Helix Trio | Newcomers 2026

Robert Schumann: Klaviertrio d-Moll op. 63
Claire-Mélanie Sinnhuber: Les roses héroïques für Klaviertrio (2021)
Maurice Ravel: Klaviertrio a-Moll (1914)

Donerstag, 10. September 2026, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen

Robert Schumanns erstes Klaviertrio d-Moll entstand 1847. Es hätte ursprünglich ein Gegenstück zu den 1842 als erstes Werk für Klaviertrio entstandenen Phantasiestücken werden sollen, doch übersteigt es diese in Sachen Kohärenz und Ausdruckstiefe bei weitem. Der erste Satz ist noch von einer durchgehenden Unruhe geprägt, während das Finale sich zuversichtlich emporschwingt, so dass Clara Schumann darüber sagte: «Es klingt wie von einem, von dem noch viel zu erwarten steht, so jugendfrisch und kräftig, und doch in der Ausführung so meisterhaft.»

Ganz anders – und anders, als der Titel suggeriert – beinhaltet Les roses heroïques von Claire-Mélanie Sinnhuber keine heroischen Klänge. Es sind träumerische Klänge, raffinierte Texturen und sanft (wie Mondlicht) leuchtende Harmonien. Den Titel entlehnt die Komponistin einem Werk Paul Klees – «wegen seines sanften Klangs, der Silbenwiederholung, der Assoziation mit einer Blume, aber vor allem wegen des darin enthaltenen Paradoxons». Das Stück entfalte sich aus «exquisiten Klängen (steinige Klänge des Klaviers, streichelnde Saiten)» und habe zum Ziel, «die Glut der Sanftheit hörbar zu machen».

Zu Sinnhubers transparenten Klängen passt Maurice Ravels Klaviertrio wunderbar. Abgesehen von der mystisch in sich gekehrten «Passacaille» habe sich darin «baskische Farbe» eingemischt, bemerkte Ravel, der das Werk 1914 an der französisch-baskischen Küste komponiert hatte. Vor allem im ersten Satz mit seinem schwebenden Rhythmus und im Finale, das im Fünfvierteltakt steht, liess er sich von baskischen Liedern und Tänzen inspirieren.

Jonathan Inniger

Robert Schumann 1810–1856
Klaviertrio d-Moll op. 63
Mit Energie und Leidenschaft
Lebhaft, doch nicht zu rasch
Langsam, mit inniger Empfindung
Mit Feuer

Claire-Mélanie Sinnhuber *1973
Les roses héroïques für Klaviertrio (2021)

Maurice Ravel 1875–1937
Klaviertrio a-Moll (1914)
Modéré
Pantoum. Assez vif
Passacaille. Très large
Final. Animé

Helix Trio:
Jaume Angelès Fité, Violine
Iago Dominguez Eiras, Violoncello
Paula Belzunegui Moreno, Klavier

Zurück