe der Jahre sei es ihm gelungen, einen Kern aus fantastischen Musikerinnen und Musikern aufzubauen, die hervorragend zusammenpassen. Auch das Thema, das er sich jedes Jahr zusammen mit dem Intendanten ausdenke, sei ein Faktor für das Gelingen. «Es gibt einen sinnstiftenden Rahmen für die Programme und hilft, dass sich der inhaltliche Fokus stets ändert. Das unverwechselbare Flair der Konzerte ist mir wichtig.»

Innovative Programme

Zum Thema «Im Flow» hat er sich Konzertprogramme mit treffenden Namen wie «Luftstrom», «Vom Quell zum Meer», «Zeitfluss», «Kaskade», oder «Träume» ausgedacht, die mit alter und neuer Musik aufwarten und gefeierte Solistinnen und Solisten mit jungen Talenten zusammenbringen. Dieses Jahr hat ihn das Thema neben den allseits beliebten Meistern Mozart, Schubert, Mendelssohn, Brahms und Dvořák auch zu vielen französischen Werken geführt, etwa von den Romantikern Camille Saint-Saëns und Ernest Chausson, den Impressionisten Maurice Ravel, Claude Debussy oder den gemässigten Modernisten Francis Poulenc, Jean Françaix.

Auffallend ist auch, dass in den Programmen zahlreiche Bearbeitungen von bekannten Werken zu finden gibt. Warum? Die Kunst des Arrangierens sei sehr alt, sagt Beatson. Nicht nur Bach, Mozart oder Brahms hätten die Kunst des Bearbeitens beherrscht, sondern auch Debussy, Schönberg und andere. «Sie schufen Arrangements von Stücken, die sie besonders interessierten.

Emotionen verstehen

Für uns ist es eine Freude, wenn wir etwas, das wir zu kennen glauben, in einem neuen Licht zeigen können.» Zum Beispiel John Cages Klavierwerk «Dream», das in Ernen von fünf Bratschen und ohne Klavier aufgeführt wird. Auch Orchesterstücke wie «La Mer» von Debussy, Mendelssohns «Hebriden-Ouvertüre» oder Smetanas «Moldau» wird es in Kammermusikfassungen zu entdecken geben. Die Reaktionen auf seine Programme würden ihn sehr interessieren, sagt Beatson. «Ich möchte sie miterleben und verstehen.» Deshalb setze er sich gerne ins Publikum, wenn er selber nicht spiele.

Der Bass, der schweigt

Das dürfte auch im Extrakonzert «Meditation» der Fall sein. Neben Werken von Arvo Pärt, Morton Feldman und einer Improvisation des schwedischen Kontrabassisten Jordi Carrasco Hjelm wird da John Cages «4’33’’» zu erleben sein, ein Solostück für Klavier aus dem Jahr 1952, das Geschichte geschrieben hat. Während der Aufführungsdauer von 4 Minuten 33 Sekunden erklingt kein einziger Ton. Stattdessen werden Geräusche und Umgebungslaute zum integralen Bestandteil der Komposition. Kann man das heute noch aufführen, wo der Überraschungseffekt längst verpufft ist? Aber ja! Umso mehr, als es hier als zentrales Werk eines meditativen Konzerts auftaucht.

Fun fact: Es wird nicht das Klavier sein, das schweigt, sondern ein Kontrabass. Cage hätte die «Umbesetzung» wohl gefallen. Das sei das Wunderbare an Musik, dass sie für Menschen zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Bedeutungen haben könne. «Es ist wichtig, den historischen Kontext eines Stücks zu verstehen. Ein Stück existiert aber auch unabhängig davon und kann daraus sogar befreit werden!».

«4’33’’» sei einst überraschend gewesen, heute aber je nach Kontext lustig, bewegend, fröhlich oder traurig. «Wir Musiker nehmen die Stimmungen des Publikums wahr und erkennen, ob eine Stille gebannt oder gleichgültig ist», so Beatson. Auch deswegen sei ihm das Musikdorf ans Herz gewachsen, weil er hier ein Publikum vorfinde, «das zuhört, mitfühlt und unmittelbar und aufrichtig reagiert.»

Kammermusikfest | 2– 14. August 2026
6 Festkonzerte, 2 Orchesterkonzerte, 1 Jazzkonzert, 2 Extra-Konzerte

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In die Musik reinhören: Playlist ‘Kammermusik plus 2026’ auf Spotify

Geschrieben im Dezember 2025, von Marianne Mühlemann

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