Trio E. T. A. | Newcomers 2026

Joseph Haydn: Klaviertrio C-Dur Hob. XV:27
Isabel Mundry: Tous les mondes für Klaviertrio (2025)
Franz Schubert: Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur D 929

Freitag, 11. September 2026, um 20 Uhr, Tellenhaus Ernen

Man brauche kein Hintergrundwissen, um ihr Klaviertrio Tous les mondes zu hören, sagt Isabel Mundry. Es habe natürlich eine gewisse Komplexität, denn sie schreibe aus der Liebe zur Musik. Die Liebe sei schliesslich auch etwas Komplexes und brauche Zeit, um verschiedene Facetten zu entdecken. Der Titel des Werks, das im Auftrag des Trios E. T. A. entstanden ist, sei in doppelter Hinsicht realisiert. Einerseits war es Mundrys Idee, einen dichten Kern zu Anfang des Werks zu präsentieren und dann verschiedene Elemente dieses Kerns im weiteren Verlauf sich entfalten zu lassen. Doch dieser Kern habe schnell selbst ein Innenleben erhalten.

Das führte sie – in Anlehnung an den französischen Schriftsteller Francis Ponge (1899–1988), dessen detaillierte Beschreibungen von ganz alltäglichen Objekten (etwa Türklinken, Regenrinnen oder Kerzen) Mundry faszinieren – zur zweiten Bedeutung von Tous les mondes. Die Objekte würden in Ponges Beschreibungen zu einer eigenen, ganzen Welt, was genauso für Mundrys facettenreich ausgebreiteten Klänge und Gesten gilt. Das ca. 10-minütige Werk fängt immer wieder auch den Moment der äussersten Spannung kurz vor neuen Klängen und Gesten ein, und erschafft ein feines Geflecht aus Bewegungen, fragilen Energien und Klangwelten, die zwischen den Instrumenten entstehen und vergehen.

Weniger komplex, aber ebenso verspielt ist Joseph Haydns Klaviertrio C-Dur, das dieser 1795 in London für die herausragende Pianistin und Clementi-Schülerin Therese Bartolozzi, geb. Jansen (1770–1843) schrieb. Es vereint kecke Virtuosität mit Überraschungen sowie liedhaften und tänzerischen Momenten.

Franz Schuberts Trio Es-Dur ist mit seinen über 45 Minuten ein beredter Beweis, dass Schubert in seinem letzten Lebensjahr noch so viel zu sagen hatte. Die Themen kehren immer wieder in neuem Licht zurück, und alle Sätze berühren Ausdrucksextreme, die das Trio zu einem Gipfelwerk der Gattung und bei jedem Hören zu einer emotionalen Zerreissprobe machen. Das schwedische Lied «Se solen sjunker» («Sieh’ die Sonne untergehen»), Hauptthema des 2. Satzes mit seiner Rückkehr im Finale, ist als Zeichen der inneren Einsamkeit nur einer der existenziellen Abgründe, die Schubert hier in Töne gefasst hat, oft durch harte Brüche getrennt neben heiter gelösten Episoden.

Jonathan Inniger

Isabel Mundry *1962
Tous les mondes für Klaviertrio (2025)
Schweizer Erstaufführung

Joseph Haydn 1732–1809
Klaviertrio C-Dur Hob. XV:27
Allegro
Andante
Presto

Franz Schubert 1797–1828
Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur D 929
Allegro
Andante con moto
Scherzando. Allegro moderato
Allegro moderato

Trio E. T. A.:
Elene Meipariani, Violine
Nadia Reich, Violoncello
Till Hoffmann, Klavier

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