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Von Klängen verführt

Vier junge Ensembles, vier Werke von jungen Komponist*innen. Mit dieser Formel wurde das «Newcomers»-Wochenende zu einer sinnesfreudigen Entdeckungsreise.

Auf fünf Flügeln …

… zu Sternstunden der Musik.

Ein Hoch auf die Hohepriesterinnen der Musik

Alles Schöne geht einmal zu Ende. So ist es auch mit dem Musikfestival in Ernen, das uns nun schon über anderthalb Monate lang mit überraschenden Aufführungen verwöhnt und im September noch mit dem Programm «Newcomers» aufwartet. Und Ende August, bei «Klavier kompakt», fiebert das Publikum schon jetzt dem Grossmeister Sir András Schiff entgegen.

Musik wie ein Drogentrip

Terry Rileys Musik muss man live erleben. Dann wirkt sie wie eine starke Droge. Am Freitag um 20.00 Uhr gibt es im Musikdorf Ernen die Möglichkeit eines kostenlosen (und völlig legalen) Drogentrips.

Nächster Halt Nobelpreisverleihung?

Beim «Queerlesen»-Wochenende, der kleinen, aber feinen Literaturinsel inmitten des endlosen Erner Musikmeeres, wurde Musik nicht gespielt, sondern imaginiert: Purcells Lamento-Gesänge erhielten auf der kleinen Insel ebenso einen Platz wie Elektropop-Klänge der Pet Shop Boys.

Der elegante Sprung der Rachel Harnisch zum hohen Cis

Es gibt ja immer wieder Höhepunkte im abwechslungsreichen Musik-Programm im Oberwalliser Bergdorf Ernen, das die Sommergäste vom 1. Juli bis am 11. September in ihren Herzen erfreut. Aber es gibt darunter eben besondere Perlen. Eine davon sind die Jazzkonzerte des südafrikanischen Trios von Charl du Plessis, das nun schon zum dritten Mal mit der aussergewöhnlichen Rachel Harnisch aus Brig auftritt, einer Sopranistin die die Konzert- und Opern-Bühnen der Welt längst erobert hat. Als Jungstar wurde sie gefeiert, Mitte Zwanzig, als sie in Mozarts Cosi fan tutte oder Pergolesis Stabat Mater sang – unter dem Dirigenten Claudio Abbado, mit dem sie eng verbunden war.

Aernen Barock – Der Friede sei mit Dir

Es schweben Engel durch das Kirchenschiff, wenn Stephan MacLeod seine warme, tragende Bass-Stimme erhebt und die Bach-Kantate «Der Friede sei mit Dir» aus voller Brust vorträgt und man bei der Arie «Welt, ade, ich bin dein müde» durchaus an den Zustand der heutigen Welt denken kann.

Ein neuer Star im Musikdorf Ernen

Seit anfangs Juli glänzt er mit den beiden goldigen Seitenaltären in der Erner Pfarrkirche um die Wette: der fabrikneue und stets gut polierte Bösendorfer 280VC-Konzertflügel.

Den Kopf nicht in den Sand gesteckt

Am ersten Juliwochenende begann mit sieben fulminanten Konzerten die 49. Konzertsaison 2022 im Musikdorf Ernen. Da der Pianist Oliver Schnyder krankheitsbedingt absagen musste, sprang kurzerhand ein in Ernen Altbekannter ein. Und dieser wusste zu begeistern.

Ein britischer Komponistenstar im Musikdorf

Tom Coult gehört zu den aufsteigenden Stars am Komponistenhimmel. 2021/22 ist er «composer in residence» im Musikdorf Ernen.

Mit Groove bis zur letzten Note

Musikalische Entdeckungen, Gesangseinlagen beim Verspeisen einer Gommer «Cholera» und die Abkehr der Fortuna. Mit dem «Newcomers»-Wochenende ging das 48. Festival Musikdorf Ernen mit vier jungen Ensembles wuchtig und voller Überraschungen zu Ende.

«Alle Facetten erspüren»

Als «composer in residence» am Musikdorf Ernen komponierte Thomas Larcher ein Trio von berückender Schönheit. Am «Newcomers»-Wochenende kann man erneut in die faszinierende Klangwelt dieses Komponisten eintauchen. Ein Treffen mit dem Komponisten im Sportcafé Seiler.

Das Göttliche berühren

Unter diesem Motto stand das sonntägliche Konzert, das wie gewohnt in der Kirche St. Georg in Ernen stattfand – und der Abend war etwas ganz Besonderes. Zwei himmlische Darbietungen standen auf dem Programm: Das Streichquintett D-Dur KV 593 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und die Visions de l’Amen für zwei Klaviere von Olivier Messiaen (1908-1992). Sie haben es sich ja selbst zuzuschreiben, die beiden meisterlichen Pianisten Alasdair Beatson und Paolo Giacometti, die für die musikalische Leitung der Reihe «Kammermusik plus» verantwortlich zeichnen. Denn beide Werke waren höchst anspruchsvoll.

Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben – ein musikalischer Einfall

Ja, der Regen. Der ständige Begleiter. Seit Wochen. Und wir werden ihn einfach nicht los. Wenn Regen fällt, können wir ihn sehen, aber vor allem hören wir ihn. Lauter oder leiser, je nach Stärke. Er prasselt auf Wellblechdächer, versinkt lautlos in der Erde, klatscht auf die Strasse oder mischt sich mit Brunnenwasser. Manchmal begleitet von Blitz, Donner oder Hagel. Aber eigentlich fällt er immer in der gleichen Tonlage.

Heiliger Bimbam!

Das Musikdorf Ernen verlockt und rockt – auch ausserhalb des regulären Konzertbetriebs.

Once Upon a Time… in Ernen

Not even the daydreams Hollywood conjures up for the big screen can compare with the magic of this peaceful haven. I ought to know, having just spent five years on the sandy beaches under the palm trees in Los Angeles, lazily scribbling away at the pages of my film history dissertation.

Gletscher faszinieren. Wie lange noch?

Nicht nur die Gletscher zerfliessen, sondern auch die Photographien von Gletschern. Zur Ausstellung «Faszinierende Gletscher / Glaciers suprêmes» des Programms SMArt (sustainable mountain art). Eine Photoausstellung im Dorfkern von Ernen.

Grenzgänge

Wenn ein Musikwissenschaftler eine Lesung eines Buches über Kunst macht...

Reise zu unerhörten Klängen

Raketenartige Klavierläufe, Klänge wie aus einem Raumschiff und eine Liszt'sche Klangbändigerin – die Klavierwoche am Musikdorf Ernen war voller überragender Momente.

Charl du Plessis ist wieder da – mit seinem Trio

Seit Jahren verzaubern uns die drei Musiker aus Südafrika: Am Flügel Charl du Plessis, der den Takt vorgibt und mit dem Kontrabassisten Werner Spies und dem Schlagzeuger Peter Auret für gute Laune sorgt. Es ist jedes Mal ein Spektakel erster Güte in der jeweils vollbesetzten Kirche St. Georg in Ernen, wenn uns das Trio überrascht und unsere Herzen tanzen lässt, auch schon mit Unterstützung der Walliser Sopranistin Rachel Harnisch. Wie hätten wir solch hochstehende und musikalisch überzeugende Darbietungen im letzten Jahr brauchen können, wo alles stillstand und wir mit Abstand und Masken durchs Leben wandeln und die kulturelle Einöde ertragen mussten.

Schluss mit kultureller Askese!

Mit sieben fulminanten Startsalven begann am ersten Juliwochenende die 48. Konzertsaison 2021 im Musikdorf Ernen. An drei aufeinanderfolgenden Tagen spielten das Rolston String Quartet mit dem Pianisten Dasol Kim sieben wuchtige Konzerte, deren intensiver Hörgenuss noch lange nachzuhallen vermag.

Das hinausgezogene Ende der Musikwochen in Ernen. Ein Glücksfall.

Es gibt wohl nichts, was an der Corona-Pandemie gut wäre. Gar nichts. Auch nicht auf dem kulturellen Parkett. Zahllose Veranstaltungen mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden, Agenden kamen arg durcheinander, so auch im Musikdorf Ernen. Akrobatische Übungen des Intendanten Francesco Walter waren gefragt, um das Programm dauernd anpassen zu können. Und auch die ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins musste vom Juli auf Oktober verschoben werden, was sich aber als Glücksfall herausstellen sollte. Denn die übliche musikalische Darbietung nach der Versammlung entwickelte sich in diesem Jahr zu einem unverhofften Mini-Festival.

Von einem anderen Stern

Man musste genau hinhören, aber man konnte es hören, das leise Säuseln, das sich zwischen 20.00 Uhr und 20.05 Uhr über der Kirche St. Georg im Gommer Bergdorf Ernen bemerkbar machte, als die Glocken im Turm den Leuten die Stunde verkündeten. Es war die Ankunft eines interstellaren Gefährts, das ein zum Menschen gewordenes Genie aus dem Universum entliess – nur für kurze Zeit, aber immerhin. Er wurde geschickt, um uns zu erquicken.

«Les Adieux» oder «Die Kunst der Zugabe»

Er kam, setzte sich und spielte: «Klavier kompakt». Fünf Konzerte in zweieinhalb Tagen. Oder genauer: Ein Konzert in fünf Konzerten.

Art Valais Wallis in Ernen

Das Projekt «Street Art Parcous» hat als erste Station das Musikdorf Ernen ausgewählt. An das ehemalige Gefängnis am Hengert (Dorfplatz) in Ernen werden Werke von Julien Nonnon projiziert.

Ludwig war da!

Man hatte ihn ursprünglich nicht eingeladen. Nicht etwa, weil man ihn nicht mag – im Gegenteil. Er gehört zu den faszinierendsten, überraschendsten und komplexesten Komponisten seiner Zeit – oder überhaupt. Aber seinen 250igsten Geburtstag wollte man hier in Ernen nicht unbedingt feiern – weil es wohl – mehr oder weniger – die ganze klassische Musikwelt in diesem Jahr tut.

Der Schotte, der Italiener und all die andern

Es ist eine einzigartige Einrichtung, dieses Musikfestival in Ernen. Jedes Jahr wird das einem von neuem bewusst. Es ist bei der diesjährigen Ausgabe nicht nur die Corona-Krise, die es nicht erlaubt, von Normalität zu reden: was hier die musikliebhabende Gemeinde über zwei Monate hinweg zu hören bekommt, ist über dem, was uns meistens im Konzertsaal geboten wird.

Mit dem Zug von Wien ins Musikdorf und zurück

Ende Mai 2020 meldet sich Francesco Walter beim Veranstaltungsmanagement des Zsolnay-Verlags, um die Bedingungen einer Lesung Ende Juli zu besprechen. Wenig später wissen wir, dass die Lesung stattfinden kann und, so sich das Virus nicht erneut wichtig macht, stattfinden wird. Mitten unter die wiederkehrenden Nachrichten von Absagen stellt sich eine Zusage. Abergläubisch verbiete ich mir, die genaue Lage von Ernen in der Schweiz nachzuschlagen.

Halbzeit im Musikdorf

Endlos erscheint der Musiksommer in Ernen. Anfangs Juli wird man von einer ersten grossen Welle erfasst, die einen zu immer neuen Klängen, zu immer neuen Hörerlebnissen führt. Die Brandung lässt sich nirgends ausmachen. Einen Monat später reitet man noch immer auf dem Wellenkamm, doch langsam beginnen sich die Konturen am Horizont abzuzeichnen. Es ist Halbzeit am Festival Musikdorf Ernen. Zeit für ein erstes Resümee.

SMArt! Was Kunst kann…

«Ein anderes Leben». Gedankliche Streifzüge über Photographie, Kulturkritik und Bergregionen.